Als Wissenschaftsblogger und begeisterter Twitterer bin ich natürlich der Meinung, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Instrumente des Web 2.0 nutzen sollten. Gründe dafür gibt es viele. Einer davon ist, dass es eine Möglichkeit zur Öffentlichkeitsarbeit bietet. Statt weltfremde verwirrte Professorinnen und Professoren hinter verstaubten Büchern oder mit zersaustem Haar im Laborkittel, zeigen sich Forschende eben als Menschen wie alle anderen auch. Menschen, die auch Pop-Kultur Referenzen besitzen. Mensche,n die Humor und (Selbst-)ironie haben. Gestern hat sich auf Twitter eine solche Gelegenheit ergeben. Auf dem US Sender SyFy lief ein Film unter dem vielsagenden Titel: Sharknado. Der Name ist Programm. Man sagte sich: Was ist noch reisserischer als ein Tornado Katastrophen Film oder ein Haifisch Film? Genau. Haifische in einem Tornado. Dies Prämisse haben sie tatsächlich auch durchgezogen wie man sich in diesem Trailer überzeugen kann:

Soweit so verrückt. Nun hat der Film ein Feuerwerk an Tweets ausgelöst (welches sich übrigens interessanterweise nicht in Einschaltquoten niederschlug). Bis dann Dan Drezner, Professor für Internationale Beziehungen an der Tufts University und selber Blogger (und Zombie-Experte) diesen Tweet in die Welt setzte:

Dies trat dann eine Serie von Tweets zu fiktiven Titeln für wissenschaftliche Publikationen in den Internationalen Beziehungen und Politikwissenschaften los. Die fachliche Selbstironie fehlte dabei nicht. Es war ein grosser Spass zu sehen wie die ganzen Policy Wonks statt sich mit dem meist nicht so erfreulichen Welgeschehen zu beschäftigen, sich Haien in Tornados zuwendeten. Zur allgemeinen Wochenend-Unerhaltung möchte ich auf ein paar dieser Tweets (und meine eigenen) sozusagen als Inhaltsverzeichnis für das Sharknado Studies Quarterly hinweisen. Viel Vergnügen.

Kommentare (12)

  1. #1 Quacki
    Juli 13, 2013

    Na ja, dass der Film dann doch nicht so gut lief, kann ich schon verstehen. Die Idee ist besser als Idee, wenn man die auf Filmlänge auswälzt, geht wahrscheinlich irgendwann die Luft aus ^^

    Aber die Titel gefallen mir; die Paper möchte ich schon ganz gerne lesen 😉

  2. #2 Sepp
    Juli 13, 2013

    Der Film hatte völlig zu Unrecht so miese Quoten. Er hat alles erfüllt, was ein schlechtes B-Movie ausmacht. Tornados mit Haien sind Programm, jegliche Logik wird ignoriert, physikalische Gesetze werden vernachlässigt und natürlich gibt es auch nicht so etwas wie eine Story. Deshalb bestehen wohl die schlecht gespielten Dialoge wohl hauptsächlich aus zwei Sätzen — oder vier Halbsätzen. Wie es sich für einen solchen Film gehört, sind natürlich auch die Computeranimationen außnahmslos gut zu erkenne und das obligatorische getrennte Ehepaar ist auch vorhanden, um sich darüber zu streiten, ob nun die Kinder aus einem Schulbus gerettet werden sollen oder nicht. Vielleicht ist noch zu ergänzen, dass ebenso Motersägen, Schrotflinten und auch selbstgebaute Bomben den Weg in den Film gefunden haben. Und ich verate sicher nicht zu viel wenn ich sage, dass man sich prima mit einer Kettensäge aus einem vom Himmel fallenden Hai heraussägen kann, nachdem man durch das Maul in ihn hinein gesprungen ist. Welche Überraschung sich in dem Hai findet, das verrate ich besser nicht. Sonst mache ich noch das ganze Ende kaputt 😉

    Wenn man 80 Minuten Zeit hat und den Film nicht ernst nimmt, dann wird man durchaus gut unterhalten. Ich musste ständig lachen. NIcht, weil der Film auch nur ansatzweise lustig war, sondern weil er an allen Ecken einfach unterirdisch umgesetzt wurde. Und, davon kann man ausgehen, dass alles mit purer Absicht. Es wurde gar nicht erst versucht einen hochklassigen Film zu produzieren.

  3. #3 Serapio
    Juli 13, 2013

    Auch die Goldene Himbeere muss überleben. Solche Filme sind geradezu prädestiniert für diese Auszeichnung. Im dt. Fernsehen wird sich dereinst TELE5 als dankbares Medium dieses Filmes annehmen, der Sender ist ja schliesslich bekannt dafür, die schlechtesten Filme aller Zeiten dem geneigten Publikum vorzustellen. Das sollte man diesem Sender nicht allzu sehr übel nehmen, denn damit erfüllt er einen gewissen dokumentarischen Wert. Würde TELE5 diese Filme nicht bringen, wüssten wir nicht einmal, dass es solche Filme überhaupt gibt. Wir würden denken, Hollywood bringe nur Eins-A-Filme (naja, nicht ganz), aber dass dort auch derart unterirdische Filme produziert werden, wird gerne vergessen. Dank der Goldenen Himbeere und TELE5 wissen wir es aber jetzt besser! Dieser Film wird sich hier zweifellos einreihen.

  4. #4 peer
    Juli 14, 2013

    Die Frage ist: Wird Sharknado meinen Lieblingsfilm “Kampf um die 5. Galaxie” vom Podest drängen können?

    (Ich glaubs ja nicht. Das ist nämlich unmöglich)

  5. #5 Madde
    Juli 14, 2013

    @Serapio:
    Sharknado hat mit der goldenen Himbeere nichts zu tun. Diese Auszeichung zielt auf ganz andere Filme. Nicht auf billig produzierte Filme, sondern auf teuer produzierte Filme, die dann trotzdem schlecht sind.
    /klugscheißmodus off

  6. #6 Statistiker
    Juli 14, 2013

    @ serapio: Wie kriegt man Tele5 zu seinen Sendern hinzugefügt? Ich verfüge nicht über ihren Hirnverdummungssender…..

    Und ganz ehrlich: Ich brauche es nicht. Hirnverdummen können sich gerne andere Leute wie Sie…..

  7. #7 Orci
    Juli 15, 2013

    Ich brauche es aber. Und eine Menge anderer Leute auch. Filme wie “Death Ship”, “War beast” oder “Kampf um den verlorenen Planeten” (Wenn von dem jemand eine Kopie hat, wär ich ihm sehr verbunden 😉 ) sind auf ihre Art unterhaltsam, witzig und oft mit hochkarätigen Schauspielern besetzt, denen man ihre Spielfreuede deutlich ansieht – es sind Filme zum Spaß haben. Sie wollen nichts erklären, nichts anregen, nicht hintergründig sein. Frei nach dem Motto: Wenn ich eine Botschaft übermitteln will, schicke ich ein Telegramm – in diesem Sinne 😉

  8. #8 anonym
    Juli 15, 2013

    Nichts übertrifft “Angriff der Killertomaten ” 😀

  9. #9 H.M.Voynich
    Juli 16, 2013

    @Statistiker: ich würde es mal mit dem Sendersuchlauf versuchen. Und keine Sorge, Dein Kommentar macht nicht den Eindruck, als ob da noch viel Schaden entstehen könnte.

  10. #10 Haiai
    Juli 18, 2013

    Da bin ich wohl zu altmodisch, aber ich finde es nicht allzu prickelnd, wenn Wissenschaftler sich mit solchem Quark beschäftigen und auf der Meme-Welle mitreiten. Da geht mir die Verflechtung von Wissenschaft und Web 2.0 doch einen Stück zu weit…

  11. #11 Orci
    Juli 18, 2013

    So was hat’s auch schon lange vorher gegeben – die Steinlaus im Pschyrembl, P.D.Q. Bach… wissenschaftlicher Humor gehört zur Wissenschaft. Das hilft hin und wieder beim Durchlüften der Elfenbeintürme.

  12. #12 quadrocopterversicherung.com
    April 26, 2017

    Bemerkenswerter Beitrag. Jedoch man muss betonen, dass Dinge nicht immer so simpel sind. Realismus ist oft besser als Wolkenkuckungsheime.

    https://quadrocopterversicherung.com/