Der Bundestagswahlkampf ist mit seltsamen „Skandalen“ garniert. Da wird in den Medien tagelang über abgeschriebene Stellen eines insgesamt überflüssigen Buches der grünen Kanzlerinkandidatin (wie gendert man das eigentlich korrekt?) diskutiert, dafür geht ganz unter, dass manche Parteien sozialpolitisch höchst Fragwürdiges planen, klimapolitisch auf ein „Niemand-weh“ setzen und wohnungspolitisch mehr oder weniger nur warme Worte finden.

Jetzt, angesichts der Flutkatastrophe, mit bisher mehr als 150 Toten allein in Deutschland und großen Verwüstungen auch in Österreich, Belgien und den Niederlanden, beschäftigt uns das Lachen von Laschet im Hintergrund einer Kondolenzrede Steinmeiers in Erftstadt und das Grinsen von Steinmeier im Hintergrund der Rede Laschets beim gleichen Termin. Klar, beides ist daneben, so weit man das ohne Kenntnis des Anlasses beurteilen kann, und Laschet hat sich auch schon entschuldigt.

Das unfreiwillig Offenbarte hatte schon immer einen Schlüssellocheffekt auf die öffentliche Wahrnehmung. Es scheint unverstellt zu verraten, was die Politiker/innen, die sich sonst so viel Mühe mit ihren einstudierten Floskeln geben, wirklich denken. Man erinnere sich nur an Reagans ungewollt beim Tontest übertragenen Scherz von der Bombardierung Russlands oder Trumps Pussygate. In dem, was nicht für die Öffentlichkeit gedacht war, lauert das Peinliche. Also der tiefe Grund der Wahrheit? Kann es sein, dass wir inzwischen alle ein bisschen zu viel vom „Wir entlarven die da oben“-Querdenkerwasser getrunken haben? Dass wir glauben, das Feixen Laschets oder eine abgeschriebene Sprechblase Baerbocks verrät uns mehr über deren politische Eignung als das, was sie zu den wichtigen politischen Themen sagen? Oder Söders Tomatenfleck auf dem Pulli verrate etwas über Sauberkeit in der Politik?

Dass Baerbock gerne was darstellt und Laschet bei passender und unpassender Gelegenheit gerne grinst, wissen wir jetzt zu Genüge. Wie wäre es, im Wahlkampf noch ein bisschen darüber zu debattieren, wie unser Leben in Zukunft aussehen soll, über Corona, Klima, Wohnungsmarkt, Pflege, soziale Spaltung? Der Blick durchs Schlüsselloch ist damit ja nicht gleich verboten, wir wollen ja auch was zum Feixen haben, egal wie ernst die Lage ist.

Kommentare (43)

  1. #1 zimtspinne
    18. Juli 2021

    @ Joseph

    Gendern:
    Also entweder dreifach gemoppelt “Grüninnenkanzlerinnenkandidatin” oder nur einmal das letzte Substantiv gendern “grüne Kanzlerkandidatin”.
    Sonst ist das zu wurschtelig-dazwischengemoppelt.

    Zum Thema:
    Bei aller Hingabe zum Detail, das ich verstehe, finde ich dieses tagelange künstliche Aufspulen über Nebensächlichkeiten und insbesondere auch menschliche Schwächen, Fehlschüsse und Unperfektion (gibts das Wort?) einfach nur ….. bezeichnend. Für diejenigen.
    Würden die gleichen Politiker ständig mit hängender Betroffenheitsmiene herumlaufen, wäre es auch wieder nicht recht, weil verlogen.

    Ich finde dieses Laschet durch und durch unsympathisch, aber gerade deshalb möchte ich den Knilch auch mal in Schutz nehmen sozusagen.
    Wer sitzt nicht in Glashäusern von den Empörlingen?
    Wer verhält sich bei jeder Gelegenheit stets makellos und moralisch perfekt? Doch nur, wer die höhere Mädchen- und Knabenschule mit Benimmkursen besucht hat, schätze ich mal.

    Auf der einzigen Beerdigung, auf der ich bisher war, bekam ich mit noch einer Person neben mir Lachanfälle wegen eines zu komischen Vorfalls (es hatte mit einem kackenden Vogelviech zu tun) und das war nur sehr schwer einzudämmen.
    Wir wurden auch von älteren Herrschaften gnarzig von der Seite angeschaut. Hätte nur noch ein Platzverweis gefehlt.
    Bin aber sicher, der Beerdigten (eine junge Frau, die an Krebs gestorben war) hätte das sehr gefallen, ein nicht einzudämmender Lachanfall auf ihrer Beerdigung.
    Würde mich nicht wundern, wenn man sich noch lange am Lagerfeuer bei einigen Anwesenden über die zwei dreisten Frauen erboste, die nichts besseres zu tun hatten als blöd auf einer todtraurigen Beerdigung herumzufeixen.
    So ist das Leben eben.

  2. #2 Ludger
    18. Juli 2021

    J.Kuhn: “[…] und Laschet bei passender und unpassender Gelegenheit gerne grinst, wissen wir jetzt zu Genüge. Wie wäre es, im Wahlkampf noch ein bisschen darüber zu debattieren, wie unser Leben in Zukunft aussehen soll, über Corona, Klima, Wohnungsmarkt, Pflege, soziale Spaltung?

    Besser kann man die Situation kaum zusammenfassen. Allerdings scheint sich bei den Politikern die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass die Stimmung im Wahlvolk labil ist und eine ehrliche Disputation der o.a. Themen unvorhersehbare Verschiebungen auslösen kann.

  3. #3 Tim
    18. Juli 2021

    “A single ill-considered remark can generate more bad publicity than years of ill-considered policies” (Barack Obama)

    Man könnte angesichts der Flutkatastrophe gern auch mal intensiv darüber diskutieren, warum die Warnsysteme immer noch nicht funktionieren:
    https://www.heise.de/news/Bundesweiter-Warntag-um-ein-Jahr-verschoben-6125970.html

    Aber hey – ist ja bloß Katastrophenschutz, also nicht wirklich wichtig. Kein Thema für den Bundestagswahlkampf.

    • #4 Joseph Kuhn
      18. Juli 2021

      @ Tim:

      Das Thema Warnung kam heute sogar in der Tagesschau, beim Wetterbericht.

  4. #5 PDP10
    19. Juli 2021

    Kanzlerinkandidatin (wie gendert man das eigentlich korrekt?)

    Kanzlerkandidat*in.

    Gesprochen mit einem Glottischlag.

  5. #6 PDP10
    19. Juli 2021

    @Tim:

    Man könnte angesichts der Flutkatastrophe gern auch mal intensiv darüber diskutieren, warum die Warnsysteme immer noch nicht funktionieren

    Man könnte auch den ersten Teil des von dir hier reingeschriebenen Zitats von Barak Obama: “A single ill-considered remark” einfach mal aus dem Zusammenhang reißen und sich fragen, ob eine “single ill-considered remark” nicht auch eine beliebte Technik ist um Diskussionen zu derailen …

  6. #7 Stephan
    19. Juli 2021

    Eine ” korrekte” Genderei gibt es nicht. Es gibt ja auch keine weißen Rappen

  7. #8 Stephan
    19. Juli 2021

    # 5
    gelungene Satire

  8. #9 zimtspinne
    19. Juli 2021

    @ PDP #5

    Nein.
    Wenn bereits bekannt ist, dass es sich nur, ausschließlich und unmissverständlich um eine weibliche Person handelt, dann muss man nicht zusätzlich und übermotiviert herumgendern und damit nur unnütz für Verwirrund und Lesebeschwerlichkeit sorgen.

    In der gesprochenen Sprache macht das schließlich auch kein Mensch oder er würde komisch angeschaut.
    Wenn über eine weibliche Person gesprochen wird und dies auch vollkommen klar ist, dann finde ich wildes Herumgendern eher despektierlich.
    Bitte dieses Stilmittel der Sprache (welches sie nun mal automatisch ineffizienter macht) nur dort benutzen, wo es angebracht und nützlich ist. Sonst wird die Normalbevölkerung nur böse.

  9. #10 Tim
    19. Juli 2021

    @ Joseph Kuhn

    Das Thema Warnung kam heute sogar in der Tagesschau, beim Wetterbericht.

    Vielleicht ein wenig spät für die Eifel-Toten, nicht wahr? Aber ich will nicht undankbar sein. Wenn der öffentliche Druck tatsächlich größer wird, kommt das Warnsystem vielleicht endlich voran. Vor allem, weil der Testlauf schon letztes Jahr(!) mangels Erfolgsaussichten abgesagt wurde. Auch damals gab es übrigens keine öffentliche Debatte.

    Die Verantwortlichen werden übrigens voraussichtlich keine disziplinarischen Konsequenzen zu erwarten haben. Und strafrechtliche schon gar nicht, es gibt kein Behördenstrafrecht in Deutschland.

    Solange sich Medien und Öffentlichkeit offenbar mehr dafür interessieren, wer wenn wo lacht oder in welcher Weise ein Buch geschrieben hat, wird sich daran auch nicht viel ändern.

    • #11 Joseph Kuhn
      19. Juli 2021

      @ Tim:

      “Vielleicht ein wenig spät für die Eifel-Toten, nicht wahr?”

      Die Warnung wäre in der Tat etwas spät gewesen. Warnsysteme/Warn-Apps wurden thematisiert.

  10. #12 Tim
    19. Juli 2021

    @ Joseph Kuhn

    Warnsysteme/Warn-Apps wurden thematisiert.

    Ja, vielleicht eben leider ein wenig zu spät! Kein Aufregerthema, darum wenig interessant.

  11. #13 PDP10
    19. Juli 2021

    @zimtspinne:

    Nein.

    Doch. 🙂

    Eigentlich wollte ich nur mal endlich das Wort “Glottischlag” benutzen, das ich neulich neu gelernt habe … 😉

  12. #14 PDP10
    19. Juli 2021

    @Tim:

    Wenn der öffentliche Druck tatsächlich größer wird, kommt das Warnsystem vielleicht endlich voran.

    Diese Warnsysteme existieren und haben auch funktioniert. Das EFAS hat schon Tage vorher detaillierte Warnungen herausgegeben (https://www.handelsblatt.com/politik/katastrophenschutz-warnung-vor-dem-hochwasser-kritik-an-monumentalem-systemversagen-waechst/27433914.html?ticket=ST-10662374-2LNqDnQA7FFjEAsiGYnf-ap2). Ebenso wie der DWD. Ich habe beispielsweise (weil ich im südlichen Rheinland wohne) schon letzten Dienstag eine Unwetterwarnung der höchsten Stufe via NINA auf mein Handy bekommen. Wer da am Ende der Kette Warnungen ausgesessen oder ignoriert hat, ist eine andere Frage die jetzt wohl in den nächsten Monaten diskutiert und hoffentlich gelöst wird.

    Vor allem, weil der Testlauf schon letztes Jahr(!) mangels Erfolgsaussichten abgesagt wurde.

    Quelle? Mir scheint, du verwechselst da was. Im letzten Jahr fand dieser Testlauf statt, hat aber nicht richtig funktioniert. Für dieses Jahr wurde der abgesagt, weil da noch an der Infrastruktur rumgeschraubt werden muss. (https://rp-online.de/panorama/deutschland/bundesweiter-sirenen-warntag-2021-fuer-dieses-jahr-abgesagt-erst-wieder-2022_aid-60499211).

    Aber wie gesagt: Die Warnkette hat in diesem Fall funktioniert. Nur am Ende der Kette nicht.

    (Ich weiß, Joseph Kuhn mag solche Anmerkungen nicht, aber …) Wenn du schon OT diskutieren willst, dann tu das bitte gut begründet, informiert und bestenfalls mit Quellen. Sonst weiß man einfach nicht, was du meinst und worauf du hinaus willst.

  13. #15 Tim
    20. Juli 2021

    @ PDP10

    Ein Warnsystem funktioniert eben nicht schon, wenn bloß eine Komponente funktioniert. Dass “nur das Ende der Kette” nicht funktioniert hat, bringt den Opfern wenig.

    Meiner Meinung ist das derzeitige Warnkonzept auch überhaupt nicht ausreichend. Wir brauchen Cell Broadcast und vielleicht sogar Übernahme von Rundfunkfrequenzen bzw. automatische Einschaltung ins aktuelle Programm. Warn-Apps helfen vielleicht im best-case eines Katastrophenfalls, aber nicht im worst-case.

    Off-topic? In Joseph Kuhns Artikel ging es darum, dass die Öffentlichkeit sich mit wichtigeren Themen als Büchern oder Lachern befassen sollte. Katastrophenschutz ist ein wichtiges Thema.

  14. #16 hwied
    20. Juli 2021

    Beim Verkehrsfunk wird jeder Geisterfahrer sofort gemeldet. Bei den öffentlich-rechtlichen-Rundfunkanstalten könnte man Wetterwarnungen auch sofort einfügen, nicht nur nach jeder Stunde.

  15. #17 zimtspinne
    20. Juli 2021

    @ PDP
    Für neue Wörter habe ich natürlich völlstes Verständnis 😉

    Omma & Oppa nutzen aber selten Nina, Katwarn, BR24 usw.
    Das bringt auch wenig nächtens, wenn das smartphone auf lautlos gestellt ist oder mobile Daten ausgeschaltet sind.

    Tagsüber gehört das als Einblendung in die ÖRR und nicht irgendwie ans Ende einer Nachrichtensendung oder den Wetterbericht.
    Ich meine, die Öffis setzen ihre regulären Programme sogar für unnützen Zinnober wie Fasching aus, und zwar gesammelte Nachmittags- oder Abendprogramme – da wird man bei Extremwetterereignissen eine Einblendung ins laufende Programm erwarten dürfen?

    Für die Warnungen nachts braucht es Sirenen.
    Oder wozu sind die Dinger eigentlich da!?
    Falls sie denn überhaupt noch funktionieren, gewartet werden etc.
    Höchst an der Zeit, das zu ändern und die guten alten Sirenen zu warten, regelmäßig auch mal auszutesten und für Extremwetterwarnungen besonders in den Risikogebieten einsatzbereit zu halten.
    In anderen Ländern funktioniert das doch auch wunderbar. Muss es auch, wenn die häufiger Tornados, Erdbeben oder sonstwas an Extremwetter haben.

    Es gibt Länder, da informiert man währenddessen und bringt den Leuten auch anschaulich näher, was konkret die Gefahr bei bestimmten Wetter ist. So in der Art:
    https://www.youtube.com/watch?v=PvJuocemHS4
    .

    Man muss den Menschen ganz konkrete Verhaltensregeln mitgeben, sonst hören die drüber hinweg und hoffen aufs Beste (wie oft in den letzten Tagen gehört: ich habs meiner Oma gesagt, aber die meinte, am Ende des Wetterberichts in der ARD kam was von örtlich starken Regenfällen – kei Grund zur Panik!)

    Bei Stromausfall ist das dann natürlich ein weiteres Problem, aber dafür gäbe es ja theoretisch die Sirenen.
    Und das alte Kofferradio batteriebetrieben…. Omis und Opis haben vielleicht sowas ja noch rumfliegen.
    Blöd nur, wenn dort die ARD-Popnacht läuft statt eindringliche Warnungen mit Verhaltensregeln.
    –> Nein, in einen gefluteten Keller geht man besser nicht, auch wenn dort die wertvollen Briefmarkensammlungen liegen.
    Eine nur 30 oder 40 cm wasserblockierte Kellertür lässt sich kaum noch öffnen, schon gar nicht eine schwere und von einer nicht gerade muskelbepackten älteren Person.

  16. #18 zimtspinne
    20. Juli 2021

    aber um mal wieder auf unsere dollen Politikfluffis zurückzukommen – bei sowas könnte ich dann wirklich allen Sanftmut vergessen und mal ein paar Nasenstüber verteilen.
    Wie dummdreist, hinterwäldlerisch und blöde kann man eigentlich als Politiker sein, ohne geteert und gefedert zu werden vom Fußvolk?
    https://twitter.com/CorneliusRoemer/status/1417216693273772032

  17. #19 zimtspinne
    20. Juli 2021

    habe noch ein besseres Video gefunden, das sich speziell auch mit Kellern und deren Gefahren bei Starkregen und Kellerflutung befasst.
    Das sollten sich echt alle Leute anschauen, die in Hochwasserrisikogebieten wohnen und hoffentlich damit überzeugt werden, wertvollen Krempel besser erst gar nicht im Keller zu lagern. Dann wird die Versuchung, dort runter zu gehen, auch kleiner.
    Sind ja wohl besonders viele der Opfer in Kellern ertrunken.

    https://www.youtube.com/watch?v=VqY0-zCHx7Q
    .

  18. #20 Tim
    20. Juli 2021

    Hier noch ein sehr aufschlussreiches Interview mit einem Experten zum traurigen Stand des deutschen Katastrophen-Warnsystems:
    https://www.heise.de/hintergrund/Infrastruktur-im-Katastrophenfall-Im-Extremfall-sterben-Menschen-6142714.html?seite=all

  19. #21 RPGNo1
    21. Juli 2021

    THW-Vize Lackner warnte vor schnellen Schuldzuweisungen, wonach ein besseres Warnsystem Todesopfer hätte verhindern können. »Natürlich werden wir die Abläufe aufarbeiten müssen. Aber ich finde diese Debatte drei bis vier Tage nach der Katastrophe unglücklich.« Sie riet davon ab, »jetzt von Versagen zu sprechen und Schuldige zu suchen«. Nach wie vor stünden viele Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz, viele Maßnahmen der Unterstützung liefen noch. »Es braucht für diese Debatte Ruhe – und auch die Expertinnen und Experten. Die sind aber aktuell noch größtenteils in den Überschwemmungsgebieten eingesetzt.«

    https://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-katastrophe-im-westen-thw-rechnet-kaum-noch-damit-ueberlebende-zu-finden-a-503ccd73-3fe8-44f6-9d5f-2ccb7b1e043b

  20. #22 borstel
    21. Juli 2021

    Ohne jetzt zu piesepampelig wirken zu wollen:
    @ Tim: Dem Glottissschlag fehlt ein S.

  21. #23 PDP10
    21. Juli 2021

    @borstel:

    Erstens war ich das mit dem fehlerhaften Glottisschlag und zweitens hast du den Fehler wieder ausgeglichen in dem du ihm ein ‘s’ mehr gegeben hast. Also alles in bester Ordnung 😉

  22. #24 zimtspinne
    21. Juli 2021

    @ PDP

    Da du ja jetzt schon der Fastprofi dafür bist, könntest du mir das Ding mal näherbringen.

    Ich verstehe es nämlich nicht (so ganz).

    Ohne den Glottisschlag würden wir also Spiegelei wie Spielerei aussprechen. Und „beinhalten“ würde plötzlich eine Schenkelstütze beschreiben.

    https://www.akduell.de/home/wissenschaft/gendern-wer-kann-das-denn-aussprechen

    Das hier finde ich zB Quark mit Käse.
    Spiegelei spreche ich keineswegs wie Spielerei aus.
    Ist damit eine Substantivierungsform von “spiegeln” gemeint, also beispielsweise eine olle Spiegelei im Spiegelkabinett, dann spreche ich das einfach nur “Spiegelei” und der begriffliche Unterschied zwischen Spiegelei in der Pfanne und Spiegelei im Spiegelkabuff wird durch unterschiedliche Betonungen der Wortsilben erreicht.

  23. #25 hwied
    21. Juli 2021

    die Medien haben gute Arbeit geleistet. sie haben die Politiker als das entlarvt, was sie sind, Menschen wie Du und Ich.
    Laschet ist sich selbst treu geblieben. Traurigkeit hätte man ihm nicht abgenommen. Jetzt ist es der Wähler, der selbst auf den Prüfstand kommt. Ich bin gespannt. Die CDU soll ja wieder unter 30 % liegen.

  24. #26 PDP10
    21. Juli 2021

    @zimtspinne:

    und der begriffliche Unterschied zwischen Spiegelei in der Pfanne und Spiegelei im Spiegelkabuff wird durch unterschiedliche Betonungen der Wortsilben erreicht.

    Ich verstehe dein Verständnisproblem nicht so ganz … Der begriffliche Unterschied wird auch durch die Pause (den “stimmlose glottale Plosiv” aka Glottisschlag) hörbar. Nicht nur durch die Betonung.

    Du sagst Spiegel…Ei obwohl es Spiegelei geschrieben wird, wenn du das gebratene meinst. Oder auch Brat..Hering. Und nicht BraTHERING oder gar Bräsering mit Ti-Aitsch.

    Fun-Fact: Ich kann mich mit dem Sternchen- oder Doppelpunkt-Gendern auch nicht anfreunden. Ich gendere zwar auch oft, aber indem ich die Personalpronomen oder Endungen mehr oder weniger kreativ auf die Geschlechter möglichst gleich verteile.
    Diese Art des Genderns habe ich schon in den Neunzigern oft in wissenschaftlichen Artikeln oder Fachbüchern aus dem US-Amerikanischen Sprachraum gelesen und finde das für mich den besten Kompromiss. Wenn ich grad faul bin benutze ich Schrägstriche …

  25. #27 Stephan
    22. Juli 2021

    #24 Zimtspinne
    Der Interschied zwischen Spiegel-ei und Spiege-lei zeigt sich darin, daß es unterschiedliche Wörter sind. Man erkennt dies an den unterschiedlichen Silben. Einen Glottischlag gibt es weder hier noch sonstwo in der deutschen Sprache.
    RPGNo10 hat mit beißender Satire gezeigt, wie affig und überflüssig das Gestottere mittels dieses Schlags ins Gesicht ist. Zur schmerzhaften Verstärkung der Satire hat er die von ihm gewählte Buchstabenkombination zusätzlich doppelt gemoppelt angewendet, also einen Weißen Schimmel hoppeln lassen.
    Die deutsche Sprache hat innerhalb der 1200 Jahre ihrer Entwicklung genügend Methoden entwickelt, alle in der Praxis vorkommrnden Formen der lebenden und toten Natur zutreffend zu beschreiben. Schläge sind da unangebracht.

    • #28 Joseph Kuhn
      22. Juli 2021

      @ Stephan:

      “Einen Glottischlag gibt es weder hier noch sonstwo in der deutschen Sprache.”

      Einen Glottischlag gibt es nicht, aber einen Glottisschlag.

      “dieses Schlags ins Gesicht”

      Andere empfinden die Pflegesituation oder die Entwicklung der Mietpreise als “Schlag ins Gesicht” der Menschen. Aber bitte, jeder hat seine Prioritäten. Bei der AfD hat es das Thema sogar ins Wahlprogramm geschafft: “Politisch korrekte Sprachvorgaben zur Durchsetzung der Gender-Ideologie lehnen wir ab.” Man setzt sich demnach vermutlich für politisch inkorrekte Sprachvorgaben ein.

  26. #29 RPGNo1
    22. Juli 2021

    @Stephan

    RPGNo10 hat mit beißender Satire gezeigt, wie affig und überflüssig das Gestottere mittels dieses Schlags ins Gesicht ist. Zur schmerzhaften Verstärkung der Satire hat er die von ihm gewählte Buchstabenkombination zusätzlich doppelt gemoppelt angewendet, also einen Weißen Schimmel hoppeln lassen

    Wenn du meinen Nick meinst: Deine semantische (?) Analyse ist so falsch, falscher geht es nicht.

    Erstens, heißt es RPGNo1 (nicht 10).

    Zweitens, er setzt sich zusammen aus RPG und der englischen Übersetzung von “Nr1”. Das ist einfach ein kleines Wortspiel eines meiner Hobbys.

  27. #30 georg
    22. Juli 2021

    Und ich dachte immer der Nick spielt auf dieses RPG an:
    RPG

    „Um den Umstieg von traditioneller Lochkartenverarbeitung zu der elektronischen Datenverarbeitung zu erleichtern, wurde die Hochsprache RPG entwickelt und war auf vielen (IBM) Computern ab den 1960er Jahren verfügbar.

  28. #31 hwied
    22. Juli 2021

    ஆர்பிஜி so sieht RPG auf Tamil aus. Passt irgendwie.

  29. #32 borstel
    22. Juli 2021

    Hatte einfach einige “S” übrig, mußte ich noch an Mann und Frau bringen. Aber witzig ist es ja schon:

    “Wie wäre es, im Wahlkampf noch ein bisschen darüber zu debattieren, wie unser Leben in Zukunft aussehen soll, über Corona, Klima, Wohnungsmarkt, Pflege, soziale Spaltung? ” …

    … und wir landeten beim Glottisschlag! – Das soll uns mal jemand vormachen.

  30. #33 Frimiax
    26. Juli 2021

    Ist das * korrekt gesetzt? Theater*Innenhof?

  31. #34 ostone1
    27. Juli 2021

    Bin wohl reichlich spät bei dieser Party, bzw. den verstreuten Resten, die noch rumliegen… 😉
    Ursprünglich gings ja wohl um Mainstream-Querdenkerei (whatever), aber dann wohl auch um Genderei.

    Man feilt ja an seiner Ausdrucksweise immer wieder mal ein bisschen rum, und bei Bettina Wurche hab ich die bisher – für mich – simpelste und tauglichste Schreibweise gesehen:

    Meistens funktioniert bspw. “sehr geehrte Ärzt Innen …” oder “liebe Nerd Innen, Young Sheldon fand ich amüsant aber uninspiriert”.

    Man erkennt das Konzept, es war bisher immer tauglich, wenn eine geschlechtergerechte Anrede gebraucht wurde. Vor allem kommt die Konstruktion ohne Sonderzeichen aus, der ganze / ! I i * _ etcpp Kram hat mich so gar nicht glücklich gemacht.

    Thx @Bettina Wurche von mir an dieser Stelle, falls sie zufällig hier mal vorbeischaut.

  32. #35 Ursula
    27. Juli 2021

    @Frimiax
    gelangweilt gähhhn!

  33. #36 stone1
    27. Juli 2021

    @Firimax
    Bist Du IRL auch ein rechter Spaßvogel oder bloß im WWW?

  34. #37 rolak
    27. Juli 2021

    rechter Spaßvogel?

    ‘rechts’ vielleicht, auch wenn das hier zu Lesende (so interpretiert wie bisher drauf reagiert) eher irgendwo im ManosphereSpektrum Machismo..Incel..ProudBoys angesiedelt ist.

    Spaßvogel sicher nicht, kann zumindest keiner wissen, worum es F geht – nach dem Geschriebenenen eindeutig nicht um das Zeichen ‘*’, hätte ja sonst wie eben hier apostrophiert werden müssen. So bleibt bestenfalls die Deutung nach DOS, also beliebiger Text. Damit ist keine der beiden Fragen beantwortbar, die erste allerdings tendiert Richtung ‘nein’, weil eh nicht alles gesetzt werden kann. Doch zB ‘Theater gibt es auch mit Innenhof?’ kann bejaht werden.

  35. #38 stone1
    27. Juli 2021

    Danke, rolak. Ehrlich gesagt wollte ichs gar nicht soo genau wissen.
    Viel rätselhafter finde ich, warum mein Nick da oben ein führendes ‘o’ präfixt bekommen hat… muss auf ein diesseitiges DAU-Phänomen zurückzuführen sein. Tsts.
    😉

  36. #39 zimtspinne
    27. Juli 2021

    Ich habe das untrügerliche Gefühl, wir haben hier gerade sturmfreie Bude…. JK ist auf Urlaub oder Weinlese oder sonstiges.
    Und gleich tanzen die Mäuse auf dem Tisch, noch bevor ich anregen konnte, hier mal richtig die Sau rauszulassen^^

    • #40 Joseph Kuhn
      27. Juli 2021

      Da wäre ich nicht so sicher.

      • #41 PDP10
        28. Juli 2021

        Du alte Spaßbremse!

  37. #42 Joseph Kuhn
    30. Juli 2021

    Nächste Folge im Scheinwahlkampf:

    Nach Baerbock ist jetzt Laschet mit Plagiatsvorwürfen dran: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-07/armin-laschet-plagiatsvorwuerfe-buch-die-aufsteigerrepublik-kanzlerkandidat-bundestagswahl

    Ich fürchte, einen Wahlkampf um politische Inhalte werden wir diesmal nicht mehr erleben. Aber vielleicht könnte wenigstens das Schlüssellochprogramm interessanter werden. Tauschen sich Christian Lindner und Klaus Ernst heimlich über neue Porsche-Modelle aus? Lässt sich Olaf Scholz die Haare von seiner Frau schneiden? Gibt es Liebesbriefe von Gauland an Merkel? Na gut, das will man eigentlich auch nicht wissen. Seriöse Vorschläge für eine bessere Pflege, die Sicherung der Renten oder bezahlbaren Wohnraum wären doch besser.

  38. […] Das war fast zwei Wochen nach der Flutkatastrophe. Früher konnte man von Politiker/innen die Floskel hören, „wir haben verstanden“. Manchmal scheint ein ausgeprägter Realitätsverlust selbst solche Lippenbekenntnisse unmöglich zu machen. Die SPD ist bei dem Thema leider auch nicht viel weiter, auch wenn Karl Lauterbach angeblich alle Artikel zum Klimawandel liest, und die FDP hat Christian Lindner, das muss genügen. Man darf gespannt sein, wie das große Experiment weitergeht. Laschets Lachen ist nicht das Problem. […]