p.S.: Im Moment habe ich privat und beruflich sehr viel zu tun und komme deswegen kaum zu schreiben. Ich hoffe, im Spätjahr wird das besser.

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Kommentare (8)

  1. #1 Dr. Webbaer
    8. August 2017

    Lieber Herr Gabath,

    Langfristig stört das, was den Menschen in Indien und anderswo Massenwohlstand bringen kann massiv die Lebensgrundlage eben dieser Menschen. So massiv, dass die Kosten der Anpassung vielleicht den Nutzen übersteigen.

    vielen Dank für Ihre Stellungnahme.
    Sie bringen hier auch einen wichtigen Punkt, es geht um Abwendung der absehbaren Erwärmung oder um Anpassung / Mitigation.
    Der Mensch scheint zu einer “konzertierten Aktion” nicht in der Lage zu sein, auch für die nächsten Jahrzehnte nicht, zudem überzeugt so etwas :

    -> http://www.wbgu.de/hauptgutachten/hg-2011-transformation/

    …nicht, jedenfalls nicht alle, auch wegen des expertokratischen Elements, insofern schaut’s nach Adaption / Mitigation aus.

    Zudem könnte der Mensch auch Glück haben, dass es nicht so-o viel wärmer wird, wie prognostiziert, die Klimamodelle stellen ja Konfidenzintervalle bereit, die ebenfalls eine geringe Erwärmung erhoffen lassen.

    MFG + schöne Woche,
    Dr. Webbaer

  2. #2 libertador
    8. August 2017

    “Ein Problem mit dem Klimawandel ist, dass seine wirksame Eindämmung drastisch die Chance vieler Menschen in Schwellenländern auf ein besseres Leben senkt.”
    Das hängt von der Art der Eindämmung ab. Es ist nicht zwingend der Fall, dass die Eindämmung des Klimawandels mit geringeren Chancen zu einem besseren Leben (insbesondere für Arme) verbunden sein muss. Das hängt aber insbesondere davon ab, wie die Vermeidung von Emissionen verteilt wird.
    Die Frage ist dabei einfach, ob die reichen Länder und Personen bereit sind die Anstrengungen unternehmen und die Ungerechtigkeit die sie aufrecht erhalten und von der sie profitieren zu beenden.

  3. #3 Martin Schmidt
    Schweiz
    8. August 2017

    @ Dr. Webbaer

    Die beiden Studien im Nature Climate Change(Raftery und Pincus, Mauritzen), die das Nichterreichen der COP21-Ziele prognostizieren, basieren nicht unmittelbar auf Klimadaten sondern auf einer statischen Betrachtung unter Zuhilfenahme der Kohlenstoffintensität (Raftery).

    Nach Raftery besteht demnach die Wahrscheinlichkeit, dass die Erwärmung zwischen 2° und 4.9° liegen wird bei 90%. Gemessen daran gibt es keinen Grund nicht (mehr) von einer “halb so wilden” Erwärmung auszugehen, sofern, wie Pincus zu bedenken gibt, es nicht morgen eine Energiequelle gibt, die kein Kohlendioxid produziert und für alle im gleichen Maße verfügbar sein wird.

    Nach Pincus und Mauritzen ist eine Erwärmung von 1.3° bereits irreversibel. Ab heute wird sich die Temperatur noch weiter erhöhen.

  4. #4 shader
    8. August 2017

    “Ich wüsste nicht, warum die andern vier oder fünf Milliarden Menschen, die noch nicht in diesem Wohlstand leben, es anders machen sollten.”

    Fehler aus Unwissenheit zu machen ist menschlich und verzeihlich. Fehler zu wiederholen ist hingegen dumm. Das sollte man vermeiden.

  5. #5 Dr. Webbaer
    8. August 2017

    @ Herr Schmidt :

    Von besonderer stringenter diesbezüglicher Prognosis darf abgeraten werden, weil das terrestrische Klimasystem mal so und mal so balancieren (das Fachwort) könnte.
    Am eigentlichen Sachverhalt, nämlich dass besondere Ausgasung, auch die von Karbon, mit ein Grund dafür ist, dass es auf der Erde um mindestens 50 Grad wärmer ist als auf ihrem Trabanten, bei annähernd gleichem Abstand zur Sonne, hegt Dr. W keine Zweifel.

    Allerdings könnte das hier gemeinte Resultat mal so oder so (vgl. mit den ‘Konfidenzintervallen’) zur Austragung gelangen.

    MFG + schöne Woche,
    Dr. Webbaer

  6. #6 Martin Schmidt
    Schweiz
    8. August 2017

    @shader
    “Fehler aus Unwissenheit zu machen ist menschlich und verzeihlich. Fehler zu wiederholen ist hingegen dumm. Das sollte man vermeiden.”

    Einer breiten Masse in einer der ersten sehr guten populärwissenschaftlichen Abhandlung, die auch auf deutsch verfügbar war (!) wurden die Ergebnisse und Prognosen der Klimatologen über eine bevorstehende globalen Temperaturerhöhung bereits Anfang der 80er vorgelegt und enthielten eine deutliche Warnung. Weltpolitisch deutlich interessanter und signifikanter war damals das unmittelbar bevorstehende Ende des Kalten Krieges durch Gorbatschows Perestroika und Glasnost. Man dachte wohl: “Jetzt wird endlich alles wieder ein bisschen wärmer.” Al Gore legte erst knapp 25 (!) Jahre später seine “An Inconvenient Truth” (2006!) vor. Ignoranz ist nicht gleichzusetzen mit Unwissenschaft.

  7. #7 libertador
    8. August 2017

    Die verlinkte Studie hat ja einen interessanten Ansatz. Auf Basis der bisherigen Entwicklung (population, GDP, GDP-carbon intensity. und gpd per capita) plus einem Zufallselement konvergierend zum BIP pro Kopf der USA wird die weitere Entwicklung prognostiziert.

    Ich denke diese Studie sollte so interpretiert werden, dass die Entwicklung ohne besondere politische/technologische Veränderungen in dem prognostizierten Rahmen liegen würden und damit ein Anstieg der Temperatur ohne weitgehende politische Anstrengungen zum Umstieg auf weniger CO2 intensive Energieerzeugung unwahrscheinlich ist auf Basis der bisherigen Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung. Dabei trägt laut dem Artikel die Unsicherheit der Bevölkerungsentwicklung nur wenig zur Unsicherheit der Gesamtvorhersage bei.

    Solche Abweichungen vom Modell sieht man in deren Rückschau-Prognosen im Paper insbesondere im ehemaligen Ostblock in dem die Wirtschaft stark zurückgegangen ist und in Asien in dem die Wirtschaft stärker gewachsen ist.

  8. #8 Roland B.
    10. August 2017

    “Nach Pincus und Mauritzen ist eine Erwärmung von 1.3° bereits irreversibel.”
    Na ja, vielleicht bekommen wir ja ein paar richtig kräftige Vulkanausbrüche, dann wäre die Erhöhung sehr schnell reversibel. So ein richtiger Supervulkan, stärker als der Tambora (1815), der ja nur wenige Jahre klimawirksam blieb (und ein ‘normaler’ Vulkan war).
    Sollten wir uns natürlich nicht wünschen, das wäre den Teufel mit Belzebub austreiben.