Smartphones im Hörsaal können eine Pest sein. Das weiß jeder, der dort regelmäßig steht und nicht gerade einen Störsender in der Tasche hat (die es übrigens schon ab 200 Euro gibt, was aber KEINE Kaufempfehlung sein soll, da solche Geräte in Deutschland verboten sind!). So mancher Kollege hält da schon mal einen solchen Ausdruck hier hoch:
Texting-in-Class
Anderereits sind die mobilen Endgeräte genauso wie Facebook & Co. um Lichtjahre populärer als es Kopiervorlagen und Moodle je sein werden. Wie also aus dem “Bug” ein “Feature” machen? Das fragte sich wohl auch Dr. Konrad Froitzheim, Professor für Betriebssysteme und Kommunikationstechnologien an der TU Bergakademie Freiberg. Mit zwei Studenten hat er eine App programmiert, mit der die Zuhörer die Geschwindigkeit der Vorlesung regeln können: “Etwas langsamer bitte… gerne auch schneller… Stop!”

Quelle: dapd

Quelle: Norbert Millauer/dapd

Unumstritten ist der Einsatz solcher interaktiven Medien allerdings keinesfalls, wie u.a. der jüngste Beitrag bei dradio Wissen zeigt. Der Beitrag ist zwar ganz frisch, aber laut Presseinfo der TU Freiberg gibt es den ersten Prototypen der App schon seit gut einem Jahr, allerdings anfangs wohl ohne die nun viel diskutierte Vorlesungs-Funktion. Auch SpOn hatte kürzlich darüber berichtet.

Ach ja, den Speiseplan der Mensa gibt es in der App auch — keine Innovation sondergleichen, aber die offenbar meistgenutzte Funktion momentan… ;-)

An der Uni Freiburg läuft derweil ein Projekt zu “Smartphones in der Lehre” (SMILE). So können Studenten dort laut Unicum-Bericht anonym angeben, was sie nicht verstanden haben. Ein Multiple-Choice-Quiz à la “Wer wird Millionär?” zum gerade gehörten Stoff diene der weiteren Auflockerung.

Kommentare

  1. #1 Werner Maurer
    Flurlingen
    9. März 2013

    Seit letzten Herbst setze ich Smartphones ein, um Feedbacks der Studierenden einzuholen. Das funktioniert recht gut. Es braucht aber ziemlich viel Zeit und die Fragen müssen pärzis formuliert werden.

  2. #2 Thilo
    9. März 2013

    Ich nehme an, man kann nicht die Geschwindigkeit der laufenden Vorlaung regeln, sondern allenfalls Empfehlungen für die Zukunft geben?

  3. #3 Alexander Gerber
    11. März 2013

    @ Thilo: Doch, ich denke schon: Das Feedback wird in echtzeit auf dem Tablet des Dozenten angeziegt, der somit sofort sehen kann, ob die Studierenden mitkommen oder nicht…

  4. #4 Scharmane
    14. März 2013

    Interessantes Tool.
    Aber zu “Smartphones können eine Pest sein”: Alle Formen der Unaufmerksamkeit von Studenten in Vorlesungen (nicht Seminaren oder Übungen) sollte man nicht nur auf die Studenten beziehen, sondern auch auf die Fähigkeiten des Dozenten bzw. auf die Form der Wissensvermittlung generell. Ich habe zwei volle Studiengänge absolviert, einmal 95-99 und dann 2005-2010. Im zweiten gab es WLAN, Laptops und auch Smartphone, aber die Aufmerksamkeit der Studenten war gleich. Es gibt einfach auch gute und schlechte Dozenten. Welche für die die Studenten Montags um 8 in die Uni kamen, weil die Vorlesung einfach ein Happening war. Und dann Veranstaltungen mit Anwesendheitspflicht, wo das Skript seit Jahren nicht verändert wurde, nur abgelesen wurde und es zum Durchlesen und im eigenen Tempo lernen überhaupt keinen Mehrwert gab. Die schlauen Studenten habe in der Vorlesung ihre Hausarbeiten geschrieben, die anderen waren auf Facebook unterwegs.
    Kurz gesagt: wenn die Studenten nicht aufpassen und geistig woanders sind, sollte man an seinen Stil arbeiten, wirklich frei reden, evtl. mehr mit dem Publikum arbeiten, die Themen mehr auf das aktuelle Tagesgeschehen anpassen und kleine Hinweise, was prüfungsrelevant ist, über die gesamte Veranstaltung verstreuen.