Zurecht werden viele fragen, wie ich bei diesem Titel von Greenawayschen Ausmaszen da wohl die Kurve kriegen werde. Keine Sorge.

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Bild 1: Europäische Abhängigkeiten Teil I. “Wir kaufen nicht beim Spanier” und 70.000 Arbeitslose in Almeria.

Fangen wir also mal bei der Gurke an. Hier in Spanien tobt gerade die Presse zum Thema Alemania und der Crisis de Pepino, der Gurkenkrise. Vor ca. einer Woche hatte ein Lebensmittellabor in Hamburg den vermeintlichen Erreger E. coli auf ein paar spanischen Gurken ausgemacht und die Hamburger Gesundheitssenatorin mit dem für Lebensmittelkontrollen geradezu geschaffenen Namen Cornelia Prüfer-Storcks spurtete direkt vom Labor zur Pressekonferenz und wiess mit gestrecktem Finger gen Süden: Tua culpa, spanische Gurke. Und weil man gerade schon mal beim Schuldzuweisen war, lies man in Hamburg auch noch die Namen der produzierenden Betriebe durchsickern: Fructicola aus Almeria und Frunet aus Malaga. Der Deutsche hat ja bekanntlich grosze Freude und auch, kann man leicht boshaft sagen, 1000 jährige Übung mit Kaufboykotts gegen ausländische Produkte und so wurde dann mit der Gurke gleich der gesamte spanische Lebensmittelimport in Kollektivhaft genommen. “Wir kaufen nicht beim Spanier”. El Mundo spricht von Verlusten im 100 Millionen Euronen Bereich und ca 70.000 bedrohten Arbeitsplätzen. Heute stellte ein ausführlicher Bericht dann auch den Lebenslauf der Hamburger Gesundheitssenatorin vor: La politica novata que acuso sin pruebas. Die Politanfängerin, die ohne Beweise beschuldigt.

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Bild 2: Europäische Abhängigkeiten Teil II. Die Hamburger Gesundheitsministerin macht nie wieder Urlaub an der Costa del Sol.

Nachdem die Gurke aus Almeria jetzt per DNA Analyse aus der Todeszelle als völlig unschuldig entlassen wurde, bleiben hauptsächlich 4 Lehren und Konsequenzen: 1) Man weiss überhaupt nicht, wo der EHEC Erreger herkommt und die Suche geht weiter. 2) Ein beachtlicher ökonomischer Schaden in der spanischen Landwirtschaft mit insbesondere zwei Betrieben kurz vor dem Ruin. 3) Frau Prüfer-Storcks wird nie wieder Urlaub am Strand zwischen Costa Brava und Costa del Sol machen können. 4) Eine kleine Entscheidung in Norddeutschland kostet womöglich tausenden den Job in Südspanien.

Zum Zwecke meines Artikels möchte ich besonders auf auf Punkt 4 hinaus. Wir leben in Europa unglaublich vernetzt und die wirtschaftlichen und organisatorischen Bande zwischen, sagen wir, Deutschland und Spanien, sind wohl enger als die zwischen beispielsweise Californien und Alabama, wobei letztere doch einer Nation angehören.
Dieser Umstand hatte auch vor einigen Tagen die deutsche Kanzlerin angetrieben, die südländische Arbeitsmoral auf den Prüfstand zu schicken. Wer denn, so meinte Sie anlässlich der Schuldenkrise, vom deutschen Steuerzahler Unterstützung wolle, der müsse sich auch so anstrengen wie der Deutsche und wiess auf die Arbeitszeitregelungen in Portugal, Spanien und Grechenland.

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Bild 4: Europäische Abhängigkeiten Teil III. Dem Spaniern deutsche Arbeitsmoral vorleben. Hier im Strandidyll in Benidorm.

Nun arbeitet der Spanier zwar eindeutig mehr pro Jahr als der Deutsche und was auch immer da an Problemen zwischen Deutschland und Spanien zu regeln ist, an der spanischen Arbeitszeit wird’s nicht liegen. Der entscheidende Punkt aber auch hier: die deutsche Kanzlerin kommentiert die Zahl der Feiertage in einem anderen EU-Land, da man ja in einer gemeinsamen Währungs- und Wirtschaftszone lebe und halt solche Dinge irgendwie harmonisiert gehörten. Ok, good point. Zwei Beispiele also, bei denen klar wird, wie sehr Europa mittlerweile zusammengehört, bis hin zu solch einem Pillepalle wie der Gurkenproduktion und der Feiertagsregelung.

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Bild 4: Europäische Abhängigkeiten Teil IV. Energiepolitik, das mache mer besser alleine. Wir sind doch nicht blöd. Nur die anderen, halt.

So und jetzt kommt also der angekündigte grosze Bogen. Mit welchem Recht kann die deutsche Regierung eigentlich mal eben so den Atomaustieg proklamieren ohne ein Minimum an Koordination mit dem europäischen Nachbarn auch nur anzustreben. Jetzt geht es mal nicht darum, dass eine Hamburger Senatorin ein paar spanische Betriebe ruiniert oder die Kanzlerin den Südeuropäern erklärt, was sie am Pfingstmontag zu tun haben, sondern um eine ganz essentielle, ja strategische Entscheidung auf einem der wichtigsten Themenfeldern überhaupt: der Energieproduktion. Es geht darum, wie die europäischen Stromnetze ausgelegt werden, wie Risiko verteilt wird und wie (erinnert sich noch jemand?) die europäischen Emissionsziele erreicht werden sollen. Auf all das ist geschissen und in einer den eigenen Autismus geradezu verherrlichenden Art und Weise teilt Deutschland dem Rest Europas nur mit, dass es eine Vorbildrolle beim Atomausstieg einnehmen wolle. Das bedeutet ja wohl, dass alle anderen dem deutschen Vorbild folgen sollen. Und was, wenn die nun gar nicht folgen wollen?

PS Ich gehe mal davon aus, dass, insbesondere solange die neuen Kohlekraftwerke, die die Kernkraft ersetzen sollen, noch nicht fertig sind, auch weiterhin eifrig tschechischer und französischer Atomstrom nach Deutschland importiert wird. Scheinheiligkeit wird zur Staatsraison.

PPS Wir wissen noch nicht, wie die EHEC Geschichte ausgeht. Ich will aber mal meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass man erstens schnell rausfindet, wo der Erreger herkommt und dass zweitens am Ende eine deutsche Kartoffelsorte namens Bertha oder so Schuld ist.

Kommentare (57)

  1. #1 Mario
    Juni 1, 2011

    Sollte man nicht davon ausgehen, dass die AKW-Betreiber das sofort publik machen würden, wenn wir durch die abgeschalteten AKWs mehr als üblich auf ausländischen Atomstrom angewiesen wären? Schließlich würde man damit die jahrzehntelange Lamentiererei von der Unverzichtbarkeit der AKWs stützen.
    Da dies nicht getan wird (sollte ich mich irren, bitte ich um Quellen), gehe ich davon aus, dass eben nicht in vermehrtem Maß ausländischer Atomstrom eingekauft wird. Momentan sind nur noch 5 am Netz, und ich habe noch keinen Stromausfall erlebt. Irgendwelche abweichenden Erfahrungen?

  2. #2 Klaus
    Juni 1, 2011

    “Und was, wenn die nun gar nicht folgen wollen?”
    Dann tun wir genau das, was wir schon immer getan haben,
    Wir reisen dann eben wieder in Kettenfahrzeugen in den Urlaub! Ab 5Uhr45 wird dann zurück geschossen.
    Die ganze Verlogenheit zeigt sich an der “Gurkenkrise” oder bei Aldi an der Kasse wenn s den neuen PC gibt!

  3. #3 Georg Hoffmann
    Juni 1, 2011

    @Mario
    Nun, ich sprach ja eher von der generellen Haltung so ein Thema zur nationalen Entscheidung zu machen, welches den europäischen Partnern als Vorbild vorgesetzt wird. Ich glaube, es ist unumstritten, dass Deutschland auch frz und tschechischen Atomstrom importiert. Hier wird behauptet, dass dies zunehmend passiert http://www.strom-magazin.de/strommarkt/warum-derzeit-franzoesischer-atomstrom-importiert-wird_30226.html, ich bin aber bei diesen “Verbandszeitschriften” eher vorsichtig. Immerhin geben sie ein paar Zitate an.

  4. #4 Redfox
    Juni 1, 2011

    Zu Bild 4:

    Der Essener Energiekonzern RWE holt zum großen PR-Gegenschlag aus. Am kommenden Freitag werden alle Auszubildenden des Konzerns freigestellt, um zu einer Pro-Atom-Demo nach Biblis zu fahren. “Alle Azubis sind aufgerufen, in Biblis mitzumachen”, heißt es im Aufruf der RWE-Auszubildendenvertretung, angesiedelt beim Personalvorstand in Essen.

    “Der Konzern hat die Auszubildenden freigestellt, damit sie zur Demo fahren, nicht damit sie blaumachen”, erklärt (ein Mitarbeiter) gegenüber der taz. Es gebe eine klare Order. Der Konzern habe zudem Busse gechartert, damit von jeder einzelnen RWE-Tochter die Azubis auch tatsächlich in Biblis ankommen.

    Fehlen nur noch die Blauen Hemden und die FDJ-Methodik ist komplett.

  5. #5 Logiker
    Juni 1, 2011

    insgesamt etwas konfus, aber okay….

    Bis auf Punkt 4: Wen interessiert es, was die Nachbarn machen, solange wir autark sind?

    Ebent:::: NICHTS!!!!

  6. #6 Georg Hoffmann
    Juni 1, 2011

    @redfox
    “Fehlen nur noch die Blauen Hemden und die FDJ-Methodik ist komplett.”
    Wohl wahr.Noch beeindruckender waeren aber sicher weisse Schutzanzuege.

    Wobei ich mich immer gefragt habe, warum es eigentlich nie Demos pro Atom gegeben hat. Es wird doch zu allem moeglichen demonstriert. Warum fuehlt sich das nun gerade so besonders schlecht an. So als ob man zur genetischen Verstuemmelung von Kleinkindern aufriefe?

  7. #7 pseudonymus
    Juni 1, 2011

    So ganz unschuldig sind die spanischen Gurken nicht, immerhin waren EHEC Erreger drauf und sie sind wahrscheinlich auch in Spanien darauf gelangt.
    http://www.stern.de/gesundheit/ehec-infektionen-gurken-frage-entfacht-streit-mit-spanien-1689485.html

    Hätte man wirklich die Info zurückhalten sollen, bis der EHEC-Typ genau verglichen war? Ich weiß es nicht, aber jedenfalls sehe ich kein klares “Nein”.

    Um den Bogen zur Atomenergie zu schlagen: Ist nicht für die europäischen Emissionsziele entscheidend, dass Deutschland sein Soll, egal wie, erfüllt?

    Dass die Kanzlerin jetzt auf Kohle und Gas setzt, finde ich trotzdem ziemlich übel, damit erschwert sie langfristig ambitioniertere Ziele. Aber inwieweit Strom importiert wird oder Absprache bei den europäischen Trassen erforderlich wäre: Da hätte ich schon gern genauere Belege, ehe ich nationale Alleingänge verdamme.

  8. #8 Belzer
    Juni 1, 2011

    Die Vorgehensweise der Hamburger Gesundheitssenatorin war schon richtig, auch wenn sie sich im nachhinein als falsche Schuldzuweisung erwies.

    Entero-hämolytische Escherichia coli Bakterien (EHEC-Bakterien) sind eine bestimmte Variante von Escherichia coli Bakterien, die den Großteil der menschlichen und tierischen Darmbakterien stellen. Wenn Darmbakterien auf Gurken nachweisbar sind, spricht dies für irgendeine Art von Verunreinigung. Darmbakterien haben jedenfalls nichts auf Gemüse zu suchen.

    Dass es sich im nachhinein um den falschen Erregerstamm handelte, kann man der Gesundheitssenatorin nicht vorwerfen, da solche speziellen Tests länger dauern, während man E. coli Bakterien schon nach Färbung unter dem Mikroskop erkennen kann. Im Interesse der Volksgesundheit ist eine voreilige Warnung jedenfalls besser als keine oder eine spätere Warnung. Schließlich handelt es sich um eine potentiell tödliche Erkrankung (Nierenversagen).

  9. #9 michael
    Juni 1, 2011

    @Georg
    > Wobei ich mich immer gefragt habe, warum es eigentlich nie Demos pro Atom gegeben hat.

    Wobei ich mich frag, woher Du das wissen willst ? z.b:

    http://www.kernenergie.de/kernenergie/Presse/Pressemitteilungen/items/1999-03-09_Demonstration_in_Bonn_Pro_Kernenergie.php

  10. #10 michael
    Juni 1, 2011

    @Georg
    > Wobei ich mich immer gefragt habe, warum es eigentlich nie Demos pro Atom gegeben hat.

    Wobei ich mich frag, woher Du das wissen willst ? z.b:

    http://www.kernenergie.de/kernenergie/Presse/Pressemitteilungen/items/1999-03-09_Demonstration_in_Bonn_Pro_Kernenergie.php

  11. #11 Georg Hoffmann
    Juni 1, 2011

    @pseudonym
    “Hätte man wirklich die Info zurückhalten sollen, bis der EHEC-Typ genau verglichen war? Ich weiß es nicht, aber jedenfalls sehe ich kein klares “Nein”.”
    Ich auch nicht. Allerdings dann absolut alle Produkte aus einem Land zu verdaechtigen ist schon sehr eigenartig.

    @belzer
    “Wenn Darmbakterien auf Gurken nachweisbar sind, spricht dies für irgendeine Art von Verunreinigung. Darmbakterien haben jedenfalls nichts auf Gemüse zu suchen.”

    Ich habe hier Bilder der betroffenen Betriebe gesehen und wie das mit den heutigen modernen Agrarbetrieben so ist, kann man sich da eigentlich ga nicht mehr vorstellen, was die mit Kuhdung wohl anstellen sollten. Die Gewaechshaeuser sehen aus wie Labors und auch die Tradition mit dem “natuerlichen” Duengen existiert in Andalusien ueberhaupt nicht.

  12. #12 Georg Hoffmann
    Juni 1, 2011

    @michael
    “Wobei ich mich frag, woher Du das wissen willst ? z.b:”
    Ich versuchs nochmal

    “Wobei ich mich immer gefragt habe, warum es eigentlich nie grosze Demos pro Atom gegeben hat. ” Stimmt das wohl?

  13. #13 Bleyfuß
    Juni 1, 2011

    G.H.
    Woher stammt eigentlich der Spruch, dass D. eine Vorreiterrolle beim Atomausstieg einnehmen will? Diese Vorbildfunktion wird gerne für den Ausbau von EE reklamiert, aber beim Atomausstieg für EE ist er mir bisher nicht begegnet. Hierbei trifft D. eine schwere Entscheidung, die Souveränität der Energieversorgung der Nachbar ist davon in keiner Weise bedroht, gell?

  14. #14 Georg Hoffmann
    Juni 1, 2011

    @Bleyfusz
    “Woher stammt eigentlich der Spruch, dass D. eine Vorreiterrolle beim Atomausstieg einnehmen will?”

    Schwer zu sagen. Man findet es aber reichlich:
    http://www.google.es/search?q=vorbild+deutschland+Atomausstieg&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:en-US:official&client=firefox-a

    Nein, die Souveraenitaet ist davon nicht betroffen. Gemeinsame Absprachen koennten davon betroffen sein (Emissionen) und sicher haette es auch irgendwie ein Geschmaeckle, wenn man bei sich Atomstrom abschaltet und ihn von den anderen einfuehren wuerde.

  15. #15 Andrea N.D.
    Juni 1, 2011

    @georg:
    “Nun arbeitet der Spanier zwar eindeutig mehr pro Jahr als der Deutsche und was auch immer da an Problemen zwischen Deutschland und Spanien zu regeln ist, an der spanischen Arbeitszeit wird’s nicht liegen.”

    Gibt es dafür Studien, die nicht nur Urlaubs-/Feiertagszeiten und Wochenstundenarbeitszeit vergleichen, sondern auch Produktivität, Arbeitsverhalten etc.? Ich halte es generell für problematisch bei verschiedenen Kulturkreisen zu behaupten: Die Deutschen arbeiten mehr, die Griechen weniger, oder wie Du: “Der Spanier arbeitet eindeutig mehr pro Jahr als der Deutsche”. Vielleicht wurde auch der weibliche Anteil nicht berücksichtigt?

  16. #16 Quixottel
    Juni 1, 2011

    hi georg,
    ich finde die Themen die du gern (manchmal auch weit hergeholt, aber unterwegs gut verständlich verknüpft) ansprichst ziemlich interessant, nur bist auch du manchmal ein bisschen zu … vage. Es gibt nur eine Aussage aber keine echten Belege, bzw. greifst du auf das Hintergrundwissen zurück, das man vielleicht per Newsletterwiederkäuen erlangen kann, aber manchmal einfach nicht hat – und deshalb sich ein bisschen unterinformiert fühlt.
    Schlagwörter sind schon ein guter Anhaltspunkt, aber wenns dabei bleibt, verpufft die Wirkung für mich zu schnell…

    Wo gibts denn noch ein paar Hinweise zur zukünftigen Energiepolitik? (Atomstromimport/ Emissionsrichtlinien erfüllen) ….
    Wie gefährdet sind die Betriebe wirklich?! Setzt Spanien denn alles in Deutschland um? Wie international konnte Frau Storck denn mit ihrer Behauptung aufschlagen?! Ich meine, hat sich nur deutscher Import von Spanien gesenkt oder auch noch der anderer europäischer Länder?!
    Solche Kleinigkeiten eben, damit es nicht nur ein Text zum Bildpunktesammeln ist, sondern auch zum Dimensionverstehen.
    thx
    Quixottel

  17. #17 pseudonymus
    Juni 1, 2011

    @Georg:
    Hier die vermutlich erste Pressemitteilung aus Hamburg. Sieht für mich nicht nach einem Pauschalverdacht spanischer Gemüseprodukte aus:
    http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/2916018/2011-05-26-bgv-salatgurken-ehec.html

    Wie auch immer, viele Verbraucher haben daraus wohl einen Pauschalverdacht gemacht. Will man es ihnen verübeln? Ich halte das Risiko für sehr gering, trotzdem meide ich zur Zeit Gurken (egal woher). Denn das hat praktisch keinen Nachteil für mich und ich bin auf der sicheren Seite. Das ist doof für die europäischen Gemüsebauern, und ich halte Hilfsleistungen (z.B. Kredite) für in Not geratene, ansonsten gesunde Betriebe für angebracht.

    Europa ist vernetzt. Soweit nationale Entscheidungen nationale Auswirkungen haben (nationale Emissionsziele werden trotz Atomausstieg eingehalten) sollte man auch national entscheiden. Bei transnationalen Auswirkungen und dringenden Entscheidungen (Gurken) muss man halt notfalls auch national entscheiden und eben notfalls hinterher sich gegenseitig helfen (Stützung gesunder Gemüsebaubetriebe).

    Rants jeder Art (faule Griechen, dreckiges spanisches Gemüse, angstgetriebene Deutsche) versauen das Familienklima und sind blöd.

  18. #18 Klaus
    Juni 1, 2011

    “Die Deutschen arbeiten mehr, die Griechen weniger, oder wie Du: “Der Spanier arbeitet eindeutig mehr pro Jahr als der Deutsche”. Vielleicht wurde auch der weibliche Anteil nicht berücksichtigt?”

    Entscheidend sind die Lohnstückkosten! Aber bei der “Eurokrise – Finanzkrise” geht es um ganz andere Dinge!

  19. #19 michael
    Juni 1, 2011

    @Georg
    > “Wobei ich mich immer gefragt habe, warum es eigentlich nie grosze Demos pro Atom gegeben hat. ” Stimmt das wohl?

    Das ist schwieriger. Wieviele Teilnehmer müßen es denn mindestens sein, damit Du die Demo als große Demo ansiehst.

    I

  20. #20 axel
    Juni 1, 2011

    Es gibt eine Parallele zwischen Gurke und Klimawandel, und zwar, was den Umgang mit Unsicherheiten angeht. Da gibt es z.B. manche Skeptiker, die Klimapolitik kategorisch ablehnen, solange nicht alle Unsicherheiten geklärt sind.

    Übertragen auf die Gurke stellt sich die Frage, wer gibt seinen Kindern Gurke etc. ungeklärter Herkunft zu essen, solange die Ursache von EHEC nicht geklärt ist?

    PS:
    Auch norddeutsche Bauern konnten schon ihre Salate unterpflügen, es war kein alleiniger Boykott spanischer Produkte.

  21. #21 Georg Hoffmann
    Juni 1, 2011

    @michael

    Hmm; 30.000?

    @axel
    “Es gibt eine Parallele zwischen Gurke und Klimawandel, und zwar, was
    den Umgang mit Unsicherheiten angeht. Da gibt es z.B. manche Skeptiker,
    die Klimapolitik kategorisch ablehnen, solange nicht alle
    Unsicherheiten geklärt sind.”

    Durch die Gurke die Welt erkennen. Aber ich stimme schon zu. Bei der Gurkenwarnung gibt es aber klare Verlierer, waehrend die meisten Maswnahmen zur Emissionsreduzierung eher Doppelwinn Situationen schaffen.

  22. #22 pseudonymus
    Juni 1, 2011

    Habe mal nach einer aktuelleren Quelle zu Stromim-/exporten gegoogelt, Georgs Quelle war ja noch vom April.

    Es gibt anscheinend schon netto einen deutlichen Anstieg der Stromimporte.
    http://thiemonagel.de/2011/05/moratorium-strom-import/
    Den Vorwurf der Scheinheiligkeit würde ich aber erst gelten lassen, wenn das langfristig so bleibt.

    Zum Emissionsziel: Der Ausstieg kann zu einer höheren Nachfrage nach Emissionszertifikaten führen und damit in Europa den Preis erhöhen. Das scheint aber in der Realität kaum der Fall zu sein:
    http://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/06_Hintergrundinformationen/2011_05_Zeitgespraeche_Atomausstieg.pdf?__blob=publicationFile

  23. #23 michael
    Juni 1, 2011

    @georg

    mach Dich http://www.netzwerk-regenbogen.d/sozwit101013.html
    das glücklich ?

    Ansonsten hier Deine GroßDemo ! :

    … gewollten Ausstieg aus der Kernenergie (…) rund 40.000 Arbeitsplätze verloren“ gehen würden. 11 Begleitet von einer
    mit Falschbehauptungen unterfütterten Anti-Besteuerungs-Kampagne der Energiekonzernvorstände hauptsächlich
    gegen Finanzminister Lafontaine, kam es parallel zu den „in angespannter Stimmung“ stattfindenden zweiten
    Energiekonsensgespräch zwischen Bundeskanzler Schröder und den Vorstandsvorsitzenden der großen
    Energieversorger Viag, RWE, Veba und Energie Baden-Württemberg am Dienstag, den 9. März 1999 zu einer 9. März 1999 zu einer zentralen Demonstration von 35.000 Beschäftigte aus der Atomenergiewirtschaft in Bonn.

    Aus http://www.labournet.de/branchen/bergbau/mohr1.pdf

  24. #24 KommentarAbo
    Juni 1, 2011

  25. #25 just me
    Juni 1, 2011

    @Georg

    vergisst du nicht irgendwas? Es ist seit 10, in Worten ZEHN, Jahren bekannt, dass Deutschland aus der Kernkraft aussteigen will. Dieses wurde erst durch eine dummspackige, verlogene Regierung (da Union/FDP innerhalb eines Jahre genau gegensätzliche Aussagen trifft, müssen sie einmal gelogen haben) geändert und nun wieder geändert und durch einen dümmeren Plan ersetzt.

    Als seit 10 Jahren weiß Europa, die Welt, ja, alle, dass Deutschland aussteigen will. Wie kannst du da sagen, es käme überraschend? Weil es vorher nur von den dummen Grünen und Sozis beschlossen wurde und alle, zunächst zurecht, davon ausgingen, dass Union/FDP korrupt genug sind (die Verlängerung wurde im Hinterstübchen beschlossen… bah), um das zu ändern?

    PS: hab spanische Tomaten gekauft und gegessen, alles noch okay :) lecker

  26. #26 Georg Hoffmann
    Juni 1, 2011

    @just me
    “vergisst du nicht irgendwas? Es ist seit 10, in Worten ZEHN, Jahren bekannt, dass Deutschland aus der Kernkraft aussteigen will.”
    Point taken.
    Es bleibt trotzdem das Gefuehl, ueberstuerzten Handelns und eines Alleingangs. Aber Gefuehle sind ja nicht so ganz objektiv.

  27. #27 Hans Brandl
    Juni 1, 2011

    @Mario· 01.06.11 · 14:00 Uhr

    Sollte man nicht davon ausgehen, dass die AKW-Betreiber das sofort publik machen würden, wenn wir durch die abgeschalteten AKWs mehr als üblich auf ausländischen Atomstrom angewiesen wären? Schließlich würde man damit die jahrzehntelange Lamentiererei von der Unverzichtbarkeit der AKWs stützen.
    Da dies nicht getan wird (sollte ich mich irren, bitte ich um Quellen), gehe ich davon aus, dass eben nicht in vermehrtem Maß ausländischer Atomstrom eingekauft wird. Momentan sind nur noch 5 am Netz, und ich habe noch keinen Stromausfall erlebt. Irgendwelche abweichenden Erfahrungen?

    Man sollte davon ausgehen können, dass verständige Menschen nicht alles glauben was in den Anti-Atom Medien und einschlägigen Pressure-groups zu finden ist, sondern sich selbst informieren. Auch hier gilt “Google ist dein Freund” . Auf der Webseite der entsoe.net findet sich 15 min genau je nach aktuellem Bedarf der Stromfluss über die Grenzen (und damit der Stromimport der KKW aus Frankreich, Tschechien (die ganz bösen aus Temelin) und sogar Schweden ) etwa +- 3 GW .
    Und Sie haben natürlich recht, dass Sie keinen Stromausfall erlebten und wohl auch noch nicht so schnell erleben werden solange jetzt keine besondere Verbrauchssituation entsteht (Der Engpass tritt dafür ganz sicher im Winter auf ). Die Netzbetreiber haben vorgesorgt und von den Stromerzeugern die bewährten alten, umweltfreundlichen fossilen Kraftwerke entmotten lassen. Auf der Seite der Strombörse (www.eex.com/de ) finden Sie unter Transparency die aktuellen Einspeisewerte der EEG und konventionellen Kraftwerke . Sie werden in ihrer Obrigkeitsgläubigkeit vielleicht erstaunt sein wie wenig Windstrom zur Zeit der aktuellen Flaute (das ist die Phase in der nur ganz wenig Wind weht, die Windräder meist im Leerlauf drehen und da die Effizienz einer WKA von der dritten Potenz der Windgeschwindigkeite abhängt, entgegen grüner Propaganda, aber in Übereinstimmung mit der Physik, kaum Strom produzieren) . Und Sie können feststellen, dass schon lange nicht mehr soviel Braun- und Steinkohlekraftwerke wie jetzt im Betrieb sind.

    Natürlich sind die KKW durch fossile Kraftwerke ersetzbar, (im Winter gibt es eben dann evtl. rollierende Stromsperren wie jetzt in Japan ) wir sind ja auch Weltmeister in der CO2 -Heuchelei ! Das vielzitierte Kyoto-Protokoll haben wir bereits mit dem KKW-Moratorium und dem Ersatz durch fossile KW gerissen , wir werden in Europa den ersten Platz der CO2-Emission der Gesamtmenge nach und der pro Kopf Emission erreichen aber an unseren guten Ratschlägen und peinlicher Besserwisserei soll die Welt genesen.

    Und solange es einfältige Bürger gibt, die den deutschen Medien allen Blödsinn abnehmen muss sich hier auch keiner mit der Realität auseinandersetzen.

    Wir werden sicher noch lange mit dem KKW-Ausstieg brauchen, aber wir haben immerhin jetzt schon den Ausstieg aus der CO2-Hysterie geschafft (CO2 ist jetzt plötzlich kein Thema mehr) und vor allem auch aus der internationalen Glaubwürdigkeit!

  28. #28 energietechniker
    Juni 1, 2011

    “Durch die Gurke die Welt erkennen. Aber ich stimme schon zu. Bei der Gurkenwarnung gibt es aber klare Verlierer, waehrend die meisten Maswnahmen zur Emissionsreduzierung eher Doppelwinn Situationen schaffen.”

    doppelgewinn? wo?? welche massnahmen???

  29. #29 Georg Hoffmann
    Juni 1, 2011

    @energietechniker

    “doppelgewinn? wo?? welche massnahmen???”

    Ab 4 Fragezeichen ist pathologisch. Obacht.
    Energiesparen. Man spart Geld UND man stoesst kein CO2 aus UND man schont Ressourcen UND man macht sich weniger abhaengig von einigen Rohstoflieferanten, die man am besten nichtmals kennen wuerde. Quadruplewinn.

  30. #30 Grundumsatz
    Juni 1, 2011

    Es ist seit 10, in Worten ZEHN, Jahren bekannt, dass Deutschland aus der Kernkraft aussteigen will.

    Deutlich länger. Selbst die schnöselige FDP hat Mitte der 90er von einer Brückentechnologie gesprochen. Und für Rot-Grün war das 1998 eines der zentralen Themen. Dass jetzt irgendein europäischer Nachbar vom Ausstieg überrascht wird, ist Blödsinn.

    Und was die Gurkenspanier angeht; die haben uns 2010 den WM-Titel geklaut. Daher sind die Gurken-Sanktionen absolut gerechtfertigt.

  31. #31 energietechniker
    Juni 1, 2011

    Energiesparen. Man spart Geld UND man stoesst kein CO2 aus UND man schont Ressourcen UND man macht sich weniger abhaengig von einigen Rohstoflieferanten, die man am besten nichtmals kennen wuerde.

    Geldsparen durch energiesparen: naja, wenn sie sich einschränken ok, wenn sie dämmen neues auto kaufen, etc wirds schon zweifelhaft

    CO2: interessiert kein mensch (ausser die ökosozialisten), und selbst dem klima ist das völlig wurscht

    Ressourcenschonung: glauben sie die gehen aus? sie sind wohl ein relikt des club of rome?

    zweifelhafte lieferanten: klar! diktaturen werden zu musterdemokratien wenn mann von denen einfach nichts mehr kauft

    und jetzt schaun sie sich doch mal erneuerbare energien an die als emmisionsmindernd verkauft werden.

  32. #32 WeiterGen
    Juni 2, 2011

    CON EL VERANO Y EL SOL
    HAZ UNA VIDA SANA
    COME PEPINO ESPAÑOL
    Y DEJA LA SALCHICHA ALEMANA

  33. #33 zockerjoe
    Juni 2, 2011

    @energietechniker
    “Ressourcenschonung: glauben sie die gehen aus? sie sind wohl ein relikt des club of rome?”
    Äh, ist das jetzt ironisch gemeint? Sind die Ressourcen also unerschöpflich?

  34. #34 Matthias Nispel
    Juni 2, 2011

    @zockerjoe: Doch, das ist ernst gemeint, das nennt man `cornucopialism`, und das korreliert hervorragend mit Zugehörigkeit zu irgendeiner evangelikalen kkkristlichen Sekte…
    HTH

  35. #35 Matthias Nispel
    Juni 2, 2011

    Damit es klar wird (ich vergaß): Cornucopialism behauptet, daß Ressourcen nie erschöpft werden.

  36. #36 Stefan W.
    Juni 2, 2011

    @klaus:

    Entscheidend sind die Lohnstückkosten! Aber bei der “Eurokrise – Finanzkrise” geht es um ganz andere Dinge!

    Entscheidend, wofür? Wenn man im Stile der Bild anderen mangelnde Arbeitsmoral vorwirft, dann geht es wohl nicht um Lohnstückkosten, sondern mehr um Arbeit als Aufwand und Anstrengung, als Disziplin und Unbill die man erträgt.

    Es würde aber auch gut zur Fairness der Bild passen, eine Armee von Baggerrobotern von einem Ingenieur überwacht zu sehen, und das mit 1000 Landarbeitern zu vergleichen, die südlich der Sahara bei 40°C im Schatten mit der Schaufel arbeiten.

    @pro-Atom-Demonstration: Mit Demonstrationen fordert das Volk von der Obrigkeit eine Umkehr in dieser oder jener Hinsicht. Wenn die Regierung für Atomkraft ist, dann ist es überflüssig für Atomkraft zu demonstrieren.
    Außerdem galt Demonstrieren lange als unfein. Das machen kommunistische Arbeiter, aber nicht der brave Bürger. Der brave Bürger stand lange neben der Demonstration und rief, sehr demokratisch gesinnt und unlogisch, wie es nur ein echter Christ kann: “Geht doch nach drüben”. Häufig auch mal ein aufmunterndes “Euch sollte man alle vergasen!”. Demokratische Rechte sollten wie das Feiertagsbesteck besonders schön durch Schonung sein – wie neu, und völlig unbenutzt.

    Lustig ist, wie Verfechter der freien Marktwirtschaft und der nationalen Autonomie jetzt offenbar den Franzosen sagen wollen, wie sie ihren Strom zu produzieren haben. Mir ist es lieber, die Franzosen müssen ihren Atommüll endlagern, als wir, und der französische Steuerzahler subventioniert unseren Strom, als dass wir den französischen subventionieren.

    Ich habe auch gehört, dass Österreich viel Ökostrom nach Deutschland verkauft, denn Österreich hat 0 Atomkraftwerke. So können sie allen selbstgemachten Strom als Grün verkaufen, und importieren dann im Gegenzug Strom aus Ländern, die auch Atomstrom erzeugen. Für den Konsumenten, der dafür einen Ablassaufschlag bezahlt eine dumme Sache, und Grund für mich, keinen Ökostrom zu beziehen.

    Es ist natürlich auch Quatsch zu behaupten, der französische Strom sei Atomstrom. Strom ist Strom, und soweit ich weiß ist nur 80% des französichen Stroms aus AKWs. Solange wir nicht über 20% des französischen Stroms importieren können wir ebensogut proklamieren, das wäre alles sauber. :)

    EHEC ist das spannendere Thema, da hat man noch nicht jede Lüge schon 100x gehört. :)

    Ich schlage vor wo ganz anders zu suchen als bisher, denn die bisherige Suche war ja ein Flop. Wie wäre es mit norddt. Fisch? Immerhin norddeutsch, aber erklärt nicht die jungen Frauen. Also Lippenstift! Haha!

    Gut – wieso in norddeutschland? Wie kommen Darmbakterien auf Lippenstift? Na wie kommen sie auf Gurken?

    Eine verseuchte Produktionsanlage, wo ausgerechnet beim Versuch des Reinigens die Erreger verbreitet werden.

    Oder doch Bioterroristen die BinLaden rächen wollen. Hamburg war doch schon früher eine gefährliche Zelle.

  37. #37 Klaus
    Juni 2, 2011

    http://www.wko.at/statistik/eu/europa-lohnstueckkosten.pdf

    jetzt noch lesen, dann klappt das schon irgendwie.

  38. #38 Physiker
    Juni 2, 2011

    Eigentlich hat das Robert Koch Institut (RKI) nur empfohlen Salate, Gurken und Tomaten *in* Norddeutschland nicht mehr roh zu verzehren. Obwohl das RKI *die* Instanz in Gesundheitsfragen ist, scheint das niemanden zu interessieren.

    So, und jetzt mach’ ich mir einen Gurken-Tomaten Salat.

  39. #39 Wolfgang Flamme
    Juni 2, 2011

    Übertragen auf die Gurke stellt sich die Frage, wer gibt seinen Kindern Gurke etc. ungeklärter Herkunft zu essen, solange die Ursache von EHEC nicht geklärt ist?

    Eher doch so: Wer gibt seinen Kindern überhaupt jemals Gurke oder andere Rohkost zu essen, wo das Risiko einer EHEC-Infektion mit potentiell tödlichen Folgen doch niemals ausgeschlossen werden kann? Wollen wir unseren Kindern dieses Rohkostverzehrfolgen-Restrisiko und die Gefahren der Rohkostverzehrfolgen-Proliferation weiter aufbürden, oder wollen wir endlich aus dem gefährlichen Rohkostverzehr aussteigen und dafür einen verbrieften gesetzlichen Rahmen schaffen?

  40. #40 just me
    Juni 2, 2011

    @georg

    ich finde ja auch den jetzigen, abrupten Halbausstieg sehr seltsam und falsch. Ich war auch gar nicht so komplett gegen die Verlängerung von Schwarz-Gelb von vor einem Jahr, war doch eine gute Idee, eine Steuer für Brennelemente für die Entwicklung und Einführung von Alternativen zu nehmen. Ob es notwendig war, wage ich zu bezweifeln… naja, egal.

    Ich find, das jetzige Vorgehen nicht seriös, da kann ich deine Meinung verstehen. Einen geordneten langfristen, schrittweisen Ausstieg dagegen finde ich nicht schlimm. laut rot-grün hätten dieses jahr 2 Reaktoren vom Netz gemusst. Das wäre absolut problemfrei gewesen. Naja.

    Man muss nur aufpassen, dass man die CO2-Emissionen nicht aus dem Blick verliert… Kernkraft hat schon was faszierend einfaches…

  41. #41 Evil Dude
    Juni 2, 2011

    und dass zweitens am Ende eine deutsche Kartoffelsorte namens Bertha oder so Schuld ist.

    Schön wär’s! Denn da Kartoffeln “eher selten” gegessen werden bevor Sie auf > 70°C erhitzt wurden, es gäbe also gar keine EHEC-“Epidemie”. Und nebenbei bemerkt wurden auf den spanischen Gurken nach meinem Kenntnisstand ja tatsächlich EHEC-Bakterien gefunden, nur eben nicht die, die die Erkrankungen ausgelöst haben.
    Daher sollen die staatlichen Stellen in D angeblich sogar verpflichtet gewesen sein, die Bevölkerung zu warnen. Es ist eben ein Stück weit ein Dilemma für die Verantwortlichen. Tun Sie nichts und die Befürchtungen sind berechtigt, stehen sie am Pranger, umgekehrt ebenso. Am besten, wir prüfen die Lebensmittel gar nicht mehr und wenn eine Erkrankungswelle kommt versuchen wir zu behandeln, ohne nach der Ursache zu suchen, denn man könnte dabei ja Fehler machen.

    Jetzt noch ein paar ebenso ketzerische Gedanken wie die zum Atomausstieg und zur Arbeitszeit: Weshalb nehmen die Gurkenproduzenten in Spanien eigentlich an, es müßte immer so weiter gehen mit dem Gurken-Export nach D? Ich komme da etwas durcheinander. Ich dachte bei uns “herrscht” “Soziale” Marktwirtschaft aka Kapitalismus (bei dem der Staat so tut, als könne er die gröbsten Auswüchse verhindern), da kann man doch (selbstverständlich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen) kaufen und verkaufen was man will. Wieso nehmen die spanischen Produzenten da eigentlich an, es wäre eine Art Naturgesetz, dass wir Ihnen die Gurkenernte abnehmen.

  42. #42 Evil Dude
    Juni 2, 2011

    So und jetzt kommt also der angekündigte grosze Bogen. Mit welchem Recht kann die deutsche Regierung eigentlich mal eben so den Atomaustieg proklamieren ohne ein Minimum an Koordination mit dem europäischen Nachbarn auch nur anzustreben.

    Zuerst mal die Korinthen-Kacker-Antwort: D ist ein souveräner Staat und kann seine Energiepolitik selbst bestimmen, also mit jedem Recht.

    Nun etwas differenzierter: Das ist imho ein typisches Henne-Ei-Problem. Wenn D (+Schweiz/Italien/Belgien/Niederlande/selbst Spanien laut Wikipedia, es ist hierbei das anscheinend von Zapatero “gebrochene” Wahlversprechen gemeint) einen Ausstieg will, dürfte es etwas unglaubwürdig wirken, wenn man die eigenen Kraftwerke nicht abschaltet, aber einen Ausstieg fordert.
    Und nebenbei beansprucht D ja (zumindest auf dem Papier) auch bei der CO2-Reduzierung eine Vorreiterrolle, also ist theoretisch doch alles in Ordnung.
    Ein ganz wesentlicher Punkt ist imho dann noch, dass die amtierende Regierung derzeit mehr Angst vorm Wähler als vor dem Verlust von Parteispenden durch die Stromkonzerne hat. Ob das wirklich von Dauer ist, muss man abwarten.
    Weiter war der Ausstieg aus der Kernenergie ja schon längst beschlossen, er kommt (wenn man den Ankündigungen trauen kann) nur etwa 10 Jahre früher. Um die Ziele der CO2-Reduzierung zu erreichen, muß also einiges passieren, dabei war Kernenergie in D nie wirklich eine Option. Wenn wir es in einem derart “privilegierten” Staat nicht schaffen, weniger als 20 % der Stromerzeugung durch umweltfreundliche(re) und nachhaltige Energieerzeugungsformen zu ersetzen, dann ist imho auch die CO2-Reduzierung zum Scheitern verurteilt.

  43. #43 Evil Dude
    Juni 2, 2011

    Man muss nur aufpassen, dass man die CO2-Emissionen nicht aus dem Blick verliert… Kernkraft hat schon was faszierend einfaches…

    Zumindest, solange man die Machbarkeit und die Kosten für eine Endlagerung komplett ausblendet. Es wäre schon schön, aber imho wäre es völlig unverantwortlich, weiter auf AKW’s zur Stromerzeugung zu bauen oder diese sogar auszubauen, ohne dass es auch nur ansatzweise ein funktionierendes Endlagerkonzept gibt. Die Sicherheit der AKW’s ist meiner Meinung nach ein absolut zweitrangiges Problem.

  44. #44 axel
    Juni 2, 2011

    Greenaway wäre beeindruckt: Man kann die Themen Gurke, Atomstrom und Feiertag in einem Film unter einer Minute gebündelt behandeln, wenn man ihn heute anschaut:

    PS:
    1. Die Gurke strahlt nur mit Atomstrom, experimentell bewiesen.
    2. So kann man elegant das EU-Glühbirnenverbot umgehen.
    3. EHEC-frei ist die Gurke danach auch.

  45. #45 Lipper
    Juni 2, 2011

    @Dude
    Ich will hier ja keine schon mehrfach gefuehrte Diskussion aufwaermen. Aber die Kosten der Endlagerung SIND bereits eingepreist und WERDEN durch die Verursacher getragen. Dass der Staat sich durch eigene Inkompetenz als Betreiber bei der Asse besondere Kosten aufgehalst hat, ist davon unabhaengig.
    Dass es keine funktionierenden EndlagerKONZEPTE gibt ist ebanfalls falsch. Es gibt keine ENDLAGER fuer hochaktive Abfaelle. Das hat aber eben politische und keine fachlichen Gruende. Konzepte gibt es durchaus!
    Es mag viele gute Gruende gegen Kernenrgie geben (auch dafuer). Die Endlagerfrage ist ein absolut zweitrangiges Problem – wenn sie denn endlich entpolitisiert wuerde!

  46. #46 Krishna Gans
    Juni 2, 2011

    @Axel
    Gurken als Straßenbeleuchtung…..
    aus dem Kommentabereich des Videos:

    s handelt sich nicht um Hochspannung, sondern nur um normale Netzspannung von 230 Volt. Die Essiggurke enthält auch Kochsalz, also Natriumchlorid. Wenn Natrium durch Zufuhr von Energie angeregt wird, leuchtet es immer gelb, die D2 Spektrallinie. Das nutzt man auch in den (alten) gelb leuchtenden Straßenlampen aus.

    Mehr Öko geht nicht

  47. #47 Evil Dude
    Juni 2, 2011

    @Lipper:
    Wo sind denn die Endlagerkosten eingepreist? Wieviel Geld steht zur Verfügung? Wofür? Mit welcher Dauer einer sicheren Endlagerung wird da gerechnet?

    Im Moment stehen für Rückbau und Endlagerung ca. 28 Mrd zur Verfügung
    http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/071115.htm
    das reicht bei mind. 20 noch abzubauenden Anlagen in D (bin zu faul, um nachzuprüfen wieviel es genau sind) ja mit Glück gerade für den Rückbau.

    Und falls es tatsächlich ein funktionierendes Endlagerkonzept gibt, her damit!
    Übrigens scheint Ihre Feststelltaste hin und wieder zu klemmen.

    @Krishna:

    Gurken als Straßenbeleuchtung…..
    aus dem Kommentabereich des Videos:
    Mehr Öko geht nicht

    Auch wenn der Gedanke verlockend ist, dafür sind Sie eine viel zu trübe Funzel!

  48. #48 Lipper
    Juni 2, 2011

    @ Dude,
    jau – mein Rechner und seine Feststelltaste. Das Ding kommt noch aus dem Praekambrium :-). Z.T. war das aber schon beabsichtigt!
    Die Verursacher zahlen fuer jeden Handschlag, der fuer die Endlagerung getan wird. Dafuer gibt es sogar eine eigene Verordnung (achtung – sehr deutsch), die Endlagervorrausleistungsverordnung. Da ist auch schon sehr viel Geld geflossen. Was so ein Endlager kostet kann man beim BfS nachlesen. Bei Konrad kommt man unter 2 Mrd weg. Ein HAW Endlager wuerde wohl nicht wesentlich teurer.
    Das zahlen wir alle schon lange mit der Stromrechnung.
    Dass das Geld nicht reicht sehe ich erst mal nicht so. Haengt sehr von den Rueckbaukonzepten ab.
    Konzepte fuer die Endlagerung gibt es reichlich. Fuer alles, was nicht HAW ist, gibt es schon lange Endlager. Und HAW-Endlager sind kein technisches, sondern ein politisches Problem. Die Finnen bauen schon. Die NAGRA in der Schweiz hat ein gutes Konzept. Das deutsche Konzept zur Endlagerung im Salz ist auch gut – ueber den Standort kan man da ja gerne noch diskutieren (Gorleben ist halt politisch ein heisses Eien).
    Das ist immer das eigentliche Problem – keiner will es haben…

  49. #49 Redfox
    Juni 2, 2011

    Der Deutsche hat ja bekanntlich grosze Freude und auch, kann man leicht boshaft sagen, 1000 jährige Übung mit Kaufboykotts gegen ausländische Produkte und so wurde dann mit der Gurke gleich der gesamte spanische Lebensmittelimport in Kollektivhaft genommen.

    Und der Russe hängt den Eisernen Vorhang wieder auf. Man muss ja nicht alles essen was aus dem Westen kommt.

  50. #50 Treverer
    Juni 3, 2011

    zitat: “Mit welchem Recht kann die deutsche Regierung eigentlich mal eben so den Atomaustieg proklamieren ohne ein Minimum an Koordination mit dem europäischen Nachbarn auch nur anzustreben. ”

    mit dem gleichem recht, nach dem es keinerlei eu-weiten sicherheitsstandards fuer akws gibt. oder mit dem gleichen recht, mit dem die anderen laender munter weiter akws bauen.

    mir faellt auf, herr hoffmann, sie machen hier mit freude immer wieder das thema atomstrom auf. aber sie druecken sich vor antworten auf die entscheidenden fragen:

    wo waere die fuers klima so wichtige technik der erneuerbaren energien heute, wenn es nicht die vielen atomkraftgegner gebe? sie sehen sich als rational in der frage der atomkraft – die gegner dagegen zumeist als irrational & emotional. nun, sie sehen die angelegenheit aber definitiv nicht politisch – und das, trotz der erfahrungen in der klimadebatte. absurd. ach nein, sogar abstrus…

  51. #51 Roland
    Juni 3, 2011

    Die Endlagerfrage ist ein absolut zweitrangiges Problem

    Die Endlagerfrage ist neben der mangelnden Sicherheit gegen Katastrophen, Terror und Krieg d i e entscheidende Frage.
    Außer natürlich für Leute, die jetzt gerne bequem leben und die Probleme einfach späteren Generationen aufhalsen.

  52. #52 JanG
    Juni 3, 2011

    Zu den Kosten für die Zwischen- und Endlagerung hat Lipper weiter oben schon mal was geschrieben, ich möchte an dieser Stelle nur kurz auf einen meiner Artikel “Wer zahlt für den Müll” (zu finden unter http://www.kerngedanken.de/?p=139) verweisen in dem ich alles mal etwas zusammengefasst habe.

    Zur Frage Endlagerung an sich möchte ich ebenfalls meinen Senf dazugeben. Ich arbeite als Physiker schon länger in der Endlagerforschung und kann nur sagen, dass die entsprechenden Konzepte auch für hochradioaktiven Abfall (HAW) existieren. Sie müssten nur endlich mal umgestzt werden. Dieses Konzept habe ich unter http://www.kerngedanken.de/?p=18 mal darzulegen versucht.

    Prinzipiell gilt bei dieser Thematik als oberste Prämisse, dass eine Lösung jetzt gefunden werden muss und eben nicht auf kommende Generationen verschoben werden soll. Und nochmal: rein von der technischen Seite ist Endlagerung für HAW machbar, für LAW wird sie in Schacht Konrad vorbereitet und für chemisch-toxischen Abfall bereits seit Jahrzehnten durchgeführt (http://www.kerngedanken.de/?p=169)

  53. #53 just me
    Juni 3, 2011

    @JanG

    interessant: was denkst du (darf ich duzen?), sollte man den “BESTEN” Endlagerplatz suchen oder reicht ein “ausreichend GUTER”? Der Hintergrund dafür ist: Gorleben ist bestimmt kein absolut mieser Platz für ein Endlager, aber höchstwahrscheinlich nicht der beste Platz in D. Ich finde eine offene Suche nach einem Endlager nach objektiven Kriterien bringt sicher eine größere Zustimmung in der Bevölkerung als ein von oben aufgedrücktes Endlager. Es ist ja nicht nur eine technische Frage. Nur sollte man da nach dem geologischen Ideal suchen? Da kann doch leicht scheitern.

    und die zweite Sache: warum tut sich aller Welt so schwer mit einem HAW-Endlager? Selbst Frankreich hat keines. In der USA ist gerade Yucca Mountain mehr oder weniger gescheitert. Nur in Finnland, mit relativ wenig Müll, sieht es recht gut für die Zukunft aus. Ich denke nicht, dass es nur eine politische Sache ist. In Frankreich gibt es keine politischen Probleme, und wenn doch, dann werden sie übergebügelt.

    die chemisch toxischen Endlager: die eingelagerten Stoffe dürfen da aber keine Wärme erzeugen und nicht reagieren usw. HAW hat da doch andere Eigenschaften. Gerade bei dem Endlager im Salzstock in Hessen(?) kam bei mir die Frage auf: ist es clever solchen Müll in einem potentiellen Bodenschatz zu versenken? Da ist doch die Gefahr am größten, dass irgendwann da mal wieder rumgebohrt und gebaggert wird.

  54. #54 JanG
    Juni 3, 2011

    Das Problem ist, dass es DEN absolut sicheren Platz nicht gibt. Einfach weil es nicht möglich ist, eine absolut 100%ige Sicherheit zu geben. Aber die Kriterien, die erarbeitet wurden, sind so gestaltet, dass eine möglichst hohe Sicherheit geährleistet werden kann. So ist es auch nicht wirklich sinnvoll, von einem besten oder ausreichend guten Platz zu reden, wenn ein Platz die Kriterien erfüllt kann man dort ein Endlager errichten.

    Ich glaube auch nicht, dass andere Plätze besser oder schlechter geeignet sind als Gorleben. Das Problem dort ist aber, dass es sich hier um ‘verbrannte Erde’ im politischen Sinne handelt. Hier wurde derart viel falsch gemacht und das von Anfang an, dass ich nicht denke, dass die Menschen je Gorleben als Endlager akzeptieren werden. Eine neue Suche nach einem HAW-Endlager die von Anfang an transparent und unter konsequenter Einbeziehung der Öffentlichkeit stattfindet halte ich für den einzig gangbaren Weg.

    Zur zweiten Frage: das ist eine verdammt gute Frage. Ich kann hier auch nur mutmaßen, denn wie gesagt: nach meiner Einschätzung wäre ein solches Endlager machbar. Aber wir leben in einer Zeit in der jeder beliebige Bürger seine Meinung äußern kann und erwartet, dass er Ernst genommen wird. Keine Frage: Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Gut und sollte geschützt werden. Aber wenn dann diese Meinung auf Fehlinformationen beruht, kann dadurch der Prozess der Standortfindung empfindlich gestört werden.

    Vielleicht aber will auch niemand so recht dieses Thema anfassen weil es, trotz aller Machbarkeit sehr hohe Anforderungen an die Sicherheit stellt. Und wenn denn in zwanzig Jahren mal ein anderer Weg gefunden wurde, hat man womöglich viel Zeit und Geld verschwendet. Die Niederlande gehen ja zum Beispiel diesen Weg: dort soll der anfallende Abfall für hundert Jahre zwischengelagert werden und dann will man sehen was Stand der Technik ist. Notfalls muss man dann Erkenntnisse kaufen, aber man hat erstmal hundert Jahre Ruhe. Ich halte diese Taktik für weniger gut, würden das alle machen hätten wir das Problem ja nicht gelöst sondern nur verschoben.

    Wie gesagt: ich kann über die Gründe nur spekulieren, eine wirkliche Antwort will mir im Moment nicht einfallen.

    Das Problem mit den chemisch-toxischen Stoffen sehe ich vor allem in der schieren Menge. Hier werden Mio. Kubikmeter Abfall verbuddelt der auf immer gefährlich ist. Der wird definitv irgendwann mal wieder an die Biosphäre zurückkommen, sei es aufgrund bergbaulicher Tätigkeiten der Folgegenerationen oder aufgrund tektonischer Bewegungen. Daher ist es ja fast egal, wo man den einbuddelt. Leider gibt es auch hier kein wirklich besseres Konzept (außer vielleicht den kompletten Ausstieg aus der technologischen Welt und ein Zurück-zur-Natur-mit-Leben-in-Höhlen ;-))

    Ach so: Du ist OK 😀

  55. #55 michael
    Juni 4, 2011

    > Keine Frage: Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Gut und sollte geschützt werden. Aber wenn dann diese Meinung auf Fehlinformationen beruht, kann dadurch der Prozess der Standortfindung empfindlich gestört werden.

    Und: sollen wir jetzt eine Expertokratie einführen ?

    Wissenschaftler und Ingenieure entscheiden, was machbar ist. Wirtschaft entscheidet, was sich rentiert, und der Rest hats Maul zu halten.

    Würde für einige das Leben sicher einfacher machen.

    Wie kommt es aber, dass man in Schweden ( http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78522266.html )anscheinend keine Probleme hat, dem Bürger ein Endlager schmackhaft zu machen.

    Liegt es vielleicht daran, dass man dort das Mitspracherecht des Bürgers akzeptiert ?

  56. #56 just me
    Juni 4, 2011

    @JanG
    dank dir. Deine Meinung stimmt ziemlich mit dem BfS-Chef überein, die ich auch ziemlich gut finde. Ich denke, die Fehler von Gorleben kamen auch aus der damaligen Zeit heraus: es gab in der Politik keine Atomgegner und somit wurden die nicht ernst genommen. Die Interessen der Bevölkerung waren doch eher ganz unten bzw wurden eben technokratisch von oben entschieden. Das änderte sich erst durch die Gründung der Grünen und dann kamen die großen Unglücke… :(

    Die Hoffnung auf die Zukunft… ich finde es auch nicht so gut. Ein Rückholbares Langzeitzwischenlager ist gerade der große Schrei. Aber worauf hofft man? Großtechnischen Einsatz von Transmutation? Ein Revival der Atomkraft? Sicher ist: man braucht schon eine Ablösung der Zwischenlager.

    Zumindesten gibt es in D nun keine Blockade mehr: alle Alternativen können wieder offen diskutiert werden. Man gibt ja immer nur den Grünen die Schuld, aber die anderen Parteien, insb.- Union/FDP haben nur blockiert: Endlager? nicht bei uns. Aber gleichzeitig konnten sie nicht wirklich darlegen, warum Gorleben.

    Andererseits gibt es doch auch arge Verschwörungstheorien über Gorleben, die auch einfach unwahr sind.

    Blöde Gesellschaft macht alles so kompliziert ;).

  57. #57 Wolfgang Flamme
    Juni 4, 2011

    Der beste Platz ist hier bei mir: PUMBY – Please Under My Back Yard.

    Handfeste Vorteile:

    • sicherer, lockerer Hausmeisterjob für die nächsten paartausend Jahre
    • die Umgebung ist ruck-zuck frei von überspannten Nachbarn
    • keiner darf sich dieser Bude auf unter 500m mit dem Brecheisen in der Hand nähern
    • Überflugverbot, ruhige Lage
    • 1A-Gesundheitsvorsorge auf Staatskosten
    • alle küssen mir die Füße
    • ich erfahre als Erster, wenn was schiefläuft