Silbitz ist ein kleines Dorf bei Crossen in Ostthüringen. Neben einer Gießerei hat es auch ein eigenes Kraftwerk, in dem Fall allerdings ein recht kleines. Betrieben wird es mit Biomasse. Allerdings nicht mit Maissilage oder ähnlichem, aus dem dann Gas gewonnen wird, sondern mit Holz.

silbitz-kraftwerk

(Eigenes Bild.)

Altes Bauholz wird angeliefert und verbrannt. Der Kessel hat eine maximale Leistung von 27MW, womit dann 5MW ins Stromnetz und bis zu 3MW ins lokale Fernwärmenetz eingespeist werden. Die Holzmengen bewegen sich dabei, laut einer Pressemeldung von 2001, im Rahmen von 50.000 Tonnen pro Jahr. Tatsächlich dürfte das nicht für das ganze Jahr ausreichen, ich komme überschlagsmäßig auf einen Bedarf von etwa 80.000 Tonnen.

Das Problem liegt hier hauptsächlich in der Größe. Nun ist nachvollziehbar, weshalb man so eine Größe wählt. Ein Fernwärmenetz kann nur begrenzt viel Wärme aufnehmen, kleine Kraftwerke sind da im Vorteil. Außerdem gibt es gar nicht so viel Altholz. Wenn man der Wikipedia glaubt, fallen in Deutschland pro Jahr nur etwas mehr als 2mio Tonnen an, von denen etwa 1,5mio Tonnen verbrannt werden. Von allem Altholz, das in Deutschland verbrannt wird, verbraucht dieses kleine Kraftwerk also allein schon etwa 3% des gesamten Altholzes.

Aber die Größe hat auch einen großen Nachteil. Der Wirkungsgrad ist äußerst schlecht. Ein thermisches Kraftwerk mit weniger als 20% Wirkungsgrad ist im Grunde eine Verschwendung von Energie. Mehr als 40% Effizienz sind in großen Kohlekraftwerken inzwischen normal. In einem größeren Kraftwerk könnte man auch die Filtertechnik mit weniger Aufwand betreiben. Denn Altholz ist selten sauber. Aber eine große Filteranlage läßt sich meistens leichter und billiger betreiben als viele kleine, an verschiedenen Standorten.

Mir drängt sich jedenfalls der Gedanke auf, dass es bessere Möglichkeiten gäbe, dieses Holz zu benutzen. Und eine habe ich hier im Blog schonmal beschrieben. Man könnte es zusammen mit Geothermie benutzen, und damit durch höhere Betriebstemperaturen deren Effizienz etwas verbessern.

Aber wie dem auch sei. Die Benutzung von Altholz als Energiequelle ist eine gute Idee. Jedenfalls besser als die meisten anderen Formen der Energiegewinnung aus Biomasse. Aus dem schlichten Grund, dass hier kein zusätzlicher Eingriff in die Natur nötig ist.

Kommentare (4)

  1. #1 inkontinent
    1. Juli 2015

    Man könnte sicher auch Hanf verheizen, der hat angeblich die meiste Biomasse pro Jahr

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hanf

    es gibt unzählige Beispielrechnungen, man wüsste gerne, wie realistisch das tatsächlich ist
    http://www.karo4tel.de/hanf/ENERGY.HTM

  2. #2 rolak
    1. Juli 2015

    Hanf verheizen

    Mal abgesehen davon, daß das zumindest partiell und zumindest in gewissem Sinne bereits millionenfach vorgemacht wird wäre es halt “[k]ein zusätzlicher Eingriff in die Natur”, inkontinent. Schließlich lassen sich neben dem Bekannten insbesondere Samen, Fasern und Schäben wesentlich sinnvoller nutzen als zum Heizen.

  3. #3 LasurCyan
    1. Juli 2015

    wesentlich sinnvoller nutzen als zum Heizen.

    Wollte gerade die Lanze über die Pflanze brechen, rolak, da warst Du als FachMensch schneller^^

  4. #4 Andre
    Salzburg
    28. September 2015

    Teilweise viel zu schade das alte Bauholz zu verbrennen. Wenn man das ordentlich reinigt und etwas schleift ist das wieder so wunderschön und man kann richtige Kunstewerke daraus fertigen. Wie bei http://www.stainer-online.com