Einfache Erklärungen komplizierter Sachverhalte sind eine schöne Sache. Deswegen finden viele Menschen z.B. die Videos von Mai Thi Nguyen-Kim oder Martin Moder so gut. Aber wie schon Einstein in diversen Variationen zitiert wird: „Mache die Dinge so einfach wie möglich. Aber nicht einfacher“. Denn dann sind sie oft einfach nur falsch. Auch dazu gibt es ein Bonmot, von Henry Louis Mencken und ebenfalls in mehreren Versionen überliefert: „Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.“

Damit sind wir bei meinem Frühstücksthema. Gestern hatte ich in einer Diskussion nebenan bei Christian Meesters einen tollen Einfall, wie man den Unterschied zwischen absoluter und relativer Risikoreduktion durch das Impfen ganz einfach erklären könnte:

Die Grundidee ist nicht verkehrt: Die absolute Risikoreduktion hängt von der Wahrscheinlichkeit ab, mit der Nichtinfizierte auf Infizierte treffen. Wenn ich das so hinschreibe, sieht man sofort des Gedankens Fäule in meinem gestrigen Kommentar. Trotzdem hat mich die Einfachheit dieser Überlegung mit sich fortgerissen – zur Bestätigung von Menckens Satz und zur Erweiterung meiner Fehlererfahrung.

Erst ärgert man sich natürlich, wenn man so was schreibt. Auch ich habe lieber Recht als Unrecht. Aber es ist auch interessant. Warum fasziniert uns Einfachheit, selbst um den Preis, dass wir damit manchmal grobem Unfug aufsitzen? Dazu ein paar Assoziationen, bei denen natürlich ebenfalls Einsteins Warnung zu beachten ist. Auch nach der Frühstückszeit.

• Einfachheit hilft beim Überleben. Wenn unmittelbare Gefahr droht, kann man oft nicht lange genug nachdenken. Da hat die Natur selbst vorgesorgt, indem sie dann anstelle des Nachdenkens den Reflex gesetzt hat. Wer auf eine heiße Herdplatte fasst, überlegt nicht lange, ob er die Hand zurückziehen sollte oder nicht.
• Schon die Gestaltpsychologie Anfang des 20. Jahrhunderts hatte gezeigt, dass wir Wahrnehmungen filtern und ordnen, um nicht in der Flut der einzelnen Eindrücke unterzugehen. Wir nehmen die Welt in Bildern und Gestalten wahr.
Niklas Luhmann hat sich immer wieder mit Mechanismen der Komplexitätsreduktion beschäftigt. Er sah z.B. „Sinn“ als Ziel und Ergebnis einer gelungenen Komplexitätsreduktion.
• In den Naturwissenschaften werden gesetzesförmige Zusammenhänge gesucht, um die beobachteten Phänomene zu erklären. Naturgesetze vereinfachen unser Verständnis dessen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Manche wünschen sich sogar die Weltformel, manchen reicht die „42“. Und jeder kennt hier Beispiele mit unnötig komplizierten Erklärungen von Phänomenen einerseits und unzulässigen Vereinfachungen andererseits.
• In der Wissenschaft hat man mit „Ockhams Rasiermesser“ sogar eine wissenschaftstheoretische Regel, die Dinge einfach zu halten und zur Erklärung von Sachverhalten nicht mehr Wesenheiten einzuführen, als nötig. Einstein kannte seinen Ockham. Dabei nimmt man manchmal sogar Präzisionsverluste in Kauf, wie die Ablösung des ptolomäischen Weltbilds durch das einfachere, elegantere, aber zunächst rechnerisch nicht bessere kopernikanische Weltbild zeigt.
• Im Alltagsleben geben einfache Erklärungen Orientierung und Kontrolle in komplizierten Angelegenheiten und unübersichtlichen Situationen. Dazu gehört auch das Erzählen von Geschichten, weil sie Vertrautheit mit Bekanntem schaffen. Leider lassen Geschichten aber manchmal die Dinge auch einfacher erscheinen, als sie sind. Über Heuristiken, die uns helfen oder irreführen, hat Daniel Kahneman in seinem tollen Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ viel Material zusammengetragen, ebenso, mit etwas mehr Vertrauen in Heuristiken, Gerd Gigerenzer in seinem Buch „Risiko“. Populisten nutzen diese Orientierungsmechanismen gerne aus und liefern bevorzugt einfache, oft zu einfache, Erklärungen für komplizierte Sachverhalte. Ihnen reicht die Zustimmung durch eine Kontrollillusion.
• Im sozialen Miteinander vereinfachen wir unseren Alltag auch, indem wir Regeln schaffen und ihre Einhaltung einfordern. Damit hat sich unter anderem die Rollentheorie beschäftigt. Nachzulesen z.B. bei dem schon erwähnten Niklas Luhmann, der darin eine Stabilisierung von wechselseitigen Erwartungen sah. Ein lesenswerter Autor, auch wenn er nicht gerade einfach und verständlich schreibt.
• Manche Menschen erhoffen sich auch ganz grundsätzlich viel von einem „einfachen Leben“, sei es als Rückzug aus der Verantwortung, sei es, Stichwort Klimawandel, als Annahme von Verantwortung. Und manche lieben einfach Abwechslungen und Überraschungen.

Mit Bonmots habe ich angefangen, mit einem höre ich auch auf. Wie man sieht, ist es vielleicht mit der Einfachheit doch nicht ganz so einfach. Die einfache Antwort darauf geben Kinder ihren Eltern, wenn die sie wegen eines unaufgeräumten Zimmers rügen: „Einfache Geister brauchen Ordnung, das Genie beherrscht das Chaos“. In diesem Sinne wünsche ich einfach einen schönen Sonntag.

Kommentare (51)

  1. […] ein Nachtrag, 5.6.2021: – Edit: Wegen völliger Unsinnigkeit wieder gestrichen. Hier ist dazu die ganze […]

  2. #2 Uli Schoppe
    6. Juni 2021

    Du weisst das man bei 42 die Frage nicht verstanden hat? 🙂

  3. #3 stone1
    6. Juni 2021

    Bin zwar schon bei meinem 4. oder 5. Kaffee heute, aber wenn hier schon mein entfernter Namensvetter zitiert wird, möchte ich dem auch etwas Vereinfachendes hinzufügen: Einstein zitiert Schopenhauer. Diese Erkenntnis ist mir immer dann von Nutzen, wenn irgendwelche zwischenmenschlichen Angelegenheiten übertrieben kompliziert erscheinen.
    ; )

  4. #4 hto
    6. Juni 2021

    „Einfache Geister brauchen Ordnung, das Genie beherrscht das Chaos“.

    “Die ganze Welt ist in Unordnung, warum soll ich da mein Zimmer aufräumen”!?

  5. #5 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/
    6. Juni 2021

    Wieso muss ich an gendergerechte Sprache und Quoten denken? 😉

  6. #6 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    7. Juni 2021

    Hier noch ein Verschwörungstheoretiker:

    Prof. Dr. Stephan Luckhaus zu seinem Austritt aus der ‘Leopoldina’

    https://blog.fdik.org/2021-06/luckhaus.mp4

    • #7 Joseph Kuhn
      7. Juni 2021

      @ Volker Birk:

      Stephan Luckhaus war nie Thema im Blog, ist hier also auch nie als “Verschwörungstheorretiker” bezeichnet worden, ebenso wie die belegschwache Lockdown-Stellungnahme der Leopoldina hier nie verteidigt wurde oder gar jedwede Kritik an der Coronapolitik als “Verschwörungstheorie” abgetan worden wäre.

      Sie machen es sich zu einfach, wenn Sie hier einen Kommentar reinzuhauen, der in keiner Weise passt. Wobei, in gewisser Weise passt er auch wieder, weil Sie, wie ich bei meinem Kommentar, der Aufhänger dieses Blogbeitrags ist, einfach noch einmal hätten nachdenken sollen.

  7. #8 hwied
    7. Juni 2021

    Wie kompliziert ist die Welt?
    Lauert hinter jeder Oberflächlichkeit eine Gefahr?
    Haben die Erbsenzähler recht, wenn sie alles sehr genau nehmen?
    Hat die Grille recht, wenn sie im Sommer ihr Lied anstimmt und sich nicht um den Winter sorgt ?

    Jeder Kulturkreis hat ein Maß gefunden ,mit der Welt umzugehen, mit dem Glück, mit dem Unglück. Und es ist sicher kein Zufall, dass das Irrationale in unserem Denken einen festen Platz hat.

    Mit dem Irrationalen umzugehen, das wird gemeinhin als Religion bezeichnet. Und die Religion ist ein Roter Faden, der uns ein Leben lang begleitet und uns im Falle einer Pandemie hilft Optimismus zu bewahren. Irgendwo in der bibel steht: “Dieses Geschlecht wir nicht vergehen, bis dies alles geschieht”, meint Jesus, “Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen.” 
    Ein Gedanke zum Montagmorgenkaffee.

  8. #9 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    7. Juni 2021

    Lieber Joseph,

    ich möchte Dich mit Luckhaus auf etwas hinweisen: die gesamte Corona-Erzählung der Bundesregierung, wie sie vom RKI erzählt wird, hält keiner näheren Überprüfung stand. Kritiker wie Luckhaus werden von Anfang an weggeblockt.

    Wir sprechen hier über Statistik im Gesundheitswesen. Ich dachte immer, das wäre auch Dein Fach.

  9. #10 RPGNo1
    7. Juni 2021

    @Volker Birk

    ich möchte Dich mit Luckhaus auf etwas hinweisen: die gesamte Corona-Erzählung der Bundesregierung, wie sie vom RKI erzählt wird, hält keiner näheren Überprüfung stand.

    Ach, du bist also ein Fachexperte, der die Wahrheit (TM) in Sachen Coronapolitik glasklar erkannt hat?

    Du reitest dich immer tiefer in Coronaschwurbeleien und Corona-VT rein, und merkst es nicht einmal. Hast du Anleihen bei Clemens Arvay genommen? Es scheint fast so.

    https://blog.gwup.net/2021/06/06/podcast-die-science-cops-ueber-den-fall-clemens-arvay/

  10. #11 stone1
    7. Juni 2021

    @Volker Birk

    Ich stimme RPGNo1 zu, vor einigen Jahren hab ich Dich als engagierten Blogger wahrgenommen, der anscheinend Missstände publik machen wollte. War zwar damals auch schon viel krudes Zeugs dabei, trotzdem eigentlich okay.
    Hab schon lange nicht mehr geschaut, was Du jetzt so publizierst, aber aus deinen Kommentaren hier lässt sich schon erkennen, dass Du scheinbar die Bodenhaftung verloren hast.
    Nur so als Anregung zum drüber Nachdenken.

  11. #12 hto
    7. Juni 2021

    @Joseph Kuhn

    Popper: “Wir müssen ins Unbekannte, ins Ungewisse und ins Unsichere weiterschreiten; wir müssen die Vernunft benutzen, die uns gegeben ist…”

    Den Spruch habe ich drüben bei Blume’s neuesten Thema gezogen, und weil er hier besser passt …

    Blume wird meine Kommentierung (“Tja, da hat er wohl die Unwahrheit der Religion und die Heuchelei im zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des imperialistisch-faschistischen Erbensystems schon ziemlich gut verstanden, allein es fehlte nur der revolutionäre Funke!?”) sicher mal wieder ablehnen.
    Aber wie siehst Du den Zusammenhang zum Impfen, des Gemeinwohls und der Vernunft???

    “… die uns gegeben ist…” – Wenn Popper über Vernunft so formuliert, dann muss man doch annehmen: Da glaubt er auch an eine Sinnhaftigkeit die nicht nur auf die zufällige Einmaligkeit beschränkt ist??? 🙂

  12. #13 Beckmesser
    7. Juni 2021

    Ehrenwert, dass Sie sich zu einem Fehler bekennen. Sie bemühen sich aber darum, das möchte ich bemängeln, durch rhetorisches Geschick, hernach noch klüger auszusehen als zuvor.

    • #14 Joseph Kuhn
      7. Juni 2021

      @ Beckmesser:

      Und, ist es mir gelungen? Zu versuchen, hinterher noch dümmer auszusehen, wäre mir jedenfalls leichter gefallen.

  13. #15 Fluffy
    7. Juni 2021

    @#6
    👍

  14. #16 Herr ɟuǝs
    7. Juni 2021

    andersrum wäre richtig

  15. #17 hwied
    7. Juni 2021

    Klug-genial-daneben

    Der Volksmund sagt, zwischen Genie und Wahnsinn ist nur ein kleiner Schritt.
    Die Neurologen haben sogar eine Erklärung dafür gefunden. Wenn im Gehirn ein bestimmter Botenstoff vorhanden ist, dann ist die Intelligenz hoch. Ist aber der Botenstoff zu häufig, dann kommt es zu Überreaktionen.
    Bei den Meinungen zu Corona, zu den Impfungen, zur Impflicht fällt auf, dass sich die Wortführer für sehr klug halten und wahrscheinlich die kritische Marke beim Gehirnstoffwechsel überschritten haben.
    Bonmot am Montagabend.

  16. #18 Fluffy
    7. Juni 2021

    @#13 ɹɹǝH Senf
    Es ist eine Frage der Perspektive.
    Aber gerne für dich…
    👎

    Es gibt eben Leute, die können selber rechnen.
    Und Prof. Luckhaus gehört dazu.

  17. #19 Herr Senf
    voll daneben
    7. Juni 2021

    selber richtig rechnen können ist eins,
    aber man muß auch das Richtige damit richtig rechnen 😉
    wenn man sich vergaloppiert, ist’s am Ende auch bloß falsch.

  18. #20 Joachim
    7. Juni 2021

    Nun habe ich das Video des Prof. Dr. Stephan Luckhaus auch mal gesehen. Unlogisch finde ich die 1/1000 Wahrscheinlichkeit für Personen, die sich 4/2020 infizierten. Es mag ja sein, dass dies für den April galt.

    Doch in der Realität sind viel zu viele, auch jüngere Leute gestorben oder hatten Spätfolgen, so dass die Folgerung aus dieser Aussage “Corona sei nicht gefährlich” einfach falsch ist. Vielleicht ist das ja mein Fehler oder Missverständnis?

    Langsam scheint mir immer mehr Nietzsches Problem des Gegensatzes von Individualität und Allgemeinheit und der Unmöglichkeit „echte Weisheit zu vermitteln“ zuzuschlagen. Luckhaus mag vielleicht nach Ockhams Prinzip der Parsimonie Unrecht haben (…?…). Nach Nietzsche ist aber die Medizin wirksam, die hilft.

    Man müsste nur wissen wogegen. Genauer müsste man Luckhaus verstehen und nicht nach einem kurzen zornigen Video seine Schlüsse ziehen.

  19. #21 Stephan
    7. Juni 2021

    #11
    “Nur so als Anregung zum Drüber-Nachdenken.”

    Geht nicht, schafft er nicht im gegenwärtigen Stand seiner Krankheit. Erst muß er sie erkennen und loswerden wollen.

  20. #22 hto
    7. Juni 2021

    Einfach, einfacher und einfach falsch – Was das Impfen angeht, ist es im Grunde einfach nur eine Entscheidung zwischen Ja oder Nein.

    Aber weil wir uns ständig im “Tanz um den heißen Brei” befinden, ist einfach kein Grund im Sinne von Menschlichkeit und Vernunft zu finden, auf keiner Seite der “braven” Bürger für den “freiheitlichen” Wettbewerb. 🙂

  21. #23 Joseph Kuhn
    7. Juni 2021

    @ Volker Birk:

    Jetzt habe ich mir das kleine Video mit Herrn Luckhaus mal angesehen. Rein von der Performance her könnte es auch als Satire durchgehen. Ein alter Professor liest vor einer Tafel mit Formeln einfache Sätze von DIN-A-3-Blättern ab.

    Aber gut. So einfach darf man es sich sicher nicht machen. Also:
    – Sein Einstieg, dass die Letalität einer SARS-Cov-2-Infektion im Alter unter 70 überschaubar ist, ist seit langem eine Binse und keine Enthüllung. Wie er zu den Daten speziell für die 50-64-Jährigen kommt, weiß ich nicht. Zu den Daten etwa von Levin et al. passt es nicht.
    – Die Geschichten über seine Konflikte mit der Leopoldina und der MPG kann ich nicht beurteilen, sie klingen etwas einseitig, man müsste auch die Gegenseite einmal hören.
    – Die von ihm angesprochene Studie “aus dem Frankfurter Raum” kenne ich nicht und kann daher dazu auch nichts sagen. Kennen Sie sie?
    – Und was den Test auf T-Zellen-Immunität angeht: Ich bin kein Laborfachmann. Der Test scheint, was ich bei google gesehen habe, als Routinetest recht neu zu sein. Ob er für die Massenanwendung geeignet ist und in hinreichender Zahl zur Verfügung steht, wäre zu klären. Vielleicht ist das eine gute Sache, vielleicht nicht, ich weiß es nicht. Wissen Sie es?

    Insofern verstehe ich nach wie vor nicht, was der Link hier soll. Ich kenne den Herrn nicht, deswegen würde ich ihn auch nicht als Verschwörungstheoretiker bezeichnen. Und was sein kleiner Vortrag mit dem Blogthema zu tun haben soll, verstehe ich auch nicht. So einfach ist das.

  22. #24 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    7. Juni 2021

    Lieber Joseph,

    ich habe verstanden, dass Du nichts verstanden hast, oder aber nichts verstehen willst.

    Für mich ist der Fall entsprechend abgeschlossen. Ich wünsche Dir mit Deinem kleinen Blog noch viel Freude. Du hast Dir ja eine treue Anhängerschaft aufgebaut. Bestimmt kannst Du so noch eine ganze Weile Deine kleine Echoblase geniessen.

    Da will ich nicht weiter stören.

    Adieu.

  23. #25 Herr Senf
    7. Juni 2021

    nur zur Abrundung: inzwischen
    wird er von #wissenschaftstehtauf gelistet und ist vereinnahmt vom Corona-Ausschuß

  24. #26 Joseph Kuhn
    7. Juni 2021

    @ Herr Senf:

    “inzwischen wird er von #wissenschaftstehtauf gelistet und ist vereinnahmt vom Corona-Ausschuß”

    Das ist dann vielleicht auch ein Teil der Geschichte zu seinem Konflikt mit Leopoldina und MPG, den er nicht von seinen DIN-A-3-Blättern abgelesen hat.

    @ Volker Birk:

    “Ich wünsche Dir mit Deinem kleinen Blog noch viel Freude.”

    Danke, das ist sehr nett.

    “Da will ich nicht weiter stören.”

    Das auch. Erläutern ist immer besser als stören.

  25. #27 Joachim
    7. Juni 2021

    Joseph Kuhn #23

    So sehr ich in der Sache ihrer (mich darf man übrigens im Netz mit du ansprechen) Meinung bin, der Vortrag hat aber definitiv etwas mit dem Artikel zu tun. Volker Birk wollte einen Beleg oder Hinweis für seine Meinung geben. Und in der Tat, es ist nicht immer so einfach.

    Wenn wir etwas, wie dieses Video als Beleg, nicht akzeptieren, dann kann es nur um eine Präferenz der Objektivität gegenüber der Subjektivität gehen, wie ich das in #20 versucht habe anzudeuten.

    Um es auf die Spitze zu treiben geht es um “Wissenschaft gegen Querdenker” oder umgekehrt.
    Unbestritten gibt es Fakten. Über Unsinn muss nicht gestritten werden.

    Doch nehmen wir einmal den Unsinn mit den Chemtrails (um hier niemanden auf die Füße zu treten). Wikipedia sagt dazu „… was die Beliebtheit und Verbreitung der „reinen Fiktion“ bislang nicht verringern konnte.“. Meine Meinung, ganz ohne Zweifel.

    Dennoch existieren konkrete wissenschaftliche Überlegungen und praktische Versuche (nicht nur) dem Klimawandel mit ähnlichen Mitteln begegnen zu können. Um Regen mit Silberkristallen zu machen sogar schon sehr lange.

    Das (der Versuch des Terraformings auf der Erde) wäre in der Tat eine gefährliche Aktion. Wir könnten die Geister, die wir rufen vielleicht nicht mehr loswerden. Es reicht auch nicht einfach auf den Wissenschaftler zu vertrauen, der am Menschen Genexperimente vornehmen will. Frankenstein soll auch Wissenschaftler gewesen sein 😉

    Andere Beispiele für „Querdenker“ sind Glaubensysteme/Verschwörungstheorien, die überall Gespenster, Energiefelder oder Wunder sehen. Etwa so, wie in dem Urglauben, alle Dinge seien beseelt. Das mag Quatsch sein, doch täte der Umwelt, der Erde ein wenig Respekt sicher gut.

    Ich habe mich nicht versehentlich auf Nietzsche berufen. Wissenschaft ist Objektivität, strebt universelle Gültigkeit an, die jeder logisch denkende Mensch akzeptieren soll. Nur individuell spielen noch tausende anderer Dinge eine Rolle, angefangen mit der eigenen Bildung und nicht zu Ende mit der Lebenssituation, Sozialisierung, Herkunft, Religion und Kultur und vielem mehr. Darüber hinaus macht jeder Mensch Fehler. Und wir machen es uns all zu oft viel zu einfach, wenn wir auf „Logik“ bestehen. In 100 Jahren werden auch wir verlacht (oder verteufelt).

    Was ich damit sagen will: einfache Erklärungen sind nicht schlecht. Falsche Erklärungen mit fatalen Folgen und bewußter Betrug, die sind das Problem.

    Aber ich kann mir gut vorstellen, dass wir auch da einig sind.

  26. #28 PDP10
    7. Juni 2021

    @Joachim:

    Wissenschaft ist Objektivität, strebt universelle Gültigkeit an, die jeder logisch denkende Mensch akzeptieren soll.

    Nein. Das ist ein gerne genommener Irrtum bzw. eine Unterstellung. Jede/r ernstzunehmende/r Wissenschaftlerin und Wissenschaftler weiß, dass die “Objektivität” nur soweit reicht, wie ein Fehlerbalken hoch ist.

    Absolute Wahrheiten werden in der Regel nur von Schwätzern verkündet. “Wir wissen es nicht / noch nicht / nicht genau” hört man von den Säulenheiligen der “Quer”denker praktisch nie. Von echten Wissenschaftler/innen dagegen dauernd.

    Gerne wird so eine “Wahrheit” dann auch mit einem “man muss doch fragen dürfen” oder “dass sollte man mal diskutieren” eingeleitet. Oder mit einer länglichen Erklärung, dass man dieses oder jenes ja nicht behaupten will, aber es könnte doch … etc.

    (Faustregel: Je länger der Satzteil vor dem “aber” umso größer der Unsinn dahinter.)

  27. #29 stone1
    8. Juni 2021

    @Joachim

    Und wir machen es uns all zu oft viel zu einfach, wenn wir auf „Logik“ bestehen.

    Oh nein, oh nein. Auf Logik zu bestehen ist gegenüber Schrägdenkern aller couleur überhaupt nicht einfach. Im Gegenteil, die weichen den Regeln der Logik oft dermaßen beharrlich aus, dass es nicht wundert, wieviel Quatsch sie zu glauben meinen.

  28. #30 Joachim
    8. Juni 2021

    @PDP10 Doch. Das ist kein Irrtum, obwohl dein Fehlerbalken natürlich jedem Wissenschaftler bekannt ist.

    Fakt ist, Logik soll jedes andere Argument schlagen. Mehr noch, unlogische Argumente gibt es nicht bzw. können nicht akzeptiert werden. Jemand, der unlogisch argumentiert, der hat Unrecht. Wenn ich sage 1+1=10 und davon nicht abweiche, dann gelte ich als verrückt.

    Oder als binärsystem-geschädigter Programmierer. Ja, wir müssen schon vom selben System reden, um einander zu verstehen. Es ist etwas vorschnell, da von Verrücktheit zu reden, wenn ich selbst nicht verstanden habe. Missverständnis nennt man das. All zu oft ist die Basis eben nicht bekannt. Missverständnisse sind die Regel.

    In jedem Fall geht Nietzsche noch eine Ecke weiter. Zarathustra hat ein Problem, seine Lehren zu verkünden weil das “dumme” Volk Weisheit (so eine Art Verschwörungstheorie) verlangt, die es so gar nicht gibt. Als Weiser hätte der das aber wissen müssen. Denn jede Weisheit, jede Regel hat Allgemeingültigkeit, untergräbt oder unterschlägt die Individualität. In der Folge versteht jeder etwas Anderes oder gar nichts mehr. Sehr gut sieht man das bei seiner Aussage „Gott ist tot“…

    Populisten umgehen das Problem, weil ihre Behauptungen ja gar keinen logischen Schluss ermöglichen, folglich auf jede individuelle „Wahrheitssicht“ genau so gut wie auf gar nichts passen.

    Problem: jeder muss sich eben selbst seinen Reim im eigenen Kontext auf die Dinge machen. Das ist schwer und Menschen sind „faul“ oder haben Anderes zu tun. Einfache Lösungen, die keine sind, werden bevorzugt. Und komplizierte Lösungen werden vereinnahmt, vereinfacht und verdreht, bis sie sich in nichts mehr von den einfachen Lösungen unterscheiden. Und dann kommt manchmal noch Bösartigkeit hinzu.

    Doch auch die Weisen sind nicht wirklich besser in ihrer Gleichmacherei, in ihrem Beharren auf Uniformität (Recht, Logik) und der Suche nach dem Übermenschen um Gott wieder zu erwecken.

  29. #31 stone1
    8. Juni 2021

    @Joachim

    All zu oft ist die Basis eben nicht bekannt. Missverständnisse sind die Regel.

    Wenn man Logik als Basis nimmt, und die sollte eigentlich bekannt sein, sind Missverständnisse eher die Ausnahme.
    Aber ja, es ist nicht einfach, man muss schon Geduld haben, den richtigen Moment abwarten, genau zielen und dann kann man auch treffen mit der Logikklatsche, ist nicht einmal sonderlich schmerzhaft.

  30. #32 Joachim
    8. Juni 2021

    @stone1 #31
    In der Wissenschaft sollten Missverständnisse nicht die Regel sein.

    Dennoch z.B. die Interpretation von Studien kann schon mal kontrovers laufen. Da wird auch mal mit den Mitteln der Neurologie schon mal ein C64 untersucht um zu beweisen, dass die Methoden nicht so universell sind, wie man dachte.

    Da wird (wieder in der Neurologie) behauptet, es gäbe keine Entscheidungsfreiheit, weil man ein Signal einige (100?) Millisekungen vor der Entscheidung schon eindeutig gemessen hat. Das Ergebnis ist sicher interessant. Die Schlussfolgerung zur Entscheidungsfreiheit ist aber reine Spekulation.

    Reden wir aber über normale Menschen, so sieht das anders (oder gar nicht so anders?) aus. Sonst würden Werbung, Politik und vieles mehr nicht “funktionieren”.

  31. #33 stone1
    8. Juni 2021

    @Joachim

    mit den Mitteln der Neurologie schon mal ein C64 untersucht

    Link? Hört sich nach einer sehr alten Untersuchung an. Heutzutage wird an etwas komplexeren neuronalen Netzen geforscht. C64, wirklich. Kann man den altehrwürdigen Commodore nicht endlich mal in Frieden ruhen lassen?

    weil man ein Signal einige (100?) Millisekungen vor der Entscheidung schon eindeutig gemessen hat

    Das sogenannte Bereitschaftspotential, nehme ich an. Entscheidungsfreiheit ist relativ, da ist man mal freier, ein andermal weniger.

    Reden wir aber über normale Menschen

    Ach, Wissenschaftler sind ihrer Ansicht nach keine normalen Menschen?! Na sowas, ist ja ein Ding.

    Worauf will dieses Geseiere eigentlich hinaus?

  32. #34 ralph
    8. Juni 2021

    Herr Kuhn, haben Sie denn inzwischen verstanden, wie ungemein sinnvoll es aus epidemiologischer Sicht ist, mit Hilfe von vielen strategisch eingesetzten Schnelltests, Superspreader relativ zuverlässig aus dem Verkehr zu ziehen?
    Sie taten sich da unlängst etwas schwer, da Sie lediglich den medizinischen Aspekt der relativen Ungenauigkeit und die zweifellos damit verbundene Problematik warnahmen, die aber genaustens bekannt und gut kommunizierbar ist.
    Wenn nicht, dann würde ich ihnen empfehlen das bald ein Jahr alte Video zum Thema von Mai Thi Nguyen-Kim (noch?)mal in Ruhe und unvoreingenommen anzuschauen.
    Herr Kuhn, Sie werden mit mir übereinstimmen, dass es bei komplexen Sachverhalten darum geht, das Wesentliche zu verstehen, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Das setzt ein gewisses Abstraktionsvermögen voraus und ist (scheinbar) schwieriger als eine seitenlange Beschreibung aller mögliche Aspekte.
    Mai Thi Nguyen-Kim macht das in in ihren Videos ganz ordentlich, ganz im Sinne von Einsteins Bonmot. Wem das nicht reicht, der findet im Text zum Video jede Menge Quellenangaben mit den zum Thema gehörenden Studien.

    • #35 Joseph Kuhn
      8. Juni 2021

      @ ralph:

      Bei Tests habe ich insgesamt viel dazu gelernt. Ich komme ja nicht aus der Laborwelt. Aber ich will auch nicht unnötigerweise einräumen, Meinungen geändert zu haben. Das Video von von Mai Thi Nguyen-Kim fand ich schon beim ersten Sehen gut. Hatte ich mich denn gegen kluge Anwendungen von Schnelltests (insbesondere in Settings wie z.B. Heimen, insbesondere in Settings, in denen regelmäßig wiederholtes Testen möglich ist) ausgesprochen? Falls ja: das würde ich heute nicht mehr so sagen. Wäre für einen Link dankbar, dann lese ich meine diesbezüglichen Kommentare noch mal nach.

      Wildes Testen mit Schnelltests in der Allgemeinbevölkerung, mit und ohne “Superspreader”-Argument, finde ich aufgrund der schwachen Sensitivität der Tests nach wie vor heikel. Ein Fall, bei dem man es nicht zu einfach machen sollte, nach dem Motto, einfach so viel testen wie möglich.

  33. #36 Joachim
    8. Juni 2021

    @stone1 #33
    Nein, die Untersuchung war nicht sehr alt. Wenige Jahre. Missverständnis, nicht wahr? Dein Kontext leitet dich zu deiner Einschätzung. Einen Link finde ich aber nicht mehr. Ich bin keine Datenbank. Vermutlich Heise.

    Und nein, es ist nicht das Bereitschaftspotential. Es ging um Entscheidungen, die man vorhersagen konnte, bevor der Untersuchte seine Entscheidung bewußt getroffen hatte.

    „Wissenschaftler sind ihrer Ansicht nach keine normalen Menschen?!“ Worauf könnte sich vielleicht „(oder gar nicht so anders?)“ beziehen? Genau deshalb unterliegen die den selben Gesetzen und tappen in die selben Fallen.

    „Worauf will dieses Geseiere eigentlich hinaus?“ Na, darauf dass 1+1=10 etwas mit Verständnis und Kontext zu tun hat. #33 zeigt das ziemlich gut.

    Außerdem will ich darauf hinaus, dass diese Polarisierung, dieses „ich habe Recht“, das bis zum direkten Angriff geht, unsinnig ist. Das gilt besonders, wenn wir es sind, die nicht verstehen. Das gilt selbstverständlich für Querdenker, doch ganz genau für die, die sich eben nicht für Querdenker halten bis in die Wissenschaften rein. Das was wir, sogar die Schlausten von uns, so für Realität halten oder zu wissen meinen, das ist noch sehr weit von Nietzsches Übermenschen entfernt. Nobody is perfect.

    Ich halte das für sehr beruhigend. Btw, das ist nicht mein „Geseiere“. Das hat sich 1883–1885 Nietzsche ausgedacht (genauer: so habe ich das interpretiert, was ich meine, was er dachte). Die Fragen hier sind nicht neu.

  34. #37 stone1
    8. Juni 2021

    @Joachim

    Oida, die Fragen hier sind nicht neu und kein Geseiere?
    Nietzsche ist fast so lange tot wie Gott, und diese ihre vagen ‘Fragen’ sind ungefähr so sinnvoll wie die, warum ein Schaß nicht gut riecht.
    Wenn wir irgendwie gelten ließen, dass 1+1 Zehn sei (und nicht etwa Elf, worüber sich wenigstens noch diskutieren lässt, wenn man auch nicht viel Sinnhaftes mit so einem Zahlensystem anfangen kann) und uns nicht darauf einigen können, dass das Nonsens ist, ist jegliche weitere Kommunikation sinnlos. Dann kann jeder einfach irgendeinen Rharbarber erzählen.

    Möglichst präzise formulierte, logisch konsistente Gedanken ermöglichen missverständnisarme Kommunikation, was Sie hier betreiben, ist ungefähr das Gegenteil davon. Sie machen es sich zu einfach, um zum Thema hier zurückzukehren.

  35. #38 stone1
    8. Juni 2021

    @Joachim, Ergänzung:

    Und sparen Sie sich einen weiteren Kommentar an mich, es ist von meiner Seite alles dazu gesagt, weiteres wäre fahrlässige Zeitverschwendung. Allenfalls könnte ich Sie noch links und recht mit einer Unhöflichkeit dafür abwatschen, dass Sie das WWW mit unappetitlichen Kommentarhäufchen verschmutzen, aber das steht mir nicht zu.
    Also Servus, Baba und fall nicht.

    • #39 Joseph Kuhn
      8. Juni 2021

      @ stone1:

      Bitte sachlich bleiben. Das ist wirklich ganz einfach. Danke.

  36. #40 RPGNo1
    8. Juni 2021

    @Volker Birk

    Für mich ist der Fall entsprechend abgeschlossen.

    Ja ja, wenn dir die ohnehin schon schwachen Argumente ausgehen, dann greifst du auf Taubenschach zurück.

    Bestimmt kannst Du so noch eine ganze Weile Deine kleine Echoblase geniessen.

    Guter Witz. Schau mal in den Spiegel, dann erkennst wer in einer Echoblase steckt.

    Da will ich nicht weiter stören.

    Eine vernünftige Entscheidung.

  37. #41 stone1
    8. Juni 2021

    @Joseph Kuhn

    Ist schwierig, sachlich zu sein, wenn sich die Sache hinter vielen Worten zu verbergen scheint. Könnte auch eh um nichts gegangen sein, schließlich war Nietzsche im Spiel.

    Hab den Hinweis zur Kenntnis genommen und werde mich bemühen.

  38. #42 Jolly
    8. Juni 2021

    @stone1

    Wenn wir irgendwie gelten ließen, dass 1+1 Zehn sei (und nicht etwa Elf, worüber sich wenigstens noch diskutieren lässt, wenn man auch nicht viel Sinnhaftes mit so einem Zahlensystem anfangen kann)

    Mit dem Binärsystem lässt sich so einiges anfangen. In diesem Kontext gilt: 1+1 = 10.

  39. #43 stone1
    8. Juni 2021

    @Jolly

    Brrr, ich Dummerchen. Hab schon so lange nicht mehr maschinennah programmiert, dass mir das jetzt gar nicht aufgefallen ist. Ich ziehe meine Äußerungen, was diesen Punkt betrifft, zurück und behaupte das Gegenteil. ; )

  40. #44 stone1
    8. Juni 2021

    @Joachim

    Ich bitte meine Flegelei #38 zu entschuldigen, bin viel zu früh aufgewacht, Blick aufs Handy, Kommentar #36 im Halbschlaf gelesen, hab falsch und überreagiert. Dann noch 2h geschlafen, nach dem 2. Kaffee bin ich jetzt wieder halbwegs bei Sinnen. Tut mir leid.

  41. #45 hwied
    8. Juni 2021

    Der blog nennt sich Gesundheits-check. Es geht also um die Gesundheit auch der Mitkommentatoren. Viel Zeit und Nerven gehen bei “Scheindiskussionen” verloren, weil A B nicht versteht, nicht verstehen kann, wenn er einer anderen Generation angehört. Man könnte ja schon im Vorfeld angeben, zu welchen Generation man gehört. Da machen viele mit, teils aus Eitelkeit, teils um das Rechthabenwollen zu unterstützen teils aus Neugier.
    Vorschlag: Zusätzlich zum Nick den Zusatz
    J = Jugendlicher , geboren ab 2007
    T = Twen ab 2000
    N = normal 1960 – 2000
    V = Veteran vor 1960
    Gedanke zum Dienstagsfrühstück

  42. #46 Joachim
    8. Juni 2021

    @stone1: wirklich keine Entschuldigung notwendig. Ich frage mich selbst, wie weit off topic (je nach Definition oder Interpretationsmöglichkeiten) ich gehen darf. Vielleicht habe ich es übertrieben.

    @Joseph Kuhn: das war nicht meine Absicht (es zu übertreiben!)

  43. #47 stone1
    8. Juni 2021

    @Joachim

    wirklich keine Entschuldigung notwendig

    Phu, da bin ich jetzt erleichtert. Das Thema hier ist eigentlich der Unterschied zwischen relativer und absoluter Risikoreduktion, normalerweise gibt JK die Diskussion für Rand-Themen frei, wenn ein Fazit gezogen wurde.
    Vielleicht können wir dann nochmal auf ihre Gedanken eingehen, es würde mich schon irgendwie interessieren, worauf genau das eigentlich rauslaufen sollte.

  44. #48 Joachim
    8. Juni 2021

    @stone1: Es ging aber auch um Einfachheit, Ockhams Rasiermesser, Orientierung und Kontrolle in unübersichtlichen Situationen.

    Der Hintergrund zu Nietzsche war übrigens, dass meine Tochter mich am Abend vor dem Frühstück des Herrn Kuhns nach dem Zarathustra frage. Dabei stellten wir fest, dass z.B. Ockhams Razor als Regel das Einfache, das Richtige, das Unabhängige vorzuziehen, das ist, was Zarathustra tut. Er ist logisch und weise. Ganz ähnlich, wie man das dem Blog-Author hier unterstellen könnte. Und er wird nicht verstanden. Ein Herr Birk versteht den Herrn Kuhns ja auch nicht (oder umgekehrt?).

    Warum ist das so, wo der doch – per Definition im Buch – Recht hat?

    Vielleicht erklärt oder entschuldigt das mein „off topic“ ein wenig?

  45. #49 stone1
    8. Juni 2021

    @Joachim

    Ein Herr Birk versteht den Herrn Kuhns ja auch nicht (oder umgekehrt?)

    Was das betrifft, vgl. #10, #11 und #21. Daraus kann man unter Anwendung von Ockhams Rasiermesser einen Schluss ziehen, der nicht ausgesprochen werden braucht. Und der auch nicht notwendigerweise stimmen muss, aber zumindest nahe liegt.

  46. […] einfacher und einfach falsch – ein paar Gedanken beim Sonntagsfrühstückskaffee, Gesundheits-Check am 6. Juni […]

  47. #51 demolog
    15. Juni 2021

    @ #32 Joachim
    8. Juni 2021

    Das Libet-Experiment…

    Da sind ja massenmedial sehr unklare/unpräzise Versuchtsbedingngen beschrieben worden. Meine Vermutung ist, das um das Experiment viel Radau gemacht wurde, aber nicht um den Teil, um den es wirklich ging.

    Das aus dem Experiment der “unfreie Wille” hervorging, kann kaum aus den Messwerten selbst hervorgegangen sein. Denn der Abgleich der Messwerte mit einer Abfrage des Zeitpunkts, wann ein Mensch einen Willen gehabt haben soll, funktioniert so gar nicht, weil das Subjektive natürlich keine gute Zeitmessung ist und auch Reaktionszeiten schwanken. Da sind dann Verzögerungen sogar von sekunden möglich. Aus dieser Datenlage wäre zumindest klar, das der Wollende selbst nicht genau weiß, wann er wollte.

    Aber das eigendliche Experiment fand ja vielleicht so statt:
    Die Anweisung an die Probanden lautete, das sie auf einen spontanen Drang zum Klicken warten sollen (und dann einfach drauflos klicken).
    Und der Trick an der Sache war wohl, das die Versuchsdurchführer dann in einen Nebenraum gingen und per MK-Ultra-Methoden genau diesen “spontanen Drang” auszulösen versuchten. Dabei stellte sich wohl raus, das sowas geht und daher leitete sich ab, das der Mensch keinen “freien Willen” habe… nicht aus den dazu erhobenen Messwerten, deren Aussagekraft davon abhinge, was im Gehirn wirklich abläuft. Was man auch nicht so genau weiß – also die Grundlage, die allgemein üblich angenommen wird, nur eine Theorie ist, die bisher nicht eindeutig bestätigt/geprüft werden kann.
    Jedenfalls sind die Messwerte nicht dazu geeignet, einen “freien Willen” auszuschliessen. Das dies niemand so deutlich sagt, kann durchaus daran liegen, das man an der Sache gar nicht so genau ran will und vor allem den eigendlichen Versuch (MK-Ultra—spontane Drangauslösung) gar nicht preisgeben will.

    Somit wäre das Libet-Eperiment ein Beispiel für die “frühliche Wissenschaft” mit mehreren Kontrollinstanzen und gar Selbstbeschränkung, die nur schwammigen oder Wahrheit verschleidernden Output ausgibt, um diese Wirklichkeiten nicht so deutlich sichtbar werdne zu lassen.