Wissenschaftsfeuilleton

Archives for Mai, 2010

Haupt- und Nebensachen

Fußball – so hört man oft – ist die wichtigste Nebensache der Welt. Und niemand beklagt sich darüber, daß Ballspieler und die Trainer von ihnen viele Millionen Euro Netto bekommen (oder gar “verdienen”). Wir beklagen uns nicht nur nicht, wir bejubeln die Empfänger der vielen Millionen sogar, und warum auch nicht? Allerdings sollten wir dann…

Leben 1.08

Das Pfingstwunder dieses Jahres ist das gute Wetter, aber aufregend ist die Nachricht, daß der extrem ehrgeizige und inzwischen sehr wohlhabende Craig Venter 1.08 Millionen Glieder eines DNA-Moleküls anfertigen und als Kette einem leeren Leben einfügen konnte, das sich damit zu regen begann. Künstliches Lebes also? Die Experten streiten sich wie immer, und wie immer…

So ein Zufall

Eine Professorin für Kommunikationsmanagement – was für ein Titel! – will uns Menschen die Freiheit bewahren, und sie schlägt deshalb vor, dem Zufall eine Chance zu geben (FAZ, 15.Mai 2010, S. 40). Nun sollte man zum einen wissen, daß es den Zufall in verschiedenen Formen gibt – es ist in der Evolution anders als in…

Ein anderer Mißbrauch

Ich weiß nicht genau, woher – sprachlich – die Experten kommen, aber es muss etwas mit “aus” zu tun haben, also damit, daß sie nichts zu sagen haben, weil sie außen vor sind. Imperten gibt es leider nicht, aber impertinente Experten, und diese sicher klugen Köpfe kommen derzeit in der Zeitung zu Wort, die sich…

Kein Gesicht

In der Ausgabe des New Scientist vom 8.5. 2010 propagiert David S. Berman, ein Theoretischer Physiker aus London, das Wechselspiel von Kunst und Wissenschaft (Seite 47). Beide – so schreibt er – bringen eine neue Art der Weltsicht mit sich. Und er bestätigt, was vielfach erfreut, “Relativität und Quantenmechanik gehören ebenso zur kulturellen Landschaft wie…

Keine Kultur

Am Ende der 1950er Jahre hat der britische Physiker und Romancier C.P. Snow seine Unterscheidung der zwei Kulturen eingeführt, die wir akademisch als Natur- und Geisteswissenschaft kennen und im Alltag als Wissenschaft und Kunst trennen. Das ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist Tatsache, daß die Entwickler der damals neuen Programmiersprache BASIC Snows Trennung ernst nahmen…