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Prinz Harry in Afghanistan

Das hätte ich nie gedacht. Ich widme einen Post Prinz Harry. Aber keine Sorge, ich versuche nicht bei der Bildzeitung eine Praktikumsstelle zu ergattern. Dank dem in der dritten Reihe stehenden Thronfolger lernte ich was über die Kollaboration zwischen Medien und Regierung (in Grossbritannien zumindest).

Anscheinend waren die Medien im Bilde, dass Prinz Harry in Afghanistan im Einsatz war. Die BBC rechtfertigt nun warum nicht darüber berichtet wurde. Man hat mit dem Verteidigungsministerium ein ‘Informations-Blackout’ vertraglich vereinbart. Dafür durften die Medien den Prinzen begleiten.

Ein spekulativer Bericht der Bild und dann die Veröffentlichung im Drudge Report haben dem ein Ende gesetzt.

Der Vertrag basierte laut der BBC auf dem Modell von ähnlichen Abkommen in Entführungsfällen. Die Polizei verpflichtet sich im Gegenzug anschliessend detailliert zu informieren. Interessant wäre es zu wissen, ob auch offen informiert wird (oder dies vielleicht sogar vertraglich ausgenommen wird) wenn Lösegeld bezahlt wird (1).

Eine ähnliche Selbstbeschränkung hat sich wohl die BBC letzten Sommer auferlegt, als ihr Korrepondent Alan Johnston in Gaza entführt wurde. Mir fiel auf, dass die sonst gut informierte BBC berichtete, nicht zu wissen wer ihren Journalisten festhält, während ich in der NZZ sehr detaillierte Informationen zu den Entführern und deren Aufenthaltsort finden konnte.

(1) Offiziell wird natürlich nie Lösegeld bezahlt, da man keinen Markt schaffen möchte. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass trotzdem häufig gezahlt wird.