ResearchBlogging.orgVor einer Weile machte eine Publikation unter dem Titel Why Liberals and Atheists are more intelligent von Satoshi Kanazawa von der London School of Economics die Runde, welches in Social Psychology Quarterly veröffentlicht wurde.

Die Studie wurde unter anderm auch via Twitter und in der Skeptiker-Ecke der Blogosphäre rumgereicht und wurde dort auch ziemlich schnell kritisiert. Es ist ein gutes Beispiel was echte Skeptiker von jenen unterscheidet, die fälschlicherweise dieses Etikett für sich beanspruchen, sei es um Verschwörungstheorien zu kolportieren oder sich wissenschaftliche Fakten zu verweigern. Nur weil die Aussage gefällt oder das eigene Weltbild bestätigt, ist sie nicht auch kritiklos hinzunehmen.

Ein weiteres Problem ist, dass Kanazawas Aussagen zu Sex, Intelligenz und politischer Meinung sich medial ausgezeichnet verarbeiten lassen in Artikeln im Stile von “Wissenschaftler haben herausgefunden…”. Dies kann man dann in eine leserschaftsgerechte Schlagzeile packen. So fand man zur hier besprochenen Studie zum Beispiel bei BILD “Fremdgeher haben einen niedrigeren IQ!” und Spiegel Online meinte “Konservative haben geringeren IQ“.

Das ist alles gut und recht. Das Problem ist nur: Kanazawas Artikel ist eine Peinlichkeit. Daraus wissenschaftliche Wahrheiten zu machen zeugt vor allem davon, dass die willigen Verbreiter entweder die Studie nicht gelesen haben, oder völlig unkritisch die Schlussfolgerungen übernommen haben. Nur weil Kanazawa Professor ist, heisst das nicht, dass seine Forschung etwas taugt. Viele seiner Aussagen sollten auch entsprechende Alarmglocken klingeln lassen.

Satoshi Kanazawas These

Das zugrundeliegende Argument ist simpel, zu simpel. Kanazawa definiert allgemeine Intelligenz als “die Fähigkeit induktiv oder deduktiv Dinge abzuleiten, abstrakt zu denken, Analogien zu benutzen, Informationen zu synthetisieren und auf neue Bereiche anzuwenden.” (Kanazawa 2010:2). Diese dem Menschen eigene Fähigkeit sei eine evolutionäre Anpassung, die die Überlebenschancen erhöhte, weil wir Menschen auch mit neuartigen Problem umgehen konnten. Zu meinem Amüsement bringt er als Beispiel den Einschlag eines Blitzes. Dies sei per Definition etwas, dass sich nicht wiederhole. Er begründet dies mit dem Mythos und englischen Sprichwort, dass ein Blitz niemals zweimal am selben Ort einschlagen würde Kanazawa 2010:3). Herr Kanazawa bastelt sich seine Hypothesen alos auf der Basis von populären Mythen.

Dann unterscheidet Kanazawa zwischen “evolutionär bekannten” (evolutionary familiar) und “evolutionär neuen” (evolutionary novel) Problemen. Die Hypothese ist also, dass je intelligenter jemand ist, desto einfacher kann er sich einem “evolutionär neuen” Problem stellen. Mit “evolutionär bekannten” Problemen hingegen sollten alle Menschen gleichgut umgehen können weil wir uns an diese biologisch angepasst haben.

Als “evolutionär neu” bezeichnet er das amerikanische Konzept von liberalism (was auf Deutsch ‘politisch Links’ wohl am nächsten kommt), Atheismus und Monogamie. Alle drei “Werte” würden unserer evolutionären Programmierung eigentlich zuwiderlaufen und seien darum “evolutionär neu”. Mit zwei verschiedenen Datensätze sucht er nun nach Korrelationen zwischen den Resultaten von IQ Tests und diesen drei Variablen und kommt zum Ergebnis, dass alle drei mit einem höheren IQ korrelieren. Das aber Monogamie und IQ nur bei Männern zusammenhängen, da für Frauen dies kein ‘evolutionär neues’ Konzept sei.

Kanazawa arbeitet methodisch unsauber und zwar auf einer Ebene, die nicht fachspezifisch ist. Trotzdem möchte ich hier erwähnen, dass ich natürlich kaum die Literatur dazu kenne und vielleicht etwas offensichtliches übersehe. Man möge mich in diesem Fall gerne darauf hinweisen. Hier also meine Kritik.

Definitionen

Für seine präzisen Behauptungen die er aufstellt ist Kanazawa äusserst ungenau der Definition seiner Begriffe. Zum Beispiel sein Konzept von ‘evolutionär neu’. So wie er es verwendet kann das alles und nichts sein. Seine Konzept von “evolutionär neu” ist völlig beliebig. So wie er es benutzt, kann es für alles verwendet werden, von A wie Autofahren bis Z wie Zoologische Gärten besuchen. So wird z.B. Monogamie zur evolutionären Neuheit nur für Männer. Je nachdem was man sich aussucht, werden die Korrelationen natürlich ganz anders aussehen und man könnte sicher viele Beispiele finden, die so Kanazawas These widersprechen. Dies schlicht weil die Korrelation nicht eine mit Intelligenz ist, sondern der gemessene IQ für anderes steht.

Aber auch die spezifischen Definitionen sind hanebüchen. So definiert er zum Beispiel liberalism folgendermassen

In this paper I will adopt the contemporary American definition of liberalism. I provi- sionally define liberalism (as opposed to conservatism) as the genuine concern for the welfare of genetically unrelated others and the willingness to contribute larger proportions of private resources for the welfare of such others. In the modern political and economic context, this willingness usually translates into paying higher proportions of individual incomes in taxes toward the government and its social welfare programs.

Er mischt hier so viele Dinge zusammen, die nicht einmal in einem Zweiparteien-System wie den USA so einfach zusammengepackt werden können, dass ich nicht weiss, wo überhaupt ansetzen. Sich um das Wohl anderer zu sorgen ist etwas anderes als grösserer Teile seines Einkommens für diese zu spenden (ich zweifle übrigens, dass dies auf die Linke wirklich zutrifft). Noch einmal eine ganz andere Geschichte ist, wie das Geld umverteilt werden soll (und da liegt vermutlich ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Gruppen). Mit solchen Definition fügt er eine gigantische Zahl von zusätzlichen Faktoren in die Gleichung. Ähnliches gilt übrigens für sein Umgang mit den Konzepten Atheismus und Religion. Das alles spielt aber eigentlich gar keine Rolle, weil er die Definitionen gar nicht wirklich verwendet wie ich im nächsten Unterkapitel ausführen werden.

Manchmal definiert er auch Konzepte nur um sie dann auszuweiten. Aus der Fähigkeit mit ‘evolutionär neuen’ Problemen umzugehen, wird das Konzept der ‘Offenheit gegenüber Erfahrungen’ und plötzlich wird daraus das aktive Suchen von solchen Erfahrungen. Mal abgesehen davon, dass seine Definitionen wenig taugen, sind diese natürlich sowieso nutzlos, wenn man sich anschliessend nicht auch daran hält.

Ausführung und Resultate

Hier kommen wir zum zentralen Punkt der Unbrauchbarkeit von Kanazawas Ergebnissen. Dies sind ein paar Einwände, die Liste ist trotz ihrer Länge leider nicht abschliessend.

Zuerst wäre da die grundsätzliche Frage zum Wert von IQ Tests und was diese tatsächlich messen, wieviel von den Resultaten durch andere Faktoren bestimmt sind, was Intelligenz überhaupt ist usw. Kanazawa behauptet ja dass diese Unterschiede erblich bedingt sind und sich evolutionär entwickelten. Die Unschärfe was die IQ Tests bedeuten, würde sicherlich schon reichen um dem kleinen Unterschied, den er findet, als irrelevant abzutun. Aber selbst wenn dem nicht so wäre macht es uns Kanazawa leicht. Er benutzt nämlich nicht einmal die IQ Tests sondern Werte eines Tests zum Vokabular. Er rechtfertigt dies damit, weil die beiden Tests deren Zahlen er benutzt zu 83% respektive zu 71% mit allgemeinen IQ Testresultaten korrelieren. Dies rechnet er dann auf eine IQ Testskala hoch. Er ersetzt also eine sehr beschränkt Aussagekräftige Messgrösse durch eine, die eine grobe Annäherung an diese darstellt.

Doch auch für die Aspekte die er erklären möchte sind schlecht abgedeckt. Die Variablen, die er benutzt, entsprechen nicht den Definitionen, die er Eingangs benutzt. Es handelt sich zum Beispiel durchwegs um Selbsteinschätzungen. Ob dies überhaupt noch irgendetwas mit seinen Definitionen der Konzepte zu tun hat (zum Beispiel für liberalism) möchte ich bezweifeln. Die schlechten Definitionen bilden also nicht einmal die Grundlage für die Daten die er dann analysiert. Auch hier verschiebt er wieder was er anfänglich festzulegen vorgab. So wird Beispielsweise aus der Variable Monogamie im zweiten Datensatz Selbsteinschätzungen zu Werten wie “Familie” und “Treue”. Was man von einer Selbstdeklaration zu Treue überhaupt ablesen kann wäre nochmals eine ganz andere lange Diskussion.

Kanazawa benutzt verschiedene Kontrollvariablen (Geschlecht, Ausbildung, Alter, Einkommen usw). Dass für die ganzen Aspekte die er untersuchen möchte vor allem auch die Sozialisierung im Elternhaus, direkte Umwelt usw. in Frage kommen könnte ignoriert er (was bei Fragen wie Religion und politischer Meinung nicht unbedeutend ist). Durch seine Kontrollen ist dies kaum bis gar nicht abgedeckt.

Kanazawa geht also von Hypothesen aus, die auf untauglichen Definitionen basieren. Dann verwendet er Variablen, die bestenfalls mittelmässige Platzhalter für die von ihm in den Hypothesen verwendeten Konzepte sind. Dies stellt er in ein Verhältnis zu einem Annäherungswert an eine wenig aussagekräftige Messgrösse (IQ). Die so entstandenen Resultate zeigen einen Unterschied von ein paar wenigen IQ Punkten. Daraus machen BILD und Spiegel Online und Co.: “Wissenschaftler habe herausgefunden”. Es ist wie mit Würsten: Man will nicht wissen was reingeht, hauptsache das Resultat gefällt.

Schlussgedanken

Zur statistischen Methode möchte und kann ich mich nicht äussern. Die hohen Signifikanzwerte die Kanazawa durchs Band findet wirken suspekt auf mich aber es fehlt mir das Wissen und Zeit da tiefer zu graben. Fest steht auf jeden Fall, dass er von berufenerer Seite deswegen schon für andere Artikel mit ähnlichen Behauptungen kritisiert wurde.

Vielleicht müssen wir Kanazawa zumindest für die Unterhaltung danken, die einem zum Beispiel durch solche Denkblüten gewährt wird:

less intelligent individuals have more children than more intelligent individuals, even though they do not want to do so. This may possibly be because they have greater difficulty effectively employing evolutionarily novel means of modern contraception

Wie auch immer. Was Kanazawa betreibt ist keine seriöse Forschung, das ist bestenfalls freies Assozieren und einem Wissenschaftsjournalisten sollte dies auffallen, auch wenn es dafür keine sexy Schlagzeile gibt. Kanazawa mag seine Resultate medientauglich verkaufen und er weiss die Öffentlichkeit zu nutzen, für die Sozialwissenschaft ist er aber kein gutes Aushängeschild.

Kanazawa, S. (2010). Why Liberals and Atheists Are More Intelligent Social Psychology Quarterly DOI: 10.1177/0190272510361602

Kommentare (27)

  1. #1 Thilo Kuessner
    März 19, 2010

    Grundsätzlich volle Zustimmung, aber eine Korrektur: im ersten Zitat oben geht es ausdrücklich um Steuern und nicht um Spenden. Das macht dann schon eher Sinn.

  2. #2 JV
    März 19, 2010

    Die kritische Differenz zwischen “sehr konservativem IQ” und “sehr liberalem IQ” ist gerade eben signifikant, die kritische Differenz zwischen “sehr religiösem IQ” und “gar nicht religiösen IQ” ist es nicht (jeweils auf 5%-Alphalevel). Zumindest was den Unterschied zwischen den beiden Intelligenzmaßen zwischen den religiösen Gruppen angeht, hätte Kanazawa gar keine Aussage treffen dürfen.
    Wenn man weiterhin in Betracht zieht, dass er sowohl politischen Standpunkt als auch Religiösität mit einer einzigen Frage erfasst und auch als Intelligenzdiagnostikum nur einen Test der verbalen Intelligenz verwendet (zu dem ich weiter nichts sagen kann, weil ich ihn nicht kenne, allerdings ist es kein Standardverfahren), ganz zu schweigen von der merkwürdigen Methodik, bleibt als Schlussfolgerung nur, dass diese Studie selbst als Diplomarbeit heftig kritisiert worden wäre….

  3. #3 stepa
    März 19, 2010

    Im Spektrum der Wissenschaft 02/10 beschäftigt sich ebenfalls ein Artikel mit Herrn Kanazawa – und zwar mit den statistischen Fehlern im Detail. Genauer gesagt beschäftigt sich der Artikel mit den Fehlern und demonstriert diese anhand von Kanazawas Publikation, wonach schöne Eltern mehr Töchter hätten. In diesem Sinne ist der Artikel eine perfekte Ergänzung zu diesem Beitrag. Der Artikel heißt “Haben schöne Eltern mehr Töchter?”, ist von Andrew Gelman und David Weakliem und findet sich auf Seite 52.

  4. #4 Stefan
    März 19, 2010

    Hier muss man aber auch feststellen, dass der Peer-Review-Prozess offenbar völlig versagt hat.

  5. #5 Rudi
    März 19, 2010

    Dass religiöse Menschen per se dümmer sein MÜSSEN als nicht-religiöse ist dennoch kein Geheimnis. Aberglaube hat stets etwas mit Dummheit zu tun.

  6. #6 ali
    März 19, 2010

    @Thilo

    So wie ich ihn verstehe definiert er es nicht primär über den Verteilmechanismus (Steuern), sonder sagt nur, dass die altruistische Haltungs “[i]n the modern political and economic context, […] usually translates into paying higher proportions of individual incomes in taxes toward the government and its social welfare programs.” Ich würde aber sagen, das sind zwei verschiedene Dinge. Es kann durchaus sein, dass Konservative eben so altruistisch sind, aber dem Mechanismus via Staat nicht zustimmen. Zudem testet er einmal die Selbsteinschätzung als ‘liberal’ und in im zweiten Datensatz die Aussage “The Government in Washington ought to reduce income differences between the rich and the poor, perhaps by raising the taxes of wealthy families or by gving income assistance to the poor”. Der IQ korreliert da zwar positiv mit der Selbsteinschätzung ob sie Liberals sind oder nicht, aber hingegen negativ mit der Zustimmung zu diesem Satz. Sogar seine Resultate weisen auf den Widerspruch hin. Die einzige selbstkritische Bemerkung im ganzen Artikel übrigens, die er dann einfach ignoriert mit dem Hinweis auf die erste positive Korrelation.

  7. #7 peter
    März 19, 2010

    Wie lief denn hier das Peer-Review ab? Und was darf man von der Zeitschrift halten, die den Artikel sorglos abnickt und -druckt? Ein bedauerlicher Einzelfall?

  8. #8 peter
    März 20, 2010

    Sehr interessant dabei auch eine kleine Twitter-Suche.

  9. #9 Ulrich Berger
    März 20, 2010

    @ Ali:

    Kanazawa-bashing ist zwar gerade hip, aber ehrlich gesagt kann ich das alles nicht so recht nachvollziehen. Ich kann dir nur in wenigen Punkten zustimmen und finde die Kritik insgesamt völlig überzogen (“eine Peinlichkeit”, “bestenfalls freies Assoziieren”). Es sind zuviele Punkte um jeden abzuhandeln, daher nur ein Bsp.: Du schreibst,

    Die Unschärfe was die IQ Tests bedeuten, würde sicherlich schon reichen um dem kleinen Unterschied, den er findet, als irrelevant abzutun.

    Die “Unschärfe was die IQ Tests bedeuten” ändern nichts daran, dass der IQ positiv korreliert ist mit beinahe allem was man im allgemeinen für erstrebenswert hält. Der “kleine” Unterschied ist immerhin 3/4 einer Standardabweichung – ist das irrelevant?

    Aber selbst wenn dem nicht so wäre macht es uns Kanazawa leicht. Er benutzt nämlich nicht einmal die IQ Tests sondern Werte eines Tests zum Vokabular.

    Der “Test zum Vokabular” ist tatsächlich ein Test der verbalen Intelligenz, welche stark positiv mit dem IQ korreliert ist. Er ist schnell und unkompliziert und wird daher oft als proxy für den IQ verwendet. Dass Kanazawa gerade diesen Test “benutzt”, liegt daran, dass eben nur dieser Test Bestandteil der Erhebung war, die er analysiert. Das kann man ihm wohl kaum vorwerfen.

    (Da wär noch viel mehr, aber ich muss jetzt ins Bett…)

  10. #10 ali
    März 20, 2010

    @Ulrich Berger

    Kanazawa-Bashing ist in? Endlich einmal eine Modeströmung wo ich mit dabei bin 😉

    Im Ernst:

    In meiner Disziplin gehört es zugegebenermassen zum Standarrepertoire des faulen Kritikers, die eigentliche Operationalisierung zu hinterfragen und ich selber finde dies auch oft überzogen, da ich auch glaube, dass man in den Sozialwissenschaften schlicht diesbezüglich mit etwas weniger zufrieden sein muss. Ich habe den Kanazawa Artikel nun mehr als einmal gelesen und ich halte daran fest, dass er was üblicherweise nur eine Annäherung sein kann, noch unterbietet. ‘Peinlichkeit’ mag als Wertung hier diskutabel gewesen sein, dass es aber in die Nähe von ‘freiem Assozieren’ geht, daran halte ich fest.

    Grundsätzlich zweifle ich nicht an, dass Kanazawa die entsprechenden Korrelationen gefunden hat und dass solche existieren. Ich sehe nur nicht wie diese auch nur Ansatzweise das Aussagen was er behauptet. In der Art und Weise wie er die Hypothesen erstellt, wie er die Variablen operationalisiert und welche er am Schluss tatsächlich verwendet, sehe ich nicht, wie das Resultat im Bezug auf die Ausganshypothesen überhaupt noch etwas aussagen kann.

    Bist du wirklich der Meinung seine Korrelationen zeigen, was er behauptet (interessiert mich tatsächlich, dies ist keine rhetorische Frage)?

    Zu deiner Kritik betreffen meinen Vorwürfen in Bezug auf die Tests: Kanazawa baut seine Hypothesen auf General Intelligence auf. Es ist schon umstritten was IQ Tests an und für sich wirklich Aussagen und inwiefern sie spezifische Biases beinhalten. Er verwendet nun aber einen Test der mit dieser schon diskutablen Messgrösse korreliert (also ein Proxy für einen Proxy). Mit den abhängigen Variablen geht er wie oben beschrieben ähnlich um. Bei den vielen Faktoren die ins Spiel kommen können wenn es um so schwammige Konzepte wie ‘Werte’ geht, da aus einer Korrelation Schlussfolgerungen auf eine spezifische Interpretation zu ziehen ist nun wirklich kaum überzeugend. Da hilft es nicht, wenn er eine umstrittene Messgrösse noch durch einen Proxy ersetzt und als unabhängige variable benutzt auch wenn dies wie du sagst ein übliches Vorgehen ist.

    Ich werfe ihm auch nicht vor, dass er die Daten verwendet die ihm zur Verfügung stehen. Wenn diese aber nicht Messgrössen beinhalten, die einigermassen abdecken was er messen möchte, bringt die Übung nicht mehr viel.

    Vielleicht findest du dieseses Wochenende Zeit, dich noch detaillierter zu äussern (gar in einem Blogpost vielleicht?). Ich finde den Studienaufbau wirklich schlecht (ich kann es nicht anders sagen) und es erstaunt mich, dass du dich weniger daran zu stören scheinst. Es würde mich sehr interessieren genauer zu hören, was du zur Sache meinst.

  11. #11 Ulrich Berger
    März 20, 2010

    @ Ali:
    Ich habe tatsächlich schon überlegt ein eigenes Posting dazu zu schreiben, aber ich kann mich grad nicht dazu aufraffen. (Es ist so schön draußen…) Außerdem will ich Kanazawas Arbeit nicht lobpreisen, ich glaube nämlich nicht, dass sie so toll ist. Aber ich finde sie zumindest interessant und nicht verdammenswert.
    – Seine Savanna-These halte ich für grundsätzlich nicht unplausibel und näherer Betrachtung wert.
    – Die Erklärung von “evolutionär neu” halte ich ganz im Gegensatz zu dir für ausreichend klar. Die Verbindung zu Altruismus gegenüber non-kin ist ein Standardbeispiel und in der Biologie und Anthropologie heiß diskutiert.
    – Die Verbindung von non-kin Altruismus zu “liberal” ist wackelig und recht schwach, aber m.E. keineswegs so abwegig wie du es offenbar empfindest.
    – Dass ein durch einen Blitz verursachter Brand in der Nähe des Wohnortes kein periodisch wiederkehrendes Phänomen ist, ist so offensichtlich, dass man es auch flapsig durch ein Sprichwort begründen darf.
    – Ob IQ-Tests “Intelligenz” hinreichend präzise messen, hängt davon ab, was man unter Intelligenz versteht. Mangels eines alternativen Konsenses finde ich die funktionale Definition, nämlich dass Intelligenz das ist, was IQ-Tests messen, ausreichend praktikabel.
    – Der seit vielen Jahren in den USA intensiv beklagte und bekämpfte “black-white IQ score gap” beträgt etwa 15 Punkte, der von Kanazawa gefundene gap beträgt 11 Punkte. Das ist keine irrelevante Größe.
    – Ob die Statistik methodisch korrekt ist (was sie offenbar nicht immer war), kann ich auf die Schnelle nicht beurteilen. Sollten die Korrelationen sich als statistische Artefakte herausstellen, wäre das freilich vernichtend, aber ich sehe dafür momentan keine Indizien. Die “verdächtig” niedrigen p-Werte sind jedenfalls offensichtlich eine Folge der extrem hohen Fallzahl und insofern nicht ungewöhnlich.
    – Ähnliche Korrelationen wurden in zwei anderen Arbeiten (nicht von Kanazawa) gefunden. Diese Korrelationen sind für sich genommen schon interessant. Ob sie durch die Savanna-These erklärt werden, ist eine andere Frage. Dafür ist die Evidenz noch viel zu schwach und weitere Untersuchungen notwendig.

    Insgesamt: Kanazawa hat eine These und er hat Daten. In den Daten findet er eine Korrelation zwischen einem gebräuchlichen Maß für (verbale) Intelligenz im Jugendalter und der Selbsteinschätzung als “sehr liberal” im Erwachsenenalter. Diese Korrelation ist interessant und berichtenswert. Sie stellt einen (schwachen) Test für die Savanna-These dar und kann als schwache vorläufige Bestätigung gewertet werden. Alles m.E. kein Grund zur Aufregung, außer man hängt der Position an, dass IQ-Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen von Menschen aus prinzipiellen Gründen im wahrsten Sinn des Wortes indiskutabel sind.

  12. #12 ali
    März 21, 2010

    @Ulrich Berger

    Wir sind vermutlich gar nicht so weit von einander entfernt was Kanazawas Artikel angeht und divergieren vor allem in der Einordunung. Ich haber mir überlegt, ja warum eigentlich die Aufregung? Ein Teil davon ist wohl wie die Medien die Meldung übernommen haben und inwiefern Kanazawa da aktive oder passive Mitverantwortung trägt kann ich nicht beurteilen. Da kriegt er vielleicht unfairereweise meinen Ärger ab. Gleichzeitig denke ich wie schon mehrmals erwähnt, dass es methodisch sehr dürftig ist und Behauptungen aufstellt, die sich vor allem medial gut verkaufen. Ich glaube damit tut er der Evolutionspsychologie die so oft unter Beschuss ist (und den oft unter Ideologieverdacht stehenden Sozialwissenschaften) kein Gefallen.

    Zu den konkreten Kritikpunkten:

    1. Savannah These: Ich habe Mühe mir vorzustellen wie etwas so unscharfes und facettenreiches wie Allgemeine Intelligenz sinnvoll operationalisiert werden kann (würde z.B. bei ‘neuen’ Problemen nicht Kreativität eine wichtige Rolle spielen?). Ich kenne aber die Literatur kaum und kann diese darum auch nicht einordnen. Die These mag durchaus plausibel sein, ich bemängle vor allem wie er sie testet.

    2. Evolutionär neu: Mir scheint diese Kategorie wie im Post beschrieben relativ beliebig. Ist sie es nicht, so ist es zumindest seine Auswahl. In Innenstädten leben oder Schach spielen sind auch “evolutionär neu”. Wetten er würde die gleichen Korrelationen finden? Er bringt das Beispiel vom TV Umgang in seinem Artikel. Wieso nicht Fernsehen an und für sich (ich vermute, dass könnte den Zusammenhang dann umdrehen)? Im Artikel rechtfertigt er diese Auswahl nie.
    Was den non-kin altruismus betrifft, dachte ich, sei die gängige These, dass es eher ein evolutionäres ‘misfiring’ ist und/oder auf Reziprozität basiert. Ist es sozusagen ein evolutionäres Überbleibsel aus Zeiten als die meisten um uns herum noch irgendwie Verwandt waren, könnte man dann nicht auch genau umgekehrt argumentieren wohin Intelligenz führen könnte, nämlich zur Ausnutzung genau dieses Umstandes (ich sage nicht, dass es so ist, ich finde nur dies wäre eine ebenso plausible Annahme)?

    3. Non-Kin Altruismus und Liberal: Da scheinen wir wirklich einfach sehr unterschiedlicher Meinung zu sein. In Anbetracht der Vielfalt des politischen Spektrums und der stark historischen Komponente von Parteiensystemen, dem Einfluss des Umfelds auf die politische Meinung, glaub ich tatsächlich nicht, dass man sehr viel sinnvolles so messen kann. Man sollte besser die entsprechenden Fragen direkt stellen oder das Verhalten direkt messen aber nicht Parteien oder Politische Affiliation als Proxy verwenden. Das Problem von Kanazawa dass er bei der genaueren Aussage plötzlich eine negative Korrelation erhält als bei der Selbsteinschätzung ist in meinen Augen symptomatisch für das Problem.

    4. Blitz: Das war natürlich keine tiefschürfende Kritik sondern eher eine Randbemerkung. Es fiel mir einfach auf und ich glaube Blitze schlagen öfters zweimal am gleichen Ort ein. Vielleicht war es von Kanazawa gar augenzwinkernd gemeint. Ich hatte nicht den Eindruck (“Since lightening never strikes the same place twice, this is guaranteed to be a nonrecurrent problem”) aber in dubio pro reo.

    5. IQ Tests: Wie weiter oben schon geschrieben handelt es sich bei Intelligenz um ein sehr facettenreiches Konzept. Ich bestreite durchaus nicht, dass IQ Tests etwas messen und dies gar als Annäherung an gewisse Konzepte von Intelligenz verwendet werden kann. Konzepte wie spezifische entwickelte Heuristik oder Kreativität um Probleme zu lösen spielen aber ebenso mit rein. Bei so generalisierenden Aussagen eine so beschränkte Messgrösse zu verwenden ist problematisch. Wenn die anderen Variablen es weniger wären, könnte man vielleicht eher rechtfertigen. Dazu kommt wie schon mehrmals erwähnt, dass er sich auf Tests basiert die zu 70% zu 80% mit IQ Tests korrelieren.

    6. 11 Punkte Gap: 11 Punkte Unterschied bestehen nur in der Selbsteinschätzung zwischen ‘extreme liberal’ und ‘extreme conservative’ (also bei der wie du selber sagst schwächsten Kategorie) in der Mitte sind es noch 5. Bei der Religiosität sind es noch 6 zwischen den Extremen und 1 in der Mitte.

    7. Statistische Methode: Wie gesagt zur statistischen Methode kann ich mich nicht wirklich äussern, da weiss ich zu wenig. Mir fiel die hohe Signifikanz auf weil solche bei den Arbeiten, die ich so lese kaum vorkommen und wenn dann heisst das meist, dass man nochmals genauer hinschauen muss. Dies ist natürlich nicht eine Kritik an der Methode und ich schreibe auch, dass ich nicht in der Lage bin eine solche zu machen. Wenn das zu suggestiv formuliert war tut es mir leid.

    8. Ähnliche Korrelationen: Das ist vermutlich der Kern des Problems. Die Korrelationen wurden schon festgestellt und auch ich finde sie interessant. Ich finde das ist ein weiteres Argument gegen das Paper von Kanazawa. Er entwickelt eine Hypothese die er mit schon bekannten Korrelationen belegt. Könnte man so nicht 100 andere Hypothesen aufstellen die diese Korrelation voraussagen und dann sagen “Voilà! Hier haben wir eine Korrelation, meine Hypothese ist also belegt!”. Mann müsste die Savannah-These in meinen Augen mit spezifischeren Fragen und Daten testen.

    9. IQ Unterschiede als Tabu: Nein ich finde nicht, dass diese Art Forschung ‘indiskutabel’ ist. Man muss sich aber der Begrenzungen dieser Messgrösse Bewusst sein und auch der Tatsache Rechnung tragen, dass die Resultate schnell missbraucht werden können (z.B. Rückschlüsse vom Aggregat auf Individuen).

  13. #13 Ulrich Berger
    März 21, 2010

    @ Ali:

    2. Evolutionär neu: Mir scheint diese Kategorie wie im Post beschrieben relativ beliebig. … Was den non-kin altruismus betrifft, dachte ich, sei die gängige These, dass es eher ein evolutionäres ‘misfiring’ ist und/oder auf Reziprozität basiert.

    Aber “evolutionäres misfiring” ist ja gerade eine Erklärung, die auf der (umstrittenen) Vermutung basiert, dass nicht-wiederholte Interaktionen mit Fremden seinerzeit sehr selten waren und daher “evolutionär neu” sind!

    Ist es sozusagen ein evolutionäres Überbleibsel aus Zeiten als die meisten um uns herum noch irgendwie Verwandt waren, könnte man dann nicht auch genau umgekehrt argumentieren wohin Intelligenz führen könnte, nämlich zur Ausnutzung genau dieses Umstandes … ?

    Ehrlich gesagt versteh ich hier nur Bahnhof…

    8. Ähnliche Korrelationen: Das ist vermutlich der Kern des Problems. … Er entwickelt eine Hypothese die er mit schon bekannten Korrelationen belegt. Könnte man so nicht 100 andere Hypothesen aufstellen die diese Korrelation voraussagen und dann sagen “Voilà! Hier haben wir eine Korrelation, meine Hypothese ist also belegt!”.

    Tut er das??? Kanazawas “Savanna-IQ interaction hypothesis” geht mindestens bis 2004 zurück. Die “bekannten Korrelationen” sind seit 2008 bekannt.

    Nocheinmal: Das paper ist weder eine Sternstunde der Sozialwissenschaften noch der ultimative Beweis der Savanna-These. Ich fühle mich in der Rolle des Kanazawa-Verteidigers auch nicht besonders wohl, aber ich finde es merkwürdig, wie hier aus vollen Rohren auf ihn geschossen wird, so dass z.B. “Stefan” und “peter” im Abdruck des papers gleich ein Beispiel für das völlige Versagen des peer-review Prozesses sehen. So als wäre Kanazawa ein Homöopath, der eine Heilungsanekdote ins NEJM geschmuggelt hätte.

  14. #14 ali
    März 21, 2010

    @Ulrich Berger

    zu 2.: Vielleicht verstehe ich Kanazawas Argument nicht richtig. Hier wie ich ihn lese: Er sagt Altruismus gegenüber nicht-Verwandten sei evolutionär neu. Eigentlich ist aber, wie du auch schreibst, die Situation dass man mit nicht-Verwandten Artgenossen lebt neu und nicht der Altruismus an und für sich. Kanazawa aber schreibt: “Defined as such [liberalism as the willingness to contribute larger proportions of private resources for the welfare of such others], liberalism is evolutionary novel.” Aber lassen wir das als legitime Abkürzung für einmal stehen.

    Die Savannah-IQ Hypothese definiert Kanazawa (zuerst) als “More intelligent individuals should be better able to comprehend and deal with evolutionary novel […] entities and situations than less intelligent individuals”. Warum er daraus folgert, dass intelligentere Menschen altruistischer sind erscheint mir nicht logisch. In der Annahme, dass Altruismus als evolutionär neu betrachtet wird und die Savanna-IQ Hypothese korrekt ist, bedeutet dies doch nur, dass in intelligentere Menschen besser damit umgehen und nicht, dass sie altruistischer gegenüber non-kin sind. Was ich dann andeuten wollte aber etwas unklar formulierte ist, dass man doch genau so gut sagen könnte, dass ‘to comprehend and to deal with the situation’ hier bedeutet, dass man das ‘misfiring’ sozusagen erkennt und korrigiert (sollte ja eigentlich vorteilhaft sein). Letzteres will ich nicht behaupten, es geht mir aber nur darum, dass er Schlüsse zieht die (zumindest für mich) nicht ganz nachvollziehbar sind und nicht logisch folgen. Die einzige Erklärung die ich sehe ist, dass er das Argument daruf aufbaut, dass er aus der Savannah-IQ Hypothese ableitet, dass intelligentere Menschen auch evolutionär neue Erfahrungen aktiv suchen (wenn das allgemein gilt, würde das dann aber zum Beispiel nicht auch heissen, dass z.B. sexuelle Exklusivität bei Frauen negativ mit IQ korreliert?). Aber so entfernt er sich immer weiter von dem, was er eigentlich zeigen möchte.

    Vielleicht verstehe ich ihn aber falsch. Was wäre deine Lesart?

    zu 8. Ich stand unter dem Eindruck, dass zumindest in Bezug auf Religion ein Zusammenhang schon länger festgestellt wurde. Ich habe darum kurz auf google scholar gesucht und einer der ersten Hits war: The intelligence–religiosity nexus: A representative study of white adolescent Americans von Helmuth Nyborg 2008 (ich kannte weder den Autor noch das Paper und habe es auch nicht gelesen). In seiner kurzen Literaturübersicht werden Werke genannt, die vielleicht nicht alle unbedingt den direkten Zusammenhang mit IQ untersuchen aber zumindest der Zusammenhang zwischen Bildung und/oder Intelligenz und Religiosität die bis in die 20er Jahre zurückgehen. Aber ich es handelt sich wiederum um eine Literatur, die ich nicht gut kenne sondern mehr um Dinge, die ich einmal gelesen zu haben meine.

    Ich möchte dich auch auf keinen Fall in die Rolle des Kanazawa Verteidigers drängen. Ich war nur erstaunt, dass du meintest, du müsstest dich für Ihn in die Bresche werfen und dachte, ich hätte vielleicht etwas grundlegendes übersehen und/oder aber einfach von Konventionen im eigenen Fach auf solche in anderen geschlossen. Inzwischen scheint mir aber deine Position klarer.

    Zu den Aussagen von den Kommentatoren kann ich nur sagen, ich sehe darin nicht ein ‘völliges Versagen des Peer-Review Prozesses’. Ich glaube es gibt einige Artikel in dieser Liga in den Sozialwissenschaften. Die meisten haben halt das Glück, dass sie nie jemand liest. Das ist wohl die Kehrseite von medienwirksamen, sexy Themata und der Preis den Kanazawa für die mediale Aufmerksamkeit zahlen muss.

  15. #15 Marian
    März 22, 2010

    Wo wir gerade bei Schnittstellen zwischen Natur – und Sozialwissenschaften sind bietet sich folgender Artikel an: Are Political Orientations Genetically Transmitted? (http://www.apsanet.org/imgtest/GeneticsAPSR0505.pdf). Untersucht wird ein Zusammenhang zwischen Erbgut und politischer Orientierung anhand von Zwillingen. Das Ergebnis ist doch verblüffend, geht man doch intuitiv davon aus, dass politische Orientierung stark sozial determiniert ist.

  16. #16 ali
    März 22, 2010

    @Marian
    Das Paper war sogar Thema hier im Blog.

  17. #17 Ulrich Berger
    März 23, 2010

    @ Ali:

    In der Annahme, dass Altruismus als evolutionär neu betrachtet wird und die Savanna-IQ Hypothese korrekt ist, bedeutet dies doch nur, dass intelligentere Menschen besser damit umgehen und nicht, dass sie altruistischer gegenüber non-kin sind. … dass man doch genau so gut sagen könnte, dass ‘to comprehend and to deal with the situation’ hier bedeutet, dass man das ‘misfiring’ sozusagen erkennt und korrigiert (sollte ja eigentlich vorteilhaft sein).

    Da hast du im Prinzip recht und das ist einer der Gründe warum ich die Evidenz als wacklig betrachte. Aber Kanazawas These steht meiner Lesart nach in Konkurrenz zur misfiring-Hypothese (die ja keineswegs allgemein akzeptiert ist, siehe http://tinyurl.com/ye4v5r9 ). Er sagt ja auch, These ethnographic sources make it clear that … there is no evidence that people in contemporary hunter-gatherer bands freely share resources with members of other tribes. Das heißt, das angebliche misfiring kam, wenn überhaupt, nur in irrelevantem Ausmaß vor.

    Wie auch immer – es gibt sicher eine Menge Kritikpunkte, die man anbringen könnte und sollte. Mir ist nur die Emotionalität der Kritik aufgefallen, die aber inzwischen sowieso verebbt scheint. In 20 Jahren können wir uns ja nocheinmal anschauen, was aus der Savanna-IQ interaction hypothesis geworden ist… 😉

  18. #18 ali
    März 24, 2010

    @Ulrich Berger
    OK. Also in 20 Jahren, gleicher Ort, gleiche Zeit. 🙂

  19. #19 Webbaer
    März 24, 2010

    Lustiger Autor, nicht ganz ernst zu nehmen, aber kreativ.

  20. #20 michael
    März 25, 2010

    völlig offtopic:

    Ob, wenn man dem Webbaeren einen Ring durch die Nase zieht, daraus wohl ein passabler Tanzbaer wird ? Die Vorstellung, in einem Strassencafe zu sitzen, und dann kommt Ali mit seinem Tanzbären, … .

  21. #21 Ronny
    März 25, 2010

    Ich sehe da irgendwie einen Widerspruch ?

    Linke kommen doch eher aus den ärmeren sozialen Schichten, denn die wollen ja Geld von den Reichen und sind somit an einer sozialen Umverteilung am meisten interessiert. Nach dieser Theorie müssten aber dann gerade dort die intelligentesten Menschen sitzen. Dass die Intelligenten primär die arme Schicht bilden kann ich mir aber nicht vorstellen und deckt sich auch IMO nicht mit der Realität.

    Dass Atheisten intelligenter sind könnte man an der Tatsache festmachen, dass von den um die 800 Nobelpreisträgern nur ganz wenige (angeblich 6) sich als gläubig outeten. Ob as allerdings global übertragbar ist ?

  22. #22 ali
    März 26, 2010

    @Ronny

    Ein Widerspruch ist da natürlich nur wenn deine Annahmen stimmen.

    Linke kommen doch eher aus den ärmeren sozialen Schichten

    Das stimmt (zumindest in Westeuropa und Nordamerika) nicht unbedingt. Die Linke mag in dieser ökonomischen Schicht ihren historischen Ursprung haben (aber selbst Marx und Engels waren aus bürgerlichem Hause) ich glaube nicht, dass diese Aussage so korrekt ist (ich habe aber gerade keine Zahlen zur Hand).

    Zur Intelligenz stellt sich natürlich die Frage wieviel davon erblich bedingt ist und wieviel man sich aneignen kann. Intelligenz sollte auch nicht mit Bildung verwechselt werden. Ob ein ‘Nobelpreis’ primär ein Zeichen von Intelligenz ist bezweifle ich. Es existiert sicher ein Zusammenhang mit Bildung (und es kommen vermutlich noch andere Faktoren mit ins Spiel).

  23. #23 das sortieren der eigenen teuer erkauften vorurteile
    Mai 9, 2010

    Linke sollen inteligent sein
    und Konservative eher weniger nach Bild und Spiegel.

    Da kann die Bild und Spiegel ja gleich behaubten
    alle die die nicht artig Bild und Spiegel lesen sind so gesehen einfach Doof und ewig gestrich und uncool.

    was sagt uns das übliche Klischee
    http://de.wikipedia.org/wiki/Klischee
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vorurteil
    über

    über Linke:
    – Drogen
    – Hippis
    – Schwule
    – Lespen
    – aids
    – Ateisten
    – Sonderschüler
    – fremdgehen
    – Panker
    – Hartz 4
    – Alkoholiker
    – gegen Polizei
    – Nasenringe / Pierschinks / + nen Hund
    – Anarchisten
    – Perverse
    – Antifasisten
    – aus der unterschicht
    – Love Parade
    – Pasefisten
    http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Linke

    über Konservative:
    – Trachtenvereine
    – Waffennahren
    – Anti-Schwule
    – Gesetzestreue Spieser
    – Deutsche sauberkeit und gründlichkeit + Pünktlichkeit ( sei es werend den tüpische Nachbarschaftsstreit vorm gericht )
    – ein Deutschen Dackel namens Waldi
    – Srebergärten
    – ( Deutsche speisen ) der bauer ist nicht was er nicht kennt
    – tüpisch Deutsche aus der bürgerlichen schicht
    – tüpisch deutsche Familie + Haus + Auto
    – tüpisch Weinachten und ostern feiern
    – Gottesgleubig
    – eheramtlich + geld spenden
    – ewig gestrich
    – nein zur EU – Euro usw
    http://de.wikipedia.org/wiki/Neokonservatismus

  24. #24 Patrick
    November 26, 2012

    Yey, ich bin rechts und Atheist (also sowohl unintelligent als auch intelligent), und sehr froh darüber, dass der Durchschnitt nicht verallgemeinert werden kann. :))

    Allerdings, wenn „liberalism“ mit „politisch links“ übersetzt wird, ist das eh Fehl am Platze. Tatsächlich gibt es unter Rechten nicht weniger Liberale als unter Linken (Stichwort Nationalliberalismus).

    Soll man also lieber „liberalism“ mit „Liberalismus“ übersetzen, wie es die Ursprungsbedeutung ist. Das würde sich dann zwar nicht auf eine Richtung des politischen Spektrums (rechtsextrem/rechts/links/linksextrem) beschränken, aber wäre inhaltlich korrekter.

  25. #25 mark
    usa
    Juni 2, 2016

    You’re of basically right and that’s one of the reasons why I consider the evidence as shaky. But Kanazawa’s hypothesis is my reading to compete with the misfiring hypothesis (All which is by No Means generally accepted, see http:http://www.intercomrepairny.com/business-intercom-system-ny.html). He does say, thesis ethnographic sources make it clear that … there is no evidence did people in contemporary hunter-gatherer bands freely share resources with members of other tribes. That is, the alleged misfiring came, if at all, only in irrelevant extent before

  26. #26 as140
    November 4, 2016

    Aber nicht jede religiöse Anschauung ist Aberglaube. Wer da nicht differenzieren kann, der kann auch nicht der Hellste sein.

  27. #27 as140
    November 4, 2016

    @Ali: Auch wenn ich dir inhaltlich zustimme, verstehe ich nicht, wo das Problem mit Iq-Tests im Allgemeinen liegen soll. Sie zeigen doch eindeutige Unterschiede zwischen den mathematischen und logischen Deduktionsfähigkeiten.