Auch diesem Monat beschäftigte ich mich wie immer mit dem Atheismus bei Florian. Das ist mittlerweile eine liebe Gewohnheit, die ich nicht missen möchte, gerad wie das sonntägliche “Im Bett liegen bleiben”.

Und wie das bei Internet Diskussionen so ist, endet man plötzlich bei der Homosexualität im Tierreich (der in Teilen gar nicht mal so dumme Schlagabtausch auch hier bei Florian). Da mag der eine oder andere denken: What the hell? Na, so ist das nunmal.

Ausserdem gab’s wie jeden Monat natürlich reichlich Klimawandel auf der Arbeit.
Ja und da stolpere ich doch tatsächlich über drei Videos des sehr britischen (die Zähne!) und sehr begabten Ricky Gervais (“The Office” für die, die ihn noch nicht kennen), der sich aber auch haargenau dieser drei Themen annimmt: Atheismus, schwule Tiere, Klimawandel.
Alles was man gerne sagen möchte, hat bestimmt jemand anderes schon mal besser gesagt. Und wenn ich in einem Satz sagen müsste, warum ich Atheist bin, dann wäre es dieser von Ricky Gervais:

“If there is a god why did he make me an atheist?” – Have Fun.


Video 1: Ricky zum Atheismus.

Video 2: Ricky zu schwulen Tieren



Video 3
: Ricky zur globalen Erwärmung und dem überleben der Eskimos (sorry Inuits)

Für Hardcore Gervais Fans hier noch einen Nachschlag, ein nicht jugendfreier und recht expliziter Beitrag, der sich mit den ersten Aufklärungsbroschüren zum Thema HIV beschäftigt.

Kommentare (9)

  1. #1 Christian
    Januar 20, 2011

    Homosexualität scheint nach den vorherrschenden biologischen Erklärungen ein Nebenprodukt der Geschlechterherausbildung zu sein. Die sexuelle Identität wird pränatal fest “verdrahtet”, wenn eine bestimmte Testosteronmenge zu einem bestimmten Zeitpunkt beim Fötus vorhanden ist (dann steht der Mensch auf Frauen) oder eben nicht vorhanden ist (dann steht der Mensch auf Männer).

    Die Ursachen für das Ausbleiben oder Eintreten der passenden Testosteronmenge können vielfältig sein, insbesondere da ein Teil des Testosterons auch über die Mutter zur Verfügung gestellt wird, so dass sich auch Faktoren bei dieser auswirken können.
    Hinweise sind hier insbesondere die Digit Ratio, die ebenfalls mit dem pränatelen Testosteron im Zusammenhang steht und verschiedene Genabweichungen, die das Testosteron (oder deren Erkennbarkeit im Körper) beeinflussen.

    Homosexualität als “Sackgasse der jeweiligen Gene” (Wertneutral gemeint) könnte dennoch über Verwandtenselektion Vorteile bieten. Homosexuelle scheinen im Schnitt mehr Geschwister zu haben, die dann auch wiederum im Schnitt mehr Kinder haben. Vielleicht gleicht dies die “Nachteile” (genetisch) bei den Söhnen wieder aus. Auch für die mitochondriale DNA, die ja nur seitens der weiblichen Nachkommen weitergegeben wird, könnten schwule Söhne aus genetischer Sicht egal sein.

  2. #2 Georg Hoffmann
    Januar 20, 2011

    @Christian
    Ja. Das waren auch wesentliche Punkte, die bei der Diskussion bei Florian auch herauskamen.
    Hier ein dort bereits gepostetes Review Paper mit weiteren Ideen.
    http://www.flexiblephenotype.org/Bailey%20and%20Zuk%202009%20Same%20sex%20behaviour.pdf

  3. #3 Tobias
    Januar 20, 2011
  4. #4 Tobias
    Januar 20, 2011
  5. #5 Zweite Meinung
    Januar 21, 2011

    Ich finde es etwas erstaunlich, dass soweit ich gesehen habe in über 500 Kommentaren niemand darauf gekommen ist, und Ihre Frau offenbar auch nicht obwohl sie Biologin ist, aber es ist möglich und im Fall von Homosexualität auch nicht ganz unwahrscheinlich, dass die homosexuelle Neigung das Nebenprodukt einer genetischen Veranlagung ist, die eben nur manchmal auftritt. Solange es netto einen Vorteil bietet, würde sich eine solche Veranlagung halten. Der Vorteil dieser Veranlagung muss auch nicht zwingend im Gehirn liegen.

  6. #6 Georg Hoffmann
    Januar 22, 2011

    @Zweite Meinung
    Da haben Sie aber nicht gut hingelesen. Das mit den kompensierende Vorteilen (etwa durch fruchtbarere Schwestern) wurde mehrmals in der Diskussion erwaehnt.
    Meine Frau meint ohnehin, dass wir hier alle spinnen und unsere Zeit vergeuden.

  7. #7 Zweite Meinung
    Januar 22, 2011

    Erstens hat Ihre Frau natürlich Recht, die meisten der Dinge die dort über Homosexualität und Vererbung diskutiert wurden kann man nachlesen. Und Sie haben ebenfalls Recht, dass der Punkt erwähnt wurde, allerdings schienen Sie nicht sonderlich überzeugt davon zu sein. Mich verwundert auch eher welche naiven Vorstellungen über die Biologie in der Diskussion vertreten wurden.

    Angefangen von den der Vorstellung, dass nachteilige Veranlagungen innerhalb einer Generation verschwinden (ist natürlich nicht so, leicht nachteilige Veranlagungen können sich über lange Zeit in einer Population halten) über die Vorstellung es gäbe ein Schwulen-Gen (sehr naiv, die meisten Merkmale werden durch eine Reihe von Genen verursacht) bis hin zu, der Vorstellung ein Gen würde genau ein Merkmal beeinflussen (auch Recht naiv, kann bei der geringen Zahl an Genen kaum funktionieren).

    Ich frage mich halt, ob Leute, wenn sie mit solchen Vorstellungen in eine Diskussion mit einem Kreationisten einsteigen, eine Chance haben.

  8. #8 Jörg Friedrich
    Januar 25, 2011

    Georg Hoffmann, Sie haben eine sehr kluge Frau, herzlichen Glückwunsch. Bei Gelegenheit sollte mal jemand darüber bloggen, warum wir nie auf unsere klugen Frauen hören. Vielleicht sieht sie das Thema Bloggen aber auch ähnlich gelassen wie diese Dame die Vorlieben ihres Mannes sieht.

  9. #9 threepoints...
    Januar 26, 2011

    Alles genetisch ….?

    Wer daran glaubt, der bildet sich was ein. Wen wir Menschen (und wohl auch Tiere natürlich) mögen, welchen wir unsere Zuneigen geben werden oder welchen wir Abneigung entgegen bringen oder gar hassen, das hängt hauptsächlich von Hormonen und dessen unterschiedliche aktivität ab.
    Das eine genetische Information eine grundlage herstellt, ist unbestritten anzuerkennen – irgendwas braucht es schon zur Menschwerdung (oder eben etwas anderes…).

    Ich bin sicher, dass die Psychiatrie heute kein Problem darin erkennen kann, einem Menschen und seine sexuelle präferenz zu beeinflussen, dass er sich dem anderen Geschlecht zuwendet. Der Begriff und die bewusste Eintellung “Homosexuel” ist eine kognitive verarbeitung aufgrund der Interpretation der symptomatischen Gefühlslage eines im Körper herrschenden biochemischen Zustandes – “ungleichgewichts” (wenn man es so sehen will). Möglicherweise ist das Bewusstsein – wenn seine biochemische Zusammensetzung nicht zu der einer Frau passt, nur dazu zu bringen, seine Einbildungskraft darauf abzustimmen – sprich sich eine neue Vision von sexualität zu basteln.
    Das EIN Gen nun dafür zuständig sein wird, kann getrost ausgelacht werden.

    Unterm Strich ist Homosexualität aufgrund einer andauernden folterartigen körperverletzung verursacht worden. Und ist in einem gewissen Sinne gesellschaftlich erwünscht – wovon sich aber niemand eine Vorstellung machen will. Weshalb man lieber (naiverweise) von “angebohrener” Homosexualität spricht…. Also genetisch determinierter Präferenz….
    Meine Herren…!? lasst euch nichts erzählen. Und die Damen erklären natürlich alles für unrelevant, solange sie ihr persönliches Leben insofern ungestört und unbeeindruckt – also im weitesten Sinne “versorgt” leben können. Also einen Mann geehelicht haben, der daran teilnimmt und mitarbeitet.

    “Meine Frau meint ohnehin, dass wir hier alle spinnen und unsere Zeit vergeuden.”

    -> dieser Satz spricht Bände…. über Gleichgültigkeit, solange eben alles fein ist im Leben. Blos keine schlafenden Monster wecken…hat man doch auch ohne reichlich davon “zuhaus” und sonstwo im Alltag.

    Was aber ist mit weiblicher Homosexualität? Na genauso….

    Ach so,… eine kluge Frau wird daran erkannt, dass sie mit einer demonstrativen Verachtung eines Lebensbeeindruckenden Themas Aufmerksamkeit erregt? Wenn es dass wäre, was den Menschen hat zur Zivilisation gebracht und entwickelt hat lassen, …. dann kann das Leben ja nicht so schwer sein….