Wieder einmal ein Youtube Clip zur sonntäglichen Unterhaltung. Zumindest zur sonntäglichen Unterhaltung von Wirtschaftswissenschaftlern und Wonks vielleicht.

Es treten gegen einander an: Auf der einen Seite Friedrich August von Hayek (Österreich), Grand Master des freien Marktes und bekannt für seine Ludwig von Mises Hommagen. Auf der anderen finden wir Baron John Maynard Keynes (Grossbritannien), Vater des unvergänglichen Titels “Langfristig sind wir alle tot!” und Verteidiger des Staates. Natürlich geht es ums Geld:

Fear the Boom and Bust!

Witzig finde ich übrigens vor allem auch die Eingangsszene, mit dem Keynes Groupie und Hayek, der etwas zernknittert seinen Namen buchstabieren muss. Und gelungen natürlich auch der knappe Kommentar unter dem Clip by Youtube: “Fake mustache”.

Kommentare (14)

  1. #1 Alexander
    März 18, 2012

    Nicht neu, aber immer wieder gut. Und für die Version mit den Untertiteln bin ich durchaus dankbar.
    Zu den Gags: sehr gelungen finde ich die Barkeeper Ben (Bernanke) und Tim (Geithner), sowie Keynes mit den Kopfschmerzen nach der Party 😀

  2. #2 MJ
    März 18, 2012

    Wirklich…?

    Da der inhaltlich Veranwortliche der Keynes vs Hayek-Rap-Battles Russ Roberts, ein Prof der GMU ist (eine Uni, die vor allem auf die Österreichische Schule und Ökonomen, die davon kommen, setzt, darunter etwa auch Tyler Cowen, früher Arnold Kling, oder Bryan Caplan) dürfte man sich wohl nicht allzu viele Erkenntnisse erhoffen (die durchaus auch in diesem Rahmen möglich wären). Dementsprechend ist Kritik ja auch vor allem von der Keynes-Seite gekommen. Ist es ein neuer Superlativ, dass man die Gegenseite karikaturiert, anstatt tatsächliche Kritik zu betreiben?

    Das ist Schade, denn es gäbe ja an sich genügend tatsächliche Statements der einen über die anderen – und wie bei Kony2012 frage ich mich, ob sehr viele derer, die das Video super finden, diese dann gelesen oder sich sonstwie mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Ich meine, nicht einmal wenn man nicht lesen will, gibt’s wirklich echten Hayek über Keyens, und auch andere:

    Hier ist Hayek über Keynes:

    Hier ist etwa Friedman über Keynes:

    Hier ist (geschrieben) David Glasner – vergesst Keynes, vergesst Hayek, vergesst Friedman, auf Hawtrey und Cassel kommt es an:

    https://uneasymoney.com/2011/12/12/keynes-v-hayek-enough-already/

    Man kann also auch ordentlich gegen Keynes sein – direkt oder auf der meta-Ebene – ohne grenzdebile Videos zu produzieren…

    Übrigens, hat jemand Wapshots “Keynes Hayek: The Clash that Defined Modern Economics” gelesen. Ich kenne ein paar Reviews, aber nicht das Buch. Lohnt es sich?

  3. #3 MJ
    März 18, 2012

    Da oben bei mir irgendwo, wo’s keinen Sinn ergibt “nicht einmal” durch ‘sogar” ersetzen.

    Und nach dem Posten habe ich auch Glasner’s Eintrag wieder gelesen, mit der Einschätzung:”The accuracy of the representations signaled in its portrayal of Hayek as bald and Keynes with a full head of hair when in real life it was the other way around.”

  4. #4 Christian Reinboth
    März 18, 2012

    Also ich für meinen Teil mag diese Pro-Hayek-Musikvideos – insbesondere den zweiten Teil, der inhaltlich zwar recht ähnlich, dafür aber musikalisch noch einen Hauch besser ist…

  5. #5 ali
    März 18, 2012

    @MJ

    Da hast du etwas wesentlich ernster genommen als ich. Ich habe in dem Clip (ohne etwas über dessen Produzenten zu wissen) vor allem eine wie ich finde witzige Umsetzung eines oft als trocken wahrgenommen Themas gesehen. Das Augenzwinkern sah ich vor allem auch in Richtung der Mammon verherrlichenden Rap-Videos. Weder litt ich unter einer einer schrecklich einseitigen Darstellung (aber vielleicht habe ich den Clip dafür einfach nicht ernst genug genommen) noch finde ich es ein “grenzdebile” Karikatur. Man muss das Video tatsächlich nicht witzig finden und ich sehe ein, dass das mit dem Humor so eine Sache ist, aber ich frage mich nun ernsthaft, bin ich einfach zu blind um es zu sehen, oder hast du etwas schlicht in den falschen Hals gekriegt?

  6. #6 MJ
    März 19, 2012

    @ Ali

    Tja, so kann man es wahrscheinlich auch sehen. Aber wie Christian Reinboth ja zeigt, hat das Video – ob man es nun mag oder nicht – eine eindeutige Schlagseite. Papola (der Produzent) hat ganz offen zugegeben, dass eine faire Darstellung in den Videos noch nicht einmal sein Ziel war, etwa hier nachzulesen (wobei das auch ein Beispiel ist, warum man Twitter zitieren können sollte…):

    https://www.economistsdoitwithmodels.com/2011/04/30/keynes-vs-hayek-now-with-more-boxing/

    Russ Roberts hat seinerseits mit einem Blog-Eintrag auf Café Hayek unverblühmt zugegeben, dass es für ihn hauptsächlich um Ideologie geht. Die Kritik haben unter anderem Delong und Glasner (und letzterer ist noch nicht einmal Keynesianer, btw) geführt (vor allem was die niedrige Qualität der anschließenden Diskussionen betrifft). Auch Ökonomen, die weder Keynesianer noch Hayekianer sind, haben die Schlagseite erkannt (etwa Scott Sumner, der den enstprechenden Blogpost mit “For you Austrian rap music fans.” eingeleitet hat; Sumner hat allerdgins nichts gegen das Video, zumindest sagt er nichts dazu). Die Kritik bezieht sich auf irreführende Aussagen, hier zusammengefasst und mit einer Anekdote, wie das Video auf Studenten hat, die weder mit Hayek noch Keynes besonders vertraut sind:

    https://factsandotherstubbornthings.blogspot.fr/2011/11/day-which-will-live-in-infamy.html

    Und insoferne das Video auf aktuelle Diskussionen verweisen soll (und das soll es ganz sicher), sind Aussagen wie “steer the economy” eine Karikatur der Keynesianischen Position, wenn man sich die Positionen von Leuten wie John Taylor oder Greg Mankiw (aus dessen Einführungstexte wahrscheinlich nicht gerade wenige gelernt haben und das Samuelsons “Neoklassische Synthese” weiterführt, die vielerorts unterrichtet wird – also der makroökonomische Rahmen, um den es hier letztenendes geht) ansieht. Und das ist das Problemim weiteren Sinne: das Video ist nicht pro-Hayek, sondern anti-Keynes – und wird damit auch Hayek nicht gerecht, dessen Gedanken es wohl verdient hätten, in einem eigenständigen Rahmen auseinandergesetzt zu werden. Wie da natürlich auch im letzten Blogpost steht:”It is fun, yes”. Dass Rap-Musik hier das meta-Thema sein soll, wage ich aufgrund der offen zugegebenen Zielsetzungen der Macher zu bezweifeln. Aber wenn ich mir überlege, was ich hier in den letzten Tagen produziert habe, sollte ich mir eingestehen, dass ich zur Zeit vielleicht einfach nicht gut drauf bin und unnötig aggressiv auftrete. Ich erlege mir also eine zeitlang eine Kommentarpause auf, Besserung versprochen…

  7. #7 Alexander
    März 19, 2012

    Boah, da hat aber jemand wenig Humor. Grenzdebil? Was ist daran grenzdebil??
    Natürlich ist das Video nicht ausgewogen, da macht es aber auch kein Geheimnis draus. Es ist ein intelligent und witzig gemachter Beitrag zur aktuellen fiskalpolitischen Debatte (in den USA, passt aber auch sehr gut zu Old Europe). Es richtet sich gegen die selbsternannten Keynesianer, die ständig vom “Kaputtsparen” reden, und die Märkte mit immer noch mehr Geld fluten möchten. Das mag zwar nicht orignal “Keynes” sein, aber die Befürworter dieser Politik führen ständig Keynes im Munde. Daher ist es durchaus gerechtfertigt, diese Karikatur von Keynes in diesem Spot auch so vorzuführen.

  8. #8 Redfox
    März 19, 2012

    Auf den ideologischen Background des Produzenten hätte Ali hinweisen sollen, aber wenn irgendjemand seine Meinung zu Keynes über Rap-videos bildet… na ja.

    @Alexander:

    Als Kommentar zur aktuellen Fiskaldebatte sind die Songs in etwa so intelligent und hilfreich wie das Trololo-Lied:

    @ali:

    Das wäre ein Aktuelles Video das es zu Diskutieren lohnt:
    Obama: The Road We’ve Traveled

  9. #9 ali
    März 19, 2012

    Ich habe mir den Clip nochmals in voller Länge angesehen und bin zum Schluss gekommen, dass ich ihn einfach nicht ernst genug nehmen kann um mich über fehlende Ausgeglichenheit oder karikaturale Darstellung von Argumenten aufzuregen. Vielleicht fehlt mir da auch einfach das Feuer in dieser Debatte oder irgend etwas grundlegendes entgeht mir nach wie vor. Aber es handelt sich ja nicht um einen journalistischen Beitrag.

    @MJ

    Nein, bitte weiter kommentieren. Ich versuchte wirklich nur rauszufinden, ob ich was übersehe, oder ob es an sehr unterschiedlichen Perspektiven liegt.

    @Redfox

    Wie schon geschrieben, auf den Urheber habe ich nicht hingewiesen weil ich das nicht wusste (und nach wiederholter Betrachtung erescheint es mir immer noch nur bedingt relevant).

    Und überhaupt: Mach mir das Trololo-Lied nicht schlecht!

  10. #10 Alexander
    März 19, 2012

    Redfox schrieb:

    Das wäre ein Aktuelles Video das es zu Diskutieren lohnt:
    Obama: The Road We’ve Traveled
    https://www.youtube.com/watch?v=2POembdArVo

    Wie bitte, diesen weichgespülten Wahlkampfwerbespotschrott, voll Pathos in Stimme und Musik? Das ist nicht dein Ernst. Da sind die Hayek-Keynes-Battles intellektuell anspruchsvoller und um Welten unterhaltsamer. Und nein, die Meinung zu Keynes soll man sich nicht durch Rap-Videos bilden. Aber es gibt leider genug Politiker (vor allem nahezu alle in unseren “sozialchristdemokratischen” Großparteien), die nur Keynes kennen, und wenn die mal die Namen Hayek, Mises und Österreichische Schule hörten, dann wäre das auch schon ein Erfolg.

  11. #11 Alexander
    März 19, 2012

    Hallo Ali, lass dich nicht entmutigen. Ich bin der Überzeugung, dass es auch genügend überzeugte Keynesianer gibt, die diese Battles vergnüglich finden und den Witz darin erkennen können. Nur scheinen die nicht deinen Blog zu lesen 😉

  12. #12 rolak
    März 19, 2012

    Ich mag Rap überhaupt nicht. Bis auf ganz wenige einzelne Ausnahmen – und dieses Werk gehört nicht zu letzteren. Trotzdem ist imho der clip gut, schon allein wegen dem Widerspruch zwischen der eher trockenen *WL und dem saftigen battle.

    Für mich als ausgewiesenen Wirtschaftsexperten¹ war das Video insbesondere lehrreich, weil ich, angeregt durch Alexanders ‘Untertitel’, über das Nachblättern auf der Produzentenseite es mir ‘trotzdem’ komplett angeschaut habe. Dabei bildeten sich schon beim flüchtigen Hinhören Inhaltsmuster, denen ich dann² nachgewikit habe. So bin ich jetzt immerhin ein wenig mit der Sachlage hinter der -äh- Konkurrenz der Titelhelden vertraut.

    Für mich der schönste Moment im Film: Hayeks Gesicht, als er in dem Nachtschränkchen die andere Bibel findet.
    Und in einem der anderen clips: Flughafen, die üblichen Namensprobleme, ‘Hayek as <(High Ex)plosive>’, Latex.
    Übrigens halte ich nach dem Durchschauen den Begriff ‘Keynesgroupie’ für etwas übertrieben, da es einer der running gags der Reihe ist, daß wirklich jeder Keynes kennt (und für den großen Guru hält) und exakt einer (Keynes) Hayek.

    _____
    ¹ nicht für Wirtschaft, sondern Wirtschaften, und da auch nicht ‘das’ sondern ‘die’ und auch das nur früher :p
    ² Fluch der karibischen Neugier

  13. #13 Johng26
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    Mai 10, 2014

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