Physiker kennen ein großes Standardmodell und viele große Geheimnisse. Eines davon steckt in der ungleichen Verteilung von Materie und Antimaterie, was genaue die Frage meint, warum das den Menschen zugängliche Universum vor allem mit Materie und kaum mit Antimaterie gefüllt ist, wobei man offenbar voraussetzt, dass die  Genese der Welt sich symmetrisch vollziehen konnte, was ich mir auch anders vorstellen könnte. Wie dem auch sei – der Überschuss an Materie stellte ein großes Geheimnis der Physik dar, wie den Außenstehenden immer wieder versichert wurde – bis sich der Schleier darüber in diesen Tagen plötzlich gelüftet haben soll. Auf der International Conference on High Energy Physics in Chicago wurde am 6.8.16 mitgeteilt, dass die Diskrepanz an den legendären Neutrinos liegen könnte, die sich völlig verschieden verhalten, wenn sie als materielle oder als antimaterielle Entitäten in der Welt agieren. Abgesehen davon, dass dadurch das kosmische Geheimnis nicht verschwunden, sondern nur in ein Teilchengeheimnis verwandelt worden ist, beschleicht den neugierigen Leser ein komisches Gefühl, den Neutrinos die Schuld in die Schuhe zu schieben, die erstens kaum zu fassen sind und zweitens inzwischen für alle Rätsel der Partikelwelt verantwortlich gemacht werden. Früher nannte man ein Neutrino “ein Nichts, das sich dreht”. Heute scheint daraus ein Nichts geworden zu sein, “um das sich alles dreht”. Das Szenario der Physik sieht vor, dass im Urknall Materie und Antimaterie in gleichen Teilen entstehen und sich dann gegenseitig annihilieren, was einen Haufen Strahlung produziert. Möglicherweise sind einige super-schwere Teilchen asymmetrisch zerfallen, unter anderem ein schwergewichtiger Verwandter eines Neutrinos, aber spätestens an dieser Stelle hat man keine Lust mehr auf weitere Wenn´s und Denn´s.  Es ist wie bei einem Medikament. Irgendwann ist man die Nebenwirkungen leid und kehrt lieber ohne Arzneie zur Originalkrankheit zurück. Mir gefällt das Originalgeheimnis besser als das Gemurkse mit den Neutrinos, die ja bekanntlich nicht einmal in das Standardmodell passen und vielmehr den Riss in ihm anzeigen, auch wenn er gerne übertüncht wird.

Kommentare (50)

  1. #1 Bjoern
    August 31, 2016

    inzwischen für alle Rätsel der Partikelwelt verantwortlich gemacht werden

    Wieso, für welche Rätsel denn noch?

    Heute scheint daraus ein Nichts geworden zu sein, “um das sich alles dreht”.

    Erstens wissen wir inzwischen, dass Neutrinos nicht masselos sind, also sind sie kein “Nichts”. Zweitens habe ich nicht im mindesten den Eindruck, dass sich alles um sie drehen würde, wie kommen Sie darauf?

    aber spätestens an dieser Stelle hat man keine Lust mehr auf weitere Wenn´s und Denn´s

    Was ist denn konkret an dem Szenario so unglaubwürdig? Die Experimente deuten stark darauf hin (wenn’s auch noch nicht eindeutig bestätigt ist), dass bei den Neutrinos eine starke CP-Verletzung auftritt. Genau das, was man braucht, um die Materie-Antimaterie-Asymmetrie zu erklären. Wo ist Ihr Problem damit?

    Mir gefällt das Originalgeheimnis besser als das Gemurkse mit den Neutrinos

    Wieso “Gemurkse”? Es geht hier um Messergebnisse.

    die ja bekanntlich nicht einmal in das Standardmodell passen und vielmehr den Riss in ihm anzeigen, auch wenn er gerne übertüncht wird.

    Ich nehme an, Sie spielen hier darauf an, dass die Neutrinos lt. dem Standardmodell masselos sein sollten, es aber nicht sind. Inwiefern wird dieser “Riss” denn “übertüncht”? Es laufen mehrere Experimente, um die Rätsel um die Neutrinomassen zu klären!

  2. #2 Reggid
    August 31, 2016

    herr Fischer, haben Sie eigentlich auch kritik (also substantielle kritik, kein blabla) an der genannten arbeit (ich selbst habe sie nicht gelesen), oder gefällt sie Ihnen einfach nur nicht, weil Sie halt neutrinos irgendwie “nicht mögen”.

    denn wenn nur zweiteres der grund für diesen artikel ist, dann ist er irgendwie ein wenig… naja… substanzlos und entbehrlich.

  3. #3 jottit
    August 31, 2016

    Erinnert mich ein wenig an das ptolemäische Weltbild mit seinen Hilfsannahmen von Exzentern, Epizyklen und Ausgleichspunkten.

  4. #4 jokep
    August 31, 2016

    Zusammenfassung: Ein Geisteswissenschaftler glaubt, man kann über Physik so schreiben wie über Goethe. Überflüssig.

  5. #5 Angelika Wittig
    Berlin
    September 1, 2016

    In meinem ganzen Leben hat mich noch nie etwas so traurig gemacht, wie dieser Artikel.
    Er beweist mir einmal mehr, wohin es führt, wenn man keinen Respekt vor den Leistungen der anderen hat.
    Die Bemühungen anderer in Grund und Boden schreiben ist ziemlich armselig, wenn man sich ausschließlich mit Geheimnissen und der Abwertung anderer Menschen rechtfertigt.
    Dies beweist einmal mehr, wie gefährlich es ist, wenn man sich weigert, die Anderen wirklich zu verstehen und sich mit ihnen auszutauschen.
    Ihrem Denken mangelt es an der Bereitschaft, die zahlreichen Fakten, die Sie in Ihren noch zahlreicheren Büchern auflisten, in einen großen Zusammenhang zu bringen.

    Übrigens: Sie nennen das Neutrino “ein Nichts, um das sich alles dreht”, damit haben Sie sogar recht.

    Leider können Sie damit kaum etwas anfangen, weil Sie nur in der materiellen Welt agieren. Hier muss man alles sehen, messen und anfassen können.
    Sie bezweifeln, dass es eine Bewegung zwischen den Dingen gibt, dann ist es natürlich leicht, seine Schubladen weiter zu verteidigen.
    Wie schön, dass dann die Geheimnisse hübsch darin versteckt werden können, dass man sie nicht teilen muss.
    Manchmal ist auch überhaupt nichts darin, aber das merkt ja zum Glück keiner.
    Falls es doch einer merkt, kann man sich ganz lässig hinter den vielen großen Forschern verstecken, die alle schon tot sind und sich nicht mehr wehren können.
    Tatsache ist, dass ein Forscher auf Resonanz angewiesen ist und groß wird, weil andere Menschen seine Arbeitsergebnisse begreifen.

    Wie angenehm, wenn man die Nebenwirkungen einfach abschütteln und die alte Krankheit wieder bevorzugen kann – besser hat mir noch niemand vor Augen geführt, was Trägheit bedeutet.
    Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen genau das, was Sie in Ihrem neuen Buchtitel für so wichtig erachten: Ein Quantum Phantasie.

  6. #6 halo
    September 1, 2016

    Zitat:
    Eines davon steckt in der ungleichen Verteilung von Materie und Antimaterie, was genaue die Frage meint, warum das den Menschen zugängliche Universum vor allem mit Materie und kaum mit Antimaterie gefüllt ist,

    Welchen Einfluss auf dieses Problem hätten eigentlich magnetische Monopole ?
    http://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-94-011-4106-2_10

  7. #7 schlappohr
    September 1, 2016

    Warum kann das Universum nicht einfach so sein, wie wir uns das wünschen? Erst steht die Erde nicht mehr im Mittelpunkt, dann bewegen sich die Planeten nicht mehr auf Kreisen sondern Ellipsen, die sich dann auch noch gegenseitig beeinflussen. Und die Fixsterne waren irgendwann nicht mehr fix, sondern bewegen sich – sogar auseinander. Angefangen haben wir mit einem Hochglanzmodell aus ästethischen Kristallsphären, und am Ende haben wir ein von Dynamik und Chaos bestimmtes amorphes Etwas.
    Ein amerikanischer Kongressabgeordneter meinte vor einiger Zeit, er bevorzuge das religiöse Weltbild deswegen weil es eine vollständige Erklärung liefere und nicht nur Teilaspekte je nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Das klingt doch plausibel. Wir sollten uns einfach das gerade passende Weltbild heraussuchen und gut is. Gerne auch eines, in dem Neutrinos keine große Rolle spielen.

  8. #8 Markus Termin
    September 1, 2016

    Einer wenigstens, der wachen Verstands benennt, wie die Physiker offenbar kollektiv dem Wahnsinn verfallen sind: nur zu verständlich, daß andere sowas ärgert. Wir bräuchten mehr von dieser Art, statt ein Heer von (geisteswissenschaftlich) ungebildeten, aber dafür bis zur Feistheit selbstüberzeugten, gleichgeschalteten Arroganzlingen, die nicht oben von unten zu unterscheiden wissen: und nicht Sein von Nicht-Sein.

  9. #9 halo
    September 1, 2016

    @Markus Termin:
    Das Hauptproblem welches ich in den Naturwissenschaft sehe ist, dass diese nur mehr über korrekte Mathematik kommuniziert.
    Wobei es mir auch so scheint, dass korrekte Mathematik gleichzeitig als seriöse Wissenschaft empfunden wird. Ohne sich dabei im Klaren zu sein, dass richtig gerechnet trotzdem falsch sein kann.

    Beispiel: String-Theorie, wird (im Gegensatz zu Religion) als seriös bezeichnet.

    Religion hat den Menschen viele Märchen erzählt, aber Mathematik erzählt uns dafür umso mehr science fiction Geschichten. Diese Form von modernen Märchen die da die Mathematik aufbaut ist insoferne problematisch weil diese ein in sich geschlossenes, logisches und damit nicht wiederlegbares Weltbild aufbaut, dass trotz alledem komplett falsch sein kann.

    Ersetzen wir die verschiedenen Dimensionen der String-Theorie mit dem Begriff Spähre so erhalten wir ein sauber ausformuliertes Epizyklen-Modell der Raumzeit, welches eines Tages zusammenfallen wird.

    Wie werden die Menschen darauf reagieren, wenn sich da die Naturwissenschaft mit ihrer Mathematik eines der teuersten Rechenfehler der Menschheit geleistet hat ? In einer Zeit wo Milliarden Menschen weltweit – live- verfolgen werden können, wie man mit den eigenen Fehlern umgeht ?

    Den religiösen Menschen hat man ja bis zum heutigen Zeit deren fehlerhafte Weltanschauung nicht verziehen.D.h. ein erfolgreiches Emporscheitern der String-Theorie wird definitiv die Kritik gegen Naturwissenschaften erhöhen.

    • #10 Bjoern
      September 1, 2016

      @halo:

      Wobei es mir auch so scheint, dass korrekte Mathematik gleichzeitig als seriöse Wissenschaft empfunden wird.

      Ja, da Mathematik bekanntlich eine Wissenschaft _ist_. Allerdings wird korrekte Mathematik noch lange nicht als korrekte _Natur_wissenschaft empfunden – dafür braucht es schon mindestens eine prinzipielle Überprüfbarkeit der Hypothesen durch Beobachtungen und Experimente, besser natürlich noch möglichst viele bereits erfolgreiche Überprüfungen.

      Ohne sich dabei im Klaren zu sein, dass richtig gerechnet trotzdem falsch sein kann.

      Genau dafür gibt es ja in der Naturwissenschaft den Primat der Beobachtung bzw. des Experiments.

      Beispiel: String-Theorie, wird (im Gegensatz zu Religion) als seriös bezeichnet.

      Lange nicht von allen Physikern, sie hat mehr als genug, auch prominente, Kritiker. Aus dem oben genannten Grund: Sie ist, zumindest bisher, nicht überprüfbar.

      Diese Form von modernen Märchen die da die Mathematik aufbaut ist insoferne problematisch weil diese ein in sich geschlossenes, logisches und damit nicht wiederlegbares Weltbild aufbaut, dass trotz alledem komplett falsch sein kann.

      Wieso sollte so ein Weltbild nicht durch Beobachtungen und Experimente widerlegbar sein?

      Ersetzen wir die verschiedenen Dimensionen der String-Theorie mit dem Begriff Spähre so erhalten wir ein sauber ausformuliertes Epizyklen-Modell der Raumzeit, …

      Bitte was? Diese Behauptung ergibt nun mal überhaupt keinen Sinn. Nehmen wir mal ein einfaches Beispiel – eine der Grundaussagen der Stringtheorie ist, dass es 9 räumliche und 1 zeitliche Dimension gibt, wobei aber 6 der räumlichen Dimensionen kompaktifiziert (“aufgerollt”) sind. Laut deiner Behauptung müsste also folgender Satz in ein Epizyklen-Modell der Raumzeit passen:
      “Es gibt 9 räumliche und 1 zeitliche Sphären, wobei aber 6 der räumlichen Sphären kompaktifiziert (“aufgerollt”) sind.” Willst du allen Ernstes behaupten, dieser Satz ergäbe irgendeinen Sinn und hätte irgendetwas mit einem “Epizylklen-Modell der Raumzeit” zu tun?

      (Mal ganz davon abgesehen, dass selbst das ursprüngliche Epizyklen-Modell gar nicht mit “Sphären” gearbeitet hat, sondern mit Kreisen…)

      Wie werden die Menschen darauf reagieren, wenn sich da die Naturwissenschaft mit ihrer Mathematik eines der teuersten Rechenfehler der Menschheit geleistet hat ?

      Schon faszinierend zu sehen, dass du anscheinend schon 100% sicher bist, dass die Stringtheorie ein “Rechenfehler” ist… woher weisst du das so sicher?

      Den religiösen Menschen hat man ja bis zum heutigen Zeit deren fehlerhafte Weltanschauung nicht verziehen…

      Was da vor allem bemängelt wird, ist das Festhalten an Dogmen, statt dem zu folgen, was Beobachtungen und Messergebnisse sagen. Wo bitte ignorieren heutige Wissenschaftler Beobachtungen und Messergebnisse?

  10. #11 RPGNo1
    September 1, 2016

    @Jokep
    Zitat: “Ernst Peter Fischer ist diplomierter Physiker, promovierter Biologe, habilitierter Wissenschaftshistoriker” (http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/author/epfischer/)
    Ich denke, Herr Fischer weiß schon, wovon er schreibt. Ob man dieser Meinung zustimmt, steht auf einem anderen Blatt.

    @MT
    Dein kollektiver, undifferenzierter Rundumschlag gegen alle Physiker ist hier fehl am Platz. Aber er ist typisch für jemanden, der Astrologie praktiziert und somit quasi “Beruf” einen Großteil der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse ignoriert.

  11. #12 halo
    September 1, 2016

    @Bojern
    Mit Epizyklen meinte ich ein symbolisches drumherum rechnen bis ein mathematisches Modell entsteht, dass die Realität (das Zentrum) beschreibt. Aber Beschreibungen liefern nicht immer einen korrekten Blick auf die Mechanismen welche die beobachtbare Realität erzeugen.

    Zitat:
    Wo bitte ignorieren heutige Wissenschaftler Beobachtungen und Messergebnisse?

    Eigentlich geht es ja nicht nur um die String-Theorie sondern auch um die SUSY. Die Wissenschaft scheint für mich die Tatsache zu ignorieren, dass die SUSY bei allen Prognosen sich nicht hat behaupten können. Sprich: Eigentlich ist sie wiederlegt.

    Man scheint bei SUSY (mittels Mathematik) die Messlatte einfach beliebig höher zu stellen und hofft dass man halt was findet.

    Zitat:
    Schon faszinierend zu sehen, dass du anscheinend schon 100% sicher bist, dass die Stringtheorie ein “Rechenfehler” ist… woher weisst du das so sicher?

    Hausverstand. Auch Wissenschafter sind normale Menschen. Die Art und Weise wie vorgegangen wird sagt mir, dass die Teilchenphysik sich in einer stillen Krise befindet.

  12. #13 ulfi
    September 1, 2016

    @halo Was fuer einen Denkprozess wird bei dir durch den folgenden Satz iniitiert: “Es gab und gibt zu jedem Zeitpunkt alernative Theorien zur SUSY”.

    Ich glaube dass man keinem Physiker erzaehlen muss, dass die SUSY falsch sein koennte, eben weil es von Anfang an eine Annahme war, die experimentell ueberprueft werden musste. Es ist nicht falsch, basierend auf dieser Annahme weiter zu rechnen und sich zu ueberlegen, was diese Annahme fuer eine Konsequenz fuer diese Welt haette: nur so lassen sich schliesslich belastbare Vorhersagen erzeugen und nur deshalb sind wir in der Situation, dass wir inzwischen die “schoensten” Vertreter der SUSY weitgehend ausschliessen koennen.

    Zum Schluss macht es wenig Sinn, sich ueber die Mathematik in der Physik zu beschweren, wenn es schlussendlich doch diese war, die es uns heute ermoeglicht, auf einem Computer zu tippen. Die Mathematische Modellierung der Realitaet ist ein Erfolgsmodell der Physik.

  13. #14 halo
    September 1, 2016

    @ulfi:
    Könnte man wie folgt umformulieren 😉
    Zum Schluss macht es wenig Sinn, sich ueber die Religion in der Welt zu beschweren, wenn es schlussendlich doch diese war, die es uns heute ermöglicht, in einer zivilisierten Welt zu leben. Die soziologische Modellierung der Zivilisation ist ein Erfolgsmodell der Religion.

    Egal ob man über Religion oder Wissenschaft diskutiert …. jeder scheint einfach seinen Standpunkt zu verteidigen ….

  14. #15 Bjoern
    September 1, 2016

    @halo:

    Mit Epizyklen meinte ich ein symbolisches drumherum rechnen…

    Und was genau soll das wieder heißen?

    Aber Beschreibungen liefern nicht immer einen korrekten Blick auf die Mechanismen welche die beobachtbare Realität erzeugen.

    Was versteht du unter “Mechanismen”?

    Die Wissenschaft scheint für mich die Tatsache zu ignorieren, dass die SUSY bei allen Prognosen sich nicht hat behaupten können.

    Bitte was? Wie kommst du auf die Idee?

    Man scheint bei SUSY (mittels Mathematik) die Messlatte einfach beliebig höher zu stellen…

    Nein, das hat mit dem, was tatsächlich passiert, recht wenig zu tun. Es gibt eben einfach verschiedene _Modelle_, und von diesen Modellen sind bisher nur die allereinfachsten widerlegt. Und die neuen Modelle (zumindest die meisten davon) wurden nicht etwa als Reaktion auf die Widerlegung der alten aufgestellt, sondern die gab es (zumindest viele davon) vorher schon!

    …und hofft dass man halt was findet.

    Ja – und was genau ist daran nun verwerflich…?

    Hausverstand. Auch Wissenschafter sind normale Menschen. Die Art und Weise wie vorgegangen wird sagt mir, dass die Teilchenphysik sich in einer stillen Krise befindet.

    Es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie Leute, die keine Physiker sind, der Ansicht sind, trotzdem besser als die Physiker selbst den Stand der Physik beurteilen zu können…

    “Hausverstand” ist in der Physik meistens falsch. Schon in der klassischen Mechanik, Stichwort “alles fällt gleich schnell”.

    Zum Schluss macht es wenig Sinn, sich ueber die Religion in der Welt zu beschweren, wenn es schlussendlich doch diese war, die es uns heute ermöglicht, in einer zivilisierten Welt zu leben.

    Diese Behauptung wäre zu belegen.

  15. #16 halo
    September 1, 2016

    zurück zu meiner eigentlichen Frage:
    Zitat:
    Möglicherweise sind einige super-schwere Teilchen asymmetrisch zerfallen, unter anderem ein schwergewichtiger Verwandter eines Neutrinos, aber spätestens an dieser Stelle hat man keine Lust mehr auf weitere Wenn´s und Denn´s.

    Könnten magnetische Monopole mit Strings dieses asymmetrische Zerfallen erklären ?
    http://iopscience.iop.org/article/10.1088/0954-3899/42/9/094002/meta

    Zitat:
    If we assume that the cosmic matter-antimatter asymmetry is generated dynamically via sphaleron processes,
    then sphaleron decay will leave behind twisted or ‘helical’ magnetic fields.
    Such magnetic fields violate parity since the handedness of the field is related to the preference of matter over antimatter.
    Evidence for helical cosmological magnetic fields has recently been discovered [58, 59], suggesting that they may have been produced during the decay of monopoles-on-strings.

  16. #18 MartinB
    September 1, 2016

    @Bjoern
    Hast du nen Link o.ä., worum es in dem Vortrag tatsöächlich gig, welche Arbeitsgruppe das war oder sonst etwas? Feulletonistisches Gelaber ist immer so unkonkret.

  17. #19 Bjoern
    September 1, 2016

    @halo: Sorry, von Sphaleronen habe ich keine Ahnung. Der Mechanismus klingt für mich aber zumindest auf den ersten Blick plausibel.

  18. #20 Markus Termin
    September 1, 2016

    @ Ulfi: “Die Mathematische Modellierung der Realitaet ist ein Erfolgsmodell der Physik.”

    Das schon – aber was eben offensichtlich @ Bjoern auch nicht weiß oder wissen will: Mathematik ist eben keine Wissenschaft, sondern eine metaphysische Axiomatik, also letztlich Religion. Das Äquivalenzprinzip, welches prinzipiell jeder Formel zugrunde liegt, ist nichts anderes, wie das uralte hermetische Prinzip der Alchemie – der Computer ist also gar kein naturwissenschaftliches, sondern ein genuin magisches Produkt.

    @ halo: Nähert man sich nun den wichtigsten Fragen, versagt das “Instrument” Mathematik naturgemäß, weil es nur “ausspucken” kann, was auch reingelegt wurde: aus der Aristotelischen Raumdefinition (Punkt/Strecke/Quadrat, etc.) wird automatisch der Urknall aus einem mathematischen “Fehler” heraus: denn alle aristotelischen “Dimensionen” sind im Raum – man kann damit einen Kasten messen oder annähernd eine Kugel, den Raum selbst nicht, der hat keine Dimensionen.

    So hätte man sich mit ein bischen Philosophie die ganze String-Theorie sparen können und die ART dazu. Aber heuer sind wir weiter: jetzt geht´s darum, dem Denken gleich den Garaus zu machen, damit keiner den kardinalen Fehler bemerkt: des Kaisers neue Kleider …

    Religion ist keine “fehlerhafte Weltanschauung” sondern der Erfahrungsschatz unserer Ahnen: nur ganz grober Materialismus kann glauben, die wären soo dumm gewesen: suchen Sie den Fehler in Ihrem Denken, da werden Sie fündig.

  19. #21 MartinB
    September 1, 2016

    @Björn
    Danke, das war’s sicher.

  20. #22 Bjoern
    September 1, 2016

    aber was eben offensichtlich @ Bjoern auch nicht weiß oder wissen will: Mathematik ist eben keine Wissenschaft, sondern eine metaphysische Axiomatik, also letztlich Religion. Das Äquivalenzprinzip, welches prinzipiell jeder Formel zugrunde liegt, ist nichts anderes, wie das uralte hermetische Prinzip der Alchemie – der Computer ist also gar kein naturwissenschaftliches, sondern ein genuin magisches Produkt.

    😀 😀 😀 Schön zu sehen, dass Herr Termin sich echt immer noch auf jedem Blog, wo er kommentiert, komplett lächerlich macht.

  21. #23 strahlenbiologe
    September 1, 2016

    @Bjoern
    ist der hiesige MT der Astrologenfuzzi MT?

  22. #24 RPGNo1
    September 1, 2016

    @strahlenbiologe
    Yep, das isser. Weithin berühmt/berüchtigt auf scienceblogs, wie ich erlesen habe und auch schon erfahren durfte. 🙂

  23. #25 Bjoern
    September 1, 2016

    @strahlenbiologe: (voller) Name und Argumentationsweise passen, ich würde also sehr auf “ja” tippen. 😉

  24. #26 Markus Termin
    September 1, 2016

    @ Björn: Dir erscheint das nur so, weil Du dumm & ungebildet (und unhöflich) bist (hängt miteinander zusammen; – hoffe, auch Du hast noch die Chance, zu Dir zu finden). Ich wette aber, Du hast noch nicht eine Zeile Aristoteles gelesen. Und hast Null-Ahnung von Philosophie oder wenigstens Wissenschaftsgeschichte.

    Aber – auch Herr Fischer hat das einsehen müssen – ohne Philosophie ist auch Physik nur Mumpitz, wie eure Gravitationswellen und Gottesteilchen.

  25. #27 Bjoern
    September 1, 2016

    Der Astrologe sagt zum promovierten Physiker, dass letzterer “dumm und ungebildet” wäre, das ist echt _zu_ gut! 😀 😀 😀 😀 😀

    Und wer von uns beiden keine Ahnung von Philosophie hat, haben wir vor Jahren schon auf dem Blog von Florian Freistetter eindeutig geklärt, danke. 😀

  26. #28 MartinB
    September 1, 2016

    Falls jemand wissen will, worum es wirklich geht (Danke Bjoern), ich hab’s gerade kurz erklärt:
    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2016/09/01/asymmetrische-neutrinos-und-die-antimaterie/

    @Bjoern
    Ja, MT leidet nicht nur im bereich Physik, sondern auch in der Philosophie unter massiver Selbstüberschätzung…

  27. #29 Markus Termin
    September 1, 2016

    @ Björn, MartinB.: Oh, da sind wir ja beruhigt, Herr Professor: komisch nur, warum das Standardmodell laut EPF einen “Riss” hat. :-), und, mal ehrlich, Martin B – Du bist nun auch nicht derjenige, der von Pythagoras mehr weiß, wie den berühmten Satz – wenn Du mal ehrlich bist. Du hast keine Ahnung, und das habt ihr alle nicht. Herr Fischer schrieb vor vielen Jahren das begründete Standardwerk “Die andere Bildung” – wenn Ihr wenigstens das gelesen hättet, wäret ihr schon weniger ungebildet. Aber davon kann ja gar keine Rede sein. Von Dir Martin, behaupte ich, daß Du noch nicht einmal weißt, was Philosophie überhaupt ist. Sonst machen wir mal die Probe auf´s Exempel: was ist Metaphysik? Björn darf auch antworten.

  28. #30 MartinB
    September 1, 2016

    @MT
    Kannst du gern behaupten, aber ich habe immerhin 3 oder 4 Semester (so genau erinnere ich mich nicht mehr) Philosophie im Nebenfach studiert, unter anderem bei diesem brillanten Herrn:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Schn%C3%A4delbach
    Zugegeben ging es da mehr um Kant (und Ryles Begriff des Geistes).

    Und was immer du für Metaphysik hältst, wird mit dem realen Konzept nur ebenso zufällig übereinstimmen wie deine Horoskope mit der Realität.

  29. #31 Markus Termin
    September 1, 2016

    @ MartinB: nun, dann gebe er uns das “reale Konzept” der Metaphysik – da er so klug ist und soviel studiert hat.

  30. #32 MartinB
    September 1, 2016

    @MT
    Ich springe nicht durch deine Reifen.
    Ein intellektuelles Duell führt man fairerweise nicht mit Unbewaffneten.

  31. #33 Markus Termin
    September 1, 2016

    @ MartinB: “Hic sunt dracones” – es geht ja konkret darum, warum Mathematik – und aktuell insbesondere die Geometrie – metaphysisch ist und nur zu metaphysischen Ergebnissen führen kann: der ideale – und erstmals konkret von Aristoteles apostrophierte “Punkt” existiert nicht. Es gibt keinen raumlosen Punkt und das, was daraus folgt. Alles o.k. – solange man sich dessen bewußt ist und die Erkenntnis für was auch immer (Navigation, Quantenphysik, Chemie) nutzt, als Werkzeug, das nichts mit der Wirklichkeit – außer als Werkzeug – zu tun hat.
    Nur: wenn wir an Fragen der echten Wirklichkeit stoßen – was vielleicht das ist, was uns Menschen wirklich bewegt – Leben, Tod – die Fragen der großen Paradoxien von Begrenzung und Unendlichkeit – dann können Konzepte, wie die Mathematik – noch dazu, wenn sie sich ihren Ursprüngen – die 1 war früher immer das Ganze! – entfremdet haben – nicht wirklich zu Erkenntnissen führen. Die angebliche Entstehung des Universums aus dem Nichts des Urknalls wird nicht dadurch erklärt, daß man versucht, daraus die russische Puppe der Multiversen zu machen, sie bleibt immer eine Unmöglichkeit. Entweder Urknall, oder Logik.

    Auch, wenn mathematisch/metaphysisch richtig gerechnet sein mag, so ist es doch – den Göttern sei Dank – in der Realität falsch und unbedeutend.

    Die Naturwissenschaft braucht für ihren Gesetzeskanon den “Zufall” – um dem Determinismus – alles sei nach bestimmten Regeln sicher geordnet (monotheistisch!) – sein Gegenteil – die uneroberte Landschaft der “dracones” entgegenhalten zu können – obwohl der naturwissenschaftliche Determinismus den Zufall gerade ausschließt.

    Wenn man solches einmal erkannt hat, könnte man ohne sinnlose Kontroverse weiter denken. Zeitgenossen, die die Hand reichen, gibt es genug (Jochen Kirchhoff, Lee Smollin, sogar Anton (aus Tirol 🙂 Zeilinger) – es muss kein Astrologe sein …

  32. #34 strahlenbiologe
    September 1, 2016

    Selten so viel Scheisse auf einen Haufen gelesen wie bei Herrn MT gerade……. 😀

  33. #35 Spritkopf
    September 1, 2016

    mal ehrlich, Martin B – Du bist nun auch nicht derjenige, der von Pythagoras mehr weiß, wie den berühmten Satz – wenn Du mal ehrlich bist. Du hast keine Ahnung, und das habt ihr alle nicht.

    Sprach der Astrologe und begab sich hernach wieder an sein Telefon, um leichtgläubigen Mitmenschen an der Questico-Hotline langmächtig schmierigen Sülz ins Ohr zu schleimen. Und im Hintergrund tickt leise der Gebührenzähler.

  34. #36 Bjoern
    September 1, 2016

    Du bist nun auch nicht derjenige, der von Pythagoras mehr weiß, wie den berühmten Satz…

    Protzt mit tollen Philosophie- und Wissenschaftsgeschichts-Kenntnissen, aber bekommt noch nicht einmal deutsche Grammatik richtig hin, das wird echt immer besser… 😀 😀 😀

    “mehr wie”? 😀 😀 😀

  35. #37 Bjoern
    September 1, 2016

    Selten so viel Scheisse auf einen Haufen gelesen wie bei Herrn MT gerade

    Och, im Sch… produzieren ist er echt gut, das bekommt er mit links hin. 😀

  36. #38 Laie
    September 1, 2016

    Ich finds ja immer sehr interessant, wenn es eine neue Entdeckung oder auch nur Vermutung gibt, diese und andere Geheimnisse zu erklären. Manche Dinge erscheinen mystisch, unerklärbar und spannend – auch aus dem Informationsdefizit eines Laiens wir mir.

    Neben der Endlichkeit kommt die Unendlichkeit in der Mathematik viel öfters zum Einsatz, zumindest im Gedankenexperiment, wie z.B. der Tatsache, dass sich dieser Blog oder alle bisherigen Ausgaben der Bild-Zeitung in Pi, unendlich mal codiert sind. Selbstverständlich auch die Antworten auf alle bis jetzt ungelösten Fragen, findet einen der Indexe! 🙂

  37. #39 Spritkopf
    September 2, 2016

    Unfassbar. Termin erklärt einen Physiker für dumm und ungebildet, während er selber nur kreuzdämlichen Eso-Stuss verzapft.

    Die Dunning-Kruger-Skala ist ja eigentlich nach oben offen, aber selbst dort schafft es Termin spielend, mit seinem Geschwätz die Glocke wegzusprengen.

  38. […] Autor Hans Peter Fischer meint, er sei gelangweilt davon wieder einmal die Neutrinos dafür verantwortlich zu machen, dass […]

  39. #41 Cliff
    September 2, 2016

    Der Astrolloge trollt und provoziert doch mittlerweile nur noch… das kann er unmöglich ernst meinen.

  40. #42 Bjoern
    September 2, 2016

    Äußert sich unser “Gastgeber” Herr Fischer eigentlich gelegentlich auch mal…?

  41. #43 Bullet
    September 2, 2016

    @Strahlenbiologe, #34:

    Selten so viel Scheisse auf einen Haufen gelesen wie bei Herrn MT

    Das vergeht, wenn du mehr seiner Kommentare liest.

    @Bjoern, #42:
    Nö. Macht er nie. Er kippt seinen Dumpfsinn einfach aus und läßt ihn liegen.
    Also ma’ ernsthaft: wenn ein Physiker schon sagt, daß ihm irgendwelche Modelle nicht gefallen, und er deswegen lieber gar nichts tut, statt diese Modelle wenigstens auf Plausibilität zu prüfen, dann ist das schon echt … peinlich.

  42. #44 Bjoern
    September 2, 2016

    @Bullet: Und jemand mit so einem Verhalten bekommt auch noch Preise für sein Werk? Unfassbar. 🙁

  43. #45 Bullet
    September 2, 2016

    Ja, ich war damals, als mir das auffiel, auch etwas .. öh… naserümpfig. Es gab da ja auch mitunter recht heftige Debatten bei SB intern bezgl. des EPFs Gebaren.

  44. #46 RPGNo1
    September 2, 2016

    Eine Spekulation meinerseits.
    Vielleicht hält sich Ernst Peter Fischer nur stringend an die folgende Aussage: Das Feuilleton als journalistische Darstellungsform schildert “in betont persönlicher Weise die Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten des Lebens und versucht, ihnen eine menschlich bewegende, erbauende Seite abzugewinnen”. https://de.wikipedia.org/wiki/Feuilleton#Aufgaben

  45. #47 Uli Schoppe
    September 2, 2016

    @RPGNo.1 BH : genau so habe ich diesen Blogartikel aufgefasst ☺ Leider finden sich sofort die Schaben ein die ihren Anti Einstein und Anti Physik Mist abkippen müssen

  46. #48 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2016/08/15/physikreform/
    September 3, 2016

    Lieber Herr Fischer,

    Entschuldigen Sie bitte das Off-topic.

    Eben hörte ich Ihr Gespräch mit Tim Pritlove auf dessen Podcast Forschergeist .
    Bislang haben mich Ihre Texte hier nie so recht vom Stuhl gerissen, und ich fürchte, dass ich das auch schon zum Ausdruck gebracht habe. Heute hat mich Ihr lebhafter, engagierter Stil sehr angesprochen, und da gebietet mir die Fairness, Sie auch zu loben und wenn Sie selbst für diese Sendung hier nicht werben; vielleicht darf ich es tun.
    Inhalt: Rund um Heisenberg.

    Schönes Wochenende, noch.

  47. #49 demolog
    September 3, 2016

    Ich versteh hier keinen der Kommentatoren, die hier sich beschwehren, weil einer etwas schnodderich über die Welt und sein Geschehen schreibt.

    Das tat der hier immer schon. Warum jetzt der “Aufschrei”?

  48. #50 A.P.T
    April 19, 2017

    Das Szenario der Physik sieht vor, dass im Urknall Materie und Antimaterie in gleichen Teilen entstehen und sich dann gegenseitig annihilieren, was einen Haufen Strahlung produziert.
    Möglicherweise sind einige super-schwere Teilchen asymmetrisch zerfallen, unter anderem ein schwergewichtiger Verwandter eines Neutrinos, aber spätestens an dieser Stelle hat man keine Lust mehr auf weitere Wenn´s und Denn´s.

    Ich glaube das passt ganz gut dazu:
    http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/2016/09/02/meine-liebe-zu-den-geheimnissen/#comment-23621