Der Begriff „Archivalia” erweckt beim Leser den Eindruck, es handle sich um einen Blog, der sich vorwiegend mit mittelalterlicher Geschichte beschäftigt. Der zweite Eindruck aber ist ein ganz anderer, da das Blog sich wohl sehr stark mit politischen und anderenThemen beschäftigt, die nichts mit Archiven zu tun haben.

http://archiv.twoday.net/

Von Adelheid Balzer (Universität Heidelberg)

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Archiv. (Foto: Peter Kirchhoff / www.pixelio.de)


In diesem Weblog geht es vorwiegend um mittelalterliche Archive. Man findet eine größere Auswahl an Themen rund um Archive. Da geht es zum einen um Archivpädagogik, Frauenarchive, Archivgeschichte oder Archivrecht. Auch werden nichtgeschichtliche Archive zu Musik, Kirchen oder Parlamenten vorgestellt. Allerdings beschäftigt sich das Blog auch mit Themen, die rein gar nichts mit Archiven zu tun haben, wie z. B. Beiträge zu „Open Access”. Dies ist am Anfang etwas verwirrend. Mangelnde Sorgfalt kann dem Blogger zudem „vorgeworfen” werden, da manche neuen Beiträge lediglich einen Link, statt einem Kommentar, enthalten.

Fehlanzeige: Kein Einstieg ist eben doch kein Einstieg

Hinter dem „Archivalia”-Blogger scheint sich Dr. Klaus Graf zu verstecken, ein Archivar, Mediävist und Lehrbeauftragter der Universität Freiburg im Breisgau. Allerdings konnte ich nirgends einen direkten Verweis auf ihn als Autor entdecken. Vielmehr stammen die meisten Beiträge von ihm. Wenn man auf seinen Namen „klickt”, wird man zu einer Seite der Universität Freiburg weitergeleitet und erhält einige Informationen zu Dr. Klaus Graf, dessen Blog auf ein Bestehen seit über sieben Jahren zurückblicken kann.

Wer hier vom Autor eine nette Begrüßung oder Einleitung in Sinn und Zweck des Blogs erwartet, wird man schnell enttäuscht. Die Darstellung ist nüchtern, sehr einfach gehalten und der Leser wird auch sofort mit dem aktuellsten Beitrag über das „Jüdische Zentralarchiv in Heidelberg” konfrontiert. Was dem Leser und jedem interessierten Archivar positiv auffällt, ist, dass permanent die neuesten Neuigkeiten zum Thema „Archiv” und alles was dazu gehört, online gestellt werden.

Fantasievoller Name aber langweilige Gestaltung / versus schlichtes Design

Der Name „Archivalia” verspricht mehr als er hält – ein fantasievoller Name, der es aber doch nicht schafft, von dem nur allzu durchschnittlichen Layout abzulenken. Riesiger Vorteil daran ist die Übersichtlichkeit und gute Gliederung des Weblogs. In der rechten Leiste findet man eine „Menu”-Übersicht mit allen Themen, die das Blog führt. Hilfreich für den Archiv-Interessierten ist der große Archiv-Ordner, der alle veröffentlichten Beiträge seit Bestehen des Blogs beinhaltet. Auch mit Fotos geht der Blogger äußerst sparsam um, hin und wieder gibt es mal ein Bild zu betrachten, aber vielen Beiträgen fehlt einfach eine visuelle Stütze. Gut gelungen sind die Verlinkungen von Namen zu den dazu gehörenden und diese erklärenden Webpages.

Umfangreiche Thematik, aber fehlende Befriedigung des Leserinteresses

Klaus Graf scheint sich um eine allgemeine Aufklärung und Weiterbildung seiner Leser zu kümmern. Dies muss man ihm und seinem Blog auch hoch anrechnen, dass er nicht nur alles Wissenswerte und Sonstige zum Thema „Archiv” online stellt, sondern insbesondere Themen wie gestiegene Hochschulgebühren in Großbritannien anschneidet. Auch die Veröffentlichung mancher Beiträge auf Englisch in der Rubrik „English Corner” spricht den gebildeten Leser an.

Was den neugierigen Leser aber aufstoßen lässt, sind Beiträge, die neben einem Titel nur noch einen Link enthalten. Dazu wird weder gesagt, worum es sich in dem Link handelt, noch warum gerade dieser Link ausgesucht worden ist. Sofern die Seite auch gut gewartet zu sein scheint, lassen diese alleinstehenden Links doch eher auf mangelnde Sorgfalt oder Zeit des Bloggers schließen.

Von A wie „Architekturarchive” bis W wie „Wissenschaftsbetrieb”

Das Informationsangebot ist äußerst breit gefächert und umfasst viele verschiedene Themenbereiche, inklusive politisches Tagesgeschehen. Neben der Bekanntgabe von Ausstellungen beschäftigt sich „Archivalia” mit „technischen” Dingen wie lateinischen Übersetzungen, Datenschutz oder Webarchivierungen. Es gibt auch eine Unterhaltungsrubrik, in der Musikvideos oder Kommentare über Musiker zu finden sind. So gut und interessant die Beiträge sind, die verwendete „Quelle” wikipedia.org lässt die fachliche Information dahinter anzweifeln.

Modernität und Aktualität versus „archivales” Design

„Archival” kann man das Design wahrlich nicht bezeichnen. Die Schlichtheit, die Einfachheit der Farben und die wenigen Bilder wirken auf den Leser nicht gerade attraktiv und anziehend. Auf den ersten Blick nicht sonderlich interessant gestaltet, beweist der Weblog aber auf den zweiten tiefer gehenden Blick seine Qualität. Das Blog enthält viele Infos zum Thema „Archive” und alles, was im weitesten Sinne damit zu tun hat, aber auch über viele Dinge mehr. Für jeden Archivar ein Muss!


(Redaktion: Christian Jung)

Kommentare (23)

  1. #1 Dr. Klaus Graf
    November 2, 2010

    Wie bereits von anderer Seite unter http://archiv.twoday.net/stories/8413052/ angedeutet, wäre eine kompetentere Rezension wünschenswert gewesen.

    Siehe auch http://archiv.twoday.net/stories/135574/ (2004)

    Es darf erwartet werden, dass man sich auf der Seite umsieht und rechts unter den Rubriken den mit Großbuchstaben hervorgehobenen Link IMPRESSUM wahrnimmt, der einen zu näheren Angaben führt. Ich verberge mich keineswegs, sondern mache dort deutlich, dass Archivalia ein von mir gegründetes GEMEINSCHAFTSBLOG ist, an dem verschiedene Autoren mitschreiben. Vor allem der Siegener Kreisarchivar Thomas Wolf liefert viele interessante Beiträge.

    Die Rezensentin scheint teilweise ein anderes Weblog gelesen zu haben. Von wenigen Bildern oder “hin und wieder ein Bild” kann nicht nur dieser Tage nicht die Rede sein! Und Tagespolitisches wird nur dann Thema, wenn es einen Bezug zum Themenkreis des Weblogs, zu dem u.a. der Datenschutz und die Netzpolitik gehören, aufweist.

    (…) Bitte keine unsachlichen Mutmaßungen in meinem Blog.

  2. #2 Thilo
    November 2, 2010

    Was den neugierigen Leser aber aufstoßen lässt

    Schöne Stilblüte :-)

  3. #3 Dietmar Bartz
    November 2, 2010

    Die Rezension ist nicht sehr kenntnisreich. Genauer: Es scheint, dass das Blog nicht über einen gewissen Zeitraum (mit-)gelesen, sondern nur in einem Einmaldurchgang untersucht wurde. Bei Archivalia ist die seit Jahren kontinuierliche Versorgung mit Archivnachrichten schätzenswert, und auch die Debattenthemen aus der digitalen Welt – Urheberrechts-, Editions-, Datenschutzprobleme – sind anregend und gehören durchaus zum Thema. Ich habe mehrfach erfahren, dass es nach Postings nur Tage dauerte, bis alle gemeinten, maßgeblichen, interessierten usw. Personen in der Archivszene davon erfahren haben – Archivalia hat tatsächlich eine Drehscheibenfunktion. Es gibt das eine oder andere, was tatsächlich kritikwürdig ist und auch die Wirkung des Blogs schmälert – aber dass es kein anderes relevantes Archivblog gibt, weiß die Rezensentin schlichtweg nicht.

  4. #4 WeiterGen
    November 2, 2010

    Diese Rezension wird dem seit 2003 geführten Blog mit Sicherheit nicht gerecht. Weit mehr als die sich wiederholenden Esodebatten machen mir schlecht recherchierte und inhaltlich schwache Artikel auf ScienceBlogs Sorgen.

  5. #5 AndreasP
    November 4, 2010

    Ich lese Archivalia seit Jahren (und habe früher hin und wieder auch einen Beitrag dort veröffentlicht), und ich muss sagen, dass eigentlich kein einziger Satz dieser Rezension wirklich stimmt. Vielleicht sollte, wem zum Begriff “Archiv” nur “mittelalterliches Archiv” einfällt, sich solcher Rezensionen lieber ganz enthalten.

  6. #6 Christian Jung
    November 4, 2010

    Die Rezension finde ich gar nicht so negativ, wie einige Archivalia-Fans meinen. Ich glaube auch nicht, dass nur jemand einen Blog rezensieren darf, der die vergangenen acht Jahre mitgelesen hat. Es kommt bei den Rezensionen ebenso darauf an, ob das jeweilige Blog zu empfehlen ist, was einem positiv oder negativ auffällt. Dabei geht es neben Inhalten bei Weblogs auch immer unweigerlich um Kategorien wie Übersichtlichkeit oder das Layout. Wenn dies Frau Balzer nicht anspricht und sie sich indirekt gegen “Bleiwüsten” im Internet ausspricht, geht die Welt nicht unter, obwohl man diese Kritik positiv gesehen als Anregung begreifen könnte.

  7. #7 Dietmar Bartz
    November 4, 2010

    Diese Reaktion ist ja nun ganz enttäuschend – als Verantwortlicher für diese Veröffentlichung die Kritik abzutun mit Übertreibungen wie “Fans”, “acht Jahre lang lesen”, “kein Weltuntergang”. Offenbar muss man nicht nur der Rezensentin die Sorgfalt absprechen.

  8. #8 Christian Jung
    November 4, 2010

    @Dietmar: Ich finde, dass meine Antwort keine Übertreibungen enthält. Wir haben die Kommentarfunktion, damit wir gemeinsam sorgfältig diskutieren können, was man besser machen kann und wie in unserem Fall, wie man einen Weblog optimiert, so dass er noch mehr Leser erreicht. Rezensionen sind immer subjektiv, ich persönlich habe oft auch eine andere Meinung wie bei Theaterstücken. Da denke ich schnell “War der Rezensent in der gleichen Aufführung?”. Nach einiger Zeit merke ich aber, dass die andere Sichtweise ebenso wertvoll und interessant ist. Deshalb finde ich, um es nochmals zu sagen, die positive Kritik von Frau Balzer an Archivalia nicht negativ. Sie hat wie ich den Blog nicht komplett gelesen und reflektiert, hat aber genauso wie Sie eine Meinung, die sie auch begründet.

  9. #9 Thilo
    November 4, 2010

    Wenn man Geschichtsblogs primär unter technischen Gesichtspunkten (Gliederung, Design etc) diskutieren will, dann kann man das natürlich tun. Das sollte man dann aber auch von Anfang an klarstellen, denn die meisten Leser erwarten von einer Rezension zunächst eine Diskussion des Inhalts. Ich würde also die Überschrift “Weblog-Rezensionen” ersetzen durch “Diskussion über Gliederung, Design und Funktionalität von Geschichtsblogs”, dann gibt es auch keine Mißverständnisse mehr.

    Zum Thema “Gliederung”: Blogs werden in der Regel hintereinander weg gelesen, in zeitlicher Reihenfolge. (Oder entlang von Verlinkungen zwischen Artikeln.) Ich glaube nicht, daß viele Leser die Gliederungspunkte in der linken Spalte (hier bei den scienceblogs: Naturwissenschaften, Medizin, Kultur,…) anklicken, wenn sie etwas suchen. Insofern sollte man die mangelnde Aussagekraft dieser Gliederung nicht überbewerten – sie ist für die meisten Autoren und sicherlich auch die meisten Leser ziemlich irrelevant.

  10. #10 Dietmar Bartz
    November 4, 2010

    @Christian: Doch doch, die Übertreibungen habe ich benannt. Aber – vielleicht lässt sich das so sagen: Die Kritik an der Rezension kommt daher, dass die angesprochenen Dinge nicht das Wesentliche dieses Blogs ausmachen. Unbestritten ist es das Recht einer Rezensentin, eigene Schwerpunkte zu setzen, und wenn sie die gerne im Formalen hat – up to her. Um im Bild zu bleiben: Eine Theaterkritik besteht auch aus mehr als der Auseinandersetzung mit Bühnenbild und Programmheft. Aber dann darf man sich auch nicht wundern, dass auffällt, dass sie vor der Pause gegangen ist.

  11. #11 Adelheid Balzer
    November 4, 2010

    Jetzt melde ich mich noch einmal zu Wort. Zunächst voraus geschickt: Dies soll keine Relativierung oder Entschuldigung zu meiner Rezension sein.
    Ich habe vor drei Wochen einen Übungs über Journalismus begonnen und das Schreiben dieser Rezension war die erste Aufgabe hierfür. Einige der Kommentare erschrecken mich doch sehr. Ich als Studienanfängerin besitze sicherlich nicht die überragende Expertise im Themenkomplex “Archive” aber darauf das habe ich ja weder direkt noch implizit in meiner Rezension behauptet. Ich frage mich allerdings beim lesen ihrer Kommentare wie es mit Ihren pädagogischen Kompetenzen aussieht. Ist es ihre bevorzugte Methode Studenten bei ersten Gehversuchen in einem neuen Bereich zu demotivieren? Fühlen Sie sich dadurch besser? Sehr geehrte Fachleute und Akademiker, ist das die Art und Weise wie Sie Studenten zu weiteren akademischen Leistungen anspornen?
    In einem Kommentar wurde mir auch vorgeworfen keine Historikerin zu sein. Das muss ich so bestätigen. Ich bin Studentin, die STUDIERT um Historikerin zu werden. Ich habe kaum Konstruktives in Ihren Kommentaren gefunden, im Gegenteil sie waren vollständig destruktiv. Anstatt mir Tipps und Anregungen zur Verbesserung zu geben sind Sie mich auf unglaubliche Art angegangen.
    Ich stehe weiterhin zu der von mir geäußerten Kritik an dem Blog, die hauptsächlich im Bereich der “Übersichtlichkeit” und “intuitivem Zurechtfinden” lagen. Nehmen Sie meine Kritik als die einer Person, die Ihren Blog zum ersten Mal besucht und nicht als die eines Abonennten.
    Im Eigentlichen habe ich das Blog ja für gut und empfehlenswert befunden, aber gut so genau muss man ja doch nicht lesen…
    Über konstruktive Kritik würde ich mich jederzeit sehr freuen.
    Eine postive Mitteilung habe ich Ihnen noch zu machen: Sie haben es NICHT geschafft mich zu demotivieren und ich werde meine Feder weiterführen und mich noch über das ein oder andere Blog hermachen 😉

  12. #12 Christian Jung
    November 5, 2010

    @Dietmar: Wie von Dir “gefordert”, wurde zu Beginn unserer Rezensionsserie ein Post geschrieben, indem diese Weblog-Kritiken von mir angekündigt wurden. Siehe dazu: http://www.scienceblogs.de/zeittaucher/2010/10/webblogs-zur-geschichte-das-aktuelle-ranking-meiner-studierenden.php
    Bei den Rezensionen geht es nicht darum, 300 Texte aus den letzten Jahren zu analysieren und inhaltlich zu bewerten, sondern für die Leser als “Service” herauszustellen, ob das Blog empfehlenswert ist oder nicht. Genau das haben wir bisher und ebenso schon in der Vergangenheit getan. Das “Archivalia”-Blog wurde in der Rezension als empfehlenswert bewertet – allerdings eher für ein Fachpublikum, das sich täglich mit Archiven etc. beschäftigt. Nach meiner Durchsicht ist bei Archivalia wirklich das Problem, dass man als interessierter, aber zufälliger Leser in der Fülle an Informationen erstickt.

  13. #13 Thilo
    November 5, 2010

    Bei den Rezensionen geht es nicht darum, 300 Texte aus den letzten Jahren zu analysieren und inhaltlich zu bewerten, sondern für die Leser als “Service” herauszustellen, ob das Blog empfehlenswert ist oder nicht.

    Ob ein Blog für einen Leser (“die Leser” gibt es sowieso nicht) empfehlenswert ist hängt von den Inhlaten ab. Deshalb sollte eine Rezension sich zunächst mit den Inhalten beschäftigen. Die meisten Rezensionen beschäftigen sich aber mit Äußerlichkeiten.

    Nach meiner Durchsicht ist bei Archivalia wirklich das Problem, dass man als interessierter, aber zufälliger Leser in der Fülle an Informationen erstickt.

    Das ist ein absurder Vorwurf, denn Blogs sind nicht dafür gedacht, daß man alle 500 Beiträge hintereinander weg liest. Entweder liest man die aktuellen Beiträge und folgt ggf. weiteren Verlinkungen oder man stößt durch Google auf einen oder mehrere Blogeinträge zu einem Thema und folgt dann evtl. ebenfalls den Verlinkungen.

    Gibt es eigentlich auch eine(n) Studierende(n), der/die eine Rezension zum Zeittaucher verfaßt hat?

  14. #14 Christian Jung
    November 5, 2010

    @Thilo: Das ist eine gute Idee. Ich lasse eine Evaluation von meinen Studierenden machen, was sie gut finden, was schlecht und vor allem, was verbessert (optimiert) werden kann. Ich veröffentliche die Ergebnisse dann auf “Zeittaucher”.

    Das mit dem “ersticken” war nicht absurd. Stell Dir vor, Du liest den Blog nicht jeden Tag, willst aber wissen, ob zu bestimmten Bereichen etwas im Block drin ist. Hier bei uns in SB ist es auch nicht immer einfach. Wir haben aber eine verständliche Verschlagwortung und Suchfunktion, die erlaubt, z.B. einen bestimmten Begriff für alle Blogs oder eine einzelne Site einzugeben. Das wünsche ich mir bei allen Blogs. Es gibt noch eine andere Möglichkeit: Bei google den Blognamen und das Suchwort eingeben…

  15. #15 Thilo
    November 5, 2010

    Vielleicht sollte man erst einmal grundsätzlich abklären, was ein Blog ist, in Abgrenzung zu anderen Webseiten. Ich würde sagen: während jede andere Webseite nach thematischen Gesichtspunkten geordnet sein sollte, sind Blogs chronologisch geordnet. Blogs leben von der Aktualität und sind keine Nachschlagewerke. (…) Bitte keine persönlichen Vorwürfe oder Kommentare auf meinem Blog, die unsachlich sind oder Mutmaßungen enthalten. Die Studenten erwarten eine thematisch strukturierte Webseite und kritisieren dann, daß diese thematische Strukturierung nicht (oder nur sehr unvollkommen vorhanden) ist. (…) Bitte keine persönlichen Vorwürfe oder Kommentare auf meinem Blog, die unsachlich sind oder Mutmaßungen enthalten.

    Zum Beispiel ist “mein 1989” (auch wenn sie selbst sich so bezeichnen) kein Blog, die chronologische Reihenfolge ist dort offensichlich nicht “echt”, sondern Teil des künstlerischen Konzepts.

    Bei meiner Frage nach einer Rezension des Zeittauchers ging es vor allem darum: die Studenten erwarten ja offensichtlich eine thematische Gliederung, die sie aber hier bei den scienceblogs (also auch beim Zeittaucher) nicht finden werden. Die Enttäuschung beim Lesen des Zeittauchers dürfte also mindestens so groß sein wie beim Lesen von Archivalia & Co. (…)

    Bitte keine persönlichen Vorwürfe oder Kommentare auf meinem Blog, die unsachlich sind oder Mutmaßungen enthalten.

  16. #16 Dr. Klaus Graf
    November 5, 2010

    (…)Bitte keine persönlichen Vorwürfe oder Kommentare auf meinem Blog, die unsachlich sind oder Mutmaßungen enthalten.

    ICH finde die Scienceblogs extrem unübersichtlich. Egal wie das Layout gestaltet ist (Archivalia nützt ein Standardlayout des Hosters Twoday.net) – das Prinzip des Weblogs ist es, dass die neuesten Einträge oben stehen (in der Aktensprache: kaufmännische Heftung) und ältere nach einer Weile ins Archiv rutschen.

    Blogs sind aus meiner Sicht primär dafür gedacht, dass man sie via RSS-Feed liest. Wenn man sich nur für eine Rubrik (z.B. Open Access oder Frauenarchive) interessiert, kann man diese separat als RSS-Feed abonnieren. RSS-Feeds sind seit ca. 10 Jahren state of the art, ich war ganz bestimmt kein early adopter, aber inzwischen bringe ich fast nur Verachtung für Menschen auf, die RSS nicht nutzen.

    “Nach meiner Durchsicht ist bei Archivalia wirklich das Problem, dass man als interessierter, aber zufälliger Leser in der Fülle an Informationen erstickt.” Das halte ich für eine absolut abwegige Kritik. Archivalia setzt auf aktuelle Informationen zu einem bestimmten Themenkreis, wobei die Aufnahme und der Umfang der jeweiligen Meldung vom Interessensgebiet des Beiträgers abhängt. Neben reinen Mitteilungen gibt es je nach Lust und Laune oder aktuellem Anlass auch (meist von mir verantwortete) Meinungsbeiträge oder ausführlichere Beiträge (z.B. original research). Sowohl die Rubriken als auch die gute Volltextsuche sollten Leuten, die nicht gerade Internetausdrucker sind, die erwünschte Orientierung bieten.

    Wir merken uns ganz grundsätzlich: Weblogs bieten keine strukturierte, sondern sequentiell angeordnete Informationen.

    (…)Bitte keine persönlichen Vorwürfe oder Kommentare auf meinem Blog, die unsachlich sind oder Mutmaßungen enthalten.

    Als ich zu bloggen vor nahezu 10 Jahren anfing (in http://log.netbib.de), war der Schockwellenreiter http://www.schockwellenreiter.de/ ein wichtiges Vorbild. Er eignet sich meines Erachtens auch heute noch gut zu verdeutlichen, was Blogs sind.

    Tags (Schlagworte, gern auch als Wolke wie beim neuen AGFNZ-Weblog) wären vielleicht noch nützlicher, das habe ich aber aus technischen Gründen bisher nicht realisieren können, weil ich anders als andere Blogger kein technischer Bastler am Layout etc. bin.

    Das hat Ihnen ja auch niemand vorgeworfen. Trotzdem gibt es mittlerweile auch andere Blogkonzepte, die von Ihrem abweichen. Deshalb ist es schwierig zu definieren, wie der “ideale” Blog aussehen soll, weil es diesen gar nicht gibt.

  17. #17 Thilo
    November 5, 2010

    Was soll das? Auch hier handelte es sich bei den gelöschten Kommentaren keineswegs um persönliche Vorwürfe.

  18. #18 Jaymz
    November 6, 2010

    Vielleicht sollte man Gegendarstellungen formulieren anstatt zu zensieren. Der Eindruck, den diese Zensuren vermitteln, empfinde ich als beinahe vernichtend.
    Übrigens würde ich, um von detailkritischen Aufzählungen abzusehen, als etwas zu oberflächlich bewerten. Die Archivalia-Autoren bieten (unbeabsichtigt) einen qualitativ hochwertigen Fundus für Studierende der Informationswissenschaften.

    Es geht hier nicht um “Zensur”. Jedoch haben persönliche Angriffe und unsachliche Mutmaßungen auf meinem Blog nichts verloren. Jeder kann seine Meinung äußern, solang diese sachlich ist und zum Thema passt. Wenn Du schreibst “Die Archivalia-Autoren bieten (unbeabsichtigt) einen qualitativ hochwertigen Fundus für Studierende der Informationswissenschaften” ist das eine legitime Meinung, an der es nichts auszusetzen gibt.

  19. #19 Thomas J
    November 6, 2010

    @Christian Jung

    Ich kann nur hoffen, dass Ihre Moderation keine Vorbildfunktion für Studenten hat.
    Auf mich wirkt das sehr abschreckend.

  20. #20 AndreasP
    November 6, 2010

    Eine studentische Übungsarbeit (…) hier öffentlich zu kritisieren, läge mir tatsächlich fern. Allerdings war das nicht zu erkennen.

    (…) Lieber Andreas: Bitte lies die folgenden Zeilen vom 24.10.2010: http://www.scienceblogs.de/zeittaucher/2010/10/webblogs-zur-geschichte-das-aktuelle-ranking-meiner-studierenden.php
    In der Rezension wurde das Blog als empfehlenswert gekennzeichnet! Bitte in meinem Blog keine Spekulationen und Mutmaßungen verwenden! Mein/Unser Ziel ist es, interessante Weblogs, die sich mit Geschichte beschäftigen, vorzustellen.

  21. #21 Dietmar Bartz
    November 6, 2010

    @Christian Jung

    Jetzt melde ich mich wegen des Verweises auf den 24.10. noch einmal und muss AndreasP zustimmen. Der Hinweis auf irgendeine andere Website, mit der der Zusammenhang der Rezension erkennbar wird, trifft das Problem nicht. Denn wie sollten die Leser wissen, dass es diese Erklärung gibt?

    Im Übrigen: Das Mailsystem erlaubt, die hier geposteten Beiträge in ihrer Ursprungsfasssung und -länge zu lesen. Das Ganze wächst sich auch durch die rigide Moderation zu einem echten Reputationsproblem aus.

  22. #22 Dietmar Bartz
    November 6, 2010

    @Christian Jung

    ich sehe gerade, dass Sie meinen Kommentar, in dem ich die Verantwortung für die Veröffentlichung dieser Rezension umrissen habe, komplett gelöscht haben. Unter diesen Bedingungen ist eine Diskussion hier vollkommen sinnlos.

    Damit der Beitrag von Lesern, die sich erst später in diese DIskussion eingeschaltet haben, wenigstens über die Mailfunktion gelesen werden kann, hier noch einmal.

    Hätte die Erklärung, dass die Rezension eine Anfängerinnen-Übung war, im Vorspann gestanden, wären die Reaktionen anders verlaufen. Sorry – aber selbst schuld. Und ein Unding, dass ein Blogger einen solchen Text ohne diese Kennzeichnung veröffentlicht, denn er muss wissen, dass eine solche Rezension professionell genommen wird. Fehlt nur noch, dass die Autorin in akademischer Betreuung des Bloggers steht – dann gilt wohl: Schüler haften für ihre Lehrer.

  23. #23 Thomas S.
    November 7, 2010

    Ich bin auf den “Zeittaucher” durch die Begleitung des Historikertags in Berlin aufmerksam geworden und hatte den Blog mit Wohlwollen in meine Feeds aufgenommen.

    Den Umgang des Blog-Betreibers mit der m.E. durchweg berechtigten Kritik (v.a.: Kennzeichnung des Entstehungskontexts) an dieser (und den übrigen) Rezensionen finde ich äußert bedenkenswert, gerade im Hinblick auf die Tätigkeit als Lehrer und Uni-Dozent, die der Betreiber und ich gemeinsam haben. Schade – der “Zeittaucher” ist in dieser Form nichts für mich.