Ich möchte das ja gerne verstehen, “wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir Kontrolle darüber zurückerlangen” können. Deshalb habe ich mir ja das Buch “Die Datenfresser” von Constanze Kurz und Frank Rieger gekauft, die beiden zum Chaos Computer Club gehören und in der FAZ schreiben. Was kann jetzt noch schief gehen, dachte ich. Lies das Buch und dann kennst du dich aus.
Denkste. Da wird offenbar eine neue Welt beschrieben, die sich mir entzieht. Ich lese und lese und verstehe nichts. Ein Beispiel: Die Autoren denken sich ein fiktives Jungunternehmen aus, das sie “MyBelovedPet.com” nennen und dessen Betreiber versuchen, die Marktführerschaft im Bereich der Haustier-Portale zu erringen.
Schon das verstehe ich nicht. Ich kann mir vorstellen, einen Laden für Tierfreunde zu gründen, aber ein Portal? Irgendetwas verschweigen die Autoren.
Dann geht es weiter, das heißt, es soll eine Nutzerprofilierung erstellt werden, deren technische Grundlage durch den Hinweis erläutert wird, daß es in einem ersten Schritt um die Verwendung kleiner Dateien im Browser des Plattform-Benutzers geht, die Cookies genannt werden.
An dieser Stelle verliere ich die Lust zu lesen. Wenn es so schwierig ist und keine einfache Sprache gibt, mir zu helfen, die Kontrolle über meine Daten zu bekommen, dann muss ich mich wohl vom Internet fern halten. Oder?
Oder ich halte mich an den Witz, in dem jemand sagt, “Ich habe von den Gefahren es Rauchens gelesen und dofort aufgehört – zu lesen”.

Kommentare (21)

  1. #1 Florian Freistetter
    Juni 29, 2011

    “das Buch “Die Datenfresser” von Constanze Kurz und Frank Rieger gekauft, die beiden zum Chaos Computer Club gehören und in der FAZ schreiben.”

    Sie könnten ja auch mal probieren, das FAZ-Universum kurzfristig zu verlassen. Wirklich, es gibt dort draussen noch andere Medien, anderen Zeitungen und andere Menschen die alle nichts mit der FAZ am Hut haben. Ich weiß, das ist hart – aber man sollte sie nicht ignorieren. Und wenn man dann ein bisschen recherchiert (soll ich mich trauen das böse Wort mit W am Anfang und pedia am Ende zu nennen?), dann erfährt man vielleicht auch, was ein “Cookie” ist und muss nicht wieder im Internet rumgranteln das die Welt so gemein und gar nicht mehr wie früher ist…

  2. #2 Kai
    Juni 29, 2011

    Ehrlich gesagt, verstehe ich den Blogpost nicht. Warum ist es so schwer, sich vorzustellen, dass Haustierbesitzer sich zu ihren Haustieren austauschen wollen? Ich habe keine Haustiere und trotzdem fällt mir das nicht schwer – schließlich gibt es zu jedem noch so abwegigen Thema Portale und Netzwerke im Internet (und damit meine ich noch nicht einmal, das eine Haustier-Community etwas Abwegiges wäre)…

    Und was die Cookies betrifft: für ein Buch über ein technologiegetriebenes Medium ist ein Minimum an Technologieinformationen wohl nicht nur akzeptabel sondern erforderlich. Wie soll man denn die Gefahren einer Technologie beschreiben ohne über die Technologie zu sprechen? Und was ist an “Cookies” schwierig zu verstehen – zumal für einen Akademiker??

  3. #3 Nele
    Juni 29, 2011

    Cookies gibt’s ja erst seit gestern – ist ja ein brandneues Konzept von dem man noch niemalsnicht gehört haben kann…

    Abgesehen davon, den unheilvollen Zusammenhang zwischen persönlicher Bequemlichkeit und den daraus resultierenden Schwierigkeiten hat ja schon der olle Kant gesehen; deshalb hat er ja auch die Faulheit neben die Feigheit als Ursache für die zeitlebende Unmündigkeit der meisten Menschen gestellt.

    Wenn ich mich aus der Abhängigkeit meiner Autovertragswerkstätte befreien will, um mein Fahrzeug selbst zu warten oder sogar zu reparieren, muss ich eben mühevoll lernen, wie KFZ-Technik funktioniert.

    Wenn ich Herr über meinen eigenen Computer und meine eigenen Daten werden will, muss ich eben mühevoll lernen, wie Computertechnik und Internetkonzepte funktionieren.

    Wer schon gleich dicke Backen bläst und das Buch zuklappt, wenn das erste schwierige Wort kommt, der bringt eben nicht das Rüstzeug mit, seine Autonomie zu gewinnen…

  4. #4 Dr. Webbaer
    Juni 29, 2011

    Ab ca. 50 macht es Sinn die neuen Konzepte, deren Kenntnis das Web erfordert, bspw. auch die neue Kommunikationskompetenz: Webkompetenz, nicht mehr zu lernen, lol.

  5. #5 Geoman
    Juni 29, 2011

    Alte Männer sollten im eigenen Interesse lieber spazieren gehen, statt dem Wahn nach zu gehen, gewinnbringende Irritationen über die neue Welt posten zu können. Goethezitat kann auf Anforderung nachgeliefert werden.

  6. #6 michael
    Juni 29, 2011

    > Ab ca. 50 macht es Sinn die neuen Konzepte, deren Kenntnis das Web erfordert, bspw. auch die neue Kommunikationskompetenz: Webkompetenz, nicht mehr zu lernen,

    Na, klar macht das Sinn, wenn man die für sich gewonnen Zeit besser verwenden kann.

    BTW: Wenn es mit der Web baeren kompetenz etwas besser bestellt wäre, hätte er ja dem Herrn Fischer ja erklären können, was ein Internet Portal ist und wie man damit Geld verdient.

  7. #8 Dr. Webbaer
    Juni 29, 2011

    @michael
    Es macht wirklich keinen Sinn mehr sich ab einem bestimmten Alter mit den typischen Webfragen zu beschäftigen. Beispiel: Warum, verdammt noch mal!, legt eine Webseite auf der Browserseite kleine Datenpakete ab? Kann man das nicht auch serverseitig machen? Und wie spielen jetzt die Schichten Benutzer-Browser-Webserver genau zusammen? – Um dieses Zusammenspiel genau zu verstehen, benötigt es Jahre. [1] – Bei Kindern mag das ein wenig schneller gehen, aber die haben dann erfahrungsgemäß andere konzeptionelle Löcher, lol.

    [1] Verstehen Sie’s?

  8. #9 Radicchio
    Juni 29, 2011

    bullshit, webbaer. ob man sich wissen aneignen möchte, hat nichts mit dem alter zu tun. jedenfalls nicht bei erwachsenen. glaub bitte nicht, dass kinder oder “digital natives” die funktionen hinter den benutzeroberflächen verstehen. dinge zu benutzen und zu verstehen sind zwei paar sehr verschiedene schuhe. und vor 15-20 jahren waren weit mehr kenntnisse über das innenleben von computern vonnöten, als heute. da ist so mancher digital nativ noch im kinderteich geschwommen.

  9. #10 Dr. Webbaer
    Juni 29, 2011

    und vor 15-20 jahren waren weit mehr kenntnisse über das innenleben von computern vonnöten (…)

    Na, wenn wir da mal nicht auf dem falschen Dampfer sind! Zudem geht es auch weniger um die Grundlagen, sondern um die Dienste des Webs und um Webstrukturen. Wohl auch schon ein wenig älter, gell.

  10. #11 Nele
    Juni 29, 2011

    vor 15-20 jahren […] da ist so mancher digital nativ noch im kinderteich geschwommen.

    Errrrhm, nein? 1978 habe ich meinen ersten Computer programmiert (Tandy Trs-80 Model I) und seitdem die Computerentwicklung über verschiedenste Betriebssysteme und Plattformen hinweg mitgemacht.

    Allerdings stimme ich zu – mit Alter hat das nichts zu tun. Wenn ich mich jenseits der 50 entscheide, etwas neues zu lernen, dann warum nicht? Wenn ich dann allerdings ein Scheitern damit erklären will, dass es mir “zu kompliziert” ist, darzumal als Akademiker, ist das eher ein bisschen peinlich.

  11. #12 Dr. Webbaer
    Juni 29, 2011

    Wenn ich mich jenseits der 50 entscheide, etwas neues zu lernen, dann warum nicht? Wenn ich dann allerdings ein Scheitern damit erklären will, dass es mir “zu kompliziert” ist, darzumal als Akademiker, ist das eher ein bisschen peinlich.

    Peinlich, aber ehrlich. – Neben den bekannten Performance-Unterschieden beim Lernen zwischen unseren jungen Freunden und den älteren Mitbürgern gibt es natürlich auch ein rein wirtschaftliches Argument: Es lohnt sich nicht mehr aufwendig (gemeint: wirklich aufwendig, s.o.) etwas zu lernen. Da kann man besser Einfaches versuchen oder lange gesuchte Verknüpfungspunkte zwischen bereits Gelerntem suchen und finden!

    Und gerade das von Herrn Fischer genannte Beispiel kann Dr. Webbaer sehr gut mitfühlen. Ja, auch solche Kleinigkeiten sind im Web nicht trivial.

    Mit dem Alter und der Leistung ist es ganz grob formuliert so: Der Alte, weiß wie’s geht, aber es funktioniert dann nicht; beim Jungen funktioniert’s, aber die Lösung taugt nicht.

    HTH
    Dr. Webbaer

  12. #13 Statistiker
    Juni 30, 2011

    @ Radicchio: Sinn macht durchaus Sinn. Guckst Du:

    http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2009/01/12/seit-wann-machen-wir-im-deutschen-sinn/

    @ Herrn Fischer:

    “Die Autoren denken sich ein fiktives Jungunternehmen aus, das sie “MyBelovedPet.com” nennen und dessen Betreiber versuchen, die Marktführerschaft im Bereich der Haustier-Portale zu erringen.”

    Ich übersetze mal:

    “Die Autoren denken sich ein fiktives Jungunternehmen aus, das sie “Gockel.com” nennen und dessen Betreiber versuchen, die Marktführerschaft im Bereich der Internet-Such-Portale zu erringen.”

    Jetzt kapiert?

  13. #14 radicchio
    Juni 30, 2011

    Na, wenn wir da mal nicht auf dem falschen Dampfer sind!

    wir nicht, du schon.

    Zudem geht es auch weniger um die Grundlagen, sondern um die Dienste des Webs und um Webstrukturen.

    webstrukturen SIND grundlagen.

    im übrigen muss man nicht mal ein großer nerd sein, um den unterschied zwischen einem webportal und einem laden für tierfreunde zu verstehen. und was userprofilierung mittels cookies bedeutet, kann jeder feststellen, der via google schon mal ein markenprodukt gesucht hat. das ist pillepalle. nein, man muss sich dafür nicht interessieren, man muss es auch nicht verstehen. aber das ist nicht die angelegenheit der autoren Constanze Kurz und Frank Rieger, sondern allein die angelegenheit von herrn fischer, dem es da offenbar an interesse oder neugier mangelt.

  14. #15 Dr. Webbaer
    Juni 30, 2011

    und was userprofilierung mittels cookies bedeutet, kann jeder feststellen, der via google schon mal ein markenprodukt gesucht hat.

    Profiling ist nur ein Aspekt der geschäftsmäßigen Nutzerverwaltung und darum ging es erst einmal gar nicht. Webstrukturen, also hochschichtige Dienste sind keine Grundlagen und “Portale”, also Geschäftsmöglichkeiten, sind ebenso hochschichtige Anwendungen und keine “Grundlagen”. – Glauben Sie dem alten Webbaeren und nehmen Sie bitte die Unkenntnis Interessierter als zwangsläufig gegeben an. Das Web ist eine moderne Kulturtechnik und komplex: Da kann nicht jeder kommen.
    🙂

  15. #16 radicchio
    Juni 30, 2011

    petz, du langweilst. ich hab ja gar nicht behauptet, dass profiling … und auch nicht, dass webstrukturen portale sind. setz mal die brille auf oder trink ein bier weniger.

  16. #17 Dr. Webbaer
    Juni 30, 2011

    @radicchio
    Was passiert denn wenn man per Google ein Markenprodukt sucht und wie hängt das mit den Google-Ads zusammen?

  17. #18 michael
    Juni 30, 2011

    > und was userprofilierung mittels cookies bedeutet, kann jeder feststellen, der via google schon mal ein markenprodukt gesucht hat.

    Bitte um Erklärung, Herr Radicchio. Ich zum Beispiel hab Cookies deaktiviert, wie kann ich dann feststellen, was ‘userprofilierung mittels cookies’ bedeutet, wenn ich ‘via google schon mal ein markenprodukt’ suche ?

    @Statistiker

    Willst Du jetzt EFP den Begriff des Portals anhand von Beispielen erklären ?

    @WB
    > Neben den bekannten Performance-Unterschieden beim Lernen zwischen unseren jungen Freunden und den älteren Mitbürgern gibt es natürlich auch ein rein wirtschaftliches Argument: Es lohnt sich nicht mehr aufwendig (gemeint: wirklich aufwendig, s.o.) etwas zu lernen.

    Wo der Bär recht hat, hat er recht.

  18. #19 Hel
    Juli 1, 2011

    @michael

    Ich zum Beispiel hab Cookies deaktiviert, wie kann ich dann feststellen, was ‘userprofilierung mittels cookies’ bedeutet, wenn ich ‘via google schon mal ein markenprodukt’ suche?

    Vielleicht meinte Radicchio die browserunabhängigen Flash Cookies, vgl http://pcwissen.net/profi-tipp-flash-cookies-verwalten/

  19. #20 michael
    Juli 1, 2011

    @Hel

    Ich weiss nicht, was Radicchio meinte. Bin ich Meinungsforscher?

  20. #21 Hel
    Juli 3, 2011

    @michael

    Ich wollte mich halt mal als Gemüseversteher versuchen 😉