Wissenschaftsfeuilleton

Archives for Juni, 2010

Was mich wirklich krank macht

“Was uns wirklich krank macht” – so heißt ein Aufsatz im Feuilleton der FAZ (vom 21.06.2010), in dem uns erklärt wird, was das Problem des Web-Zeitalters sein soll, nämlich eine “Kombination von Informationsstress und Konkurrenzdruck”. Der Autor des Artikels, Geert Lovink, spricht über einen (mir unbekannten) Autor namens Berardi, der sich mit Begriffen von Leuten…

Die Leute mit dem Knall

Nun habe ich mich schon einige Male über die Urknallmaschine in Genf aufgeregt und bin dafür von Leuten mit Schaum vorm Mund beschimpft worden. Ich möchte – wie alle Menschen – geliebt werden und hatte mir deshalb vorgenommen, beim nächsten Schreiben über den LHC am CERN etwas Nettes zu Papier zu bringen (wie ich immer…

Frustationen, Frustationen

Die Welt der Wissenschaft und die Welt des Alltags – sie sind nicht deckungsgleich und benötigen folglich eine andere – ihre jeweils eigene – Sprache. Das klappt nicht immer, vor allem, wenn die Mathematik ausfällt, also bei der öffentlichen Vermittlung. Bei Quarks von Farben zu sprechen oder Molekülen zuzutrauen, etwas erkennen zu können, klingt ja…

Die Biographie einer Tochter

Gespräche über Bäume – so haben wir von Brecht gelernt – lassen auch erkennen, worüber man nicht spricht. Sie machen beim zweiten Hinhören einen Mangel deutlich, und den erkennen wir in diesen Tagen erneut und überdeutlich. Karin Andert hat die Biographie von Monika Mann vorgelegt, und das nur, weil die Heldin die Tochter von Katja…

Durcheinander in Samoa und anderswo

1928 hat die blutjunge Margaret Mead ihren Besteller “Coming of Age in Samoa” publiziert, mit dem sich die Wissenschaft der Anthropologie im öffentlichen Bewußtsein verankern konnte, vor allem, weil Frl. Mead von zahlreichen zarten Liebesspielen der heranwachsenden Samoanerinnen mit den Samoanern erzählte und die Teenager im Westen dadurch ziemlich prüde wirkten. Leider hat sich die…

Keine digitale Aufklärung

“Ja ist das denn die Möglichkeit?!” – so rief meine Mutter aus, wenn etwas passiert war, mit dem sie nicht gerechnet hatte (bei mir etwa eine gute Note in Latein). Damit drückte sie aus, was Gelehrte uns heute schlüssig beweisen, daß die Welt – ihre und unsere Zukunft – unberechenbar ist. In den 1960er Jahren…

Zweimal Unwissenschaftliches

1) Wir feiern heute den 90. Geburtstag von Marcel Reich-Ranicki, und es ist schön, daß man ihm dazu gratulieren kann. MRR hat Antisemitismus aufgespürt, sobald er sich zeigte. Ich möchte auf eine Spielart hinweisen, die man offenbar öffentlich betreiben kann, ohne dass jemand protestiert. Ich meine das Auftreten von Michel Friedmann in Talkshows. Er hat…

Die Auflösung von Natur(e)

Seit dem 19. Jahrhundert gibt es die britische Nature, die über Naturforschung berichtet. Deshalb der Name. In den 1970er Jahren bekam die Natur(e) so etwas wie eine Identitätskrise, als man meinte, der klassischen Nature eine Nature New Biology an die Seite stellen zu müssen. Diese Teilung wurde zwar rückgängig gemacht – es gibt doch nur…