Gerade bei SpOn gesehen: Butterbrot bremst S-Bahn aus.
Dachüberschrift: GEFÄHRLICHES KINDER-EXPERIMENT

Ein paar Kinder hatten keine Lust auf ihre Stullen und wollten testen, wie wohl die physikalische Auseinandersetzung des Brotes mit einer S-Bahn ausfällt. Angewandte Physik, Mitmachexperimente sind ja gerade Trend. Leider läßt der Artikel den Leser im Unklaren, wer gewonnen hat, Brot oder Bahn.
Das einzig gefährliche an dem Experiment war eigentlich das Spielen auf den Gleisen.
Hätten Sie mal eine Straßenbahn genommen, da wäre das ganze nicht so aufgefallen.
Die ganzen Verspätungen und Ausfälle, die die arme Bahn NUR deswegen hatte sind eigentlich auf die Reaktionsfähigkeit der Bahn zurückzuführen. Omi sieht Kinder auf den Gleisen (vergißt aber, dass sie einst selbst dort Kohlen gesucht hat), ruft in Panik Alarm aus, die Bahn stoppt alles weitläufig und schickt die Bahnpolizei los…. und Stunden später stellen sie fest, dass keine Gefahr besteht und die Bahnen wieder fahren können.
Oder will uns die Bahn sagen, dass Brote die Bahnen beschädigen können? Die ganzen Verspätungen sind gar nicht ihre Schuld, sondern Resultate von zerstörerischen Stullen.

Passend dazu im Westen gesehen: Naturwissenschaftler brechen ihr Studium am häufigsten ab. Ich wiederhole mich zwar, aber dennoch:
Mehr und sinnvolle Experimente schon im Kindergarten und durchgängig in der Schule. Dann müssen die Kinder nicht in die Gleise zum Experimentieren und werden im Studium nicht überrascht.

Kommentare (6)

  1. #1 Soziobloge
    Juni 17, 2008

    Sehr anschaulich so ein selbstgemachts Experiment. Wenn ich die Berichte über die Abbrecher richtig gelesen habe, liegts wohl nicht an den mangelnden Experimenten sondern an den mangelnden Fähigkeiten in Mathe, warum die dann scheitern.

    Nen Bekannter von mir war im Mathe Leistungskurs und ist dann im Physikstudium an Mathe gescheitert. Hat dann mit Bio weitergemacht. Vielleicht sollte man da mal ansetzen und früher das mathematische Denken schulen. ich habe mich mal in Physik in der Schule im zwei Noten verbessert, indem ich mir die mathematischen Fähigkeiten angeeignet habe, die ich da brauchte.

  2. #2 Chris
    Juni 17, 2008

    Jup, kenne auch einen Ing, der wegen Mathe an die FH wechseln durfte…
    Die Frage ist nur, ob man Mathe schon früher anfängt, das Curriculum an der Schule verbessert oder einfach diese merkwürdig Sieb-Techniken in der Uni mal zur Akte legt. Wir haben zwar derbe Nachwuchsprobleme, sieben uns aber dennoch die halben Jahrgänge durch alte Regeln weg. Laßt die Leute so oft Ihre Klausuren schreiben, bis sie es können oder kein Geld mehr haben. Wo wir beim nächsten Problem wären….

  3. #3 Thilo
    Juni 17, 2008

    Das mit den Abbrecherzahlen kann man natürlich auch umgekehrt sehen: in den Naturwissenschaften merkt man im 1. Semester, wenn es das falsche Fach oder zu schwer ist, und man kann noch problemlos wechseln. In den Geisteswissenschaften studiert mancher jahrelang und wird doch nie fertig.

  4. #4 Soziobloge
    Juni 17, 2008

    @Chris Ja diese Siebklausuren wo dann immer mindestens 50% durchrasseln sind ja eigentlich nicht so der Bringer. Manche brauchen vielleicht etwas mehr Zeit etwas zu kapieren und der Rest der wirds dann eh irgendwann merken wenns nicht hinhaut.

    @Thilo Man kann auch bei den Geisteswissenschaften merken wenn man falsch ist. Ich hab das in der ersten Woche bei einer Einführungsveranstaltung gemerkt. Da kam mir die Erleuchtung bei den Worten des Dozenten. Hab dann glücklicherweise was für mich gefunden.

    Mit dem neuen Bachelor /Master System sind aber auch die Geisteswissenschaften nicht mehr das was sie mal waren ;-).

    Interessanterweise waren die Klausuren bei denen locker 70% durchgefallen sind, die Medientheorie Klausuren. Die man sogar nur mit ner 4 bestehen musste, da die Note nicht zählte. Die waren aber wirklich nicht einfach. Wohl auch so ne Art Sieb, wobei man so lange durchrasseln konnte wie man wollte. Nur man verlor dadurch eben ein Jahr.

  5. #5 Chris
    Juni 18, 2008

    Wenn Klausuren schwierig sind, ist das schon OK so. Man kann auch argumentieren, dass sie so schwierig sein müssen, um die Qualität aufrecht zu halten und nur die besten weiterkommen zu lassen. Aber die Zeiten, als es zu viele Studenten in diesesn Disziplinen gab, sind lange vorbei. Die Industrie jammert, daß es zu wenig Ings gibt, die Verbände machen Image-Kampagnen, um die Schüler zu motivieren und dann kommen die Profs und sieben. Weil sie es immer so gemacht haben, weil sie es selbst auch so durchmachen mußten und überhaupt…

  6. #6 Soziobloge
    Juni 18, 2008

    Gegen schwierig hab ich ja nichts. Es sollte nur angemessen sein und nicht wie du schon richtig sagst einfach nur schwer zum Sieben. Es sollte ja eigentlich nicht darum gehen die Leute aus dem Studium zu drängen, sondern ihnen zu helfen wenns Probleme gibt. Es ist natürlich leichter die Leute loszuwerden.

    So wie letztens noch in einer Realschule, wo Noten verändert werden sollten um bestimmte Kinder auf die Hauptschule abschieben zu können. Das kann nicht Sinn der Sache sein.