Kaninchen sind nützliche Tiere. So nützlich, dass sie sich in Europa von Spanien aus über den ganzen Kontinent verbreitet wurden. Und die Europäer brachten sie auch fast überall hin, wo sie größere Kolonien gründeten. Berühmt dafür wurde vor allem Australien, wo es an Raubtieren fehlte die ihre Population hätten kontrollieren können. Das führte dann zu Szenen wie diesen hier:

Sehr viel detaillierter kann man auch die Geschichte des Kaninchens, vor allem in Australien, und seiner natürlichen Verhaltensweise hier anschauen:

Ich hatte mich für Kaninchen interessiert, weil Verwandte in der Familie Kaninchen züchteten und das eine oder andere Kaninchen den Weg in unseren Bräter fand. Das resultierte dann nach einer Unterhaltung mit dem angehenden Tierarzt Sören Schewe, der den Blog “Vom Hai Gebissen” schreibt und einen Artikel dort, über die Verhältnisse in der Massentierhaltung von Kaninchen. (In dem die gleichen Videos wie hier in den Kommentaren verlinkt sind.)

Dabei stellte sich wenig überraschend heraus, dass sich die Tierhaltung an dem natürlichen Verhalten von Kaninchen orientiert. Junge Kaninchen bleiben in Gruppen zusammen und werden entsprechend auch in Gruppen gehalten. Gegen Ende der mast, wenn sie älter sind, werden sie zu Individualisten und müssen entsprechend in Einzelhaltung gehalten werden. Als Baubewohner geht es ihnen dabei tatsächlich sehr gut, wenn sie in engen Räumen in Dunkelheit gehalten werden. Es entspricht ihrer Natur und unter hygienisch guten Bedingungen werden sie auch gesund bleiben.

Die Haltung von Kaninchen wird gerade wegen der vergleichsweise einfachen Haltung auch in Afrika beworben, wo es scheinbar noch keine Tradition in der Kaninchenzucht gibt. Ich bin damals darüber gestolpert, weil ich auf Youtube nach Videos zur Kaninchenhaltung suchte und viele Videos aus afrikanischen Ländern fand. Selbst wenn man sich nicht für die Kaninchen an sich interessiert, sind sie schon wegen der anderen Kultur, der Aufmachung, der Werbung etc. interessant. Den Anfang macht ein Video aus Kenia:

Letztlich ist es ein Werbevideo mit dem die Kaninchenzucht verbreitet werden soll. Ich mache mir auch keine Illusionen darüber, dass die gezeigten Lebensbedingungen für die Kaninchen nicht unbedigt Repräsentativ für das sind, was man ohne den Besuch eines Kamerateams vorfindet.

Ganz ähnliches findet man aber nicht nur in Kenia, sondern auch in Ghana. Der “Farm Channel Ghana” bewirbt die Kaninchen mit viel Musik (“Wealth and Happiness! Yes I must confess, it will bring success for beautiful Ghana!”) so:

In Indien gibt es ganz ähnliches. Hier wird die Kaninchenzucht eines Preisträgers vorgestellt, leider nicht auf Englisch. (Man muss leider auch hier davon ausgehen, dass die Zuchtbedingungen anderswo schlechter sind)

Egal ob Kaninchenzucht oder nicht, ich fand seinerzeit diesen Ausflug in die Filme der verschiedenen Kulturen äußerst erfrischend. Vielleicht sieht es der eine oder andere hier genauso.

Kommentare (5)

  1. #1 Turi
    21. Juli 2015

    Ich dachte immer, das “rabbit” Hase und nicht Kaninchen heißt. So kann man sich irren.

  2. #2 Alderamin
    21. Juli 2015

    @Turi

    Tja, bei den Angelsachsen ist der Osterhase meistens ein Osterkaninchen (easter bunny).

    Hase heißt “hare” oder “jackrabbit” (ersterer Begriff bezeichnet die europäischenHasen, letzterer die amerikanischen).

  3. #3 dgbrt
    21. Juli 2015

    Nur damit nichts falsch hängen bleibt:

    Bunny ist in erster Linie natürlich Hase:
    http://dict.leo.org/ende/?lang=de&search=bunny

    Rabbit ist dagegen eindeutig Kaninchen:
    http://dict.leo.org/ende/?lang=de&search=rabbit

  4. #4 bewitchedmind
    22. Juli 2015

    Hach, das erinnert mich an die Kaninchen meines Opas, die ich als Kind noch selbst gefüttert und später gefuttert habe …

  5. #5 RainerM
    22. Juli 2015

    “Als Baubewohner geht es ihnen dabei tatsächlich sehr gut, wenn sie in engen Räumen in Dunkelheit gehalten werden. Es entspricht ihrer Natur und unter hygienisch guten Bedingungen werden sie auch gesund bleiben.”

    Das ist Quatsch, denn offenkundig sind Kaninchen keine Maulwürfe. In der Natur verbringen sie nicht ihr ganzes Leben in Dunkelheit. Sie sind tagaktiv und benötigen Bewegungsfreiheit wie jedes andere Tier auch. Einzelhaltung ist nach TierSchNutztV nur in Ausnahmefällen erlaubt (in Deutschland).

    Nichts gegen Kaninchenmast, und ich denke auch, dass das gerade für viele Entwicklungsländer sehr attraktiv ist. Dass man dort nicht dieselben Massstäbe an den Tierschutz legen kann wie hier ist auch klar. Das ändert aber nichts an den Bedürfnissen der Tiere.