Es ist der Stoff für einen Katastrophenfilm. Aus einem kleinen Brand entsteht ein Szenario, bei dem über 100 Leute verletzt werden und Ausnahmezustand für die Region entsteht:
Die Feuerwehr fährt zum Einsatz, der Motor geht einfach aus, die Retter steigen aus und kippen der Reihe nach um…


Ein paar Sägespäne waren am Samstag Morgen in Brand geraten, die Löschanlange sprang an, CO2 strömte aus und erstickte den Brand, Fall erledigt, kein nennenswerter Sachschaden.
Leider schaltete sich die Löschanlange nicht wieder aus und das Kohlendioxid reicherte sich in der der Umgebung an, die Fabrik liegt in einer Senke.
Anwohner wollten wegfahren, die Motoren hatten nicht genügend Sauerstoff, die Fahrer wurden ohnmächtig. Es müssen unheimnliche Szenen gewesen sein.
Die Rettungskräfte sorgten mit großen Ventilatoren in Form von über dem Gebiet kreisenden Helikoptern für eine bessere Durchlüftung der Senke mit Sauerstoff.
Keller der Häuser wurden mit großen Gebläsen belüftet und die Situation ist mittlerweile wieder halbwegs normalisiert.
Zum Glück ist niemand gestorben, “nur” ein Retter liegt noch auf der Intensivstation.

Wetten können entgegen genommen werden für die Schlagzeile morgen in Bild:
“Todeswolke über Mönchengladbach – Die Gefahr lauert in jeder Sprudelflasche”

Es ist ein spektakulärer Unfall mit tragischen Wolken Folgen (sorry), keine Frage. Ich vermute aber, das es dennoch wieder fernab jeglicher Logik im Sommerloch aufgebauscht wird. Ein unsichtbares, geruchsloses, todesbringendes Unglücksgas…
Wahrscheinlich wird in dem Zusammenhang auch wieder die Kohlenmonoxid-Pipeline in den selben Topf geworfen….Sommerloch sei Dank und der arme Redakteur muss nicht wieder Sexthemen aufwärmen….

Was mich mal interessieren würde, ob und wie die Tiere davon betroffen waren? Sind die rechtzeitig geflüchtet? Hier und hier gibt es ein paar wenige Meldungen, die überregionalen sind noch nicht drauf gestossen.

Nachtrag 22.8.08: Gestern hat es auch in Wuppertal einen ähnlichen CO2 Unfall gegeben, bei einem Fehlalarm wurde die Löschanlage aktiviert und 15 Tonnen Kohlendioxid strömten aus. Das Gebäude wurde evakuiert, das Gas anschließend kontrolliert abgelassen. Nichts weiter passiert.

Kommentare (19)

  1. #1 Fischer
    August 17, 2008

    “…mit tragischen Wolken”? 😉

    Das müssen ja enorme Mengen Gas gewesen sein, die da ausgeströmt sind. Wer da wohl gepennt hat?

  2. #2 Chris
    August 17, 2008

    Danke für den Hinweis, ist korrigiert.
    Ja, ich stelle mir das echt heftig vor. Vor allem, wer denkt denn auch an sowas? Der Motor verreckt, also steigt man aus und schwupps….

  3. #3 Ludmila
    August 17, 2008

    Wobei wir uns überlegt haben, was man in so einem Fall am besten tun sollte. Wenn man die Fenster unten hatte und der Motor ausgeht, dann war es das vermutlich. Dann wird man auch schnell ohnmächtig. Bei geschlossenem Fenster dauert es erst mal etwas bis das CO2 eindringt, dann könnte man a) ausharren und per Handy Hilfe rufen oder/und b) ein paar lungenvoll Luft einatmen und dann in die Richtung, aus der man kam, wegrennen bzw. dem Wind entgegenlaufen, wenn es denn Wind gibt.

    Aber so oder so hat man schon sehr schlechte Karten und wir haben uns überlegt, das erklärt doch auch diese Berichte von UFO-Entführungen. Die erzählen doch immer, dass erst der Motor ausging und sie dann selbst ohnmächtig wurden. Wobei man jetzt klären müsste, wieso da eine CO2- oder Methan-Blase entstehen sollte. Aber immer noch wahrscheinlicher als ein UFO anzunehmen.

  4. #4 Chris
    August 19, 2008

    Tja, keine Ahnung, was die empfohlene Verhaltensweise ist. Lüftung ausschalten, Türen zulassen und auf Hilfe warten?

    BTW, die TAZ weist auf einen gar nicht so abwegigen Zusammenhang hin:
    http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/unterschaetzte-gas-gefahren/
    Wobei ich das Austreten aus den unterirdischen Lagerungsstätten doch übertrieben finde.
    Aber die Leitungen dahin sind tatsächlich eine ähnliche Gefahr

    Den “Zusammenhang” mit der CO-Pipeline stellen die Grünen auf. Klar, alles geruchslose Gase, giftig beim Einatmen und ´Kohlen´ kommt auch drin vor.
    http://www.gruene.landtag.nrw.de/cms/default/dok/245/245958.co2unfall_in_moenchengladbachgruene_ford.html

  5. #5 Chris
    August 22, 2008

    Noch ein Nachtrag. Eine Analyse der Medien-Resonanz, eigentlich nur Express:
    Express vom 16.8.: Schwerer Giftgas-Unfall – 107 Verletzte!
    http://www.express.de/nachrichten/news/vermischtes/schwerer-giftgas-unfall—107-verletzte_artikel_1218352760316.html
    Nee, is klar…. Giftgas….
    Und weiter: Sie hatten giftiges Kohlendioxid eingeatmet Nun ja, das macht jeder ununterbrochen, aber nun gut.
    In einem weiteren Artikel dann:
    Das K.o.-Gas ist geruchlos, geschmacklos, unsichtbar. Atmet man es ein, fehlt dem Gehirn der Sauerstoff.
    Und, natürlich, werden dann auch die Parallelen zur CO Pipeline gezogen….
    Dann, zu dem Vorfall in Wuppertal:
    Express vom 21.8: Automatisch wurden die Räume mit gefährlichen CO2 verpestet.
    Nun, das ist auch die eigentliche Aufgabe einer automatischen Löscheinrichtung. Die Feuerwehr hat danach übrigens die Fenster geöffnet und die Räume “dekontaminiert” von der bösen “Verpestung”.

  6. #6 Werner Grade
    August 24, 2008

    Auch wenn einige „Experten“ meinen, was hat das mit der CO-Fernpipeline Dormagen-Krefeld zu tun.
    Beides ist farb- und geruchlos.
    Bei einem Austritt können Menschen sterben.
    Jeder normale Mensch hält nun mal ein Gas, das beim Einatmen töten kann, für ein giftiges Gas.
    Das steht zum Glück auch in den meisten Presseberichten so.
    Haarspaltereien wie, das ist doch nur ein Löschmittel, ändern da auch nichts dran
    Bei einem Austritt von CO2 aus dem Nyos-See Kamerun Afrika am 21.August 1986 starben etwa 1700 Menschen und Tausende von Tieren und das in einer Entfernung von bis zu 27 Kilometer. (http://de.wikipedia.org/wiki/Nyos-See)
    Da CO2 schwerer als Luft ist, floss es auf dem Boden durch die umliegenden Niederungen.
    An einen erforderlichen AGAP allgemeiner Gefahren und Abwehrplan für die CO-Fernpipeline bastelt man noch.
    Da es weltweit bei 6,6 Milliarden Menschen so etwas noch nicht gibt, hat man auch keine Erfahrungen damit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Werner Grade

  7. #7 Chris
    August 25, 2008

    Fangen wir mal vorne an:
    Beide Gase sind farb- und geruchslos
    Das sind sehr, sehr viele Gase. Stickstoff, Helium, Wasserstoff…..
    Bei einem Austritt können Menschen sterben
    Wenn CO2 austritt, stirbt davon noch niemand. Sterben Sie, wenn Sie eine Sprudelflasche öffnen? Nur, wenn ein paar Begleitfaktoren eintreten, wird es kritisch: Eine geographische Senke oder ein geschlossener Raum UND keine Durchmischung mit frischer Luft (Sauerstoff). Dann wird der Sauerstoff verdrängt und es wird gefährlich.
    Das steht zum Glück auch in den meisten Presseberichten so
    Sorry, aber weil es so in der Zeitung (Express?) steht, macht es noch nicht richtig. Ganz im Gegenteil.

    Sie könnten bemängeln, warum eine CO2 Löschanlage keine zusätzlichen Sicherungen und Kontrollfunktionen hat, warum eine Anlage so überdimensioniert ist, dass sie das halbe Dorf löschen könnte. Aber Parallelen zur CO Pipeline sind sehr weit her geholt….

  8. #8 Henk Veenstra
    August 25, 2008

    Holländisch:

    Zaterdag 160808:
    ALS UIT EEN RAMPENFILM
    In de lakfabriek van de firma Dyrup in Mönchengladbach vatten spaanders en karton vlam. Een pas geïnstalleerde, ultra-moderne CO2-blusinstallatie treedt in werking. De uitstromende CO2 dooft de brand, maar het ventiel bleef openstaan. De volledige inhoud van de CO2-tank werd geloosd. Het gevaarlijke gas, reukloos én onzichtbaar, verspreidde zich in de omgeving.

    Buurtbewoner Michael Feldges: “Plotseling blafte onze hond en sprong op. Toen ik met haar naar buiten ging, begon Laika te wankelen. Ik draaide me om, pakte mijn twee jonge kinderen en vluchtte van de fabriek weg”.
    Bouwvakker Bernd Wintzen: “Toen de motor van mijn vrachtwagen stopte, stapte ik uit. Plotseling had ik geen lucht meer. Ik ben neergevallen en kwam pas weer bij in een zuurstoftent”.

    Zo dicht was de gaswolk, dat de motoren van de eerstaankomende brandweerwagens afsloegen. Zes brandweerlieden zonder zuurstofmasker vielen meteen neer. Maar voordat de hulpverleners de bewoners van de wijk Güdderath konden bereiken had het gas hén al bereikt. Degenen die uit het raam keken, zagen mensen op straat plotseling ineenzakken. Een motorrijder kwam tot stilstand en viel om met zijn motor. Ook automobilisten zakten achter het stuur in elkaar of vielen bij het uitstappen op straat. Deze berichten werden door de politie bevestigd.

    Ter plekke moesten meerdere mensen ge-reanimeerd worden. Minstens 107 mensen met ademhalingsproblemen moesten ter plekke worden behandeld. In het plaatselijke ziekenhuis werden 19 mensen opgenomen, één persoon ligt op intensive-care. Een noodarts: “Dat was op het kantje”. Ongeveer 500 hulpverleners van brandweer, politie, Rode Kruis enz waren snel ter plekke. De omgeving in een straal van 2 kilometer rond de fabriek werd afgezet. Uit de omliggende 50 woningen werden de bewoners ge-evacueerd. Er kwamen twee helicopters aan te pas om wat CO2 weg te blazen het was windstil. Brandweerlieden gingen later de deuren langs om de woningen vrij van CO2 te blazen. Een afslag van de A 61 werd afgesloten, het plaatselijke treinverkeer stilgelegd.

    Het is m.i. te danken aan een snelle erkenning van het probleem, de krachtdadige en massale inzet van hulpverleners dat dit “ongeval” niet een echt grote ramp werd. In een dichter bevolkt gebied als Nederland ( bij een minder goed-georganiseerde hulpverlening) zou dat wel eens anders kunnen zijn. Bovendien gaat het bij Shell-Pernis en bij de plannen van Rotterdam om een zeer groot volume van 99% zuiver CO2 en een zeer lang leidingtraject. Al een klein gaatje van 5 millimeter ergens in een CO2-transportleiding kan er de oorzaak van zijn dat mensen in een omtrek van 100 meter binnen 2 minuten sterven.

  9. #9 Georg Hoffmann
    August 27, 2008

    Hallo
    ich nehme an, du kennst die nun wirklichen Katastrophen und Horror-Scenarien der verschiedenen Seen in Kameroun und Kongo, bei denen in den letzten Jahrzehnten bei verschiedenen Methan und CO2 ausgasungen mehrere 1000 Menschen gestorben sind.
    Ein satellitengestuetzes Warnsystem soll jetzt das Schlimmste verhindern.
    http://pagesperso-orange.fr/mhalb/kivu/de/index.htm
    Georg

  10. #10 Chris
    August 28, 2008

    Klar. Warum? CO2, Methan und andere “natürliche” Gase können enorme Gefahren darstellen.
    Ich kriege nur nen Hals, wenn CO2 dann als Giftgas eingestuft wird und alles in eine Schublade geworfen wird, weil es ja alles Chemie ist. Hier wird unnötig Panik gemacht.

  11. #11 Andreas Kyriacou
    August 28, 2008

    Das K.o.-Gas ist geruchlos, geschmacklos, unsichtbar. Atmet man es ein, fehlt dem Gehirn der Sauerstoff.

    Wahrscheinlich ist’s immer noch besser das Giftgas CO2 zum Feuer löschen zu verwenden als das nicht minder gebräuchliche Umweltgift Dihydrogenmonoxid.

  12. #12 Chris
    August 28, 2008

    Das hatte ich hier auch schon mal erwähnt. Aber exakt in die Richtung geht es. Sobald manche Schwierigkeiten habe, es auszusprechen, kommt es in die Schublade Chemie, also gefährlich.
    Man stelle sich diesen Chemie Unfall mit DHMO vor! Womöglich wäre die Chemikalie noch in das Erdreich versickert?

  13. #13 Martin
    August 29, 2008

    Warum werden diese Löschgase eigentlich nicht odoriert?

    Erdgas ist ja auch geruchlos, der “Gas-Geruch” kommt erst durch Zusätze zustande. Es wäre logisch, das auch bei CO2-Löschanlagen vorzuschreiben.

  14. #14 Chris
    August 29, 2008

    Klar, einen ekligen Duft beimischen und jeder merkt´s gleich “oh, besser abhauen”.
    Vermutlich, weil es ein technischen Gas ist, das noch etliche, andere Anwendungen findet. Du müsstest dann extra das “dreckige” CO2 produzieren, lagern etc.
    EIGENTLICH geht mit der Löschanlage auch eine Sirene an inkl. Blinklicht, damit es jeder merkt.
    In MG lag es wohl an einem technischen Defekt…
    Aber vielleicht kommt jetzt eine neue EU Verordnung, dass CO2 Anlagen nur mit Stink-CO2 betrieben werden dürfen….

  15. #15 dieter Enger
    September 17, 2008

    Wie kommt das CO2 Gas in die oberste Atmosphäre, wenn CO2 doch schwerer als Luft ist?

    Ein Weinbauer geht mit einer Kerze in den Weinkeller, um zu sehen wie viel CO2 am Boden liegt.

    Werden wir bewusst von der Wissenschaft und der Politik belogen?

    Mehr dazu auf meiner Internetseite http://www.fehler-der-wissenschaft.de

    Mit freundlichen Grüßen

    D. Enger

    http://www.fehler-der-wissenschaft.de
    Hauptstr. 41.
    28857 Syke
    Tel.: 04242 930770
    Fax.: 04242 1083
    eMail: d.enger@fehler-der-wissenschaft

  16. #16 Andre
    März 13, 2009

    Aber ihr wisst schon das ihr über 2 verschiede Gase sprecht, wobei das eine schwere als Luft (CO²) ist und das andere leichter (CO). Somit ist die Diskusion um die CO Pipeline hinfällig.
    Aber vieleicht sollte man sich doch vorher mal Schlau mach.
    Ach übrigens CO ist brennbar.

  17. #17 Chris
    März 16, 2009

    Hm, scheint mir, dass Du etwas mißverstanden hast. ICH habe das nicht gleichgesetzt. Frag mal die Grünen (und all die anderen), die diesen CO2 Unfall als Anlass genommen haben, über die CO Pipeline zu meckern.

    Aber vieleicht sollte man sich doch vorher mal Schlau mach
    An wen richtet sich jetzt dieser Vorwurf?

  18. #18 Wolfgang Stein
    Juli 8, 2011

    Hallo,
    in den ende der 1960er oder in 1970er Jahren soll es in den USA einen Vorfall gegeben haben bei dem in einem Tal Gas ausgetreten ist, bei dem Menschen und Tiere die sich in diesem gebiet aufhielten um kamen.
    Dieser Vorfall wurde auch später verfilmt.
    Ich meine nicht den Kamerun-Vorfall von August 1986
    Wie hieß dieser Film?
    Mit freundlichem Gruß und der Hoffnung auf Hilfe
    Wolfgang

  19. #19 Karl Mistelberger
    Juli 8, 2011

    @Christoph Larssen

    Beim Einsatz von CO2-Löschanlagen ist Folgendes zu bedenken:

    – Das Löschmittel ist toxisch und in löschwirksamer Konzentration grundsätzlich lebensgefährlich, das Betreten eines mit CO2 gefluteten Raumes ist deshalb nur mit Umluft-unabhängigen Atemschutz möglich.

    – CO2 ist deutlich schwerer als Luft, sinkt ab und sammelt sich deshalb in Gruben und Kellerräumen.

    – Durch die schlagartige Abkühlung des an den Düsen expandierenden CO2 kondensiert wie bei allen verflüssigten Löschgasen die Feuchtigkeit der Raumluft zu einem Nebel, der die Flucht aus dem Löschbereich erschweren kann.

    CO2-Löschanlagen werden aufgrund der möglichen Personengefährdung deshalb zumeist nur dann eingesetzt, wenn alternativ andere Feuerlöschanlagen nicht oder nur sehr aufwendig eingesetzt werden könnten. Außer mit CO2 ist mit keinem anderen gasförmigen Löschmittel Einrichtungsschutz (Objektschutz) möglich, daraus ergeben sich auch einige der wichtigsten Einsatzgebiete:
    Maschinenräume von Schiffen, Druckmaschinen, Härtebecken, Werkzeugmaschinen, automatische Lackieranlagen, Motorenprüfstände, Gefahrstofflager, Rechenzentren, Archive, Bibliotheken, Schalt-, Technik-, EDV- oder Serverräume.

    http://de.wikipedia.org/wiki/CO2-Löschanlage#Einsatzgebiete