Wissenschaftsfeuilleton

Archives for Mai, 2009

Der Ort der Sterne und der Menschen

Er wurde zum Mann des 20. Jahrhunderts gewählt, und seine Berühmtheit begann kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Gemeint ist Albert Einstein. 1919 haben britische Forscher eine Sonnenfinsternis ausgenutzt, um Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie zu bestätigen, was die Zeitungen mit der Überschrift meldeten, “Die Sterne sind nicht da, wo sie zu sein scheinen”. Sie fügten hinzu, daß…

Zu viele Namen

Wer Wissenschaftsgeschichte unterrichtet, wird das Problem bemerken, daß viele Kinder der Forschung sehr viele Namen haben und immer ´mal wieder neue annehmen. In der Hirnforschung wechseln Areale ihre Nummern, in der Chemie konnte man sich lange nicht auf die Bezeichnung von Molekülen einigen, und das sind nur zwei Beispiele. Nun erleben wir tagesaktuell, wie sich…

Prochlorococcus

Manchmal liest man eine Überschrift – “Mikrobielle Ozeanographie” zum Beispiel – und denkt sofort, das brauchst du nicht zu lesen, das willst du gar nicht wissen. Dann blättert man doch einmal in den so titulierten Seiten, die NATURE jetzt publiziert (Ausgabe vom 14.05.2009) – und schon hängt man fest. Wie wenig wissen wir von dem…

Das Gelächter der Götter

Psychologen haben sich selbst ein neues Arbeitsfeld geschaffen, indem sie der Angst, ausgelacht zu werden, einen bombastischen Namen gegeben haben: Gelotophobie. Das klingt zwar ein wenig nach Angst vor ilalienischer Eiscreme, wird aber höchst wissenschaftlich untersucht. 10% der Menschen sollen unter Gelotophobie leiden, wie man hört, ohne daß man erfährt, was dagegen zu tun ist.…

Der Snow vom vergangenen Jahr

“Die zwei Kulturen”, die ich im letzten Eintrag angesprochen habe, wirken sich bis heute auf eine für jeden spürbare Weise aus. Bei C.P. Snows Vorlesung im Jahre 1959 ging es um Shakespeares Sonette und den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, wobei für unsere Zwecke hier wichtig ist, daß das poetische Werk mit einer Person verbunden ist…

Kein Snow von gestern

1959 hielt das britische Multitalent Charles Percy Snow einen Vortrag, den er “The Two Cultures” nannte und in dem er auf die literarisch gebildeten Snobs aus Cambridge schimpfte, die meinten, die Nase rümpfen zu können, wenn jemand nach dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik fragte. Es reichte, so meinten sie, sich mit Shakespeare auszukennen. So ist…

Grips und Chips

Mein Vater hat mich einmal mit der Frage geärgert, “Was ist flüssiger als Wasser?”. Nachdem mein Rumraten nichts gebracht hatte, sagte er, “Deine Bitte um mehr Taschengeld – die ist überflüssig.” Überflüssig – das soll die Suche mit Hilfe von Google werden, wie einige Fachleute der Computerbranche möchten, die dabei sind, den Maschinen Semantik beizubringen.…

Ich liebe es

Nein – es geht nicht um das etwas andere Restaurant, sondern um etwas ganz anderes, nämlich um das Verstehen einer wissenschaftlchen Leistung. Gemeint ist die Entwicklung des Lasers, der im kommenden Jahr seinen 50. Geburtstag feiern kann. Da kann man sich schon einmal für die Frage interessieren, wie denn der Laser in die Welt gekommen…

Moden in der Wissenschaft

Als ich ein kleiner Junge war und die ersten Nachrichten über die Wissenschaft bekam, dachte ich nicht nur, daß sei alles richtig, ich dachte auch, daß sei immer so. Wissenschaft richtete sich nicht nach Moden, dachte ich, und so kann man sich irren. Wissenschaft steckt voller Moden, wie mir immer klarer wird und wie sich…