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Guttenberg und die Plagiatsvorwürfe: Primat der Wissenschaft

Hier im Blog wechseln sich politikwissenschaftliche Texte mit politischen Kommentaren ab. Manchmal sind die Grenzen zugegebenermassen fliessend. Ich schreibe nun heute aber einen Eintrag zur Guttenberg Affäre, ganz explizit nicht als politischen Kommentar sondern als Wissenschaftler. Politkommentare findet man im Moment im Übermass, akademisches leider seltener und zu oft werden diese Ebenen im vorliegenden Fall vermischt.

Es gibt sie natürlich, die politische Dimension der Affäre. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen (und bei aller Vorsicht keine Vorverurteilungen zu machen, die Belege scheinen erdrückend) dann steht wohl auch Guttenbergs Ministerposten zur Diskussion. Ich halte dies aber für eine unabhängig zu führende Diskussion. Die Fragen ist dann wohl inwiefern jemand der sich einen Titel erschwindelt hat als Politiker noch glaubwürdig ist. Ich glaube nicht, dass es etwas an seinen Fähigkeiten als Minister ändert (ganz egal wie man zu diesen steht). Man könnte argumentieren, dass er als unehrlich dasteht und/oder nicht als Vorbild dienen kann sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten. Was die Konsequenz ist, wäre vermutlich in jedem Land anders. In den USA wäre ein Rücktritt wohl unausweichlich, ich vermute ein Schweizer oder ein Italiener würde es aussitzen können. Dies ist aber eine andere Diskussion und ich muss sagen, eine die mich im Moment wenig interessiert.

Was heute zwischen politischer Schadenfreude zur Linken und Abwehrreflexen zur Rechten unterzugehen droht ist, das das Problem zu aller erst eines der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft ist. Plagiat ist im Wissenschaftsbetrieb kein Kavaliersdelikt. Es ist absolut verboten sich fremde Idee anzueignen ohne dies zu deklarieren. Ein Tabu, am ehesten mit einer Todsünde zu vergleichen (und ich greife wirklich nicht schnell zu religiösem Vokabular).

Von meinem Institut zum Beispiel kann man wegen Plagiarismus in Funktion des Schweregrades gar verwiesen werden. Die Mindeststrafe ist die Note 0 (wohlgemerkt die blosse Anwesenheit an einer Prüfung gibt schon die Schweizer Tiefstnote 1) und mir sind Fälle bekannt, die nicht eine Doktorarbeit betrafen und zu einem Verweis führten. Für diese Strenge gibt es gute Gründe und dieser Massstab muss meines Erachtens auch bei Guttenberg angelegt werden.

Wissenschaft ist über weite Strecken selbstregulierend. Sehr viel funktioniert auf der Basis von Vertrauen. Transparenz ist zwar zentral kann aber nur zu einem gewissen Grad vor Missbrauch schützen. Peer Review zum Beispiel kann helfen zu verhindern, dass schlecht gemachte Arbeiten nicht veröffentlicht werden. Kritik hilft oft die Spreu vom Weizen zu trennen. Ungenaues arbeiten, das systematische Suchen nach statistischer Signifikanz, selektives zitieren, zur Seite schieben von negativen Resultaten oder post hoc Hypothesen bilden sind alles unschöne akademische Sünden, die aber im existierenden Kontroll-System kurze Beine haben. Was ein Selbstregulationsmechanismus aber schlechter detektieren kann ist, wenn absichtlich betrogen wird. Das Fälschen von Resultaten (wie hier auch schon diskutiert) oder eben Plagiat (besonders wenn es etwas geschickter gemacht wird) ist schwierig festzustellen. Dies untergräbt aber fundamental die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Arbeiten. In nicht-naturwissenschaftlichen Fächern, wo das Reproduzieren von Resultaten eher selten ist (und ich nehme an in Fächern wie Jura gar nicht vorkommt) ist dieses Vertrauen in die Ehrlichkeit der Autoren um so wichtiger. Ohne dieses Vertrauen verliert Wissenschaft ihre Glaubwürdigkeit und das System bricht zusammen.

Einzelne können natürlich das so funktionierende System ausnützen. Solange nur wenige nicht mitmachen, behält ihre Arbeit den Wert, da das System im Ganzen weiterhin korrekt funktioniert. Erst in der Masse entsteht das Problem. Was kann man also in einem System, dass auf Selbstkontrolle beruht, tun um solche Missbrauchsfälle zu verhindern? Die beste Möglichkeit ist eben sie mit einem Tabu zu belegen, rigoros gegen Verstösse vorzugehen und keinen Zweifel daran zu lassen, dass dies nicht einmal Ansatzweise akzeptabel ist. Man deklariert ein Verstoss des Tabus eben zur Todsünde. Nur so ist der Preis hoch genug, dass man auch bei geringem Risiko entdeckt zu werden, dieses trotzdem nicht eingehen möchte. Dies gilt unabhängig davon wie prominent oder unbedeutend jemand ist, ob er oder sie politisch links oder rechts steht.

Die Faktenlage scheint relativ klar. Ich stütze diese Urteil auf die Textstellen, die ich gesehen habe. Meines Erachtens kann weder mit Fehlern oder Vergesslichkeit das Ausmass oder die Art der doppelten Textstellen plausibel erklärt werden. Ohne mich zu den politischen Konsequenzen äussern zu wollen, glaube ich sind die akademischen eindeutig. Es bleibt zu hoffen, dass die zuständigen Institutionen nicht davor zurückschrecken werden diese zu ziehen, aus Angst sich selber bloss zu stellen. Damit wäre der Wissenschaft ein schlechter Dienst erwiesen.

Kommentare

  1. #1 Martin B.
    Februar 18, 2011

    Mir sind Guttenberg, sein blöder Titel und die ganzen politischen Konsequenzen ebenfalls völlig Wurscht. Mich wurmt an der Geschichte, dass wissenschaftliches Fehlverhalten, schweres Fehlverhalten, augenscheinlich bagatellisiert werden soll. Es ist halt nicht einfaches “abschreiben”.

    Das geht einfach gar nicht. Wer plagiiert, darf nicht ungeschorenen davon kommen, und du hast sehr schön erläutert, weshalb nicht: Fälscher untergraben die Wissenschaft.

  2. #2 Logiker
    Februar 18, 2011

    Ich ärgere mich, ich bin sauer……

    In vielen Gesprächen heute mit Nichtakademikern kam immer wieder der Spruch: “Ach was, das machen doch alle so, was soll man sich da aufregen.”

    Ach so, alle Akademiker sind Betrüger, da fühle ich mich persönlich beleidigt…..

    Aber es erfüllt wohl das “Gerechtigskeitgefühl” der BILD-Leser, andere Menschen beleidigen zu können, die einem intellektuell überlegen sind……

    Lieber Ali, wenn ich das nächste mal in Zürich bin, lad ich Dich auf ein Bierchen ein….

  3. #3 Redfox
    Februar 18, 2011

    Ohne mich zu den politischen Konsequenzen äussern zu wollen, glaube ich sind die akademischen eindeutig. Es bleibt zu hoffen, dass die zuständigen Institutionen nicht davor zurückschrecken werden diese zu ziehen, aus Angst sich selber bloss zu stellen. Damit wäre der Wissenschaft ein schlechter Dienst erwiesen.

    Was das angeht sieht es nicht sehr gut aus:

    Der Geschäftsführer des Deutschen Hochschulverbands (DHV), Michael Hartmer, sagte der «Financial Times Deutschland», bislang gebe es allenfalls Anlass für eine Rüge, aber nicht für eine Aberkennung des Doktortitels.

    Für den Sprecher des Ombudsgremiums für die Wissenschaft, den Bonner Juristen Professor Wolfgang Löwer, ist entscheidend, ob eine Täuschungsabsicht dahintersteht. «Sie müssen schlechte Wissenschaft und Täuschung auseinanderhalten», sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

  4. #4 Schmidts Katze
    Februar 19, 2011

    @ Logiker· 18.02.11 · 23:40 Uhr:

    In vielen Gesprächen heute mit Nichtakademikern kam immer wieder der Spruch: “Ach was, das machen doch alle so, was soll man sich da aufregen.”

    Und das wird auch so bleiben, wenn der Guttenberg seinen Doktor behält.

    Das macht diesen Titel wertlos, und ich verstehe es nicht, daß so viele, die jede Menge Arbeit in ihre Promotion gesteckt haben, ohne Widerspruch die Entwertung ihres Titels durch diesen Schnösel hinnehmen.

  5. #5 KommentarAbo
    Februar 19, 2011

  6. #6 Ulrich Berger
    Februar 19, 2011

    @ Ali:

    Ist dir eigentlich Prof. Frank Fischer (Rutgers Univ.) ein Begriff? http://chronicle.com/article/Alan-Sokal-Takes-Aim-at-an/124969/

  7. #7 maxfoxim
    Februar 19, 2011

    ich möchte jetzt nicht von Guttenbergs vermutlichen Fehlern ablenken, nur sollte man der Fairness halber die anderen Parlamentarier mit Doktortitel nicht auch prüfen? Weil ehrlich gesagt, war einer meiner ersten Gedanken, wenn die Grünen (oder sonst wer) eine Seite aufmachen wo Guttenbergs Arbeit kontrolliert wird, die wikiseite, dann ist es doch nicht weit, bis man die Arbeiten von SPD, Linke und Grüne kontrollieren wird. Und ich bin mir sicher, dass man in den anderen Parteien, wenn man lange genug sucht, auch beim einen oder anderen vermutlich fündig wird. Und last but not least, wird die Politikverdrossenheit noch größer, weil ja “jede” Partei unehrlich ist.
    Es sind nur Vermutungen, und ich möchte keinem Doktor irgendeiner Partei unterstellen, er hat generell gefälscht, nur bei der Menge an Doktortiteln im Bundestag würde es mich doch sehr wundern, wenn es nur Guttenberg geben würde.
    Ich hoffe nur, dass das Untersuchungsverfahren jetzt nicht allzu politisch abläuft. Sondern wirklich so, wie bei jedem anderen Tatverdächtigem auch.

  8. #8 Schmidts Katze
    Februar 19, 2011

    Promotionsarbeiten werden veröffentlicht.
    Du kannst jede überprüfen, wenn du willst.

  9. #9 Alexander
    Februar 19, 2011

    Guttenberg ist kein Fehltritt. Er ist ein gut dokumentiertes Symptom einer tiefer sitzenden Krankheit. Mit “gut dokumentiert” meine ich nicht Guttenbergs Dissertation sondern jene vielen anderen Beispiele, die es nicht in die BILD-Zeitung schaffen.

  10. #10 ali
    Februar 19, 2011

    @Alexander

    Ich weiss, dass das viel behauptet wird. Internet-mixing-alles-gratis, etc.-Generation. Aber gibt es dazu verlässliche Zahlen? Weil nicht nur das Kopieren wurde einfacher, das Entedecken von Plagiaten ebenfalls. Ob es wirklich schlimmer ist oder nur ein aus einem Früher-war-alles-besser Gefühl stammt ist gar nicht so einfach festzustellen.

    @Ulrich Berger

    Nein, den Fall kannte ich noch nicht. Klingt interessant. Habe es erst diagonal gelesen, werde mir das noch genauer anschauen. Gibt es einen Grund warum du fragst? Danke für den Hinweis auf jeden Fall.

  11. #11 Stefan W.
    Februar 19, 2011

    @maxfoxim: Die Grünen haben die wikiseite aufgemacht? Die Bundes- oder die Bayerngrünen, oder wer?

    Wenn ich mir das Ausmaß der Täuschungen ansehe, dann frage ich mich, was die Prüfer gemacht haben.

    Und wenn ich höre: «Sie müssen schlechte Wissenschaft und Täuschung auseinanderhalten» – moment, ich dachte er habe summa-cum-laude abgeschnitten. Die Arbeit muss also neu bewertet werden, als schlechte Wissenschaft, bzw. kann ja mit so vielen Zitatfehlern kaum eingereicht werden. Und dann müsste man erstmal sehen, ob neben den vielen Zitaten noch eine eigene Leistung übrig bleibt, die man einreichen kann.

    Die Uni Bayreuth hat hier die große Gelegenheit sich selbst zu demontieren, und bedrückend ist, wie wenig Leute sich Gedanken darüber machen, wie das System funktionieren soll, wenn alle pfuschen was das Zeug hält.

    Offenbar meinen die meisten es gäbe die Dissertation nur als Schikane, um armen Leuten das Leben schwer zu machen, und jeder, der sich da durchmogelt sei eine Art Robin Hood.

    Und dann die Bereitschaft zur Nibelungentreue: Wenn’s einer aus dem eigenen Stall ist – ein C-Parteiler, ein Bayer, ein … – dann springt man ihm bedingungslos zur Seite, dann bleibt man bis zur letzten Minute mit ihm im Bonker. Guttenberg hat sicher noch eine Wunderwaffe in der Hinterhand! Doch, doch!

    In den Tagesthemen entblödeten sie sich gestern nicht zu behaupten, der Minister sei jetzt in die Offensive gegangen. In die was, bitte? Haben die schon mal eine Offensive gesehen?

    Aber Offensive klingt so gut – schneidig der Mann! Und dann wie er die Augen wiederholt niedergeschlagen hat. Ist nicht auch die Nase schneidige 2cm länger geworden?

  12. #12 Logiker
    Februar 19, 2011

    Ich lach mich weg…… ich zitiere: “wenn die Grünen (oder sonst wer) eine Seite aufmachen wo Guttenbergs Arbeit kontrolliert wird, die wikiseite, dann ist es doch nicht weit, bis man die Arbeiten von SPD, Linke und Grüne kontrollieren wird” und insbesondere: ” weil ja “jede” Partei unehrlich ist”

    Ah ja, was sagen uns diese Worte? Doch nur eins: Herr Maxim unterstellt also allen Personen aller anderen Parteien, sie hätten ebenfalls betrogen bis zum Beweis des Gegenteils. De facto heißt dies doch nur eins, und das habe ich bereits beschrieben: Das machen doch alle so, also dieser herr Googleberg das doch auch…..

    Peinlich, einfach nur peinlich….

    Ali, Pils oder Export?

  13. #13 Sven
    Februar 19, 2011

    > Peer Review zum Beispiel kann helfen zu verhindern, dass
    > schlecht gemachte Arbeiten nicht veröffentlicht werden.

    Das sind ein bis zwei Wörter zuviel, oder?

    Schönes Wochenende und bis denn,
    Sven

    Danke, dir auch. Ich hab es korrigiert.

  14. #14 maro
    Februar 19, 2011

    Laut der GuttenPlag Wiki sind auf 62% der Seiten jetzt Plagiatsfälle aufgetreten – und das von etlichen unteschiedlichen Originalquellen größtenteils wortwörtlich. Mich wundert ein wenig das den Prüfern die zwangsläufigen Stilbrüche zwischen eigenen Texten und Kopien nicht aufgefallen sind.

  15. #15 Horstibaer
    Februar 19, 2011

    Wenn es denn tatsächlich eigene Textpassagen gibt. Warte nur mal ein paar Tage ;-))

  16. #16 Ketzer
    Februar 19, 2011

    Wissenschaft ist über weite Strecken selbstregulierend. Sehr viel funktioniert auf der Basis von Vertrauen.

    Offensichtlich auch die Bewertung von Prüfungsleistungen, in denen die Fähigkeit zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit nachgewiesen werden soll. Vertrauen ist schon eine feine Sache, dann ist immer der andere schuld, derjenige, der es enttäuscht hat.

  17. #17 Ulrich Berger
    Februar 19, 2011

    @ ali:

    Kein bestimmter Grund, nur weil er eben Politikwissenschaftler ist…

  18. #18 Baruch
    Februar 19, 2011

    Ich denke, daß Politik und Wissenschaft zu trennen nicht unbedingt der beste Weg ist. Wissenschaft ist selbst schon politisch, weil es keinen nicht-politischen öffentlichen Raum gibt. Juristei ist ebenfalls nicht apolitisch. Daß dieser Fall allerdings Wissenschaft um ein weiteres diskreditiert stimmt – und auch an dessen Ausmaß kann man die politische Brisanz des Wissenschaftlichen bestens ablesen.

    Wie könnte man sowas schneller sanktionieren und vielleicht auch effektiver?
    Ich denke, alle wissenschaftlichen Arbeiten, die mit einer Titel- oder Gradvergabe verbunden sind, sollten kostenlos verfügbar ins Internet gestellt werden. Daß die Arbeit vom Guttenberg um die 80€ kostet ist ein Unding.
    So etwas würde auch die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft wieder steigern, da es einen guten Willen zu erkennen gibt (statt, wie bisher, eher ein Profitinteresse) und die Meßlatte der Frage “Könnte ich auffliegen” weit stärker wirkt, wenn nahezu jeder Webuser die Sachen (mittels Google und Programmen, die man dann erfinden wird) nachprüfen kann. So einen Kontrollmechanismus (so eine Stärke) kann auch die Peer-Review nicht bieten, die überdies noch andere Nachteile hat.

    Für Guttenbergs Fall, der Träger eines hohen öffentlichen Amtes ist, ist die Lage allerdings noch etwas prekärer. Er kann nicht nur vom wissenschafltichen Standpunkt sanktioniert werden, da sein Titel nicht unwichtig für sein Amt selbst war und sein Verhalten im Falle eines Betruges eine ethische Frage ist und nicht nur eine wissenchaftliche. Niemand will einen Betrüger in einem hohen Amt, ja genau genommen soll ja alles “Programm” vor den Würden eines solchen Amtes auch verhindern, daß man einem Betrüger ins Amt hilft. Auch dafür ist der Titel eine Referenz, den Guttenberg dann eher schamlos ausgenutzt hätte. Er hätte aber auch die Gutgläubigkeit an diese Titel ausgenutzt. Von daher ist es eine ethische Frage, vor allem als Verteidigungsminister: wenn es diesem Obersten in der Heeresführung einfach durchgehen darf, daß er betrügt, wie reflektiert sich das auf alle anderen unter ihm? Das ist gerade beim Militär nicht ungefährlich. Ein Verteidigungsminister, der das billigend in Kauf nehmen würde ist eben gerade eine denkbar schlechte Wahl und es mangelt an Begründung für ein “Ja, Sie können bleiben”.


    Daß das “Volk” der Ansicht ist, daß ohnehin die meisten Akademiker Betrüger wären kann man nun nicht diesem Volk alleine anlasten. Hätte es keinen Grund zu argwöhnen, so würde es das auch nicht tun. Es hat aber offensichtlich Grund (solche Dinge wie die Schweinegrippe etwa, bei der selbst der letzte Dorftrottel irgendwie das Gefühl nicht los wurd, daß das eher Pharmainteressen als Gesundheitsfragen waren, deren unkritische Hinnahme seitens fast aller Akademiker bzw. das intelektuelle Kleinreden der Bedenken: alle anderen für ein bisschen unklüger zu halten ist das Gegenteil von Verständnis). Über sowas reden Akademiker allerdings vielleicht viel zu selten oder zu verkniffen (über die eigene Instrumenalisierbarkeit). Solang wie man sich selbst mehr oder weniger für unfehlbar hält und sagt, daß Betrug eine seltene Ausnahme ist, solang muß man mit Argwohn aus den verschiedensten Reihen rechnen. Auch aufgrund der geschichtlichen Lehre, daß gerade jene, die Unfehlbarkeit beanspruchen, meistens gewaltig ausgefuchste Betrüger sind und bisweilen DIE Prototypen.
    Es ist auch hier klüger, sich an den spinozistischen Lehrsatz zu halten: “Nicht bemitleiden, nicht auslachen, nicht verabscheuen, sondern verstehen!”

  19. #19 Thomas H. Kaspar
    Februar 19, 2011

    Das spricht mir aus der Seele. Ich habe auch mal drüber geschrieben ( http://www.utopia.de/blog/taeglich-meditation-buddhismus-om-heilsam-blog/warum-ich-bei-guttenberg-hart-bleibe-verteidigungsminister ) und teile das Kernargument. Im Falle des Verteidigungsminsters ist wissenschaftliche Sauberkeit als Vertrauensgrundlage noch eine Stufe prekärer. Was, wenn er einen Kriegseinsatz wissenschaftlich belegen will (cruveball usf.)?

  20. #21 maxfoxim
    Februar 19, 2011

    @ (un)logiker
    Genau das wollte ich gerade nicht sagen. Ich wollte keinen Generellverdacht aussprechen, nur glaubst du ernsthaft es gibt sowas nur in der CSU? Ich gehe davon aus, dass jedes Individium seine Doktorarbeit ehrlich und gewissenhaft geschrieben hat. Allerdings wäre es doch auch sehr sehr unwahrscheinlich wenn es so etwas nur in einer Partei gibt, oder nicht? Als Logiker hat man bestimmt auch ein Gefühl für Wahrscheinlichkeit, oder? dachte ich zumindest immer ;)
    Ein anderes Beispiel, ich gehe auch nicht davon aus, dass du ein Dieb bist, aber ich würde auch nicht behaupten wollen, dass es keine Diebe gibt. Ich hoffe es ist jetzt klar geworden, was ich meinte.
    @Stefan W.
    Ich weiß ehrlich gesagt nicht wer der Intitator war, habe nur gesehen, dass eine grüne Seite auf die wiki-Seite verwiesen hat. Schon klar, dass man deswegen nicht der Verfasser, Gründer oder ähnliches ist. Hatte deswegen ja auch geschrieben “oder sonst wer”. Ist letztendlich auch egal, wer es war.

  21. #22 a
    Februar 19, 2011

    ich stimme dem Kommentar von “Baruch” zu.
    Hinzuzufuegen ist, dass er in seiner Funktion als Verteidigungsminister auch verantwortlich ist fuer zwei Universitaeten!! Er ist oberster Disziplinarvorgesetzter aller studierenden/promovierenden Soldaten (OAs).
    Wie soll er Vorbild sein?

  22. #23 ali
    Februar 19, 2011

    @Baruch

    Ich glaube auch nicht, dass man die wissenschaftlichen Fragen aus der politischen Diskussion einfach abtrennen kann, das umgekehrte halte ich aber nicht nur für möglich sondern auch notwendig. Ich sage es gibt einen Aspekt, den man alleine aus der akademischen Perspektive evaluieren kann und dort stören politische Erwägungen nur, weil es um diese nicht geht. Deine Argumentation bezieht sich auf politische Konsequenzen. Ich sage nicht, die soll nicht geführt werden, ich sage nur sie ist eine andere als die akademische.

    Was den zweiten Teil deines Kommentars betrifft, da kann ich überhaupt nichts mit anfangen. Pauschalurteile wie “sich für unfehlbar halten” oder “unkritische Hinnahme” zu benutzen um daraus zu schliessen, dass diese sehr heterogene und amorphe Gruppe eigentlich selber Schuld ist, scheint mir nicht sehr konstruktiv. Das ist wie das Argument welches der benachteiligten Gruppe (Migranten, Juden, Muslime, Frauen, etc.) die Schuld daran gibt, wie sie wahrgenommen werden, weil sie sich nicht genug für das “richtige” aussprechen würden, wobei was “richtig” ist, Sippenhaftung und die Korrektheit der eigenen Wahrnehmung schon vorausgesetzt sind.

    @Redfox

    Wenn es stimmt was man bisher behauptet in Bezug auf das Ausmass und der Herr Hartmer daran festhält, dass es “bislang [] allenfalls Anlass für eine Rüge, aber nicht für eine Aberkennung des Doktortitels” gäbe, dann wäre das für mich schlicht nicht nachvollziehbar. Entweder heisst das, es steht schlimm um die akademische Integrität oder aber der Entscheid ist von politischen Erwägungen beeinflusst. Was würde denn zu einer Aberkennung des Doktortitels führen?

    @Logiker

    Werde erst im Herbst wieder in der Schweiz sein (Genf), bin aber gerne für ein Bier zu haben. Im Moment trinke ich fast nur IPAs. Werde dann nach Brüssel gehen und sicher nicht an zu kleiner Auswahl leiden. :)

  23. #24 Martin Steiger
    Februar 20, 2011

    Plagiat ist im Wissenschaftsbetrieb kein Kavaliersdelikt.

    Ein Plagiat sollte im Wissenschaftsbetrieb kein Kavaliersdelikt sein. In Wirklichkeit wird es aber meistens so behandelt – falls es überhaupt Bemühungen gibt, ein Plagiat aufzuspüren.

    Im Bezug auf meine Juristenkollegen in Deutschland ist das «Wissenschaftsplagiat» von Volker Riedle äusserst lesenswert:

    http://www.wissenschaftsplagiat.de/

  24. #25 Niels
    Februar 20, 2011

    Jetzt wird es bei Guttenbergs Arbeit aber langsam völlig grotesk. Da kann man nur noch staunen.

    [1]Jetzt sind es deutlich über 100 übernommene Stellen.
    [2]Das führt dazu, dass auf 268 Seiten seiner Arbeit (das sind dann 68% der Seiten) Plagiate gefunden wurden.
    [3]Einmal wurden sogar 8 Seiten samt Gliederung übernommen
    [4]Ein andermal mehr als sechs Seiten wörtlich aus einer englischen Zeitung übersetzt.
    [5]An anderen Stellen hat er “ohne Quellenangaben “übernommen” und dann die im Original vorhandenen Anführungsstriche für die Zitate und die zugehörigen Quellenangaben zu diesen Zitate gelöscht.
    Damit hat er praktisch zweimal plagiiert, oder?
    Zum einen den kopierten Abschnitt. Zum anderen hat er die Stellen, die im geklauten Original als fremde Gedanken gekennzeichnet waren, durch die Löschungen ebenfalls als eigene Ideen ausgegeben.
    [6]Sogar Teile aus einer Proseminararbeit eines Studenten wurden geklaut. (Ob dieser Student wusste, dass sein Text ein summa cum laude im Sinn einer Doktorarbeit wert ist?)
    [7]Außerdem durfte offenbar ein Mitarbeiter des Wissenschaftlichen Diensts des Bundestags ein zehnseitiges Gutachten für Guttenberg anfertigen, das Guttenberg dann fast vollständig in seine Arbeit übernommen hat. Natürlich ohne Nennung von Quellen und ohne Kennzeichnung als Zitat. (Quelle dazu: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746518,00.html )

    Wenn das als bedauerliches “Versehen” durchgeht haben wir neue, sehr interessante Standards für Doktorarbeiten.

  25. #26 Rincewind
    Februar 20, 2011

    Was mir bei der ganzen Diskussion etwas zu kurz kommt, ist die Rolle der Uni Bayreuth. Eine Dis. einerseits mit “summa cum laude” zu bewerten und anderseits – auch 2007 gab es bereits Internet – anscheinend kaum oder keine Prüfung hinsichtlich solcher “Fehler” gemacht zu haben, erzeugt ein gewisses “Gschmäckle”.

  26. #27 Lichtecho
    Februar 20, 2011

    @Rincewind: Ja, das geht mir auch so. Natürlich nutzt der politische Gegner den Betrug Guttenbergs aus, um ihn zu schaden und das ist völlig legitim. Ich glaube aber, dass die Wut der Akademiker auf Guttenberg nicht die Stimmungslage der Bevölkerung wiedergibt (siehe z.B. Focus-Online von heute). Der Imageschaden ist für Guttenberg geringer, als für die Zunft der Doktoren im allgemeinen, denn selbst für Aussenstehende ist doch klar, dass Guttenberg bei weitem nicht der einzige Betrüger sein kann. Das wäre extrem unwahrscheinlich. Daher sollte nicht einfach die Person Guttenbergs im Mittelpunkt stehen, sondern auch die Verantwortlichen in Bayreuth in benannt und angeklagt werden und das Problem in seiner Allgemeinheit ernsthaft diskutiert werden, um all die ehrlichen und fleißigen Wissenschaftler jetzt nicht zu dikreditieren.

    Ich glaube, Otto-Normal-Wähler misst der Affäre keine allzu große Bedeutung bei, die Wissenschaft sollte aber die Affäre zur Selbstanalyse nutzen.

  27. #28 fittipaldi
    Februar 20, 2011

    und er hat alles bestritten. politker leben doch alle in ihrer eigenen welt. demokratie ist nichts als eine große lüge – money talks. ein aufruf zum gemeinschaftlichen verbrechen. achja… ders klasse – wie man eine akademische laufbahn bestreitet, ohne jemals eine universität besucht zu haben beweiste gerd postel http://www.youtube.com/watch?v=EsfZArIpUKY
    man muss einfach nur gut schnacken können – ich sach ma charisma.

  28. #29 Baruch
    Februar 20, 2011

    @ Ali: Mit Unfehlbarkeitsansprüchen meine ich im wesentlichen die Ansicht, dass Wissenschaft, however, neutral sein könnte oder müsste, also die Aussage eines Individuums oder einer Gruppe, keine politische Position beziehen zu müssen und zu brauchen, weil man ja wissenschafltich sei. Wissenschaft ist im Gegenteil für mich per se politisch, ohne Poltik macht das, was wir DIE Wissenschaft nennen überhaupt gar keinen Sinn. Und, so sagte das Michel Bernard (Historiker) einmal: Gelehrsamkeit ist keine Garantie für Neutralität.
    Ich denke daher auch, dass man die politischen Fragen niemals aus den wissenschaftlichen ausschließen darf. Sonst verkommt das zu Gehrosamsverhältnissen, die ich schrecklich finden würde. Ausserdem ist es wie gesagt in meinen Augen illusionär anzunehmen, Wissenschaft sei politisch neutral oder optimaler Weise politisch neutral. Wenn Neutralität bedeutet, sich nicht zur Politik dessen zu äußern, in das man eingefügt ist, dann ist das politisch, weil es reine Affirmation des Gefüges ist, in dem man sich befindet (bspw: Uniersität), weil auch Kritiklosigkeit eine politische Äußerung ist und Folge eines politischen Willens. Und jede Äußerung, die man dann doch macht, ist ebenso politisch. Mein erster Teil ist daher nicht bezüglich politischer Konsequenz, sondern bezüglich politischer Prämisse und Disposition, man könnte sagen, bzgl der Unmöglichkeit in der Wissenschaft nichtpolitisch zu sein (so sehr man sich das wünschen mag, wobei bspw ein Kant das ganz schrecklich gefunden hätte, weil apolitische Wissenschaft aufklärungstechnisch blind werden kann). Der Guttenberg zeigt das eben dadurch, dass alle über politische Konsequenzen reden. Ich meine, dass “das ist ein Einzelfall”-Denken recht falsch ist, weil es egal ist, ob es einmal vorkommt, dass ein Politiker betrügen kann und dann Minister werden kann oder ob es hundertmal vorkommt: das ontologisch vorrangige Problem ist, dass es überhaupt möglich ist (und das ist es auch, was so untergrabend gegen die Wissenschaft ist). Das heißt nämlich, das niemand garantieren kann, dass es ein Einzelfall ist, weil: wer hätte das mal untersucht? Man verlässt sich doch im wesentlichen auf Selbstheilung und -reinigung.

    Mein zweiter Teil will in der Tat sagen, dass das Unbehagen des Volks bzgl. der Ehrlichkeit von Akademikern sehr wohl was mit deren Verhalten zu tun hat, wenn auch nicht nur. Aber ich meinte das weniger im Sinne einer Schuldfrage, sondern einer Ursachenfrage. Der akademische Habitus, der verschieden ist von dem Alltagshabitus von Nichtakademikern (das behaupte ich nicht, sondern das hat bspw. jemand wie Pierre Bourdieu gezeigt in zb. “Die feinen Unterschiede” oder “Das Elend der Welt”, “HOMO ACADEMICUS”), die akademische “Borniertheit” ist denn auch etwas anderes als das Prinzip einer unterdrückten Minoritäten-Gruppe, weil Akademiker ja wohl nicht unterdrückt sind, jedenfalls nicht als Minoritäten-Gruppe. Eher zählen sie zu der Seite der Unterdrücker. Das meine ich denn auch mit “eigene Instrumentalisierbarkeit”, über die man sich als Akademiker klar sein muss. Und über die man sich nur klar sein kann, wenn man das Politische vom Wissenschaftlichen im Auge behält, das man notfalls auch einfordern muss, eben weil man sonst instrumentalisiert wird im Dienste einer politischen Strategie (A-politismus ist eine politische Strategie).

    Vielleicht habe ich Sie aber auch ganz falsch verstanden und Sie dann mich und ich dann wieder Sie.

  29. #30 Hel
    Februar 20, 2011

    @Rincewind

    Yep, ganz genau – wobei Gschmäckle noch mild formuliert ist, es riecht stark nach Korruption. Dass der heutige Bayreuther Ombudsmann Prof. Dr. Dietmar Klippel damals in der Prüfungskommission für Guttis Promotionsverfahren saß, macht die Sache erst recht nicht besser.

  30. #31 Anhaltiner
    Februar 21, 2011

    Selbst wenn die Uni eine Täuschung sieht ist die Aberkennung des Titels eine “Kann-Entscheidung” – die Disertations-Ordnung wurde auf den Nachrichtensendern zitiert. Ein “Plagiatsjäger” wurde damit zitiert das er 70 Disertation des Plagiats überführt habe und 11 Titel aberkannt wurden. Eine “Todsünde” sieht bei wir anders aus. Falls KTG der Titel aberkannt würde, frage ich mich ob er nicht von einer Militär-Uni in “Kabulistan” nicht einen Dr.h.c. (auch ein Dr.) bekommt. Rücktrittsvorderungen der Opposition halte ich persönlich für eine “Adelung” (sollte es irgendwo einen Minister geben, der nicht von der Opposition zum Rücktritt gezwungen werden wird, kann er nicht wirklich wichtig sein – so meine persönliche Meinung) So wie es jetzt aussieht hat er (warum auch immer) bei seiner Dr.-Arbeit ganz schön Mist gebaut hat. Der Meinung das 2/3 der Bürger ihn als Minister behalten möchten (lt. Umfrage) kann ich mich jedoch anschließen. Ich finde auch ohne/mit aberkannten Dr-Titel kann er sogar Bundeskanzler/-präsident) werden. Über 100 MdBs haben einen Dr.Titel – wenn man ganz genau hinscht wird man bestimmt noch den ein oder anderen Betrug/Unschönheit/Unwissenschaftlichkeit finden. Wenn ich sehe das Mediziner ihren Dr. schon vor bestandenem Dipl-Examen in der Tasche haben würde mich das nicht mal wundern. Politiker sind mehr oder weniger gute Verkäufer. In der Regel schafft man es nicht ihnen Verfehlungen nach Recht und Gesetz nachzuweisen aber oftmal hat man das Gefühl nach der Wahl/(Kauf) betrogen worden zu sein. KTG hat es bei mir geschaft zu verstehen warum die Schießereien und die Militärpräsenz in Afgahanistan nicht einem “Krieg” geschuldet sind weil es eben nur ein “umgangsprachlicher” Krieg ist. Da hab ich echt was gelernt – und ich war “Bundi” und wurde mit juristischen Belehrungen im Bezug auf das Militärwesen zugepflastert. Naja wie auch immer die Causa Guttenberg ausgeht glaube ich das er eine “Lichtgestalt” bleiben wird.

  31. #32 Fibonaccie
    Februar 21, 2011

    Es ist schon erstaunlich, wieviele sich einen Betrüger dennoch als Verteidigungsminister oder gar als Kanzler vorstellen können. Wenn tatsächlich der Doktortitel nicht aberkannt werden sollte, dann ist die Auszeichnung des Doktortitels in Deutschland nichts mehr wert. Sollte der fliegende Flickenteppich aus Langzitaten nicht dazu führen, dass der Doktortitel aberkannt werden, so würde ich nach Rückkehr nach Deutschland einen Phd Titel nicht als Doktortitel wandeln lassen.

  32. #33 Stefan II
    Februar 21, 2011

    Ein Sturm im Wasserglas. Dissertationen in “Buchwissenschaften” sind ohnehin nicht viel mehr als ein ausgedehntes Quellenstudium und Zusammensammeln von Zitaten. Aus zehn Büchern wird ein neues, elftes herausdestilliert. Insgesamt ist es egal, wieviele Stellen Guttenberg nicht ordentlich referenziert hat, da seine Arbeit von Anfang an uninteressant war, im Sinne eines neuen Erkenntnisgewinns. Das ist aber in vielen Studienrichtungen, in denen keine Grundlagenforschung betrieben werden kann, nicht viel anders.

  33. #34 Rincewind
    Februar 21, 2011

    Insgesamt ist es egal, wieviele Stellen Guttenberg nicht ordentlich referenziert hat, da seine Arbeit von Anfang an uninteressant war, im Sinne eines neuen Erkenntnisgewinns.

    Genau das zeichnet aber eine summa cum laude Arbeit aus …

  34. #35 Schlafmütze
    Februar 21, 2011

    Dr. House würde es sicher ablehnen, zu behaupten, Wissenschaft basiere sehr viel auf Vertrauen…

  35. #36 Basilius
    Februar 21, 2011

    @Ali
    Gut geschriebener Artikel.
    Meine vollste Zustimmung.

  36. #37 Feliks_Dzerzhinsky
    Februar 21, 2011

    “Wissenschaft ist über weite Strecken selbstregulierend.” Dazu wollen wir einen Beitrag leisten im Sinne angewandter Internet-Peristaltik:
    Uneingeschränkte Solidarität mit Dr. zu Guttenberg!

  37. #38 cheironos
    Februar 21, 2011

    Da tut sich ja heute Abend einiges, schon ist der “dauerhafte” Verzicht auf den Doktortitel ausgesprochen!
    Summa cum laude für “Blödsinn”, “Peinliches”, “gravierende Fehler”? Guttenberg hat auf einer Wahlkampfveranstaltung in Kelkheim “massive” Selbstkritik geübt.
    Uiih, da stehen nun aber die Prüfer seiner Dissertation im Zentrum des Gelächters!
    Des Guttenbergs (ehemalige) neue Kleider!

  38. #39 Andrea N.D.
    Februar 22, 2011

    Für mich (die ebenfalls über geisteswissenschaftlichen Arbeiten schwitzte und keine Studies besaß, die den Quellenapparat in wochenlanger Kleinarbeit hätten erstellen können) stellt sich die Frage, nach welchen Grundsätzen ein Mensch lebt, der systematischen Betrug (der leider aufflog) als ein paar “Fehler” bezeichnet. Das gehört nicht zum guten Ton des geisteswissenschaftlichen “Adels” und es ist definitv kein Kavaliersdelikt.

  39. #40 Peter
    Februar 22, 2011

    Schon erstaunlich, was hier abgeht.

  40. #41 asdf.asdf
    Februar 22, 2011

    Der Fall von Guttenberg zeigt wieder einmal, auf was es in einer hypersozialen Welt von höheren Primaten wirklich geht: nicht um Wissenschaft oder Bücher, sondern um Führung, Führung, Führung, Führer.

    Gadafis Sturz zeigt auch wieder einmal, dass alle Bücher letztlich nie funktionieren können (Gaddafis grünes Buch) — bis auf Facebook und Fuckbook, natürlich.

  41. #42 lkj.lkjh
    Februar 22, 2011

    @asdf

    Ganz richtig, der Guttenberg: um an die Macht zu kommen, braucht es leider einen Dr. Titel — sobald man an der Macht ist, lacht man einfach nur noch drüber (und über die Dummheit dieser Arschlöcher überall)…

  42. #43 Andy
    Februar 23, 2011

    Ich frage mich, wurde diese Dissertation überhaupt ordentlich geprüft, den wenn dieses Verfahren von der Uni Bayreuth richtig geprüft worden wäre, wäre dies nun nicht so hoch gekocht. Sicherlich sollte Herr Guttenberg auf den Titel verzichten müssen, aber Konsequenzen für die Uni, die dieses Dissertation abgesegnet hat, sehe ich keine!
    Wenn so viele Stellen nicht korrekt sind hätte es ein gewissenhafter Doktorvater dies festgestellt!

  43. #44 gutti
    Februar 23, 2011

    “Die Frage eines möglichen Täuschungsvorsatzes habe man vernachlässigen können” – so die Uni Bayreuth.

    Wie ich schon weiter oben sagte und darum hier nochmals:

    <<

    Warum schreibt ein heutiger Biologe und Primatenforscher nicht ein Ethogramm von Guttenberg (mit “fränkischem Charisma” bzw. “Führerqualitäten”)? Da kann man sehr viel lernen über die hypersoziale Affenwelt von heute (inkl. Facebook, Fuckbook, Guttenberg-Buch, etc.).

  44. #45 gutti
    Februar 24, 2011

    Hier könnt ihr sehen, wie perfekt ein hypersoziales Primatenhirn sein kann:

    http://www.youtube.com/watch?v=osghVC3nr_4

    Gutti – ein perfektes hypersoziales Primatenhirn (Machiavellische Intelligenz).

    Darum lieben alle Primaten den Guttenberg ja so wahnsinnig, der hat wirklich eine perfekte soziale Intelligenz (“Führer”)!

    Ich warte immer noch auf einen ebenfalls perfekten Biologen oder Ethologen, der dies Ganze irgendwann einmal analysieren kann (aber bitte nicht in einer Doktorarbeit!).

  45. #46 guttiXXL
    Februar 24, 2011

    @gutti
    Bei Ihrer selten peinlichen Grütze werde ich noch zum Guttenberg Freund.
    Anders gesagt wenn ich die Wahl habe … egal viel Spaß beim Wasserlassen…

  46. #47 guttiXXXXL
    Februar 25, 2011

    Warum soviel Geschrei um nichts?

    Nach 2 Jahren ist in der Wissenschaft sowieso schon längst alles verjährt…

    Und die Halbwertszeit heutiger Gedächtnisse liegt sowieso im Sekundenbereich…

  47. #48 Ella
    Februar 25, 2011

    Obwohl die Sache mit dem Plagiat von Guttenberg so unangenehm ist und Widerwillen erregt, scheint es vielen nicht zu stören, dass Guttenberg unehrlich gehandelt hat. Ganz im Gegensatz gewinnt er immer mehr Befürworter.

  48. #49 cursa
    Februar 28, 2011

    Die “Bild am Sonntag” titelte Gestern: “So sehr leidet unser Gutti” oder so ähnlich.
    Mir persönlich kommt das ehrlich gesagt nicht so vor. Die Galle kochte mir schon über, als er dieses Interview gab – auf dem er schon gefilmt wurde und fragte “ob die Kamera schon läuft”.
    Von Reue war da nix zu sehen. Es hat nur gezeigt, was für ein mieser Populist er ist.
    Und den grössten Teil der Bevölkerung hat er immer noch hinter sich.
    Meiner Meinung nach ist der Knoten jetzt geplatzt: Wer schummelt, lügt, betrügt und es möglichst gut schafft, seine Mitmenschen zu verblenden, bringt es weiter wie “der Depp”, der sich den Po aufreisst und ehrlich arbeitet.
    Ich stelle mich jetzt manchmal als “Freiherr” vor. Nur so zum Spass. Ich will nicht adelig sein. Aber was der kann, kann ich schon lange. ;)

  49. #50 Dr.Prof.
    März 3, 2011

    naja nun ist ja auch alles vorbei! Gutti ist abgedankt und jetzt darf Dr. Thomas de Maizière die übernehmen. Ich bin mal gespannt wie lange sein Doktortitel standhält :-D

  50. #51 Maxim Worcester
    März 9, 2011

    Das ihr Deutschen immer so jammern müsst.

  51. #52 ali
    März 9, 2011

    @Maxim Worcester

    Zum Glück bin ich kein Deutscher.

    Hast du uns sonst noch etwas wichtiges zu sagen?