Meine Klimawette 2014, derzufolge ich also wette, dass das Jahr 2014 das wärmste je gemessene der offiziellen Temperaturaufzeichnungen wird, lief ja zuerst gut (Apr-Mai), dann schlecht (Jun-Jul) und dann irgendwie dann doch wieder hoffnungsvoll (Aug). Der zu Beginn des Jahres angekündigte kräftige El Niño, die stärkste interannuale Klimaschwankung mit sehr warmen Temperaturen im zentralen und östlichen tropischen  Pazifik, versprach an sich global hohe Temperaturen. Doch im Laufe des Jahres nippelte mir dieser El Niño langsam weg und, was zuerst wie ein starkes Ereignis aussah, sieht mittlerweile eher wie ein Nicht-Ereignis aus.

Trotzdem knackt das Jahr auch im Monat September wieder die Rekordmarke. Der September 2014 ist also der wärmste gemessene September im GISS Temperaturdatensatz, genauso wie es der Mai und August 2014 es bereits waren. Immerhin ist das schon dritte Rekordmonate in einem Jahr. Chapeau!

SepFig1

Animation 1: Der Verlauf der Jahresabschnitte im Vergleich. Die Temperaturen des GISS Datensatz wurden gemittelt von Januar bis April, Mai, Juni, etc. Man erkennt gut, wie 2014 langsam im Ranking nach oben klettert.

Wenn es aber nicht oder kaum der tropische Pazifik mit einem nur sehr schwachen ENSO Ereignis ist, was trägt dann zu den warmen Temperaturen bei? Besonders wichtig sind natürlich immer die Ozeane. Neben einem lauwarmen Indischen Ozean und, wie gesagt, tropischen Pazifik trägt insbesondere der brühwarme Nordpazifik mit bis zu drei Grad (!) über dem klimatologischen Mittel liegenden Temperaturen zu den hohen Temperaturen bei.

SepFig2

Animation 2: Die fünf wärmsten Jahre im Vergleich. 2002, 2007, 1998, 2010 und das laufende Jahr 2014.

 

Zum Schluss noch das aktuelle Ranking des Jahresabschnitts Jan-Sep:

5) 2002: Jan-Sep Anomalie +0.641

4) 2014: Jan-Sep Anomalie +0.651

3) 2007: Jan-Sep Anomalie +0.653

2) 1998: Jan-Sep Anomalie +0.657

1) 2010: Jan-Sep Anomalie +0.674

Es bleibt spannend, aber ein guter zweiter Platz scheint mir doch der wahrscheinlichste Ausgang für das Jahr 2014. Würde man allerdings einmal annehmen, dass die letzten drei Monate des Jahres auf dem Niveau des Monats September blieben (also eine Anomalie von +0.77Grad), dann käme das Gesamtjahr 2014 auf +0.69Grad und somit auf den ersten Platz der wärmsten Jahre. Ich hoffe alle Wettpartner sind noch dabei und folgen dem Wettverlauf aufmerksam, denn es könnte schon recht knapp werden.

 

Kommentare (82)

  1. #1 Dr. Webbaer
    Oktober 13, 2014

    Zum Hiatus die terrestrischen Oberflächentemperaturdaten betreffend, die GISS-Daten erlauben einen zwölfjährigen festzustellen [1], eine Fachfrage:

    Was halten die klimatologistischen Meister von diesem fast achtzehnjährigen Hiatus?:
    -> http://wattsupwiththat.com/2014/10/01/happy-anniversary-1-october-marks-18-years-without-global-warming-trend/ (“RSS” – vielleicht ein paar Worte hierzu)

    MFG
    Dr. W

  2. #2 Dr. Webbaer
    Oktober 13, 2014

    [1] eine Visualisierung kann auf besonderen Wunsch nachgetragen werden

  3. #3 Dr. Webbaer
    Oktober 13, 2014

    PS:
    Glückwunsch natürlich noch zur fetten September-77:
    -> http://data.giss.nasa.gov/gistemp/tabledata_v3/GLB.Ts+dSST.txt

  4. #4 Random
    Oktober 13, 2014

    Zu #1: Davon ist das gleiche zu halten, wie bisher auch schon. Wenn man sich im folgenden Dokument mal Grafik 6 auf Seite 4 unten ansieht…

    http://www.columbia.edu/~jeh1/mailings/2014/20140121_Temperature2013.pdf

    …dann wird man merken, dass wir es hier halt mit einem i.W. rechnerischen Phänomen zu tun haben. Wenn von vier Werten drei stetig steigen und einer stark zurückgeht, dann ist ein Mittelwert halt kein besonders gutes Maß.

    Dass sich das Gesamtsystem Erde weiterhin erwärmt, sieht man ja eben an den stetig steigenden Lufttemperaturen (außer eben winters auf der Nordhalbkugel), den steigenden Ozeantemperaturen, dem schmelzenden Arktiseis, etc. pp.

    Der Kollege Watts ist halt mal wieder auf eine Möglichkeit gestoßen, das Phänomen der natürlichen Variabilität möglichst marktschreierisch zu verschleiern…

  5. #5 Christian
    Oktober 13, 2014

    Dr. Bär,

    Mir wird es nie eingehen wie Leute von einen Hiatus reden können, während des Hiatus der Energiegehalt der Meere rund um 1/3 zuleget hat. Soll heißen, die der Energieanstieg in den letzten 12 Jahren war größer als der Energieanstieg davor, es hat 47 Jahre gebraucht um das Doppelte der Energiemenge in den Ozean zu überführen, was wir in den letzten 12 Jahren geschafft haben.

    Und das Klimasystem ist als ganzes zu sehen und nicht als reinen Teilaspekt, zudem sollte man mal gucken was man macht. Allein die ENSO reicht aus um den “Hiatus” zu erklären.

    Einfach mal hier schauen für die letzten 12 Jahre:

    http://climexp.knmi.nl/data/imei_2002:2014_12month_low-pass_box.png.

    Normalweise sollten wir eine Abkühlung messen und zwar rund 0,1K während unseres Hiatus, da sieht man auch wie massiv der GHE gegenwirkt. Dann kommt noch eine andere Variabilität dazu, nämlich die der winterlichen NH, weswegen der Trend der Globals im Zeitraum 2002-2013 (GISS) folgt ergibt:

    DJF: -0.014K/y

    MAM: 0K/y

    JJA: +0.008K/y

    SON: +0.004K/y

    Saftiger Abwärtstrend im Winter, Frühling ebenso noch von winterlichen Pattern beeinflusst und ENSO, der das andere Halbjahr geht dann auchweiter rauf, wenn auch nur schwach, da auch hier ENSO-Einflüsse vorhanden.

  6. #6 Olga Stuss
    Oktober 14, 2014

    Bei dem Wattschen Diagramm stimmt auch die Überschrift nicht. Für mich ist “global” irgendwie bezogen auf das ganze Planetendingens. So mit Erde, Wasser und Luft drumrum.

  7. #7 Christian
    Oktober 14, 2014

    Hallo Olga,

    Das Watsche Diagramm ist eh totaler Murks, da Satdaten viel sensibler der ENSO gegenüber stehen und da nahe eines Sigma 3-Events der Trend gezogen wird.

    Typischer Murks von Menschen die keine Ahnung von dem haben was sie machen..

    Auf solchen kurzen Zeitskalen ist RSS hauptsächlich von der ENSO dominiert und gibt uns eher ne Auskunft wie die ENSO verlaufen ist.

    Für die Periode 1997-2013 ist das R^2 zwischen RSS und MEI bei 0.7 oder anders, 70% des Verlaufes von RSS lassen sich alleine durch die ENSO erklären und die ENSO hat in diesen Zeitraum eine massive negative Wirkung auf die Temperatur und wenn man das Regressiv ermittelt, dann müsste RSS von 1997-2013 linear um 0,1K abgekühlt sein, aber RSS zeigt nur eine Seitwärtsbewegung

    Gruss

  8. #8 Dr. Webbaer
    Oktober 14, 2014

    Dobrý večer!
    Hat jemand zufällig gerade einen Webverweis zur Hand, wie die weiter oben genannten RSS-Daten genau generiert werden, was sie genau bedeuten?

  9. #11 Dr. Webbaer
    Oktober 14, 2014

    @ Christian :
    Sowas ( -> http://en.wikipedia.org/wiki/Radio_science_subsystem ) in bekannter enzyklopädischer Form und etwas umfangreicher, auf unseren Freund das Klima bezogen, aufbereitet, wäre nett.

    MFG
    Dr. W

  10. #12 gast
    Oktober 14, 2014

    @Dr.W #8
    Vielleicht ist es folgender Link
    http://www.remss.com/measurements/upper-air-temperature
    den sie suchen
    Nebst Beschreibung gibt es weiter unten auch Diagramme der Temperaturverläufe

  11. #13 Dr. Webbaer
    Oktober 14, 2014

    @ gast :
    Danke, aber mal ganz plump gefragt: Was sind die RSS-Daten wert?, woran nagt es ggf. und all dies bitte in einer Form, die enzyklopädischer Bauart ist oder ihr nahe kommt.

  12. #14 Christian
    Oktober 14, 2014

    Hallo Webbär,

    Was ist Ihr Problem mit meinen Links? In dem steht (insofern ein bischen Vorwissen besteht) alles nötige drin um zu verstehen in welchen Höhen und über welche Annahmen RSS die Temperatur generiert.

    Auch lade ich Sie ein auf diesen Link: http://www.metoffice.gov.uk/hadobs/hadat/ zu klicken

  13. #15 verbascose
    Oktober 14, 2014

    @ Webbär,

    ganz putzig. Hardcore-“Skeptiker” haben jahrelang ausschließlich die UAH-Auswertung als die einzig wahre und echte akzeptiert, RSS war ultra-verpönt. Jetzt, wo RSS hinter UAH herhinkt, kriecht Ihr auf einmal mit RSS aus den Löchern und wollt von UAH nichts mehr wissen…

  14. #16 Dr. Webbaer
    Oktober 15, 2014

    Ja, gut, danke, insbesondere auch Christian, scheint ein weites Feld zu sein,
    MFG
    Dr. W

  15. #17 Christian
    Oktober 15, 2014

    Webbär,

    Ich finde es wichtig, dass auch mal zu benennen, dass UAH/RSS entgegen der “Skeptiker” Meinung, mindestens genauso anfällig wie die Bodenwerte sind, immer wieder muss die Reihe “Adjusted” werden um Intrumenten-Drift zu korrigieren. Auch sei erwähnt, dass die Temperaturdaten über Annahmen bzw, Model generiert werden. Beispielweise benutzt RSS ein “Sea-Surface-Model” als Basiswert mit einer Windstärke von 8.5m/s.

    Und wie wird Wind dann überhaupt gemessen, dazu gibt es 2x geläufige Arten:

    1: The radiometer measures ocean surface roughness and correlates it to wind speeds approximately 10 meters above the water’s surface

    2.The scatterometer sends a signal…The reflected energy measured by the scatterometer is translated using a geophysical model function into 10 m neutral wind speeds and directions.

    Und weißt du was noch Super ist? Die Bodenmessungen von Wind und Satdaten korrelieren nichtmal miteinder, dazu hier: http://www.wzforum.de/forum2/read.php?6,2926544,2932757#msg-2932757

    Und seid dem ja die Satdaten die wenigste Erwärmung zeigen, gelten ja in der “Skeptiker-Szene” die Satdaten als DIE Daten schlechthin, weil sie ja angeblich nicht vom UHI oder Anpassung beeinflusst sind, dabei ist die Realität so, dass gerade die Satdaten wohl die am meisten angepaßten und Annahmen basierende Daten überhaupt sind.

    Gruss

  16. #18 axel
    Oktober 15, 2014

    @ Christian

    Ich finde es wichtig, dass auch mal zu benennen, dass UAH/RSS entgegen der “Skeptiker” Meinung, mindestens genauso anfällig wie die Bodenwerte sind,…

    Wenn ich mir die Trendunterschiede von UAH und RSS anschaue und mit denen der “Bodentruppen” vergleiche, dann sind die Satellitendaten wohl noch anfälliger.

    Der Unterschied wird langsam so groß, dass ich davon ausgehe, dass einer der beiden fehlerhaft ist. Welcher? Man vergleiche einfach mal die RSS- und UAH-Trends mit den GISS- oder HadCrut-Trends, da drängt sich ein Verdacht geradezu auf.

    Das Ganze zeigt schön, wie sich Satelliten- und Bodendaten gegenseitig ergänzen. Man merkt, wenn irgendwo etwas schiefläuft.

  17. #19 Christian
    Oktober 15, 2014

    Hi Axel,

    Du kannst Satdaten und Bodendaten nicht unmittelbar vergleich, da die Satdaten in der freien Atmosphäre messen.

    Schau doch einfach die Messtemperatur des Jahreszyklus von RSS an:

    RSS: -3 Grad bis -1 Grad

    Das ist was RSS als Messwerte hat, kannst dir sicher denken, in welcher Höhe ein negatives globales Temperaturmittel herrscht.

    Kannst dir auch 2x Beiträge vorher die Radiosondenaufstiege Messwerte ansehen, wie passen da eher zu RSS.

    RSS und UAH unterscheiden sich untereinder, wobei ich eher das Vertrauen in RSS habe, da bei UAH Christy und Spencer sind und momentan immer noch bemüht sind irgendwie die Instrumentaldrift zu korrigieren, siehe auch: http://www.nsstc.uah.edu/data/msu/t2lt/readme.06Oct2014

    Anyway, die Satdaten 1zu1 zu den Bodendaten zu vergleichen ist absoluter Murks, da man schon wissen muss, was die Satdaten eigentlich sind. Sicherlich sind die Satdaten extrem wichtig aber eben nur dann wenn man sie auch richtig einsetzt. Dazu gehört beispielweise auch, dass Satdaten gegenüber den Bodendaten die ENSO komplett überschätzen.

    Oder anders ausgedrückt:

    GISS 1998 minus 1997 = 0,16K

    RSS 1998 minus 1997 = 0,32K

    GISS 2011 minus 2010 = -0,12K

    RSS 2011 minus 2010 = -0,36K

    Nur um mal mit 2x Beispielen zu verdeutlichen..

    Das ist auch der Grund warum man bei RSS so eine hohe Korrelation mit der ENSO hinbekommt, da das ENSO-Signal dominiert.

    Gruss

  18. #20 gast
    Oktober 15, 2014

    @Christian
    “Dazu gehört beispielweise auch, dass Satdaten gegenüber den Bodendaten die ENSO komplett überschätzen.”

    Es handelt sich nicht um eine Überschätzung, das ist physikalisch so zu erwarten, weil die Atmosphäre die lokal freigesetzte Wärme akkumuliert und erst nach 30 Tagen 70% davon abstrahlt (nach weitern 30 wieder 70 % vom Rest) (ein dynamischer Treibhauseffekt liegt vor)
    Kannst das gerne ausführlich beschreiben, so dass auch Laien es verstehen.

  19. #21 Christian
    Oktober 15, 2014

    Hallo Gast,

    Richtig, deshalb schrieb ich auch bewusst gegenüber den Bodenwerten. Die Begrenzung zeigt sich beispielsweise sehr stark bei Inversionen im Winter, wenn es in den höheren Lagen warm ist und sich darunter ein Kaltluftsee bildet.

    Dann zeigen die Satdaten eben warme Werte für die Region, wenngleich es einfach bitterkalt war 🙂

    Bei dein Time-Delay müsste ich selber nachsehen, weiß ich jetzt auch nicht aus dem Stehgreif aber sollte hinkommen. Ich find am einfachsten sieht man das ganze wenn man sich die vertikale Messwerte der Radiosondenaufstiege annsieht, vorallem der klare Riss dann hin über die Tropopause in die Stratosphäre wo dann der Trend negativ wird.

    Wie meinst du ausführlich? Eigentlich sollte das schon klar sein, wegen konnektiv zu radiativen Übergang und der Streuung.

    Gruss

  20. #22 Kleine Leuchte
    Oktober 16, 2014

    wo steht HADRUT4?

  21. #23 Christian
    Oktober 16, 2014

    Hallöle kleine Leuchte,

    Hadcrut4 kommt erst in rund 15 Tagen raus, immer so gegen Ende des Monats, GISS und NCDC kurz vor bzw. nach 15. des Kalendermonats, RSS/UAH im ersten Drittel des Kalendermonats.

    Gruss

  22. #24 Kleine Leuchte
    Oktober 17, 2014

    danke,
    und HADRUT bis August?

  23. #26 Kleine Leuchte
    Oktober 17, 2014

    ok, danke Christian
    und welche Spalte sagt was aus?

  24. #28 Alexis
    Oktober 20, 2014

    Wirklich spannend. Ist ja in der Tat ein ganz schönes Auf und Ab in diesem Jahr. Von einem ‘Hiatus des Hiatus’ zu sprechen (auch mit Fragezeichen) halte ich aber aber doch für etwas verfrüht. Ein Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein einziges außergewöhnlich warmes Jahr noch keine Trendumkehr. Das werden wir wohl erst in ein paar Jahren sehen – oder auch nicht.

  25. #29 Christian
    Oktober 20, 2014

    Hi Alexis,

    Naja man muss das eben auch im Zusammenhang sehen, nämlich daher, dass die kommenden Jahre eine erhöhte Wahrscheinlichkeit haben für ein El-Nino und das besondere an 2014 ist eben, dass es vielleicht sogar für nen Rekord klappt und das ohne El-Nino. Eben dieses El-Nino hat auch massiv zum “Hiatus” beigetragen, ohne dessen wäre ein Temperaturanstieg von größer 0,1K zu verzeichnen gewesen.

    Ums anders auszudrücken, gäbe es ein El-Nino wie 1997/98 dann wäre die Temperatur mit hoher Wahrscheinlichkeit rund 0,2K über den von 1998.

    Man kann das auch umgekehrt sehen, 1999 gabs eine starke La-Nina welche die Temperatur bei GISS auf 0.4K drückte, eine etwa gleich starke La-Nina im Jahre 2011 drückte die Temperartur lediglich auf 0,54K.

    Da heißt eben im Umkehrschluss, wenn die natürliche Variabilität von dem derzeitigen kalten in den warmen Zustand fällt, rauscht die Temperatur einfach nur nach oben weg.

    Gruss

  26. #30 Christian
    Oktober 20, 2014

    NCDC ist nun auch (etwas verspätet) da mit 0,72K ein neuer Monatsrekord, auch teilt sich das Jahr 2014 nun den Platz 1 für Ja-September mit 1998.

    Quelle:http://www.ncdc.noaa.gov/cag/time-series/global/globe/ocean/1/9/1880-2014

    Für ein neues Rekordjahr reichen hier 0.6K über die letzten 3 Monate, also darf es bei NCDC gegenüber den September rund 0,12K kühler werden und dennoch wäre es ein neues Rekordjahr

  27. #31 Alexis
    Oktober 22, 2014

    Hallo Christian,

    ich bin einfach generell der Ansicht, dass El Nino/La Nina Phasen keine guten Zeiträume für Prognosen sind. Naturgemäß erzeugen diese Perioden deutliche Ausreißer (in beide Richtungen) im Temperaturverlauf, die mal stärker mal schwächer ausfallen können. Deswegen plädiere ich für eine etwas längere Beobachtung der Datenlage bevor man über einen Hiatus vom Hiatus spekuliert.

  28. #32 Christian
    Oktober 22, 2014

    Hallo Alexis,

    Warum, gerade die ENSO taugt für Prognosen, geht man von La-Nina zu El-Nino (vorrausgesetzt keine klimaaktiven Vulkane) dann kann man mit fast 100% davon ausggehen, dass das kommende Jahr wärmer wird als das davor. Und umkekehrt.

    Ich traue wenns es gewünscht wäre, um 5.000 Euro zu wetten (insofern kein klimawirksamer Vulkanausbruch), dass der nächte El-Nino bei min. 1 Anbieter einen neuen Temperaturrekord verursacht. Ansonsten, natürlich hab ich mir die Datenlage angesehen und rechnet man linear die ENSO im Hiatus (was nicht 1998, sondern rund 2003 ist) dann ist der Beitrag der ENSO alleine rund -0,10K zum Trend beigetragen, heißt, wenn die ENSO nicht in eine negative Phase grauscht wäre, dann gäbe es nicht mal ein Hiatus.

    Anyway, zurück zu 2014, dort ist der Vulkanausbruch auf Island recht interresant. Wenn das so weiter gut als Raucher, könnte das region bzw. auf der NH durchaus ein bischen auf die Temperaturbremse treten. Da der Ausbruch nicht bis in die Stratosphäre reicht, ist kein so extremer Effekt wie bei Pinatabo oder anderen zu erwarten.

  29. #33 Alexis
    Oktober 24, 2014

    Hallo Christian,

    OK, warscheinlich hätte ich es etwas präzieser formulieren müssen.

    Mit Prognose meinte ich eigentlich nicht die Vorhersage, dass ein El Nino-Jahr üblicherweise wärmer und ein El Nino-Jahr kühler als das jeweilige Vorgängerjahr wird. Das ist ja relativ trivial und nicht sonderlich interessant. Viel spannender finde ich doch die Frage, wie es DANACH weitergeht. Pendelt sich die Globaltemperatur wieder auf dem Niveau der letzten 10 Jahre ein oder nimmt die Erwärmung wieder Fahrt auf? Dazu sind Prognosen schon deutlich schwieriger, weswegen ich mich in der Rolle als Beobachter der Daten aktuell wohler fühle.

  30. #34 Georg Hoffmann
    Oktober 24, 2014

    @Alexis

    Ich hatte hier ja schon eine ganze Reihe von Beitraegen zu Vorhersagbarkeit. Auch dekadische Vorhersagbarkeit ist besser in den Tropen (insbesondere der Indische Ozean mit der besten Vorhersagbarkeit ueberhaupt). Maps dazu insbesondere hier:

    http://scienceblogs.de/primaklima/2013/04/05/dekadische-klimavorhersagen-kann-man-die-temperaturtrends-der-nachsten-jahre-vorausberechnen/

    und zur saisonalen Vorhersage etwa hier
    http://scienceblogs.de/primaklima/2014/05/14/sollte-man-sich-mit-putin-anlegen-saisonale-klimavorhersagen-geben-eine-antwort/

    Und hier ob man den dekadischen Hiatus vorherberechnen kann
    http://www.nature.com/nclimate/journal/v3/n7/full/nclimate1863.html

    Zur Evaluierung werden meist hindcasts durchgefuehrt. Man steckt also die Situation von 1992 rein und schaut ob man die naechsten 10 Jahre irgendwie besser als geraten hinbekommt.

  31. #35 Alexis
    Oktober 24, 2014

    @ Georg Hoffmann
    Vielen Dank für die Links. Da habe ich ja ordentlich was zu lesen.

  32. #36 Kleine Leuchte
    Oktober 24, 2014

    wie auch immer, die T Stagnation scheint sich fortzusetzen. 2014 wird sich wohl zu den wärmsten Jahren der letzten 20 Jahre gesellen und es ist bis auf weiteres kein markanter T Anstieg zu erkennen, welcher die Divergenz zu den Modellen auflösen könnte.

  33. #37 Christian
    Oktober 25, 2014

    Hallo Alexis,

    Erstmal müssen wir festlegen, was uns genau interresiert, wenn uns die Globaltemperatur interresiert, dann gilt auch der “Hiatus”. Wenn wir das System in Komponenten zerlegen, dann wird die Sache wieder komplett anders, dann zeigt sich, dass die Temperatur eben nicht stagniert, sondern sich erwärmt infolge des Anstieges der GHGs. WIe gesagt, dass sieht man schön, wenn man die ENSO ansieht.. oder versuch mal zu erklären wie La-Nina 2010/11 welches etwa gleichstark wie 1998/1999 eine 0,15K erhöhte Temperatur aufweißt ohne das durch andere Prozesse eine Erwärmung indiziert wurde.

    Und solange nicht bewiesen werden kann, dass beispielweise erhöhter heat-uptake, oder allgemein ENSO durch eine starke positive Imbalance eine dauerhafte negative Wirkung haben, ist anzunehmen, dass Phasenweise positive so wie negative contributation besteht. Quasi ein negatives Feedback.

    Und wenn die nächste La-Nina (nach einen El-Nino) eine Temperartur von Rekord-El-Nino 1998 erzeugt, dann werden sicher einige meinen die Temperatur stagniert, für mich eben zeigt es was anderes

  34. #38 Christian
    Oktober 25, 2014

    Da es etwas verwirrend gelesen werden könnte, kleine Korrektur:


    Und solange nicht bewiesen werden kann, dass beispielweise erhöhter heat-uptake, oder allgemein ENSO durch eine starke positive Imbalance eine dauerhafte negative Wirkung(Quasi ein negatives Feedback) haben, ist anzunehmen, dass Phasenweise positive so wie negative contributation besteht. .”

  35. #39 Georg Hoffmann
    Oktober 25, 2014

    @KLeineLeuchte
    “wie auch immer, die T Stagnation scheint sich fortzusetzen. 2014 wird sich wohl zu den wärmsten Jahren der letzten 20 Jahre gesellen und es ist bis auf weiteres kein markanter T Anstieg zu erkennen, welcher die Divergenz zu den Modellen auflösen könnte.”

    Na das waere bei den Tempoeraturen eines Jahres eigentlich prinzipiell unmoeglich. Von daher wird der ironische Charakter vom “Hiatus vom Hiatus” ja nochmal besonders deutlich.

  36. #40 Christian
    Oktober 25, 2014

    Hi Georg,

    Ja, das scheint nicht so angekommen zu sein, dass eine Pause der Pause kein Ende der Pause bedeutet.^^

  37. #41 Georg Hoffmann
    Oktober 25, 2014

    @Christian
    “Und solange nicht bewiesen werden kann, dass beispielweise erhöhter heat-uptake, oder allgemein ENSO durch eine starke positive Imbalance eine dauerhafte negative Wirkung haben, ist anzunehmen, dass Phasenweise positive so wie negative contributation besteht. Quasi ein negatives Feedback.”

    Das verstehe ich nicht so ganz mit dem Feedback. Kannst du nochmal erklaeren, was du da meinst. Ein Einfluss jedenfalls von glob. warming auf ENSO ist ja doch sehr umstritten (selbst in 4* CO2 Laeufen) und eine Verbindung ist jedenfalls nicht so ganz straightforward.
    Das Problem liegt ja eh eher bei der ja fortwaehrend weiter in den Ozean gemischten Waerme. Das ist zumindest, wenn man die Werte ,so wie sie jetzt sind, nimmt, am unteren Rand der Modelle bzw am unteren Rand dessen ist, was man bei einer transient climate sensitivity von ca. 2 Grad, erwarten wuerde. Ich gebe aber zu, dass schon kleinste Unsicherheiten bei den Ozeantemperaturen gewaltige Effekte haben. So hat die letzte Korrektur der Ozeandaten (hauptsaechlich in der Suedhemisphaere) von Durack et al schon die TCR von Nic Lewis um 0.5C verschoeben. (was ja wiederum, wie das unser MJ bestaetigen kann, in den gaengigen integretad assessment models irgendetwas wie 100 Quintillionen=1 Bazillon mehr an oekonomischen Schaden bedeutet).
    Das Durchreichen von Unsicherheiten ist schon lustig.

  38. #42 Christian
    Oktober 25, 2014

    Hallo Georg,

    Es gibt eine Arbeiten, die mutunter nachlegen, dass im Short-Response die ENSO durchaus durch starke radiative Imbalancen verändert werden kann, weswegen gerade bei starken tropennahen Vulkanausbrüchen nicht unoft ein El-Nina getriggert wird. Andere zeigen wiederum den sog. Themostat-Effekt, spirch länger anhaltende negative Imbalance führt zu einen generell El-Nino-Like-Pattern und um umgekehrt.

    Naja zu der ECS(TCR war wohl eher versehen deinseids, da vom OHC uneffected)

    Ist ja mal generell festzuhalten, dass solche Arbeiten wie Nic-Lewis oder auch Otto et al. ja nicht so wirklich mit der Modelwelt funktioniert, beispielweise sind die ECS-Values alles zeitabhängige Werte und entsprechen nicht der eigentlich ECS. Kein Mensch kann heute nicht Linearitäten im Klimasystem ausschließen, dennoch versuchen wir die ECS mit völlig linearen Feedbacks zu errechen 🙂

    Das Problem liegt hier doch, dass wir derart hohe Unsicherheiten haben, dass quasi von 1 – 10K(auf Observations) bei Co2-Double möglich ist. Von dem her, ich bin kein Mensch der einzelne Arbeiten überbewertet und solange die Unsicherheit in Forcing, Heat-Uptake und auch Messwerten, Stationwerten, UHI and pi pa po so hoch sind, kann man nur sagen, beides möglich, sowohl eine niedige als auch hohe Klimasensivität.

    Gruss

  39. #43 Georg Hoffmann
    Oktober 25, 2014

    Hallo Christian,

    danke fuer die Antwort. Doch, ich meinte an sich die TCR. Die haengt doch ganz wesentlich von der Waermeaufnahme des Ozeans ab. Oder stehe ich jetzt auf der Leitung.

    Ansonsten, stimme ich dir natuerlich zu. Dass ausgerechnet die Mutter Theresa der Unsicherheiten (the uncertainty monster!), Judith Curry, nachdem sie das erste Mal etwas zum Thema TCR und ECS veroeffentlicht hat (und wir wohl ruhigen Gewissens davoon ausgehen koennen, dass Nic Lewis die Arbeit gemacht hat) jetzt das Ende aller Unsicherheiten verkuendet und im Wall Street Journal jetzt direkt politische Massnahmen gemaesz ihrer einen Arbeit einfordert, dass ist schon nicht ohne Komik.

    Gruss

    (bin beim Einchecken in einen Ryanairflug. Falls es hier im Blog von jetzt ab still bleibt, bin ich entweder verstorben oder als Gepaeck nach Marakesch unterwegs. Du machst dann hier weiter.)

  40. #44 Georg Hoffmann
    Oktober 25, 2014

    “Unsicherheiten sind immer die Unsicherheiten der Andersdenkenden”

    Judith “Rosa” Curry.

  41. #45 Christian
    Oktober 25, 2014

    Hi Georg,

    ECS= F2xCo2*(dT/dF-dQ)

    TCR= F2xC02*(dF/dF)

    Aus: Lewis et al(2014).

    Naja zu Lewis und Curry et al., was soll man sagen, mit 1-4K ECS befindet man sich well im Bereich für solche Studien. Oder siehe auch letzten IPCC-Bereicht: http://www.climatechange2013.org/images/figures/WGI_AR5_FigBox12.2-1.jpg für Instrumental.

    Für mich ist die Arbeit nicht wirklich was neues, aber medial scheinbar total overselled.

    Gruss

  42. #46 Christian
    Oktober 25, 2014

    @ Georg,

    Ryainair, nunja die Unterstütze ich nicht, lieber teurerer Flug als den Geiz is Geil Unsinn noch zu befördern, aber dennoch guten Flug und keine Sorge, wie heißt es so schön im Volksmund: “Totgesagte leben länger” von dem her, baldiges Wiedersehen hier erwartet, damit auch Übernahme bei Scienceblogs unnötig 🙂

    @ All

    Da ich oft nur mit Handy schreibe, sei mir verziehen, dass der Satzbau sowie RS zu leiden hat, allegemein möchte ich noch die Quellen für das von mir vorher angesprochene nachreichen:

    Vulkan-Response und El-Nino : McGregor et al.( 2010)

    “We find that multi-year El Nino events similar to the 1990–1995 event have occurred several times over the last 3 1/2 centuries. Consistent with earlier studies we find that volcanic forcing can induce a statistically significant change in the mean state of ENSO in the year of the eruption and a doubling of the probability of an El Nino (La Nina) event occurring in the year of (three years after) the eruption.”

    Thermostat-Effekt: Julien Emile-Geay et al (2007)

    “We propose that, given a mid-to-high-range amplitude of Holocene solar irradiance variations, ENSO may have acted as one of the mediators between the Sun and the Earth’s climate. The reasoning goes as follows : air/sea feedbacks amplified solar forcing to produce persistent, ElNiño-like SST anomalies at times of decreased irradiance – the thermostat mechanism.”

  43. #47 Christian
    Oktober 25, 2014

    @ Georg,

    Wenn du die Schwierigkeit bei der TCR (also den running-Response unter 1% incease Co2) meinst, dass ist eben nicht der OHC involviert, siehe auch die Formel aus Lewis&Curry (2014) oder auch Otto et al (2013), sondern viel mehr die Unsicherheiten der Temperaturmessung. Beispielweise hat Hadcrut4 vorallem ein Coverage-Bias, da es beide Pole nicht berücksichtig, Cowtan and Way (2013) haben dieses per adoptieren der Satdaten (und Umrechung zu Surface-Niveaz) eindrucksvoll aufgezeigt. Oder wie sie so treffend schon formulieren:

    “We have developed a method for using satellite data to fill in the gaps in the Met Office data. Our global record suggests that surface temperatures have been warming two and a half times faster than Met Office estimates over the past 16 years. Temperature trends starting in 1997 or 1998 are particularly affected.”

    Aussage und Daten sind frei verfügbar unter folgenden Link:

    http://www-users.york.ac.uk/~kdc3/papers/coverage2013/

    Korrigiert man Lewis and Curry (2014) um die Daten von Cowtan and Way, dann ergibt sich folgendes: (Best estimate)

    ECS: 1.80K (1,64K zuvor)

    TCR: 1,47K (1,33K zuvor)

    Korrigiertz man nun fernen mit den Angabes des OHCs aus Durack et al (2014) dann bekommt man folgende abschließende Werte: (rund 15% höhere ECS)

    TCR: 1,47K (1,33K zuvor)

    ECS: 2,07K (1,64K zuvor)

    Gruss

  44. #48 Dr. Webbaer
    Oktober 25, 2014

    off topic, kleine Google-Chrome-Meldung im “Dies und Das”-Thread :
    -> http://s14.directupload.net/images/141025/ecid2p7l.jpg

  45. #49 Christian
    Oktober 25, 2014

    # 45 hat sich ein Fehler eingeschlichen

    “TCR= F2xC02*(dF/dF)”

    Ist natürlich quatsch, muss heißen (dT/dF).

  46. #50 gast
    Oktober 25, 2014

    @Christian
    Sie sollten schon erklären was die einzelnen Symbole und Abkürzungen bedeuten

    Ich vermute
    TRC : Transient Climate Response
    F2xCO2 = DeltaF(2xCO2) zusätzliches forcing auf eine CO2 Verdoppelung
    dT/dF : Klimasensitivität in °C/W/m2, ca. 0.2 bis 0.3

    dT/dF lässt sich auch als Wärmetransportwiderstand interpretieren. Einfaches Beispiel
    Bei einem Forcing von 165/W/m2 (mittlerer Sonneneinstrahlung am Boden), einem Widerstand von 0.2°/W/m2 ergeben sich (0.2 x 165 =) 33 °C Temperaturerhöhung, entspricht gerade dem Treibhauseffekt

  47. #51 Christian
    Oktober 25, 2014

    @ Gast

    Warum? Hier schreiben lauter Leute welche in Klimawissenschaften interresiert sind, es sollte nicht mehr nennenswert sein, dass es sich bei der TCR um den Transient Climate Response handelt, welcher da durch definiert ist, dass er die zu erwartende Erwärmung unter einer Erhöhung der Co2-Konzentration des Vorjahres um 1% definiert ist, siehe auch IPCC.

    Das es sich bei der ECS um die Eqibrilium Climate Sensivity handelt sollte eben so bekannt sein, also ein Response der zu erwarten ist, wenn sich das System in Gleichgewicht stellt, also einen Response oberhalb 100y.

    Auch die Beschreibung der Formel ist eigentlich überflüssig, zu sagen schon trival, da sie Bestandteil der derzeitigen Wissenschaft ist. Jedoch beschreiben Sie diese falsch, deshalb erlaube ich mir eine Korrektur:

    Das F2xCo2 ist das reine Forcing was zu erwarten ist bei einer Verdoppelung des Co2-Gehalts, üblicher Wert hier so etwa bei 3,7W/m^2. dT ist die Veränderung der Temperatur, üblicherweise im Vergleich zweier Zeitabschnitte, dF ist die dazu korrespondierde Veränderung des Forcing dieser Zeitabschnitte. dQ beschreib die korrespondierende Veränderung des Full-System-heat-Uptakes dieses Zeitabschnitte, also Wärmeaufnahme Ozean und Land.

    dT/dF beschreibt die TCR, weil es sich um den Response zwischen Forcing und Temperaturanstieg handelt, unberücksichtig ist der System-Heat-Uptake und dieser gehört raus aus dem Forcing gerechnet (-dQ) um so dann die ECS zu erhalten.

    Auch ist dieser Wert deutlich höher als von ihnen angenommen, in der Arbeit von Lewis und Curry beträgt dieser für die TCR rund 0,36K/W/m^2 und für die ECS rund 0,44K/W/m^2

    Falls das für jemanden neu sein sollte, sei dies hiermit abgegolten

  48. #52 gast
    Oktober 25, 2014

    @Christian
    geht doch, nun kann sich jeder ein Bild machen

  49. #53 axel
    Oktober 25, 2014

    Na ja, es war doch (fast) jeder vorher schon im Bilde.

  50. #54 Christian
    Oktober 26, 2014

    Hi Axel,

    Genau was ich meinte, ich Zukunft werde ich dabei auch einfach auf Wiki´verlinken, da viel davon reiner Wiki-Stuff ist.

    Gruss

  51. #55 axel
    Oktober 26, 2014

    Schon bezeichnend, dass es immer Skeptiker sind, die einer gewissen Nachhilfe bedürfen. Natürlich kann man nett sein und es zu erklären versuchen, Links setzen etc. Meine Erfahrung ist, dass sie aber nichts hinzulernen wollen und unwissend bleiben. Unser Bärchen ist ein ganz gutes Beispiel für diese Art von Teflon-Resistenz. Ich mache mir die Mühe jedenfalls nicht mehr, aber versuchen Sie es ruhig selbst.

  52. #56 gast
    Oktober 26, 2014

    @Christian
    Mein Gefühl sagt mir, sie haben Freude daran ihre Wissen mitzuteilen, das ist gut so.
    Was können sie uns über den Trend der berechneten Klimasensitivitäten sagen. Vor wenigen Jahren noch hat Hansen mit einer ECS=4,2 die Menschen geschockt.

  53. #57 Georg Hoffmann
    Oktober 26, 2014

    @Gast

    Es ist sicher besser immer dann auch das Zitat beizuliefern. Aber wahrscheinlich geht es ja darum, dass das was dem einen sein Gleichgewicht ist, ist dem anderen seine transiente response.
    Im IPCC ist die ECS das “Gleichgewicht”, dass sich eingestellt hat, wenn der Ozean (oder wahrscheinlich eher der obere Teil des Ozeans) ins klimatische Gleichgewicht gekommen ist. Es ist aber so, dass, wenn man nur lange genug wartet, zb 100ppm oder etwas mehr dazu fuehrt, dass Groenland ueber einer Zeitskala von 1000 Jahren verschwindet und 200 ppm mehr wahrscheinlich auch zum Verschwinden der Antarktis fuehrt. Das wiederum fuehrt zu weiteren Feedbacks (ersetze weisse EIs durch graue Erde), verschiebt weiter Klimazonen, aendert den Bewuchs , aendert die natuerlichen Kohlenstoffreservoire etc etc. All diese Feedbacks fuehren dann auf einer Zeitskala von ein paar 1000 Jahren, dass der ECS sich eben doch aendert und zu einem nochmal deutlich waermeren Zustand fuehrt. Das hat Hansen zumindest in einem Paper zeigen wollen, dass sie mit den Klimaaenderungen seit dem PETM beschaeftigt.

    Ich weiss jetzt nicht, ob diese 4.2Grad sich darauf beziehen.
    zb hier http://pubs.giss.nasa.gov/abs/ha06610d.html

  54. #58 Christian
    Oktober 26, 2014

    @ Axel

    In der Tat ist das zu beobachten, dass ist für mich auf der Hauptgrund warum ich nicht auf deren Blogs verkehre, also WUWT, EIKE und wie sie alle heißen, da sinnlos, da meisten overconfidence-bias der dortigen Leute.

    Bezüglich dem Bärchen, ein skurriler Menschen der trotz intensiven Home-Studium (über 1000 Stunden) immer noch an den Grundlagen zu “scheitern scheint”. Anführzeichen deswegen, weil ich vermutete, dass es sich um Absicht handelt.

    Gruss

  55. #59 Christian
    Oktober 26, 2014

    @ Gast

    Das ist nicht so ganz Unwahr, aber dennoch habe ich mit der Zeit gelernt, dass Wissen teilen ein Leblosen Brot sein kann. Was ich über den Trend der Klimasensivität sagen kann? Nunja, nüchtern gibt es keinen, wenn man querr durch die Journale ließt, findet man jedes Jahr Arbeiten über Arbeiten mit hoher als auch niedriger Sensivität, Sie sollten sich hüten, vor jenen welche behaupten es gäbe eine Eindeutige Tendenz in eine Richtung.

    Gruss

  56. #60 Christian
    Oktober 26, 2014

    @ Gast

    Nachtrag:

    Es gibt auch Arbeiten mit weit oberhalb 4 Grad Klimasensivitäten, ich müsste nachsehen, aber in 2013 wurde wieder mal eine mit rund 6 Grad veröffentlicht. Der sogennante Shock exestiert nicht, dass ist vorallem ein Problem der medialen Berichterstattung, welche sich eben primär auf bekannte Autoren stürzt und nicht immer unbedingt representativ für die Science-community gesehn werden sollte.

  57. #61 Christian
    Oktober 26, 2014

    Moin Georg,

    Schön Sie wieder zu haben, ein kleinen Kritikpunkt gäbe es, dass Hansen-Paper bzw. ihre Ausführungen entsprechen nicht mehr der ECS, sondern der ESS, der sog. Earth-Cimate-Sensivity bzw. earth system sensivitiy, so schreibt auch Hansen et al (2013)

    “Slow feedbacks, especially change of ice sheet size and atmospheric CO2, amplify the total Earth system sensitivity by an amount that depends on the time scale considered.”

    Auf die ECS bezogen macht Hansen folgende Aussage:

    “Pleistocene climate oscillations yield a fast-feedback climate sensitivity of 3±1°C for a 4 W m−2 CO2 forcing if Holocene warming………”

    Allgemein wird die ESS als für den very slow response aus den Eisschilden genommen. Die ECS als tendenziell eher für die schnelleren Responses, welcher aber wie gestern angesprochen nicht linear sein müssen, so wie wir derzeit annehmen.

    Gruss

  58. #62 gast
    Oktober 26, 2014

    @G. Hoffmann und Christian
    erst mal danke,
    könnte schwierig werden für das Klima irgendeinen Gleichgewichtszustand zu finden

    Sind sich die Experten denn sicher, dass vor AGW das anderst war?

  59. #63 axel
    Oktober 26, 2014

    Klar, es gibt Arbeiten mit Klimasensitivität größer als 4°. Müsste ich auch erst suchen. Der Witz ist nämlich, dass solche Ergebnisse im Unterschied zu kleinen Werten nicht durch die Weltpresse geistern.

    Ein medialer Bias.

  60. #64 Christian
    Oktober 26, 2014

    @ Gast

    Verstehe ihren ersten Satz nicht richtig? Gleichgewichtsimmulationen sind ideal-Simmulationen. In der Realität ist das Klimasystem nie exakt im Gleichgewicht, höhstens nahe dem Gleichgewicht. Die Frage erübrigt sich daher, da man für das Klima kein “Gleichgewicht” sucht, sondern es sich automatisch einstellt.

    Auch die zweite Frage ist etwas seltsam, da sich die Physik nicht durch den AGW ändert, es gelten immer noch die Gleichen Gesetzte wie früher, der einzige wirklich Unterschied besteht darin, dass wir massiv in den Kohlenstoffkreislauf eingreifen (nebenbei verändern wir durch Rodung und Bebauung natürlich auch das Aussehen und Reflektionvermögen) indem wir diese anderes frei setzten wie es der Planet zuvor tat, es gab ja schon immer Vulkanausbrüche oder Waldbrände etc welche zu einer Erhöhung des Co2 geführt haben oder Ausgasungen durch lange Prozesse der Kontinentaldrift aber was wir derzeit machen, also mit den fossilen Rostoffen ist in dieser Dimension einfach einzigartig, es bestünde auch eine minimale Chance, dass diese Einzigartigkeit der Art wie wir fossile Rostoffe nutzen zu einen Runaway-Treibhaus führt aber die Indizien dafür tendendieren gegen 0.

    Gruss

  61. #65 Christian
    Oktober 26, 2014

    Hallo Axel,

    Das stimmt nun nicht ganz, nüchtern betrachtet, stüzt man sich auf eher bekannte Gesichter oder anders gesagt, so höher der Bekanntheitgrad desto höher die mediale Berichterstattung, zumindestens meine Wahrnehmung. Hinzu kommt das schwimmen der Medien auf der “Welle” und du kannst ausgehen, dass am Jahresende, wenn neue Rekorde verzeichnet wurden, einige Medien sich mit Berichten über die Extreme Gefahr des Klimawandels brüsten werden und nur paar Monate drauf, insofern der Winter knackig wird, werden die gleichen Medien die Gefahr wieder herunterspielen.

    Schuld daran sind am Ende die Menschen selbst, den Sie stehe in der Wechselwirkung mit den Medien und sie sind es, welche auch populistische Beiträge lesen wollen.

    Gruss

  62. #66 Alexis
    Oktober 26, 2014

    @Christian (dein Kommentar #37)
    ‚…. Erst mal müssen wir festlegen, was uns genau interessiert, wenn uns die Globaltemperatur interessiert, dann gilt auch der “Hiatus”. Wenn wir das System in Komponenten zerlegen, dann wird die Sache wieder komplett anders, dann zeigt sich, dass die Temperatur eben nicht stagniert, sondern sich erwärmt infolge des Anstieges der GHGs…‘
    Natürlich interessiert zu aller erst die Globaltemperatur. Diese wurde nun mal bisher als Maß verwendet und ich finde, man sollte nicht einfach während des Spieles ohne triftigen Grund die Regeln ändern. Mit der Zerlegung in Komponenten habe ich auch so meine Probleme. Mal ganz abgesehen davon, dass es schwierig ist, ein komplexes System multipler ineinander greifender und sich gegenseitig beeinflussenden Parametern in Einzelbestandteile zu separieren: Was soll uns dieses Zusammenkürzen auf ein virtuelles „ Global minus ENSO minus irgendwas“ Klima bringen? Die bahnbrechende Erkenntnis, dass GHGs einen Netto-Erwärmungseffekt haben? Das ist so trivial wie uninteressant.

  63. #67 Christian
    Oktober 26, 2014

    Hallo Alexis,

    Naja der trifftige Grund ist ja gegeben, da gewisse ums nett zu sagen, honki tonks ja behaupten, es gäbe keine menschliche Erwärmung weil ja es die letzten Jahre keine Erwärmung gab und eben weil gewisse honki tonks derart defizitär umherschlagen, muss man ja auch mal erklären, was antropogene Erwärmung ist und das Unterbrechung auch dazu gehören, da das Klima ein wenig mehr als nur Treibhausgase sind aber irgendwie leidet die Skeptiker-Szene an Monokausalititos, weswegen man immer dort die Behauptung auffindet wie letztlich von EIKE, dort steht geschrieben:

    Gesetze:

    1.1 Das Klima verändert sich – es wird immer wärmer

    Antwort:

    Die letzten 16 -18 Jahre (je nach Datenquelle, Satellit, terr. Stationen) zeigen keine weitere globale Erwärmung, obwohl die CO2 Konzentration deutlich gestiegen ist

    Quelle:http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/die-wahre-agw-skeptiker-lehre/#comment_34

    Und für solche honki tonks ist es schon wichtig, dass ihr Irrglauben auch mal auf den Prüfstand gestellt wird. Aus Gesellschaftlichen Punkt besteht also ein triftiger Grund, um den Honki tonks ihre falsche Propaganda zu versalzen.

    Zum Rest:

    Das ist das typische Flinte ins Korn werfen, dessen Logik brauchen wir nicht mal versuchen, dass Klima zu erforschen, da wir eh nur Modelle, welche per Definiton nur eine Nährung der Realität sind benützen können um Defizite in Beobachtungen zu erklären. Ansonsten ist es auch nicht trival, sondern gibt uns eben auch ein Nährungsweisen Aufschluss über die qualitativen Effekte. Man kann natürlich hergehen und sagen ist scheiß egal, warum wieso weshalb aber dann endet die Gesellschaft wie im Film “idiocracy” wo man dann halt Äcker mit Energiedrink bewässert.

    Gruss

  64. #68 shader
    Oktober 29, 2014

    Gibt es eigentlich auch Leute, die sich auf eine kleine Nebenwette einlassen würde? Ich wette mal einfach, dass wir den wärmsten Oktober in Deutschland erleben werden. Der Rekord liegt wohl bei 12,48°C im Jahr 2001. Letztes Jahr lag der Oktoberdurchschnitt bei 10,6°C.

  65. #69 Christian
    Oktober 29, 2014

    Hallo shader,

    Wo soll der Sinn sein, die Oktoberwerte kann man beim DWD nachsehen und wer die Taggenaue Mitteltemperatur der DWD-Stationen sehe will, der klicke folgenden Link:

    http://www.muenchen-wetter.com/Station.php

    Deine Wette ist übrigens verloren, 2001 lag der Mittelwert bei 12,4 Grad und stand 28.10 sind wir bereits bei nur noch 12,1 Grad, mit der Tendenz sinkend. Werden wohl grob bei 11,8 Grad landen.

    Gruss

  66. #70 E.Teufel
    Oktober 29, 2014

    Naja, die Tendenz dreht sich Richtung WE ja wieder um. Allerdings ist da auch der Oktober zu Ende. Aber wenn wir morgen und übermorgen noch mal 20°C bekommen…

  67. #71 Christian
    Oktober 29, 2014

    Hallo E.Teufel

    Ne, der Drop ist gelutscht, der heutige Tag war auch realtiv kühl, sollten also unter 12 Grad fallen und die letzten beide Tage werden im Mittelwert nicht mehr ausreichen, dazu bräuchte es dann 2x mal 18 Grad als Tagesmittelwert und dann ist im Grunde auszuschließen, dann müsste es schon rund 30 Grad Maximal-Temperaturen geben.

    Gruss

  68. #72 shader
    Oktober 30, 2014

    Okay Christian, ich hab da den Klassiker-Anfängerfehler gemacht. Eine Wette anbieten, ohne sich vorher über den Zwischenstand zu informieren. Scheiss 2001. Das einzig Gute war, dass Bayern die Champions League gewonnen hatte.

  69. #73 Christian
    Oktober 30, 2014

    Tja, DWD hat Pressemitteilung rausgehauen:

    “Der Oktober 2014 wird wohl in Erinnerung bleiben als drittwärmster Oktober seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1881.”

    Quelle: DWD

  70. #74 Christian
    Oktober 30, 2014

    Nachtrag:

    Für Hadcrut4 ist mit +0.595K ein neuer Monatsrekord nachzureichen, siehe auch:

    http://www.metoffice.gov.uk/hadobs/hadcrut4/data/current/time_series/HadCRUT.4.3.0.0.monthly_ns_avg.txt

  71. #75 axel
    November 4, 2014

    Und direkt der nächste Monatsrekord:
    Der Oktober war der wärmste bei Dr. Roy’s UAH.

  72. #76 Thorsten Seifert
    November 9, 2014
  73. #77 Christian
    November 14, 2014

    GISS im Oktober mit 0,76K und damit 2014 weiter hoch favorisiert für ein neues rekordjahr

    http://data.giss.nasa.gov/gistemp/tabledata_v3/GLB.Ts+dSST.txt

  74. #78 Georg Hoffmann
    November 14, 2014

    Christian, du bist so scheissschnell. Ich habe gestern zweimal nachgeschaut und es war noch nicht hochgeladen. Ggggrrrrr, jammer….

  75. #79 Georg Hoffmann
    November 14, 2014

    Steht ja noch gar nicht im File beim GISS?
    Ich mach schon mal die Figures. Wahrscheinlich hat Christian direkt neben Reto Ruedy gesessen, als er die Zahl eingetippt hat.

  76. #80 Christian
    November 14, 2014

    Moin Georg,

    Steht im File doch du musst in deiner Leiste den Link nochmals aktualisieren, den irgendwie besteht ein delay warum auch immer..

    Gruss

  77. #81 Christian
    November 14, 2014

    So schnell bin ich nun auch nicht, hab nur ne gute Zeitabdeckung. In der Früh im Bad, Mittags in der Arbeit und Abends vorm schlafen gehen.

    Gruss

  78. #82 Asa Ruan
    Dezember 26, 2014

    Having read this I thought it was rather enlightening. I appreciate you finding the time and energy to put this content together. I once again find myself spending way too much time both reading and posting comments. But so what, it was still worthwhile!

    http://gatecseit.in/computer-science-mcq-2/algorithm/