Gerade blubbert mal wieder der Sumpf der AfD, dieser ewig „gärige Haufen“ (© A. Gauland-Tronkenburg). Die Medien zitieren aus einem internen Chat. Umsturzphantasien seien dort ausgetauscht worden. Die Vorsitzende Weidel gibt sich gelassen und sagt, hätte sie es gewusst, wäre sie dagegen vorgegangen.

Demnach hätte sie dazugelernt, was den Umgang mit sozialen Medien angeht. Schließlich ist von ihr selbst alte Flaschenpost unterwegs, mit ganz ähnlichen Inhalten, z.B. solche Kommentare 2013 zur Bundesregierung:

„Diese Schweine sind nichts anderes als Marionetten der Siegermaechte des 2. WK und haben die Aufgabe, das dt Volk klein zu halten indem molekulare Buergerkriege in den Ballungszentren durch Ueberfremdung induziert werden sollen“

Echt was Neues wäre, würde man mal einen AfD-Chat aufdecken, in dem darüber gesprochen wird, dass man sich manchmal, ganz insgeheim, mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt wünsche, vielleicht doch etwas gegen den Klimawandel tun müsse, mit den Flüchtlingen nicht so fies umgehen solle und Putin genau wie Höcke ein politikunfähiger brauner Arsch sei. Aber solche Gedanken sind im AfD-Milieu wohl tabu. Und dagegen würde Weidel auch wirklich was unternehmen.

Kommentare (13)

  1. #1 Spritkopf
    20. Mai 2022

    Echt was Neues wäre, würde man mal einen AfD-Chat aufdecken, in dem darüber gesprochen wird, dass man sich manchmal, ganz insgeheim, mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt wünsche

    Genau das wünscht man sich bei der AfD eben nicht. Hat ja schon deren ehemaliger Pressesprecher Christian Lüth verlauten lassen, als er sich unter Gleichgesinnten wähnte, dass es Deutschland so richtig scheiße gehen müsse, damit mehr Leute die AfD wählen. Je übler Deutschland dran sei, umso besser für die AfD. Und dass das auch die Meinung von Gauland und dem Rest der Parteiführung sei.

    Komisch nur, dass ausgerechnet die Klientel (Montagsspazierer etc.), die sonst immer schnell mit den “Volksverräter”-Rufen bei der Hand ist, daraufhin ihren Volkszorn nicht gegen die AfD richten mochte.

  2. #2 RPGNo1
    20. Mai 2022

    Caroline Kebekus hat die passende Antwort auf die blaunen Chat-Umtriebe.

    https://www.youtube.com/watch?v=Z6yOzGgumwk

    😉

  3. #3 knorke
    20. Mai 2022

    @Spritkopf
    Das nennt sich hybride Ideologie. Man kann schließlich in eingeweihten Kreisen auch für die Meinungsfreiheit demonstrieren und gleichzeitig Kritiker bedrohen, damit sie den Mund halten.

    Und noch hybrider wird es, wenn man sich ansieht, wen die AfD als Wähler anzieht und für wen wiederum sie Politik macht.

    Und am hybridesten ist sicherlich die plötzliche Eintracht von linkem und rechtem Rand unseres Bundestags wenn es darum geht für Frieden im Sinne der putinschen Vorstellungen einzutreten.

    Ich wiederhole mich gern: Es scheint so, als würde die Spezies Mensch so allmählich die Fähigkeit zu kognitiver Dissonanz verlieren. Das mag einen ideologisch flexibler machen, aber zugleich offensichtlich auch ziemlich engstirnig. Hybrid eben…

    Wenn ja wenn da nicht auch noch die strammen Nazis von Bernd Höcke und seinen rechts-völkischen Freunden wären, fiele es leichter, diesen trüben Haufen von Versagern und Heuchlern einfach nur auszulachen. Aber Nazis lacht man nicht aus, die lö… räu… die grenzt man aus.

    • #4 Joseph Kuhn
      20. Mai 2022

      @ knorke:

      “Aber Nazis lacht man nicht aus, die lö… räu…”

      Cave: “Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.” (Nietzsche)

  4. #5 PDP10
    20. Mai 2022

    Das ist also die zukünftige Elite des IV Reichs. Du liebe Güte …

  5. #6 Max
    20. Mai 2022

    @2RPGNo1: Danke! Kann man sich nicht ausdenken.

  6. #7 Gerald Fix
    21. Mai 2022

    Disclaimer: Ich habe keinerlei Symphatie für die NoAFD.

    Man kann sich natürlich auch ziemlich wohlfeil darüber ereifern, wie übel die sind. Man könnte aber auch mal politisch was dagegen tun.

    Im Landtag von Brandenburg fand kürzlich eine Debatte über Inflation und Armut statt. Alle fanden es schlecht, die Linke und die AFD haben Anträge gestellt. Der Antrag der Linkspartei war eher allgemein gehalten, der Antrag der AFD sehr konkret:

    * * * * * * * * * *
    Der Landtag möge beschließen:
    Die Landesregierung wird aufgefordert,
    1. schnellstmöglich ein unbürokratisch auszuzahlendes Rettungsprogramm für in ihrer
    Existenz bedrohte Tafeln im Land Brandenburg aufzulegen.
    2. den Mehrbedarf der Tafeln im Land Brandenburg vor dem Hintergrund der zuströmen-
    den Flüchtlinge im Kontext des Ukrainekriegs und der steigenden Energiepreise zu
    ermitteln, in Abstimmung mit der kommunalen Ebene finanzielle Ausgleichsmaßnah-
    men zu entwickeln und den zuständigen Fachausschüssen bis Ende August 2022 hier-
    über Bericht zu erstatten.
    3. zu prüfen, wie eine allgemeine staatliche Förderung der Tafeln im Land Brandenburg,
    welche über die Unterstützung aus Lottomitteln beim Kauf von Kühlfahrzeugen hin-
    ausgeht, umgesetzt werden könnte, und dem Landtag hierüber Bericht zu erstatten.
    Diese Förderung soll zweckgebunden und per Auszahlung über/für die kommunale
    Ebene erfolgen.
    * * * * * * * * * *

    Beide Anträge wurden abgelehnt.

    Quellen:
    Debatte über Inflation und Armutsrisiko im Plenum
    Antrag der Fraktion Die Linke
    Entschließungsantrag der Fraktion AFD

  7. #9 Beobachter
    21. Mai 2022

    jk, # 8 –

    – Tafeln sind ehrenwertes bürgerschaftliches und caritatives Engagement, aber vieleicht nicht die richtige politische Antwort –

    und was wäre -die richtige politische antwort- –
    und was machen arme menschen, die auf die tafeln angewiesen sind, bis vielleicht irgendwann mal die -richtige politische antwort- gefunden ist –
    und zwar nicht nur auf dem papier, sondern auch tatsächlich praktisch umgesetzt in der lebenswirklichkeit –

    hier ein artikel neueren datums von stefan sell zu den tafeln, deren problematik und ihrer gesellschaftlichen funktion –

    https://aktuelle-sozialpolitik.de/2022/04/29/vielen-tafeln-geht-die-puste-aus/
    – vom 29.04.22 –

    seitens der politik werden die -ehrenwerten, bürgerschaftlichen, caritativen tafeln- zur grundsicherungs-versorgung armer menschen schon von vornherein mit einkalkuliert ! – gerade damit man keine richtige politische lösung finden muss.
    jobcenter und sozialämter schicken bedürftige leute zu den tafeln, die so instrumentalisiert und institutionalisiert werden und nicht mehr nur ergänzende möglichkeiten anbieten.
    so werden bestehende armut und missstände,gründe, die zu armut führen, zementiert und arme menschen zu almosenempfängern und bittstellern degradiert, was für die betroffenen sehr demütigend ist.

    die corona-krise, die ukrainekrieg-krise, die flüchtlingskrise, die klima-krise, die energie-krise, die wohnraum-krise, …, die inflation mit extrem steigenden preisen für lebensmittel und nun auch noch die geplanten astronomisch hohen staatlichen ausgaben für hochrüstung und jährlichen rüstungsetat werden mit sicherheit nicht dazu beitragen, die -richtige politische antwort- finden zu wollen.

    anm.-

    – … Putin genau wie Höcke ein politikunfähiger brauner Arsch sei…. –

    diese art von polemik finde ich niveaulos bzw. unterste schublade – egal, wen sie betrifft.
    außerdem ist sie eine aufforderung dazu, in diesem unflätigen stil weiterzukommentieren statt nachzudenken und zu hinterfragen.

    • #10 Joseph Kuhn
      21. Mai 2022

      @ Beobachter:

      “außerdem ist sie eine aufforderung dazu, in diesem unflätigen stil weiterzukommentieren statt nachzudenken und zu hinterfragen.”

      Sie hätten der vermeintlichen Aufforderung nicht gleich folgen müssen.

  8. #11 Spritkopf
    21. Mai 2022

    @Beobachterin

    diese art von polemik finde ich niveaulos bzw. unterste schublade

    Echt jetzt? Einen “braunen Arsch”, der überdies auch noch politikunfähig ist, finden Sie als Bezeichnung für Putin unterste Schublade? Ist er das nicht für Sie? Interessant.

    Außerdem frage ich mich, für wie niveauvoll Sie Ihre Unterstellung an mich in einem anderen Thread halten, ich würde es genießen, andere Menschen totschießen zu dürfen? Ihre Niveaumaßstäbe sind mir ein Rätsel. (Nee, sind sie nicht wirklich.)

  9. #12 Gerald Fix
    21. Mai 2022

    #8
    Das ist nicht der Punkt. Die Tafeln selbst weisen immer wieder darauf hin, dass es ihr Ziel sei, überflüssig zu werden. (Und auch darauf, dass sie in erster Linie Lebensmittelretter sind und keine Armutsbekämpfer.) Aber derzeit gehen Tafeln (und Tafelmitarbeiter) kaputt. In den reichen Bundesländern gehts noch, in den ärmeren können Supermärkte nicht mehr angefahren werden, weil das Geld für den Treibstoff fehlt.

    Der Punkt ist: Wenn die Parteien schwafeln (meine Quelle 1) oder allgemein rumreden (Quelle 2) und nur die NoAFD macht einen konkreten Vorschlag, dann soll man sich nicht wundern, dass diese Partei als politische Alternative wahrgenommen wird.

    Eigentlich off-topic:
    Der Selke-Text ist eine Frechheit. Die Tafeln fordern genau wie Selke konkrete Maßnahmen gegen Armut. Nichts von dem was Selke fordert, könnte nicht auch auf einer Tafel-Seite stehen. Selke argumentiert aber genau wie die NoAFDler: Es müsse alles viel schlimmer werden, bevor es besser wird. Es lebe die Weltrevolution! Venceremos! (Übrigens, nur so nebenbei: Pate der deutschen Tafel war Frankreich, nicht die USA. Wer sich mal mit einer Organisation befassen will, die – im Gegensatz zur weitgehend unpolitischen deutschen Tafel – politische Schlagkraft besitzt, der möge seinen Blick auf Les Restos du Cœur) richten.

    Der andere verlinkte Text ist gut.

  10. #13 Tom
    21. Mai 2022

    Zu #7 bzw. #12
    > Disclaimer: Ich habe keinerlei Symphatie für die NoAFD.
    Da sind Zweifel angebracht – vor allem wenn in die Richtung “eigentlich hat die AgD ganz tolle Ideen” argumentiert wird.

    > AgD-Zitat aus der Plenumsdiskussion:
    > … „Grenzöffnung für Armutsmigration“, die zudem „kulturelles Kapital“ zu zerstören drohe.
    Hier wird deutlich, dass der Antrag nur ein Vorwand für die übliche rassistische Hetze der AgD ist.

    > Der Punkt ist: Wenn die Parteien schwafeln (meine Quelle 1) oder
    > allgemein rumreden (Quelle 2) und nur die NoAFD macht einen konkreten Vorschlag,
    > dann soll man sich nicht wundern, dass diese Partei als politische Alternative
    > wahrgenommen wird.
    Das ist grober Unfug. Wie in dem Link nachzulesen ist, hat die zuständige Ministerin einen sachlich korrekten Grund zur Ablehnung angegeben:
    >Das Land könne jedoch „keine zusätzlichen Hilfestrukturen neben den existenzsichernden
    > Sozialsystemen etablieren
    Wenn dieses Sozialsystemen nicht richtig funktioniert, muß es nachgebessert werden. Es kann nicht sein, dass wir bedürftige Menschen zu Bittstellern bei einer Armenspeisung degradieren. Darauf läuft nämlich der Vorschlag der AgD hinaus und entlarvt somit die menschenverachtende Position dieser Partei.