25 Jahre nach Tschernobyl sollte man denken, dass es genügend Informationen und Arbeiten geben, um eine vollständige radiologische und radiomedizinische Bilanz zu ziehen. Doch vieles scheint auch heute noch umstritten. Hier will ich mich mal mit der in Tschernobyl und in Fukushima freigesetzten Radioaktivität beschäftigen. Meine Hauptquellen zu diesem Thema war der letzte grosze UNSCEAR Bericht (Sources and Effects of Ionizing Radiation, Annex D Health Effects due to Radiation from the Chernobyl Accident) und verschiedene Berichten und Graphiken, die ich auf der IRSN (Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire, welches auch diese sehr informative Broschüre herausgegeben hat) Webseite zu Fukushima gefunden habe. Insbesondere die UNSCEAR Berichte halte ich für absolut seriös gemachte Zusammenfassungen der wissenschaftlichen Literatur zu Tschernobyl. Ich bin völlig mit George Montbiot (und mit Eduardo) einverstanden, dass das UNSCEAR Project zum Thema Tschernobyl und die Folgen vergleichbar ist mit dem IPCC Bericht zum Klimawandel und ich habe keinerlei Grund gefunden, an der Seriosität dieser UN Arbeitsgruppe zu zweifeln.

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Bild 1: Der Reaktorblock 4 in Tschernobyl am 26. April um 1:23. Das Einwerfen der Stäbe mit ihren Graphitblöcken an der Spitze beim Notaus führte zu einer winzigen und schliesslich fatalen Leistungsspitze. Der letzte in einer Reihe fataler Fehlentscheidungen. Wikipedia beschreibt die Stunden vor der Explosion sehr detailliert.


Eine ganze Reihe von Radioisotopen wurden durch die verschiedenen nuklearen Aktivitäten des Menschen in die Umwelt freigesetzt. Seit Otto Hahn, Liese Meitner, Otto Frisch und Fritz Strassmann das erste Mal künstlich eine Kernspaltung provozierten und erkannten, welche ungeheuren Energiemengen dabei frei werden, werden also vom Menschen “künstlich” Radioisotope produziert und schliesslich freigesetzt. Einige dieser Radioisotope existieren natürlicher Weise, d.h. sie werden etwa in der hohen Stratosphäre durch das Bombardement durch kosmische Strahlung produziert oder existieren seit je her in der Erdkruste wie etwa Uran- oder Thorium-Isotope. Die vom Menschen produzierten Mengen gehen im allgemeinen Hintergrundrauschen da meist unter. Das sind die also Fälle, die uns jetzt nicht zu interessieren brauchen.

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Bild 2: Der Red Forest, der direkt um den Reaktorbereich in Tschernobyl gelegen ist. Etwa 100Gy Gammastrahlung und über Monate hinweg um die 5mGy/h Stunde durch das direkt neben dem Reaktor nieder gekommene Radio-Cäsium waren für die dort vorherrschenden Nadelbäume tödlich.

Im zweiten Fall aber, existieren die entsprechenden Radioisotope durchaus, aber die künstlich vom Menschen erzeugten Mengen an Strahlern übersteigt die natürliche bei weitem. Das war beispielsweise bei den Atomwaffentests in den 50er/60er Jahren der Fall. Amerikaner und Russen bombten in dutzenden oberirdischen Tests mit Nuklearwaffen klassischer Bauart (Uran und Plutonium Bomben) und dann auch mit gigantischen Wasserstoffbomben ganze Gegenden in Grund und Boden. 1963 war dann mit dem schlimmsten Wahnsinn Schluss und nur noch die Chinesen und Franzosen fanden Anlass, das Eine oder Andere auszubrobieren. Unter anderem wurden bei dem ganzen Herumgeteste, dessen Peak auf das Jahr 1961 fällt, grosze Mengen von 14C und Tritium=3H in die obere Troposphäre und Stratosphäre freigesetzt, die somit als deutliche erkennbare Marker in den Kohlenstoffzyklus einerseits (als 14CO2) und in den Wasserzyklus andererseits (HTO) eintraten. Es gibt unzählige Arbeiten, die diese politisch sicher wahnsinnigen und gesundheitsgefährdenden Bombenversuche wissenschaftlich auszunutzen versuchen. Wissenschaftler sind eben Parasiten jedweden menschlichen Unglücks und Wahns.

So konnte man durch die damals sofort durchgeführten atmosphärischen 14C Messungen (liegt immer als CO2 vor) etwa den Austausch zwischen Stratosphäre und Troposphäre berechnen (~3 Jahre) oder versuchen abzuschätzen, wie schnell der Ozean das Kohlendioxid aufnimmt (1/3 des atmosphärischen CO2 für den Ozean, 2/3 für die terrestrische Biosphäre). Mit kontinuierlichen Messungen im Ozean dann wurde die Mischung von Oberflächenwasser in tiefere Schichten bestimmt. Es gibt aber ausser diesen geophysikalischen Anwendungen auch wirklich wichtige Anwendungen: Man kann etwa einen Chateau Lafitte Rothschild 1982 als gepanscht entarnen (hat nichts mit dem radioaktiven Zerfall des 14C zu tun, die klassische 14C Datierungsmethode).

Ähnlich erging es dem Tritium. Während das Bomben 14C mit seiner 5700 Jahren langen Halbwertzeit für die Anwendungen, die ich oben erwähnte, praktisch eine konstante Gesamtmenge darstellt, so zerfällt die Hälfte des Tritiums in 12 Jahren, so dass wir heute praktisch wieder auf dem Vorbomben-Niveau angekommen sind. Und natürlich konnte man durch die HTO Messungen einiges zum Thema Wasserkreislauf lernen.

Als um 1h23 nachts am 26. April 1986 in Tschernobyl der Reaktormantel barst, war dies der Beginn der Freisetzung einer ungeheuren Menge verschiedener Radioisotope. So zynisch es klingen mag: auch hier konnte man so einiges zur Biogeochemie der verschiedenen chemischen Elemente lernen. Zuerst mal die Gesamtbilanz der beim Reaktorunfall 1986 entlassenen Strahlung. Sehr wenig hört man vom 133Xe, das mit 6500 PBq (Peta = 1*10^15) den grössten individuellen Anteil an der Gesamtaktivität hat. Ich vermute mal, dass das Edelgas Xenon so gut wie keine Interaktion mit dem Menschen (wie immer behauptet die ausser Rand und Band geratene Helen Caldicott das Gegenteil) und allgemein der Biosphäre hat und es deshalb so selten erwähnt wird. Dabei hatte gerade das “Neutronengift” 135Xe ganz wesentlichen Anteil am Zustandekommen des eigentlichen Unfalls. Aber das nur am Rande.

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Bild 3: Wieviel Strahlung durch welche Quellen? Mit einem mehrmonatigen Aufenthalt in La Paz vor ein paar Jahren bin ich auch gut dabei.

Die allgemein bekanntesten drei Strahler 131I (1200 PBq), 137Cs (85 PBq) und 90Sr (115PBq) sind in der Atmosphäre in Aerosolen gebunden und werden teilweise sehr weit transportiert. Allein auf Grund der physikalischen Hallbwertzeit verschwand natürlich 131I (8 Tage) sehr schnell aus dem System (nicht ohne einen beachtlichen gesundheitlichen Schaden angerichtet zu haben, davon mehr im zweiten Teil). Mittelfristig bleiben also insbesondere die beiden Isotope 137Cs und 90Sr übrig, beide mit ihrer ganz eigenen Geochemie, die mehr noch als ihre physikalische Halbwertzeit bestimmt, wie lange Menschen der durch sie verursachten ionisierenden Strahlung ausgesetzt sind. Und sind die beiden erstmal in ca. 100-200 Jahren völlig verschwunden, bleiben dann schliesslich nur noch die Transurane 240+239 Plutonium und 241 Americium übrig. Diese Transurane sind grösztenteils im eigentlichen Reaktormaterial gebunden bzw werden darin “erbrütet” ie das Americium. Sie konzentrierten sich nach der Explosion und nach dem anschliessenden Graphit-Feuer in der unmittelbaren Umgebung des Reaktors. Diese so genannten “hot particles” werden mit der Zeit aber eher korrosiv weiter zersetzt und die bis dahin gebundenen Transurane so mobilisiert. Dies ist wohl der entscheidende Grund, dass die 30km Sperrzone rund um den ehemaligen Reaktor es auch für eine effektive Ewigkeit bleiben wird.

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Bild 4: 137 Cs Boden-Deposition in kBq/m2. Der rote Bereich von ca 1500 kBq/m2 an entspricht in etwa einer Belastung von 20 mSv/Jahr. Das kleinskalige Muster kommt durch das komplizierte Zusammenspiel von Emissionen und Niederschlägen zustande.

Kommen wir zurück zu den meist diskutierten Radioisotopen 131Jod, 137Cäsium und 90Strontium. Um zu wissen, wann wo wieviel dieser Radioisotope entweder “trocken” (dry deposition) oder “feucht” (wet deposition, also durch Regen ausgewaschen, was deutlich effektiver ist) niedergekommen ist, ist das ja viel diskutierte 131I leider ein schwieriger Fall. Einmal durch die Nahrung eingenommen, wird es mit praktisch 100% Effektivität vom menschlichen Körper absorbiert. Bei 137Cs ist es etwa nur zu 60%. Das Jod wiederum wird fast vollständig in der Schilddrüse angelagert, weswegen ja auch die Radioisotopen-therapie bei Schilddrüsenerkrankungen mit 131I durchgeführt werden kann, ohne eine wesentliche Schädigung anderer Organe fürchten zu müssen.

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Bild 5: Vorsicht. Die Farbskala ist nicht die zum Bild 4 oben, sondern die zum Bild 8 unten, also zur 137Cs Deposition rund um Fukushima. Die Werte geben einem aber doch einen Eindruck welcher Bq Wert zu welchem mSv Wert so passt. Ausserdem geben die an, wieviele Menschen in welcher Gefährdungszone um Fukushima leben oder gelebt haben.

Die Deposition der Radioisotope ist ja teilweise sehr kleinskalig (siehe Bild 4) und so konnten damals gar nicht genug 131I Messungen gemacht werden, um ein präzises Bild der eigentlichen Einträge in ganz Europa zu rekonstruieren. Um es dann dennoch im Nachhinein zu versuchen, versucht man dann im Wesentlichen drei Methoden, die die fehlenden direkten Messungen ersetzen sollen.1) Man kann entweder die obige Prozesse (dry und wet deposition, Transport) in Klimamodellen modellieren und die damalige Wettersituation nach dem Unfall “nachsimulieren”, oder (2) das langlebige 129J messen, dass – da chemisch gleich – die gleiche Depositionsgeschichte haben sollte und (3) behaupten, dass 131I sich bei der Deposition ungefähr so verhält wie das viel besser vermessene 137Cs. Alles an sich keine schlechte Idee, doch leider sind (1) und (3) sehr unsicher und (2) sehr teuer. Warum aber eine so präzise Kartierung des Radiojods? Es wird verantwortlich gemacht für den ansonsten bei jungen Menschen sehr seltenen Schilddrüsenkrebs. Um also Korrelationen zwischen dessen Auftreten und eventuell auch schwachen Dosen von 131I zu erhalten, benötigt man sehr gute Depositionskarten.

Beim Radio-Cäsium und Radio-Strontium geht das alles viel einfacher. Bild 4 zeigt die Deposition des Cäsium Isotops 137 in der weiteren Umgebung von Tschernobyl. Das heterogene Muster entsteht aus seiner Vielzahl von Faktoren. Während der zwei Wochen, in denen der Reaktor brannte und völlig offen war, waren doch die radioaktiven Emission keineswegs immer gleich. Überraschenderweise waren sie zu Beginn und zum Ende hin besonders hoch. Und in diesen zwei Wochen hat es eben mal in die eine oder andere Richtung geweht und in der einen oder anderen Gegend dann auch geregnet.

Cäsium und Strontium sind ja Langzeit-Probleme, beides mit physikalischen Halbwertzeiten in mehreren Dekaden. Es ist also bei beiden sehr interessant festzustellen, wie lange sie eigentlich in den verschiedenen biologischen Subsystemen bleiben und ob sie sich in einer Form befinden, so dass sie noch von Tieren und Pflanzen aufgenommen werden können. Die Resultate waren dabei für mich zumindest recht erstaunlich. Kaum am Boden angekommen, verhalten sich Cäsium und Strontium sehr unterschiedlich. Während Cäsium auf reichen Böden mit viel organischen Material relativ schnell nach unten aus der Wurzelzone von etwa Gräsern herausdiffundiert, ist es bei Strontium genau umgekehrt. Die biologische Halbwertzeit von 137Cs auf solchen Böden ist also deutlich unter der physikalischen, während auf trockenen Wiesen das 137Cs fast unverändert auch nach 10 Jahren in den oberen 10 cm verharrte.

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Bild 6: Dis 137Cs Belastung von Milch im Raum München. Man beachte den Jahrespeak nach der Verfütterung des Heus des Vorjahres.

Im UNSCEAR Report ist etwa die 137Cs Konzentration in Milch im Münchner Umland zu sehen, einer Region mit relativ reichen Böden. Milch ist in sofern ein gutes Masz, weil in den groszen Molkereien Milch von hunderten von Kühen zusammengeschüttet und somit gemittelt wird. Der 137Cs Gehalt der Milch ging also in 2-3 Monaten um zwei Gröszenordnungen zurück, was eine Idee gibt, wieviel schneller als die physikalische Halbwertzeit das Cäsium auf solchen Böden von der Oberfläche verschwinden kann. Der überraschende Wiederanstieg ein paar Monate später kommt natürlich daher, dass teilweise Heu des Vorjahres verfüttert wurde. In der Region um Tschernobyl sah das nur teilweise ähnlich aus. In der Ukraine und Weissrussland gab es noch zahlreiche Bauern mit nur einer oder zwei Kühen, die auf sehr armen, trockenen Böden grassten (nicht so bei den groszen Kolchosen natürlich). Auf solchen Böden konnte es dann zu wirklich stark überhöhten 137Cs Werten kommen (viele tausende von Bq pro Liter). Das Füttern mit dem Heu vom Vorjahr ist ja nun eine bittere Notwendigkeit (man darf ja in der Diskussion um die Kernkraft nicht mehr mit Notwendigkeiten argumentieren. Bei einer hungrigen Kuh darf man aber), also kam es zum massiven Einsatz (halbes Kilo pro Kuh und Tag!) von “Prussian blue” , was zur verstärkten Ausscheidung von Cäsium führt. Beim Menschen ist das Futtern von einem Pfund Prussian Blue pro Tag vielleicht ein bisschen schwer durchzuhalten.

So einen Memory Effekt wie durch das Heu des Vorjahres bei der Milch gab es übrigens auch bei den atmosphärischen 137Cs Messungen. Bild 7 zeigt zwei atmosphärische Messreihen in der Ukraine/Weissrussland. Nach dem zu erwartenden schnellen Abfall in den ersten zwei/drei Jahren kommt es plötzlich Anfang der Neunziger zu einem erneuten Anstieg. Was war geschehen? Grosze Waldbrände in der Ukraine und Russland haben einen Teil des aufgenommenen Radio-Cäsium wieder aktiviert. Dieser Einäscherungseffekt ist übrigens eine der wenigen Methoden, wie man sich heute noch relevanten Mengen von 137Cs aus Tschernobyl aussetzen kann. Einige Biofuel-Anlagen in Skandinavien sind so wohl auf ganz beachtliche Strahlungswerte in der zurückbleibenden Asche gekommen.
In Wäldern bleibt der vertikale Transport von 137Cs wohl sehr gering und so schaffen es Pilze, Beeren und deren Konsumenten wie Elche und Wildschweine immer wieder zu recht beachtlichen 137Cs Werten. Ernährt sich aber nicht hauptsächlich von diesen, dann kann man sagen, dass beide Radioisotopen im Wesentlichen aus den für den Menschen wichtigen natürlichen Zyklen verschwunden sind.

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Bild 7: 137Cs Messungen in der näheren Umgebund des Tschernobyl Reaktors. Man beachte den Memory-Effekt 5 Jahre nach der Reaktorkatastrophe. 137Cs wurde mobilisiert als es in der Ukraine und Russland zu grossen Waldbränden kam.

Vielleicht zum Abschluss ein vorläufiger Vergleich zwischen der freigesetzten Strahlung in Fukushima. Vor kurzem ging eine erneute Katastrophennachricht zu Fukushima durch die Presse. Die freigesetzte Strahlung betrüge das Doppelte von dem, was bisher so gedacht wurde.

“The nuclear safety agency now says 770,000 terabecquerels escaped into the atmosphere following the 11 March disaster – more than double its earlier estimate of 370,000 terabecquerels.
Although the amount is just 15% of the total released at Chernobyl in Ukraine in 1986 – the world’s worst nuclear disaster – it suggests the contamination of the area around the plant is worse than first thought. ”

Hmmm, 770.000TBqs also. Machen wir das erstmal ein bisschen handlicher und aus ideologischen Gründen kleiner : 770 PBq also = 15% von Tschernobyl ?
Ich habe mal die Werte aus Tabelle A1 des UNSCEAR Reports genommen, und von dort eben nur die wichtigsten Strahler :

133Xe 6500 PBq
129Te 240 PBq
132Te 1150 PBq
131I 1760 PBq
133 I 910 PBq
89/90Sr 125 PBq
239 Np 400 PBq
Der ganze Rest 500 PBq

Summe ~11600 PBq, womit die jetzt doppelt so groszen 770 PBq eigentlich nur noch 6.6% statt 15% betrügen. Was habe ich übersehen ? Keine Ahnung. Der Umwelt-Journalist Axel Weiss vom SWR, der mich darauf gebracht hatte, scheint jedenfalls auch keine Antwort zu wissen. Oder man interessiert sich halt eben bei den Journalisten im heiligen Atomkrieg gar nicht mehr dafür, Zahlen und Fakten richtig hin zu bekommen und 7% sind eben nicht schlimm genug ? Überflüssig zu erwähnen, dass die Anti-Atom Bewegung diese Zahlen irgendwie ganz anders interpretiert und, ja tatsächlich, Fukushima doch tatsächlich mindestens so schlimm findet, wenn nicht schlimmer, als Tschernobyl (etwa hier oder hier, die wie immer völlig losgelöste Helen Caldicott. Ihr Video lohnt sich nochmals getrennt zu besprechen. Hilarious.)

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Bild 8: 137Cs Deposition in direkter Nähe zu den beschädigten Reaktoren in Fukushima. Farbskala siehe auch Bild 5.

Wieviel 137 Cs findet sich rund um Fukushima und wieviel ist das im Vergleich zu Tschernobyl ? Die vom IRSN erstellte Grafik in Bild 8 zeigt, dass dort die Konzentration bis auf 30.000 kBq/m2 raufgehen kann, deutlich mehr als in der entsprechenden Grafik in Bild 4. Bedeutet das nun, dass in Fukushima gar mehr Radio-Cäsium ausgestossen wurde? Sicher nicht. Zwei Gründe sind für die Unterschiede der Maxima in Bild 4 und 8 wahrscheinlich verantwortlich. (1) In Tschernobyl stieg der Ausstoss durch das Feuer deutlich höher hinauf und wurde damit auch weiter verteilt. (2) Ausserdem ist in Bild 8 die räumliche Auflösung viel höher als in Bild 4. In Fukushima drehte während der Emissionsphase nur einmal relativ kurz der Wind , was auch noch mit Regen und Schnee verbunden war. So wurde das meiste relativ nah um den Reaktor deponiert.

Wer mit den kBq/m2 nicht so viel anfangen kann, der beachte die Umrechnung in mSv pro Jahr (Bild 5). Werte die bedenklich sind (rot > 100mSv/a) liegen weitestgehend in der 30km Zone. Schon etwas ausserhalb fallen die Werte unter 20mSv/a , einen Wert den man auch natürlicherweise in einigen Gegenden findet (siehe Bild 3). Sicher wird man in den nächsten Monaten einige Gebäude reinigen müssen und es ist auch besser so einiges an Erdreich zu entsorgen. Im Wesentlichen wird es aber, wie ich oben schon erklärt habe, darauf ankommen wie die Bodenbeschaffenheit ist und wie sich dann die Radioisotope in der Bodenmatrix vertikal verschieben. Und da steht es vielleicht gar nicht mal so schlecht. Der lehmige feuchte Boden (soweit man das in den Fernsehbildern erkennen kann), der relativ reich an organischem Material ist, sollte doch eigentlich einen schnellen vertikalen Transport des 137Cs befördern ? Man wird sehen .
Im zweiten Teil zum Thema Tschernobyl soll es darum gehen, welche gesundheitlichen Schäden der Reaktorunfall verursachte.

Kommentare

  1. #1 markus
    Juni 17, 2011

    das japan dissaster ist 1000x schlimmer und in den medien wird wie immer alles als ganz harmlos dargestellt! In Tschernobyl wurden die Brennstäbe doch nach ein paar Monaten ausgetauscht, da die Anlage für den A-Bomben bau gebaut wurde. In Japan hingegen verbleiben die Brennstäbe einige Jahre im Reaktor und verunreinigen viel stärker! Dadurch ist die radioaktive Belastung auch um einiges höher als damals in der Sowjetunion!

    Die wahren Auswirkungen werden wir noch kennenlernen! Die Wirtschaft in Japan steht knapp vor dem Kollaps…viele Ersatzteile für die Auto und Elektroindustrie werden nur in Japan hergestellt, sobald die Lager erschöpft sind wird es auch bei uns in der Wirtschaft spürbar werden. Natürlich ist das nur Geld, die Menschen und anderen Lebewesen die in der Umgebung leben müssen, haben keine Lebensgrundlage mehr!!!!!!! Wann wird der Mensch endlich begreifen sich aus den Klauen einiger weniger zu befreien?

    Ein Ausweg wäre die Stromherstellung zu dezentralisieren und jede Ortschaft soll sich mit Windräder oder anderen alternativen selbst mit Strom versorgen!!!!

  2. #2 Georg Hoffmann
    Juni 17, 2011

    @markus
    “das japan dissaster ist 1000x schlimmer und in den medien wird wie immer alles als ganz harmlos dargestellt! In Tschernobyl wurden die Brennstäbe doch nach ein paar Monaten ausgetauscht, da die Anlage für den A-Bomben bau gebaut wurde. In Japan hingegen verbleiben die Brennstäbe einige Jahre im Reaktor und verunreinigen viel stärker! Dadurch ist die radioaktive Belastung auch um einiges höher als damals in der Sowjetunion!”

    Gibt es vielleicht auch eine Messung zur radioaktiven Belastun in Japan oder andere Evidenzen, die das belegen? Ich weiss. Das war gemein.

  3. #3 Georg Hoffmann
    Juni 17, 2011

    Mir ist noch ein dritter Grund für die hohen Werte in Bild 8 (relativ zu Tschernobyl in Bild 4) eingefallen. Es ist die kombinierte Aktivitaet von 134+137 und das koennte nach der Tabelle A1 wiederrum ca 30% hoeher liegen als 137 allein.

  4. #4 Karl Mistelberger
    Juni 17, 2011

    Das außerordentliche Interesse der Öffentlichkeit an den Geschehnissen in Tschernobyl hat die GRS veranlaßt, eine erste Zusammenstellung der bisher verfügbaren Informationen vorzulegen. In diesem Bericht sind vielfältige Einzelinformationen aus Literatur, offiziellen Verlautbarungen, Meldungen und Fachdiskussionen zusammengefügt. Viele Sachverständige unterschiedlicher Fachrichtungen unseres Hauses haben dazu beigetragen. Die Wissensbasis reicht noch nicht, eine abschließende Bewertung durchzuführen. Eine Reihe wichtiger Fragen müssen noch offen bleiben. Eines läßt sich allerdings jetzt schon feststellen: durch den Unfall sind keine Phänomene bekanntgeworden, die bisher unbekannt waren oder das Sicherheitskonzept Kernkraftwerke in der Bundesrepublik Deutschland in Frage stellen könnten.

    http://www.grs.de/sites/default/files/pdf/GRS-S-039.pdf

  5. #5 Xeelee
    Juni 17, 2011

    Danke fuer den Artikel. Sehr informativ…

    Aber zur Korrektur: Zwischen Bild 7 und 8 hast du in der Liste und weiterhin BPq statt PBq geschrieben.

    cu Alex

  6. #6 Georg Hoffmann
    Juni 17, 2011

    Danke Alex. Korrigiert. Es handelt sich immer um Peta (1*10^15) Bequerel.

  7. #7 markus
    Juni 17, 2011

    sicher wird es die geben, aber so wie tschernobyl vor über 20 jahren “nicht” gefährlich war so ist auch heute japan nicht so gefährlich……warten wir es ab was in ein paar jahren für infos alls durchsickern!

  8. #8 fred
    Juni 17, 2011

    Diese ganzen Vergleiche zwischen Tschernobyl und Fukushima sind doch eh an den Haaren herbeigezogen. Sicher ist die gesamte emittierte Strahlungsdosis in Fukushima nur ein Bruchteil der des Tschernobyl Unfalls, aber wie aussagekräftig ist diese Zahl? Wichtig ist doch, wie sich diese Strahlung verteilt, wie hoch die Bevölkerungsdichte in den betroffenen Gebieten ist, welche Halbwertszeiten die freigesetzten Radioisotope haben etc. . In jedem Fall sollte man anerkennen, dass es sich um eine folgenschwere atomare Katastrophe handelt, die nicht durch Vergleiche mit Tschernobyl (“nur” 6.6% der Gesamtbelastung) kleingeredet werden darf.

    Was mich in diesem Zusammenhang auch interessiert: Sind denn die gesundheitlich relevanten Effekte der Strahlung überhaupt linear zur Strahlendosis bzw. der Aktivität? Falls nein, welche Aussagekraft (über gesundheitliche Effekte) haben dann Werte auf einer linearen Skala?

  9. #9 Georg Hoffmann
    Juni 17, 2011

    @markus
    Mich interessiert jetzt gerade nicht so, wie Sie das Leben sehen und wie das schon immer so war. ich wollte wissen ob Sie die Aussage, dass Fukushima 1000 mal mehr Radioaktivitaet (oder was soll “schlimmer” in diesem Zusammenhang bedeuten?) als Tschernobyl belegen koennen? Wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Es wuerd mich halt interessieren.

  10. #10 Georg Hoffmann
    Juni 17, 2011

    @fred
    “Diese ganzen Vergleiche zwischen Tschernobyl und Fukushima sind doch eh an den Haaren herbeigezogen.”
    Warum?

    “Wichtig ist doch, wie sich diese Strahlung verteilt, wie hoch die Bevölkerungsdichte in den betroffenen Gebieten ist, welche Halbwertszeiten die freigesetzten Radioisotope haben etc. .”
    Steht alles in diesem Artikel. In der 100mSv Zone etwa wohnen weniger Menschen als in der entsprechenden Zone in Tschernobyl, wo mit Prybjat eine 50.000 Einwohner Stadt liegt.

    “welche Halbwertszeiten die freigesetzten Radioisotope haben etc. ”
    Je heisser der Reaktor beim Freisetzen der Radioisotope ist, umso schlimmer. Erst wird Jod mobilisiert, dann Caesium schliesslisch sogar Strontium. Fukushima ist nach Notabschaltung im Abkuehlprozess kollabiert, Tschernobyl ist wirklich “explodiert” (soweit das bei Reaktoren ueberhaupt geht). Die Temperatur war deutlich hoeher. Ich vermute (muesste mal nach Messungen schauen), dass die Menge an emittierten Strontium deutlich geringer ist als in Tschernobyl.

    “die nicht durch Vergleiche mit Tschernobyl (“nur” 6.6% der Gesamtbelastung) kleingeredet werden darf. ”

    Man darf sie aber anscheinend (bislang hat mir keiner die Diskrepanz erklaeren koennen und es koennte sein, dass ich mich geirrt habe) sogar rein rechnerisch grossreden.

    “Sind denn die gesundheitlich relevanten Effekte der Strahlung überhaupt linear zur Strahlendosis bzw. der Aktivität? Falls nein, welche Aussagekraft (über gesundheitliche Effekte) haben dann Werte auf einer linearen Skala?”

    Das ist das (pessimistische) Linear-no-threshold model.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Linear_no-threshold_model

  11. #11 fred
    Juni 17, 2011

    @GH
    “Warum?”
    Ok ich habe mich unklar ausgedrückt. “Die meisten” ist wohl zutreffender als “die ganzen”. Weil “die meisten” gehen nicht wirklich ins Detail gehen und berücksichtigen nicht die Randbedingungen (s.o., Halbwertszeit etc.) . Zugegebenermaßen sticht Ihr Artikel als positives Beispiel heraus. Das Problem ist wie so oft, dass der am besten gehört wird, der am lautesten schreit. Leider sind die Schreihälse fast nie auch nur annähernd objektiv.

    “Man darf sie aber anscheinend (bislang hat mir keiner die Diskrepanz erklaeren koennen und es koennte sein, dass ich mich geirrt habe) sogar rein rechnerisch grossreden.”
    Aufbauschen ist natürlich auch nicht förderlich.

    “Das ist das (pessimistische) Linear-no-threshold model.”
    Danke für den Hinweis.

  12. #12 kopfkratzer
    Juni 17, 2011

    Also man kann hier keine Äpfel mit Birnen vergleichen.
    1. Sind die Raktortypen unterschiedlich
    2. Gibt es in Fukushima drei Super-GAUs mit durchgeschmolzenen Containments
    3. Wurden tausende Tonnen von nicht genaues weiß man nicht radioktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt
    4. Werden vor allem Urane und Transurane mit Halbwertszeiten bei denen unser nächster Stern bereits zum roten Riesen wird den größten Anteil in Fukushima haben (s.o.)
    5. Gibt es keine objektiven verläßlichen Messungen über Fukushima

    Fazit in einigen Monaten oder Jahren werden die eigentlichen Schäden herauskommen und wer steht dann dafür gerade, die TEPCO-Aktionäre ?

    Atomkraft ist einfach nicht rentabel wenn die Endlagerfrage mit eingerechnet wird.

  13. #13 roel
    Juni 17, 2011

    @Georg Hoffmann “Gibt es vielleicht auch eine Messung zur radioaktiven Belastun in Japan oder andere Evidenzen, die das belegen? Ich weiss. Das war gemein.” Nein das war nicht gemein, finde ich jedenfalls! Aber es ist auch nicht verwunderlich. Die Informationen, die zu Fukushima veröffentlicht werden, stammen aus einer einzigen Quelle: Tepco.

  14. #14 Georg Hoffmann
    Juni 17, 2011

    @kopfkratzer

    “1. Sind die Raktortypen unterschiedlich”

    Ja, und also? Bei Autounfaellen sind auch ganz andere Autotypen beteiligt. Das brauch einen doch nicht davon abhalten die Folgen von Autounfaellen miteinander zu vergleichen.

    “2. Gibt es in Fukushima drei Super-GAUs mit durchgeschmolzenen Containments”

    Haben Sie dafuer mal einen Beleg. Der Inhalt ist sicher zusammengeschmolzen, dh die Staebe sind zerstört. Aber wo steht, dass das containenment zerstört ist?

    “3. Wurden tausende Tonnen von nicht genaues weiß man nicht radioktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt”

    Ich denke das kann man ganz gut abschaetzen und Messungen existieren mit Sicherheit.

    “4. Werden vor allem Urane und Transurane mit Halbwertszeiten bei denen unser nächster Stern bereits zum roten Riesen wird den größten Anteil in Fukushima haben (s.o.)”

    Bis jetzt sind nur winzige Spuren von Plutonium in Fukushima gefunden worden. Woher kommt also diese Prognose?

    “5. Gibt es keine objektiven verläßlichen Messungen über Fukushima”

    Mindestens die IRSN hat dort Messungen durchgefuehrt, ich vermute die Amerikaner ebenfalls. Luegen alle?

  15. #15 Georg Hoffmann
    Juni 17, 2011

    @roel

    “Die Informationen, die zu Fukushima veröffentlicht werden, stammen aus einer einzigen Quelle: Tepco. ”

    Definitiv falsch. Ich (und ich habe nicht besonders gesucht) kenne ein japanisches Forschungsinstitut http://www.rikenresearch.riken.jp/ das permanent Messungen veroeffentlicht und eben das IRSN.

  16. #16 Theres
    Juni 17, 2011

    @ Georg Hoffmann
    zu 2. http://feedproxy.google.com/~r/AllThingsNuclear/~3/uFFBzvtnzh4/5751562346
    Fand ich nur auf die Schnelle in den Lesezeichen, aber dazu gibt es noch mehr.

  17. #17 Georg Hoffmann
    Juni 17, 2011

    @Theres
    Ich sitze vielleicht auf der Leitung. Wo steht da, dass das containment geschmolzen oder beschaedigt ist und wie wurde das bestimmt?

  18. #18 Theres
    Juni 17, 2011

    @Georg Hoffmann
    Hm? Wenn ich Zeit hätte … Tepco selbst gab Löcher zu, in mindestens einem Reaktor, aber .. wo? Ich hatte gehofft, dass von meinem Link aus Links zu weiterführenden Infos drin wären, weil ich gerade zu wenig Zeit habe um etwas herauszusuchen. Sorry, wenn nicht. Jedenfalls spekuliere ich jetzt nicht, und sobald ich Luft habe, suche ich noch einmal richtig.

  19. #19 Karl Mistelberger
    Juni 17, 2011

    “3. Wurden tausende Tonnen von nicht genaues weiß man nicht radioktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt”

    Ich denke das kann man ganz gut abschaetzen und Messungen existieren mit Sicherheit.

    Rekordverdächtig ist die Flüssigkeit schon, Block 2:

    The 25,000 tonnes of accumulated water contains 3.0x10E6 becquerels from iodine-131 as well as 1.3x10E7 becquerels from caesium-137 per cubic centimetre.

    http://www.world-nuclear-news.org/RS_Plans_for_fukushima_basement_pumping_.html

  20. #20 Wolfgang Flamme
    Juni 17, 2011

    Georg,

    zu den Belastungskarten: Da wäre es sicher hilfreich, wenn man mal Zugriff auf die korrigierten Rohdaten und Metadaten bekommen könnte. Ich denke, daß die Belastung auch kleinräumiger sehr unterschiedlich ausfallen wird (weil Aerosole in Wäldern aufkonzentriert werden, weil der Regen zB Staub in Straßengräben oder Senken spült, wegen unterschiedlicher Bodennutzung ..) und daß diese Karten eher eine Orientierungshilfe für die großflächige Hintergrundbelastung darstellen.

  21. #21 Theres
    Juni 17, 2011

    http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703509104576325110776621604-search.html?KEYWORDS=Cores+Damaged+&COLLECTION=wsjie/6month
    Die Seite, wo ausgehend von bekannt gegebenen Daten und Messwerten vorgerechnet wurde, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Betonboden hinüber ist, finde ich nicht mehr, aber da Wasser verschwand …

  22. #22 Georg Hoffmann
    Juni 17, 2011

    @Karl
    Hier mein Vorschlag. 1) Jod: Tee trinken und abwarten. In drei Wochen ist alles klar. 2) Den Rest in ein Schiff pumpen und in den tiefen Pazifik (4000meter) pumpen. Das kommt fruehestens in 500 Jahren wieder hoch. Alles klar.

    PS Beim Steinigen jeder nur einen Stein.

    @Flamme

    Die Messungen sind von Helikoptern aus gemacht worden und zwar ein Teil von den Amerikanern (DoE/NNSA) und ein Teil von den Japanern (MEXT). Fuer detaillierte Messungen (Haus fuer Haus) muss man schon naeher ran.
    Hier der Link in frz
    http://sciences.blogs.liberation.fr/files/irsn_rapport_evaluation_dosimetrique_fukushima_16052011.pdf
    (Habe ich oben vergessen)

  23. #23 Georg Hoffmann
    Juni 17, 2011

    @Theres
    Ja, dass etwas undicht, das ist klar. Vielleicht koennen wir uns darauf einigen, dass die Formulierung “durchgeschmolzenes Containment” ein bisschen sportlicher klingt als wirklich belegt.

  24. #24 Karl Mistelberger
    Juni 17, 2011

    Den Rest in ein Schiff pumpen und in den tiefen Pazifik (4000meter) pumpen.”

    Statt ins Meer gepumpt soll aufbereitet werden: http://www.world-nuclear-news.org/RS-Tests_to_start_on_Fukushima_water_treatment_plant-1006118.html

  25. #25 Wolfgang Flamme
    Juni 17, 2011

    Karl,
    wenn ich das jetzt richtig gerechnet habe, dann wären in den 25 000 Tonnen Wasser insgesamt etwa 100kg 137-Cs und (die Meldung ist ja fast 4 Wochen alt) jetzt noch ein gutes Gramm 131-I enthalten.
    Also eigentlich recht überchaubare Mengen, man könnte sogar sagen, das Hauptroblem ist eigentlich das viel zu viele Wasser drumherum.

  26. #26 Theres
    Juni 17, 2011

    @Georg Hoffmann
    Etwas … also http://fukushima.grs.de/content/tepco-analysen-zum-zustand-der-reaktorkerne-den-blöcken-1-3-fukushima-daiichi-und-vorläufige
    Da klingt das weniger nach sportlich. Auf dieser Seite gibt es Links zu den Tepco- Veröffentlichungen.
    Unter … “Ergebnisse der vorläufigen TEPCO-Analyse” steht neben vielem anderen: “Die TEPCO-Analysen ergaben, dass die Kerne in der Mitte zu schmelzen begannen. Nach wenigen Stunden sollen Teile bzw. der größte Teil der Kerne infolge des Schmelzens auf den Boden der RDB gelangt sein. Aufgrund der Füllstände und der Ergebnisse der Analysen geht TEPCO davon aus, dass die RDB am Boden beschädigt sind und Lecks aufweisen. Mit Blick auf die gegenwärtig verfügbaren Messwerte zur Außentemperatur des RDB (ca. 100 – 170 °C) geht TEPCO davon aus, dass sich die Kerne größtenteils noch auf dem Boden der RDB (Bodenkalotte) befinden und dort ausreichend gekühlt werden.”
    Sehr vielsagend folgt, etwas weiter unten:
    “Vorläufige Einschätzung der GRS
    Aufgrund der gegenwärtigen Datenlage und weil Details zu den Berechnungen für die von TEPCO vorgelegten Analyseergebnisse nicht vorliegen, kann derzeit keine definitive Aussage darüber getroffen werden, ob die Analysen von TEPCO den tatsächlichen Anlagenzustand zutreffend wiedergeben. Gleiches gilt für die Beurteilung der Frage, ob die den TEPCO-Analysen zugrunde gelegten Anfangs- und Randbedinungen dem tatsächlichen Zustand in den Reaktoren entsprechen. …”
    (Zitat inklusive Tippfehler ;-)
    Genauer geht es nicht. Mach mal “Beleg” -Vorschläge, die über Modelle und Berechnungen hinaus gehen können. Ich bin sicher, einige wären froh, wenn es etwas gäbe um genau Bescheid zu wissen.

  27. #27 Wolfgang Flamme
    Juni 17, 2011

    Ach Käse, blöder … 8 Wochen alt, die Meldung. Also nix Iodproblem. Ich Dösbattel!

  28. #28 Döö
    Juni 17, 2011

    @fred: Was mich in diesem Zusammenhang auch interessiert: Sind denn die gesundheitlich relevanten Effekte der Strahlung überhaupt linear zur Strahlendosis bzw. der Aktivität?

    Es gibt zwei Arten von Schäden:
    Einmal die Strahlenkrankheit – die tritt ab einer bestimmten Schwellendosis auf und verläuft durchschnittlich umso schlimmer, je mehr Strahlung man abbekommen hat.

    Zum Zweiten gibt es Schäden an der DNA, die zu Krebs oder Schäden am Erbgut führen können. Für diese Schäden ist meines Wissens kein Schwellenwert bekannt und die Wahrscheinlichkeit auf eine Erkrankung ist proportional zur Äquivalentdosis, die man abbekommen hat.

  29. #29 Bleyfuss
    Juni 17, 2011

    In Fukushima und in Tschernobyl war auch eine Menge Glück im Spiel: In Fu wehte der Wind stets auf Meer und nicht auf die nahe gelegene Metropole.

    In Tschnobyl fraß sich die Schmelze nicht bis zu den Grundwasseradern und weitere Explosionen blieben in der Folge aus. Das gibt eigentlich Grund zum Optimismus ähem.

  30. #30 Wolfgang Flamme
    Juni 17, 2011

    Georg,

    “Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology » (MEXT) du Japon”

    .. kurz M-42 (SCNR) …

    “Ces cartes dosimétriques étaient en cohérence et du même ordre de grandeur (écart
    d’un facteur inférieur à 2,5) que la première évaluation dosimétrique de l’IRSN.”

    Dein Französisch ist ganz sicher besser als mein Eingerostetess: Wie ist dieser Faktor zu verstehen? Standardabweichung, Maximum der Differenz oder wie sonst?

    “Les doses efficaces totales (externe + interne) pourraient être augmentées notablement selon le type de dépôt (sec ou humide), le régime alimentaire et la provenance des aliments.”

    Etwas, was ich einfach nicht verstehe: Wieso stattet man nicht einfach ein paar hundert bis tausend Menschen in den betroffenen Regionen mit einem simplen Filmdosimeter-Armband aus? Wir treiben deutlich mehr Aufwand um herauszufinden, welches Fernsehprogramm die Leute wann gucken und wie häufig sie außerehelichen Geschlechtsverkehr haben. Nur für Sinnvolles scheint in unserem Leben kein Platz mehr zu sein.

  31. #31 Biologe
    Juni 17, 2011

    @Döö
    Ahh, endlich kann ich als Stralenbiologe auch mal habwissen ablassen ;)
    Die Strahlenkrankheit ist letzendlich auch auf DNA-Schäden zurückzuführen. Bei zu vielen Schäden leiten Zellen Apoptose ein oder werden nekrotisch. Das ist der hinter der Strahlenkrankheit liegende Grund.
    Weiter oben wurde schon auf LNT-Modell verweisen, das ist zur zeit das was “verwendet” wird, in der Risikoanalyse/Risikobewertung. Ein Problem haben die Wissenschaflter, ist es leider nicht einfach experimentelle Daten im Niedrigdosisbereich zu generieren, die z.b. verlässliche Aussagen über extrem niedrige Strahlenbelastungen machen. Es gibt Hinweise darauf das geringen Strahlendosen eher “positiv” wirken (Stichwort Adaptive Respone/Hormesis) als auch besonders schädlich (Stichwort Hypersensitivity)

  32. #32 TheK
    Juni 17, 2011

    Bei Strahlendosen >100 mSv lassen sich direkt und kurzfristig Folgen messen. Bei niedrigeren hat man dann nur noch die Langzeitfolgen. Und diese gehen sehr schnell in unzähligen anderen Risikofaktoren unter, die zudem nicht hinreichend exakt erfassbar sind. Im Falle Tschernobyl gibt es allerdings so extrem viele Betroffene, dass schon eine minimal erhöhte (unter 1%) Wahrscheinlichkeit von tödlichen Erkrankungen zu Opferzahlen durchaus im Millionen-Bereich führen kann. Entsprechend wird man wohl nie exakt sagen können, wie viele Opfer es nun gab.

  33. #33 Wurgl
    Juni 17, 2011

    Erstmal: Jedes Opfer ist zu bedauern. Aber bei langfristigen Schäden ist in der Statistik eine Erkrankung/ein Todesfall nach 30 Jahren wohl anders zu bewerten als eine Erkrankung/ein Todesfall unmittelbar nach dem Vorfall. Um Opferzahlen zu vergleichen müsste man die Summe der vermissten gesunden Lebensjahre aller Opfer in Relation setzen. Und die kann man aus Statistiken wohl einfacher herauslesen.

    Kernkraft ist so eine Sache die mir selbst nicht gerade besonders gefällt, aber der Hunger nach Energie ist da und was nicht aus Kernkraft gestillt wird, wird eben durch Verbrennen von fossilem Kohlenstoff ersetzt. Und das ist auch nicht ganz so gesund, nur kann man jetzt darüber nur spekulieren oder vielleicht schätzen. Fakt ist jedenfalls die Eismasse die am Südpol und in Grönland lagert, aus der Eismasse und der Wärmeausdehnung der Ozeane kann man den Verlust an Land berechnen (übrigens war der Meeresspiegel schon mal ca. 100 Meter höher, das Wasser ist also vorhanden). Das tritt zwar nicht heute ein und nicht morgen, aber in ein paar 100 Jahren ist es soweit. Das relativiert die Evakuierungszonen um die beiden Reaktoren — okay, in diesen paar 100 Jahren werden wohl noch ein paar Evakuierungszonen hinzukommen, leider.

    Wasserkraft ist auch so eine Sache. In Deutschland ist wohl nicht mehr viel zu holen. Die gigantischen Dämme wie in China werden möglicherweise lokale geologische Auswirkungen haben. Und wenn ein Damm bricht, so wie die “Kettenreaktion” um den Banqiao-Staudamm im Jahre 1975, dann ist die Opferzahl auch verflixt hoch (bei diesem Rekordunglück 6-stellig).

    Kernkraft durch CO2-Schleudern zu ersetzen ist kurzsichtig. Auf beides kann man nicht verzichten. Wasserkraft ist in Europa wohl weitgehend ausgebaut, Desertec ist nett und eine tolle Idee, aber bei der momentanen Situation in Nordafrika IMHO einfach zu unsicher. Wind ist auch schön, aber ohne Speichermöglichkeit wohl auch zu unsicher.

    Unbeabsichtigt ist auch der Effekt mit Solarzellen am Dach. Im Falle eines Feuers hat die Feuerwehr ein Problem, die Dinger erzeugen dann nämlich auch Strom und mit Wasser löschen ist keine besonders schlaue Idee (destilliertes Wasser gibts in der Menge bei keinem Brand).

    Es ist einfach teuflisch.

    Also was machen? Wohin soll die Reise der Erzeugung nutzbarer Energie gehen?

  34. #34 axel
    Juni 17, 2011

    @ Georg und Karl

    Bin ich der einzige, der hier mal mitdenkt und mitrechnet?

    Karl schrieb:

    “Rekordverdächtig ist die Flüssigkeit schon, Block 2:
    The 25,000 tonnes of accumulated water contains 3.0x10E6 becquerels from iodine-131 as well as 1.3x10E7 becquerels from caesium-137 per cubic centimetre.

    Hm, das sind alleine schon 400 PBq, ihr könnt gerne nachrechnen.

    @ Karl
    Karl, worum handelt es sich bei den 25.000 t Wasser? Das Wasser, das man nachträglich in den Tanks auffangen konnte oder das, was ins Meer gespült wurde?

    @ Georg
    Dein Beitrag ist lesenswert, auch wenn ich Primaklima doch mehr schätze als Primashima. Allerdings könnte es sein, dass du eine Sache unterschätzt:
    Mich würde es nicht überraschen, wenn der Hauptteil der Aktivität nicht in die Atmosphäre entlassen wurde wie bei Tschernobyl, sondern ins Meer. Oder was meinst du, wie es sich auswirkt, wenn man wochenlang die Reaktorkerne mit Meerwasser spült?

    Deine verlinkte Karte erinnert mich ein wenig an den Oil Spill von BP im Golf von Mexiko. Die Bilder der Strände sahen damals auch relativ erträglich aus, der größte Teil des Drecks und des Dramas spielte sich unterhalb des Meeresspiegels ab.

  35. #35 Christian
    Juni 18, 2011

    Hmm, auch ein interessanter Blog !

    Ziehe mir sonst nur den von Florian Freist. rein.
    Muß ich wohl öfter vorbeischauen.

    Und den Physiker sieht man auch deutlich, alles nüchtern (verharmlosend ?) betrachtend :-). Bissal Häuschen putzen da, bisschen Erde abtragen dort, und schon ist alles palleti.

    Vielleicht ein Verbesserungsvorschlag, gut ich kenne noch nicht viele deiner beiträge, aber könnte man versuchen, wenn vorhanden, die Grafiken als anklickbare größere Version zur Verfügung zu stellen.

    So jetzt bin ich schon auf den weiteren Teil gespannt.

  36. #36 Christian
    Juni 18, 2011

    @ Georg Hoffmann· 17.06.11 · 14:01 Uhr

    Ad meer, finde ich das hier interessant.
    http://fukushima.grs.de/content/meerwasserkontamination

    @Georg Hoffmann· 17.06.11 · 16:33 Uhr

    Weiß nicht ob du das ernst meinst, aber falls es mit dem Nobelpreis nicht klappt,
    könntest mit sicherheit toll als berater für staaten, bzw. akw-konzerne abchashen, da du scheinbar das atommüllproblem gelöst hast ;-) !!

  37. #37 Karl Mistelberger
    Juni 18, 2011

    @axel

    Tokyo Electric Power Company (Tepco) has released details of the arrangements for dealing with the mass 25,000 tonnes of water that has accumulated in the basement of the turbine building of unit 2 at the damaged nuclear power plant.

  38. #38 Georg Hoffmann
    Juni 18, 2011

    @Wolfgang
    Ich komm auf 800kg 137Cs, aber hab mir jetzt auch nicht die Muehe gemacht alle Zahlen auf mehrere Stellen einzugeben etc. Die Groeswenordnung stimmt auf jeden Fall.

    “”Ces cartes dosimétriques étaient en cohérence et du même ordre de grandeur (écart
    d’un facteur inférieur à 2,5) que la première évaluation dosimétrique de l’IRSN.”"
    Der Satz ist in der Tat lustig. Diese Messung stimmt mit der vorherigen um einen FAKTOR kleiner als 2.5 ueberein, was bei der Abschaetzung von Sternenparalaxen nicht schlecht sein mag, bei 137Cs Messungen in einem kontaminierten Gebiet wuerde man sich etwas mehr Konstanz in den Messungen wuenschen. Sie scheinen aber superzufrieden.

    “”Les doses efficaces totales (externe + interne) pourraient être augmentées notablement selon le type de dépôt (sec ou humide), le régime alimentaire et la provenance des aliments.”"
    regime alimentaire ist klar. Nix aus der Gegend essen fuer die naechsten 1-2 Jahre. Das mit den Boeden erwaehnte ich ja oben. Je feuchter, je reicher an organischen Material, umso schneller wandert das Caesium nach unten aus der Wurzelzone vieler Pflanzen raus. Die Messungen zu Tschernobyl zeigen dass das Caesium 3-4 mal schneller aus den oberen Bodenschichten verschwindet als es die physikalische Halbwertzeit angibt.

    Ansonsten bin ich vooellig mit dir einverstanden. Mit dem Aufwand einer RTL Vorabendshow hat man das Gebiet praezise vermessen.

    @Christian

    “Weiß nicht ob du das ernst meinst, aber falls es mit dem Nobelpreis nicht klappt,
    könntest mit sicherheit toll als berater für staaten, bzw. akw-konzerne abchashen, da du scheinbar das atommüllproblem gelöst hast ”

    Neee, eigentlich nicht so ernst. Der Grund ist aber eher, dass ich vermute, dass in dieser Suppe noch einige langsamer zerfallende Isotope sind (?), obwohl ich nach den ersten Meldungen, man haette irgendwo Plutonium gemessen, nichts mehr davon gehoert habe. Aber nehmen wir mal an, in den 25000 Liter ist NUR und AUSSCHLIESSLICH 137Cs und nehmen wir mal an das korrekte Treatment (also die ca 800 kg Cs rausholen etc) waere technisch nur sehr schwierig machbar, dann faende ich das jetzt wirklich nicht sooo schlimm. Pazifisches Bodenwasser ist das aelteste Wasser, was wir so kennen (das ist durch 14C zb bestimmt). Vor 300 Jahren (eher mehr) kommt das nicht in Kontakt mit der Biologie (also von dem Gekroetz am Meeresboden mal abgesehen) und mit einer Halbwertzeit von 28 Jahren ist die Sache bis dahin gegessen.

  39. #39 Grundumsatz
    Juni 18, 2011

    @Wurgl

    Wasserkraft ist auch so eine Sache. Und wenn ein Damm bricht, so wie die “Kettenreaktion” um den Banqiao-Staudamm im Jahre 1975, dann ist die Opferzahl auch verflixt hoch (bei diesem Rekordunglück 6-stellig).

    Diese Staudämme wurde angelegt, um die Menschen vor Überschwemmungen zu schützen. Siehe Wikipedia:

    Der Banqiao-Staudamm wurde in den 1950er Jahren während des Großen Sprungs nach vorn am Fluss Ru (einem Zufluss des Gelben Flusses) als Teil eines Projektes zur Überschwemmungskontrolle erbaut. Er hatte ein Fassungsvermögen von 492 Millionen m³, mit einer Reserve von 375 Millionen m³, um Überschwemmungen zu vermeiden.

    Die Gefährlichkeit der Wasserkraft ist eine Erfindung der Atomsekte. Wenn es überhaupt größere Zwischenfälle gab, dann waren das irgendwelche uralten Anlagen, meist auch noch in unterentwickelten Ländern. Kein Vergleich mit Harrisburg, Fukushima oder Tschernobyl.

    Das heißt natürlich nicht, dass alle Wasserkraftwerke sicher sind. Nur isses eben so, dass man sich dem Einfluss eines möglicherweise havarierenden Wasserkraftwerks entziehen kann. Wenn man ähnliches bei Kernkraftwerken versuchen würde, müsste man den Kontinent verlassen.

    Also was machen? Wohin soll die Reise der Erzeugung nutzbarer Energie gehen?

    Das Problem an der Kernkraft ist (neben der Nichtbeherrschbarkeit, dem Endlagerproblem*, der dualen Nutzung als Waffe und den enorm hohen realen Kosten) vor allem, dass sie schlicht und einfach die Entwicklung von Alternativen hemmt oder sogar unmöglich macht. Anders gesagt: Zuerst braucht man verlässliche politische Rahmenbedinungen.

    *In Asse hat man gerade ein paar Kilogramm Plutonium und ein paar tausend Kilogramm Uran “entdeckt”. Die wissen schon nach 30 Jahren nicht mehr, was sie da eigentlich lagern!

  40. #40 Karl Mistelberger
    Juni 18, 2011

    Die Gefährlichkeit der Wasserkraft ist eine Erfindung der Atomsekte.

    Wohl kaum: http://de.wikipedia.org/wiki/Vajont-Staumauer#Die_Katastrophe

  41. #41 Günther Vennecke
    Juni 18, 2011

    @Wurgl,

    was nicht aus Kernkraft gestillt wird, wird eben durch Verbrennen von fossilem Kohlenstoff ersetzt.

    Das ist überhaupt nicht die Alternative. Man kann Atomkraft auf viele Arten ersetzen.

    Zudem ist Atomkraft global betrachtet eine eher zu vernachlässigende Größe – was den Nutzen anbelangt, aber nicht die Gefährdung!

    Heute werden weniger als 2,5% der Nutzenergie in Atomkraftwerkenproduziert, selbst beim Strom sind es lediglich knapp 13% mit weiter abnehmender Tendenz.

    Die Energieversorgung der Zukunft kann, muss und wird mit immer weniger Atomkraft auskommen, jeder weitere Atomunfall wird den unvermeidichen Niedergang, der ja schon vor mehreren Jahren eingesetzt hat, beschleunigen.

    Jedes Gaskraftwerk in KWK-Technik erzeugt weniger CO2 als ein gleich großes Atomkraftwerk, speist man SNG ein, verbessert das die CO2-Bilanz weiter.

    Unbeabsichtigt ist auch der Effekt mit Solarzellen am Dach. Im Falle eines Feuers hat die Feuerwehr ein Problem, die Dinger erzeugen dann nämlich auch Strom und mit Wasser löschen ist keine besonders schlaue Idee (destilliertes Wasser gibts in der Menge bei keinem Brand).

    Es ist einfach teuflisch.

    Das ist Unsinn. Für dieses “Problem” gibt es längst eine einfache technische Lösung. War zum Beispiel auf der letzten Industriemesse in Hannover zu besichtigen.

    Allein mit dem gezielten Ausbau der Erneuerbaren kann man das Problem der weltweiten Energieversorgung in den Griff bekommen. Dazu gibt es keine Alternative, auch wenn es ein paar Leuten nicht ins Konzept passt.

  42. #43 Guido
    Juni 18, 2011

    Tschernobyl und jetzt Fukushima sollten endgültig klarmachen, dass moderne Wissenschaft untrennbar mit Tod, Siechtum und Verderben verknüpft ist.
    Es ist höchste Zeit dieser Tatsache gerecht zu werden und die Wissenschaft an die Kandare zu nehmen. Die Justiz sollte sich um diese Mörder kümmern und die Förderungen müssen drastisch gekürzt werden. Es darf nicht sein, dass wir für unser Verderben auch noch bezahlen sollen. Die vollmundigen Versprechungen solten als das erkannt werden was sie sind, gewissenslose Propaganda.
    Es ist einzigartig in der Menschheitsgeschichte dass durch sie Auswirkungen wissenschaftlicher Technologie ganze Landstriche für Jahrzehnte unbewohnbar gemacht werden und Tausende ihr Leben und zig tausend Weitere ihre Heimat und Lebensgrundlage verlieren.

  43. #44 Georg Hoffmann
    Juni 18, 2011

    @Guido
    “Tschernobyl und jetzt Fukushima sollten endgültig klarmachen, dass moderne Wissenschaft untrennbar mit Tod, Siechtum und Verderben verknüpft ist.”

    Aber auch mit Spass, Freibier und netten Maedels. Da muss man dann eben abwaegen.

    “Es ist höchste Zeit dieser Tatsache gerecht zu werden und die Wissenschaft an die Kandare zu nehmen.”

    Yep. Ask my wife.

    “Die Justiz sollte sich um diese Mörder kümmern und die Förderungen müssen drastisch gekürzt werden. ”

    Das ist doch voellig illusorisch. Die haben doch anderes zu tun.
    Oh Moment, wer klopft denn da an die Tuer? Bin gleich wieder da.

    “Es ist einzigartig in der Menschheitsgeschichte dass durch sie Auswirkungen wissenschaftlicher Technologie ganze Landstriche für Jahrzehnte unbewohnbar gemacht werden ”

    Na ja, andererseits die ostdeutschen Plattenbauten?

  44. #45 Karl Mistelberger
    Juni 18, 2011

    Von 1960 bis 1965 dauerten die Bauarbeiten des Staudammes. Am 30. August 1965 wurden durch einen Gletscherabsturz des Allalingletschers 88 Bauarbeiter unter 500’000 m³ Eis begraben und fanden so ihren Tod.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mattmarksee

  45. #46 Günther Vennecke
    Juni 18, 2011

    @Guido,

    Tschernobyl und jetzt Fukushima sollten endgültig klarmachen, dass moderne Wissenschaft untrennbar mit Tod, Siechtum und Verderben verknüpft ist.

    Das kann man so nicht stehen lassen. Nur durch die moderne, seit rund 250 Jahren betriebene Wissenschaft war es überhaupt möglich, dass auf dieser Erde eine so große Zahl von Menschen leben kann, ob das ein Fluch oder Segen ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

    Wir sollten nicht die skrupellose militärisch-technische Anwendung der Atomkraft mit der gesamten anderen Wissenschaft in einen Topf werfen.

    Die “friedliche” Nutzung der Atomtechnik wurde hauptsächlich deshalb entwickelt, um zumindest einen Teil der gigantischen Kosten, die man für die Entwicklung der militärischen Anwenungen ausgegeben hatte, durch eine technisch-wirtschaftliche Anwendung wieder herein zu bekommen. Dass diese Rechung trotzdem nicht aufgeht, ist weniger von Belang, da es wir Steuerzahler sind, die für diesen Wahnsinn geradestehen müssen.

    Die Probleme, denen sich die Menschheit heute gegenübersieht, sind zum großen Teil nur noch durch weitere wissenschaftliche Forschung in den Griff zu bekommen, ich denke da zum Beispiel an eine weitere Verbesserung der Anwendungen Erneuerbarer Energien und die Vervollkommnung der Speichertechnik (Redo-Flow-Batterien u. a.). Aber auch auf vielen anderen Gebieten wird die Wissenschaft Lösungen anbieten, die unser aller Leben verbessern können, so, wie es in der Vergangenheit auch der Fall war.

    Was allerdings überwunden werden muss, ist das krankhafte Wachstumsdenken und das Gewinnstreben um jeden Preis, nämlich auch um den Preis der Vernichtung menschlichen Lebens, wie es z. >B. bei der Atomtechnik von vornherein mit einkalkuliert ist.

  46. #47 Karl Mistelberger
    Juni 18, 2011

    Am 2. Dezember 1959 wurde Fréjus von einer Katastrophe heimgesucht, als der Staudamm von Malpasset brach. Die Überschwemmung forderte über 400 Tote.

  47. #48 Georg Hoffmann
    Juni 18, 2011

    @Karl
    “Am 2. Dezember 1959 wurde Fréjus von einer Katastrophe heimgesucht, als der Staudamm von Malpasset brach. Die Überschwemmung forderte über 400 Tote.”

    Das ist eine Luege der Atomindustrie. Ausserdem wurde der Staudamm nur gebaut um ein Atomkraftwerk zu kuehlen. Es gibt auf der ganzen Nordhemisphaere eigentlich nur eine moegliche Art zu sterben und die benutzt Radioaktivitaet.

  48. #49 Beobachter
    Juni 18, 2011

    @Karl Mistelberger
    Dass Staudämme brechen können, ist doch wohl klar. Genauso können Windräder umfallen, Gaspipelines explodieren usw… aber das sind doch völlig andere Dimensionen. Die Schäden die durch Tschernobyl verursacht wurden belaufen sich auf 235 Milliarden US$ allein in Weißrussland, in der Ukraine dürften sie ähnlich hoch sein – in jedem Fall sind es insgesamt einige hundert Milliarden Euro. Die Ukraine und auch Weißrussland geben noch heute rund 5% ihres Staatshaushalts zur Bewältigung der Folgekosten aus – und das 25 Jahre nach dem Unglück!
    http://www.iaea.org/Publications/Booklets/Chernobyl/chernobyl.pdf

    In Fukushima sieht das nicht anders aus. Allein für das Auffangen der Stromproduktion und der direkten Kosten am Reaktor hat Tepco 9 Mrd EUR Verlust gemacht, die japanische Regierung baut einen Fonds von 43 Mrd EUR zur Entschädigung von Opfern auf. Und man kann wohl davon ausgehen, dass es nicht bei diese Summen bleiben wird, v.a. nicht wenn man das über die nächsten Jahrzehnte betrachtet. Und dabei sind wesentliche Kosten wie z.B. die um 15% landesweit eingebrochene Industrieproduktion noch gar nicht berücksichtigt. Wenn man das alles zusammennimmt, dann kostet auch Fukushima die Japaner einen dreistelligen Milliardenbetrag.

    Da kannst du jetzt alle deine Wasserkraft-Unfälle zusammennehmen, da wirst du nicht mal ansatzweise in diese Größenordnung kommen. Es erkennt doch ein blinder mit Krückstock, dass die Gefahren hier nicht gleich hoch sind, wie bei der Kernenergie.

  49. #50 Wurgl
    Juni 18, 2011

    @Grundumsatz:

    ## Diese Staudämme wurde angelegt, um die Menschen vor Überschwemmungen zu schützen. Siehe Wikipedia: ##

    Hat ja toll geklappt, der Schutz

    ## Die Gefährlichkeit der Wasserkraft ist eine Erfindung der Atomsekte. ##

    Mag sein, mag nicht sein.

    Tote durch Staudämme, und dazu zählen solche zum Schutz vor Hochwasser genauso wie solche die der Erzeugung nutzbarer Energie dienen, sind recht simpel zu zählen.

    ## Wenn es überhaupt größere Zwischenfälle gab, dann waren das irgendwelche uralten Anlagen, meist auch noch in unterentwickelten Ländern. Kein Vergleich mit Harrisburg, Fukushima oder Tschernobyl. ##

    Das ist so ähnlich wie die Bildung eines Integrals. Auch hier summiert man verdammt viele, dafür aber klitzekleine Zahlen und am Ende steht dann eine Zahl.

    Sind ja schon einige Links gepostet worden.
    Eine Aufstellung gibt es hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Talsperren-Katastrophen
    Interpretieren kann man diese Aufstellung, wie man Lust hat — sie ist ja unvollständig.

    ## Das heißt natürlich nicht, dass alle Wasserkraftwerke sicher sind. Nur isses eben so, dass man sich dem Einfluss eines möglicherweise havarierenden Wasserkraftwerks entziehen kann. Wenn man ähnliches bei Kernkraftwerken versuchen würde, müsste man den Kontinent verlassen. ##

    Nein. Einspruch. Wenn so ein Ding bricht, dann bricht es und eine oder zwei Stunden später ist der Spuk vorbei und man kann nur noch Leichen bergen. Die Vorwarnzeit ist verdammt kurz, da kann man kaum ausbüchsen. Im Gegensatz dazu ist ein Kernkraftwerksunfall ein langanhaltender Prozess bei dem man noch während des Vorfalls ausbüchsen kann.

    ## Das Problem an der Kernkraft ist (neben der Nichtbeherrschbarkeit, dem Endlagerproblem*, der dualen Nutzung als Waffe und den enorm hohen realen Kosten) ##

    Also einen Staudamm kann man ebenfalls als Waffe benutzen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Möhnetalsperre#Zerst.C3.B6rung_im_Zweiten_Weltkrieg

    ## vor allem, dass sie schlicht und einfach die Entwicklung von Alternativen hemmt oder sogar unmöglich macht. ##

    Das ist eine Behauptung. Nicht die Atomkraft an sich hemmt, das was hemmt sind marktbeherrschende Unternehmen.

    @Günther Vennecke

    ## Das ist überhaupt nicht die Alternative. Man kann Atomkraft auf viele Arten ersetzen. ##

    Ja, man kann.

    ## Zudem ist Atomkraft global betrachtet eine eher zu vernachlässigende Größe – was den Nutzen anbelangt, aber nicht die Gefährdung!

    Heute werden weniger als 2,5% der Nutzenergie in Atomkraftwerkenproduziert, selbst beim Strom sind es lediglich knapp 13% mit weiter abnehmender Tendenz. ##

    Sag das mal den Franzosen — oder anders ausgedrückt: Was hilft es, wenn an manchen Gebieten lokal ein extrem hoher Anteil an nutzbarer Energie aus Atomkraftwerken erzeugt wird, und an anderer Stelle Atomkraft nicht vorhanden ist. Das ist ein Transportproblem oder ein Problem der Umstellung.

    ## Die Energieversorgung der Zukunft kann, muss und wird mit immer weniger Atomkraft auskommen, jeder weitere Atomunfall wird den unvermeidichen Niedergang, der ja schon vor mehreren Jahren eingesetzt hat, beschleunigen. ##

    Teilweise Einverstanden. Dieser Niedergang mag in Deutschland tatsächlich der Fall sein. Aber ich sehe diesen Niedergang in dieser Liste nicht so recht:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernkraftwerke
    65 befinden sich in Bau … wenn das ein Niedergang ist?

    ## Jedes Gaskraftwerk in KWK-Technik erzeugt weniger CO2 als ein gleich großes Atomkraftwerk, speist man SNG ein, verbessert das die CO2-Bilanz weiter. ##

    Ich bin mir nicht sicher, ob du dich da nicht selbst anlügst. Verheizen von fossilen Brennstoffen (und dazu gehört auch Gas) ist langfristig ein genau so ein Eigentor wie die Abfallprodukte bei Kernenergie.

    Aber mir ging es nicht darum, die Kernenergie schön zu reden. Die hat einige Nachteile, sogar gewaltige Nachteile. Mir ging es darum, so manche vorschnelle Aktionen ins rechte Licht zu rücken. Keine der Alternativen ist gänzlich frei von Risiken und es bringt doch nichts, wenn ein Risiko ausgeschalten wird, dafür aber andere hinzukommen.

    Windenergie ist sicher eine nette Sache, momentan pustet der Wind hier ganz toll (richtiges Aprilwetter). Problem ist halt nur, dass der morgen vielleicht nicht mehr pustet. Also braucht man erstens Pufferspeicher und zweitens Transportmöglichkeiten. Zu den Transportmöglichkeiten ist hier ein aktuelles Interview:
    http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/313493
    Ich will da nur einen Satz zitieren:
    ##
    Gebaut wurden in den letzten fünf Jahren nur 90 Kilometer neue Stromfernleitungen, …
    ##

    Das klingt nicht gerade ermutigend, oder?

    Zum Thema Pufferspeicher gibts ja auch nette Artikel:
    http://www.heise.de/tp/artikel/34/34475/5.html

    Auch nur ein Satz:
    ##
    Die in Abbildung 12 dargestellte Anlage hätte einen Durchmesser von 11,4 Kilometer und eine Ringwallhöhe von 215 Meter.
    ##
    11 Kilometer (die 400 Meter schenk ich mir) … wo in Deutschland gibt es einen “Kreis” von 11 Kilometern ohne Ortschaft? Schauen wir mal Garzweiler II an, Planungsbeginn war 1987, Betriebsbeginn 2006, siehe hier: http://www.netzeitung.de/wirtschaft/unternehmen/407359.html Die Fläche ist mit 66 km² vergleichbar (okay, halbe Fläche nur). Nur von diesen Ringwallspeichern braucht Deutschland nicht nur einen … in 30 Jahren ist das eine Alternative.

  50. #51 Beobachter
    Juni 18, 2011

    @Georg

    Das ist eine Luege der Atomindustrie. Ausserdem wurde der Staudamm nur gebaut um ein Atomkraftwerk zu kuehlen. Es gibt auf der ganzen Nordhemisphaere eigentlich nur eine moegliche Art zu sterben und die benutzt Radioaktivitaet.

    Kann es sein dass deine Polemik hier das Fehlen von vernünftigen Argumenten kaschieren soll? Dass man auch durch Unfälle von Wasserkraftwerken sterben kann, bestreitet doch kein vernünftiger Menschen. Genauso kannst du von einem umfallenden Windrad erschlagen werden oder durch das heiße Wasser einer Geothermie-Anlage verbrüht werden. Die Frage ist, wie hoch ist das Risiko und wie hoch sind auch die wirtschaftlichen Schäden solcher Unfälle. Und zur Beantwortung dieser Frage hilft dir deine Polemik leider in keinster Weise weiter. Aber als Einstieg zum Nachdenken: Vergleiche doch mal einfach die wirtschaftlichen Schäden aller Wasserkraft-Unfälle und die der großen Nuklearunfälle (Tschernobyl, Fukushima, Majak, Harrisburg). Na, was war wohl schlimmer?

  51. #52 Grundumsatz
    Juni 18, 2011

    Das ist eine Luege der Atomindustrie. Ausserdem wurde der Staudamm nur gebaut um ein Atomkraftwerk zu kuehlen.

    Tatsächlich wurde er zur Wasserversorgung gebaut.

  52. #53 Grundumsatz
    Juni 18, 2011

    Wohl kaum: http://de.wikipedia.org/wiki/Vajont-Staumauer#Die_Katastrophe

    Beim nächsten mal einfach den ganzen Text lesen und vor allem auch verstehen. Die “Gefährlichkeit” von Wasserkraftwerken besteht darin, dass man die Leute nicht umsiedelt, obwohl das problemlos möglich wäre. Man baut quasi ein Schwimmbad ins Abklingbecken.

  53. #54 axel
    Juni 18, 2011

    @ Karl

    “Tokyo Electric Power Company (Tepco) has released details of the arrangements for dealing with the mass 25,000 tonnes of water that has accumulated in the basement of the turbine building of unit 2 at the damaged nuclear power plant.”

    Heißt das, dass die darin enthaltenen 400 PBq nicht als freigesetzte Radioaktivität zählen?
    Falls doch, dann wären Georgs Zahlen zur freigesetzten Aktivität Makulatur.
    Selbst wenn: Ich habe das Gefühl, dass Georgs genannten 700 PBq nur den atmosphärisch “entsorgten” Anteil beschreibt und befürchte, dass weitaus größere Mengen ins Meer gelangten.

  54. #55 roel
    Juni 18, 2011

    @Georg Hoffmann ” http://www.rikenresearch.riken.jp/ ” wo auf dieser Seite finde ich die Meßdaten?

  55. #56 Georg Hoffmann
    Juni 18, 2011

    @roel
    Ich hatte die Daten von RIKEN schon ein paar mal gepostet (siehe den Keinohrhasen). Am Anfang war der Link immer auf der Startseite, jetzt muss man doch arg suchen.

    Hier: http://www.riken.go.jp/engn/r-world/topics/110314/monitoring.html

    @axel
    Ich habe die Fukushima Zahlen nur aus einem Presseartikel genommen, der sagt; Alles noch viel schlimmer als gedacht (Ueberraschung). Mein Eindruck war, die sprechen vom Gesamtausstoss mit Meer. Stimme dir aber zu, das dann das Wasser in den Behaeltern anscheinend nicht dabei sein kann. Ich such mal.

    @grundumsatz
    Sie sind ja bei den chinesischen Stauseen (auch nach meiner letzten Linksammlung zu Banquiao, die beweisst, dass es sich bei natuerlich um ein riesiges Wasserkraftwerk handelt) beratungsresistent. Dann sollte man es auch dabei dann belassen. Wir einigen uns darauf, uns nicht einigen zu koennen.
    Ich bleibe dabei. Es starben weltweit mehr Menschen an fuer Energieerzeugung genutzten Stauseen, an Kohlekraftwerken (von der Foerderung bis zu den Nebenschaeden), ja selbst an Gaskraftwerken (und zwar jedes einzelne dieser Energiesysteme) als an Tschernobyl+TMI+Fukushima zusammen undzwar inklusive Langzeitschaeden. Soweit dann mal.

    @beobachter
    “In Fukushima sieht das nicht anders aus. Allein für das Auffangen der Stromproduktion und der direkten Kosten am Reaktor hat Tepco 9 Mrd EUR Verlust gemacht, die japanische Regierung baut einen Fonds von 43 Mrd EUR zur Entschädigung von Opfern auf. ”

    Alles wie immer vor dem Kontext dieses Erdbebens. Sicher ist es schlimm dass momentan 3000 Menschen evakuiert wurden und noch mehr evakuiert werden. Das Erdbeben hat insgesamt 500.000 Menschen obdachtlos gemacht. Die koennen doch zurueckkehren? Theoretisch schon. Es wird nur aus allerlei Gruenden nicht bei allen passieren. ZB hat New Orleans ca 30% seiner Bevoelkerung verloren.

    “ergleiche doch mal einfach die wirtschaftlichen Schäden aller Wasserkraft-Unfälle und die der großen Nuklearunfälle (Tschernobyl, Fukushima, Majak, Harrisburg). Na, was war wohl schlimmer?”

    Gerne. In der Oekonomie (frag mich nicht warum) wird ein ?enschenleben auf 2 Millionen Dollar angelegt (Ich bin ein Fan von Freakonomics, da steht dazu was drin). Banquiao hat 26000 Menschen direkt getoetet und 110.000 durch Hunger und Seuchen. Sagen wir unter Freunden 140.000 Tote. Macht 280.000 Millionen Dollar = 280 Milliarden. Auch nicht schlecht. Allerdings ist Freakonomics amerikanisch und es kann natuerlich sein, dass Chinesen billiger sind.

  56. #57 Beobachter
    Juni 18, 2011

    @Wurgl

    Aber ich sehe diesen Niedergang in dieser Liste nicht so recht:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernkraftwerke
    65 befinden sich in Bau … wenn das ein Niedergang ist?

    Der Anteil der Kernkraft an der Stromerzeugung sinkt seit Jahren beständig, d.h. sie verliert immer mehr an Bedeutung. Auch die Gesamtmenge des durch Kernenergie erzeugten Stroms sinkt seit 2006 und das wird 2011 nochmals einen richtigen Knick nach unten kriegen. Siehe:
    http://img198.imageshack.us/img198/4747/nuclearpowerdevelopment.png

    Deweiteren: Nicht alles ist Gold was glänzt. Schau dir doch mal die Liste der Reaktoren die sich in Bau befinden genauer an. Davon sind 13 seit rund 30 Jahren “im Bau”, das sind Bauruinen. Wirklich gebaut wird an etwa 50 Reaktoren und diese werden über einen Zeitraum der nächsten etwa 10 Jahre ans Netz gehen.
    Das sagt aber erst mal gar nichts aus, denn in den nächsten Jahren werden ja auch diverse alte Reaktoren vom Netz gehen. Wenn man eine Laufzeit von 50 Jahren annimmt (wie die Schweiz z.B.) dann gehen in den nächsten 15 Jahren allein knapp 100 Reaktoren altersbedingt vom Netz. Und die “geburtenstarken” KKW-Jahrgänge der 80er Jahre kommen dann ja erst, d.h. die Situation wird danach nicht besser, sondern der Baubedarf wird sich drastisch erhöhen. Selbst unter Berücksichtigung der ganzen Bauvorhaben und einem ähnlichen Ausbau in Zukunft wird die Anzahl der Reaktoren deshalb abnehmen.

    Und währenddessen die Strommenge aus Kernenergie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten so im besten Fall stagnieren wird, wächst der weltweite Strombedarf ja weiter. Der Anteil der Kernenergie wird immer weiter sinken und ihre Rolle im Energiemix so immer mehr an Bedeutung verlieren. Dieses Mär von der Renaissance der Atomkraft ist schlicht völlig an der Realität vorbei.

    vg,
    d.

  57. #58 Grundumsatz
    Juni 18, 2011
    @grundumsatz
    Sie sind ja bei den chinesischen Stauseen (auch nach meiner letzten Linksammlung zu Banquiao, die beweisst, dass es sich bei natuerlich um ein riesiges Wasserkraftwerk handelt) beratungsresistent.

    Moi? Ich kann mich nicht daran erinnern, dich in dieser Hinsicht nochmal angesprochen zu haben. Eben weil _du_ beratungsresistent bist. Argumentativ hast du demzufolge auch jetzt nur einen Strohmann zu bieten, denn dass dort Strom aus Wasserkraft gewonnen wurde, bestreite ich nicht.

    Ich bestreite aber sehr wohl, dass der Staudamm zu diesem Zweck errichtet wurde. Denn das wurde er ganz eindeutig nicht. Er wurde in Folge der schweren Überschwemmungen 1949/1950 errichtet; eben um diese in Zukunft zu kontrollieren. Wer also die Opfer des Unglücks per se der Wasserkraft zurechnet, handelt bestenfalls unredlich.

    Ich bleibe dabei. Es starben weltweit mehr Menschen an fuer Energieerzeugung genutzten Stauseen[...]

    Warum ich diese Aufrechnung bei Wasserkraft für falsch halte, schrub ich schon mehrmals: Niemand wird gezwungen, im Einflussbereich eines möglicherweise havarierenden Wasserkraftwerks zu wohnen.
    Genau das ist der Unterschied zur Kernkraft und genau deswegen macht die Atomsekte diese Rechnung auf.

  58. #59 Beobachter
    Juni 18, 2011

    @Georg

    Alles wie immer vor dem Kontext dieses Erdbebens. Sicher ist es schlimm dass momentan 3000 Menschen evakuiert wurden und noch mehr evakuiert werden.

    a) Die Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe sind wegen Fukushima, nicht wegen dem Erdbeben. Ich rede oben nur von den Kosten des Nuklearunfalls. Die hätte es mit einem Gaskraftwerk oder Regenerativen Energien in dieser Höhe nicht gegeben.

    b) 3000 Menschen evakuiert? Hallo? Die 20km Zone ist jetzt Sperrzone und komplett evaukuiert. Allein dort lebten 78.000 Menschen, hinzu kommen noch die tausenden die in der 30km Zone zwangsevakuiert worden oder der Aufforderung nach freiwilliger Evakuierung nachgekommen sind. Insgesamt sind daher weit mehr als 100.000 Menschen derzeit nur wegen des Atomunfalls evakuiert.
    http://www.nytimes.com/2011/05/02/world/asia/02japan.html?pagewanted=2&_r=1

    Banquiao hat 26000 Menschen direkt getoetet und 110.000 durch Hunger und Seuchen. Sagen wir unter Freunden 140.000 Tote. Macht 280.000 Millionen Dollar = 280 Milliarden.

    Ich redete von **Wasserkraft**. Der Banquiao-Staudämme waren – wenn du dich mal vernünftig informieren würdest – in erster Linie für die Hochwasserregulierung gebaut worden. Diese Dämme gäbe es also so oder so, selbst wenn du 100% deines Stroms aus Kernkraftwerken erzeugen würdest. Kernkraftwerke gäbe es aber nicht, wenn man den Strom anderweitig erzeugen würde. Deine Antwort ist also völlig an meiner Frage vorbei, nämlich wieviele Tote durch **Wasserkraft** verursacht wurden.

  59. #60 Georg Hoffmann
    Juni 18, 2011

    @beobachter
    “Warum ich diese Aufrechnung bei Wasserkraft für falsch halte, schrub ich schon mehrmals: Niemand wird gezwungen, im Einflussbereich eines möglicherweise havarierenden Wasserkraftwerks zu wohnen. ”

    Und niemand gezwungen im Kohlekraftwerk zu arbeiten, niemand in Feinstaub verseuchten Staedten zu wohnen, niemand bei der Erdgasgewinnung zu arbeiten, niemand in diesem bloeden Tal zu wohnen und niemand Kohle bei offenen Feuern in Indien zu nutzen.

    Und daher sind diese 100.000ende von Toten irgendwie keine Konsequenz unseres Bemuehens, Energie zur Verfuegung zu stellen und die einzigen Opfer, die es jemals in der Energiebranche gegeben hat, sind die 7 Millionen Toten von Tschernobyl.

  60. #61 Georg Hoffmann
    Juni 18, 2011

    @beobachter
    “Ich redete von **Wasserkraft**. Der Banquiao-Staudämme waren – wenn du dich mal vernünftig informieren würdest – in erster Linie für die Hochwasserregulierung gebaut worden.”
    Ach sicher doch. Der Staudamm wurde gebaut, um darauf Segelregatten abzuhalten. Und en passant wurden 18 GW Leistung produziert. Es handelt sich also um den groesten Segelunfall der Geschichte.

    Hier http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_hydroelectric_power_station_failures
    Das muss noch korrigiert werden.

  61. #62 Georg Hoffmann
    Juni 18, 2011

    Ich hatte mal gelesen es waeren 30000 (eine Null fehlte so oder so). Anyhow, Fukushima ist fuer mich eine Konsequenz eines Erdbebens bei dem 35000 Menschen starben und 500000 ihre Haueser verloren. Und Fukushima ist (wenn alles so gut ausgeht wie es jetzt aussieht) bei weitem nicht die schlimmste Konsequenz. Das ist der Punkt.

  62. #63 Beobachter
    Juni 19, 2011

    @Georg

    Dass der Damm auch zur Stromerzeugung genutzt wurde, bestreitet doch kein Mensch. Trotzdem wurde er in erster Linie zur Hochwasserregulierung gebaut:

    The Banqiao dam was begun in April 1951 on the Ru River with the help of Soviet consultants as part of a project to **control flooding** and to generate electricity. It was a **response to severe flooding** in the Huai River Basin in 1949 and 1950 [4].
    http://en.wikipedia.org/wiki/Banqiao_Dam

    Die Markierung der entsprechenden Stellen (**) im Text stammen von mir. Den Damm hätte man auch gebaut, selbst wenn man dort keine Elektrizität erzeugt hätte. Die Schäden durch Überschwemmungen waren einfach so immens, dass man einen Damm brauchte, um diese kontrollieren zu können. In den Fluten am Huai River 1931 und 1949/50 starben mehrere hunderttausend Menschen, manche Zahlen gehen sogar in die Millionen. Genau um solche immensen Fluten zu verhindern, wurde der Damm gebaut.

    Dass man – wenn man so einen Damm zwecks Hochwasserregulierung schon gebaut hat – dort noch den schönen Nebeneffekt der Stromerzeugung mitnimmt, ist wohl logisch. Aber auch wenn man dessen Elektrizität stattdessen mit AKWs erzeugt hätte, auch dann hätte es den Damm gegeben und auch das Unglück. Ein AKW gibt es jedoch ausschließlich zur Stromerzeugung, d.h. wenn man diesen Strom anderweitig erzeugt, *kann* es auch nicht zu einem Nuklearunfall kommen.

    Die Logik, die hinter diesem “bei-Staudämmen-gibts-auch-Unfälle” Zeugs steht, ist doch scheinbar, dass es bei einer Stromerzeugung durch AKW keine solchen Unfälle gäbe. Das ist aber ganz offensichtlich quatsch, denn die meisten Staudämme werden ohnehin zur Trinkwasserversorgung, Bewässerung oder Hochwasserregulierung benötigt. Man hat kein zusätzliches Risiko, wenn man diese Dämme dann auch zur Stromerzeugung nutzt. Würde man stattdessen AKWs errichten, dann hat man ein *zusätzliches* Risiko, und zwar wie man jetzt sieht kein unerhebliches.

    Wenn du das nicht nachvollziehen kannst, dann kann ich leider auch nichts mehr machen.

  63. #64 Beobachter
    Juni 19, 2011

    Ich hatte mal gelesen es waeren 30000 (eine Null fehlte so oder so). Anyhow, Fukushima ist fuer mich eine Konsequenz eines Erdbebens bei dem 35000 Menschen starben und 500000 ihre Haueser verloren.

    Tolle Logik, dann ist ja alles in Butter. Wenn uns wegen einem Erdbeben oder einer Überflutung ein AKW um die Ohren fliegt, dann ist das halt so? Nein, ist es eben nicht, denn wenn man keine AKWs baut, können einem bei solchen Ereignissen auch keine um die Ohren fliegen. Genau dieses Risiko will eben in vielen Ländern der Großteil der Bevölkerung nicht mehr eingehen. In totalitären Staaten wird die Bevölkerung aber gar nicht gefragt, und deshalb ist dort ein Ausbau der Atomkraft auch viel einfacher. Aber das hast du ja schon vorhin in dem SZ-Artikel nicht verstanden.

  64. #65 Günther Vennecke
    Juni 19, 2011

    @Wurgl,

    Aber ich sehe diesen Niedergang in dieser Liste nicht so recht:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernkraftwerke
    65 befinden sich in Bau … wenn das ein Niedergang ist?

    Es ist in der Tat ein Niedergang. Bei 40 Jahren Laufzeit und rund 10 Jahren Bauzeit müssten ständig ca. 110 Anlagen im Bau sein, nur um den Bestand von ca. 440 AKWs zu halten. Sind es weniger, ist der Niedergang unausweichlich.

    Auf die übrigen Punkte hat Beobachter schon hingewiesen.

    Einfach mal hier informieren.

    Dann zeigt sich auch sehr eindrucksvoll, wie gering der Zubau in den letzten 20 Jahren gewesen ist: 4 – 5 Reaktoren pro Jahr und nur durchschnittlich 3 – 4 in den letzten 10 Jahren.

    Dabei quatschen die Atomfetischisten seit sehr langer Zeit von einer “Renaissance der Kernenergie”. Die lügen sich selbst was in die Tasche.

    Anderes Thema:

    Ich bin mir nicht sicher, ob du dich da nicht selbst anlügst. Verheizen von fossilen Brennstoffen (und dazu gehört auch Gas) ist langfristig ein genau so ein Eigentor wie die Abfallprodukte bei Kernenergie.

    Ein Gaskraftwerk in KWK-Technik spart anderenorts Heizwärme ein, die sonst durch Öl oder Gas, verienzelt auch Kohle erzeugt werden würde. Das verbessert die CO2-Bilanz enorm. Mittel- bis langfristig kann in solchen Gaskraftwerken natürlich SNG (synthetic natural gas) verwendet werden, das aus den Überschüssen bei Solar- und WIndstrom gewonnen wird. Dann tendiert der CO2-Ausstoß gegen null, während er bei den Atomkraftwerken wegen der Ausbeutung immer ärmerer Uranerze notwendigerweise ansteigt.

  65. #66 Georg Hoffmann
    Juni 19, 2011

    @Beobachter
    “Wenn du das nicht nachvollziehen kannst, dann kann ich leider auch nichts mehr machen.”
    Nein, das kannst du nicht.
    Ob dieser Stausee auch zum Segeln benutzt wurde ist voellig irrelevant. Es war ein riesieges Kraftwerk, das einen Unfall hatte.
    Ein Kernkraftwerk wird ja vielleicht auch noch dazu benutzt waffenfaehiges Plutonium herzustellen. Trotzdem handelt es sich nicht um einen Unfall in einer Waffenfabrik sondern um einen in einem Kraftwerk und darum vergleichen wir jetzt Risiken bei der ENergieerzeugung in China. Punkt.

    Kohle
    1990-1995
    816 schwere Unfaelle mit 11321 Tote
    geschaetzte 6000 Tote pro Jahr in kleineren Unfaellen in den Minen
    jeder dritte Industrieunfall in China hat mit Kohle zu tun

    Oel
    1969-1999
    32 schwere Unfaelle, 613 Tote

    Hydro Power
    1950-1990
    3241 Unfaelle mit 9937 Toten ohne Banqiao
    riesige Dunkelziffer

    Nuclear Power
    Beim Anstreichen des Trafogebaeudes ist eine Leiter umgekippt

    Sie haben die Summe X zur Verfuegung und sind chinesischer Ministerpraesident
    Wo wuerde sie zuerst Verbesserungen durchfuehren?

    Klar, die Kernkraftwerke muessen durch Kohle ersetzt werden. Das liegt doch auf der Hand.

  66. #67 Dr. Webbaer
    Juni 19, 2011

    Na!, wenn diese Aufrechnung von Opferzahlen nicht mal zynisch ist und das Böse in Ihnen belegt! – Wie kann ein Mensch mit so klaren, verständlichen und explizit nicht totalitären Ansichten zum Klimaschutz anderweitig, also beim Thema Atom, nur so zynisch unterwegs sein!

    MFG
    Dr. Webbaer

  67. #68 Grundumsatz
    Juni 19, 2011

    Und niemand gezwungen im Kohlekraftwerk zu arbeiten, niemand in Feinstaub verseuchten Staedten zu wohnen, niemand bei der Erdgasgewinnung zu arbeiten.

    Bis auf den Feinstaub ist das korrekt. Das eine Risiko wird einem aufgezwungen, das andere geht man freiwillig ein. Ganz einfach zu verstehen.

  68. #69 Georg Hoffmann
    Juni 19, 2011

    @Grundumsatz
    “Das eine Risiko wird einem aufgezwungen, das andere geht man freiwillig ein. Ganz einfach zu verstehen.”
    So wird”s sein. Und jetzt sprechen wir zwei beide mal mit den chilenischen und chinesischen Minenarbeitern und und beglueckwuenschen sie zu ihrer Freiheit. Selbst Schuld, die Deppen. “Eure Armut kotzt mich an” dixit Grundumsatz.

  69. #70 Beobachter
    Juni 19, 2011

    @Hoffmann

    Ob dieser Stausee auch zum Segeln benutzt wurde ist voellig irrelevant. Es war ein riesieges Kraftwerk, das einen Unfall hatte.

    Der primäre Grund zum Bau dieser Stauseen war die Hochwasserregulierung. Diese Seen und damit den Unfall hätte es auch gegeben, selbst wenn der Stausee nicht auch für die Wasserkraft genutzt worden wäre.
    Ich frage dich daher jetzt so, nach dem du es anders nicht verstehen willst oder kannst:
    Wieviele Tote und welche Schäden hätte es weniger gegeben, wenn man den gesamten Strom aller Wasserkraftwerke durch 100%ig unfallfreie Kernkraftwerke erzeugt hätte?

    …und darum vergleichen wir jetzt Risiken bei der Energieerzeugung in China. Punkt. [...]
    Kohle 11312 Tote [...]
    Oel 613 Tote [...]
    Nuklear: Beim Anstreichen des Trafogebaeudes ist eine Leiter umgekippt

    Das ist ein “Vergleich”? Keine Quellenangaben, verschiedene Zeiträume, verschieden alte und verschieden viele Anlagen mit einem völlig unterschiedlichem Anteil an der Energieversorgung, unterschiedliche Berücksichtigung der Toten bei der Rohstoffproduktion, etc… in diesem “Vergleich” stecken so viele methodische Fehler drin, dass sich alle verstorbenen Statistiker mit Überschallgeschwindigkeit im Grab drehen…

    Ich kann nur inständig hoffen, dass du in deiner Funktion als Klimawissenschaftler nicht genauso arbeitest, sonst Gute Nacht… nur zur Information: Du blogst hier bei *Science*Blogs. Ein bisschen mehr Niveau in deiner Argumentation wäre also wohl schon zu erwarten.

    Ähnlich “sinnvoller” Vergleich:
    Im Jahr 2008 kamen bei Kletterunfällen in Deutschland 11 Menschen ums Leben. Beim Autofahren kamen dagegen 2368 Menschen ums leben, bei Flugunfällen 73 Menschen.
    Autofahren ist also mehr als 200x so gefährlich wie Klettern und Fliegen etwa 7x so gefährlich wie Klettern. Folglich ist Klettern keine Risikosportart, sondern eines der sichersten Dinge überhaupt. Wer die Fehler in dieser Statistik findet, darf sie behalten oder dem Hoffmann zur Verbesserung seiner Statistikfähigkeiten erklären.

  70. #71 Georg Hoffmann
    Juni 19, 2011

    @Beoabachter

    Das ist ein “Vergleich”? Keine Quellenangaben, verschiedene Zeiträume, verschieden alte und verschieden viele Anlagen mit einem völlig unterschiedlichem Anteil an der Energieversorgung, unterschiedliche Berücksichtigung der Toten bei der Rohstoffproduktion,

    Ja, das ist schlimm. Taschentuecher!
    Andererseits (da Sie ja selbst auf die Wiki Quelle verwiesen haben) hatte ich gehofft, dass Sie mal einen Blick in die Links geworfen haetten.
    gabe.web.psi.ch/pdfs/PSI_Report/CETP_RA_Report.pdf

    Zeitraeume etc ist alles wurscht. Der Unterschied ist dermaszen flagrant, da muessste man schon sehr fanatisiert sein um da noch was zu maekeln. Oder?

  71. #72 Beobachter
    Juni 19, 2011

    Zeitraeume etc ist alles wurscht. Der Unterschied ist dermaszen flagrant, da muessste man schon sehr fanatisiert sein um da noch was zu maekeln. Oder?

    Man muss schon sämtlichen gesunden Meschenverstand vorher über Bord werfen, wenn man glaubt, dass es daran nichts zu mäkeln gibt:

    Beim Kohleabbau passieren jedes Jahr viele Unfälle, von denen aber jeder im Verhältnis zu einem Nuklearunfall klein ist. Hier summieren sich die Schäden aus vielen kleinen Ereignissen zusammen. Ein Nuklearunfall passiert vielleicht nur einmal in 50, 100 oder 1000 Jahren und stellt aber dann einen riesigen Schadensfall dar. Hier ist offensichtlich ein gigantischer Unterschied. Die Tatsache dass es *jetzt* noch keinen Nuklearunfall in China gab, ist wohl kaum verwunderlich, nachdem das Land im wesentlichen erst seit 10 Jahren etwa 5 Kraftwerke betrieben werden. Aber nur weil in den ersten 10 Jahren dort noch nichts passiert ist, kannst du doch für einen Risikovergleich nicht annehmen, dass die Zahl der Opfer und die Schäden bei 0 liegen. Das ist doch Idiotie höchsten Grades.

  72. #73 Beobachter
    Juni 19, 2011

    @Georg:
    BTW, ich warte immer noch auf eine Antwort, um die du dich offensichtlich drücken willst:
    Wieviele Tote und welche Schäden hätte es weniger gegeben, wenn man den gesamten Strom aller Wasserkraftwerke durch 100%ig unfallfreie Kernkraftwerke erzeugt hätte?

  73. #74 Georg Hoffmann
    Juni 19, 2011

    @Beobachter

    TW, ich warte immer noch auf eine Antwort, um die du dich
    offensichtlich drücken willst:
    Wieviele Tote und welche Schäden hätte es weniger gegeben, wenn man
    den gesamten Strom aller Wasserkraftwerke durch 100%ig unfallfreie
    Kernkraftwerke erzeugt hätte?

    Tschuldigung. Habe ich uebersehen. Darauf gibt es zwei Antworten.
    1a) Auf der Basis der uebliche Kernkraftrestrisiko-Analysen
    1b) Auf Basis der bisherigen zwei groeszeren Unfaelle (Tschernobyl; Fukushima). Nehmen wir mal an (halte ich eigentlich fuer etwas pessimistisch) es dann mindestens einen groesseren Unfall in China gegeben, mit ca 50 direkten Toten, 100 mittelfristigen und 10000 statistisch nicht nachweissbaren aber irgendwie wahrscheinlich ueber die ganze Nordhemisphaere verteilten zusaetzlichen Toten. Na und jetzt muss man nur noch die Differenz bilden. Einen Kernkraftunfall, der mehr Menschen toetet, verletzt und der Heimat beraubt als es der Banqiao gemacht hat, halt ich praktisch fuer unmoeglich. Aber hey, wer bin ich.

    2) Was wuerde ein chinesischer Ministerpraesident GLAUBEN (was natuerlich wichtiger als 1 ist, da er ja die ENtscheidung trifft). Ich glaube da kann es keinen Zweifel geben. Er waere von der 100% Sicherheit seiner chinesischen Anlagen ueberzeugt (weit mehr als Sarko von den frz) und bei gegebenen Mittel haette Kohle durch Kernkraft ersetzt.

    Ist das so ok als Antwort?

  74. #75 Beobachter
    Juni 20, 2011

    @Georg:
    > Ist das so ok als Antwort?
    Nein, glatte Themaverfehlung. Nochmal die Frage:
    Wieviele Tote und welche Schäden hätte es weniger gegeben, wenn man
    den gesamten Strom aller Wasserkraftwerke durch 100%ig unfallfreie
    Kernkraftwerke erzeugt hätte?

    Darauf antwortest du irgendwas mit Kernkraftwerksunfällen, obwohl ich in der Frage doch schrieb, dass du von 100%ig unfallfreien Kernkraftwerken ausgehen sollst und einfach nur den Unterschied zwischen den beiden Szenarien a) mit Wasserkraft und b) ohne Wasserkraft evaluieren sollst. Du hast das gar nicht getan und völlig am Thema der Frage vorbei geantwortet. Ich warte also noch immer…

    Und BTW:
    Die Toten sind bei einem Atomunfall ja nicht das einzige und wohl nicht mal das schlimmste Problem. Denn wenn es langfristig 10.000 statistisch nachweisbare Tote gibt, dann gibt es zigtausende von Krebserkrankungen die nicht tödlich sind, aber dennoch extrem hohe Folgekosten haben (jahrelange Behandlung, OPs, Arbeitsunfähigkeit oder langer Arbeitsausfall, etc). Genauso gibt es vermehrt Fehl- und Totgeburten, behinderte Kinder usw usf… auch hier viele Kosten. Von den Entschädigungen für auf Jahre oder gar Jahrzehnte nicht mehr benutzbare Grundstücke, Häuser und Fabriken ganz zu schweigen. All das sind Kosten, die es bei einem Unfall mit einem Staudamm so nicht gibt. Das musst du alles auch mal in deine Risikoanalyse miteinfliessen lassen, wenn du beides vergleichen willst.

  75. #76 Grundumsatz
    Juni 20, 2011

    Das musst du alles auch mal in deine Risikoanalyse miteinfliessen lassen, wenn du beides vergleichen willst.

    Da die Betreiber, Regierungen und die IAEO ständig lügen und vertuschen (ganz “demokratisch” natürlich), wird das sehr schwer. Das machen die ja schon bei vermeintlich harmlosen Zwischenfällen. Da kann sich jeder ausmalen, wie es bei schweren Unfällen aussieht.

  76. #77 adenosine
    Juni 20, 2011

    Ist denn die Strahlungsquelle Fukushima nun geschlossen, oder mus man noch mit nennenswert weitereren Emissionen rechnen?

  77. #78 Georg Hoffmann
    Juni 20, 2011

    @adenosine
    Ich hab gehoert, es sei soweit alles dicht. Aber ich bin fast sicher dass irgendwer eine Information hat, demzufolge jeden Tag 100 kg Plutonium heimlich auf die Aecker verteilt werden.

    @Beoabachter
    Aber, Beobachter, wenn Sie gerne sagen moechten: “Ich glaube diese hunderte von Stauseen auf jeden Fall gebaut worden waeren, selbst wenn man ausserdem mit einem einzigen Staudamm 18 GW produzieren konnte, dann duerfen Sie das doch gerne direkt sagen. Ich bin so oder so kein intimer Kenner der chinesischen Hochwasserproblematik in den 60er, so wie Sie es sind, und haette sofort klein bei gegeben. Andererseits sind alleine 18GW schon eine nette Motivation mal so einen Staudamm zu bauen, oder?
    Am Ende dieser etwas ermuedenden Debatte steht doch, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass, so totalitaer die chinesischen Machthaber Ihnen und mir (und ich bin eher der groszuegige Typ) erscheinen moegen, sie zu rationalen Entscheidungen in Energie, Umwelt und Sicherheitsfragen wahrscheinlich in der Lage sind. Angesichts des Vergleichs der Opfer/kWh von oben (den Sie ganz zu recht gerne viel wissenschaftlicher haetten [Paper schon gelesen?]) ist es sicher eine vertretbare Entscheidung in den Energiemix Atomstrom reinzumischen und weniger Kohle, die Sicherheit in den Minen zu verbessern, andere Kohlekraftwerke zu bauen und mal vorsichtig das Potential der Erneuerbaren auszutesten. Na und genau das tun die totalitaeren Chinesen auch.
    Letztlich glaube ich, dass solche Entscheidungen ziemlich unabhaengig vom Regierungssystem getroffen sind. Wenn Erneuerbare konkurenzfaehig (Preis, Leistung etc) dann sind sie es auch in einem totalitaeren System.

    Darauf antwortest du irgendwas mit Kernkraftwerksunfällen, obwohl ich in der Frage doch schrieb, dass du von 100%ig unfallfreien Kernkraftwerken ausgehen sollst

    Und ich dachte das waere ironisch gemeint. Tsss.

    Wenn wenn es langfristig 10.000 statistisch nachweisbare Tote gibt, dann gibt es zigtausende von Krebserkrankungen die nicht tödlich sind, aber dennoch extrem hohe Folgekosten haben (jahrelange Behandlung, OPs, Arbeitsunfähigkeit oder langer Arbeitsausfall, etc).

    Na ob das den chinesischen Gesundheitminister zustaendig fuer 1.3 Milliarden Menschen jetzt so richtig erschrecken wird. Wenn man ganz boese ist, kann man sagen, dass aus seiner Sicht ein Gutteil der Folgekosten eines solchen Unfalls externalisiert und per radiaktiver Strahlung auf die Gesundheitssysteme anderer Laender umgewaelzt worden sind. Anyhow nochmal zur Perspektive (immer wichtig): Die 10000 Tausend moeglichen Toten (ueber 30 Jahre) muessen mit 650 Millionen Krebstoten ueber den gleichen Zeitraum verglichen werden.

    Genauso gibt es vermehrt Fehl- und Totgeburten, behinderte Kinder usw usf… auch hier viele Kosten.

    Ja, das hoert man immer viel. Gerade bei den Faellen, wo nun die Dosen relativ gut bekannt und sehr hoch sind (Hiroshima oder ARS FAelle), sind allerdings die Belege sehr duerftig. Das Thema waere mal eine gruendliche Recherche wert.

    Von den Entschädigungen für auf Jahre oder gar Jahrzehnte nicht mehr benutzbare Grundstücke, Häuser und Fabriken ganz zu schweigen.

    Im Falle Fukushimas denke ich dass in 5 Jahren 80% der Vertriebenen wieder an Ort und Stelle sind oder sein koennten. Die Abbaurate (per vertikaler Diffusion, etc) von 137Cs ist 3-5 mal schneller als die physikalische Halbwertzeit. Relevante Mengen Plutonium oder andere Trans-Urane sind wohl nicht ausgetreten, kaum Strontium. Alles ein bisschen sauber machen, gut vermessen und eventuel Stellen mit hoher STrahlung abtragen.
    Das sollten Ruhrgebietler machen. Wir haben Erfahrung mit dem Leben auf voellig verseuchten Boeden.

    All das sind Kosten, die es bei einem Unfall mit einem Staudamm so nicht gibt.

    Nee, da ist alles voellig zerstoert. Stimmt.

  78. #79 sol1
    Juni 20, 2011

    …dass es sehr wahrscheinlich ist, dass, so totalitaer die chinesischen Machthaber Ihnen und mir (und ich bin eher der groszuegige Typ) erscheinen moegen, sie zu rationalen Entscheidungen in Energie, Umwelt und Sicherheitsfragen wahrscheinlich in der Lage sind.

    “Rationale Entscheidungen” sehen für einen Machthaber etwas anders aus, wenn er

    1. jeden, der eine alternative Politik vorschlägt, einsperren kann
    2. im Falle einer Havarie eine halbe Million unzureichend aufgeklärte Soldaten schweren Gesundheitsgefahren aussetzen kann.

    Und damit sind wir wieder bei dem Thema, daß Atomkraft immer mehr zur Energie der totalitären Staaten wird.

  79. #80 Georg Hoffmann
    Juni 20, 2011

    @sol1

    1. jeden, der eine alternative Politik vorschlägt, einsperren kann
    2. im Falle einer Havarie eine halbe Million unzureichend aufgeklärte Soldaten schweren Gesundheitsgefahren aussetzen kann.
    Und damit sind wir wieder bei dem Thema, daß Atomkraft immer mehr zur Energie der totalitären Staaten wird.”

    Alle Welt kennt Freakonomics nehme ich mal an? Es gibt da ein Kapitel zur Oekonomie einer Crack-Dealer Bande und das eigentlich interessante ist, dass das was so sehr die Aufmerksamkeit fesselt, das Sodom und Gomorrha, die Morde, die Gewalt letztlich nicht so wichtig ist, um das eigentliche Verhalten der Gruppe zu verstehen. Dazu muss man sich eben die Oekonomie der Gruppe anschauen.
    Dass die chinesische Fuehrung Dissidenten in den Knast schmeisst oder Weltfuehrend in Todesstrafen ist, ist nicht soooo wichtig, um zu verstehen, was die energie+umweltpolitischen Konstraints sind. Ausser dass diese Gleichsetzung Kernkraft=Totalitarismus natuerlich nur ein Godwin auf einem hoeheren Niveau ist, ist es eben auch falsch. Letztlich schwurbelt so eine Idee der Kalokagathia da herum, dass letztlich alle richtigen Entscheidungen nur in einem “schoenen”, gerechten, egalitaeren etc etc System getroffen werden koennten und umgekehrt alle schlechten nur in den boesen, brutalen etc Systemen. Die Geschichte ist randvoll mit Gegenbeispielen. Zur politischen Agitation dient das aber immer noch.

  80. #81 Günther Vennecke
    Juni 21, 2011

    Die Klima-Pseudo-”Skeptiker” haben wieder inemal eine fette Niederlage kassiert.

    Eine weitere ihrer Spinnereien, nämlich die Behauptung, dass es keinen Meeresspiegelanstieg gäbe, ist widerlegt worden. Es konnte sogar gezeigt werden, dass der Meeresspiegel gegenwärtig schneller steigt als jemals zuvor in den zurückliegenden 2000 Jahren:

    http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-06/meeresspiegel-klimawandel-anstieg/seite-1

    Diese Leute müssen sich doch langsam noch dämlicher vorkommen als sie ohnehin schon sind, wenn eine nach der anderen von ihren stupiden Thesen den Bach runtergeht.

    Da kann man es nur mit Einstein halten, der gesagt hat: “Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit – nur beim Universum bin ich mir nicht so sicher.” Er muss wohl damals schon Leute wie die Klima-Pseudo-”Skeptiker” im Sinn gehabt haben, denn der Typus ist ja nicht neu, nur die Themen wechseln.

  81. #82 Krishna Gans
    Juni 21, 2011

    “Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit – nur beim Universum bin ich mir nicht so sicher.”

    Soviel ist klar, das Vennecke hat der noch nicht gekannt, er hätte sonst von der Venneckes und nicht der menschlichen gesprochen.
    Hier geht es nicht um einen popeligen Küstenabschnitt, der von Hockey-Mann und “die Feile” Rahmstorf als globales Meer in den Alarmistenhimmel gehoben wurde. Rahmstorf ist derweil mal wieder am rumprolen, er wäre der schlauere Bauernfänger, alle andern sind Idioten, womit wir wieder bei Vennecke wären, dem repräsentativsten Vertreter dieser Gattung Verschwörungstheoretiker.

  82. #83 Krishna Gans
    Juni 21, 2011

    “Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit – nur beim Universum bin ich mir nicht so sicher.”

    Soviel ist klar, das Vennecke hat der noch nicht gekannt, er hätte sonst von der Venneckes und nicht der menschlichen gesprochen.
    Hier geht es nicht um einen popeligen Küstenabschnitt, der von Hockey-Mann und “die Feile” Rahmstorf als globales Meer in den Alarmistenhimmel gehoben wurde. Rahmstorf ist derweil mal wieder am rumprolen, er wäre der schlauere Bauernfänger, alle andern sind Idioten, womit wir wieder bei Vennecke wären, dem repräsentativsten Vertreter dieser Gattung Verschwörungstheoretiker.

  83. #84 Günther Venncke
    Juni 21, 2011

    Ach Gans,

    auch wenn Sie Ihren Wutausbruch zweimal posten, gewinnt er überhaupt nichts an Überzeugungskraft, weil Sie alles, was Sie sagen, dadurch entwerten, dass Sie als “Beleg” einen der notorischen Lügner aus der Klima-Pseudo-”Skeptiker”-Szene anführen.

    Aber was wollen Sie auch machen, anständige Leute findet man in Ihrem Lager nicht.

    Interessant übrigens, dass Ihr Kumpan Kipp sich in eisiges Schweigen hüllt, seit er mit seinem (vorerst) letzten Unsinn mal wieder total auf die Nase gefallen ist. Ist ihm wahrscheinlich recht peinlich, dass man ihn erneut so leicht mit seinem Quatsch widerlegen konnte. Naja, wenn man wie er keinen Durchblick hat, kommt so etwas halt öfter vor.

  84. #85 Günther Vennecke
    Juni 21, 2011

    @Gans,

    interessant übrigens, dass Ihr Herr Kipp und der notorische Lügner Goddard etwas gemeinsam haben:

    Beide haben sich in untauglicher Weise am arktischen Eis versucht und sind damit gewaltig auf die Nase gefallen:

    http://thinkprogress.org/romm/2008/08/25/203013/a-new-olympic-record-for-retraction-of-a-denier-talking-point/

    Und Herr Kipp mit seinem kindlich-naiven und grottenfalschen Artikel: “Schmelzen die Polkappen wirklich?”, wo er entgegen aller Vernunft etwa von “Erholung der arktischen Eisbedeckung” faselte. Meines Wissens hat er sich bis heute nicht von diesem Unsinn distanziert.

  85. #86 Krishna Gans
    Juni 21, 2011

    “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten”, sollte das Vennecke mal beherzigen.

  86. #87 Günther Vennecke
    Juni 21, 2011

    Ach Gans,

    “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten”, sollte das Vennecke mal beherzigen.

    Überaus schwache Reaktion, aber zu mehr hat es bei Ihnen ja noch nie greicht. Im Übrigen zeigt Ihre Wortwahl sehr deutlich, wie schwer meine Beweisführung Sie getroffen hat.

    Amüsiert mich trotzdem, dass Sie in allen Blogs immer wieder den Kürzeren ziehen. :-)))))))))))))

  87. #88 Krishna Gans
    Juni 21, 2011

    Beweisführung ?
    Von was faselt es ?
    Dreckschleudern wie das Vennecke treffen sich in der Regel selbst, weil sie zu blöd sind, die Windrichtung zu checken.

  88. #89 Wolfgang Flamme
    Juni 21, 2011

    Beim Spiegel klickt man ins Leere – hier der Link zur Arbeit. Werde ich mir mal zu Gemüte führen.

  89. #90 Wolfgang Flamme
    Juni 21, 2011

    Sorry, nicht bei ‘Der Spiegel’, bei ‘Die Zeit’ …

  90. #91 Günther Vennecke
    Juni 21, 2011

    @Gans,

    herrlich, wie Sie sich echauffieren. :-))))))))))))

    Wie sagt doch gleich der Volksmund: “Getroffener Hund bellt.”

    Mit jedem Ausfall zeigen Sie doch nur, wie verzweifelt Sie sich zu wehren versuchen, allerdings – wie immer – ohne etwas Substanzielles in der Hand zu haben.

    Die Klima-Pseudo-”Skeptiker” sind direkt dem Märchen “Des Kaisers neue Kleider” entsprungen: Sie haben nichts an, wollen aber allen weismachen, dass sie überaus prachtvolle Gewänder tragen. Und tatsächlich! Manche Naivlinge fallen drauf rein.

  91. #92 michael
    Juni 21, 2011

    @Georg
    > Ich hab gehoert, es sei soweit alles dich

    Von Mama oder von Papa ? 100kg Plutonium für Dein Bombenarsenal hab ich nicht zu bieten, nur:

    http://fukushima.grs.de/sites/default/files/Status_KKW_Fukushima_Daiichi_20_06_2011_0500.pdf

  92. #93 Georg Hoffmann
    Juni 22, 2011

    @michael
    Dicht genug fuer mich. Tatsächlich sind in deiner Tabell ueberhaupt keine Messwerte.

  93. #94 sol1
    Juni 22, 2011

    @ Georg Hoffmann

    Alle Welt kennt Freakonomics nehme ich mal an? Es gibt da ein Kapitel zur Oekonomie einer Crack-Dealer Bande und das eigentlich interessante ist, dass das was so sehr die Aufmerksamkeit fesselt, das Sodom und Gomorrha, die Morde, die Gewalt letztlich nicht so wichtig ist, um das eigentliche Verhalten der Gruppe zu verstehen. Dazu muss man sich eben die Oekonomie der Gruppe anschauen.

    Was willst du uns damit beweisen?

    Niemand hier hat bestritten, daß sich ethisch verwerfliche Ziele mit rationalen Mitteln verfolgen lassen.

    Die chinesiche Regierung (von der man getrost sagen kann, daß sie moralisch mit Crack-Dealern auf einer Stufe steht) verfolgt ihr Ziel der Machterhaltung und persönlichen Bereicherung, und in dieser Logik kann es durchaus rational sein, Menschenrechte zu verletzen und den Strahlentod von Zehntausenden zu riskieren.

    Schaut man jetzt umgekehrt nach Deutschland, dann ist der Ausstiegsbeschluß der schwarz-gelben Regierung vollkommen rational. Merkel & Co. wußten von Anfang an, daß sich in Fukushima eine Katastrophe ereignet hat, deren Ausmaße mit Tschernobyl zu vergleichen sind, sie wußten, daß auf Jahre hinaus dort Negativschlagzeilen produziert werden, sie wußten, daß ein praktikabler Ausstiegsplan existiert (nämlich der von Rotgrün), und sie wußten, daß die Opposition mit eben diesem Ausstiegsplan (oder einer verschärften Variante) beim Wahlvolk außerordentlich gut punkten könnte.

    Also blieb der Regierung nichs anderes übrig, als die Kuh wieder vom Eis zu holen, auf das man sie im letzten herbst geschickt hatte – mittels Atommoratorium, Ethikkommission und Rückkehr zum rotgrünen Ausstiegsfahrplan.

  94. #95 michael
    Juni 22, 2011

    @Georg

    > Dicht genug fuer mich.

    Na klar, Du bist ja auch weit weg von Japan.

    > Tatsächlich sind in deiner Tabelle ueberhaupt keine Messwerte.

    Hab ich das behauptet? Du hast gesagt: “Ich hab gehört,dass sie dicht sind.” In dem Papier steht: “Möglicherweise ist das, was der Herr Hoffman gehört hat, falsch.”

    Und die im PDF angegebene Quelle erscheint mit nicht völlig unglaubwürdig.

    > Tatsächlich sind in deiner Tabelle ueberhaupt keine Messwerte.

    Vielleicht mal unter Umweltauswirkungen schauen?

  95. #96 Georg Hoffmann
    Juni 23, 2011

    @michael

    Na klar, Du bist ja auch weit weg von Japan.

    Und wenn ich 100km von Fukushima weg wohnen wuerdee, dann haette ich immer noch weniger Strahlung zu “erleiden” als ein durchschnittlicher Hesse oder Bayer.
    Hier kann man taeglich die letzten Werte von einem unabhaengigen Forschungsinstitut anschauen. http://www.riken.go.jp/engn/r-world/topics/110314/monitoring.html Der Tagesmittelwert lag bei 0.07muSv/h.

    Die Frage auf die ich antwortete war

    Ist denn die Strahlungsquelle Fukushima nun geschlossen, oder mus man noch mit nennenswert weitereren Emissionen rechnen?

    Es gibt momentan keine Emissionen. Zumindest kenne ich keinerlei Messungen die das bestaetigten.
    Bereits ganz oben habe ich gesagt, dass das Containment beschaedigt ist. Was genaues haben wir hier durch rumgoogeln nicht rausgekriegt.

  96. #97 Georg Hoffmann
    Juni 23, 2011

    Und noch ein gute Nachricht. Seit 22 Stunden funktionieren die Pumpen zur Säuberung des Kühlwassers, welches dann hoffentlich in einem geschlossenen Kreislauf wieder zur Kuehlung benutzt werden kann.
    Spiegel online hatte in einen seiner zahlreichen Ueberschriften der Art “Ein weiterer Rückschritt in Fukushima” keine 2 Stunden nach dem ersten Anschmeissen der Pumpen gemeldet, dass der Filterversuch unterbrochen werden musste. Mittlerweile laufen die Pumpen und der Spiegel hat noch nicht wieder darueber berichtet. Komisch.

    Es arbeiten mehrere frz Areva Ingenieure da unten (sie haben Teile des Filtersystems in Rekordzeit aufgebaut). Ihre Arbeitsstelle ist 500 Meter vom Reaktor 4 entfernt. Sie liegen mit den empfangenen Dosen nachwievor innerhalb der frz Sicherheitsnorm von 20mSv pro Jahr.

  97. #98 Karl Mistelberger
    Juni 23, 2011

    Mittlerweile laufen die Pumpen und der Spiegel hat noch nicht wieder darueber berichtet. Komisch.”

    Gar nicht komisch, denn der Spiegel saugt sich lieber was aus den Fingern als über das zu schreiben, was vorfällt:

    http://fukushima.grs.de/informationen-zur-lage-den-japanischen-kernkraftwerken-fukushima-onagawa-und-tokai

  98. #99 Georg Hoffmann
    Juni 23, 2011

    @Karl
    Hier wurde ja auch schon mehrmals von einigen gemeldet, dass Fukushima mindestens so schlimm wie Tschernobyl ist. Gerade sehe ich auf der GRS Seite, dass der hoechtse gemessene Luft-Wert ausserhalb der Sicherheitszone 3.2muSv/h ist, also 27mSv/Jahr was also zwei Scanner Aufnahmen oder in Brasilien leben entspricht.

  99. #100 Karl Mistelberger
    Juni 23, 2011

    Gerade sehe ich auf der GRS Seite, dass der hoechtse gemessene Luft-Wert ausserhalb der Sicherheitszone 3.2muSv/h ist”

    Solche Dinge sind nicht sensationell genug. Darum betreibt z.B. Greenpeace eine Diffamierungskampagne:

    Vor diesem Hintergrund liegt der Schluss nahe, dass die unbegründete Kritik von Greenpeace im Wesentlichen darauf abzielt, die Glaubwürdigkeit der GRS als gemeinnützige und fachlich unabhängige Sachverständigenorganisation zu beschädigen.

    http://www.grs.de/content/stellungnahme-der-grs-greenpeace-vorwuerfen

  100. #101 Jochen Ebel
    Juni 24, 2011

    Ich glaube es wäre sinnvoll, auch mal die ausgeworfenen Mengen anzugeben. Bei den bekannten Isotopen wäre das Intensität mal Halbwertszeit und mit den Isotopengewicht ergäbe sich die Menge in Gramm. Das kann man dann mit dem gesamten Inventar des Reaktorkerns vergleichen.

    MfG

  101. #102 Georg Hoffmann
    Juni 24, 2011

    @Jochen
    Wir hatten mal eine Ueberschlagsrechnung fuer die 137Cs Menge in den Tanks gemacht und kamen auf 200kg bzw 800kg. Das sind so die Groeszenordnungen, denke ich mal.

  102. #103 Jochen Ebel
    Juni 28, 2011

    Die Mengen kommen mir etwas groß vor.

    Die Zahl Z der Atome ist Aktivität A (Zerfälle/s) * Halbwertszeit H durch ln2:

    Z = A*H/ln2

    1 kmol eines Stoffes hat 6,023*10^26 Atome. Damit komme ich für Tschernobyl auf folgende Tabelle:

    Isotop Atom Aktivität Halbwert Zeiteinh. Atome Masse

    133 Xe 6500 PBq 5,243 d 4,24797E+24 0,94 kg
    129 Te(m) 240 PBq 33,6 d 1,00517E+24 0,22 kg
    132 Te 1150 PBq 3,204 d 4,59281E+23 0,10 kg
    131 J 1760 PBq 8,021 d 1,75966E+24 0,38 kg
    133 J 910 PBq 20,8 h 9,83064E+22 0,02 kg
    89 Sr 115 PBq 50,53 d 7,24328E+23 0,11 kg
    90 Sr 10 PBq 28,79 a 1,31075E+25 1,96 kg
    239 Np 400 PBq 2,355 d 1,17419E+23 0,05 kg

    85 Kr 33 PBq 10,72 a 1,6106E+25 2,27 kg
    134 Cs 47 PBq 2,06 a 4,40802E+24 0,98 kg
    136 Cs 36 PBq 13,1 d 5,87844E+22 0,01 kg
    137 Cs 85 PBq 30 a 1,16096E+26 26,41 kg
    103 Ru 168 PBq 39,3 d 8,22982E+23 0,14 kg
    106 Ru 73 PBq 368 d 3,34857E+24 0,59 kg
    140 Ba 240 PBq 12,7 d 3,7993E+23 0,09 kg
    95 Zr 84 PBq 64 d 6,70112E+23 0,11 kg
    99 Mo 72 PBq 2,75 d 2,46805E+22 0,00 kg
    141 Ce 84 PBq 32,5 d 3,40291E+23 0,08 kg
    144 Ce 50 PBq 284 d 1,77001E+24 0,42 kg
    238 Pu 0,01500 PBq 87,74 a 5,99194E+22 0,02 kg
    239 Pu 0,01300 PBq 24065 a 1,42432E+25 5,65 kg
    240 Pu 0,01800 PBq 6537 a 5,3571E+24 2,13 kg
    241 Pu 2,60000 PBq 14,4 a 1,70457E+24 0,68 kg
    242 Pu 0,00004 PBq 376000 a 6,84741E+23 0,28 kg
    242 Cm 0,40000 PBq 18,1 a 3,29623E+23 0,13 kg

    975 PBq 40,01 kg
    12060 PBq 43,78 kg

    Hier ist die Excel-Tabelle etwas zerfleddert.

    MfG

  103. #104 Carlo
    Juli 11, 2011

    Hallo Gans, das Vennecke oder was immer es auch ist, ist ein Vertreter totalitärer Regime. Die Vennecke tarnt sich mit pseudomodernem Neusprech und ist in Wahrheit ein Anhänger grünkommunistischer Diktaturen. Es ist es auch völlig egal, wenn die Lebenserhaltungskosten ins Unermessliche steigen. Warum, weil der Vennecke ein ideologischer Fanatiker ist.

  104. #105 Günther Vennecke
    Juli 13, 2011

    @Carlo,

    das Vennecke oder was immer es auch ist, ist ein Vertreter totalitärer Regime.

    Sind Sie schon mal beim Arzt gewesen und auf haben sich auf psychische Defekte untersuchen lassen?

    Falls nicht, würde ich das dringend empfehlen. Ihre Äußerungen klingen verdächtig nach dem so genannten Monckton-Syndroim.

  105. #106 Treverer
    August 15, 2011

    zitat gh:

    “Gibt es vielleicht auch eine Messung zur radioaktiven Belastun in Japan oder andere Evidenzen, die das belegen? Ich weiss. Das war gemein.”

    belege habe ich nicht, aber vielleicht ist doch interessant, wie ein japanischer sich aufregen kann ;-)

    Prof. Kodama zur Kontamination um Fukushima (Teil 1)
    (mit deutschen untertiteln)

    luegen taeuschen tricksen – atommafia eben

  106. #107 Martin Vermeer
    September 12, 2011

    > Was habe ich übersehen ? Keine Ahnung

    Vielleicht dass man 770 PBq geteilt hat durch 5085 TBq: die Tschernobyl-Summe ohne Xe (als Edelgas harmlos) ?

  107. #108 Georg Hoffmann
    September 12, 2011

    @Martin Vermeer
    Ja, das ist eine moegliche Erklaerung.
    “Harmlos” gibt es bei einigen Atomkraftgegnern ueberhaupt nicht mehr.
    http://www.guardian.co.uk/environment/georgemonbiot/2011/apr/13/anti-nuclear-lobby-interrogate-beliefs

  108. #109 Krishna Gans
    September 17, 2011

    @GHoffmann

    Sein milder Strahlungseffekt regt die Zellen an, stimuliert das Immunsystem und aktiviert die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers. Und das natürliche Edelgas kann noch mehr: Es lindert Ihre Schmerzen. Vier bis sechs Monate hält dieser Effekt an, insbesondere bei degenerativen Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen und bei entzündlich-rheumatischen Krankheiten wirkt Radon wahre Wunder. Vor allem ausgesprochen schonend für den Organismus – ebenso wirksam wie Rheuma-Medikamente, aber ohne deren negative Nebenwirkungen. Eben ganz natürlich.

    :-) nit möööglich

  109. #110 kai
    Januar 29, 2012

    tschernobyl ist heute eine attraktive ausflugsregion. ich würde das ganze fukushima areal heute aufkaufen, das waere eine fantastische investition in die zukunft