Prinzipiell ist das neue E-Post-Portal der Deutschen Post eine gute Idee. Doch bislang hapert es noch gewaltig an wichtigen Kleinigkeiten, so dass das Motto „Alles, was einen Brief ausmacht – Ganz bequem im Internet” bislang ein Werbeversprechen ist, das optimiert werden muss.

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Der alte gute Briefkasten hat auch im “Web 2.0”-Zeitalter nicht komplett ausgedient. (Foto: Rolf / pixelio.de)

Einige Wochen musste ich warten, bis ich mein E-Nutzerkonto bekam, zumal ich mich noch über den Postschalter identifizieren musste, was in Zeiten von massiven Sicherheitslücken trotzdem in Ordnung ist. In den vergangenen Tagen habe ich dann das Konto eingerichtet, was nicht in der Bedienungsführung zu verstehen war. Denn im „Web 2.0″-Zeitalter haben unsere Internet-Postler offenbar noch zu sehr in alten Kategorien der analogen Postzustellung gedacht.

Unglücklicher Briefkopf

Gerade habe ich in einem 20-minütigen Gespräch (!) einer sehr freundlichen Callcenter-Mitarbeiterin klarmachen wollen (zum Glück war das eine Festnetznummer), dass einiges an der Systematik des E-Post-Briefes unlogisch ist. So wird zum Beispiel auf dem Briefkopf die E-Post-Mail-Adresse angegeben. Wenn ich jetzt jemandem einen Brief sende, der genauso viel kostet wie ein herkömmlicher Brief, sieht er meine vermeintliche E-Mail-Adresse.

Verwirrung durch die Systenmatik

Doch wer weiß schon, dass dies nur eine Adresse nach der Systematik „nachname.vorname@epost.de” ist, auf der sich nur E-Post-Kunden gegenseitig schreiben können. Ein normaler Briefempfänger denkt aber, dass gerade dies eine richtige, anscheinend neue Mailadresse sei. Wenn er dann an diese schreibt, kommt eine Fehlermeldung zurück. Für normalen Mailverkehr gibt es zwar eine weitere E-Mail-Adresse unter der Systematik „nachname.vorname@dp-mail.de”, doch diese wird nicht automatisch angegeben.

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“Schreib mal wieder”: Auch handschriftliche Seiten können über die E-Post verschickt werden, wenn man sie vorher einscannt. (Foto: birgitH / pixelio.de)

Archivare dürfen sich freuen

Ich hoffe, dass diese Kinderkrankheiten der E-Post bald behoben sind. Das Portal an sich ist eine gute Idee, da man nicht mehr alle Briefe ausdrucken muss und auch PDF mit verschicken kann. Den persönlichen handschriftlichen Brief ersetzt das Angebot aber nicht. Für Archivare ist die über die normale Post zugestellte E-Post ebenfalls ein „Segen”, da nicht jeder digitale Schriftverkehr verschwinden wird, sondern ausgedruckt vorhanden sein wird, wenn er nicht dem Papierkorb zum Opfer fällt.

Auch andere Blogs beschäftigen sich aktuell mit meinem heutigen Thema:

jebac.wordpress.com
netzpolitik.org
sozlog.wordpress.com

Zumindest in der Theorie funktioniert die E-Post schon:

Kommentare (4)

  1. #1 kommentarabo
    Oktober 24, 2010

  2. #2 Jörg
    Oktober 26, 2010

    Der obige Kommentar ist beliebig oft Wort für Wort als Kommentar zu finden:

    http://goo.gl/XEI9

    Ich empfehle löschen oder Rechnung schicken…

  3. #3 Christian Jung
    Oktober 27, 2010

    @Jörg: Danke für den Hinweis. Ich habe die Werbemail gelöscht und keine Rechnung gestellt, da ich kein Inkasso-Büro bin. 😉

  4. #4 Stephan
    November 4, 2010

    selbst als fachinformatiker hat man seine nöte bei registrierung usw… das ding soll sicher sein, natürlich.. aber man kann es auch übersichern.. passwort vergessen? dann musst du erstmal auf den zugesendeten brief schauen, entsperrpasswort suchen.. was soll das?? wo ist der brief?? hab ich den noch??? oh gott, der ist im altpapier, glaub ich !!! so macht es einem die post nicht gerade einfach sich für solche neuerungen der Deutschen Post zu interessieren.. ich brauch es nun nicht mehr, ist mir zu dämlich…