…ist, dass viele es für die allgemeine Wahrheit halten. Mit dem guten Herrn von und zu Guttenberg gibt es dazu jetzt ein Paradebeispiel über die Gefahren, die hier lauern können. Ein kleiner, nicht wirklich witziger Scherz war der Ursprung: Wenn der Mann so viele Namen hat, fällt dann einer mehr auf? Schnell mal bei Wikipedia ergänzen. Tjaha, es gibt ja noch eine Kontrollinstanz, die haben den Namen rausgenommen, bis er bestätigt wird. In der Zwischenzeit haben aber viele bei Wikipedia den Namen gegoogelt und dann auch verwendet. Damit wurden von großen Zeitungen die Referenzen geschaffen, den Namen als authentisch einzustufen. Seltsamerweise taucht das nicht als Beispiel für einen Zirkelschluss (oder Zirkelbeweis) bei Wikipedia auf. Hier gibt es die ganze Geschichte ausführlich.
Und hier noch kommentiert.

Kommentare (11)

  1. #1 Marc
    Februar 12, 2009

    Und ich hatte es bei SpOn übernommen, weil es da so schön selbstrecherchiert klang:
    „Eine beliebte Journalistenfrage an ihn ist jene nach seinem kompletten Namen. Ob er den bitte einmal aufsagen möge. Manchmal macht er das dann auch. Und los geht’s: […]”
    Das klingt doch geradezu so als hätte man irgendwann mal mitgeschrieben.

  2. #2 cimddwc
    Februar 12, 2009

    “bei Wikipedia den Namen gegoogelt”? Oh oh, das wird Google aber nicht gefallen, dass ihr Name für eine andere Suche verwendet wird… 😉

  3. #3 buchstaeblich
    Februar 12, 2009

    Beim Spiegel arbeitet man auch mit Bildzeitungsmethoden, haben wir spätestens jetzt gelernt: Interviews führt man nicht, man erdichtet sie – peinlich, peinlich!

    Das Ärgerliche daran ist, dass ich spontan den Spitznamen Seine Elfnamigkeit erfunden hatte, und das das jetzt nicht mehr hinhaut.

    Wird die Wiki-Klatsche Mediengeschichte? Werden wir künftig sagen: “Da wurde einem ein Wilhelm untergeschoben”? Oder: “Da wurde aber ordentlich geguttenbergt!”?

    Auch die Frage, ob Guttenberg selbst die Finger im Spiel hatte, stellt sich. Der Waldbauern-Elf gibt ja sonst nicht viel Gesprächsstoff her, und nun ist er in aller Munde.

  4. #4 Chris
    Februar 12, 2009

    Werden wir künftig sagen: “Da wurde einem ein Wilhelm untergeschoben”?

    Das gefällt mir, als Synonym für Zirkelschluss/beweis. Oder auch für Wiki-quark….

  5. #5 Kathy
    Februar 12, 2009

    “Oh oh, das wird Google aber nicht gefallen, dass ihr Name für eine andere Suche verwendet wird… ;)”

    Wir es ja nicht… also zumindest ich persönlich und die meisten meiner Freunde benutzen Google als Wikipedia-Suche, denn die Wikipedia-Suchmaschine ist grottenschlecht…. 😉

  6. #6 Marc Scheloske
    Februar 13, 2009

    Ich finde fast schade, daß es “nur” ein profaner Wilhelm war, der hinzugedichtet wurde. Irgendein “Volpert”, “Luitbert” oder “Odilo” wäre auch nett gewesen.

  7. #7 Hans-Dieter Zimmermann
    Februar 14, 2009

    Auch wenn es um eine Bagatelle geht, aber es ist ein Showcase für das Funktionieren der Medien im digitalen Zeitlater; meine 2 Cents dazu: http://hd2cents.blogspot.com/2009/02/qualitatsjournalismus-wikipedia-online.html

  8. #8 Tobias
    Februar 14, 2009

    Ich halte die Aktion von Niggemeier für kleingeistig und unethisch. Zumindest sollte man ihn als Wikipedia-Autor sperren.

  9. #9 Chris
    Februar 16, 2009

    Hm, woher weißt Du, dass er es war?

  10. #10 Anhaltiner
    Februar 18, 2009

    Der Editor vom 8.Feb 21:40 war anonym nur seine IP-Adresse ist geloggt

  11. #11 foulder
    Februar 20, 2009

    Ich lach’ mich scheckick ^^
    Wenn es Journalistinnen und Journalisten nicht mal schaffen ihre eigenen Quellen wenigstenes etwas kritisch zu beäugen, kann das ja auch nicht werden. Hoffentlich lernen jetzt nicht nur sie daraus, sondern auch andere, die die Wikipedia verwenden als währe es “die einzige Wahrheit”

    Bitte nicht falsch verstehen, ich bin für freies Wissen, selbst Wikipedianer und auch überzeugt, dass die Wikipedia eine gute Sache ist, ich verweise aber immer wieder darauf, dass die Wikipedia den Anspruch hat WELTWISSEN zu sammeln — nicht die Wahrheit. (!!!)

    foulder