Vor kurzem hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass die germanischen Gentechnikgegner weiter Grund zu feiern haben, da selbst die Anwendung der neuen Genscheren genehmigungspflichtig geworden sind.  Vielleicht geben die weltweit  tätigen Gentechnikgegner es nun auf, auf Hawaii herumzulaufen, um dort gegen den Bau eines Teleskops zu protestieren. Dass sie so etwas tun, hat die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 10.7.18 gemeldet, als sie von den Bemühungen einheimischer Bewohner in der Gegend um den 4200 m hohen Mauna Kea herum berichtete, die den Bau eines Observatoriums auf dem Berg verhindern wollen. Ihnen gilt der Gipfel als heilig, und bei dieser Verehrung soll kein Teleskop stören.

So verständlich diese Proteste besorgter Menschen sind, so albern wirken die Gentechnikgegner und Globalisierungsfeinde, die sich dem einheimischen Protest angeschlossen haben und die offenbar nur ihren Frust loswerden und weiter ihr geschmackloses Süppchen kochen wollen und dabei die Kosten in ungeahnte Höhen treiben. Man muss sich das in aller Ruhe ausmalen: Gentechnikgegner wenden sich gegen Teleskope. Meinen sie, man könne mit den Instrumenten Gene am Himmel in der Höhe finden? Man findet selbst mit Mikroskopen keine Gene in der Tiefe der Zellen. Gegner der Gentechnik sind gegen alles, was nach Wissenschaft aussieht. Nur: Was wollen sie an ihre Stelle setzen? Die Einheimischen auf Hawaii denken an etwas Heiliges. Für die Gentechnikgegner ist das der Protest. Sie sollten den Menschen aber sagen, was danach kommt. Mir scheint, sie wissen es nicht, und es ist ihnen auch gleichgültig. Hauptsache, man profiliert sich in der Kunst, es nicht gewesen zu sein.

Kommentare (21)

  1. #1 Mars
    Juli 30, 2018

    hallo,

    das ist aber mal wieder ein schneller schuss aus der hüfte, und ein verallgemeinern, all jener die gegen gentechnik sind, oder zumindest bedenken anmelden.
    nicht jeder ist gleich extremist, weil es das eine oder andere hinterfragt oder nicht komplett überblicken kann.

    also, wenn weiter so – auf beiden seiten – immer nur in extremen gedacht und gesprochen wird… wie soll sich diese knoten dann jemals lösen?
    mit gutem beispiel vorangehen, und solches vermeiden.
    Grüssle

  2. #2 RPGNo1
    Juli 30, 2018
  3. #3 MinkyMietze
    Juli 30, 2018

    “Gegner der Gentechnik sind gegen alles, was nach Wissenschaft aussieht.” aha, gut daß wir das geklärt haben. Genau so ist es ja mit den AKW-Gegnern in den 1970er Jahren gewesen; waren ja auch alles Feinde des Fortschritts.
    Ganz ehrlich: der niveauloseste Text seitdem ich das Blog hier verfolge.

  4. #4 Caracalla
    Juli 30, 2018

    Da musste aber mal jemand seinen Frust loswerden.

  5. #5 schorsch
    Juli 30, 2018

    Auch wenn’s so nicht in der SZ steht: Es haben auch Antisemiten protestiert. Sind Antisemiten jetzt auch scheisse? Und wie ist das mit den Feministinnen und Feministen, die gegen Mauna Kea protestiert haben?

    Es solllen sich sogar Kinder ausdrücklich gegen den Bau des Teleskops ausgesprochen haben! Oh wie schwarz für unsre Zukunft!

    Aus einem dummen Hetz- und Schwafelsatz in der SZ, dort abgeschrieben aus ungenannten Quellen, gleich einen ganzen Blogartikel zu machen, ist schon eine sehr reife Propagandaleistung!

  6. #6 yeRainbow
    yerainbow.wordpress.com
    Juli 30, 2018

    AKW Gegner? wenn schon nicht mal die Grundbegriffe stimmen, spricht sehr vieles dafür, daß es um “Feinde des Fortschritts” geht.
    oder, um konkreter zu sein, um Leute mit Meinung und allenfalls mäßigem Grundwissen.

    so gesehen paßt es dann ja auch wieder. wo Heiliges für Ureinwohner von Leuten für sich okkupiert wird, die allenfalls über “gefühltes Wissen” verfügen.

  7. #7 RPGNo1
    Juli 30, 2018

    @MinkyMietze
    Wo steht der Satz “Gegner der Gentechnik sind gegen alles, was nach Wissenschaft aussieht”?
    Man sollte Blog- und SZ-Artikel nicht nur lesen sondern auch verstehen, ansonsten fällt das Urteil “niveaulos” nämlich sehr schnell auf einen selbst zurück.

  8. #8 Michael
    Juli 30, 2018

    @5

    “Es haben auch Antisemiten protestiert. Sind Antisemiten jetzt auch scheisse?”

    Warum diese putzige Frage? Sind Sie Deutscher?

  9. #9 Beobachter
    Juli 30, 2018

    @ RPGNo1, # 5:

    ” … Gegner der Gentechnik sind gegen alles, was nach Wissenschaft aussieht. … ”

    Der Satz steht so wortwörtlich oben im Beitrag.

    ” … Man sollte Blog- ( ….. ) Artikel nicht nur lesen sondern auch verstehen, ansonsten fällt das Urteil “niveaulos” nämlich sehr schnell auf einen selbst zurück.”

    Wohl wahr … ! :-)

    Ich halte den Blog-Artikel für so undifferenziert, über einen Kamm scherend und polemisch-niveaulos, dass ich mir nicht mal die Mühe machen werde, näher darauf einzugehen.
    Schade, so einen Text bei SB lesen zu müssen …

    zu # 4:

    AKW-Gegner, Gentechnik-Kritiker?

    Passt, rein in die Schublade mit Etikett “Feinde des Fortschritts, gefühlige Spinner”, Klappe zu.

    Das ist wahre Wissenschaftskommunikation … !

  10. #10 Beobachter
    Juli 30, 2018

    Anmerkung:

    Die Reihenfolge/Nummerierung der Kommentare hat sich nachträglich verschoben/geändert.

  11. #11 Beobachter
    Juli 30, 2018

    Es würde mich interessieren, was Astronom, SB-Blogger und Wissenschaftskommunikator Florian Freistetter zum SZ-Artikel und zum Blog-Beitrag hier meint.

  12. #12 tomtoo
    Juli 30, 2018

    : ) Hab auch schon Bauern bei Anti-Akw Demos gesehen. Gleichzeitig spritzen die Glyphosat.
    Frei nach Obelix, die spinnen die Bauern.

  13. #13 RPGNo1
    Juli 30, 2018

    Ich ziehe meinen Kommentar #7 wegen eines offensichtlichen Fehlers zurück.

    Und ganz speziell für dich, Beobachter: Das muss dir ja ein innerer Parteitag gewesen sein, dass du mich wegen meines Fehlers genüsslich in Pfanne hauen durftest. Und zweitens: Warum fragst du nicht FF auf seinem Blog selber, was er zu diesem Artikel sagt.

    PS: Ich erwarte übrigens immer noch dein Erscheinen im OLT 4.

  14. #14 Beobachter
    Juli 30, 2018

    zu # 13:

    P. S.:
    Da kannst du lange warten – bin kein “Laberer” … :-)

  15. #15 Laie
    Juli 30, 2018

    Ich würde da schon einen Unterschied machen, wo und wie Gentechnik eingesetzt wird, um objektiv zu beurteilen.

    1. Für die Heilung von Krankheiten, z.B. durch mit Hilfe der Genschere erfolgte Reparaturen.
    2. Für die Vergiftung der Pflanzen, die wir essen, um “Schädlinge” für ein paar Jahre abzuhalten. (Soll ja nicht gerade gesund sein)
    3….. usw.

    Bei Punkt 1 bin ich für “Gentechnik”, bei Punkt 2 nicht. Differenzieren sollte man schon.

  16. #16 Lennart
    Juli 31, 2018

    Das Urteil ist nur konsequent. Wenn man Klappmesser mit einer Länge von über 8,9 cm verbietet, dann kann man auch die Genschere genehmigungspflichtig machen.

    Eine Wissenschaftsfeindlichkeit daraus abzuleiten ist überzogen.

  17. #17 häh?
    August 1, 2018

    Alle sindse gegen den Fortschritt!! Alles doofe Idioten!!elf
    Die Gentechnikgegner sind alles verbohrte Ideologen, und eh gegen alles Sinnvolle!!! Und wenn wer gegen was sinnvolles ist, ist der bestimmt auch Gentechnikgegner. Alles dieselbe Gruppe, Idioten!elf
    Diese Wissenschaftsfeindlichkeit heutzutage zeigt ja auch der Artikel http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/2018/07/28/1271/ ganz gut.

  18. #18 Uli Schoppe
    August 1, 2018

    Ach Lennart, nicht alles was hinkt ist ein Vergleich…

  19. #19 Blake
    August 1, 2018

    Nicht durchgelesen da hyper subjektiv.
    Allein in der Vorschau:

    “…, da selbst die Anwendung der neuen Genscheren genehmigungspflichtig geworden sind…(ist)”

    OMG

    Bitte einfach mal das Ding zwischen den Ohren aktivieren.

  20. #20 Angelika Wittig
    Berlin
    August 2, 2018

    Ich gehöre weder zu den Gegnern noch zu den Befürwortern der Gentechnik.
    Mir fehlt ganz einfach auch von der Genforschung der Ausblick, wo die Reise hingeht.
    Aktuell werden Nichtwissenschaftler doch nur mit
    Informationen versorgt, die wenig Begeisterung wecken können.
    Ergebnisse wie fade schmeckendes aber perfekt aussehendes Obst, oder überzüchtete Tiere reichen eben nicht aus.
    Am Allerschlimmsten ist das ständige herumphantasieren von perfekten Menschen, die angeblich hergestellt werden können.
    Wozu?
    Sollen Bildung und Werden jetzt durch Produktionstechnik ersetzt werden?
    Das erinnert mich doch stark an den Erfinder, der 50-Euro-Scheine perfekt herstellen konnte und es dann aufgab, weil die Herstellung eines Scheines 100 Euro kostete.
    Die tatsächlichen Möglichkeiten seriöser Genforschung werden doch überhaupt nicht zum Wohl der Menschheit genutzt.
    Wäre dies der Fall, könnte man die Gegner überzeugen anstatt sie zu verurteilen.
    In einer Welt, in der Geld für alles den Ausschlag gibt und in der sich skrupellose Geschäftemacher behaupten, für Zerstörung mehr Geld ausgegeben wird als für Aufbau, ist Skepsis zunächst einmal angebracht.
    Dass etwas genehmigt und überprüft werden muss ist in Ordnung und es heißt doch noch lange nicht, dass es verboten ist.
    Diese Pro- und Contra-Debatte täuscht nicht darüber hinweg, dass auf beiden Seiten noch eine Menge an konkretem Wissen fehlt.
    Aus diesem Wissen entsteht Vertrauen in echtes Können.

    Jede Art von Veränderungen wird erst einmal angefeindet, bezweifelt, abgelehnt oder heftig bekämpft.
    Dennoch haben sie sich immer durchgesetzt, wenn die Menschen erkannten, dass sie ihnen nutzten und ihnen neue Möglichkeiten zur Weiterentwicklung boten.
    Diesen Nutzen kann ich (noch) nicht erkennen, weil den Wissenschaftlern einfach nichts dazu einfällt.
    Damit will ich nicht die phantastischen Ergebnisse verunglimpfen, die einzelne Forscher erzielen.
    Es fehlen die Brücken zwischen diesen Inseln, es fehlt das Gesamtbild.

    Es fehlen die Ausblicke (=Visionen), es fehlt das Wissen über die Prozesse des Werdens.
    Was ist ein Gen?
    Wie entsteht es?
    Was tut es?
    Wie sieht der Wechselwirkungsprozess zwischen mehreren Genen aus?
    Wodurch teilt sich die Doppelhelix, wodurch fügt sie sich zusammen?
    Welche Rolle spielt das Licht?

    Nicht eine einzige dieser Fragen wurde bisher so beantwortet, dass sie das Herz eines einfachen Menschen erreicht.

    “Wenn Du willst, dass Menschen für Dich ein Schiff bauen, lehre sie nicht den Umgang mit Hammer, Holz und Nagel –
    vermittle ihnen die Sehnsucht nach dem weiten Meer.”

  21. #21 hubert taber
    August 7, 2018

    besser ein teleskop am “heiligen” berg als rituelle menschenopfer.
    mfg. h.t.