Wissenschaftsfeuilleton

Archives for April, 2010

In eigener Sache

Ich bin mehrfach auf die Tatsache angesprochen worden, daß ich nicht auf Anmerkungen reagiere. Ich möchte dafür um Verständnis bitten. Seit ich schreibe und öffentlich auftrete, habe ich mir zwei Prinzipien zu eigen gemacht, um durchhalten zu können und nicht unterzugehen: Ich rezensiere keine Rezensionen, und ich kommentiere keine Kommentare. Ich bleibe mit meinem Ärger…

Die Wolke, die wir nicht sehen wollen

Die Aschewolke ist komisch: Die einen sehen sie – ein Bericht dazu in wissenschaft-online vom 26.04.10 -, die anderen sehen sie nicht. Von denen, die sie nicht sehen (wollen), klagen viele über die Dominanz der Software, während andere den Finger endlich auf die tiefe Wunde legen: “Die Welt stellt fest”, so der lebenserfahrene Physiker Haim…

Eine Wolke

Auf den Satz habe ich gewartet. “Eine Wolke, die wir nicht sehen, kann so gefährlich nicht sein.” Es ist wieder die FAZ, die uns diesen Unsinn als Überschrift im Feuilleton vorsetzt, weil man dort Angst vor den Computertechnologien hat und die Simulationen der letzten Tage ablehnt. Die Redaktion lässt nun einen “Chef der Lüfte” auftreten,…

Mit quartärnären Grüßen

Wir haben im letzten Eintrag Skepsis gegenüber der Idee eines vierten Paradigmas geäußert, ohne die Gelegenheit zu nutzen, auf einen zahlenmystischen Aspekt zu verweisen. Es fällt doch auf, daß die rationalen Datenverehrer bei der Ankündigung ihrer neuen Wissenschaft ausgerechnet von einem vierten Paradigma reden. Da ist sie nämlich wieder, die heilige Vierzahl (Tetraktys) des Pythagoras,…

Kein viertes Paradigma

“Wissenschaft wird von Menschen gemacht” – so hieß es früher, etwa in der Autobiographie von Werner Heisenberg. “Wissenschaft wird von Gruppen gemacht”, könnte man heute sagen, etwa wenn Genome von Konsortien und Atomkerne von Kollaborationen erkundet werden und die Namen der dazugehörenden Menschen im Anhang der publizierten Arbeiten mehr verloren gehen als genannt werden. Die…

Warum soll man immer wieder?

Von Max Frisch sind in diesen Tagen “Entwürfe zu einem dritten Tagebuch” erschienen. Die zumeist kurzen Text stammen aus den 1980er Jahren, und der Autor liest zum Beispiel das damals erschienene Buch von Jonathan Schell mit dem Titel “Das Schicksal der Erde”. Es geht um wissenschaftliche Prognosen zum Verschwinden der Ozonschicht, und Frisch fragt sich,…

Die umworbene Öffentlichkeit

Alle Jahre wieder feiert die AAAS – die American Association for the Advancement of Science – ihren großen Festtag – das Annual Meeting -, und alle Jahre wieder verspricht man, besondere Anstrengungen zu unternehmen, um eine Brücke zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu bauen, wie es in diesem Jahr in San Diego hieß (in den Tagen…

Die manipulierte Öffentlichkeit

EInmal angenommen, es gäbe ein Büro, in dem Menschen dafür bezahlt werden, wissenschaftliche Ergebnisse, die einigen nicht passen, in der Öffentlichkeit madig zu machen. Was würden die Leute unternehmen? Sie würden dafür sorgen, daß die Forscher, denen wir die Einsichten – etwa in die Gründe für den Klimawandel – verdanken, als Lügner oder Schwindler dastehen,…