Das Buch wurde von der Bundesstiftung für Aufarbeitung unterstützt. Dazu sind auch Materialien für Schüler und Lehrer erschienen. Am Ende des Buches gibt es zudem ein kurzes Glossar mit wichtigen Begriffen zur DDR.

Weitere Infos: Bis auf den vorderen Umschlag ist die Graphic Novell komplett schwarz-weiß gestaltet. Die Zeichner sind Thomas Henseler und Susanne Buddenberg. Die Comics sind bezüglich der Personen und Hintergründe sehr realitätsnah gezeichnet. Die Sprache ist leicht zu verstehen. Für die dargestellten Inhalte wurden zudem Zeitzeugen befragt. Das Buch funktioniert nicht nur als Unterrichtsmaterial, sondern ist auch für alle historisch Interessierten spannend und trotz des Themas unterhaltsam zu lesen. Wer nicht abgelenkt wird, wird dieses Buch in einem Zug lesen.

Henseler, Thomas/Buddenberg, Susanne: Grenzfall. Ost-Berlin 1982: Ein Schüler rebelliert gegen die herrschende Politik, Berlin 2011 (avant verlag).

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Kommentare (13)

  1. #1 Dr. Webbaer
    August 3, 2012

    Niemand bestreitet, dass für die intellektuelle Entwicklung eines Grundschulkindes eine Playstation als Geburtstagsgeschenk bedingt hilfreich ist.

    Manche bestreiten auch dies, zumindest wenn Sie das ‘bedingt’ negativ verstehen. Wirtschaftssimulationen bspw. sind lehrreich, für den Historiker könnte die Playstation-Implementation von Sid Meier‘s Civilization interessant sein und generell bilden auch eher actionhaltige Simulationen wie Warcraft oder StarCraft. – Bildung wird nicht durch das Medium schlecht, wie ja auch im Blogartikel angedeutet wird, ja, sogar Comics bilden oder können bilden.

    MFG
    Dr. Webbaer

  2. #2 TopDoors
    August 3, 2012

    @ Dr. Webbaer
    Da haben Sie Recht und man sollte sehr vorsichtig damit sein Videospiele als Teufelswerkzeug zu verurteilen. Viele der Spiele fördern und setzen auch strategisches Denken voraus. Auch solche, die im öffentlichen Diskurs mit der unangemessenen Bezeichnung “Killerspiele” gebrandmarkt werden.

  3. #3 Stefan W.
    August 3, 2012

    Bemerkenswert einen Comic zu besprechen, und der Leser weiß danach nicht, ob er schwarz/weiß oder farbig ist, welche weiteren Stilmerkmale benutzt werden, wer der Zeichner ist – ist das der erste Comic den Du besprichst?

    Funktioniert der Comic nur als Unterrichtsmaterial, oder ist er auch so unterhaltsam, spannend?

  4. #4 Orthos
    August 3, 2012

    Ist das Spelen eines Computerspiels weniger bildend als das Lesen eines Romans?

    Wenn ich beispielsweise Perry Rhodan lese, bin ich im Nachhinein dann “schlauer” als vorher?
    Nein, ich habe lediglich meine Langeweile (erfolgreich) bekämpft.

    Analog ist dies auch bei Killerspielen.

    Wichtig ist nur, das beide Tätkeiten nicht zum Lebensinhalt werden. Die Dosis ist entscheidend.

    Es stellt sich mir auch die Frage inwieweit Faktenwissen (Namen, Daten, Zahlen) Bestandteil und/oder Vorraussetzung von Bildung ist.

    Kleine Anmerkung am Schluss: Gerade Starcraft setzt hochgradig strategisches Denken voraus. 😉

  5. #5 Marc B.
    August 3, 2012

    Ich habe Spitzer gestern im DLF gehört und fürchte, diese Diskussion ist noch nicht zu Ende. Dabei merkt der Mann überhaupt nicht, dass er 1:1 die “Argumente” wiederholt, warum Film, “Schmutz und Schund”, Fernsehen, Comics, Pornographie und so weiter der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen schaden.

    Natürlich ist jeder Einzelfall einer zu viel, aber wir müssen eben immer im Kopf haben, dass sowohl Gewalt gegen Kinder als auch Gewalt unter Kindern und Jugendlichen noch nie so gering war wie heute. Es gibt auch keinerlei Anzeichen dafür, dass Kinder und Jugendlichen heute weniger lernfähig sind als irgendwann zuvor. Allerdings lernen Kinder heute völlig andere Fähigkeiten und unser Bildungssystem ist da noch nicht mitgekommen.

  6. #6 rolak
    August 3, 2012

    Selbstverständlich können Comics förderlich sein – nicht nur, daß ein wesentlicher Startteil meines Französisch aus Comics stammt (der Rest aus dem reden-müssen in Frankreich), vor jeder Fahrt nach F nehme ich wieder ein, zwei Hefte durch zum Erinnern bzw pro­phy­lak­tischen Umstellen des Sprachdenkens. Funktioniert sehr zufriedenstellend…

    Und da bin ich noch gar nicht bei transportierten Inhalten 😉

  7. #7 jitpleecheep
    August 3, 2012

    Ich habe Spitzer gestern im DLF gehört und fürchte, diese Diskussion ist noch nicht zu Ende. Dabei merkt der Mann überhaupt nicht, dass er 1:1 die “Argumente” wiederholt, warum Film, “Schmutz und Schund”, Fernsehen, Comics, Pornographie und so weiter der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen schaden.

    Ach, siehste, den wollt ich gestern auch gehört haben, danke für’s erinnern: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/corso/1826178/
    Meine Güte ist das Fremdschäm hoch drei… Wusst ich gar nicht, dass der so abdreht… “Musik im Kopf” war ja noch halbwegs erträglich, aber das was er auf DLF ablässt ist ja nur noch schlimm…

    Wenn’s nach Leuten wie Spitzer geht, müssen wir seit den Griechen konstant dümmer geworden sein. Wenn man Bücher hat, braucht man das ja nicht mehr alles behalten — und wir wissen ja was mit einem Muskel passiert, den man nicht trainiert!
    Man versteht gar nicht, wie wir uns heute überhaupt noch die Schuhe binden können.

    @Christian Jung:

    Die Synthese: Comics können Bildung vermitteln.

    Abgesehen davon, dass Bildung ja auch nicht so einfach zu definieren ist: Gibt’s immer noch Leute, die das ernsthaft bestreiten?
    Wer vom Gegenteil überzeugt werden muss, dem gebe man:
    – Maus I & II
    – Safe Area Goražde
    – Persepolis I & II
    – Praktisch den komplette Jacques Tardi

  8. #8 trafozsatsfm
    August 4, 2012

    Letztlich ist es egal, mit welchem Medium man Bildung vermittelt, es zählt nur das Ergebnis. Man sollte nur vorsichtig sein, nicht immer auf das scheinbar einfachste Medium zurückzugreifen (“Können wir dazu nicht einfach ‘nen Film gucken?”). Filme können sinnvoll sein, Bücher sollte man auch lesen können, und warum sollte man nicht auch Comics lesen, wenn sie Inhalte gut transportieren? Es kommt auf die Mischung an.

    @Orthos

    Wenn ich beispielsweise Perry Rhodan lese, bin ich im Nachhinein dann “schlauer” als vorher?
    Nein, ich habe lediglich meine Langeweile (erfolgreich) bekämpft.

    Och, ich habe zwar seit über 30 Jahren keinen Perry-Rhodan-Roman mehr gelesen, würde aber nicht behaupten, dass ich aus den Heftchen nichts gelernt hätte, zumindest indirekt: Meine (natürlich immer noch laienhaften) Kenntnisse über Zeitdilatation und Relativität hätte ich wahrscheinlich nicht, wenn das damals nicht bei Perry Rhodan thematisiert worden wäre.

  9. #9 Christian Jung
    August 4, 2012

    @Stefan W.: Danke für den Hinweis. Ich lege einen Infokasten am Ende des Textes an, indem Deine Fragen beantwortet werden.

  10. #10 BreitSide
    August 4, 2012

    xxx

  11. #11 Stefan W.
    August 5, 2012

    Danke für die Aktualisierung. 🙂

  12. #12 threepoints...
    August 17, 2012

    Was denn jetzt? Bildung durch Comics…? Jetzt muß man also bei den Comics auch noch unterscheiden und kann nicht davon ausgehen, dass es sich dabei nur um unterhaltsamen Nonnsens handelt. Schade eigendlich. War doch schön mit dem einfachen Weltbild. Nun ist es wohl vorbei.

  13. #13 hardy
    hinterwaldwelt.blogspot.de
    September 15, 2012

    lieber rolak,

    ich würde dir gerne “circus”, “a suivre”, “bodoi”, “metal hurlant” etc ans herz legen … nur leider gibt’s die ja nicht mehr … probier mal “L’immanquable” oder “dBD” bzw. zur not auch “caseMate” … die dürften deinen blick auf die hohe kunst der bédés erweitern.

    ansonsten: zustimmung! es gibt nichts besseres, um sein französisch geschmeidig zu halten als französische comix (nagut, bédéX ginge natürlich auch …)

    und, wenn du ganz mutig bist, probier mal die “rock & folk”, meilen besser als alles, was der springer verlag heute so als “rockmusik”-zeitungen unter’s volk bringt …