Mich fasziniert immer wieder die Kurzlebigkeit kollektiver Paniken. Man könnte meinen, wer ein paar davon gesehen hat, sollte erneute mediale Schreie von “Hilfe, wir werden alle sterben” etwas gelassener nehmen können. Die Wiederholung von Schlagzeilen scheint uns (als Kollektiv zumindest) nicht wirklich weiser zu machen.

Ich erinnere mich, dass man während der BSE Krise den Leuten sagen musste, dass sie von ihrem Ledersofa nicht Creutzfeldt-Jakob aufschnappen werden. Ich wette die Essen nun alle seit Jahren wieder genussvoll ihre Burger. Ich habe nicht vergessen als die Schweiz wegen der Vogelgrippe Massnahmen ergriffen hat, die nach eigenem Eingeständnis nicht unbedingt rational waren aber “den Ängsten in der Bevölkerung Rechnung tragen”. Vogelgrippe? Es sind wohl keine Menschen mehr betroffen (Antwort: Doch). Wesentlich gefährlicher schien damals der Ausbruch des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS). Haben wir das eigentlich je unter Kontrolle gebracht (Antwort: Sieht so aus). Und dann war die Zeit, als wir alle wegen der Schweinegrippe dem Untergang geweiht waren. Und warum gibt es eigentlich bisher kaum Panik wegen dem Middle East Respiratory Syndrome (MERS)?

Nun kann man es niemandem verübeln, wenn sie oder er ein Déjà-Vu hatte, als nun plötzlich alle davon ausgingen, dass Ebola Europa entvölkern wird, wie die Pest im Mittelalter. Da musst man schon mal grossräumig ein Arbeitsamt absperren, weil Übelkeit und Fieber in Kombination mit einem Westafrikaaufenthalt reichen doch schon um eine Polizeieskorte ins Spital zu rechtfertigen. Nigeria liegt tatsächlich in Westafrika. Nigeria hatte bisher 19 Fälle auf  170 Millionen Einwohner (damals waren es noch weniger Fälle). Man muss nicht gut sein im Wahrscheinlichkeiten ausrechnen um zu sehen wo das Problem liegt. In den USA hat man die wunderschöne Formulierung gefunden “In an abundance of caution” (“aus übermässiger Vorsicht”) was in diesem Fall ein Code ist für “völlig irrationale und nutzlose Schutzmassnahme”. Damit kann man dann auch mal eine Schülerin aus “übermässiger Vorsicht” nicht zurück in die Schule lassen weil sie in Ostafrika war (ist schliesslich immer noch Afrika).

Ich habe den ersten Entwurf dieses Posts anfangs Oktober geschrieben. Ich wollte diskutieren wie diese Panik wie so viele anderen vor ihr, bald wieder verschwinden wird, die Krankheit jedoch nicht. Ich wollte darüber spekulieren, wie die kollektive Hysterie endgültig die Schweiz erreichen wird, wenn der erste Ebola Fall hier in Genf ankommt, was am Sitz der Weltgesundheitsorganisation und der Médcins sans frontières nur eine Frage der Zeit war. Nun wurde der erste solche Fall am Samstag hier schon wieder entlassen. Die Aufmerksamkeit ist schon stark abgeflaut. Wir haben Peak-Ebola erreicht. Ich nehme an wir können Hysterie nur über einen begrenzten Zeitraum aufrechterhalten.

Die beiden Grafiken von Google Trends für die Schweiz und Deutschland sind ziemlich eindeutig. Sie zeigen wie oft die entsprechenden Begriffe in den entsprechenden Ländern über die Zeit gesucht wurden. Das Interesse an Epidemien hält nicht lange an und scheint mehr mit der medialen Aufarbeitung zu korrelieren als mit der effektiven Gefahr. Wenn man sich schon graue Haare wegen Epidemien wachsen lassen will, dann waren wohl SARS (fehlt in der Grafik) und nun MERS wesentlich bessere Kandidaten.

Überträgt man diese Feststellungen auf die Politik, kann es einem Sorgen machen. Fakten scheinen nicht mit dem Ausmass der Panik zu korrelieren. Viel wichtiger ist was wann und wie journalistisch aufgearbeitet wird. Die eigentliche “Bedrohung” ist zweitrangig. Versucht man dies gar auf andere nicht-gesundheitspolitischen Debatten zu übertragen, sieht man den Sinn eines institutionellen Designs, das Politikerinnen und Politiker nicht bei der kleinsten Verschiebung des Volksempfinden aufspringen und Massnahmen ergreifen lässt. Es kann sein, dass das Problem weniger dramatisch ist bei Themen, die weniger wissenschaftliches Verständnis voraussetzen. Es zeigt aber sicher, dass wenn die Politik “Ängste in der Bevölkerung ernst nimmt” heissen sollte, dass man diese Ängste zu zerstreuen versuchen sollte, statt so zu tun, als ob sie begründet sein. Auch ist es ein gutes Argument den Bürgerinnen und Bürgen so viel Wissenschaftsbildung wie möglich mitzugeben. Dann klappt es auch mit der Demokratie besser.

Kommentare (24)

  1. #1 rolak
    Dezember 8, 2014

    etwas gelassener

    Der beste Weg – wird allerdings von HypeSurfern typischerweise bewertet als ‘bist ja völlig abgestumpft, ey’, was (hype-erhaltend) praktischerweise jeder gebrachten Argumentation vorab komplett die Relevanz abgräbt.
    Dürfte ähnlich sein wie bei der bekannten Irrelevanz von ElternArgumenten bei KinderWünschen, erinnere mich ganz dunkel an den Spirograph-Krieg zuhause.

    Die beiden Grafiken

    Eindeutig SynchronSchwimmen – Zufall oder euopaweit oder gar global? Zum Ändern der ‘betroffenen’ Region mußte hier übrigens auf ‘.de’ umgebastelt werden, sonst kam nur ‘An error has been detected’, für Österreich paßts auch, zum Übersetzen reichte der NeugierDruck nicht 😉

    warum kaum wegen MERS

    Im Mittel zu wenig Dromedare in den G20?

  2. #2 ali
    Dezember 8, 2014

    @rolak

    Eindeutig SynchronSchwimmen – Zufall oder euopaweit oder gar global?

    Ich war mir nicht sicher wie einfach der Vergleich ist, wenn man die Begriffe übersetzen muss. Die Vogelgrippe taucht zum Beispiel für die USA kaum auf (wurde aber auch als Bird Flu, Avian Influenza oder H1N1 Influenza betitelt). Man sieht trotzdem gewisse Ähnlichkeiten. Ebola schlägt für die USA viel mehr aus als die Schweinegrippe. Wer weiss, hängt vielleicht auch mit dem Zusammentreffen mit Wahlen zusammen: Die Politik hat das Feuer weiter angefacht und gefühlt hat das Interesse danach tatsächlich schnell nachgelassen.

    Zum Ändern der ‘betroffenen’ Region mußte hier übrigens auf ‘.de’ umgebastelt werden, sonst kam nur ‘An error has been detected’

    Seltsam. Bei mir läuft es über .com ohne Probleme auch mit anderen Ländern.

  3. #3 rolak
    Dezember 8, 2014

    Seltsam

    ‘Seltsam’ ist das neue ‘normal’ im http://www... Die FehlerFindung kommt allerdings schon nach dem click auf einen der links rechts unten in den Grafiken, ali, nicht erst beim passend abändern. Der Verdacht fiel auf zuviel geblockte widgets oä, doch ‘.de’ war die schnellere Lösung.

  4. #4 Daniel Elstner
    Berlin
    Dezember 8, 2014

    Du scheinst implizit anzunehmen, dass tatsächlich ein signifikanter Anteil der Bevölkerung sich vom Medienzirkus in Panik versetzen lässt. Gibt es dazu eigentlich Zahlen? Zumindest in meinem (nicht repräsentativen) persönlichen Umfeld kenne ich keinen, der sich über Ebola Sorgen macht.

    Zum anderen ist man hinterher immer schlauer. Einige Epidemien wie z.B. die Schweinegrippe hatten durchaus das Potenzial wesentlich heftiger zu verlaufen. Dass man z.B. Vorbereitungen für Massenimpfungen getroffen hatte, fand ich durchaus sinnvoll. Panik hatte ich trotzdem keine empfunden.

    Hässlich wird es allerdings, wenn bei Fox News erörtert wird, ob man den kompletten Flugverkehr aus Afrika einstellen sollte. Das schien mir allerdings eher Rassismus als Panik zu sein…

  5. #5 inge schuster
    Dezember 8, 2014

    kollektive Paniken?

    würde ich nicht so nennen. Immerhin ist die Epidemie in Westafrika mit über 17 000 Infektionen, von denen bis jetzt mehr als ein Drittel letal endete, noch lange nicht im Griff. Immerhin sind Kentnisse über Infektionswege ziemlich mangelhaft, ebenso wie die Verfügbarkeit effizienter Behandlungsmethoden.

    Bei der relativ langen, symptomfreien Inkubationszeit könnten wenige Infizierte reichen, um – wenn die Krankheit dann ausbricht – auch bei uns eine größere Zahl an Personen anzustecken. Es ist zu hoffen, dass dann ausreichend Quarantäne- Einrichtungen/Behandlungsteams zur Verfügung stehen.

    Die “Panikmache” fördert die Entwicklung von Medikamenten, Impfstoffen und Notfallplänen. Wenn hier entsprechende Erfolge erzielt werden, können dann auch “Ängste zerstreut” werden.

    Zu Ebola siehe auch: http://scienceblog.at/gefahr-aus-dem-dschungel#.

  6. #6 Daniel Elstner
    Berlin
    Dezember 8, 2014

    Hm, irgendwie liest sich mein vorheriger Betrag ablehnender, als ich ihn eigentlich gemeint hatte. Bezüglich Deines letzten Absatzes gebe ich Dir vollkommen Recht: Weniger Hysterie und mehr (wissenschaftlich begründete) Vernunft seitens der Medien wären auf jeden Fall begrüßenswert.

    Problematisch finde ich nur, aus (medienverursachter) Aufmerksamkeit automatisch auf Panik in der Bevölkerung zu schließen. Das fühlt sich für mich wie eine Art projizierte paternalistische Sorge um das “einfache Volk” an, und hat irgendwie auch den Charakter einer Art Meta-Panik über die vermeintliche (oder tatsächliche?) Panik.

  7. #7 ali
    Dezember 8, 2014

    @Daniel Elstner

    Problematisch finde ich nur, aus (medienverursachter) Aufmerksamkeit automatisch auf Panik in der Bevölkerung zu schließen. Das fühlt sich für mich wie eine Art projizierte paternalistische Sorge um das “einfache Volk”

    Ich denke schon, dass es Indizien gibt, dass es tatsächlich Panik gibt. Ich habe durchaus als die Meldung des “Ebola Verdachtfalls” im Berliner Arbeitsamt durch Twitter geisterte Leute auf Twitter darauf hingewiesen wie unwahrscheinlich das ist. Und dies waren durchaus Leute die vermutlich mehr Mathematik (und damit auch von Wahrscheinlichkeiten verstehen sollten) als ich. Nun stimmte es, dass meine Sicht vielleicht auch von den USA geprägr ist, da ich viele US Medien konsumiere. Dort wurden wie verlinkt seltsame Massnahmen ergriffen (ein weiteres Beispiel ist diese Episode). In diesem und im im Text verlinkten Fall hiess es, dass es auf Wunsch besorgter Eltern geschah. Auch mein Beispiel bei der Vogelgrippe aus der Schweiz ist ein weiteres Indiz. Man hat Massnahmen damit begründet, dass sie zwar nichts ändern man aber den Ängsten Rechnung tragen muss.

    Ich würde argumentieren, dass eben weil gewisse Krankheiten gar nie wirklich Aufmerksamkeit kriegen, während andere weiterexistieren aber plötzlich ignoriert werden, schon eine gewisse Irrationalität festzustellen ist.

    Und noch eine Bemerkung dazu: Ich habe den Eindruck, dass die allgemeine Panik mit der Berichterstattung in den Medien einhergeht. Das heisst aber nicht, dass ich damit sagen will, die Medien sind an allem Schuld. Ich bin mir aber nicht sicher, in welche Richtung die Kausalität geht. Nachfrage nach solchen Stories spielt auch eine Rolle. Auch ist es eine Sache was die Schlagzeilen schreien, man muss auch schauen was die Leute hören (wollen). Ich glaube es ist eher eine Art Panik-Spirale.

    Zum anderen ist man hinterher immer schlauer. Einige Epidemien wie z.B. die Schweinegrippe hatten durchaus das Potenzial wesentlich heftiger zu verlaufen.

    Stimmt. Und meine Formulierung im Text klingt tatsächlich ein wenig nach Captain Hindsight. Aber wenn du den verlinkten Blogpost liest von damals, gibt es doch auch wieder ein bisschen ein Eindruck von wie die Sache lief. Im Nachhinein war hat man vielleicht auch den Eindruck , dass die allgemeine Hysterie nicht so schlimm war.

    @inge schuster

    würde ich nicht so nennen. Immerhin ist die Epidemie in Westafrika mit über 17 000 Infektionen, von denen bis jetzt mehr als ein Drittel letal endete, noch lange nicht im Griff.

    Ich möchte diesbezüglich keines Falls falsch verstanden werden: Für die betroffenen Staaten ist es ein riesiges Problem (und wohl auch Grund zur Panik). Die Länder sind wirtschaftlich auch völlig am Boden wegen der Epidemie. Deren Gesundheitssysteme sind nahe am Kollaps (übrigens auch ein Problem mit MERS). Ich spreche hier von im Vergleich reichen westlichen Staaten, mit gut vorbereiteten Gesundheitssystemen und einer an einer Hand abzählbaren Anzahl (meist importierter) Fälle.

    Die “Panikmache” fördert die Entwicklung von Medikamenten, Impfstoffen und Notfallplänen. Wenn hier entsprechende Erfolge erzielt werden, können dann auch “Ängste zerstreut” werden.

    Stimmt natürlich und das wird auch bewusst mit worst case Szenarien genutzt, weil sonst gar kein Geld reinkommt (hier gab es eine schöne Folge von Planet Money zu Ebola und Spenden). Das Interessante war ja, dass zumindest Anfangs bei Ebola trotz allgemeiner Panik, kein Geld reinkam.

  8. #8 Witold Ch.
    Dezember 8, 2014

    @ Daniel Elstner # 4

    Zumindest in meinem (nicht repräsentativen) persönlichen Umfeld kenne ich keinen, der sich über Ebola Sorgen macht.

    Ich schon. Meinen bald sieben Jahre alten Buben haben die Meldungen über die Epidemie in Afrika und die vereinzelten Fälle in Übersee/Europa ziemlich beschäftigt und zu einigen “besorgten” Fragen veranlasst, die ich ihm dann, wenn wir gemeinsam die überall aufliegenden und mit Bildern reichlich illustrierten Gratiszeitungen (20min und Blick am Abend) durchblätterten, einigermassen kindgerecht zu beantworten versuchte, beschwichtigend und zugleich informierend, zB dass hoffentlich bald eine Impfung gegen diese Krankheit möglich sein würde.

    Kinder in diesem Alter sind ja bekanntlich wissbegierig und schnappen auch aus Gesprächen der Erwachsenen, oder aus Schnipseln am TV (Tagesschau), meist das auf, was sie nicht sollten oder noch nicht verstehen können.

    Erwachsene scheinen in wirklichen Gefahrensituationen oder solchen aufgebauschten Szenarien in “kindliche” Verhaltensmuster zurückzufallen.

  9. #9 Daniel Elstner
    Berlin
    Dezember 8, 2014

    @ali:

    Ich denke schon, dass es Indizien gibt, dass es tatsächlich Panik gibt.

    Stimmt, auf einen Teil der Bevölkerung trifft dies sicherlich zu. Wobei ich angesichts der von Dir dokumentierten kurzen Aufmerksamkeitsspanne vermute, dass die emotionale Wirkung auch auf diese Menschen eher oberflächlich ist.

    Nun stimmte es, dass meine Sicht vielleicht auch von den USA geprägr ist, da ich viele US Medien konsumiere.

    Da hast Du sicherlich Recht (ich konsumiere selbst auch recht viele amerikanische Medien). Allgemein habe ich den Eindruck, dass in den USA gerne mit dem (irrelevanten) Verweis auf freie Meinungsäußerung jegliche Diskussion über die Verantwortung von Massenmedien einfach abgebügelt wird. Gerade die konservative Ecke bauscht gerne Gefahren von “außen” auf (z.B. Ebola), wogegen innere Probleme (z.B. Waffengewalt) kleingeredet werden. Wobei hier als Motiv noch hinzukommt, Obama für jeden Mist persönlich haftbar machen zu müssen. (Why doesn’t he do anything about Ebola!)

    Aber wenn du den verlinkten Blogpost liest von damals, gibt es doch auch wieder ein bisschen ein Eindruck von wie die Sache lief.

    So, hab mir den besagten Post nochmal durchgelesen. Ich glaube den kannte ich sogar schon. :) Du sprichst dort etwas an, dass mir auch aufgefallen war: Dass das Verhalten der Medien auch eine Art trotzige Anti-Reaktion inklusive Verschwörungstheorien etc. auslöst. Das finde ich eigentlich wesentlich bedenklicher als die bei einigen ausgelöste Panik. Weit verbreiteter Zynismus führt zu einer lähmenden Beliebigkeit.

    Das Interessante war ja, dass zumindest Anfangs bei Ebola trotz allgemeiner Panik, kein Geld reinkam.

    Das überrascht mich nicht. Ich glaube generell nicht, dass Panik zu viel nützlichem führt. Soweit ich weiß gibt es seitens der WHO vorgefertigte Reaktionspläne, die im Fall einer sich anbahnenden Epidemie abgespult werden. Und geforscht wird auch außerhalb der Medien-Aufmerksamkeitsspannen.

  10. #10 Daniel Elstner
    Berlin
    Dezember 8, 2014

    @Witold Ch.:

    Ich schon. Meinen bald sieben Jahre alten Buben haben die Meldungen über die Epidemie in Afrika und die vereinzelten Fälle in Übersee/Europa ziemlich beschäftigt und zu einigen “besorgten” Fragen veranlasst,

    Stimmt, auf Kinder können typische Nachrichten sehr verstörend wirken. Da kommt es dann stark auf die Eltern an, wie das verarbeitet wird. Dein Bub hat Glück; Du machst das anscheinend sehr gut. :)

  11. #11 Hobbes
    Dezember 9, 2014

    Ich habe vor Jahren mal einen Artikel gelesen der damals schon alt war. Es war ein Artikel zur Gentechnik (damals die weiße) und gelesen habe ich ihn, als die Panik vor der grünen Gentechnik vor Jahren aufkam.
    Sollte ich den wiederfinden reiche ich den Link noch nach.
    Da ging es um die Gefahrenwahrnehmung. Genauer gesagt um die Unterschiede wie welche Gefahren Bewertet werden. Vom Klassiker des Straßenverkehrs vs. Flugverkehr über jede Menge andere solcher Beispiele war da nicht viel neues im Artikel drin. Aber diese Beispiele wurden danach bewertet wie groß die Illusion der Kontrolle ist. Auch wenn diese beim Auto bei 120 Km/h genau so wenig (real) gegeben ist wie im Flugzeug so ist doch zumindest die Illusion vorhanden.

    Sämtliche unsichtbare Gefahren kommen uns dabei immer weit schlimmer vor als die Sichtbaren. Gentechnik, Radioaktivität, Viren, Terrorismus etc.
    Der Suizid oder der Straßenverkehr scheint hingegen kaum eine Rolle zu spielen.

    Jetzt kommt ein kleiner Zusatzgedanke der mir gerade bei Ebola auffiel.
    Ebola ist eine Krankheit wie aus einem Horrorfilm. Trotzdem spielte die Grausamkeit hier so gut wie keine Rolle. Wie schädlich etwas ist scheint somit sehr nebensächlich.
    Der Pferdefleischskandal war hier auch ein gutes Beispiel. Der Skandal bestand darin das es möglich war umdeklariertes Fleisch in den Handel kommen zu lassen. Ein riesiges Behördenversagen und eine immense Gefahr wenn hier gifte im Umlauf gekommen wären. Aber schlimm war das ganze nicht weil das Fleisch schädlich seien könnte sondern weil es ja ach so arme Ponys seien könnten.

    Wenn man Paniken also vermeiden oder schüren will muss man sich primär um den Kontrollverlust kümmern (selbst wenn dieser nur eine Illusion ist/war).

  12. #12 Dr. Webbaer
    Dezember 10, 2014

    Versucht man dies gar auf andere nicht-gesundheitspolitischen Debatten zu übertragen, sieht man den Sinn eines institutionellen Designs, das Politikerinnen und Politiker nicht bei der kleinsten Verschiebung des Volksempfinden aufspringen und Massnahmen ergreifen lässt.

    So ist es wohl leider mittlerweile, btw: das alleinstehende ‘nicht’ könnte gelöscht werden?!

    Am Rande angefragt, warum haben sich Gesellschaften im sogenannten Westen derart entwickelt?

    MFG
    Dr. W

  13. #13 wereatheist
    Dezember 10, 2014

    @Dr. Webbaer, #12:
    Und das von einer Kunstfigur, die recht gut in eine rechtspopulistische Partei/Bewegung nicht nur im deutschen Sprachraum passte.
    In DE gibt es Direkte Demokratie höchstens auf Landesebene, und auch da sind die Hürden für Volksentscheide eher hoch.
    Verfassung ändern ist nicht über diesen Kanal.
    In CH konnte ein Rechtspopulismus wie das Minarettverbot in die Verfassung geschmiert werden, wo er als Schandmal wohl noch ein Weilchen verbleiben wird.
    In den USA wird jeder DA und jeder Sheriff direkt gewählt, was dann dazu beiträgt, dass Leute mit der richtig falschen Hautfarbe unschuldig, oder als unbewaffnete Kleinkriminelle, von der Polizei getötet werden…
    Ich hab mich mal als ‘Anarchist’ bezeichnet, doch so peu à peu mach’ ich meinen Frieden mit der repräsentativen Demokratie (Herrschaftskritik ist trotzdem obligat).

  14. #14 wereatheist
    Dezember 10, 2014

    Und mit dem Berufsbeamtentum geh ich auch d’accord (bezogen auf den USA-Vergleich).

  15. #15 Dr. Webbaer
    Dezember 11, 2014

    @ wereatheist :
    Nichts Schlechtes an der Direkten Demokratie, sofern sie nicht ausufert, bei der Representativen wäre vielleicht darauf zu achten, dass die politische Klasse nicht irgendwann anfängt zuvörderst ihr eigenes Brot zu backen, irgendwelche internationalen Strukturen meinend.
    Und eine “represäntative Medienlage” sollte es nicht geben.

    MFG
    Dr. W

  16. #16 sax
    Dezember 12, 2014

    Ich weiß nur nicht wo ihr die Panik in den Medien gesehen habt. Ausnahmslos alle Artikel die ich gelesen habe und alle Beiträge die ich im Fernsehen sah haben explizit betont, das wir uns hier keine Sorgen um Ebola machen brauchen, aber die Organisationen vor Ort mehr mittel brauchten. Panik hatten nur ein paar Kommentatoren gemacht. Evt. habe ich aber auch nur die falschen Medien gelesen, wasz.B. in der Bild stand weiß ich nicht. Ich habe aber den Eindruck die in dem Artikel hierbehauptete panik in den Medien hat es nie gegeben.

  17. #17 Alisier
    Braunschweig
    Dezember 12, 2014

    @sax
    Wenn man etwas behauptet, sollte man es auch belegen können: die Anzahl der Kommentare in Blogs die einfach nur “alles Quatsch!” schreien, ohne Belege zu bringen hat übrigens deutlich zugenommen.
    Dein Beitrag ist insofern recht amüsant, weil du einen persönlichen Eindruck, der zudem durch Ignorieren einschlägiger Quellen(wie du selbst betonst) geprägt ist, dazu nutzt dem Blogger mal eben über den Mund zu fahren.
    Unverschämt? Unverschämt! Im ursprünglichen Sinne des Wortes.

  18. #18 sax
    Dezember 12, 2014

    “@sax
    Wenn man etwas behauptet, sollte man es auch belegen können: die Anzahl der Kommentare in Blogs die einfach nur “alles Quatsch!” schreien, ohne Belege zu bringen hat übrigens deutlich zugenommen.
    Dein Beitrag ist insofern recht amüsant, weil du einen persönlichen Eindruck, der zudem durch Ignorieren einschlägiger Quellen(wie du selbst betonst) geprägt ist, dazu nutzt dem Blogger mal eben über den Mund zu fahren.
    Unverschämt? Unverschämt! Im ursprünglichen Sinne des Wortes.”
    Hmm , der Autor behauptet:
    “Nun kann man es niemandem verübeln, wenn sie oder er ein Déjà-Vu hatte, als nun plötzlich alle davon ausgingen, dass Ebola Europa entvölkern wird, wie die Pest im Mittelalter.”

    Ich habe damals die Berichterstattung verfolgt, aber das in den großen Medien diese These vertreten wurde habe ich das erste Mal hier im Blog gelesen, belegen tut der Autor das aber nicht und deshalb habe ich arge Zweifel das wirklich so eine Panik in den deutschen Medien herrschte.

    Wenn ich noch mal nach den großen deutschen Nachrichtenportalen + Ebola google, kann ich die vielen Artikel in denen behauptet wird, das Ebola ganz Europa auslöschen könnte auch nicht finden:

    https://www.google.de/?gfe_rd=cr&ei=P7mKVJXWMKaF8Qfiu4DACQ#q=spiegel+eboloa

    https://www.google.de/?gfe_rd=cr&ei=P7mKVJXWMKaF8Qfiu4DACQ#q=tagesschau+ebola

    http://www.faz.net/aktuell/wissen/thema/ebola

    Bei anderen Medien klingt es schon eher nach Panikmache:
    https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=welt.de+Ebola

    aber selbst hier wird meistens in den Artikeln die Ausbreitungsgefahr in den westlichen Ländern als gering bezeichnet.

    Die Bild Zeitung liefert natürlich das was man von ihr erwartet.
    https://www.google.de/search?as_q=ebola&as_epq=&as_oq=&as_eq=&as_nlo=&as_nhi=&lr=&cr=&as_qdr=all&as_sitesearch=bild.de&as_occt=any&safe=images&as_filetype=&as_rights=&gws_rd=ssl

    Alles in allem sieht eine große Panikmache in den Medien für mich anders aus. Bei der Schweinegrippe z.B. gab es in allen Medien große warnende Artikel (kann jeder selber googeln) Bei Ebola war es eher sachlich, denke ich.

  19. #19 Alisier
    Braunschweig
    Dezember 12, 2014

    Schon etwas besser, sax……es hat aber noch immer herzlich wenig mit alis Text zu tun…..und um den sollte es vielleicht gehen, wenn man schon hier aufschlägt.

  20. […] Ebola? Da war doch was.: […]

  21. #21 CrisisMaven
    Ireland
    Dezember 17, 2014

    Dass man vom Ledersofa nicht Creutzfeld-Jakob “aufschnappen” kann, mag schon sein (ich jedenfalls habe vor Ledersofas keine Beruehrungsaengste). Aber bedenklich ist doch immerhin, dass es prionenhaltige Staeube gibt und, wenn auch kaum zweifelsfrei nachzuweisen, man Hornmehl von BSE-erkrankten Rindern fuer ursaechlich fuer Erkrankungen von Menschen haelt, die zwar mit Hornmehl, aber nicht mit andern BSE-traechtigen Substanzen in Beruehrungen gekommen zu sein schienen. Dies vorausgeschickt, waere ich mir nicht sicher, ob unsere deutsche Krankenhauslandschaft einer echten Ebola-Epidemie gewachsen waere. Anders als in den Niederlanden, wo grundsaetzlich so gut wie jeder eine Quarantaene VOR Weiterleitung an die Station durchlaeuft, bis klar ist, dass er/sie “clean” ist, werden bei uns schaetzungsweise 70% (!) der Patienten erst im Krankenhaus mit etwas infiziert, was sie vorher nicht hatten. Einen ganz alltaeglichen Fall habe ich hier dargestellt: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=327485 – und das ist bestimmt nur dir Spitze eines ganzen Eisberges.

  22. #22 Shannon Mcleod
    Januar 10, 2016

    Thanks for discussing the following superb subject matter on your web site. I ran into it on google. I am going to check back again once you post additional aricles.

    https://www.facebook.com/konstrukcjestalowe24/

  23. #23 Lele
    zESXPIQbVL
    Dezember 26, 2016

    This info is the cat’s pajsaam!

  24. #24 Javi
    September 14, 2018

    Great info!

    Diseño Web Bilbao