Clip und Kontroverse sind zwar noch vom alten Jahr, aber ich musste dieses Video noch verbloggen. Nicht dass es jemand verpasst.

Für alle die das Werbefilmchen für die Fast Food Kette Nando’s noch nicht gesehen haben, “The last dictator standing” ist Pflicht. Es ist nämlich auch gelungene politische Satire. Was wird man in ein paar Jahren über die politische Stimmung 2011 herauslesen können, wenn das Jahr schon lange wieder vergessen ist und man sich diesen Clip anschaut.

Die Werbung wurde übrigens zurückgezogen, weil Mugabe Sympathisanten Nando’s drohten. Zum Glück ist aus dem Internet zurückziehen eher schwierig. Darum auch hier ein weiterer Beitrag zur unkontrollierten Verbreitung:

Bonuspunkte für jene, die den Mann auf der Schaukel ohne zu googeln benennen können.

Die politischen Frechheiten scheinen bei Nando’s System zu haben. Hier eine Werbung zur Südafrikanischen Politik-Kaste (funktioniert aber auch gut für andere Länder):

Oder ein Spot der den islamischen Fastenmonat aufs Korn nimmt:

Kommentare (18)

  1. #2 weyoun
    Januar 11, 2012

    der mann auf der schaukel ist südafrikaner. da er europäischer herkunft ist, heisst er nicht zuma;-) ich denke de klerk wird es auch nicht sein, da der ja eher als beender in die geschichte eingehen wird. ich vermute mal das soll botha sein. aber auch nur weil ich keinen anderen kenne

  2. #3 cydonia
    Januar 11, 2012

    Alles nicht so wichtig….aber dass nach einem Monart wieder ein Post von dir erscheint, freut mich sehr!

  3. #4 cydonia
    Januar 11, 2012

    ..und den gestrigen hab ich glatt übersehen.

  4. #5 Boron
    Januar 12, 2012

    Würd auch sagen, dasses Botha ist. Wenn dem so wäre, fände ich es aber sehr befremdlich, da ich mir nicht vorstellen kann, dass Mugabe als ehemaliger Aktivist der nationalen Befreiungsbewegung Simbabwes einem erklärten weißen Rassisten die Schaukel angeschubst hätte. Schon garnicht zu dessen Amtszeit.

  5. #6 rolak
    Januar 12, 2012

    Nun Boron, Du solltest vielleicht bedenken, daß

    • es keine geleakten Bilder aus Mugabes Videotagebuch sind
    • Nando’s ein südafrikanisches Unternehmen ist
    • die Flagge passt

    Die Ramadan-Variante gefällt mir am besten – sooo mitleiderregend 🙂

  6. #7 ali
    Januar 12, 2012

    @cydonia

    Wie du selber ja noch gemerkt hast, versuchte ich es vorgestern auch mit etwas Substanz. Die letzten Einträge im Dezember waren übrigens vom 23. und 25. Dezember. “Ein Monat” ist da doch etwas melodramatisch. Aber es ist schön vermisst zu werden.

    @weyoun, Boron, rolak

    Ich glaube auch, dass der Mann auf der Schaukel Botha sein soll. Das Mugabe mit ihm natürlich nichts zu tun haben will, macht es nur noch bissiger…

  7. #8 cydonia
    Januar 12, 2012

    @ali
    Ich denke, ein bisschen Melodramatik kommt immer ganz gut, und um wirklich nicht missverstanden zu werden: Der Clip mit Mugabe ist absolut klasse! Wenn ich zum ersten mal einen ähnlich bissigen und guten Clip im deutschen Fernsehen sehe, mache ich eine Flasche Champagner auf.

  8. #9 Boron
    Januar 12, 2012

    @rolak:

    Nun Boron, Du solltest vielleicht bedenken, daß

    • es keine geleakten Bilder aus Mugabes Videotagebuch sind

    Nicht???? Echt jetzt????!!!! Und ich dachte immer, alles was in der Werbung kommt, ist nichts als die reine Wahrheit?!!!!!!11111einself

    • Nando’s ein südafrikanisches Unternehmen ist

    OK, das wußte ich nicht. Ändert aber auch nichts an der Aussage des Bildes.

    • die Flagge passt

    Inwiefern? Ich hab nicht bezweifelt, dass es Botha sein soll.

    @ali, cydonia:

    @weyoun, Boron, rolak

    Ich glaube auch, dass der Mann auf der Schaukel Botha sein soll. Das Mugabe mit ihm natürlich nichts zu tun haben will, macht es nur noch bissiger…

    OK, die dahingehende Botschaft lautet also: “Der Antikolonialist Mugabe ist im Prinzip nicht besser als der Apartheids-Postkolonialist Botha”. Warum? Weil er weiße Großgrundbesitzer enteignet (hat)? Die Parallele zwischen Gaddafi und Mugabe seh ich ja ein, aber eine Gleichsetzung Mugabes mit Botha ist verfehlt. Sorry, ich bin ja durchaus für gute Politsatire zu haben, aber bei soviel Undifferenziertheit bin ich spaßfrei. Außerdem finde ich derartige Themen in kommerziellen Werbespots eh deplaziert. Die Dacia-Werbung mit Marx, Lenin und Guevara (da hättest du die Sektflasche eigentlich schon köpfen können, cydonia) fand ich auch nicht lustig.

  9. #10 cydonia
    Januar 12, 2012

    @Boron
    Champagner Boron! Nicht Sekt!
    Und für Champagner war die Werbung nicht gut genug. Und differenzierte Satire? Was soll denn das sein?
    Außerdem müsstest du noch erklären, warum ein Vergleich(keine Gleichsetzung!) Mugabes mit Botha aus deiner Sicht frevelhaft ist.
    Ich denke immer noch, dass das Einzige, mit dem man Diktatoren und Ideologien wirklich beikommt, ein kräftiges, befreites und entlarvendes Lachen ist. Marxismus? Pffffff….! Komm hör auf. Religionen? Ich lach mich scheckig…..

  10. #11 MJ
    Januar 12, 2012

    Kennt jemand die Versionsgeschichte, hier gibt’s das Video auch mit Karaoke mit Mao:

    http://www.bbc.co.uk/news/world-africa-16000522

  11. #12 Boron
    Januar 12, 2012

    @cydonia: Champagner, Sekt, geschenkt. Ich trink eh lieber Bier. 😛

    Warum sollte Satire nicht differenzieren können? Muss sie es nicht sogar, weil sie sonst einfach nur platt ist?

    Und ein ausgelassen dreinblickender Mugabe, der einem herzlich lachenden Botha die Schaukel anschubst – als Teil sentimentaler Erinnerungen des Erstgenannten, ist eine bildlich-metaphorische Gleichsetzung und kein Vergleich. (Inwiefern sollte diese 2-sekündige Einstellung auch eine Vergleich sein?). Und warum ich das für falsch halte (das Wort “Frevel” finde ich in diesem Kontext dann doch etwas überzogen), habe ich oben eigentlich schon klar gesagt. Der eine ein Kämpfer gegen die europäische Kolonialmacht und der andere ein Zementierer eben jener europäischen (wenn auch mit eigener “afrikanischer” Identität) Vorherrschaft über die Schwarze Mehrheit im Land.

    Versteht mich nicht falsch. Ich bin kein Apologet von Diktaturen. Aber es gibt Diktatoren, denen liegt tatsächlich etwas daran, die Lebensbedingungen ihres Volkes zu Verbessern. (Zumindest vor ihrem Wandel zu korrupten Machtmenschen konnte man Mugabe und Gaddafi soetwas durchaus nachsagen – und in just dieser Zeit, in der diese fiktive Schaukel-Szene sich hätte abspielen können, galt Mugabe als progressiv!) Und es gibt Diktatoren die juckt sowas eben einen Schei**dreck, und die ausschließlich um ihr eigenes Wohlergehen besorgt sind. Botha ist wohl ein Sonderfall. Er war zwar kein “waschechter” Diktator, da demokratisch gewählt, aber angesichts dessen, dass nur die weiße Minderheit wählen durfte ist das selbstverständlich nicht viel wert. Zudem war seine Politik ganz im Sinne der Apartheid und nur auf das Wohlergehen der europäischstämmigen Minderheit ausgerichtet.

    Unterhalte dich mal mit Schwarzafrikanern darüber, was was sie von Mugabe halten und was von Botha (am besten mit schwarzen Südafrikanern, die die Apartheid selbst noch erlebt haben 😉 ). Die haben da unten eine etwas andere Sicht der Dinge. Hier wird immer alles nur durch die eurozentristische und antitotalitaristische Brille gesehen.

    Ich bin ziemlich sicher, dass der Werbespot von Weißen oder aber zumindest Nicht-Schwarzen hergestellt wurde und sich sehr wahrscheinlich auch an Nicht-Schwarze richtet (ich möchte mal wissen, wie viele schwarze Südafrikaner nach solch einem Hähnchen-Menü noch Geld haben, um sich für den Rest der Woche was zum beißen leisten zu können). Das würde jedenfalls diesen undifferenzierten Umgang mit den Regimes in Simbabwe und dem in Südafrika vor 1990 erklären. Wenn ich ganz böse wäre, könnte ich sogar behaupten, dass dies auf eine Relativierung und Verharmlosung des Apartheid-Regimes abzielt!

    Und zum Beweis, dass ich Werbspots mit Dikatoren durchaus witzig finden kann, kickst du hier.

  12. #13 rolak
    Januar 12, 2012

    Hi Boron, meine Liste bezog sich auf Dein ‘befremdlich’. Wer derart kommentiert, darf mit gewürzter Entgegnung rechnen.

    Weil er weiße Großgrundbesitzer…

    Kann es sein, daß Du die Situation etwas einseitig betrachtest?

  13. #14 Boron
    Januar 12, 2012

    Und welcher deiner beiden Links rechtfertigt jetzt die Gleichsetzung Mugabes mit dem weißen Rassisten Botha?

    Was den Konflikt mit den Ndebele angeht, könnte man dem Wiki-Artikel auch durchaus Einseitigkeit bzw. zumindest unzulässig starke Vereinfachung vorwerfen. Da steht z.B. nur die Zahl der toten Ndebele und nicht vieviele Schona umgekommen sind. Auch steht dort nichts über den Anlass des Ausbruchs der Gewalttätigkeiten.

    Und dass Mugabe die Hoffnungen, die man in ihn gesetzt und die er selbst in der Frühphase seiner Regierungszeit geweckt hatte, letztlich nicht erfüllte, hatte ich oben bereits angedeutet. Die Entstehung des MDC war wohl die logische Konsquenz. Allerdings entnehme ich dem Artikel, dass Mugabes Partei bei der letzten Wahl gegen die MDC gewonnen hat (ja, ja, Wahlfälschung bla, bla, hat irgendwer ein Foto, das beweist, dass die Wahlen manipuliert wurden?). Außerdem wird das MDC von den USA unterstützt. Sowas macht mich immer stutzig.

  14. #15 cydonia
    Januar 12, 2012

    Ich verrate dir mal was Boron: ich bin mir fast sicher, dass so gut wie alle Diktatoren, die nicht von außen oktroyiert wurden, irgendwie die Situation des Volkes verbessern wollten. Das heißt nicht viel.
    Es gibt ein, wie ich finde, sehr gutes Stück von Sartre: “Les mains sales”. Dort wird der Wandel des Befreiungskämpfers zum Diktatoren recht gut beschrieben, und als mehr oder weniger unausweichlich angesehen.
    Und wenn die USA oder sonstwer irgendwas unterstützt, hat das bestimmt Gründe. Nur bedeutet das nicht automatisch, dass die Unterstützten damit automatisch diskreditiert sind. Mich macht vor allem stutzig, wenn dies als Argument für oder gegen eine Gruppe angesehen wird, was es nicht sein kann.

  15. #16 MJ
    Januar 12, 2012

    Ich weiß nicht, ich finde die Diskussion ein wenig behämmert. Hier:

    http://www.sokwanele.com/gallery/terror_album

    Wenn so die Politik eines Verbrechers aussieht, der irgendwann einmal Antikolonialist war, gebe ich auf letzteren Umstand einen feuchten Dreck. Und es gibt auf der Seite auch ein “mapping violence” – also wo und von wem all dies verbrochen wurde: der MDC ist dabei eine vernachlässigbare Größe. Mugabe ist das Problem, vielleicht kein “weißer Rassist”, sondern “nur” ein Ethnoterrorist, der auf die Kategorie “Schwarzafrikaner” (?, ich habe leider gerade keinen zur Hand, nur einen Schwulen-Dummy) einen feuchten Dreck gibt. Dass der Werbespot auf derlei Nuancen nicht eingegangen ist, ja das ist, uhm, das ist, naja, das ist für manche ein Grund viel heiße Luft zu produzieren, scheint es.

  16. #17 rolak
    Januar 12, 2012

    /Gleichsetzung/ Warum zum Henker soll ich etwas belegen, daß (hier im thread) aus­schließ­lich in Deiner Phantasie vorkommt? Z.B. sind sowohl dies als auch das beides Fahrzeuge. Ohne daß damit irgendetwas gleichgesetzt werden würde.
    Da hat Dich cydonia übrigens schon drauf hingewiesen – und am Zustand ‘Eigen­ge­wächs’ ändert auch das bildlich-metaphorische Gelaber nichts.

  17. #18 Boron
    Januar 13, 2012

    @cydonia, MJ: Is ja gut. Mugabe ist ein Ar***loch – jedenfalls heute. Ich sag ja garnichts anderes (das mit der Kampagne gegen Homosexuelle hab ich nicht gewußt). Das ändert nichts daran, dass mir das Bild von Mugabe und Botha als dicke Kumpels nicht passt.

    @rolak: Wenn für dich ein Bobbycar und ein Panzer das gleiche sind, bitteschön. Und die Gleichsetztung der beiden Regimes, ist eine absolut zulässige Interpretation der entsprechenden Einstellung im Clip. Aber OK, es ist ein blöder Werbespot. Lassen wir’s gut sein.