Eine Firma namens Maplecroft veröffentlicht jährlich eine Liste, die man als eine Art Terrorcharts bezeichnen könnte. Trotz Fragen zur Methode, die resultierende Liste ist interessant. Dies sind also die zehn meist-terrorisierten Länder:

  1. Somalia
  2. Pakistan
  3. Irak
  4. Afghanistan
  5. Besetzte palästinensische Gebiete
  6. Kolumbien
  7. Thailand
  8. Philippinen
  9. Jemen
  10. Russland

Aufsteiger des Jahres ist der Jemen, welcher beeindruckende 13 Plätze “gut” machte und damit nun in der Zehnerliste auftaucht (nicht ganz überraschend). Griechenland ist nun das gefährlichste Europäische Land und springt von 54 auf 24. Griechenland hat somit Spanien (27) trotz ETA auf den zweiten europäischen Platz verwiesen. Die USA sind auf Platz 33 und Deutschland figuriert unter “tiefes Risiko” auf Platz 70.

Die einzigen Angaben die ich in der Pressemitteilung zur Methode gefunden habe, wirken relativ vernünftig (ich kenne aber die Details nicht). Für die Terrorziele-Top-Ten wurde die Häufigkeit und die Intensität der Attacken miteingerechnet. Um die “Intensität” zu bewerten beziehen die Maplecroft-Leute die Anzahl Opfer pro Anschlag und die Wahrscheinlichkeit von Attacken mit grossen Opferzahlen in ihre Berechnungen mit ein. Wohl um kurzfristige Auschläge im Modell zu verhindern, gibt es auch eine “historische” Komponente, die drei Jahre zurückgeht und miteinbezieht ob im Land bewaffnete Gruppen agieren. Zur genauen Gewichtung dieser Faktoren kann man natürlich nichts herausfinden und ich nehme an, dass ist ein Geschäftsgeheimnis von Maplecroft.

Sieht man einmal davon ab, dass Rankings häufig mehr Lärm machen als Informationen vermitteln, findet man in der Liste doch ein paar interessante Elemente, die teilweise vermutlich gegen die im aktuellen Terrorpanik-Klima entwickelte Intuition geht:

  • Sechs der zehn Länder in der Liste und die Top Fünf sind solche, mit einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung. Die Verbindung zwischen Islam und Täterschaft ist also komplizierter. Die Terroropfer sind ebenfalls mehrheitlich Muslime.
  • Der Westen scheint nicht so sehr bedroht zu sein, wie man glauben könnte, würde man auf die Politikerinnen und Politiker hören. Griechenland, welches die Liste der Europäer anführt, erhielt seinen Platz wegen linksextremen Anschlägen (und es wird betont, dass diese meistens nur auf Sachschaden abzielen) und Spanien auf Platz zwei unter anderem wegen der ETA.
  • Die meisten Länder auf der obigen Liste haben etwas gemeinsam, dass nicht mit Religion zusammenhängt: Es sind (fast) alles Staaten, mit einer schwachen Zentralregierung respektive einer Regierung, die Mühe hat, ihren Machtanspruch in der Peripherie zu behaupten.
  • Die Chancen Opfer eines Terroranschlags zu werden sind selbst im Listenführer Somalia immer noch relativ gering. Maplecroft schreibt von 1’437 Toten und 3’408 Verletzten. Somalia hat über 10 Millionen Einwohner. Bei einer Lebenserwartung von rund 50 Jahren und einer Kindersterblichkeit von 107 auf 1’000 Geburten ist es zumindest diskutabel, ob es Sinn macht, Ressourcen auf Terrorismus zu konzentrieren (Zahlen aus dem CIA World Factbook).

Kommentare (37)

  1. #1 KommentarAbo
    November 15, 2010

  2. #2 BreitSide
    November 15, 2010

    …ist es zumindest diskutabel, ob es Sinn macht, Ressourcen auf Terrorismus zu konzentrieren…

    Bei dieser Betrachtungsweise kann einem wirklich schwindlig werden.

    Und das ist nicht als Kritik gedacht!

  3. #3 Hein
    November 15, 2010

    Wenn ich mich nicht grade mächtig vertue, dann sind die Hauptaussagen:
    1) Terror ist mehrheitlich ein Produkt von Moslems für Moslems.
    2) Die reale Gefahr, Opfer eines Terroranschlags zu werden, ist sehr gering.

    Beide Aussagen sind dermaßen gut belegt, dass man nicht dagegen argumentieren kann. Zur zweiten Aussage fällt mir Mao ein: “Töte einen, erziehe tausende.” Genau darum geht es bei Terror. Die reale Gefahr ist irrelevant. Die überlebenden Menschen lernen. Und wenn sie gelernt haben, dann war der Terror erfolgreich.
    Zur ersten Aussage fällt mir grade nichts gescheites ein, deshalb halte ich einfach mal die Klappe.

  4. #4 michael
    November 15, 2010

    > zumindest diskutabel, ob es Sinn macht, Ressourcen auf Terrorismus zu konzentrieren

    Nun gut, dann nehmen wir halt alle Ressouren zur Bekämpfung der Terrorristen weg, und schauen dann die Zahlen an. Dann wird sich ja herausstellen, ob die reale Gefahr so gering ist.

    Das kommt mir jetzt ein bisschen wie ein Impfgegner-argument vor.

  5. #5 ali
    November 16, 2010

    @Hein

    1) Terror ist mehrheitlich ein Produkt von Moslems für Moslems

    Zumindest was die letzten paar Jahre betrifft. Terrorismus ist ja nicht erst im 21. Jahrhundert erfunden worden.

    @michael

    Nun gut, dann nehmen wir halt alle Ressouren zur Bekämpfung der Terrorristen weg, und schauen dann die Zahlen an. Dann wird sich ja herausstellen, ob die reale Gefahr so gering ist.

    Das kommt mir jetzt ein bisschen wie ein Impfgegner-argument vor.

    Die Analogie mit dem Impfgegner-Argument verstehe ich nicht. Vielleicht kannst du noch ausführen.

    Vielleicht kann ich zur Klärung schon mal auf zwei Punkte hinweisen, bei denen wir uns nicht zu verstehen scheinen.

    Erstens, schreibe ich nirgends, dass man keine Ressourcen in die Terrorismusbekämpfung stecken soll (wäre eine seltsame Forderung). Tatsache ist, dass Ressourcen beschränkt sind (Geld, Zeit, Aufmerksamkeit, etc) und das im Moment oft so getan wird, als ob Sicherheit ein absoluter Wert wäre. Bedenkt man die kleine Wahrscheinlichkeit, das etwas passiert, erscheint dies doch als Resourcenverschwendung vor allem in Anbetracht der gigantischen Summen, die zum Beispiel in den USA für den sogenannten “Krieg gegen den Terrorismus” ausgegeben werden.

    Zweitens ist es natürlich ein Problem, dass es kaum belegbar ist, wieviele Anschläge tatsächlich verhindert wurde. Das erinnert mich an eine Episode der Simpsons (Much Apu About Nothing), wo ein entlaufener Bär Panik verbreitet. Daraufhin ruft der Bürgermeister eine Bären-Patrouille ins Leben, mit Hubschraubern, Tarnkappenbombern und allem drum und dran. Homer findet, da kein Bär mehr gesehen wurde, dass es funktioniert. Lisa weist ihn auf seinen Logikfehler hin, nimmt einen Stein und sagt, sie könne auch behaupten, dieser halte Tiger fern. Homer fragt nach dem Warum und lies fragt ihn, ob er irgendwo einen Tiger gesehen hätte. Homer überlegt kurz und möcht dann Lisa den Stein abkaufen.

    (N.B.: Als sich dann das Volk über die notwendigen Steuererhöhungen um das Sicherheitsdispositiv zu bezahlen auflehnt, gibt der Bürgermeister den Einwanderern die Schuld und lanciert eine politische Initiative diese auszuweisen)

  6. #6 Sven Türpe
    November 16, 2010

    Nun gut, dann nehmen wir halt alle Ressouren zur Bekämpfung der Terrorristen weg, und schauen dann die Zahlen an.

    Welche Ressourcen setzen wir überhaupt spezifisch und vorwiegend zur Bekämpfung von Terroristen ein? Was fiele also weg, folgten wir diesem Vorschlag?

  7. #7 ali
    November 16, 2010

    @Sven Türpe

    Kommt natürlich drauf an was man miteinrechnet und von welchem Land wir sprechen. In der Schweiz zum Beispiel sind die Kosten vermutlich relativ gering (gleichzeitig wird natürlich die Terrorgefahr für alles und jedes als Rechtfertigung heranzgezogen).

    In den USA (mit zwei altmodischen Kriegen im Rahmen der Terrorbekämpfung) gehen die Schätzungen von 700 Milliarden (Geschäftsprüfung Kongress) bis zu 4 Billionen. Das ist natürlich ohne Ausgaben für den globalen Krieg gegen Pediküreinstrumente etc.

    Für Deutschland was die staatlichen Ausgaben betrifft, habe ich keine Ahnung. Afghanistan zumindest kostet die NATO 1,3 Milliarden (davon steuert Deutschland 50 Millionen bei).

  8. #8 michael
    November 16, 2010

    > Erstens, schreibe ich nirgends, dass man keine Ressourcen in die Terrorismusbekämpfung stecken soll (wäre eine seltsame Forderung). Tatsache ist, dass Ressourcen beschränkt sind (Geld, Zeit, Aufmerksamkeit, etc) und das im Moment oft so getan wird, als ob Sicherheit ein absoluter Wert wäre. Bedenkt man die kleine Wahrscheinlichkeit, das etwas passiert

    Die kleine Wahrscheinlichkeit beruht ja möglicherweise gerade darauf, dass es Maßnahmen gegen den Terrorismus gibt.

    Wenn Du den Preis nicht kennst, den Du zahlen mußt, wenn gegen den Terrorismus nicht vorgegangen wird, dann kannst Du schlecht abschätzen, ob die Resourcen sinnvoll eingesetzt sind.

    Daher auch die Impfgegner analogie: Diese schätzen die Bedrohungslage einer Krankheit nach den aktuellen Todeszahlen ein, ohne zu berücksichtigen, dass das Impfen von anderen ihr eigenes Risiko zu erkranken deutlich senken kann.

    > erscheint dies doch als Resourcenverschwendung vor allem in Anbetracht der gigantischen Summen, die zum Beispiel in den USA für den sogenannten “Krieg gegen den Terrorismus” ausgegeben werden.

    Ich weiss nicht, was die amerikanische Regierung umtreibt, und ob “Krieg gegen den Terrorismus ” nicht nur ein Vorwand für andere Kriegsziele ist.

    Vielleicht sind die nur genauso ‘kompetent’ wie unsere damalige Regierung. Struck hat ja vor einiger Zeit im Spiegel erzählt, dass sie davon ausgingen, dass der Afghanistan Einsatz nach einem Jahr vorüber sei. Wie man den Vietnam erfahrungen der Amerikaner, den Afghanistanerfahrungen der Russen darauf kommen kann, ist mir ein Rätsel.

  9. #9 CMS
    November 16, 2010

    Ich würde eher sagen, dass Russland die europäischen Länder anführt, gegeben dass der europäische Teil mit Sicherheit einem wesentlich höheren Risiko von Terroranschlägen ausgesetzt ist, allein schon wegen der Zentrierung auf Moskau und St. Petersburg. Aber bei “rein” europäischen Ländern bzw. EU-Staaten hast du mit Sicherheit recht.

  10. #10 AndreasM
    November 16, 2010

    @michael: Gerade beim Terror gibt es aber auch noch den Effekt, dass man durch Anti-Terror-Massnahmen die Aufmerksamkeit auf und die Angst vor Terror erhöht und damit gerade Terror-Anschläge noch wirksamer macht.

    Der beste Schutz gegen Terror ist immer noch Stabilität und Wohlstand und “Kriege gegen den Terror” sind da sowieso eher kontraproduktiv.

  11. #11 Wb
    November 16, 2010

    @Ali Arbia

    1) Terror ist mehrheitlich ein Produkt von Moslems für Moslems<

    Zumindest was die letzten paar Jahre betrifft. Terrorismus ist ja nicht erst im 21. Jahrhundert erfunden worden.

    Aber die Nachricht ist schon angekommen, gelle?

    Auch Sie (als Murtad) und andere werden es noch kräftig reingewürgt bekommen, die gemeinte Religion hat ein gewisses Potential, das kaum vergleichbar ist, und das jeden hier in den nächsten Jahrzehnten errreichen wird bzw. schon erreicht hat.

    Appeasement wirds hier nicht bringen, Kollego.

    HTH
    Wb

  12. #12 ali
    November 16, 2010

    @Wb

    Werter Internetpetz,

    Ich bin es leid, mir immer wieder die gleichen populistischen Plattitüden als gesetzte Wahrheiten anhören zu müssen. Ich werde von nun an alle Kommentare von Ihnen zu diesem Thema moderieren und in eine Warteschlange setzen. Ich werde Sie erst freisetzen, wenn Sie endlich einmal klar Stellung beziehen, über was sie eigentlich genau sprechen und wie Sie zu Ihren Schlussfolgerungen kommen. Ich habe Ihnen dazu hier ganz konkrete Fragen gestellt, die Sie eigentlich in kurzer Zeit beantworten können müssten, schliesslich scheint die Bedrohung für sie kristallklar. Beziehen sie doch endlich mal Position und verraten Sie uns, wie Sie zu Ihren Schlussfolgerungen kommen.

    Leute wie Sie geben gerne vor “Klartext” zu reden aber im Grunde machen Sie genau das Gegenteil. Statt Substanz zu liefern und das Risiko einzugehen, sich Argumenten stllen zu müssen, versprühen Sie lieber Ihren unbelegten Unsinn und würzen diesen mit dunklen Utergangsprohphezeiungen fürs Abendland.

    Damit ist jetzt Schluss. Entweder kommt was worüber wir diskutieren können oder ihre billige Propaganda bleibt im Kommentarlimbo.

    Alles klar ‘Kollego’?

  13. #13 rudimens
    November 16, 2010

    Zynisch?:
    Natürlich macht

    es Sinn )macht(, Ressourcen auf Terrorismus zu konzentrieren

    Wie sonst sollten die Sicherheitsziele erreicht werden, wenn nicht mit Hinweis auf totale Kontrolle. Es werden ja auch immer wieder Anschläge verhindert; zuletzt erst wieder der Unterhosenbomber.
    Daß jetzt auch Fracht verschärft kontrolliert wird, hat noch keine Kollateral-Funde ausgelöst, aber das passiert noch. Solche Erfolge werden dann groß in den Medien erscheinen.
    Leider besitzen Informationen keine physikalische Sprengkraft, es müsste ja sonst jede weitergegebene Information gescannt werden. Dieses Problem zu lösen, helfen aber Kinderpornografie und und andere illegale Inhalte. Die Meinungsmacher arbeiten schon daran.
    Deshalb brauchen wir den Terrorismus zur Erhöhung der Sicherheit. Sponsoren aus der Wirtschaft sind vorhanden. Da bleibt nur noch die Frage:

    WOLLT IHR DIE TOTALE SICHERHEIT?

    Zynisch? ende.

  14. #14 Antikraut
    November 16, 2010

    @Wb: “Appeasement wirds hier nicht bringen, Kollego.”
    Jede andere Strategie wird mehr Opfer fordern. Gerade unter “uns Westlern”.

  15. #15 Mino
    November 17, 2010

    Stimmt, Webbaer, Appeasement ist eine riskante Strategie und ist auch immer wieder gescheitert in der Geschichte. Vor allem die europäische Pazifistenmoral könnte uns zum Verhängnis werden. Das wissen Böslinge jedweder Art immer wieder auszunutzen.
    Aber was tun? Es ist nicht ganz klar, was die Islamisten eigentlich genau wollen. Wollen Sie die europäische Zivilisation zerstören, um aus dessen Asche etwas Neues zu errichten? Ein Kalifat? Oder geht es vorerst darum den Islamanteil in Europa derart zu erhöhen, dass man sich in eine gute Ausgangslage begibt (Stichwort: youth bulge), um ostwärts oder gar über den großen Teich zu ziehen?

  16. #16 Sven Türpe
    November 17, 2010

    Die kleine Wahrscheinlichkeit beruht ja möglicherweise gerade darauf, dass es Maßnahmen gegen den Terrorismus gibt.

    Oder vielleicht auch nicht. Neben dem Impfgegnerirrtum gibt es auch noch die Helmträgertäuschung: meine Abwehrmaßnahme wird wohl geholfen haben, und ohne sie wäre jetzt alles noch viel schlimmer.

    Wir sollten nicht vergessen, dass es (ohne funktionierendes Doomsday Device) gar nicht so einfach ist, große Schäden auf einen Schlag anzurichten. Nüchtern gerechnet hat selbst der Zweite Weltkrieg langsamer getötet als die Natur beim Tsunami von 2004. Und da waren Nationalstaaten mit ihren Armeen beteiligt, das ist eine ganz andere Größenordnung und ein anderer Organisationsgrad als eine Terrorgruppe.

    Terroristen sind auf die Hebelwirkung ihrer Methoden angewiesen, weil sie mit ihren materiellen Ressourcen objektiv wenig erreichen können. Um die technische Hebelwirkung müssen wir uns wenig Sorgen machen, weiter als bis zu entführten Flugzeugen in Wolkenkratzern haben sie es bisher kaum gebracht. Größer ist die politische.

  17. #17 Sven Türpe
    November 17, 2010

    Es ist nicht ganz klar, was die Islamisten eigentlich genau wollen.

    Gibt es überhaupt einen Masterplan, eine globale terroristische Strategie?

  18. #18 Sven Türpe
    November 17, 2010

    Jede andere Strategie wird mehr Opfer fordern. Gerade unter “uns Westlern”.

    Heißt das, die Terroristen haben gewonnen und wir müssen uns ihrem Willen beugen, wenn uns unser Leben lieb ist?

  19. #19 Wb
    November 17, 2010

    Werter Herr Arbia,

    Sie wollen hierzu etwas lesen:


    Der Islam…
    …produziert mehr Gewalt…
    …schadet der Wissensproduktion mehr…
    …ist weniger reformierbar…
    …als das Christentum/andere Religionen
    Dazu müssen wir zuerst einmal wissen was genau gemeint ist:
    1) Auf welchen Beobachtungszeitraum stützten sich diese Ansätze?
    2) Wie definiert ihr Terrorismus?
    3) Was sind die Quellen die Euch zu diesen Schlussfolgerungen führen?
    4) Gibt es entsprechende Zahlen/Untersuchungen von unabhängiger Seite die Sie auf diese Thesen gebracht haben?<

    Zum islamischen Terror i.p. Datenlage soll auf die Wikipedia verwiesen werden, zu den Ursachen des Terrors:
    Der Islam (bedeutet Unterwerfung – entsprechend bedeutet Moslem “der sich Unterwerfende”) unterscheidet zwischen dem Dar al-Islam, der (Allah) unterworfenen Welt und der Welt des Krieges, in dem Kriegshandlungen zulässig sind, wie der Name schon sagt.

    Derjenige, der den Djihad (ja, bedeutet nicht nur Glaubenskrieg, korrekt!) führt, kann als Werkzeug Gottes und nach Beratung durch einen geistlichen Beistand zum Shahid werden.

    Die Grenzen zwischen den Welten sind fließend, darum gibt es auch oft kriegerische Auseinandersetzungen und islamischen Terror in den Grenzgebieten (Russland, Indien, Israel, Chian etc.), die aber sehr großzügig ausgelegt werden von den Kämpfern.

    Andere Besonderheiten:
    Der Moslem herrscht in der Welt des Islam, dem Nicht-Moslem wird typischerweise der minderwertige Dhimmi-Status zugestanden. Für unsereins ist aber nichts drin, ausser dem Kafir-Status oder eben den Murtadd-Status.
    Beides sehr unangenehme Stati!

    Der Koran beinhaltet etliche Anweisungen, wann und wie wer zu töten ist, Giordano meint mehr als 200 Stellen, meist die Ungläubigen und Apostaten.

    Zur Terrorismusdefinition: Terror ist dann gegeben, wenn pol. Absichten durch Drohung mit Gewalt oder durch Anwendung derselben durchgesetzt werden sollen. Die Linksterroristen sind dabei meist gezielt gegen Personen, die den Staat repräsentieren, vorgegangen, die islamisch motivierten Terroristen gehen oftmals ungezielt vor, versuchen eine hohe Opferzahl zu erreichen.
    Kennen Sie eine andere Terrorismusdefinition?

    Der Islam ist sicherlich “weniger reformierbar”, was u.a. daran liegt, dass er wörtlich umzusetzen ist. Es gibt demzufolge auch keine Theologie, sondern ein theologisches Interpretationswesen. Dabei werden Koran, die Hadithen und andere bereits vorliegende “Rechtsgutachten” herangezogen.

    Zudem kommt der Islam mit der Scharia, einer recht grausamen zivilen und strafrechtlichen Regelmenge. Auch diese ist terrorfähig, so zu sagen.

    Also, werter Herr Arbia, wenn Sie bestimmte Punkte noch mal durchgehen wollen, gerne! Die besondere Terroraffinität des Islam kann gerne weiter erörtert werden, wenn Ihnen danach ist. Sie schienen ja mit “Zumindest was die letzten paar Jahre betrifft.” als Entgegnung auf “Terror ist mehrheitlich ein Produkt von Moslems für Moslems” kognitiv auf dem richtigen Weg!

    Beste Grüße!
    Webbaer

  20. #20 michael
    November 17, 2010

    Die kleine Wahrscheinlichkeit beruht ja möglicherweise gerade darauf, dass es Maßnahmen gegen den Terrorismus gibt.

    Oder vielleicht auch nicht. Neben dem Impfgegnerirrtum gibt es auch noch die Helmträgertäuschung: meine Abwehrmaßnahme wird wohl geholfen haben, und ohne sie wäre jetzt alles noch viel schlimmer.

    ‘Möglicherweise’, Herr Sven, was bedeutet dieses Wort wohl?

    Und bitte, dass Du mit dem Helm auf den Kopf gefallen bist, hat nun wirklich jeder mitbekommen.

  21. #21 ali
    November 17, 2010

    @Mino

    Für dich gilt auch was ich schon dem Petz ins Ohr geflüstert habe: Das Wiederholen von vorgefertigen Slogans, die einfach abgenickt werden sollen ist hier nicht. “Europäische Pazifistenmoral”, “Appeasement”, “Youth bulge” als Unterwanderungsstrategie und und und. Das ist zuerst einmal runterleiern von talking points. Da wir hier aber nicht im Medienaufmerksmakeitszirkus sind, wo der gewinnt der am lautesten schreit, sondern versuchen, etwas Substanz zu erreichen, wäre es nett, wenn man sich etwas mehr Mühe geben könnte. Ich bitte also um ein kohärentes Argument, abzugrenzen auf was man sich bezieht (das wäre beim Internetbären schon einmal ein willkommener erster Schritt) und dann wenn wir einen wirklich guten Tag erwischen vielleicht sogar noch das eine oder andere Indiz zum Belegen der These nachschieben.

    @rudimens

    Obwohl ich bei jeder der angesprochenen Massnahmen mit dir einer Meinung bin, sollte man deswegen trotzdem nicht gleich eine Verschwörungstheorie daraus basteln. Politik ist oft um einiges planloser als es erscheint.

  22. #22 AndreasM
    November 17, 2010

    Terroristen sind auf die Hebelwirkung ihrer Methoden angewiesen, weil sie mit ihren materiellen Ressourcen objektiv wenig erreichen können. Um die technische Hebelwirkung müssen wir uns wenig Sorgen machen, weiter als bis zu entführten Flugzeugen in Wolkenkratzern haben sie es bisher kaum gebracht. Größer ist die politische.

    So ist es. Wie der Name schon sagt, ist die Wirkung von Terror vor allem Angst.
    Und diese wird vor allem durch Multiplikatoren vermehrt. Sind die Politiker und Medien also die grösseren Terroristen, da sie die Angst durch Warnungen, Gesetze und Inszenierungen überhaupt erst massiv in der Bevölkerung verbreiten?

    Es braucht keine Toten für effektiven Terror. Es reicht schon, ein Symbol effektvoll zu beschädigen. Oder sogar nur die Fiktion selbst, z.B. von einer Atombombe in der Hand von böswilligen Menschen.

  23. #23 rudimens
    November 17, 2010

    zu: “Verschwörungstheorie basteln”
    “Verschwörung !!!!” schreien die, die Zusammenhänge zu erkennen meinen.
    “Alles nur eine Verschwörungstheorie” schreien die, die sich ertappt fühlen.
    Es existieren zu viele Verbindungen zwischen Regierungen, Geheimdiensten und Terroristen, als das ich die vorgeblichen Motive der Terroristen und Ermittlungsergebnisse der zuständigen Behörden noch ernst nehmen kann.
    mMn wird von “interessierten Kreisen” ein neues Feindbild aufgebaut, um die Diktatur des Geldes weiter zu verbreiten und um weitere Überwachungsmassnahmen zu rechtfertigen. Es ist inzwischen gelungen, die Politik und viele Bürger davon zu überzeugen: “Jeder ist erstmal ein Verdächtiger, besonders solche mit der Hautfarbe Muslim” Und “Wer nichts zu verbergen hat, braucht sich keine Sorgen zu machen.”

    Politik ist oft um einiges planloser als es erscheint.

    Lobbyismus nicht! Deswegen funktioniert das so widerstandsarm.

    Die Vorhersage: Kurz vor der nächsten Bundestagswahl steht in den Medien:

    Muslime zünden Reichstag an!

    Wetten darauf nehme ich nicht an. Aber Theorien werden ja an der Zuverlässigkeit ihrer Vorhersagen gemessen.

  24. #24 rudimens
    November 17, 2010

    Alter Managementtrick: Lass die Menschen nicht zur Ruhe (zum Nachdenken) kommen.
    http://www.tagesschau.de/inland/inneresicherheit102.html

  25. #25 Randifan
    November 17, 2010

    Diese ganze Liste scheint eher politisch motiviert zu sein, als auf einer realen Bedrohungslage.
    Das philippinische Millitär kritisiert die Bewertung, ihr Land schwebe in unmittelbarer Gefahr eines Anschlags.
    http://www.philstar.com/Article.aspx?articleId=631052&publicationSubCategoryId=200

  26. #26 ali
    November 17, 2010

    @Randifan

    Diese ganze Liste scheint eher politisch motiviert zu sein, als auf einer realen Bedrohungslage.

    Warum “politisch”? “Kommerziell” könnte ich nachvollziehen (handelt es sich doch um eine Dienstleistung die die Firma verkaufen möchten), aber welche politische Agenda sollte Maplecroft denn hier gerade verfolgen und mit welchem Ziel? Ich kannte die Firma vor diesem Eintrag nicht, aber das Philippinische Militär scheint mir da eher im Verdacht, politische Ziele zu verfolgen mit der Aussage sie “verdienen ein besseres Rating”.

    Ausserdem basiert die Liste auf vergangenen Ereignissen und ist somit nicht ein Versuch vorauszusagen wo der nächste Terroranschlag stattfinden wird.

    Solche Listen sind ein Stück weit natürlich immer unzulänglich (was ist der substanzielle Unterschied zwischen Platz 6 und Platz 7?). Interessant fand ich daran, dass es für einmal ein Beispiel ist, wo man systematisch und methodisch versucht die Frage von Terrorismus anzugehen. Ich finde das ist eine viel bessere Grundlage für eine Diskussion als die Oberflächlichkeiten der Weltuntergangspropheten, die sich weigern, ihre Prämissen zu hinterfragen und auf dieser Basis zum Teil an Hetze grenzende Angstmacherei betreiben.

  27. #27 Rettungszeichen
    November 18, 2010

    Nach den aktuellen Warnungen müsste Deutschland in der Rangliste ja gleich ein paar Plätze gut machen.

  28. #28 ali
    November 18, 2010

    @Wb

    Genau das habe ich mir gedacht. Ihre Meinung basiert auf halb-angedachtem und mehr nicht.

    Wenn also vom Koran und diversen Interpretationen Schlussfolgerungen auf die Natur der Religion und wie sie heute ausgeübt wird respektive von den Gläubigen verstanden wird, geschlossen werden kann, dann gilt das sicher für alle Religionen. Hatte der Internetpetz seine Pfoten schon mal im Alten Testament? Ist Ihnen nur Ansatzweise bewusst, was man mit der Bibel rechtfertigen kann (und was damit gerechtfertigt wurde im Verlaufe der Geschichte)? Sie machen einen relativen Vergleich, wenden Ihren Standard aber nur auf ein Untersuchungsobjekt an.

    Ausserdem: Wenn die Auslegung aus des Webbärens Sicht so offensichtlich ist, wie erklärt sich die unterschiedliche Auslegung des Korans (z.B. Shia in Azerbaijan; Sufis im allgemeinen, etc.) und die Friedfertigkeit von einer grossen Masse von Muslimen? Haben die im Gegensatz zu Ihnen Ihre Religion einfach nicht verstanden? Ist der Webbär jetzt plötzlich Mullah? Falls nicht, möchte ich gerne wissen warum seine Auslegung die einzig gültige ist und warum das soviele Muslime einfach nicht kapieren?

    Zur Definition von Terror: Es gibt viele Definitionen und es ist eben ziemlich schwer eine zu finden, die funktional ist. Terrorismus ist meist eine Wertung und nicht wirklich ein brauchbares Konzept für eine Debatte. Es ist einer von diesen Begriffen bei dem alle meinen genau zu wissen worum es geht, es aber eigentlich mehr eine Projektionsfläche ist.

    Hier was Sie vorgeschlagen haben:

    Terror ist dann gegeben, wenn pol. Absichten durch Drohung mit Gewalt oder durch Anwendung derselben durchgesetzt werden sollen.

    Das hiesst die USA, Israel und viele andere betreiben Terrorismus. Das wollten Sie doch kaum behaupten oder?

    Hier also zusammenfassend nochmals die zentralen Fragen (und bitte diese beantworten, keine Ausweichsmanöver):

    Frage 1: Kann man von der Schrift direkt auf die gelebte Religion schliessen?

    Frage 2: Warum widerspricht Ihre Interpretation des Islams jener von vielen Muslimen? Verstehen Sie den Islam besser als diese?

    Frage 3: Sind die USA und Israel terroristische Staaten?

    P.S.: Ihr Kommentar verschwand im Spam Ordner wo ich ihn nur durch Zufall fand. Mehr als zwei Links oder so definiert das System als Spam.

  29. #29 Dr. Webbaer
    November 19, 2010

    Hallo Herr Arbia, danke für die nachträgliche Veröffentlichung von
    http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2010/11/die-top-ten-der-terrorziele.php#comment159828
    , der Webbaer hatte schon den Eindruck Sie völlig falsch eingeschätzt zu haben.

    zu den Fragen:
    Frage 1: …wurde schon beantwortet, der Koran ist bindend, es gibt keine islamische Theologie, es gab keine Aufklärung. Der Koran deckt alles ab, ist auch ein politisches Buch. Dass nicht alle (sogar nur sehr wenige, 10%?) das Buch leben, sollte klar sein. Das Buch selbst ist aber von der Ausrichtung her auch klar. Schaun Sie mal auf das Gesamtbild, im Sinne von Machterhalt macht alles Sinn!
    Frage 2: Der Islam ist gefährlich, natürlich verstehen dass viele Muslime und verhalten sich deshalb areligiös. Sie sind mal gefragt worden, ob Sie die “Szene” kennen, der Wb kennt sie, wenn Sie z.B. eingeladen werden zum Kaffee+Essen und eine grössere Gruppe (Türken, sogar Aleviten) ist “gut drauf”, und dann erfahren Sie, dass die gute Stimmung wegen den SCUDs Saddams auf Israel da ist -nur eine kleine Anekdote unter vielen- dann verstehen Sie den Islam vermutlich auch besser…
    Frage 3: Das möchte der kleine und alte Webbaer nicht debattieren, wenn Ihnen danach ist, es gibt hierfür geeignete Foren.

    Und lassen Sie mal diese ständigen herablassenden Aussagen, die es nun wirklich nicht benötigt – “Ihre Meinung basiert auf halb-angedachtem und mehr nicht.” und ähnliches – daanke!

    MFG
    Wb

  30. #30 ali
    November 19, 2010

    @DrWebbaer

    Nicht eine meiner Fragen wurde von Ihnen wirklich beantwortet.

    Frage 1: Meine Frage bezog sich darauf, ob das für alle Buchreligionen gilt (also insbesondere auch das Christentum). Sie wiederholen sich nur. Gilt es für alle, kann man ebenso argumentieren, dass das Christentum eine gewalttätige, gefährliche und nicht reformierbare Religion ist. Gilt es nicht für beide, dann müssen Sie erklären, warum in Ihrer Argumentation einmal die Schrift massgebend ist und einmal der gelebte Glaube. Das ganze riecht bei Ihnen ein wenig nach Willkür (und bitte keine zirkuläre Argumente à la ‘es steht geschrieben’).

    Frage 2: Meine Frage “Warum widerspricht Ihre Interpretation des Islams jener von vielen Muslimen? Verstehen Sie den Islam besser als diese?” beantworten sie nicht. Ihre Anekdoten und Ihren persönlichen Erfahrungsschatz ist nicht sehr hilfreich in einer Diskussion. Ich kenne viele Muslime bei denen der Glauben ähnlich wichtig ist wie dem durchschnittlichen Christen in Europa. Ist deswegen ihr These vom gefährlichen Islam wiederlegt? Oder zählen ihre zufälligen Datenpunkte mehr als meine?

    Frage 3: Bitte bantworten Sie die Frage. Sie haben behauptet und nun stehen Sie bitte Gerade für Ihre Aussagen! Gemäss Ihrer Definition sind Israel und die USA terroristische Staaten und begehen terroristische Akte. Ausser natürlich sie möchten ihre Definition entsprechend verbessern. Da sie so gut Bescheid wissen, wer terroristisches Gedankengut vertritt und wer nicht, haben sie bestimmt eine brauchbare Definition auf Lager.

    P.S.: Übrigens waren viele im 19. Jahrhundert davon überzeugt, dass der Katholizismus und Demokratie unvereinbar seien. Sie argumentierten ähnlich wie Sie zum Islam.

  31. #31 Sepp Unterwurzacher
    November 19, 2010

    Hm, auf den letzten Punkt möchte ich noch eingehen. Ich halte nach wie vor den Katholizismus und die Demokratie für (eigentlich) unvereinbar. Katholizismus ist die Papst-Kirche. Aber das Papsttum und das Selbstverständnis, das hier dahinter liegt, hat mit Demokratie nichts zu tun. Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, wie man das in die heutige Zeit rüberretten will (trotz vieler Versuche). Da sehe ich beim Islam oder bei Freikirchen mehr Chancen, da diese nicht so zentralistisch und hierarchisch organisiert sind.

  32. #32 rudimens
    November 19, 2010

    Geht es hier um Terrorziele oder um muslimische “Landeier?”
    Der Glaube an einen Führer ist immer undemokratisch, egal ob religiös oder politisch.
    De Maizière sagte sinngemäß, wir Bürger sollten uns an die erhöhten Sicherheitsmassnahmen gewöhnen.
    Die Bundespolizei ist inzwischen personell überfordert.
    Die Bundeswehr soll zur Berufsarmee werden. (Es hatte sich ’89 ja gezeigt, daß Wehrpflichtige nicht so gern auf Mitbürger schießen.)
    Sind weitere Amtshilfen geplant?
    Sollen durch die Erhöhung der Sicherheit Proteste wie im europäischen Ausland verhindert werden?
    Gibt es einen Zusammenhang zu dieser Debatte? http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2010/32260716_kw47_sp_arbeit_soziales/index.html

  33. #33 Dr. Webbaer
    November 20, 2010

    Werter Herr Arbia,

    gemach, gemach! – Das ist ein weites Feld und bedarf einer umfangreichen Erörterung, die schrittweise erfolgen kann.

    Zum Begriff des Terrorismus:
    Es gab vor 40 Jahren in Doitschland keinen Terrorismus bzw. den Begriff gab es nicht. Die Vorgeschichte ist, dass etwa seit dem Erfolg der Kommunisten in Cuba die internationalen Genossen weltweit ein wenig ruppiger wurden. Diese Radikalisierung setzte sich in D bei der APO fort und einzelne Anschläge wurden durchgeführt (ob jetzt das Synagogenattentat oder eine dieser Fritz Teufel-Aktionen – nomen est omen, btw). Nach Brandanschlägen kam es zu Entführungen, Banküberfällen und Morden, später gerne auch an Unbeteiligten – oder anders formuliert: Der Polizist oder der mensch wurde zum tötbaren Schwein erklärt, wenn er den revolutionären Anforderungen nicht genügte.

    Die Staatlichkeit reagierte anfänglich sehr ungeschickt und unsicher auf die “Aktionen” der jungen Kräfte (viele weibliche, die meisten evangelisch sozialisiert). Es kam bei Morden zu lächerlich geringen Strafen (bspw. wegen Fahrens ohne Führerschein oder illegalem Waffenbesitz), weil die Tat nicht individuell zugewiesen werden konnte.

    Nach Verbüßung einer kurzen Haftzeit waren die linksradikalen Täter dann wieder auf der Strasse – und schlugen erneut zu. Die Bevölkerung war dementsprechend unamüsiert.

    In seiner Not reagierte der Staat (die Genossen von der SPD waren hier aktiv, die seinerzeit überraschend linke FDP mit ihren Hirschen und Bäumen wollte oder konnte nicht) einerseits mit Aufrüstung (neue Fahndungsmethoden), andererseits auch kommunikativ und zwar durch die Schaffung des Terrorismusbegriffs.

    Täter, die bisher “Anarchisten”, “Genossen im Untergrund” oder auch “Widerstandskämpfer” genannt worden sind, waren nun ganz schlicht Terroristen.
    Es gab wohl auch Strafandrohung, denn die Medien stellten komplett auf den Begriff “Terrorist” um und mieden fortan Verharmlosungen.

    Die Definition wie oben: “Terror ist dann gegeben, wenn pol. Absichten durch Drohung mit Gewalt oder durch Anwendung derselben durchgesetzt werden sollen.”

    Der Terrorismusbegriff setzte sich irgendwann Mitte der Siebzigerjahre fast schlagartig durch (so wie der sog. Islamismus nach 2001 – Islamisten waren zuvor Islamforscher – Stichwort: Islamistik – LOL).

    Und jetzt wirds interessant: Der Staat begann für gemeinschaftlich begangene Morde (siehe oben) Kollektivstrafen einzuführen, die sog. Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zum Beispiel.

    Doitsche liberale Kräfte (“Bäume und Hirsche”) haben seinerzeit vor Wut geschnaubt und die Rechtstaatlichkeit angegriffen gesehen (die seinerzeitigen Vorträge ähnelten gelegentlich den hiesigen Ihrigen). – Nachvollziehbar, denn die Ausweitung des Terrorismusbegriffs auf “Mitgliedschaften” scheint aus liberaler Sicht merkwürdig, aber es ging nun mal nicht anders, wollte man die Terroristen von der Strasse weg haben und zuverlässig einknasten.

    Fairerweise muss angemerkt werden, dass die seinerzeitigen Terroristen (ca. 30 Morde, ca. 30-50 Täter, ca. 5k Sympathisantenszene) verglichen mit dem islamischen Terrorismustypus Gentlemen und feinsinnige Intellektuelle waren.

    Sorry wegen des Umfangs der Ausführungen, aber es schien nötig. Die anderen Fragen können gerne später sukzessive bearbeitet werden – wenn der Terrorismusbergiff konsensualisiert worden ist.

    Der Begriff des Staatsterrorismus ist ein politischer, ein Kampfwort der radikalen Kräfte typischerweise, der Webbaer nutzt diesen unscharfen Begriff nicht. Ob die beiden von Ihnen genannten Länder ihm (wie angemerkt: Begriff sehr unscharf) zugerechnet werden können, will der alte kleine Wb nicht debattieren. Wäre ohnehin eher was für indy(alter)media und für Antiamerikaner und sog. Antizionisten.

    Wenn Staaten im gemeinten Sinne handeln, dann liegt kein Terrorismus vor, sondern verbrecherisches militärisches oder kriegerisches Handeln. Das gab es immer, wenn man so will war die “Balance of Power” so angelegt. Aber Sie finden in jedem Krieg zuordnungsfähige Maßnahmen.

    MFG
    Wb

  34. #34 ali
    November 20, 2010

    @Dr. Webbär

    Die Zeit für Ihre Geschichtslektion zur RAF hätten Sie besser in die Beantwortung meiner Fragen investiert. Ihre Ausführungen sind wenig erhellend und betreffen nur die Definitionsfrage.

    Sie definieren übrigens die Dinge immer wie es Ihnen gerade passt, “Staatsterrorismus ist ein politischer, ein Kampfwort der radikalen Kräfte” und dass “der Webbaer diesen unscharfen Begriff nicht nutzt”. Aber islamistischer Terror ist bei Ihnen eine objektiv davon zu unterscheidende Tatsache und ein Begriff mit dem der Webbär die ganze Zeit um sich wirft. Die Definition die Sie uns gestern dazu gegeben haben, schliesst eben staatliche Aktionen mit ein.

    Aber bitte. Ich bin mir sicher dass Gaddafi, die Taliban und auch das iranische Mullahregime erfreut sein werden zu hören, dass Staaten keine terroristische Akte begehen können. Ich werde Sie bei Gelegenheit an diese Definition erinnern. Hingegen werden wohl einige die Stirne runzeln wenn Sie Personen wie Stauffenberg oder Organisationen wie der ANC und solche die sich gegen totalitäre Regime aufgelehnt haben als terroristisch einstufen. Aber in der Welt des Webbären scheinen die Guten und die Schlechten etwas seltsam verteilt.

    Also wie steht es um die anderen drei Fragen? Ich betrachte diese nach wie vor als unbeantwortet. Wenn Sie auf lange nutzlose Geschichtslektionen verzichten sollten sie die meisten relativ einfach mit ein zwei Zeilen beantworten können.

  35. #35 Dr. Webbaer
    November 22, 2010

    @Herr Arbia
    Der Terrorismus-Begriff muss schon geklärt werden bzw. der Dissenz bestimmt sein, wenn eine weitere Erörterung mit Ihnen Sinn machen soll.
    Es hatte seinen Grund, dass der Webbaer den sog. Staatsterrorismus als rein politische Kategorie abgelehnt hat, schauen Sie doch mal in die deutschsprachige Wikipedia, dort steht eine ähnliche Begründung. Oder verweisen Sie auf solide wissenschaftliche Arbeit, die mit dem Begriff des Staatsterrorismus operiert, dann prüft der Webbaer die Sache.

    Dass “staatlicher Terror” als verbrecherische kriegerische Handlung gewertet wird, können Sie damit leben?

    Bliebe noch der Individual- und Gruppenterrorismus. Letzterer ist wie oben erläutert nicht unproblematisch. Wird aber fast durchgehend genutzt. Wie ist dbzgl. Ihre Position?

    Ein anderer ganz wichtiger Punkt ist natürlich bisher ganz vergessen worden: Terror muss Angst und Schrecken erzeugen, und zwar in der betroffenen Zivilibevölkerung.
    Das ist ein KO-Kriterium. Ist es nicht erfüllt, dann liegt kein Terror vor.
    Beispiele:
    1.) Ernesto Frittoni (Bürgermeisterkandidat in X) lässt einen aussichtsreichen Mitbewerber verschwinden. Politische Wirkung gegeben, dennoch nur dann Terror, wenn die Tat der Einschüchterung des Wahlvolks gilt.
    2.) Stauffenberg oder Elser – Bombenattentat und Opfer unter Unbeteiligten wird in Kauf genommen. Grenzfall. Können Anschläge gegen ein verbrecherisches System “Terror” sein? A: It depends. – Schwieriger Fall. Stauffenberg sicherlich kein Terrorist, aber es könnte durchaus Anschläge gegen das NS-Regime gegeben haben, die sinnvollerweise als Terror zu definieren wären.
    3.) Bizman A legt Bizman B um, rein “geschäftlich”, pol. Gründe, keine Aussenwirkung, kein Terror.

    Dr. Webbaer würde jetzt gerne mit der Definition “Terror ist dann gegeben, wenn pol. Absichten durch Drohung mit Gewalt oder durch Anwendung derselben durchgesetzt werden sollen, dabei der Zweck der Gewaltandrohung oder -anwendung in der Erzeugung von Schrecken in der Bevölkerung zu bestehen. Diese Terrordefinition lässt Fälle mit totalitaristischen Systemen bewusst unberücksichtigt.” arbeiten. Ginge das für Sie?

    Die oben vorgestellte historische EInordnung erfolgte um die Komplexität des Ganzen ein wenig darzustellen. Man tat sich ja mit dem Linksterrorismus ziemlich schwer. Der Straftatbestand der Bildung einer terroristischen Vereinigung, bei der sich Täter dann auch “gemeinsam begangene Morde” zurechnen lassen müssen, an denen sie nicht erwiesenermaßen beteiligt waren – es gab entsprechende Urteile [1] -, ist jedenfalls in diesem Zusammenhang beachtenswert.

    Also, lieber Herr Arbia, bitte noch mal kurz Stellung beziehen zur Definitionsfrage.
    Und lassen Sie endlich einmal diese ständigen (fast schon “homoerotischen” (zoophile? :)) Anwürfe, vielen Dank!

    MFG
    Wb

    PS: Dann gerne die anderen Fragen.
    PPS: Haben Sie Vollzugriff auf den hier vorgestellten Dienst (kostenpflichtig, aber vllt forschen Sie ja gerade dementsprechend)?

    [1] soz. oder aus Sicht einiger (“Hirsche und Bäume”) das doitsche kleine Guantanamo 😉

  36. #36 ali
    November 26, 2010

    @webbär

    “Terror ist dann gegeben, wenn pol. Absichten durch Drohung mit Gewalt oder durch Anwendung derselben durchgesetzt werden sollen, dabei der Zweck der Gewaltandrohung oder -anwendung in der Erzeugung von Schrecken in der Bevölkerung zu bestehen. Diese Terrordefinition lässt Fälle mit totalitaristischen Systemen bewusst unberücksichtigt.”

    Nein, ich werde Ihnen nicht Definitionen raussuchen. Es geht mir darum dass Sie implizit vermutlich eine normative und nicht kohärente Definition benutzen und diese soll hier mal ausgeführt werden. Wenn Sie nun wie oben Staaten einfach ausnehmen können Sie das natürlich machen. Die Frage ist natürlich wie man das methodisch begründet. Sie haben nun auch noch ein “totalitaristisch” eingebaut, wohl um auf Nummer sicher zu gehen. Übersetzt heisst das doch, das westliche Demokratien per Definition keine Terrorakte begehen können. Warum nur diese Gruppe von Staaten ausgenommen werden bleibt dann offen (übrigens wird der Iran meist nicht als “totalitär” eingestuft, ich nehme an, das ist was Sie meinen mit “totalitaristisch”, sondern als autoritär).

    Man kann dies durchaus als Ausgangsdefinition nehmen, man muss sich aber dem Verdacht aussezten, dass es einem nicht um das Verstehen oder eine Analyse des Phänomens Terrorismus geht, sondern um ein rhetorisches Instrument. Genau das nämlich, was Sie behaupten, dass der Begriff “Staatsterrorismus” sei (wo ich Ihnen übrigens zustimme). Sie haben offensichtlich ein Problem mit spezifischen Gruppen und nicht dem Terrorismus. Hören Sie also bitte auf das Gegenteil vorzugeben.

    Auf die Beantwortung meiner anderen Fragen warte ich nach wie vor.

    P.S.: So lange Sie in Ihrem oft skurrilen Ton und dritter Person als ganzes Sortiment an Tieren kommentieren, müssen Sie sich wohl mit dem Spott abfinden.

  37. #37 www.cdbing.cn
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    Juli 4, 2014

    This chip of writing presents explicit idea within advocate of the modish viewers of blogging, that really how to do running a blog.