Wissenschaftsfeuilleton

Die größte Gefahr

Ich bin gebeten worden, über Gefahren in der Wissenschaft für Forscher zu schreiben. Beispiele aus Vergangenheit sind bekannt – frühe “Elektriker”, die ihr Leben durch Blitze verloren, Newton, der sich mit Quecksilber vergiftete, Chemiker, die Augen verloren haben, Marie Curie, die an einer strahlenbedingten Anämie gestorben ist, und leider einige Beispiele mehr. Und wie sieht es heute in den Laboratorien aus?
Die Antwort der verantwortlichen Experten fällt eindeutig aus – die größte Gefahr droht einem Wissenschaftler, bevor er sein Labor betritt oder nachdem er es verlassen hat. Mit anderen Worten, es ist der Weg von und zur Arbeit, der gefährlich ist. Nicht die Arbeit selbst.
Ist die Wissenschaft damit – abgesehen von Murphys Law – ungefährlich? Als Antwort zitiere ich einen Spruch, den ich neulich in einem Physikgebäude gelesen habe: “Vorsicht, Physik könnte ihren gesunden Menschenverstand beleidigen.” Der Gefahr müssen wir uns wohl weiter aussetzen.

Kommentare

  1. #1 michael
    August 16, 2011

    http://www.abendblatt.de/hamburg/article1962711/Chemie-Unfall-11-Studenten-im-Krankenhaus.html

    Ich denke die größten Gefahren liegen in der Leichtsinnigkeit aufgrund von “ich bin ja so erfahren und kann das alles” und der damit einhergehenden Missachtung von diversen Sicherheitsbestimmungen…

  2. #2 Illusion-der-Exzellenz
    August 17, 2011

    Das mit dem Arbeitsweg mag für Physiker, Chemiker usw. wohl gelten. Es gibt aber auch Wissenschaftler, die im wahrsten Sinne des Worte zumindest manchmal “im Feld” arbeiten, wo so einiges passieren kann (z.B. Ethnologen, Geologen, Archäologen usw.).
    Vielleicht wäre das auch mal einer Betrachtung wert?

  3. #3 Andreas
    August 17, 2011

    Die größte Gefahr liegt doch eigentlich darin, sich bei der Anwendung der wissenschaftlichen Ergebnisse keine Gedanken über die Folgen zu machen.

  4. #4 michael
    August 17, 2011

    @Andreas
    Risikoabschätzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen ist ohne zweifel extrem wichtig, da aber hier die Risiken FÜR den Forscher gefragt sind und nicht z.B. für die Gesellschaft/Umwelt/etc. würde ich ihren Punkt in diesem Falle eher nicht das größte Gefahrenpotential zuschreiben…

  5. #5 paule
    August 17, 2011

    Der Satz ist falsch. Richtig muß er lauten:

    “Vorsicht, Füsig könnte ihren gesunden Menschenverstand beleidigen.”