Das Unwahrscheinliche hat die manchmal unschöne Eigenschaft, nicht unmöglich zu sein und so ereignen sich immer wieder Unfälle, obwohl die Wahrscheinlichkeit dafür sehr klein war. Das ist leider, auch wenn es vielleicht zunächst kontraintuitiv ist, eine Bestätigung des Probabilistischen Risikomanagements: Zufällige Ausfälle technischer Systeme ereignen sich tatsächlich ungefähr mit der Rate (die tatsächlichen Systeme sind…

Wann immer sich ein Unfall ereignet, wird die Frage laut, warum das Schutzsystem nicht darauf ausgelegt war, die spezielle Kinematik dieses Einzelfalls zu beherrschen. Oft ist der Ruf berechtigt, denn immer noch werden viele veraltete Anlagen und Maschinen betrieben, sind Gebäude nicht mit modernen Schutzeinrichtungen ausgerüstet und wurden Altlasten nicht behoben. Ebenso oft ist die…

Wenn eine Anlage oder Maschine nicht eigensicher gebaut werden kann und mechanische Einrichtungen allein keine ausreichende Sicherheit versprechen oder zu umständlich zu implementieren wären (z.B. weil in einer vorhandenen Anlage, die aufgerüstet werden soll schlicht kein Platz dafür ist), greift man auf die Methoden der Funktionalen Sicherheit zurück. Funktional bedeutet in diesem Sinne, dass das…

Risikoreduktion durch Organisatorische Maßnahmen Risikobewusstes Handeln beginnt in den Köpfen von Menschen. Wir bemühen uns zwar, durch bessere Technik die Unsicherheiten des Faktors Mensch so gut wie möglich aufzufangen, aber ein großer und wichtiger Unfallvermeider bleiben hellwache Menschen, die ihr eigenes Handeln möglichst sicher gestalten. Dass es ausreicht darauf zu bauen, dass Menschen keine Unfälle…

Wenn man die Probabilistische Risiko-Analyse (PRA) ernst nimmt, dann führt das für technische Systeme auf eine einfache Regel: Alles kann versagen. Und in der Tat ist das eine Erkenntnis, die man aus den tatsächlichen Unfällen ziehen kann: Jeder Unfall ist das Ergebnis einer Verkettung unglücklicher Umstände von denen jeder einzelne, wäre er isoliert aufgetreten, völlig…

Nachdem wir uns überlegt haben, was Risiko eigentlich ist und aus welchen Szenarien sich welche Risiken für unsere Beispielanlage ergeben, wollen wir eines davon näher betrachten und Maßnahmen entwickeln, das konkrete Risiko auf einen für uns akzeptablen Wert zu senken. Erinnern wir uns an die Definition aus Teil 1: Risiko ist das Produkt aus Schadensausmaß…

Ein Risikoszenario ist eine definierte Wenn-Dann-Beziehung, die anhand eines bestimmten unsicheren Zustands, der durch eine nicht näher bestimmte Ursache hervorgerufen wird, ein spezielles Risiko beschreibt, das von einer Anlage oder Maschine ausgeht. Szenarien sind für das Risikomanagement von großer Bedeutung. Um zu verstehen, was das bedeutet, betrachten wir zunächst eine ganz einfache Anlage: Ein Reaktionsbehälter…

Die Frage nach Schadensausmaß und Schadenseintritts-Wahrscheinlichkeit, auf der das ganze Risikomanagement fußt, kann man auch anders formulieren: Was kann schlimmstenfalls wie oft passieren? Wenn öffentlich über die Gefährlichkeit einer Sache gesprochen wird, dann wird oft nur ein Teilaspekt der Frage berührt, was daran liegt, dass das öffentlich gesprochene Wort normalerweise nicht einfach so, sondern mit…

Risikomanagement betreibt man, weil durch die Nutzung von Anlagen und Maschinen Gefahren entstehen, die es sonst nicht gäbe. Es ist eine Binsenweisheit, dass es absolute Sicherheit nicht geben kann und wie schon so oft geschrieben, finde ich das Verständnis für diese Tatsache in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis sehr oft. Nur die extrem Naiven glauben, man…

Vor längerer Zeit stellte mein Vorgesetzter in einer Besprechung ein Beispiel dafür vor, wie leicht die Intuition fehl gehen kann, wenn es um das Einschätzen von Risiken geht. Vor vier Jahren hatte ich schon meinen Beitrag beim Schreibwettbewerb damit eingeläutet und weil es so schön ist, fange ich auch hier damit an. Es geht natürlich…