Vor 66 Millionen Jahren schlug ein circa 10 Kilometer großer Asteroid auf der Erde ein. Diese Katastrophe verursachte ein globales Massensterben, dessen prominenteste Opfer die Dinosaurier waren. Das ist keine neue Erkenntnis. Sie ist aber auch nicht allzu alt: Erste belastbare Indizien auf den großen Einschlag fand man in den 1970er Jahren und der Krater, den der Asteroid hinterlassen hat, wurde erst Anfang der 1990er Jahre entdeckt. Jetzt haben Forscherinnen und Forscher quasi das letzte Puzzleteil gefunden und das Massensterben eindeutig mit der kosmischen Kollision verknüpft (“Globally distributed iridium layer preserved within the Chicxulub impact structure”).

Wir wissen, dass vor 66 Millionen irgendetwas dramatisches passiert sein muss, weil man überall auf der Welt die sogenannte “Kreide-Paläogen-Grenzschicht (K-P-Grenze)” finden kann. Zwischen zwei klar unterscheidbaren geologischen Gesteinsschichten sitzt die sogenannte “Iridium-Anomalie”. Das chemische Element Iridium ist selten auf der Erde, sein Anteil an der Erdkruste beträgt nur 0,0000007 Prozent. In der K-P-Grenze ist der Wert aber bis zu zehnmal höher. Der Grund dafür muss außerirdisch sein, denn im Gestein von Asteroiden ist die Konzentration von Iridium deutlich höher. Es muss also Material aus dem Weltall auf die Erde gelangt sein und zwar auf eine Weise, die die Iridiumkonzentration global erhöht hat. Die Hypothese: Ein sehr großes Objekt ist eingeschlagen, dabei komplett pulverisiert worden und durch die Wucht des Impakts hat sich dieses Material über die gesamte Erde verteilt. Die Hypothese wurde zu annähernder Gewissheit, als man Anfang der 1990er-Jahre vor der Küste von Mexiko einen Einschlagskrater fand, dessen Alter und Größe zu genau so einem Ereigenis passten.

Die Wissenschaft nimmt es aber natürlich sehr genau. Und die Geologie ist zwar eine exakte Wissenschaft, aber auch eine, die mit sehr langen Zeiträumen zu tun hat. Nur weil man einen Krater findet, der ungefähr 66 Millionen Jahre alt ist und vor ebenfalls ungefähr 66 Millionen Jahren ein Massensterben stattfand, heißt das nicht absolut zwingend, dass das eine die Ursache des anderen war. Zeitlich ist da noch genug Spielraum für Alternativen. So ein Massensterben dauert ja seine Zeit und geologische Schichten werden nicht tagesaktuell abgelagert (bzw. auf jeden Fall nicht so datiert).

Kreide-Paläogen-Grenze an Gestein in Kanada (Bild: gemeinfrei)

Um die Lücke zwischen Massensterben und Einschlag zu schließen, fand 2016 eine internationale Expedition statt. Man führte Bohrungen im Krater durch, was gar nicht so einfach war, da das Ding zum größten Teil unter der Meeresoberfläche liegt. Am Ende erhielt man aber einen durchgehenden Bohrkern, der die Gesteinsschichten zeigte, die zwischen 505 und 1334 Meter unter dem Meeresboden lagen. Und auch im Krater fanden sie die Schicht mit der Iridium-Anomalie. Das war nicht selbstverständlich, denn wie man sich vorstellen kann, war da beim und nach dem Einschlag jede Menge los: Erdbeben, Tsunamis, und so weiter. Aber die Schicht war da und sie konnte nun untersucht werden. Das Resultat: Ein Teil des Iridiums war in “Mikrokrystiten” eingeschlossen, der Rest war Teil einer Schicht aus feinem Staub. Die Mikrokrystite sind – vereinfacht gesagt – kleine Kügelchen aus Gestein, das beim Einschlag geschmolzen, in die Luft geschleudert und wieder fest geworden zur Erde gefallen ist. Das geht relativ schnell; diese Schicht hat sich ein paar Stunden oder Tage nach dem Einschlag gebildet. Die feine Staubschicht hat länger gebraucht um sich bilden. Dieses Material wurde hoch hinauf geschleudert und blieb für lange Zeit in der Atmosphäre. Es hat sich in den hohen Schichten um die ganze Erde verteilt und hat bis zu 20 Jahre gebraucht, um wieder vollständig auf die Erde zurückzufallen.

Mit dem Nachweis des Iridiums im Gestein des Kraters lässt sich nun die globale Iridium-Anomalie direkt mit dem Einschlag verknüpfen und zeitlich datieren. Was man auch analysieren konnte, waren die (Mikro)Fossilien in den Gesteinsschichten. Schon wenige Tage und Wochen nach dem Einschlag haben Algen und Einzeller sich dort wieder aufgehalten. Vermutlich sind sie von den Tsunamiwellen dorthin gebracht worden, zusammen mit jeder Menge Nährstoffen, die das Wasser vom Land ins Meer gespült hat. Außerdem hat man die fossilen Spuren von Bakterien gefunden und im Gegensatz zu Algen und Einzellern in wesentlich größerer Artenvielfalt. Es muss sich um Organismen gehandelt haben, die auch mit wenig Licht ausgekommen sind, denn der Staub des Einschlags hat die Erde für Jahre verdunkelt. Ihre Energie haben sie vermutlich auch von heißen Quellen am Meeresboden bekommen, die ja auch heute noch beliebte Lebensräume für Mikroorganismen sind.

Das Leben – zumindest der Teil davon der nicht ausgestorben ist – hat sich also schnell an die neuen Verhältnisse angepasst. Und, zumindest auf geologischen Zeitskalen gemessen, auch wieder halbwegs schnell vom gewaltigen Einschlag erholt. Was für die, die es nicht geschafft haben, kein großer Trost sein mag. Für das Leben an sich aber sehr schon. Man muss sich schon sehr anstrengen, wenn man auch noch den letzten Mikroorganismus auf der Erde ausrotten will. Und solange es noch Lebewesen auf dem Planeten gibt, hält die Evolution alle Türen für die Zukunft offen.

Kommentare (22)

  1. #1 Harald Lieder
    Venezuela
    1. März 2021

    Sehr schöner Artikel!
    Vielen Dank!

  2. #2 Leser
    1. März 2021

    Ich kannte die Kreide-Paläogen-Grenze bisher als K-T-Grenze (Kreide-Trias-Grenze).

    Und noch etwas off-topic : Seit fast 2 Wochen ist Perseverance auf dem Mars gelandet. Über die Landung selbst wurde (soweit es ging) live berichtet. Man konnte sich mit den Operatoren über die geglückte Landung mitfreuen. Aber seit dem ist Funkstille. Auch auf diesen Kanälen hier. Gibt es da nichts zu berichten ? Ist der Minihubschrauber nun schon geflogen ? Hat man schon schöne Bilder aufgenommen ? Ich habe seit der Landung nichts mehr gehört.

  3. #3 Till
    1. März 2021

    @Leser: Es ist ganz normal, dass wir jetzt erst einmal nichts von Perseverance hören. Nach der Landung werden zunächst aufwendige (aber für die Medien eher langweilige) Systemchecks durchgeführt, bevor mit der eigentlichen Arbeit begonnen wird. Es wäre z.B. doch blöd, wenn der Hubschrauber bei der Landung verrutscht wäre und beim Startversuch die Hauptleitung zur Stromversorgung durchtrennte.

    Auch danach erwarte ich erst einmal nicht viel mehr als ein paar Bilder und evtl eine Meldung wie: Der Hubschrauber ist geflogen/nicht geflogen. Echter Erkenntnisgewinn (z.B. Bodenproben analysiert etc.) dauert dann noch einmal deutlich länger. Den erwarte ich erst in einigen Monaten bis Jahren.

  4. #4 wereatheist
    1. März 2021

    @Leser: ich kannte die K-T-Grenze bisher als “Kreide-Tertiär”.
    Die Kreide-Trias-“Grenze” heißt auch “Jura” 🙂

  5. #5 Florian Freistetter
    1. März 2021

    @Leser: “ber seit dem ist Funkstille. Auch auf diesen Kanälen hier.”

    Es gibt jede Menge zu berichten. Wurde auch berichtet; ich hab in diversen Zeitungen sehr viel darüber gelesen. Und zB auch in der neuen Folge des “Das Universum”-Podcast (erscheint morgen) darüber gesprochen, auch in einem WRINT Podcast mit Holger Klein der demnächst erscheint. Mein Blog hier ist ja Nachrichtenmedium, ich kann nicht umfassend über ALLES berichten was passiert (vor allem, weil ich hier für die Arbeit ja auch nicht wirklich Geld kriege).

    “Ist der Minihubschrauber nun schon geflogen ? Hat man schon schöne Bilder aufgenommen ? Ich habe seit der Landung nichts mehr gehört.”

    Ich kann dir nur dringend raten, andere Medien zu konsumieren, solltest du bisher ausschließlich mein Blog gelesen haben! Im Wissenschaftsteil von derstandard.at findest du zB jede Menge Infos. Oder in jeder anderen halbwegs brauchbaren Zeitung mit Wissenschaftsteil. Oder bei spektrum.de. Oder… – es gibt wirklich viel!

  6. #6 Leser
    2. März 2021

    @wereatheist

    Entschuldigung, da kam jetzt doch mein geologisches Halbwissen zum Vorschein. Du hast recht, Kreide-Tertiär-Grenze ist richtig ! Aber K-T-Grenze bleibt vor 66 Mio Jahren.

  7. #7 Adam
    Berlin
    2. März 2021

    @Florian:

    So ein Massensterben dauert ja seine Zeit

    Das Aussterben der Saurier selbst muss ja relativ zügig geschehen sein, oder? Ich weiß nicht, wie lange die damalige Flora ohne Licht auskam, aber wirklich lange ohne Photosynthese wird’s wohl nicht gewesen sein. Bedenkt man die Größe, waren die Sauropoden auf enorme Nahrungsmengen angewiesen, die immer knapper wurden. Also hat es zuerst sie, die Pflanzenfresser erwischt und nur wenig später die Raptoren, als sie keine Beute mehr fanden. Wie lange wird dieser Prozess wohl gedauert haben, ein bis zehn Jahre, weniger?

  8. #8 Dirk
    Bergstrasse
    2. März 2021

    merkwürdigerweise haben die Saurier schon noch eine Weile weiter gelebt (Funde aus Spanien). Meines Wissens hat die sehr lang andauernde und heftige Vulkanaktivität in Indien sowohl Dinosauriern als auch der Atmosphäre den entscheidenden Rest gegeben.
    Das begann dort wohl zum Zeitpunkt des Einschlags, und liegt recht gut gegenüber der Einschlaggegend auf der anderen Erdseite. Könnte sein, dass sich alle Schockwellen des Einschlags dort getroffen haben und diesen Sekundäreffekt ausgelöst haben. Soetwas lässt sich anhand von Kugeln experimentell zeigen, und auch bei kleineren Himmelskörpern im Sonnensystem ansehen.

  9. #9 Silur
    Schwechat
    3. März 2021

    @Leser
    Die Grenze, die du meinst wurde früher tatsächlich als K/T Grenze bezeichnet. Das T stand allerdings für Tertiär, nicht für Trias.
    Seit einiger Zeit wird jedoch dieses Zeitalter als Paläogen und Neogen weiter unterteilt bezeichnet

  10. #10 Folke Kelm
    Schweden, dunkel
    5. März 2021

    Eine sehr spannende Arbeit, aber…..
    Es gibt immer noch eine Menge Fragezeichen.
    Die Datierung der Dekkan Traps in Indien ist, mit gewissem Fehlermarginal mit dem Beginn VOR dem Impact. Wir wissen, dass andere Aussterbeevents durch solche Flubasakte ausgelöst wurden und es gibt mittlerweile auch eine Erklärung, wie solche Flutbasalte entstehen können ohne dass dazu ein Impact geschehen muss.
    Wir wissen auch, dass die Artenvielfalt bei landlebenden und wasserlebenden Tiergruppen zum Ende der Kreide sukzessive abgenommen hatr. Die Ammoniten waren stark auf dem Rückgang, die Muscheln und Schnecken wurden weniger, es gab eine Verarmung der Dinosaurierfauna, VOR dem gänzlichen verschwinden, und zwar über mehrere
    100 000 Jahre. Das passt besser zu einem allmählichen versauern der Meere durch vulkanische Gase und zu einer sich allmählich verschlechternden Umweltsituation allgemein.
    Das soll nicht heissen dass der Impact nicht die Keule war die den Sauriern den Rest gegeben hat, frei nach dieser schönen Pest-Szene bei Monty Phyton: “Ich bin noch nicht tot”….donk……
    Wie gesagt, wir haben eine ganze Reihe von Flutbasalt Ereignissen in der Erdgeschichte, und wir können mittlerwele alle an Massenaussterben koppeln. Der Mechanismus ist immer erhöhter Eintrag von CO2 und Schwefelsäure in die Meere, Versauerung und anoxische Meere.
    Der Mechanismus der zur Entstehung der Flutbasalte führen kann, also der, der momentan in der Diskussion ist und für den es tatsächlich Evidenz gibt jetzt, ist, dass in Subduktionszonen, wo ja Ozeankruste in den mantel abtaucht (kann man sehen mittels seismischer Tomografie) diese eben NICHT in den Mantel abtaucht sondern versehentlich flach im oberen Mantel bleibt. Dort schmilzt die Kruste, wird eben nicht im Mantel resorbiert wie normalerweise, sondern bildet immense Magmenreservoires die dann durch die Kruste durchbrechen.
    Für diesen Mechanismus gibt es ein funktionierendes Modell, und es gibt auch Belege. Das schöne daran ist, dass man sich diesen Mechanismus ausgedacht hat und dann gefragt hat, wie man das denn überhaupt nachweisen kann, man müsste doch Plattenreste mit Hilfe der seismischen tomografie finden können. Dann hat man geschaut und genau das auch unter Indien und China gefunden. schöne Wissenschaft…..
    Der Mechanismus Impact und dann auf der gegenüberliegenden Seite Vulkanismus ist ein denkbarer, aber Evidenz, also Belege gibt es nicht (bislang), genauso wenig wie wir Krater haben die definitiv mit den anderen Flutbasalten gekoppelt sind.
    Man kann ja mal suchen, aber die Kontinentaldrift macht das ja nicht so ganz einfach.
    Dann kommt wie gesagt die Datierung ins Spiel. Die Arbeiten die ich kenne legen den Beginn des Dekkan Trap fast alle vor den impact, und zwar bis mehrere hundertausend Jahre. Es gibt, so weit ich mich entsinne, ein oder zwei arbeiten die den Beginn des Vulkanismus mit dem Impact paralell legen.
    Dem wiederspricht aber der Fakt, dass die Faune sich in den letzten 500 000 Jahren der Kreide sich nicht wirklich wohl gefühlt hat, ein Indiz, dass auf der Erde irgendwas los gewesen ist, was die Umwelt nachhaltig immer mehr verändert hat, und wo sich die Lebewesen nicht wirklich anpassen konnten.
    Warum ist der Impact so ungemein populär als DAS ! Ereignis?
    Ich denke der Grund ist, es ist ein konkretes Ereignis dass ich jeder vorstellen kann, minutiös genau an die Pinwand zu heften. Bumm, und dann 20 Jhare lang dunkel, das überlebt keiner.
    Ein Flutbasalt ist über mehrere hundertttausend Jahre verschmiert, die folgen unerhört komplex und sich immer mehr addierend, bis es zur Katastrophe kommt, wo das System die Veränderungen ganz plötzlich nicht mehr kompensieren kann. Für Noch´n Flo als Analogon die chronische Herzinsuffizienz, chronische Lungenfibrose oder diabetisches Nierenversagen. es wird schlechter und schlechter, aber man merkt nix ausser dass die Kondition immer schlechter wird, bis eines Tages.
    Der Impact wäre dann der letale Autounfall.

  11. #11 Folke Kelm
    Schweden, hell
    5. März 2021

    Florian, kannst du meinen kommentar freischalten?

  12. #12 Spritkopf
    5. März 2021

    Mal eine kurze OT-Frage an Folke, wo er gerade hier ist (sorry, Florian): Gibt es solche Strukturen auch auf der Erde? Also, die wirklich genauso aussehen? Wenn ja, weißt du, wo man sowas findet?

    Zu deiner Info: Das Bild ist vom Curiosity Rover, aufgenommen an Sol 943 und zeigt die sogenannte Garden City nahe dem Paruhmp Hill auf dem Mars. Es handelt sich dabei anscheinend um Mineraladern, die wohl aus Kalziumsulfat sind und auf ehemals fließendes Wasser hindeuten.

  13. #13 Folke Kelm
    Schweden, sch....kalt. es friert wieder
    8. März 2021

    @Spritkopf.
    Das findest Du auf der Erde in Wüstenklima. wenn sandig-tonige Sedimente reissen und mineralhaltiges Grundwasser aufsteigt und die Minerale in den Rissen auskristallisieren. nicht ungewöhnlich in irdischen Wüsten, In Deutschland hab ich so Strukturen fossil im Keuper Süddeutschlands gesehen, wo Gips allgegenwärtig ist. Auch im Bundsandstein in Hessen meine ich hab ich so was schon gesehen.
    So Bilder sind immer ein Ansporn, sich doch mal dahin zu wünschen, sei es per Enterprise oder nur durch Beamen.
    Das Zeug zwischen den Adern sieht sehr nach feinkörnigem Sediment aus. Das wäre für mich interessanter als die Mineraladern dazwischen, wobei die natürlich auch interessant sind, weil sie direkte Schlüsse auf die Grundwasserchemie erlauben.
    Weisst Du ob man die analysiert hat, bzw ob der Rover eine Möglichkeit dazu hat mittels Röntgenfluoreszenz?

  14. #14 Spritkopf
    8. März 2021

    @Folke

    Ja, hat man. Such mal nach einem Paper von Kronyak, Kah et al.: “Mineral‐Filled Fractures as Indicators of Multigenerational Fluid Flow in the Pahrump Hills Member of the Murray Formation”. Habe ich mir mal irgendwann runtergeladen, weiß aber nicht mehr wo.

  15. #15 Spritkopf
    8. März 2021

    Hm, muss mir das Paper nochmal anschauen. Weiß nicht, ob da auch die Matrix analysiert wurde. Die Adern wurden mit der ChemCam analysiert. Die hält einen starken Laser auf die entsprechende Stelle und das Licht von den dabei entstehenden Dämpfen wird dann spektroskopisch auseinandergefieselt.

    Curiosity hat auch einen Bohrer und einen Analyser für Röntgenfluoreszenz an Bord, aber der wird sehr sparsam benutzt, weil der Bohrer dabei verschleißt und der Rover auch genau an die Stelle kommen muss, wo die Bodenprobe zu nehmen ist. Mit dem Laser kann er die Analyse aus ein paar Metern Entfernung machen, wenn z. B. das Terrain schwierig ist.

  16. #16 Folke Kelm
    Schweden, sch....kalt. 11 minusgrade
    9. März 2021

    Spritkopf, danke, ich werd mir das paper mal anschauen. Grundsätzlich bin ich ja ein grosser Freund von Röntgenfluoreszenz, es gibt ja mittlerweile da vielfältige Möglichkeiten über die millionenteuren und doppelt Küchentischgrossen stationären Anlagen mit Probenwechsler auf die wir vor gut 40 Jahren so stolz waren.
    Ich arbeite heute oft mit Handgeräten im Feld, man muss sich aber der Grenzen er Messtechnik sehr genau bewusst sein. Immer im Hinterkopf, dass wer misst, der misst misst.
    Auch eine schöne Sache ist ja die Röntgenmikrosonde, mit der Du im Dünnschliff punktgenau Elemente quantitativ bestimmen kannst. Wir hatten das damals an der Uni zu einer doch ziemlich guten Expertise auf diesem Gebiet gebracht, man kann allerdings nicht verlangen dass ein kleiner Dämon auf dem Rover dort Dünnschliffe der Gesteinsproben anfertigt und unter das automatische Mikroskop legt. Wie man weiss, pflegen solche Dämonen ja urplötzlich zu verdampfen (siehe Terry Pratchett).
    eine witzige Beobachtung am Rande ist, dass solche Analysentechnik anscheinend oft auch an Personen gebunden ist. An beiden Unis wo ich Projekte habe gibt es momentan niemanden der Röntgenmikrosonden am Leben erhält, obwohl beide Unis irgendwo in ihrem Fundus solche Geräte haben.
    Jetzt hab ich dummerweise gerade eine Frage, die ich mit genau dieser Technik zumindest messen, wenn nicht auch beantworten könnte. Wäre ich an der Uni fest angestellt würd ich mir die Geräte einfach unter den Nagel reissen, bin ich aber nicht.

  17. #17 Impact
    Ost-Österreich
    11. März 2021

    Ich frage mich, warum Herr Freistetter, der selbsternannte Skeptiker und Debunker, eigentlich so sehr den Nr. 1 Bestseller von Avi Loeb “Außerirdisch: Intelligentes Leben jenseits unseres Planeten” meidet … Passt wohl nicht ins enge dogmatische Weltbild, des Lesch-Epigonen.

    Heinz-Flori Bundo

  18. #18 Folke Kelm
    Kleines Dorf in Schweden
    12. März 2021

    Hallo Herr Flori-Bundo, alternativ moin Heinz.
    Soso, der Herr Florian Freistetter ist also selbsternannter Skeptiker und Lesch-Epigon.
    Ich geh davon aus dass Sie den Herrn Lesch auch nicht mögen, aber das nur am Rande, vielleicht lieg ich ja falsch.
    Aber mal ernsthaft, woher wissen Sie denn ob Herr Freistetter den Herrn Avi Loeb meidet?
    Vielleicht hat ja der Herr Loeb gar keine Messungen dir seine Thesen zweifelsfrei untermauern, und warum sollte man dann darüber schreiben?
    Warum ist denn das Buch von Ari Loeb ein Bestseller? Weil alle die es toll finden fremdernannte Skeptiker und damit offiziell sind?
    Oder viel mehr weil alle diese “Skeptiker” unkritisch unbelegten Thesen hinterherlaufen, frei nach dem Motto “wir könnens nicht erklären also müssen es ausserirdische sein”.
    Das Thema hatte Däniken auch schon.
    Vielleicht können wir das doch erklären, und Heinz bzw. Bestsellerleser wollen es nur nicht wissen? Vielleicht können wir es ja wirklich nicht erklären, aber deswegen müssen es ja wirklich nicht gleich ausserirdische sein.
    Ist wie Stonehenge. Wir könnens nicht erklären wie und wo und warum. Wir können aber erklären warum wir es nicht erklären können, und diese Erklärung ist so dermassen profan, dass keiner sie hören will, vor allem kein Esoteriker oder fremdernannter und somit offizieller Skeptiker.
    Die selbsternannten Skeptiker, also offizielle Archäologen des Mainstream kennen die Erklärung und lachen sich abends im Bett kugelig.

  19. #19 Spritkopf
    12. März 2021

    @Bundo

    Welches sind denn die Indizien für Oumuamua als ein von Außerirdischen stammendes Flugobjekt? Eine längliche Form und eine winzige Bahnabweichung im Vergleich zu einer unter rein gravitativem Einfluss stehenden Flugbahn. Das ist nicht sonderlich viel, um daraus ein ganzes Buch über Außerirdische zu schreiben. Warum sollte man ein solches Buch also in einem Blogartikel besprechen?

    Nebenbei schlagen hier immer wieder Kommentatoren auf, die über das angeblich “enge, dogmatische Weltbild” von Wissenschaftlern räsonnieren. Im weiteren Verlauf outen sie sich stets als Epigonen des belegfreien Fabulieren ins Blaue hinein, was sie selbst zwar gern für Wissenschaft halten wollen, deswegen aber nicht zu Wissenschaft wird. Sie, Herr Bundo, scheinen mir ein Vertreter dieser Spezies zu sein.

  20. #20 Folke Kelm
    kleines Dorf, umgeben von...
    12. März 2021

    @Spritkopf.
    um Epigone zu sein bedarf es ja eines Vorbildes welches sich durch ausserordentliche Leistungen hervorgetan hat. insofern ist Heins zein post (oder so)
    ja ein Lobgesang auf Harald Lesch. Hab nix dagegen, ausser dass das ganze Florian herabwürdigt. Das würde es übrigens im romanischen Sprachkreis nicht tun, da ist es eher löblich Epigone zu sein.
    ich würde eher “Schafe des belegfreien Fabulieren ins blaue hinein” sagen.
    Man sieht übrigens recht häufig, dass Wissenschaftler mit einer kruden These diese eher in Buchform populärwissenschaftlich veröffentlichen als sich damit dem wissenschaftlichen Diskurs stellen.
    Die Schafe folgen dann dem in Form eines Bestsellers hingeworfenen Brockens ohne das ganze irgendwie kritisch zu hinterfragen und haben dann noch den durch Dunning-Krüger verstärkten Mut andere als Schlafschafe zu bezichtigen, bzw. man schaut mit Hochnäsigkeit auf den sogenannten Mainstream herab, der ja alle Andersdenkenden (oder Querdenkenden) gerne unterdrückt.
    Ich sehe das leider auch hier immer wieder in der Realität. Gerade wenn man im Umweltschutz arbeitet und dann auch noch irgendwie mal in der Öffentlichkeit steht, kommen ständig diese Chemtrailer oder andere Fanatiker und versuchen einen vor ihre Karren zu spannen. Ich bin deshalb (leider) kein grosser Freund von unserer schwedischen Version von BUND (nicht die in olivgrün) oder Greenpeace, weil diese Organisationen leider Gottes (Teufels, Spaghettimonsters oder wahlfreier mystischer Entität) manchmal ein Sammelpunkt von latenten Verschwörungstheoretikern sind.

  21. #21 Spritkopf
    12. März 2021

    @Folke

    Man sieht übrigens recht häufig, dass Wissenschaftler mit einer kruden These diese eher in Buchform populärwissenschaftlich veröffentlichen als sich damit dem wissenschaftlichen Diskurs stellen.

    Oder dass sie erst ihre These als Paper veröffentlichen und dann das Buch hinterherschieben, weil das Paper nicht den Zitationsgrad erreicht, den sie meinen, der ihm zukommt.

    Loebs These ist ja nicht vollkommen abwegig. Theoretisch wäre es immerhin möglich, dass es sich bei Oumuamua um ein außerirdisches Raumschiff handelt. Nur ist halt die Wahrscheinlichkeit (und Loebs Belege dafür) reichlich dünn.

    Ein anderes Beispiel für einen solchen Wissenschaftler ist Chandra Wickramasinghe. Der sieht in jedem Phänomen, welches er sich nicht ganz erklären kann, Panspermie als Ursprung des Lebens auf der Erde am Werke. Und hat natürlich auch ein entsprechendes Buch veröffentlicht.

    Die Schafe folgen dann dem in Form eines Bestsellers hingeworfenen Brockens ohne das ganze irgendwie kritisch zu hinterfragen und haben dann noch den durch Dunning-Krüger verstärkten Mut andere als Schlafschafe zu bezichtigen, bzw. man schaut mit Hochnäsigkeit auf den sogenannten Mainstream herab, der ja alle Andersdenkenden (oder Querdenkenden) gerne unterdrückt.

    Leider wahr.

  22. #22 Florian Freistetter
    12. März 2021

    @Impact: Ich kann nicht immer alles sofort lesen, was neu erscheint… aber genau zu Loebs Buch hab ich kürzlich ein Interview mit dem ORF gemacht. Und es wird Teil eines Podcasts sein, der in den nächsten Wochen erscheint.

    Wie ich Avi Loeb bisher gemieden habe, kann man hier nachlesen: https://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/tag/abraham-loeb/