Zwei Gewöhnliche Schweinswale (Phocoena phocoena)

Ecomare/Sytske Dijksen – Ecomare: Harbour porpoises Michael & Jose in 2012, Ecomare (Wikipedia: Schweinswal)

Der Schweinswal (Phocoena phocoena) ist zum Tier des Jahres 2022 gekürt worden!
Der nur bis 1,80 Meter kleine Wal in Nord- und Ostsee ist scheu, meist unauffällig und stark bedroht.
Einst weit verbreitet auch in norddeutschen Gewässern, ist er heute eher selten geworden, gerade die beiden Ostsee-Bestände sind bedroht, in der Zentralen Ostsee steht er vor dem Aussterben.

Wasserverschmutzung, Schifffahrt, Lärm, Stellnetze, Munitions-Altlasten, Kegelrobben und andere Gefahren sorgen dafür, dass die kleinen Wale oft viel zu früh sterben, oft schon mit ein bis drei Jahren. Meist erreichen sie nicht einmal das Fortpflanzungsalter. In der Ostsee gibt es zwei Bestände, einen an der östlichen Küste in deutschen und dänischen Gewässern und einen in der Zentralen Ostsee, in deutschen, schwedischen und polnischen Gewässern.
Der Nordsee-Bestand ist größer, die Tiere wandern sich vor der dänischen, deutschen und niederländischen Küste. Dort sind im Sommer viele Walmütter mit ihren Kälbern zu beobachten. Im Frühjahr ziehen die kleinen Wale die Flußmündungen hinauf, sie folgen den Fischen auf ihrer Wanderung.

Auf Meertext berichte ich regelmäßig über unsere einheimischen Schweinswale, die heimlichen Kleinen Tümmler:

16.05.2022: Internationaler Tag des Ostsee-Schweinswals

Schweinswal: Schutzgebiete in Nord- und Ostsee bieten zu wenig Walschutz!

Das „Schweigen“ der Schweinswale – getarnte Akustik?

Kommentare (3)

  1. […] Der Schweinswal ist Tier des Jahres! Unser kleiner einheimischer Zahnwal in Nord- und Ostsee hat die Aufmerksamkeit und besseren Schutz unbedingt nötig, gerade die beiden Ostsee-Bestände. In der zentralen Ostsee leben nur noch wenige Hundert Exemplare, ExpertInnen befürchten ihr baldiges Aussterben. Hoffen wir, dass unsere neue Regierung nun endlich einen besseren Walschutz in deutschen Gewässern umsetzen kann. […]

  2. #2 RPGNo1
    11. Januar 2022

    Apropos Kegelrobbe: Naturschützer melden einen neuen Geburtenrekord vor Helgoland.

    669 Tiere seien bisher geboren worden.

    https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/wattenmeer-vor-helgoland-wurden-so-viele-kegelrobben-gezaehlt-wie-nie-a-3f3a1e37-26ae-4581-9b34-056150435772

    • #3 Bettina Wurche
      11. Januar 2022

      @RPGNo1: Danke, das sind wirklich viele! Ja, den Kegelrobben auf Helgoland geht es gut. Damit kommt ein interessantes Problem auf (wie schon bei den Wölfen): Kegelrobben sind die größten Prädatoren des Meeres. Die großen Robben stehen in der EU unter strengem Schutz und sie finden offenbar genug Nahrung. Sie selbst haben keine Prädatoren zu befürchten, weder Orcas o a Zahnwale noch menschliche. Gleichzeitig jagen sie Schweinswale, eine andere gesschützte Art, denen es bestandsmäßig nicht so gut geht. Irgendwann demnächst werden wir uns die Frage stellen müssen, ob wir diese Top-Prädatoren (wie auch Wölfe) bejagen müssen. Im deutschen Naturschutz ist das im Moment undenkbar und wirklich ein Dilemma. Aber unsere Ökosysteme sind zu sehr Kulturlandschaft, auch die Meere. Bin sehr gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Vielleicht wird die Kegelrobben-Kolonie aber auch von Staupe oder etwas anderem heimgesucht, solche Tierseuchen regulieren ja den Seehundsbestand recht zuverlässig alle paar Jahre. Steigt die Populationsdichte in den Kolonien zu hoch, bricht die Staupe aus. Es könnte auch dei Kegelrobben treffen. Dann würde der Bestand sich langfristig einpendeln.