Bruno Latour ist Vize-Präsident der renomierten Science Po (einer internationalen Elite-Uni in Paris) und wahrscheinlich der momentan bekannteste und einflussreichste Philosoph Frankreichs. Er gilt zusammen mit Steve Woolgar und Karin Knorr-Cetina als Mitbegründer der sogenannten Science Studies, einer soziologisch-philosophischen Schule, deren Forschungsobjekt die Naturwissenschaften selbst sind, und die untersucht, wie, auf einer grundsätzlichen Ebene, Wissenschaftler Wissen produzieren (Manufacture of Facts). Latour’s damals am Salk Institut  verfasste Arbeit (zusammen mit Steve Woolgar) “Laboratory Life”  wird in diesem Jahr 35 Jahre alt und ist mittlerweile ein Klassiker. Die beiden Autoren schieben dabei ihre Forschungsobjekte, nämlich die “beobachteten” Biochemiker und Mediziner, ähnlich wie diese ihre Abstriche,  unter das “Mikroskop” des Anthropologen, der Feldstudien betreibt. Sie bedauerten dabei sogar im Nachwort, dass sie die Gehirne der Untersuchten nicht entfernen und so noch genauer unter die Lupe nehmen konnten.

Latours neuestes, gerade auf Deutsch erschienenes Werk heisst “Existenzweisen – Eine Anthropologie der Modernen” (hier ein Zeit-Interview mit Ihm zu den “Existenzweisen”) und benutzt als Aufmacher und Sinnbild die Klimatologie und den Klimawandel. An keinem anderen Gegenstand wie dem der sich überhitzenden Erde und der bekanntlich auch esoterisch besetzten “Gaia” liesse sich so schön zeigen, wie die Dinge, die wir “da draussen” untersuchen und “verobjektivieren”, auf uns zurückwirken und uns als untersuchendes “Subjekt” mitbestimmen. Denn gerade diese Trennung in Objekt-Subjekt, in eine sachlich durch Fakten beschriebene Welt und einem erkennenden Subjekt, das seinen Ideen und moralischen Vorstellungen ganz unabhängig von der Welt der Dinge folgt, das ist genau für ihn die Bewegung der “Moderne”. Sein bislang grösster Veröffentlichungserfolg, “Wir sind nie modern gewesen” beschreibt dieses im 17ten Jahrhundert beginnende Auseinanderbrechen in die dingliche Welt und die Welt der Werte und der Gesellschaft als DIE charakteristische Bewegung der Moderne.

Latour beginnt also die “Existenzweisen” mit einer Anekdote, die er wohl aus einem hochrangigen Treffen zum Thema Klimawandel und nötige Massnahmen zwischen französischen Industrievertretern und einem Klimaforscher des College de France mitgenommen hat. An dieser Hohestätte französischer Aufklärung gibt es aber zur Zeit nur einen Klimaforscher und ich verrate sicher nicht zuviel, wenn ich also mal vermute, dass es sich um Eduard Bard  gehandelt haben muss. Und so kommt es dann zu der schockierenden (Latour) Frage eines Industriellen an Eduard:

“Aber warum soll man Ihnen glauben, Ihnen mehr als den anderen?” Ich wundere mich. Warum stellt er mit seiner Frage, als handelte es sich um einen blossen Meinungsstreit, die Spezialisten für das Klima auf dieselbe Stufe mit den sogenannten Klimaskeptikern – wobei man die schöne Vokabel “skeptisch” ein wenig in Misskredit bringt?…Ist die Debatte dermaßen ausgeartet, daß man vom Schicksal des Planeten sprechen kann, als befände man sich auf der Talkshow im Fernsehen, wo der Anschein erweckt wird, die verschiedenen Positionen gleich zu behandeln?”

Wie wird Bard antworten? Latour erwartet eine Liste von Belegen und Fakten als Antwort, doch es kommt dann eben die für ihn überraschende, geseufzte Antwort:

“Wenn man kein Vertrauen in die wissenschaftlichen Institutionen hat, dann ist das sehr schwerwiegend.” Statt Fakten, Zusammenhängen und Ableitungen also: Vertrauen und das auch noch in die Institutionen!

Warum also hat er sich nicht einfach auf die absolute Wahrheit, das Rationale, die Gewissheit berufen und stattdessen Vertrauen in die wissenschaftlichen Institutionen angerufen?

“Wenn man sich auf sie (i.e. DIE Wissenschaft mit großem Artikel) beruft, gibt es nichts zu debattieren, weil man sich immer schon auf der Schulbank befindet, wo man lernen muß – oder schlechte Zensuren erhält. Muß man sich jedoch auf das Vertrauen berufen, so ist die Gesprächssituation eine völlig andere: Man muß die Sorge um eine fragile und delikate Institution teilen, die voller entsetzlich materieller und weltlicher Elemente steckt – die Öllobies, die Peer-Beurteilung, die Zwänge der Modelbildung, die Satzfehler in den tausendseitigen Berichten, die Forschungsverträge, die Computer-Bugs usw.  … Wie kann dieser Forscher vom College de France den Komfort aufgeben, den ihm die Berufung auf die unbestreitbare Gewissheit verleiht, und sich statt dessen auf das Vertrauen in die wissenschaftliche Institutionen stützen?… Das ist ein wenig so, als wenn ein Priester einem Katechumenen, der an der Existenz Gottes zweifelte, antwortete, indem er das Organigramm des Vatikans aufzeichnete, die bürokratische Geschichte der Konzilien und die zahlreichen Glossen der Abhandlungen des kanonischen Rechts darlegte.”

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Kommentare (27)

  1. #1 Joseph Kuhn
    Dezember 18, 2014

    Der “Reliabilismus”, eine erkenntnistheoretische Richtung in der Analytischen Philosophie, hebt vor ganz anderem Hintergrund (der Kritik an der sog. “Standardanalyse des Wissens”) ebenfalls die Bedeutung verlässlicher Quellen des Wissens hervor.

    Wenn Kontroversen künstlich aufrechterhalten werden, wird der Weg, wie man zu Wissen kommt, wichtig. In seinem kleinen Büchlein “Elend der Kritik” zitiert Latour einen Republikaner, der fordert, in der Klimawandeldebatte “den Mangel an wissenschaftlicher Gewissheit in den Vordergrund zu rücken”, nicht weil das Wissen Lücken hat, sondern um die Debatte offen zu halten. Kritik verliert hier ihren erkenntnisfördernden Charakter und wird erkenntniszersetzend.

    Erkenntniszersetzung auf hohem Niveau zerstört daher auch das Vertrauen in die Wege der Wissensproduktion. Darin war die Tabakindustrie den Klimaskeptikern um Einiges voraus und hat nicht nur Gegenstudien finanziert, sondern versucht, selbst die Standards wissenschaftlichen Arbeitens “passend” zu bestimmen und z.B. eigene “Grundsätze guter epidemiologischer Praxis” zu verbreiten.

  2. #2 Random
    Dezember 18, 2014

    Man muss nicht Tatsachen und Werte wieder vermischen.

    Aber mann muss der Anti-Aufklärung der Markt- und Religionsfanatiker erst mal wieder die Werte entgegensetzen, damit man sich wieder über Tatsachen unterhalten kann.

    Gegen die ‘Industrie des Zweifels’, die da aus den amerikanischen Think-Tanks entfleucht ist, kommt man anders schwer an. Die arbeiten sich ja vom gewünschten Endergebnis systematisch zurück und identifizieren die Stellen, an denen sie die Tatsachen mit vermeintlich wissenschaftlichen Methoden am besten unterminieren können.

    Das Spiel muss man m.E. mit einem ähnlichen Shortcut durchkreuzen – und dafür ist die Vertrauensfrage gar nicht so schlecht geeignet. Weil man damit schnell zu des Pudels Kern vorstoßen würde, der da heißt “…ich glaube euch nur das, was mir nützt”, ohne dass man sich auf dem Weg dahin, das ganze wissenschaftliche Instrumentarium der Aufklärung beschädigen lassen müsste.

  3. #3 Joseph Kuhn
    Dezember 18, 2014

    @ Random:

    “Man muss nicht Tatsachen und Werte wieder vermischen.”

    So ist es. Es geht um die Stärkung der “epistemischen Werte”, damit die Tatsachen (solange sie sich als solche bewähren) nicht wissenschaftsfremden Interessen zum Opfer fallen.

  4. #4 Dr. Webbaer
    Dezember 19, 2014

    Die Wissenschaftlichkeit, die nicht nur im Sinne des Skeptizimus als Scientific Method [1] zu verstehen ist, bedarf natürlich der Wissenschaftssoziologie:
    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftssoziologie

    MFG
    Dr. W (ohne jetzt direkt mit Brüno warm geworden zu sein, im Grundsatz müsste B. richtig liegen)

    [1]
    -> http://en.wikipedia.org/wiki/Scientific_method (wobei der Schreibär dieser Zeilen erneut oder “wieder und wieder” auf das Fehlen d-sprachiger Texte zu diesem wichtigen Topic verweist – warum fehlen diese?)

  5. #5 shader
    Dezember 19, 2014

    @Joseph Kuhn: “Wenn Kontroversen künstlich aufrechterhalten werden, wird der Weg, wie man zu Wissen kommt, wichtig. In seinem kleinen Büchlein “Elend der Kritik” zitiert Latour einen Republikaner, der fordert, in der Klimawandeldebatte “den Mangel an wissenschaftlicher Gewissheit in den Vordergrund zu rücken”, nicht weil das Wissen Lücken hat, sondern um die Debatte offen zu halten. Kritik verliert hier ihren erkenntnisfördernden Charakter und wird erkenntniszersetzend.”

    Das finde ich ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Danke.

  6. #6 Leck Michdoch
    Dezember 19, 2014

    shader, verstehen Sie überhaupt, was “epistemische Werte” sind? Mit parteiischem Fussballanhängertum, dem Sie und zahllose CO2-Hysteriker so hemmungslos frönen, hat dies jedenfalls nichts zu tun.

  7. #7 Wilhelm Leonhard Schuster
    Dezember 19, 2014

    Bei der Suche nach “epistemischen Werten” bin ich im Internet auf .
    epi=,auf ,oben gestoßen und weiter auf Epistel (besonders wichtiger Brief).
    Diese scheinen ein Epizentrum zu betrachten.

    Dresden ist offenbar ein solches und dort wird die “epistemische” Sache mit den Werten der Wissenschaftlichkeit ,
    eingehend untersucht!

  8. #8 Manfred Mudelsee
    Heckenbeck
    Dezember 19, 2014

    Tja, Georg, ganz unterhaltsam, nettes Bild mit der Eule, lustig das verlinkte Zeit-Interview mit dem kochenden Latour. Feuilletonistisch. Bards Reply wohl angemessen der wohl provokativen Situation mit der Frage des Industriellen. Warum aber sollte man sich mit Latour beschäftigen? 650 Seiten? Etwa noch im „Wikipedia-Stil“? Mein eindimensionales männliches Klimaforscherhirn hat sich nur gemerkt: Sokal und Bricmont (2001 Eleganter Unsinn, München, dtv: S. 151f) dokumentieren (zitieren) den Unsinn und die Anmaßung von zwei Texten von Latour zu Einstein und der Relativitätstheorie. Wer garantiert die Unsinnsarmut des neuen Textes? In meiner Heidelberger Mundart sage ich mir: „kv“ [kannsch vergesse] und mache mich ans Kochen. Oder gucke noch etwas Klimablogs, irgend sowas.

  9. #9 Georg Hoffmann
    Dezember 19, 2014

    @Manfred

    Ich gebe dir Recht. Der Text zu Einstein und der Relativitaetstheorie ist und bleibt (nachdem ich nun angefangen habe, den Latour zu lesen) ein arger und zumindest mir voellig unverstaendlicher Unsinn (da kann man nun schon einen gewissen Widerspruch erkennen, denn entweder habe ichs verstanden und halte es fuer Unsinn oder ich habe es nicht verstanden und weiss eben auch nicht was es ist…aber du weisst schon).
    Lies mal “laboratory life” (ca 200 Seiten). Es hat mich ueberzeugt, dass Latour einen wichtigen Punkt beruehrt, naemlich die Art, wie wir Fakten (ich weiss, ich weiss:) erschaffen. Entdecken oder erschaffen? Was macht der Forscher, die Forscherin, das Forscherle?

  10. #10 Clemens Robbenhaar
    Berlin
    Dezember 19, 2014

    Ich muss sagen, dass mich die zitierte Antwort auch irritiert. Warum hat er nicht geagt: “Sie müssen mir gar nichts glauben, schauen Sie sich doch mal die Daten gründlich an!”.

    Ich vermute, dass die Antwort dadurch entstanden ist, dass viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei fachfremden Ergebnissen genau so verfahren: Sie gehen davon aus, dass die Behauptungen von den Expertinnen und Experten auf dem Gebiet schon gründlich und kritisch untersucht werden, und falsche Behauptungen so schnell auffallen – mithin, sie haben Vertrauen, dass der Wissenschaftsbetrieb funktioniert.
    Ich meine, wer hat zum Beispiel bei der Entdeckung des Higgs-teilchens schon die Ergebnisse komplett durchgesehen, ob sie wirklich so statistisch relevant waren, wie behauptet. Einige wenige in dem Gebiet fachlich versierte Personen könnten das tatsächlich gemacht haben, aber ich für meinen Teil muss gestehen, dass ich nicht mal geprüft habe, ob und wer das getan hat. Zudem hat niemand einen zweiten Teilchenbeschleuniger in der Garage, und die Resultate zu reproduzieren.

    Ich vermute, dass die Antwort mit ähnlichen Motiven gegeben wurde; die entsprechende Person hat wohl befürchtet, dass der sicherlich fachfremde Fragende (ich vermute, ein Top-manager, der seine Informationen stark filtern muss), bei einer Selbststudie auf “Executive”-niveau nur zu dem Resultat kommen würde, dass die Daten viele und die Lage unübersichtlich ist, und es zumindest auch Leute gibt, die die Ergebnisse anzweifeln – aber nicht in der Lage ist, wirklich selber durch die Daten und die Schlussfolgerungen daraus durchzusteigen. Daher der Appell an das Vertrauen.
    Trotzdem m.E. keine gute Antwort auf die gestellte Frage, das ist offensichtlich nach hinten los gegangen.

  11. #11 Manfred Mudelsee
    Heckenbeck
    Dezember 19, 2014

    @Georg
    Dank für Hinweis: Latour: “laboratory life” (200 S.). Jedoch habe ich ebenfalls fast ungelesen herumstehen: Polanyi: “Personal Knowledge” (Routledge, 428 S.). Auch P. schreibt zu “Fakten/Meinung/Wissen” — jedoch ist er immerhin nicht nur Philosoph, sondern auch Chemiker. Mal gucken.

    @Clemens Robbenhaar
    Die Antwort “Sie müssen mir gar nichts glauben, schauen Sie sich doch mal die Daten gründlich an!” finde ich auch nicht schlecht, wie eben auch den Appell ans Vertrauen. Es ist in einem derartigen Rahmen (“hochrangigen Treffen zum Thema Klimawandel … zwischen französischen Industrievertretern und einem Klimaforscher”) sicherlich keine technische Details berührende Diskussion möglich. Ich sehe den Kontext eher als eine gezielte Provokation eines sich zur Elite gehörig fühlenden Menschen (jedoch war ich nicht dabei und kann die Situation nicht genau erfassen). Dieses Spielchen sollte ein Wissenschaftler jedoch nicht mitmachen, und dieses Nichtmitmachen auch signalisieren. (Ein Vortrag in einer Schulklasse wäre etwas anderes, hier könnte man den Jungen und Mädchen die Daten erklären, die Formeln zur linearen Regression gemeinsam lösen, die Daten damit analysieren und danach zusammen das Ergebnis besprechen.) Ich finde es deshalb verständlich, dass Schellnhuber nicht mit EIKE-Leuten diskutiert; und ich bin mir nicht sicher, ob Stocker so “gleichwertig” mit Vahrenholt hätte diskutieren sollen.

  12. #12 Christian
    Dezember 19, 2014

    Hallo Manfred,

    Das ist für mich derzeit auch das Problem, denn wenn wie Sie schon mit Stocker angeführt haben, stärkt das Begegnen auf Augenhöhe das “Gewicht” des gegenübers.

    Bei Stocker und Vahrenholt konnte man das im Nachtrag auf der kalten Sonne sehen, wo die Worten Stockers eingesetzt werden um die eigene Position zu stärken. Ging da um die wärmeren Sommer vor rund 2.000 Jahren.

    Die Frage war:

    “In der Römerzeit, als Hannibal mit Elefanten über die Alpen zog, gab es noch weniger Gletscher.”

    Stocker:

    “Ja, aber wir müssen uns fragen: Was war denn anders vor 2200 Jahren? Da kommt schon die Sonne ins Spiel: Aufgrund der Neigung der Erdachse gab es damals im Sommer mehr Sonneneinstrahlung, etwa 10 Watt pro Quadratmeter. Es ist offensichtlich, dass es da wärmer war.”

    Vahrenholt:

    “Vor 2200 Jahren herrschte die Römische Wärmeperiode, eine der wiederholt aufgetretenen Wärmephasen im Millenniumstakt, die sich zu sonnenaktiven Zeiten ereigneten. Anstatt hierauf einzugehen, driftet Stocker lieber wieder zu seinen langperiodischen Milankovic-Zyklen ab, die im heutigen Klimageschehen keine Rolle spielen, und deren Wirkung er daher gerne zugeben kann. Ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver. ”

    Ob Varenholt dies bewusst genutzt hat oder ob es aufgrund von Halbwissen war, lässt sich abschließend nicht herrausfinden.

    Gruss

  13. #13 axel
    Dezember 20, 2014

    Ich finde die Antwort Bards kurz und angemessen. Keine Ahnung, warum Latour überrascht ist, aber bei Latour habe ich auch noch nie nur einen Satz verstanden,

    Ein anderer geht direkt noch einen Schritt weiter:
    http://theconversation.com/why-ill-talk-politics-with-climate-change-deniers-but-not-science-34949

  14. #14 Quentin Quencher
    Dezember 20, 2014

    Nein, ich habe die hier verlinkten Texte von Latour nicht gelesen. Dennoch glaube ich etwas zur Diskussion beitragen zu können. Werner Krauss hatte ja schon mal den Bruno auf der Klimazwiebel zur Diskussion gestellt, dort wurde er ziemlich verrissen. Ich selbst hatte mich einmal kurz in Akteur-Netzwerk-Theorie eingelesen und fand das ziemlich faszinierend. Hatte allerdings nichts mit Klimawandel oder dergeleichen Gaia-Gefasel zu tun. Alles was ich später über Latour lesen konnte, von FAZ bis ZEIT, ist nicht geeignet mein Interesse an ihn offen zu halten.

  15. #15 Joseph Kuhn
    Dezember 20, 2014

    Zu sozialen bzw. “kulturellen” Faktoren der Akzeptanz der wissenschaftlichen Befunde zum Klimawandel:
    http://www.culturalcognition.net/papers-topical/

  16. #16 gast
    Dezember 20, 2014

    Ich finde Bard hat sich schon mit der ersten Antwort selbst ausgehebelt.
    Die Klimatologen liefern eine meinetwegen modellbasierte Aussage, doch ob die zutreffend ist muss die Zukunft zeigen, das räumt Bard selbst mit seinem Vertrauensanspruch ein.
    Die Modelle der Klimatologen sind nicht hinreichend überprüft als dass man ihnen vertrauen könnte, so sieht es aus. Man kann ihnen zugestehen, dass für die empirische Absicherung der Beobachtungzeitraum zu kurz ist, doch das müsste die selbst erkennen sonst wird es nix mit Vorschussvertrauen.

    Klima ist halt was anderes als der tägliche Sonnenaufgang.

  17. #17 Random
    Dezember 20, 2014

    @gast
    Ähhh?!? Seit spätestens 1988 sagen die Modelle eine Erwärmung voraus. Seit 25 Jahren wird es wärmer (…ja, auch seit 19, 18, 17, 16… Jahren 😉 Scheint mir mittlerweile ziemlich vertrauenswürdig zu sein, die Sache…

  18. #18 gast
    Dezember 20, 2014

    @Random
    Sie sehen doch dass dem globalen T-Verlauf starke randome Störungen überlagert sind. Nehmen wir mal an, die natürlich Schwankungen würden einem Random Walk entsprechen, dann ist klar, dass es starke Schwankungen im großskaligen Bereich geben kann. Wie wollen sie unter dieser Betrachtungsweise den CO2 verursachten Anteil im Signal in einem Kurzzeitintervall von 25 Jährchen finden.

    Tipp: Schauen sich mal son Random Walk an

    http://de.wikipedia.org/wiki/Random_Walk#mediaviewer/File:Random_Walk_example.svg

  19. #19 gast
    Dezember 20, 2014
  20. #20 axel
    Dezember 20, 2014

    @ Gast

    Was wollen Sie damit sagen?

    Dass Sie der Wissenschaft nicht vertrauen? Und etwas “besseres” anzubieten haben?

  21. #21 gast
    Dezember 20, 2014

    @axel
    woher soll ich etwas “besseres” anzubieten haben?
    Die Absicht war nur, dem Random eine einprägsame Antwort zu geben.
    Würde CO2 die T-Entwicklung dominieren (wie sich das PIK das wünscht) dann müsste das Signal auf einer Geraden mit kleinen Störungen nach oben laufen. Nun gut, GISS hat sowas Ähnliches anzubieten. Doch dieses “Meß-Ergebnis” mit sehr geringer Variation wird nicht durch andere Messungen bestätigt. Man kann sagen, die diversen Messergebnisse zur globalen T haben noch keinen Konsens gefunden. Vertrauen gibt es nur wenn alles passt.

  22. #22 axel
    Dezember 20, 2014

    @ gast

    Ich dreh mich jetzt mal ganz bardesk mit meinem Cocktailglas um und plaudere mit anderen weiter, nicht ohne Ihnen mein Bedauern auszusprechen.

  23. #23 Random
    Dezember 21, 2014

    @gast
    Schön – aber warum muss die ‘einprägsame’ Antwort dann gleich falsch sein? Sie haben schon Nerven. Schleppen den angegammelten Uralt-Strohman, von wegen dass CO2 und Temperatur monoton miteinander steigen müssten, auf ein Klima-Blog. *kopfschüttel*

  24. #24 Wilhelm Leonhard Schuster
    Dezember 28, 2014

    Danke für das “gestohlene” Bild der Eule mit zugehörigem Kurzkommentar.(“Es” gehört eigentlich in jedes “Schulbuch”.)
    Wer war der Maler und Autor?
    Welche Zeit?

  25. #25 hoimrdengr
    Januar 7, 2015

    Im Wissenschaftsblog 2014, dem Sonderpreis der Redaktion in der Kategorie “Blog-Teufelchen der Wissenschaftskritik” http://www.sciencesofa.info/2014/08/die-absolute-wahrheit/ findet sich dieses Paper von Latour, in dem er Reue fuer seine alte Positionen zeigt:

    “While we spent years trying to detect the real prejudices hidden behind the appearance of objective statements, do we now have to reveal the real objective and incontrovertible facts hidden behind the illusion of prejudices? And yet entire Ph.D. programs are still running to make sure that good American kids are learning the hard way that facts are made up, that there is no such thing as natural, unmediated, unbiased access to truth, that we are always prisoners of language, that we always speak from a particular standpoint, and so on, while dangerous extremists are using the very same argument of social construction to destroy hard-won evidence that could save our lives. Was I wrong to participate in the invention of this field known as science studies? Is it enough to say that we did not really mean what we said? Why does it burn my tongue to say that global warming is a fact whether you like it or not? Why can’t I simply say that the argument is closed for good?”
    — Why Has Critique Run Out of Steam? From Matters of Fact to Matters of Concern
    Bruno Latour in Critical Inquiry, 2004
    http://www.bruno-latour.fr/sites/default/files/89-CRITICAL-INQUIRY-GB.pdf

  26. #26 d_le_nen
    Berlin
    Februar 20, 2015

    Ein absoluter Nachzügler kann sich nicht zurückhalten:
    Bard hat schon einen Punkt getroffen, seine Antwort ist nicht so schlecht. Denn es gibt (überspitzt ausgedrückt) gar keine Fakten, sondern nur Kommunikation über solche, plus Vertrauen (oder eben fehlendes) in diese Kommunikation.
    In letzter Konsequenz entscheide ich mich aus einem Wahrscheinlichkeitsgefühl, einem Bauchgefühl heraus, n i c h t an die “große Verschwörung der geldhungrigen Klimawissenschaftler” zu glauben, sondern an eine intakte Kausalitätskette zwischen den (für mich unerreichbar fernen) wirklichen Verhältnissen und den Botschaften, die ich darüber von der Wissenschaft erhalte.

  27. #27 Brightest LEd Flashlights
    https://instagram.com/simonflashlight/
    Juli 11, 2015

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