Der Winter zerrt momentan sehr an meiner Zeit, die ich so gerne für das Bloggen verwende. Endlich habe ich in dieser Woche eine Lücke gefunden, und sie reicht zumindest, dass ich mich mal wieder melden kann. Viele können zwar das böse “Sch…” Wort nicht mehr hören, aber wenn es schon einmal einen Rekord gibt, dann soll es auch so sein.

Denn seit heute Morgen, 1 Uhr, hat Greifswald in Vorpommern an der Ostsee einen neuen Schneerekord mit einer Gesamtschneedecke von sage und schreibe 60 Zentimetern in der Messreihe seit 1951! Man darf nicht vergessen, dass dies keine von einem Automaten ermittelte Schneehöhe ist, sondern diese wurde als mittlere Schneehöhe von einem Menschen beurteilt. 60 Zentimeter…im Mittel würde ich also bis zu den Oberschenkeln in Greifswald im Schnee stehen.

Die Messung der Schneehöhe ist nämlich nicht ganz so trivial. Man denke da an die ganzen Verwehungen, die insbesondere an der Ostsee aufgetreten sind. Hier hätte man nach Durchzug von Schneetief Daisy alles zwischen 10 Zentimetern und über einem Meter angeben können. Für eine Beurteilung ist es aber wichtig zu wissen, wie hoch der Schnee im Flächenmittel liegt.

Damit gilt also für Greifswald und Barth, dass sie den Rekord-Schneewinter 1978/1979 hinter sich gelassen haben, und das ist schon mehr als beachtlich.

Leider werden aber vom Deutschen Wetterdienst immer mehr bemannte Stationen durch automatische ersetzt. Diese melden die Schneehöhe nun zwar oft stündlich, aber leider ohne Sinn und Verstand. Die Automaten wissen nicht, ob die Messung gerade in einer Schneewehe stattgefunden hat oder nicht (von daher sollte man auch bei zukünftigen medialen Rekorden genau prüfen, ob es ein “Wer” oder ein “Was” war, der oder das die Messung vollzogen hat). Man kann also nur hoffen, dass der DWD sein Sparprogramm nicht weiter auf die Spitze treibt.

Leider wird dieser Schnee viel zu wenig fotografiert, nachdem ich aber ein bisschen gestöbert habe, bin ich zumindest auf Fotos von Usedom gestoßen, die ich hier veröffentlichen darf. Die folgenden Bilder stammen von Mario Thiel, aufgenommen zwischen dem 11. und 13. Februar und stammen aus Katschow (bestimmte Rechte vorbehalten):

11. Februar 2010

13. Februar 2010

13. Februar 2010

Kommentare (6)

  1. #1 Marcus Anhäuser
    Februar 13, 2010

    Das ist ja interessant mit dem Schneemessen. Aber wie macht man das denn automatisch?

  2. #2 Frank Abel
    Februar 13, 2010

    Ich zitiere:

    Technisch noch nicht gänzlich ausgereift scheint die Messung der Schneehöhen mittels Ultraschall, auch weil bei Schneeverwehungen keine einheitliche Schneedecke vorhanden ist.

  3. #3 Marcus Anhäuser
    Februar 13, 2010

    interessant, danke. Das ist nicht trivial, das zu lösen. Spannend.

  4. #4 Jeeves
    Februar 13, 2010

    “Spannend”

  5. #5 Marcus Anhäuser
    Februar 13, 2010

    @Jeeves
    das ist das Problem mit dem Wort (inzwischen). Wenn es wirklich mal spannend ist, glaubts einem keiner mehr. Hat, glaube ich, “interessant” abgelöst.

    @Frank
    das ist ist jetzt schwierig zu verstehen, bezieht sich hierauf:
    http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/02/in-eigener-sache-top-ten.php#comment89210

  6. #6 Frank Abel
    Februar 15, 2010

    Hallo Marcus,

    ich habe es (hoffentlich) nie anders verstanden, als Du es gemeint hattest.

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