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	<title>Wissenschaftsfeuilleton</title>
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		<title>Frankenstein und die Dummen</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 16:51:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ernst Peter Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[In den Zeitungen steht heute, dass jemand in den USA mit Embryonen gearbeitet und diese Formen des Lebens mit Hilfe genetischer Manipulationen geklont hat. Und schon schreit das Feuilleton &#8220;Frankenstein!&#8221;. So als ob die klugen Schreiber dort mit ihren spitzen Griffeln unbedingt beweisen möchten, dass sie weder den damit gemeinten Roman gelesen  haben noch die historischen Zusammenhänge&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In den Zeitungen steht heute, dass jemand in den USA mit Embryonen gearbeitet und diese Formen des Lebens mit Hilfe genetischer Manipulationen geklont hat. Und schon schreit das Feuilleton &#8220;Frankenstein!&#8221;. So als ob die klugen Schreiber dort mit ihren spitzen Griffeln unbedingt beweisen möchten, dass sie weder den damit gemeinten Roman gelesen  haben noch die historischen Zusammenhänge kennen. Bei Frankenstein &#8211; in dem Roman &#8211; geht es um Elektrizität, die damals im frühen 19. Jahrhundert als Lebenselement geortet wurde. Das ist alles und geht schief, aber nicht deshalb, weil der künstlich ins Leben gerufene Mensch ein Monster ist, sondern weil er noch keine anderen kennt, als er die ersten fremden trifft. Selbst wer künstlich erzeugt wird, wächst doch normal auf, was das blödsinnige Frankenstein-Gebrüll stoppen sollte.  Aber die moralische Intelligenz im Feuilleton will ja gar nicht zur Kenntnis nehmen, was die Wissenschaft herausfindet, und lieber in den bequemen Irrtümern verharren, die man ihnen beigebracht hat, zum Beispiel dem Irrtum, dass die Geschichte der Wissenschaft eine Folge von Kränkungen für den Menschen ist. Das ist sie nur für die Dummen, und ich frage mich, warum ausgerechnet die die Seiten der Zeitungen füllen und in Talkshows diskutieren.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/?flattrss_redirect&amp;id=524&amp;md5=87398c06ab0a75f7e20b2c9431a5db14" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Ende des Dogmas</title>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 08:24:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ernst Peter Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[In den 1960er Jahren war die Molekularbiologie einfach. Sie kannte sogar ein Dogma und wusste damit, wie das Leben spielt &#8211; aus DNA wird RNA wird Protein, so stand es in den Lehrbüchern, und das meinte, aus einem DNA Molekül wird ein RNA Molekül und so weiter. Doch beim näheren Hinsehen wurde alles etwas vertrackter,&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In den 1960er Jahren war die Molekularbiologie einfach. Sie kannte sogar ein Dogma und wusste damit, wie das Leben spielt &#8211; aus DNA wird RNA wird Protein, so stand es in den Lehrbüchern, und das meinte, aus einem DNA Molekül wird ein RNA Molekül und so weiter. Doch beim näheren Hinsehen wurde alles etwas vertrackter, und jetzt meldet die Wissenschaft (Nature 497, Ausgabe vom 2. Mai 2013, S. 48), dass selbst die einfache Hefe sehr viel mehr kann, nämlich aus ihren etwa sechstausend Genen rund zwei Millionen (!!!!) RNA Moleküle zu machen. Und das Anfertigen der RNA Moleküle geht nicht strikt determiniert, sondern dynamisch flexibel vor sich.</p>
<p>Mit anderen Worten, es wird mühsam, von einem Zellhaufen, der sich aus einer Zelle entwickelt hat (Klon), zu behaupten,  er bestünde aus einer genetisch homogenen Gruppe. Zellen sind vom genetischen Grund her dynamisch und enthalten beliebig gute Vorgaben für die Aufgabe der Anpassung an die äußeren Umstände. Dieser guten Nachricht für ein Verständnis des evolutionär gelingenden Lebens steht die schlechte Nachricht gegenüber, dass die Krebszellen in einem Tumor ebenso alle verschieden sein und damit schwer zu stoppen sein dürften. Zum Glück hat das Denken das dogmatische Brett vor dem Kopf der biologischen Wissenschaft entfernt und es offener gemacht. Der Blick kann endlich weiterreichen.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/?flattrss_redirect&amp;id=521&amp;md5=157adcb0a8556be5835cddc96bb76104" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>The real thing</title>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 08:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ernst Peter Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Beitrag mit dem Titel &#8220;Globally networked rirks and how to respond&#8221; (Nature 497, Ausgabe vom 2. Mai 2013, S. 51ff) stellt der Risikoforscher Dirk Helbing aus Zürich eine beeindruckende Liste systemischer Risiken zusammen, denen sich die Menschheit ausgesetzt sieht. So klar die Darstellung, so unklar bleibt, was man tun soll, denn der Schweizer&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Beitrag mit dem Titel &#8220;Globally networked rirks and how to respond&#8221; (Nature 497, Ausgabe vom 2. Mai 2013, S. 51ff) stellt der Risikoforscher Dirk Helbing aus Zürich eine beeindruckende Liste systemischer Risiken zusammen, denen sich die Menschheit ausgesetzt sieht. So klar die Darstellung, so unklar bleibt, was man tun soll, denn der Schweizer Professor kann am Ende nur sagen, dass sich die Zukunft nicht vorhersagen lässt. Alles zu komplex, wie man auch ohne wissenschaftlichen Anlauf weiß und was Loriot mit seinem &#8220;Ach&#8221; kommentiert hätte.</p>
<p>Der Punkt, der diesen Kommentar auslöst, findet sich auf S. 54 des Aufsatzes, in dem Helbing davon spricht, dass die digitale Welt und die reale Welt immer mehr zusammenwachsen und ein Gewebe bilden. Habe ich das richtig verstanden? Teilt der Autor uns mit, die digitale Welt sei real? Oder lernt er das gerade? Oder was? Natürlich ist die digitale Welt real  &#8211; &#8220;Ach&#8221; -, was der Risikoforscher gegenüberstellen will oder sollte, sind die digitale Welt auf der einen und die natürliche Welt auf der anderen Seite. Und genau da steckt das Problem oder Risiko. Wir leben heute immer mehr in digitalen Welten. Menschen reden mehr mit iPhones als mit ihrem Gegenüber. Wir kennen die natürliche Welt nicht mehr oder nur als Bild im Internet. Deshalb lassen wir sie mit einem Klick links liegen, bis sie uns links liegen lässt, und dann nützen keine Links mehr. Dann kann man sogar die Zukunft vorhersagen. Sie lohnt aber nicht mehr.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/?flattrss_redirect&amp;id=517&amp;md5=6e768c8486ff1dc46840e9089ee956b9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nix entschlüsselt. Nix geknackt. Nix Revolution</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 06:55:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ernst Peter Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor 60 Jahren ist der Aufsatz erschienen, in dem Francis Crick und James Watson ihr Modell der Erbsubstanz namens DNA vorstellten, die berühmte Doppelhelix. In der RNZ (Rhein-Neckar-Zeitung) von heute (26.4.13) ist dazu zu lesen, damals sei das Rätsel des Lebens geknackt worden, damals habe eine  Revolution der Wissenschaft begonnen, und das alles, weil ein&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor 60 Jahren ist der Aufsatz erschienen, in dem Francis Crick und James Watson ihr Modell der Erbsubstanz namens DNA vorstellten, die berühmte Doppelhelix. In der RNZ (Rhein-Neckar-Zeitung) von heute (26.4.13) ist dazu zu lesen, damals sei das Rätsel des Lebens geknackt worden, damals habe eine  Revolution der Wissenschaft begonnen, und das alles, weil ein Molekül entschlüsselt worden sei. Alles falsch, und zwar völlig falsch. Moleküle kann man nicht entschlüsseln, da sie ja niemand verschlüsselt hat. Wenn jemand das Rätsel des Lebens geknackt hat, dann würde man gerne die Lösung kennen. Doch wer in den Schriften der Biologen danach sucht, stößt nur auf Unklarheiten, was erkennen lässt, dass auch die angekündigte Revolution noch auf sich warten lässt. Wer eine Revolution in der Wissenschaft durch den Dreischritt Klarheit &#8211; Unklarheit &#8211; Klarheit erfasst, bei dem ein altes Paradigma in ein neues überführt wird, wobei es zwischendurch Unstimmigkeiten gibt, der kann nur sagen, dass die Doppelhelix das Gegenteil einer Revolution ausgelöst hat. Vor ihrer Vorstellung war alles unklar. Dann gab es zehn oder zwanzig aufregende Jahre der Klarheit, und dann kam die Gentechnik, und sie erlaubte einen Blick auf das Erbmaterial, bei dem aller wieder so unklar wie zuvor wird. Nix entschlüsselt. Nix geknackt. Nix Revolution. Nur viele Fragen. Was denn sonst?</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/?flattrss_redirect&amp;id=513&amp;md5=665ad8d24cd14baa012db1be6e77ce04" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Man möchte &#8220;Scheiße&#8221; schreien</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 08:57:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ernst Peter Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von heute (14.4.13) findet sich eine Verlagsbeilage unter dem Titel &#8220;Schatzkammer des Wissens&#8221;, die vom mathematisch-physikalischen Salon im Dresdner Zwinger berichtet. Auf der Seite B6 dieser Beilage fragt eine Journalistin einen Journalisten, ob er meine, Naturwissenschaft und Kultur gehören zusammen. Man möchte &#8221;Scheiße&#8221; schreien, wenn man diesen Blödsinn liest. Wiese kommt eine&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von heute (14.4.13) findet sich eine Verlagsbeilage unter dem Titel &#8220;Schatzkammer des Wissens&#8221;, die vom mathematisch-physikalischen Salon im Dresdner Zwinger berichtet. Auf der Seite B6 dieser Beilage fragt eine Journalistin einen Journalisten, ob er meine, Naturwissenschaft und Kultur gehören zusammen. Man möchte &#8221;Scheiße&#8221; schreien, wenn man diesen Blödsinn liest. Wiese kommt eine Journalistin auf die Idee, die beiden gehörten nicht zusammen? Und wieso meint eine Journalistin, dass ein Journalist diese Frage beantworten kann? Man möchte &#8220;Scheiße&#8221; schreien, wenn man da Gequatsche liest, und man fragt sich, in welche Hände man die Vermittlung der Naturwissenschaften gelegt hat. Da das Fazit des Gesprächs lautet, wir bräuchten eine neue Begeisterung für die Naturwissenschaften, kennt man einen Teil der Antwort auf die Frage: Es waren sie falschen Hände.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/?flattrss_redirect&amp;id=508&amp;md5=5b17d2407a0bf94b8162c34682a88ef0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sowohl als auch</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 08:07:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ernst Peter Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu den liebsten Zitaten der Weltliteratur gehört Hamlets Frage, &#8220;Sein oder Nichtsein?&#8221;, und das &#8220;oder&#8221; dieser Alternative ist ausschließend gemeint. Entweder ist etwas so, oder etwas ist nicht so, und zwar vor allem in der so exakten Wissenschaft, wie neulich in einer Talkrunde zu hören war. Der eine digitale Demenz voraussehende Professor Spitzer charakterisierte so das Wissenschaftliche. Nix&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zu den liebsten Zitaten der Weltliteratur gehört Hamlets Frage, &#8220;Sein oder Nichtsein?&#8221;, und das &#8220;oder&#8221; dieser Alternative ist ausschließend gemeint. Entweder ist etwas so, oder etwas ist nicht so, und zwar vor allem in der so exakten Wissenschaft, wie neulich in einer Talkrunde zu hören war. Der eine digitale Demenz voraussehende Professor Spitzer charakterisierte so das Wissenschaftliche. Nix vielleicht oder eventuell und möglicherweise, sondern ein klares Sosein oder ein ebenso klares Nichtsosein, und die Runde staunte. Doch während man sich auf die Klarheit der Wissenschaft und ihre Wahrheit freut, liest man etwas ganz anderes in der Zeitung. Das DKFZ &#8211; das Deutsche Krebsforschungszentrum weiß immer noch nicht, ob es die Gene oder die Faktoren der Umwelt sind, die zu Brustkrebs führen, und die Süddeutsche Zeitung stellt einen Beitrag über psychische Erkrankungen gar unter die vierfache Auswahl, ob es die Gene, die Umwelt, einige Traumata oder doch nur Zufall ist, weshalb die einen gesund bleiben und die anderen krank werden. Bei alledem tun man so, als ob sich das wie Hamlets Sein oder Nichtsein trennen ließe &#8211; gesund oder nicht, genetisch oder nicht, traumatisch oder nicht, zufällig oder nicht und so weiter. Entweder-Oder, so lautet die Devise, und da staunt der Betrachter. Wie reagiert denn ein Mensch auf seine Umwelt außer durch genetische Faktoren, die vorher durch eben diese Umwelt geformt worden sind?  Und wer legt fest, wann Krankheit beginnt und wo Gesundheit aufhört? Sind wir nicht alle ein wenig gaga? Es kann doch nur um ein Sowohl-Als-auch gehen, also nicht um Sein oder Nichtsein, sondern um ein Möglichsein. Menschen leben von ihren Möglichkeiten Damit lässt sich etwas anfangen. Jedes andere Denken hat schon aufgehört. Es lohnt nicht &#8211; oder vielleicht doch? Wenigstens ein wenig? Möglich ist alles.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/?flattrss_redirect&amp;id=504&amp;md5=6ae0274d917f6ad4c63886195339614a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kein New Scientist mehr</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 07:01:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ernst Peter Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie Spiegel Online in diesen Tagen in eigener Sache meldet, wird die erst kürzlich aus England kommende und für den deutschen Markt etwas veränderte Zeitschrift NEW SCIENTIST eingestellt. In Großbritannien floriert NEW SCIÈNTIST seit den 1950er Jahren, genauer seit dem Sputnik-Schock, als der Westen erkennen musste, dass im Osten auch originelle Köpfe leben, die nicht&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie Spiegel Online in diesen Tagen in eigener Sache meldet, wird die erst kürzlich aus England kommende und für den deutschen Markt etwas veränderte Zeitschrift NEW SCIENTIST eingestellt. In Großbritannien floriert NEW SCIÈNTIST seit den 1950er Jahren, genauer seit dem Sputnik-Schock, als der Westen erkennen musste, dass im Osten auch originelle Köpfe leben, die nicht nur kopieren, sondern auch kreativ sein können. In den späten 1950er Jahren nahm man den Kalten Krieg noch ernst, und so wollte man in England die Briten über die naturwissenschaftliche Bildung aufrüsten, was dort &#8211; den Auflagenzahlen zufolge &#8211; gelungen ist. In Deutschland war man damals und ist man heute der Meinung, dass die Naturwissenschaften wenig mit Kultur und kaum etwas mit Bildung zu tun haben, und so macht es zwar traurig, dass der Versuch, NEW SCIENTIST in Deutschland anzubieten, misslungen ist, aber zu wundern braucht man sich über den Fehlschlag nicht. Die deutschen Dichter und Denker &#8211; Soziologen und Philosophen &#8211; haben weniger die Wissenschaft und mehr das Ethische im Sinn. Sie interessiert es einen Dreck, dass es einen Unterschied zwischen einem Atomkern und einem Reaktorkern gibt, sie halten beide für schmelzbar und denken, dass man beide so wenig manipulieren sollte wie einen Zellkern. Das frühe Ende von New Scientist zeigt, dass etwas faul im Kopf der Deutschen ist, nämlich die Stelle, an der die Wissenschaft ihren Platz haben sollte. Bei Erich Kästner gibt es ein Gedicht, da wird über eine Frau gesagt, dass sie dort ein Loch hat, wo andere moralisch sind. Für die deutschen Dichter und Denker gilt das auch. Sie haben dort ein Loch, wo andere beginnen, sich moralisch zu bemühen &#8211; die englischen Macher und Leser von New Scientist zum Beispiel.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/?flattrss_redirect&amp;id=502&amp;md5=b9d5777f647ee73e0a683213f01bde59" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Durchbruch und Durchfall</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Mar 2013 14:55:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ernst Peter Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt einen neuen Preis in der Wissenschaft. Er wurde von Milliardären wie dem Facebook-Gründer und einem Google-Genie gestiftet und bringt seinem Träger drei Millionen US-Dollar cash. Der Preis heißt &#8220;Breakthrough Prize in the Life Sciences&#8221; (BPLS) und hat wohl vor, dem Nobelpreis den Rang abzulaufen, der sich in dieser Hinsicht schwer tut und die&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt einen neuen Preis in der Wissenschaft. Er wurde von Milliardären wie dem Facebook-Gründer und einem Google-Genie gestiftet und bringt seinem Träger drei Millionen US-Dollar cash. Der Preis heißt &#8220;Breakthrough Prize in the Life Sciences&#8221; (BPLS) und hat wohl vor, dem Nobelpreis den Rang abzulaufen, der sich in dieser Hinsicht schwer tut und die Vielfalt der aktuellen Lebenswissenschaften nicht unter den Hut des Stifters bringt, der aus dem 19. Jahrhundert stammt und kaum noch passt. Keine Frage, das Geld wird kein Bioforscher abweisen, und auf dem Sektor gibt es eine Menge großartiger Entwicklungen. Aber Durchbruch klingt immer wie ein militärischer Durchbruch durch fremde Linien, und das verbinde ich eher weniger mit Wissenschaft und erst recht nicht mit medizinischer Forschung. Auch glaube ich nicht, dass der Rang eines Preises mit der Höhe seiner Geldsumme zu tun hat, die beim Nobelpreis ursprünglich als das 300fache eines professoralen Jahresgehaltes angesetzt war &#8211; heute wären das bei 100.000 Dollar Salär schon etwas mehr als die oben genannte &#8211; wahrlich erstaunliche &#8211; Summe. Die Frage, warum der Nobelpreis so populär ist, hängt nicht zuletzt mit dem Namen zusammen &#8211; Nobel ist besser als Durchbruch -, und den König sollte man auch nicht vergessen. Wer hat schon einen König, um die Schecks zu überreichen? Die Durchbrecher bei allen Milliarden nicht. Aber vielleicht fällt ihnen ein anderer Gag für die Preisverleihung ein, sonst wird aus dem Durchbruch ein Reinfall. Unabhängig davon ist schön, dass Lebenswissenschaftler und nicht nur Physiker mit Geld überschüttet werden. Übrigens- wer noch nichts von den Millionenpreisen für Physiker gehört hat, die ein russischer Internetunternehmer gestiftet hat, der bestätigt, was hier steht. Der Nobelpreis hat das bessere Marketing, und das stammt aus dem 19. Jahrhundert. Vielleicht kann man doch aus der Geschichte lernen.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/?flattrss_redirect&amp;id=498&amp;md5=d8ea8d5b4fcd7423b556b745ce494e3a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/wissenschaftsfeuilleton/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Auf der Suche nach Kreativität</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 08:08:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ernst Peter Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Kreativität hat eigentlich immer Konjunktur, aber in den letzten Januartagen 2013 sind zwei komische Beiträge zu dem Thema erschienen. In der FAZ vom 30.1.13 wurde die Kreativität als neue Intelligenz vorgestellt, wobei nur gemeint ist, dass die Leute, die früher Intelligenz gemessen haben, dies jetzt mit der Kreativität tun, und zwar höchst banal und auf keinen Fall kreativ. Die unkreativen Kreativitätsforscher haben zum Beispiel erkannt, dass Menschen, die in freier Natur wandern, um 50% mehr kreativ sind als ihre Altersgenossen, die vor einem Computer hocken. Niemand sollte solche Auskünfte ernst nehmen, und wundern sollte man sich vor allem, dass solche Verlautbarungen den Weg in die Medien mit Verbreitung finden, wobei dem Verfasser des FAZ Beitrags selbst auffällt, wie wenig erhellend die Auskünfte der Kreativitätsforscher sind, die zuletzt etwas von einem Zusammenspiel verschiedener Hirnareale in komplexen neuronalen Netzwerken murmeln, was Loriot nicht einmal zu seinem &#8220;Ach&#8221; bewegt hätte.</p>
<p>In der britischen &#8220;Nature&#8221; beklagt in der Ausgabe vom 31.1.13 der Psychologe Dean Keith Simonton, dass die wissenschaftlichen Genies aussterben. So deutet er seine über viele Jahrzehnte vorgenommenen Studien zur wissenschaftlichen Kreativität, und Simonton versteht unter dem Zauberwort, dass jemand Ideen hat, die &#8220;originell, nützlich und überraschend&#8221; daherkommen. &#8220;Original, useful and surprising&#8221;  &#8211; das soll es gewesen sein? Was ist nicht alles überraschend &#8211; für wen? Und weiß Simonton nicht, dass es kreativen Menschen seit Jahrhunderten weniger darum geht, originell zu sein, und sie vor allem gut sein wollen? Und hat ein Genie tatsächlich jemals an einen Nutzen gedacht? Es ist offensichtlich &#8211; wenn Simonton nach kreativen Genies sucht, wird er keine finden, was aber nicht bedeutet, dass es keine mehr gibt. Er schaut nur in die falsche Richtung.</p>
<p>Fazit &#8211; Kreativität ist schön, macht aber Mühe. Es macht sogar Mühe, sie zu finden.  Die vorgetragenen Suchen lohnen keinen weiteren Blick.</p>
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		<title>Kulturkampf</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Feb 2013 10:35:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ernst Peter Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Kulturkampf  um die Gentechnik&#8221; &#8211; so heißt ein Beitrag im Wissenschaftsmagazin der Max-Planck-Gesellschaft, Ausgabe 4.2012, den der Biologe Diethard Tautz verfasst hat. Er meint damit zunächst den Unterschied zwischen den USA und Deutschland, denn während die Amerikaner Genfood zu lieben scheinen oder wenigstens konsumieren, werden hierzulande immer noch Glaubenskämpfe um die Gentechnik ausgetragen und Extrempositionen vertreten. Es stellt meiner Ansicht&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Kulturkampf  um die Gentechnik&#8221; &#8211; so heißt ein Beitrag im Wissenschaftsmagazin der Max-Planck-Gesellschaft, Ausgabe 4.2012, den der Biologe Diethard Tautz verfasst hat. Er meint damit zunächst den Unterschied zwischen den USA und Deutschland, denn während die Amerikaner Genfood zu lieben scheinen oder wenigstens konsumieren, werden hierzulande immer noch Glaubenskämpfe um die Gentechnik ausgetragen und Extrempositionen vertreten. Es stellt meiner Ansicht nach ein spannendes Thema dar, auf die deutsche Haltung zur Genetik einzugehen, bei deren Charakterisierung mir immer wieder der schöne Satz der Kabarettistin Lore Lorentz in den Sinn kommt, &#8220;Wo der Deutsche hingrübelt, da wächst kein Gras mehr&#8221; &#8211; erst recht kein genetisch verändertes, auch wenn es noch so viel Nutzen bringt. Das heißt, es scheint keinen Anhänger der Grünen zu stören, dass seine Partei mit einer Sonnenblume wirbt, die zwar ganz schön nach Natur aussieht, aber sich grundlegender Manipulationen auf der Ebene der Chromosomen verdankt. Ob das eine versteckte Botschaft oder nur Unkenntnis ist, werden die Parteivorsitzenden wissen oder beantworten können. Die Gentechnik ist in den 1970er Jahren entwickelt und der Öffentlichkeit vorgestellt worden, also in den Jahren, in denen Menschen ihre bis dahin erfolgreiche Idee des Fortschritts aufgaben und lieber über &#8220;Die Grenzen beim Wachstum&#8221; nachdachten. Damals sollte alles niedrig gehängt werden, und es kam zu abstrusen Vorschlägen wie dem, nur noch Tomaten ohne Gene zu verzehren oder keine Energie mehr zu verbrauchen, wie bis heute nachzulesen ist. Es geht bei der Gentechnik &#8211; und der Kernenergie - tatsächlich um einen Kulturkampf, nämlich um die Frage, ob die Wissenschaft zur unserer Kultur gehört oder nur das technische Beiwerk liefert. Wenn sie Kultur ist, gehört sie in den Bildungskanon. Wer stellt sie so dar, dass sie dort aufgenommen wird?</p>
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