zoon politikon

Fundamentalismus als politisches Phänomen

Heute bin ich via BoingBoing über diesen Blogeintrag gestolpert, ein Eintrag mit dem Titel The Devil’s Advocay

Hier also ein zweiter Post zur Diskussion die in ‘Religionskonflikt im Eigenbau‘ stattgefunden hat (das erste Follow-up findet ihr hier). Mark Dery, von dem ich das erste mal etwas gelesen habe, formuliert hier wunderschön, was ich eigentlich gerne sagen möchte.

Sein Argument entwickelt er aus einer Kritik an Dawkins und Hitchens. Er nörgelt jedoch nicht wie so oft gemacht wird, an deren Strategie rum. Er zweifelt auch nicht an ihren Argumenten. Er bemängelt nur, dass sie die politische und kulturelle Dimension des US Fundamentalismus nicht begriffen hätten. Er nennt die evangelischen Fundamentalisten eine eigentliche ‘Konservative Gegenrevolution’ (seufz, diese Wortschöpfung! Warum fällt mir nie so etwas ein?). Er zieht auch den Vergleich mit den Islamisten, die ebenfalls im Grunde eine politische Bewegung seien (1).

In zwei Punkten stimme ich Dery jedoch nicht zu: Erstens denke ich, dass die konfrontative Taktik durchaus Erfolg zeitig. Es stimmt zwar, dass kein Fundamenalist durch die Propagierung eines rationalistischen Weltbildes direkt von irgendwas abgebracht werden kann. Das liegt in der Natur von Fundamentalismus. Ich bin jedoch überzeugt, dass eine Marginalisierung und das der Lächerlichkeit preisgeben längerfristig Resultate bringt. Eine effektivere Alternative sehe ich nicht.

Zweitens und vielleicht eher als Randbemerkung, Dawkins ist nicht ein humorloser Schnösel (‘humorless prig’). Ich vermute hier ein kulturelles Missverständnis. Dawkins ist einfach nur sehr britisch in seinem Humor. In folgendem Clip gibt es eine Kostprobe von diesem trockenen Humor:

(1) Politisch heisst natürlich nicht, dass es keine Verbindung zwischen Religion und der Bildung solcher Bewegungen gibt. Es heisst aber, dass religiöse ‘Argumente’ für politische Ziele benutzt werden.