Die letzten Tage flitzten immer wieder Links zum von der Bundeskanzlerin gestarteten Bürgerdialogs durch meine Timeline auf Twitter. Ein Blick auf die populärsten Vorschläge gibt wohl einen Einblick in die Prioritäten der netzaffinen Bevölkerung. Abgesehen von den meines Erachtens eher originellen Prioritäten, ist der Anblick des Top Vorschlages nicht schön. Die meisten Stimmen hat ein Vorschlag der eine “offene Diskussion zum Islam” fordert.


Ein PI Leser besorgter Bürger fordert also eine “offene Diskussion über den Islam“, was soll es denn daran auszusetzen geben? Als religionskritischer Mensch sollte ich nun wahrlich kein Problem damit haben. Habe ich aber da der Vorschlag heuchlerisch ist. Der Autor ziemlich sicher keine “offene” Diskussion will. Seine ganzen Prämissen sind falsch. Es geht nicht um eine offene Diskussion, es geht um die Bestätigung seiner Schlussfolgerungen. Woher ich das weiss? Er hat sie in seinen Vorschlag reingeschrieben. Aufgrund der offensichtlich grossen Popularität der Eingabe will ich ein paar Zeilen darauf verwenden um aufzuzeigen, dass diese Annahmen, wenn man nur ein bisschen an der Oberfläche kratzt, völlig auseinanderfallen.

Hier der Wortlaut des Vorschlages:

Das Thema Islam wird von Politik und Medien gründlich gemieden, Islamkritiker werden bestenfalls ignoriert, meist aber diffamiert, Islamkritik wird pathologisiert und kriminalisiert. Eine argumentative Auseinandersetzung über den Islam muss endlich stattfinden. In der Politik. In den Medien.

Der Autor stellt hier einige Behauptungen auf die relativ einfach überprüft werden können. Da wäre zuerst einmal, dass das Thema “Islam”. Er schreibt von “ignorieren”, “pathologisieren” und “kriminalisieren”. Es ist also mehr, als dass er als Chefredaktor die Prioritäten anders setzen würde. Dass das Thema Islam und Islamkritik für ihn ein und das selbe zu sein scheint, spricht schon Bände über die “offene” Diskussion die er sich wünscht. Aber schauen wir und doch mal an,wie sehr die Medien das Thema Islam ignorieren. Hier die Zahl der Resultate in Google News für folgende Stichworte:

Stichwort Anzahl Google News Suchresultate
Islam 24’800
Islam (nur Deutsch) 1’250
Christentum 433
Judentum 259
Buddhismus 257

Aber vielleich liegt das Problem ja am Kontext. Vermutlich handelt es sich bei den rund 25’000 (Nachtrag: nur auf Deutsch sind es immer noch 1’250): Hits um lauter Lobeshymnen auf den Islam, seine vermeintlichen Errungenschaften und frieferdigkeit. Vielleicht, aber nachprüfen ist besser. Nochmals Google News:

Stichwort Anzahl Google News Suchresultate
Islam und Terrorismus 1’270
Islamisten 1’120

Wenn dies ein Thema “ignorieren” ist, müsste man wohl in Zukunft in den Medien nur noch über den Islam schreiben. Der Autor freut sich bestimmt schon auf die Frankfurter Allgemeine Islam Zeitung und die ISLAM BILD.

Nun wie steht es denn um die Politik? Bedenkt man das Schleierverbot in Frankreich, den Schweizer Verfassungsartikel, der den Bau von Minaretten untersagt (Artikel 72 Absatz 3) oder die King Anhörungen in den USA, mag man zumindest anekdoteisch an dieser These gewisse Zweifel anbringen. Aber suchen wir doch einen klareren Anahltspunkt für Deutschland: Eine Volltextsuche auf der Webseite des Deutschen Bundestags bringt rund 70 Resultate zum Stichwort Islam für die letzten acht Jahre. In Anbetracht der effektiven Bedrohung sollte dieser Einsatz von Steuergeldern zum Thema doch auch den Petitionär zufrieden stellen.

Belegen, das Islamkritik “kriminalisiert” wird, muss wohl der Autor des Vorschlags selber. Ein entsprechende Referenz zu einem Gesetz wäre wünschenswert. Die Formulierung verrät wahrscheinlich mehr über den Verfolgungswahn des Schreibers als über die Realität. Ein Klick auf PI oder AchGut falsifiziert seine Aussage wohl, handelt es sich schliesslich nicht um Blogs, die aus einem Gefängnis geschrieben werden.

Die ganzen Prämissen sind also schlicht falsch und erfunden. Warum tut man so was wenn man doch eine “offene Diskussion” fordert? Ich vermute man redet sich und seinem Publikum den Status einer unterdrückten Minderheit ein, um sich zu legitimieren. Man tut so als ob man mutig gegen eine grosse dunkle Übermacht ankämpft. Das stärkt das Gefühl des Zusammenhalts und bestätigt die Truppe der vermeintlich Zu-kurz-Gekommenen in ihrer Selbstgerechtigkeit.

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Kommentare (28)

  1. #1 cydonia
    Februar 10, 2012

    Danke ali!
    Ich denke, es wird gleich hoch hergehen, und ich werde mich leider erstmal nicht beteiligen können. Einer der Zeit Leitartikel diese Woche über die muslimischen Schlichter in Deutschland hatte auch einen Unterton, der mir gar nicht gefiel.
    Es scheint teilweise gerade gewaltig zu brodel(r)n, und es wäre interessant, die genauen Ursachen zu ergründen.

  2. #2 Christian Reinboth
    Februar 10, 2012

    So wie auf PI für den “islamkritischen” Beitrag im Bürgerdialog getrommelt wird, ist wohl davon auszugehen, dass der Spitzenplatz bis zum Ablauf des Dialogs behauptet werden kann. Man darf jetzt schon gespannt sein, wie die Bundesregierung dieses Problem löst, bzw. ob man tatsächlich einen PIler zum Expertengespräch ins Kanzleramt lädt. Unter den ersten zwanzig Beiträgen finden sich übrigens noch weitere dieses Kalibers – wenn den Cannabis-Freunden und ACTA-Gegnern bis Mitte April die Luft ausgehen sollte, könnte es also durchaus passieren, dass das “Problemranking” im Bürgerdialog am Ende gänzlich von vermeintlicher “Islamkritik” dominiert wird (vermeintlicher Kritik nicht deshalb, weil es am Islam nichts zu kritisieren gäbe, sondern weil “die Medien unterdrücken das Thema und kriminalisieren jede Kritik” einfach blanker Unsinn ist, wie Dein Beitrag sehr schön zeigt).

    In jedem Fall zeigt die inhaltliche Verortung der ersten fünf Beiträge (1 x Islamkritik, 1 x ACTA, 1 x Waffernrecht und 2 x Drogen-Legalisierung) mehr als überdeutlich, dass die kampagnenfähigen Onliner keinen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung darstellen (hier dürften derzeit eher Themen wie Euro-Krise, Afghanistan-Einsatz oder Vorteilsnahme in öffentlichen Ämtern dominieren)…

    Im Bereich Wie wollen wir lernen? sind die ersten zehn Beiträge dagegen erfreulicherweise ganz vernünftig (bis auf einen etwas verwirrenden Rant zum Thema “Veggie-Day in Schulen und Behörden”), offenbar zieht die Kategorie an sich weniger skurrile Beiträge an. Ich hatte mich selbst mit zwei Vorschlägen zum Thema Open Access in der Wissenschaft und prekäre Arbeitsverhältnisse an Universitäten beteiligt, die derzeit erfreulicherweise auf dem ersten bzw. auf dem dritten Platz zu finden sind. Vielleicht geht da ja doch noch was…

  3. #3 ali
    Februar 10, 2012

    Ich wurde auf Twitter darauf hingewiesen, dass Islam auch andere Sprachen als Resultate hervorbringt. Ich dachte meine Suche wäre nur auf Deutsch gewesen, aber irgendwie hat Google sich da zurückgesetzt. Ich habe daher noch einen Nachtrag und die Resultate nur auf Deutsch hinzugefügt.

    Es ist ebenfalls korrekt, dass mit dem Suchwort Islam auch Ableitungen angezeigt werden. Dafür fehlen “Muslim”. Der Vergleich war auch nur für die Grössenordnungen gedacht und es ändert nichts an der Tatsache, dass das Thema nicht ignoriert wird. Mehr wollte ich damit auch nicht aussagen.

    Eine etwas fundiertere Analyse würde ich auch nicht mit Hilfe von Google machen, sondern mit LexisNexis.

  4. #4 Jörg Burandt
    Februar 10, 2012

    Vielen Dank!
    Genau was dort im Text von Ihnen anklingt, Herr Arbia, wird in diesen Zeiten wieder populär. Der kollektivierte Neid und die als “Kritik” getarnte Missgunst gab es ja bereits mal gegenüber einer Bevölkerungsschicht. Mit pseudowissenschaftlichen Feigenblättern zogen die Deutschen bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts gegen die Juden. Was daraus wurde zeigen heute noch die Gedenkstätten.
    Ich kann jedem nur das Buch “Warum die Juden? Warum die Deutschen?” von Götz Aly empfehlen. Obwohl ich seine politischen Schlüsse nicht immer teile und ein durchaus heikles Verhältnis zu diesem Autor habe, zeigt er in einer erschreckend erhellenden historischen Analyse die Wurzeln dieses deutschen Grundübels auf. Die Paralellen zum Heute nennt er nicht, weil sie ihn nicht interessieren. Aber es ist mehr als unheimlich wie manche Mechanismen offensichtlich immer noch funktionieren.
    Wie die “Israelkritik” ist die “Islamkritik” fast immer nur ein Nebel, der die Ressentiments der “Kritiker” schlecht verbirgt. Wir können nicht genug vor diesen Menschen warnen. Diese Dumpfheit ist Ekel erregend.

  5. #5 oliver
    Februar 10, 2012

    Ich bin wirklich auf das Ergebnis im April gespannt und vor allem auf die Reaktion im Kanzleramt. Für die “Islamkritiker” ist es, wahrscheinlich, eine Win-Win-Situation.

    Falls Merkel alles abbläst, haben wir dann einen haufen Märtyrer und falls sie die “Islamritiker” einlädt haben die eine Bühne auf der sie ihre “Argumente” vor großem Publikum vortragen können. Selbst wenn es dann Disskusionspartner geben würde die dagegen halten, wären die Sympathien doch sehr wahrscheinlich bei den “Islamkritikern” “die doch nur aussprechen was eh alle denken”.

    Worst-Case wäre in meinen Augen eine Wiederholung von Lichtenhagen und Hoyerswerda (woran sich heutzutage interessanterweise kaum noch einer erinnern kann).
    Im besten Fall gibt es eine Wiederholung der Sarazzin-Geschichte.

    Irgendwie gefällt mir beides nicht…

  6. #6 Spoing
    Februar 10, 2012

    Das Thema der “totgeschwiegenen Islamkritik” ist allerdings etwas was wirklich ein Problem ist. Nicht etwa weil das Thema wirklich totgeschwiegen wird, sondern weil es vielen Menschen so vorkommt.

    Ein Grund dafür sehe ich zu einen darin, dass Zeitungen wie BILD genau wissen wie die Reaktion ausfällt, wenn sie mal wieder auf der braunen Welle schwimmen (Ein Teil Jubelt und ein Teil schreit Skandal -> Damit hat Bild seinen Skandal, ein Angriff auf die Meinungsfreiheit (Die der Zeitung sonst herzlich egal ist))

    Ein anderer Grund ist aber, dass es in der politischen Linken zu lange ein Todschlagargument war den anderen einfach als “rechts” zu diffamieren. Viele einfache Leute werden nun als rechts bezeichnet. Diese haben zwar Einstellungen rechts der Mitte aber manche links der Mitte differentieren nichtmehr sobald jemand rechts der SPD liegt. Das sorgt dann für eine Sympatisierung mit den “anderen rechten”. Denn wenn ein CDU-Wähler von bspw. der Antifa als rechts bezeichnet wird, steigert das seine Bereitschaft enorm wirkliche rechte Idioten als Opfer anzuerkennen.
    Rechts ist von manchen einfach ein inflationär gebrauchtes Modewort für alle die politisch nicht Grün oder Links stehen. (Auch in der AKW Debatte wurde man als Befürworter häufig als rechts diffamiert)

  7. #7 Malte
    Februar 10, 2012

    @Spoing

    So so, die Linksgrünen sind mal wieder schuld? Das hat Rainald Grebe aber schon mal besser formuliert:

  8. #8 Rumo
    Februar 10, 2012

    Ist das eigentlich wirklich schon die gesamte Ausführung/Begründung des “Vorschlags”? Oder gibt es da noch irgendwo eine gut versteckte Langfassung?

    Vielen danke jedenfalls für deine wie immer sachliche und aufschlussreiche Kritik (und dass du mich überhaupt erst auf dieses Bürgerdialogdingsbums aufmerksam gemacht hast – an mir war das bisher irgendwie völlig vorbeigegangen)

  9. #9 davetiye
    Februar 10, 2012

    arbeitet seit Geldstrafe

  10. #10 rolak
    Februar 10, 2012

    War bei mir genauso, Rumo – zuerst dachte ich, den clic vergessen zu haben, doch dann dämmerte es…

  11. #11 BreitSide
    Februar 11, 2012

    xxx

  12. #12 Spoing
    Februar 11, 2012

    @Malte natürlich sind die “Linksgrünen” nicht daran “schuld”. Schuld ist das braune Gesocks. Aber wenn man überlegen will, wie man dagegen vorgeht bringt es nichts bei denen anzusetzen.
    Wenn jemand ein Verbrechen begeht ist auch nicht die Polizei daran schuld, aber die Polizei (und die Justiz im allgemeinen) muss trotzdem dafür sorgen dass möglichst wenig Verbrechen geschehen. Wenn das nicht klappt muss man überlegen wie die Polizei anders vorgehen kann und nicht den Verbrechern sagen, dass sie damit aufhören soll.

  13. #13 Sarah
    Februar 11, 2012

    “Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin – Abstimmungsergebnisse unglaubwürdig!
    von Gustav Wall
    Mogelpackung von Bürgerbeteiligung und Verschwendung von Steuergeldern
    Einige Medien informierten die Bürger über die berauschende Abruf-, Besucherzahlen und eine rege Teilnahme in der Abstimmung auf der Website Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin http://www.dialog-ueber-deutschland.de/ [1]. Inzwischen ist offensichtlich, dass diese Zahlen manipuliert sind. Dies hat auch das das Redaktionsteam des Bundespresseamtes bereits eingesehen und u.a. am 03.02.2012 zwischen 19:00 und 21:00 Uhr den Zähler zum Abstimmungsergebnis zum Vorschlag Open Source statt schlechter Software [5] von über 18 000 auf 0 gesetzt – s. dazu [4]. Ob es Einzelfall und letzter Fall der Manipulation der Abstimmung seitens des Bundespresseamtes, bleibt zu hoffen.
    Als Ergebnis der Darstellung des Redaktionsteams und der Medien – s. dazu [3], [4] und [9] – kann in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehen, dass es sich bei dieser Manipulation nur um einen ärgerlichen Einzelfall handelt und mit der eingespielten CAPTCHA-Eingabe jetzt keine Verfälschung der Abstimmungsergebnisse möglich ist. Tatsache ist, dass das Update der Website die Manipulation der Abstimmung zwar erschwert, aber nicht verhindert. Fleißige Teinehmer des Online-Zukunftsdialogs können nach wie vor unbegrenzt oft abstimmen, wenn sie nach jeder Abstimmung das Browser-Fenster schließen und den Browser neu starten. Unter diesen Umständen sind die Qualität und Glaubwürdigkeit der Abstimmungsergebnisse im Online-Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin mehr als fraglich.
    Insbesondere ist es zu beachten, dass Abstimmungsergebnisse zu bestimmten Vorschlägen, die als Ergebnis von gezielten Aufrufen von Rechtspopulisten im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin zustande kommen, keinen Bezug zur Realität haben und keinesfallls als Meinungsbilder der Bundesbürger betrachtet werden können. Auf [1] ist unter Fragen und Antworten zu lesen: Alle Vorschläge werden, sofern sie mit unseren Regeln vereinbar sind, von der Redaktion freigeschaltet. Sie sind damit für alle Webseite sichtbar und können von diesen bis zum 15. April 2012 kommentiert und bewertet werden. Die Absender jener zehn Vorschläge, denen die meisten Nutzer ihre Stimme gegeben haben, werden am Ende des Zukunftsdialogs, voraussichtlich im September 2012, ins Bundeskanzleramt eingeladen, um direkt mit der Bundeskanzlerin über ihre Ideen zu sprechen.
    Wenn die Bundeskanzlerin sich dazu entscheidet, so offensichtlich manipulierte Abstimmungsergebnisse dazu zu verwenden, um die Rechspopulisten in das Kanzleramt einzuladen, dann lässt sie sich instrumentalisieren und stellt ihre eigene Integrität und Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Alles in allem ist diese mit groben handwerklichen Fehlern online geschaltete Plattform [1] eine Augenwischerei, teuere Mogelpackung von Bürgerbeteiligung und Verschwendung von Steuergeldern.”

    aus: http://www.egovernment-computing.de/forum/messages.cfm?threadid=D17E2667-22B7-44D9-984BC789250D484A#3

  14. #14 doublemoth
    Februar 11, 2012

    Meine eigenen Erfahrungen, die natürlich kein Beweis für irgendetwas sind, sind die, dass es kein Problem ist sachliche Kritik am Christentum zu äußern, aber sobald die selbe Kritik über den Islam kommt, hagelt es Beleidigungen. Und diese kommmen hauptsächlich von Personen die sich selbst auf der “linken” Seite sehen oder von Muslimen. Das kann ich irgendwie nicht nachvollziehen, da doch gerade der Islam derzeit eine der faschistischten Religionen ist (mit großer Ausnahme der Aleviten).

    Solche Relativierungen und Vergleiche würde ich z.B. bei einer Kritik über das Christentum niemals machen. Ich habe das Gefühl immer vorher sagen zu müssen, dass ich ja gar kein Nazi bin. Und das ist ein Gefühl, dass viele Islamkritiker haben, was letztendlich wohl auch zu dr großen Unterstützung dieses Vorschlags führt. Man hat einfach das Gefühl, dass man sich nicht gegen den Islam aussprechen darf und das wird mit Sicherheit nicht von den Islamkritikern vermittelt.

  15. #15 Besorgter Demokrat
    Februar 11, 2012

    Ein Problem ist doch auch, dass auf der Plattform niemand *gegen* einen Vorschlag stimmen kann. Um ein Zeichen gegen diesen rechtspopulistischen Müll zu setzen, habe ich folgenden Vorschlag eingestellt. Unterstützt bitte, wenn Ihr wollt:
    https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=3901

  16. #16 Malte
    Februar 11, 2012

    @doublemoth

    “sachliche Kritik” … “Islam derzeit eine der faschistischten Religionen” … “Ich habe das Gefühl immer vorher sagen zu müssen, dass ich ja gar kein Nazi bin”

    Merkste was? Wenn nein, dann hast Du hoffentlich schon für den hier diskutierten Vorschlag im Bürgerforum gestimmt.

  17. #17 BreitSide
    Februar 11, 2012

    doublemoth· 11.02.12 · 15:10 Uhr: Kann das sein, dass Du exakt dem Sehfehler aufgesessen bist, den Ali in seinem Eingangspost so vorzüglich aufgezeigt hat?

    Kann das sein, dass Du das Dir Unpassende einfach überliest?

    Du sagst ja so schön, Du “hast ein Gefühl”. Dieses Dein Gefühl trügt Dich ganz offensichtlich beträchtlich.

  18. #18 doublemoth
    Februar 11, 2012

    @Malte:
    Laut Definition trifft Faschismus auf autoritäre, totalitäre, rechtsradikale Regime und politische Gruppen zu. Jetzt muss man sich mal die Staaten anschauen, in denen der Islam politisch ausgerichtet ist. Dazu zählen nicht nur die Nahost-Staaten, sondern auch südasiatische Staaten und was da passiert:
    http://www.wissenrockt.de/2012/01/20/blasphemie-indonesischer-atheist-verprugelt-und-eingesperrt-24935/
    selbst in Europa gibt es ähnliche Beispiele:
    http://hpd.de/node/12706

    Oder die Zensur zum DrawMohammedDay.

    Hinzu kommt noch die Verbindung des Islams mit dem deutschen Reich:
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,450090,00.html

    Für mich ist das ziemlich faschistisch. Ich kann mich nicht daran erinnern so etwas in jüngerer Zeit von anderen Religionen mitbekommen zu haben. Die Bewertung einer Religion definiert sich bei mir durch die Taten ihrer Anhänger.

    Die einzigen Religionen, die auch solche Machtambitionen haben sind die Evangelikalen in den USA und die orthodoxen Juden in Israel.

  19. #19 doublemoth
    Februar 11, 2012

    Ein kleiner Nachtrag:
    http://www.wissenrockt.de/2011/01/03/studien-und-umfragen-was-glauben-muslime-14365/

    Wenn ich von Gruppierungen spreche, meine ich nie alle sondern immer den Mittelwert plus ein- bis zweifache Standardabweichung. Das Individuum kann immer ganz anders sein. Ein Grund, warum ich z.B. die Aleviten ausgeschlossen habe.

    Ein wenig Angst vor den Islam habe ich bekommen, nachdem ich den Koran und die Hadithen gelesen habe bzw. an die Stelle kam, an der gesagt wurde, dass wenn sich Stellen in den Schriften wiedersprechen, dass dann immer das neuere zählt. Und der ganze Brutale kram steht in den jüngeren Textabschnitten. Was ja auch zu verstehen ist, wenn man sich historisch mit Mohammeds Leben beschäftigt. Zuerst war er ja Händler und später Kriegsherr. Und leider halten sich viele Koranschulen an diese Auslegung.

    Es mag natürlich auch an meiner selektiven Wahrnehmung liegen, aber sind die meisten Opfer derzeit nicht beim Islam zu finden?

  20. #20 BreitSide
    Februar 11, 2012

    Jomei, Doublemouth, was hat das jetzt mit Deinem Post davor zu tun?

    Du hast doch behauptet, niemand kümmere diese Missstände und keiner weise darauf hin. Das ist einfach Unfug.

    Dass Missstände bestehen, hat doch wohl keiner bestritten?

    Lern bitte mal, logisch zu formulieren und nicht alles miteinander zu vermischen.

  21. #21 ali
    Februar 12, 2012

    @doublemoth

    Und das ist ein Gefühl, dass viele Islamkritiker haben, was letztendlich wohl auch zu dr großen Unterstützung dieses Vorschlags führt. Man hat einfach das Gefühl, dass man sich nicht gegen den Islam aussprechen darf und das wird mit Sicherheit nicht von den Islamkritikern vermittelt.

    Die Frage ist, was rechtfertigt das. In den 30er Jahren hatten “die Leute” vielleicht das Gefühl, dass Finanz- und Wirtschaft von Juden dominiert sei. Im Iran haben sie vielleicht das Gefühl, dass Israel ein tyrannischer Staat ohne existenzberechtigung sei und in Uganda hat “man” vielleicht das Gefühl, dass Homosexualität ein westlicher und widernatürlicher Import ist und Homosexuelle daher mindestens ins Gefängnis gehören oder gar die Todesstrafe verdienen. Solche “Gefühle” sollten auf keinen Fall die Basis für Politik sein.

    Die “Faschismus”-Kateogorisierung finde ich auch nicht hilfreich, aber das ist ein anderes grosses Thema, welches wohl eine eigene Diskussion wäre. “Faschismus” ist heute meist nur noch eine Keule um sich mit etwas argumentativ nicht mehr auseinanderzusetzen und wird als Synomnym für “Böse” oder das “Schlechte” überhaupt verwendet. Es ist nicht so, dass “Faschismus” = “Totalitär/Autoritär”. Eine Definition ist gar nicht so einfach, viele häufig angeführte Definitionselemente passen in diesem Kontext überhaupt nicht (zum Beispiel ist der Antisemitismus den Goldhagen im Link anführt, eben nicht unbedingt typisch für den Faschismus und wurde erst durch die Nazis in die Ideologie “eingeführt”).

    Der Punkt bleibt bestehen: Es gibt wie gesagt viele gute Gründe den Islam zu kritisieren, bei vielem das unter “Islamkritik” läuft, habe ich den Eindruck, dass es nur eine Form von Legitimisierung von Fremdenfeindlichkeit ist. Typische Merkmal hierfür ist, dass Schlüsse über “den Islam” gezogen werden, die selbe Logik (und Verallgemeinerung) aber nicht auf “das Christentum” angewendet wird. Dass systematisch das fremdere als Block wahrgenommen wird und das Nähere ausdifferenziert wird. Und dass es sich dann gleich mit der Imigrations- und Ausländerdebatte vermischt um eine paar Beispiele zu nennen.

  22. #22 wereatheist
    Februar 12, 2012

    Dass sich die ´Islamkritik´ praktisch immer mit der Migrationsdebatte mischt, ist doch (banalerweise), nahezu unvermeidlich: in D gibt es vielleicht ein paar 10.000 Konvertiten, aber ~4 Millionen Muslime mit Migrationshintergrund.
    Was die Islamkritik weiter anheizt, ist der Eindruck, dass es in der türkischen und arabischen community in den letzten ca. 20 Jahren eine Hinwendung zu ostentativeren Formen des Islam gegeben hat: um 1990 waren AFAIR in Berlin Kopftücher eher die Ausnahme, heute sind sie die überwiegende Regel (sind aber oft quietschbunt/schillernd/auffällig und werden gerne mit äußerst eng geschnittenen langen Mänteln kombiniert… ein Paschtune bekäme wahrscheinlich Herzrasen 😀 ). Mit anderen Worten: “die Leute” sehen, oder glauben zu sehen, ´integrationsfeindliche´ Tendenzen und machen sich z.T. übertriebene Sorgen.

  23. #23 Grummel griesgram
    Februar 14, 2012

    “Ein wenig Angst vor den Islam habe ich bekommen, nachdem ich den Koran und die Hadithen gelesen habe bzw. an die Stelle kam, an der gesagt wurde, dass wenn sich Stellen in den Schriften wiedersprechen, dass dann immer das neuere zählt. Und der ganze Brutale kram steht in den jüngeren Textabschnitten”

    “17 So erwürget nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Weiber, die Männer erkannt und beigelegen haben;
    18 aber alle Kinder, die Weibsbilde sind und nicht Männer erkannt noch beigelegen haben, die lasset für euch leben.”

    ach und das is okay, OKAY. naja stammt ja aus der bibel. (4. Mose 31 17-18)
    daher muss es ja stimmen, ist auch nicht brutal, nur humanistisch. 😀

  24. #24 Sebastian
    Februar 15, 2012

    Herr Arbia, ich fürchte, Sie machen es sich da etwas zu leicht. Mag sein, dass der Vorschlag unglücklich formuliert ist und wissenschaftlichen Standarts nicht standhält, aber es handelt sich ja ausdrücklich um einen “Bürgerdialog”, an dem auch Bürger ohne Hochschulabschluss teilnehmen können bzw. sollen.
    Es ist auch wenig hilfreich, dem Schreiber “Verfolgungswahn” zu unterstellen, das Abschieben Andersdenkender in die psychatrische Anstalt hat eine entsetzliche Tradition.
    Ich stelle in meinem Umfeld durchaus ein gewisses Unwohlsein fest, wenn es um den Islam geht. Dieses Unwohlsein mag berechtigt sein oder auch nicht, es ist jedoch da und muss daher ernst genommen werden. Lösen lässt sich das Problem tatsächlich nur in einem offenen Dialog, zu dem natürlich auch kritische Stimmen zugelassen sein müssen.

  25. #25 rolak
    Februar 15, 2012

    Tja Sebastian, mal abgesehen davon, daß der Vorschlagstext in seiner Irrationalität tat­sächlich paranoide Züge zeigt, speziell die Kombination von fehlerhafter Wahrnehmung und Schuld-beim-anderen-suchen — wo bitte hat der blogAutor von Abschiebung in die Anstalt gesprochen? Oder bist Du etwa der Meinung, daß alle Menschen mit paranoiden Tendenzen hierzulande in die Psychiatrie müssen oder dort schon sind?
    Das von Dir wahrgenommene Unwohlsein ist ein Ausdruck des Unwissens und der Angst der Seite, die sich rationalen Argumenten verschließt, sich dafür aber gegenseitig hochpusht. Und für die forderst Du einen Dialog? Damit der dann auch ignoriert wird?
    Gib es zu, Du wolltest nur ein wenig die Standarte schwenken…

    Übrigens herzlichen Glückwunsch zum ersten Godwin des threads – dm oben kann nicht gezählt werden.

  26. #26 ali
    Februar 15, 2012

    @Sebastian

    1. Führe ich ja genau diesen Dialog und versuche aufzuzeigen, wie die ganzen “Argumente” auf falschen Annahmen beruhen. Warum bitte mache ich es mir zu einfach? Im Gegensatz zum Petitionär versuche ich meine Behauptungen zu belegen.

    2. Habe ich irgendwo geschrieben, dass ich den Petitionär nicht ernst nehme weil er “keinen Hochschulabschluss” hätte? Habe ich sonstwie irgendwie zum Thema Ausbildung geäussert? Einfach anzunehmen, dass alle Islamophoben halt zu den schlechter gebildeten Schichten gehören, ist tatsächlich elitäres Denken. Dieser Zusammenhang wurde aber von dir konstruiert.

    3. Das Verfolgunswahn keine medizinische Diagnose war (genausowenig wie wenn ich von “verrückt” schreibe oder “grössenwahnsinnig”) sollte, wenn schon nicht offensichtlich, zumindest eine naheliegende Auslegung sein, wenn du mir etwas guten Willen entgegenbringst. Das Einweisen in eine psychiatrische Klinik kam wiederum von dir. Unterstelle mir bitte nicht Dinge, die ich nicht gesagt habe.

    4. Dass sich “das Problem” nur in einem “offenen Dialog” lösen lässt, ist doch meine Rede. Im Blogpost erkläre ich, warum ich glaube, dass der Petitionär eben nicht an einem solchen interessiert ist. Hast du dazu effektiv etwas zu sagen? Dann bitte ich dich die Karten auf den Tisch zu legen, auf die Argumente einzugehen und diesen “offenen Dialog” zu pflegen. Ansonsten kommt bei mir der Verdacht auf, dass du Betroffenheitstrolling betreibst.

  27. #27 Stefan W.
    Februar 17, 2012

    oliver· 10.02.12 · 14:58 Uhr
    Falls Merkel alles abbläst, haben wir dann einen haufen Märtyrer

    Das haben wir nicht. Das hätten wir, wenn sie den Diskutanten die Halsschlagader aufbeißt, sie vergiftet oder vierteilen läßt. Du willst Dich vielleicht mal informieren, was “Märtyrer” bedeutet.

    Es gibt keine Debatte zum Islam wie es auch keine Debatte über das Christentum gibt. Religion entzieht sich aufgrund ihrer Konsistenz der rationalen Diskussion. Es kommt da selten was bei rum.

    Die, die dran glauben, wollen es nicht diskutieren, weil es qua Diskussion nicht verbreitet werden kann, und die, die vorgeben eine Diskussion zu wollen wollen auch keine, und zwar weil sie nur alten Rassismus im Schilde führen, weder vergleichende Religionswissenschaft, noch Religionskritik.

    Was könnte man denn am Islam diskutieren? Wenn man sich auf die Idee einläßt, dass es offenbarte Buchwahrheiten gibt, die auch nach 1000 Jahren noch sinnvoll sind, obwohl es keine Bestätigung für die Worte gibt, außer der Inhalt der Worte selbst, auch wenn es allem widerspricht was man sonst so weiß – tja – wenn’s der Prophet so gesagt hat…?

    Die Kritik am Islam ist im Wesentlichen die Kritik an der Religion, und das kann der Königin der C-Partei kaum am Herzen liegen, welches ja in Prozenten rechnen muss.

  28. #28 Gentrifikator
    Februar 20, 2012

    Die habens dort auch nicht so mit Humor…

    Liebe Teilnehmerin, lieber Teilnehmer,

    Ihr Beitrag verstößt gegen die Regeln des Bürgerdialogs und kann leider nicht veröffentlicht werden. Die Regeln können Sie hier nachlesen: https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/80-Meta/Benutzerhinweise/benutzerhinweise_node.html

    Titel: Offene Diskussion über Aliens

    Text:
    Das Thema Aliens wird von Politik und Medien gründlich gemieden, Alienkritiker werden bestenfalls ignoriert, meist aber diffamiert, Alienkritik wird pathologisiert und kriminalisiert. Eine argumentative Auseinandersetzung über Aliens muss endlich stattfinden. In der Politik. In den Medien.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihre Redaktion Zukunftsdialog