Die heutige Samstagskolumne des SZ-Bloggers Peter Glaser in der österreichischen FUTUREZONE lohnt sich:

Die herkömmlichen Kulturmoleküle werden durch die Digitalisierung wieder in ihre Atome aufgespalten. Jeder kann – und muss – sich jetzt seinen individuellen Medienmix selbst zusammenstellen. Was vielen als Zumutung erscheint, sehen andere als große Chance.
[…]
Musiker gehörten zu den ersten, die diese kulturelle Kernspaltung zu spüren bekamen. Ihre klassische Bündelungsform, das Album, hat im Internet praktisch aufgehört zu existieren. Die User sind zu Rosinenpickern geworden und holen sich nur noch einzelne Tracks.

Kommentare (12)

  1. #1 MartinB
    21. Januar 2012

    Autsch! Moleküle werden zu Atomen aufgespalten und das heißt dann KERNspaltung?
    Das ist ja schlimmer als ein “Quantensprung”!

  2. #2 Alexander Gerber
    21. Januar 2012

    Tja, so tief hat Kollege Glaser sicherlich nicht in die Gesetze der Physik reingeschaut. Ich selbst (auch Geisteswissenschaftler, *räusper*) hätte das mit den schon etliche Jahre zurückliegenden Schul-Nawi-Kenntnissen wohl auch nicht auf Anhieb gesehen. Interessant finde ich, wie hier unterschiedliche Leute mit ganz unterschiedlichen Bildungshintergründen ganz unterschiedliche Dinge (als wichtig) wahrnehmen. Nicht jeder von uns verbringt seine Zeit ja mit der Simulation von Elementarteilchenprozessen. Kommunikationstheoretisch geradezu ein Paradebeispiel für “Framing” (http://de.wikipedia.org/wiki/Framing_%28Kommunikationswissenschaft%29). Was natürlich nichts daran ändert, dass die Analogie physikalisch gesehen schief ist. ;-)

  3. #3 Chris
    21. Januar 2012

    @Alexander
    *Pst, das mit Atomen und Molekülen und so, das hattest Du damals in der Schule in Chemie verschlafen, nicht in Physik…

  4. #4 MartinB
    21. Januar 2012

    @Alexander
    Tja, ich werde dann mal demnächst auf meinem Blog als Metapher Schillers Faust heranziehen und Beethovens Messias…

    Das problem sehe ich nicht darin, dass hier jemand über gesundes Halbwissen verfügt, sondern darin, so etwas zu schreiben ohne mal zu prüfen, ob das, was man schreibt, auch stimmt.

  5. #5 BreitSide
    21. Januar 2012

    …vielleicht wollte er ja nur des Pudels Kern spalten…
    …als IT-Spezialist vielleicht eine Kernelspaltung…

  6. #6 Alexander Gerber
    21. Januar 2012

    Klappt doch: Blogging als “Schwarm-Korrektiv”.

    ;-)

  7. #7 rolak
    21. Januar 2012

    Die Kernelspaltung hat Gordon schon vor langem formvollendet demonstriert, BreitSide.

    btt: So ein Rosinenpicker bin ich nicht geworden. Allerdings hatte ich auch vor dem www schon beim Hören eine Vorliebe für ‘ganze Alben’.

  8. #8 JK
    21. Januar 2012

    Was kommt eigentlich dabei heraus, wenn man Melodien in ihre “Atome” aufspaltet? Pieptöne? Und bei Gedichten Buchstaben?

  9. #9 Nele
    22. Januar 2012

    Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich…

  10. #10 rolak
    22. Januar 2012

    Sooo gehbehindert ist es nicht, Nele: Bezüglich einer Grammatik sind Buchstaben (==Elemente des Alphabets) atomar ;-)

  11. #11 Andreas
    24. Januar 2012

    Und so macht man aus einer Kernspaltung eine Haarspaltung. :)

  12. #12 BreitSide
    24. Januar 2012

    @Andreas: Umberto Eco schuf die Tetrakeratomie, die Kunst, ein Haar in vier Teile zu spalten…