Während meiner Studienfahrt nach Griechenland und Athen habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal das 2009 eröffnete und sehr sehenswerte „Neue Akropolis-Museum” besichtigt, das ausschließlich Fundstücke zeigt, die auf dem 300 Meter höher liegenden Athener Burgberg gefunden wurden. Das alte Museum war noch direkt auf der Akropolis zu finden.

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Unterhalb der Akropolis befindet sich seit 2009 das Neue Akropolis-Museum in einem futuristisch anmutenden, auf Stelzen stehenden und 25000 Quadratmeter umfassenden Gebäude. (Fotos: CJ)

Auf vier äußerst klimatisierten Stockwerken kommen vor allem Touristen (sowie Lehrer und Schüler), die nicht von der Vielzahl der Exponate des wenige Kilometer entfernten Nationalmuseums „erschlagen” werden wollen, auf 25000 Quadratmetern voll auf ihre Kosten.

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Das auf Stelzen über archäologischen Ausgrabungen stehende Gebäude ist an sich, besonders wegen der weiten und hellen Räume eine Sehenswürdigkeit.

Die in 60 bis 90 Minuten zu besichtigenden Ausstellungsstücke, darunter zahlreiche Statuen, Vasen und Friesteile, sind vor allem aus der archaischen und klassischen Zeit und werden ausführlich, aber teilweise auch ein wenig oberflächlich ohne historische Einordnungen erklärt.

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Trotz des vielen Platzes ist das Museum noch zu sehr ein Aufbewahrungsort für die Ausstellungsstücke mit einem Schwerpunkt auf die archaische und klassische Zeit. Es fehlen vor allem historische Einordnungen und Hintergrundinformationen.

Das Museum sollte am besten nach dem Besuch der „richtigen” Akropolis (Besuch im Sommer vor der Hitze vor 10.00 Uhr) angesteuert werden. Im Museumsrestaurant gibt es ein preisgünstiges Mittagsessen. Die beiden Museumsshops sind nicht weiter erwähnenswert.

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Von dem Fries-Geschoss haben die Besucher ebenso einen ausgezeichneten Blick auf die Akropolis.

Das oberste Stockwerk gleicht einer „stillen Anklage” gegen das British Museum in London, indem seit 1816 insgesamt 56 von 96 Platten des 75 Meter langen Parthenon-Frieses (5. Jahrhundert v. Chr.) des Tempels der Athener Stadtgöttin Pallas Athenae ausgestellt ist. Der Fries ist zum größten Teil als dunkler, mahnender Duplikat-Gipsabdruck zu sehen. Die Briten hatten vor der Museumseröffnung immer eine Rückgabe mit dem Hinweis ausgeschlossen, in Athen würde es kein adäquates Gebäude geben, um den Fries sicher auszustellen, wurde argumentiert. Von dem Fries-Geschoss haben die Besucher ebenso einen ausgezeichneten Blick auf die Akropolis und können sich in einem Filmsaal informativ über die Geschichte der heutigen griechischen Hauptstadt und früheren Polis informieren.

Internet – http://www.newacropolismuseum.gr/