Nicht erschrecken. Ist nur wieder eine dieser Überschriften/Aussagen, die mit Prozentzahlen versuchen, eine Wahrheit zu erzeugen, die bei genauer Betrachtung zum Schrumpfgermanen verkommt. Erfahrene Leser wissen schon, was folgt. Aber weil es so schön ist, gerne noch einmal

Über diese Überschrift stolperte ich zuletzt – ich weiß gar nicht mehr warum – als ich ein wenig ziellos durchs Internet surfte. Ein alter Bekannter der Scienceblogs (Herr Fritzsche vom H.Blog) verwies auf einen Artikel in den Homöopathischen Nachrichten (pdf) dem Zenralorgan des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Dort wurde von einer Umfrage des DZVhÄ unter den Bundestagsabgeordneten berichtet.

Ergebnis (das sich bei den HN nicht wie bei Herrn Fritzsche in der Überschrift, sondern nur im Artikel findet):

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58 Prozent, das sind mehr Personen mit positiven homöopathischen Erfahrungen unter der politischen Vertretung dieser Bevölkerung als in der Bevölkerung selbst, denn da sind es 50 Prozent, so der Artikel.

In absoluten Zahlen ausgedrückt, bedeutet das: Von 622 Bundestagsabgeordneten haben 360 Personen auf die Frage: „Haben Sie eigene positive Erfahrungen mit einer homöopathischen Behandlung?” mit Ja geantwortet.

Aber: Nichts ist bei solchen Nachrichten so wie es scheint, wenn sie nur mit Prozentzahlen jonglieren. Aber zum Glück gilt auch: Nichts ist so schlecht, als dass es nicht doch noch als “gutes Beispiel” herhalten kann. In diesem Fall eben ein weiteres Beispiel für den verschleiernden Charakter von Prozentzahlen.

Wer die Nachricht in den HN aufmerksam liest, hat am Anfang des Textes einen kleinen Zusatz mitbekommen, der notwendig ist, damit man einem solchen Text nicht die völlige Irreführung der Leser vorwerfen kann:

” (…) 58 Prozent auch für die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, die auf eine vom DZVhÄ durchgeführte Umfrage zur Homöopathie vom November 2009 geantwortet haben.

(Hervorhebung durch mich)

Damit sagt der Autor, dass er nicht alle Bundestagsabgeordneten meint, sondern eben nur die, die auf die Umfrage geantwortet haben. Wie viele das sind, das lässt er und auch Herr Fritzsche geflissentlich unter den Tisch fallen. Vielleicht will man damit nicht von dieser – aus Sicht der Homöopathen – erfreulichen Meldung ablenken? Wer weiß …

Aber anders kann ich das gar nicht erklären, denn die Zahl der Bundestagsabgeordneten, die tatsächlich geantwortet haben, ist wirklich deprimierend.

Ich habe kurz per E-Mail bei der Pressestelle des DZhÄ nachgefragt. Die Antwort auf die Frage: “Wie viele Bundestagsabgeordnete haben die Unfrage, die per Brief verschickt wurde, beantwortet.” lautet, so die Pressestelle:

” (…) stabile 10 Prozent (…) “

Zehn Prozent. Ein Zehntel.

Es ist zwar wieder eine Prozentzahl, aber sie vermittelt schon, wie deprimierend das Ganz ist und wie absurd die Überschrift im H-Blog. Da hilft auch das unterstützend eingesetzte “stabile” nichts. Es macht eigentlich alles nur schlimmer.

In realen Zahlen ausgedrückt: Von 622 Bundestagsabgeordneten haben laut Pressestelle 61 Personen geantwortet. Das sind nicht stabile zehn Prozent sondern knapp zehn Prozent. Aber wer will sich um Zahlen hinter dem Komma streiten. Der Einfachheit halber sagen wir einfach mal: zehn Prozent haben geantwortet.

Von diesen 61 Abgeordneten – und nicht von 622 Abgeordneten – haben 58 Prozent positive Erfahrungen mit einer homöopathischen Behandlung gemacht.

Das sind gerade mal: 35 Abgeordnete.

Streng genommen könnte die Überschrift also heißen:

35 Abgeordnete des deutschen Bundestages haben positive Erfahrungen mit einer homöopathischen Behandlung

Oder auch, wenn man unbedingt mit Prozenten arbeiten will wie Herr Fritzsche in seiner Überschrift (und großzügig rundet):

6 Prozent der Bundestagsabgeordneten haben positive Erfahrungen mit einer homöopathischen Behandlung

Aber da würde der DZhÄ und der Autor des H-Blog sicher protestieren und mir eine völlig abwegige Darstellung der Realitäten unterstellen. Indes: Ob das Ergebnis der “Umfrage” irgendetwas mit der Realität zu tun hat, können auch der DZhÄ und Herr Fritzsche nicht sagen.

Die ganze Meldung ist eine Luftnummer.

Gespannt bin ich trotzdem, ob und wo das Ergebnis mit den “58 Prozent” auftaucht, in welchen Diskussionen und Thesenpapieren.

Zusatz 1:
Dass die “Umfrage” nicht so ganz ernst gemeint sein kann, erkennt man vielleicht daran, dass drei von sechs Fragen lediglich abfragen, ob man Interesse an Werbemitteln der DZVhÄ hat (Infos über homöopathische Ärzte, Newsletter, Veranstaltungen). Und auch die Pressestelle gibt zu: “Die Umfrage erfüllt gewiss (…) keine sozialwissenschaftlichen Standards.

Zusatz 2:
Der Fairness halber sei darauf verwiesen, dass im HN-Artikel und in der E-Mail der Pressestelle darauf verwiesen wird, dass Umfrage und Ergebnis nicht repräsentativ seien. Wenn man das zu Ende denkt bedeutet das u.a. aber auch: Es könnte sein, dass unter den “stabilen 10%”, die geantwortet haben, bereits alle Bundestagsabgeordneten sind, die positive Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht haben.

Dann entsprächen meine beiden Alternativüberschriften tatsächlich der Realität. Aber das ist natürlich alles nur spekulativer Unsinn.

Zusatz 3:
In einem Abwasch erklärt der Herr von der Pressestelle übrigens, was es mit dem Wörtchen ‘stabil’ auf sich hat, und für wie aussagekräftig er (und die DZVhÄ) die “Umfrage” hält:

“Mit “stabil” ist gemeint, dass 10 Prozent (61 Abgeordnete) Rücklaufquote bei einer solchen Umfrage eine recht gute Basis ist, um auf ein Meinungsbild zur Homöopathie im Bundestag zu schließen.”

Kommentare (56)

  1. #1 Christian
    8. Februar 2010

    Bei 10% Rücklauf von stabilen Ergebnissen zu sprechen ist in der Tat lachhaft. Die Vermutung liegt nahe, dass hier der Selbstselektions-Effekt zugeschlagen hat, d.h. dass inbesondere die Abgeordneten geantwortet haben, die entweder eine stark positive oder eine stark negative Meinung zur Homöopathie haben oder die sonstwie (z.B. über die gesundheitspolitische Schiene) in die Thematik eingespannt sind. Dass sich aus einer selbstselektiven Stichprobe keine allgemeingültigen Aussagen ableiten lassen, lernt jeder Markt- und Meinungsforscher bereits im Grundstudium.

    Ich durfte vor zwei Jahren mal der Präsentation eines Consulting-Unternehmens beiwohnen, die bei einer Unternehmerbefragung einen sensationellen Rücklauf von acht Fragebögen (bei fast 200 angeschriebenen Unternehmern) zu verzeichnen hatten, es sich aber dennoch nicht nehmen lassen wollen, ihre daraus gewonnenen Erkenntnisse auf zig Folien vorzuführen – natürlich auch mit Prozentzahlen (“mehr als die Häfte der befragten Unternehmer” etc.pp.). Auf die Frage aus dem Publikum, ob die Ergebnisse denn bei einer so niedrigen Rücklaufquote noch repräsentativ seien, antwortete ein durchgestylter Berater (Typ: Jung-Manager), da eine Zufallsauswahl der Probanden erfolgt sei, seien die Ergebnisse auf jeden Fall repräsentativ – ganz unabhängig von der Ausschöpfungsquote.

    Leider ist sowas viel weiter verbreitet als man meinen sollte.

  2. #2 Jörg
    8. Februar 2010

    Und wieviel Prozent wissen was Homoöpathie wirklich ist?
    Auch 17% wie im Bundesdurchschnitt?

  3. #3 Marcus Anhäuser
    8. Februar 2010

    @Jörg
    ach bei dir war das. ich hab’s nicht mehr gefunden. Wer hatte noch das mit dem Parteienabfragen zur H. gemacht? Florian oder Christian?

    @Chris
    danke für die Einführung des Fachbegriffs. Zusatz 2 spielt ja ein bisschen darauf an.

  4. #4 Wolf-Jakob Gratz
    8. Februar 2010

    Ich finde ja schon den Titel des Blattes allerliebst: Die “homöopathischen Nachrichten”. Sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. :D

  5. #5 Christian
    8. Februar 2010

    @Marcus: Die Parteienabfrage hatte ich mal besprochen – gemacht hat sie allerdings ebenfalls der DZVhÄ. Die Frage, inwieweit die Ergebnisse repräsentativ sind, stellte sich in Zusammenhang mit dieser Befragung allerdings nicht, da von jeder Partei jeweils nur ein Vertreter zum Thema interviewt wurde:

    http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2009/06/deutsche-parteien-und-die-homoopathie.php

  6. #6 ali
    8. Februar 2010

    Mit “stabil” ist gemeint, dass 10 Prozent (61 Abgeordnete) Rücklaufquote bei einer solchen Umfrage eine recht gute Basis ist, um auf ein Meinungsbild zur Homöopathie im Bundestag zu schließen.

    AAAAARRRRRRRRRRRRRRRGHHHHHH!

  7. #7 Arnd
    8. Februar 2010

    Ich befürchte dass es noch mehr als 58% sind, das kann nämlich auch sein. Wieso auch nicht? Oder glaubt hier jemand dass sich unser Bundestag durch eine überdurchschnittliche Wissenschaftlichkeit hervortut?

    Das schlimme ist dass die meisten Homöopathen selber an ihren Quatsch glauben. Man kann ihnen nicht einmal Unehrlichkeit vorwerfen, nur eine gewisse Scheuklappenmentalität.

  8. #8 Marcus Anhäuser
    8. Februar 2010

    @Arndt
    Du hast völlig Recht. Das kann natürlich auch sein. Nur, anhand dieser Umfrage lässt sich das einfach nicht sagen. Damit ist keine Aussage möglich, nicht in die eine und nicht in die andere Richtung, auch wenn alle Beteiligten der Meinung zu sein scheinen, es sei so.

    Wir sind so schlau als wie zuvor.

  9. #9 Kristin
    8. Februar 2010

    Ich hab mich erschrocken ….

  10. #10 Marcus Anhäuser
    8. Februar 2010

    Pardon …

  11. #11 YeRainbow
    8. Februar 2010

    könnte man auch anders verstehen.
    Wen mich jemand fragt, ob ich positive Erfahrung mit der H. gemacht hab, kann ich das auch bestätigen.
    Weil…. ich halte Abstand zu diesem Humbug.

    Damit spare ich Geld und Zeit.
    So gesehen eine gute ERfahrung.

    die Frage war also schon recht diffus. Journalisten-Niveau eben. Oder?

  12. #12 Besucher
    8. Februar 2010

    Ich frage mich bei der ganzen Diskussion und der Veröffentlichung von irgendwelchen Zahlen -wie auch Jörg- immer, wie von den jeweils Befragten oder Anwendern “Homöopathie” eigentlich definiert wird. Aus meiner ganz persönlichen Erfahrung (die zugegeben nicht repräsentativ ist), weiß ich, daß selbst der Apotheker einem z.B. einen Salbeitee als “homöopathisch” empfiehlt, das Gleiche gilt natürlich auch für alle anderen naturheilkundlichen Tees, Salben etc. – wohlgemerkt, ganz normale Arzneimittelprodukte auf Pflanzenbasis ohne jede Potzenzierung im Sinne der Homöopathie. Ach ja, ich habe auch schon Ärzte erlebt die (nur um ein Beispiel zu nennen) Lein- oder Flohsamen (abends 1-2 Esslöffel in Saft oder Quark) als “homöopathisches” Abführmittel empfohlen haben. Nimmt man diese -wie gesagt, nach meinen persönlichen Erfahrungen- extrem weit verbreitete Definition von “Homöopathie”, so ist es fast ein Wunder, daß oft nur so wenig Menschen “positive” Erfahrungen gemacht haben. Dies könnte natürlich auch daran liegen, daß -trinkt man bei einer Erkältung zum Beispiel ordentlich Lindenblütentee- man oft unangenehm anfängt zu schwitzen, allerdings, man schläft auch gut.
    Insoweit bin ich der Meinung, daß man dem Großteil der Bevölkerung erst einmal den Unterschied zwischen “Naturheilkunde” und “Homöopathie” (in Form von Globuli, Zuckerpillchen, Bachblüten, Heilsteinen, belebtem Wasser und ähnlichem Schwachfug) klar machen müßte, bevor man die Menschen, die -was z.B. bei Erkältungskrankheiten ja nicht unbedingt ein Fehler ist- mit großer Überzeugung Großmutters alte Hausmittelchen als “Homöopathie” bezeichnen, davon überzeugen will, daß Homöopathie einfach nur Unsinn ist.
    Ich gehe wirklich davon aus, daß -würden hier einmal eine entsprechende Aufklärung stattfinden, und den Menschen bewußt werden, daß auch ein Großteil der “normalen” Medikamente schlußendlich ganz einfach “Natur” ist- der “Spuk” mit der Homöopathie enden würde.

  13. #13 Marcus Anhäuser
    8. Februar 2010

    @YeRainbow
    die Frage war also schon recht diffus. Journalisten-Niveau eben. Oder?

    In dem Fall nicht Journalistenniveau. Die ‘Umfrage’ stammt von der DZVhÄ.

  14. #14 Marcus Anhäuser
    8. Februar 2010

    @Besucher

    Du hast sicher Recht, dass Homöopathie und andere vor allem naturheilkundliche Verfahren von vielen Menschen in einen Topf geworfen werden (siehe Jörgs Linkverweis).

    Frage von mir zu deiner Aussage: ” …so ist es fast ein Wunder, daß oft nur so wenig Menschen “positive” Erfahrungen gemacht haben. ”

    Meinst Du damit die 50 Prozent vom Anfang des Artikels oder die 6 Prozent vom Ende des Artikels?

  15. #15 Marcel
    8. Februar 2010

    Der größte Quatsch, meine Mum erzählt mir des auch öfters. Geholfen hat es nie. Es ist gewollter Gluabe.

    LG

  16. #16 Besucher
    8. Februar 2010

    @Marcus Anhäuser
    Im Prinzip meine ich beide Zahlen. :D – obwohl ich Ihre “Aufdröselung” wirklich sehr gelungen finde. Allerdings gehe ich wie gesagt in beiden Fällen davon aus, daß den Antwortenden der Unterschied gar nicht bekannt war – aber wie gesagt, nur aus persönlicher Erfahrung. Ich habe einfach die Erfahrung gemacht (und ich nenne Omas Hausmittelchen jetzt mal großzügig “Naturheilkunde”), daß hier wirklich nicht differiert wird. Wäre die Frage explizit gestellt worden:
    Hatten sie positive Erfahrungen mit Naturheilkunde?
    und anschließend
    Hatten Sie positive Erfahrungen mit Homöopathie?
    so wären in meinen Augen die Antworten sicherlich nicht zu Gunsten der Homöopathie ausgefallen.

    Um es anders zu sagen: Es wundert mich (unterstelle ich jetzt Naturheilkunde = Homöopathie), daß nur 58 bzw. 6 % hier positive Erfahrungen gemacht haben wollen.
    Nehme ich die Jomöopathie als Homöopathie, so wundert es mich sehr, daß so viele (egal ob 58 oder 6 %) überhaupt “Erfahrungen” gemacht haben wollen. :D

    Wäre den Befragten dann aber eben noch klar, daß eine Menge der Pillen die sie schlucken, der Tees die sie trinken oder der Salben mit denen sie schmieren (z.B. Heparin-Salbe) eben “Naturheilkunde” (im weitesten Sinne ist), so hätte es hier ein viel größeres “zufriedenes” Ergebnis gegeben.
    Ich sehe solche Fragen/Umfragen eigentlich als reine Bauernfängerei an, eben weil sich auch die Fragenden durchaus darüber klar sind, daß sie die Ergebnisse nicht der Anwendung von völlig substanzfreien Globuli, sondern eben dem fehlenden Unterscheidungsvermögen der Befragten verdanken.
    Machen Sie doch einmal einen Apothekenbummel, sehen die Schaufensterwerbung an und zählen, bei wievielen “normalen” Naturprodukten mit der Bezeichnung “Homöopathie” geworben wird.
    Ich nehme als Beispiel jetzt mal Echinacea, worauf (geschätzt) 50% der Bevölkerung geradezu schwören (warum auch immer). Einfach Google, Echinacin und Homöopathie eingeben und ich finde als zweites Ergebnis den ziemlich ausführlichen Text eine Drogerie-Vereins:
    http://www.naturdrogerie.ch/index.cfm?seite=19
    Im gesamten Text findet sich kein einziger Hinweis auf irgendwelche homöopathischen Potenzen, wohl aber immer wieder der Hinweis auf Echinacin als homöopathisches Heilmittel. Homöopathie und Naturheilkunde werden sehr häufig in einem Atemzug, ja teilweise schon als Synonym verwandt. Wie weit diese Gleichsetzung Homöopathie = Natur(heilkunde) schon fortgeschritten ist, zeigt dieses (lustige ??) Beispiel:
    http://bestatterweblog.de/archives/Homoeopathische-Leichenbehandlung/4312

  17. #17 Gluecypher
    8. Februar 2010

    @Christian

    Ich durfte vor zwei Jahren mal der Präsentation eines Consulting-Unternehmens beiwohnen, die bei einer Unternehmerbefragung einen sensationellen Rücklauf von acht Fragebögen (bei fast 200 angeschriebenen Unternehmern) zu verzeichnen hatten, es sich aber dennoch nicht nehmen lassen wollen, ihre daraus gewonnenen Erkenntnisse auf zig Folien vorzuführen – natürlich auch mit Prozentzahlen (“mehr als die Häfte der befragten Unternehmer” etc.pp.). Auf die Frage aus dem Publikum, ob die Ergebnisse denn bei einer so niedrigen Rücklaufquote noch repräsentativ seien, antwortete ein durchgestylter Berater (Typ: Jung-Manager), da eine Zufallsauswahl der Probanden erfolgt sei, seien die Ergebnisse auf jeden Fall repräsentativ – ganz unabhängig von der Ausschöpfungsquote.

    Ist nicht Dein Ernst! Meine Hacke, der Typ sollte wegen zur schau gestellter Unfähigkeit fristlos entlassen werden!
    Für die Journalisten, die das bestimmt jetzt wieder kritiklos aus dem Homöopathe-Käseblättchen abschreiben werden nochmals zum mitschreiben: Prozent von WAS!!!!!
    Himmelhergottdonnerwetterkruzefixhalleluja………

  18. #18 Marcus Anhäuser
    8. Februar 2010

    @Gluecypher
    Für die Journalisten, die das bestimmt jetzt wieder kritiklos aus dem Homöopathe-Käseblättchen abschreiben
    da muss ich die Kollegen mal in Schutz nehmen. Bisher habe ich da noch nichts gefunden. Die Umfrage war vom Ende letzten Jahres. Fritzsche hatte das Anfang Januar in seinem Blog thematisiert.

  19. #19 Suzie
    8. Februar 2010

    Klasse ! Was ne Lachnummer!
    Dumm gelaufen für den DZVhÄ…

    Gut aufgepasst Marcus! Daumen hoch!

  20. #20 Bad Robot
    8. Februar 2010

    Leider wieder mal typisch für die Esofraktion…

    Wollte auch spontan nicht glauben, das 58% unserer Volksvertreter dem HP Wahnsinn
    anheim gefallen sind. Deshalb Danke an den Autor für die Recherche.

    Fürchte aber das wir diese Prozentzahl doch noch öfter um die Ohren geschlagen bekommen.

  21. #21 adenosine
    9. Februar 2010

    Ich habe positive Erfahrungen (95%) mit Cola, Eis, Schokolade und anderen Leckereien. Nach derem Genuß geht es mir immer besser. Warum soll das bei dem Homokram nicht auch so sein? 58% ist da doch ein eher schlechter Wert.

  22. #22 Marcus Anhäuser
    9. Februar 2010

    @Suzie
    danke für die Blumen.

    @ Bad Robot
    Ich muss dich leider enttäuschen: Prozentzahlen im Einsatz der Verschleierung ist überall ein beliebter Trick. Da stehen die Esos/Alternativen den anderen in nichts nach.

    Und: Im Prinzip könnte die Zustimmung unter Bundestagsabgeordneten durch sogar noch größer sein. Das Problem ist einfach, dass man mit diesen Zahlen einfach gar nichts aussagen kann. Weder in die eine noch in die andere Richtung.

  23. #23 JV
    9. Februar 2010

    Muss nicht mal verschleiernd sein – viele Menschen könne mit Prozentzahlen schlichtweg nicht umgehen.

  24. #24 Intensivpfleger
    9. Februar 2010

    Erinnert mich irgendwie an jene Vorstellung einer Unfrage zur Patientenzufriedenheit in unserem Krankenhaus: Da wurde die Auswertung einer Umfrage mit zahlreichen bunten Grafiken an die Wand projiziert. Bei genauem Hinsehen wurde schnell klar, dass nach ca einem halben Jahr ganze 3 (drei!) Fragebögen zurückkamen.
    Hat sich wohl die Dame, die sich mit diesem Thema in Vollbeschäftigung auf einer eigens eingerichteten Stabstelle befassen muss, verzweifelt ihre Existenzberechtigung herbeigeexcelt …

    Gruß vom
    Intensivpfleger

  25. #25 klauszwingenberger
    9. Februar 2010

    @Christian:
    Kenne ich auch. Bei mir hat mal ein Versicherungsmakler antichambriert und “Statistiken” mit vielen tollen Blockdiagrammen vorgewiesen, wie hoch denn so die Betriebshaftpflichtversicherungen in unserer Branche abgeschlossen werden. Natürlich alle Prozentangaben mit zwei Nachkommastellen. Auf Rückfrage stellte sich dann heraus, dass die Erhebungsbasis gerade 13 Befragungen umfasste. In einer Grafik war sogar nochmal nach Personalzahl untershieden. Diskussionen über Sinn und Unsinn solcher Ergebnisse erwiesen sich als völlig fruchtlos.

  26. #26 radicchio
    9. Februar 2010

    man stelle sich vor, es hätte nur einer geantwortet und zwar mit ja, dann hätten wir glatte 100%

  27. #27 Tim
    9. Februar 2010

    61 Rückläufer, wie luxuriös! Ich habe schon ganz ernstgemeinte Studien mit n = 7 gelesen …

  28. #28 JV
    9. Februar 2010

    Hey, meine Semesterarbeit im Grundstudium hatte damals n = 2. Der Anleiter ist nicht in die Hufe gekommen – weil es sein Fehler war, musste er sie akzeptieren. ;-)))

  29. #29 JV
    9. Februar 2010

    Und das hier wäre dann ein Beispiel, dass viele Menschen mit Prozentzahlen nicht umgehen können:
    http://www.bild.de/BILD/ratgeber/gesund-fit/2010/02/09/softdrinks-erhoehen-krebs-risiko/bauchspeicheldruesen-krebs-durch-hohen-zuckergehalt-beguenstigt.html

    87% Risikoerhöhung. Basisrate natürlich außer acht gelassen.

  30. #30 YeRainbow
    9. Februar 2010

    erinnert mich an einen alten Witz (ohne Prozentangaben… aber dennoch…)

    Honecker und Kohl machen einen Freundschafts-Wettlauf…
    Kohl gewinnt ganz knapp.

    am nächsten Tag steht im Neuen Deutschland zu lesen:
    Freundschaftslauf!
    Honecker mit einem guten 2. Platz!
    Kohl vorletzter geworden.

  31. #31 klauszwingenberger
    9. Februar 2010

    …oder die Schlagzeile vom Vereinsorgan des Auto-Darf-Alles-Club: Soundsovielsechzig Prozent der Autofahrer sind gegen Tempolimits! Protzige Meldung, aber, jede Wette, die Prozentangabe bezog sich nur auf die Rückläufe einer Befragung eines Teils der Mitglieder (mich z.B. hatte keiner gefragt, obwohl Mitglied); Information über die Fragestellung: Fehlanzeige. Ergo Informationsgehalt: null.

    Jaja, WPW – wieviel Prozent wovon eigentlich?

  32. #32 MartinB
    9. Februar 2010

    Und bei Umfragen gibt es ja auch noch den Klassiker:

    “Sind Sie mit unserem Produkt
    a) Vollkommen zufrieden
    b) sehr zufrieden
    c) zufrieden
    d) unzufrieden”
    Und dann heißt’s 95% der Kunden sind zufrieden.

    Und bei der guten alten Sendung Yes, Minister, kann man auch noch einige Tricks zum Umfragen-Manipulieren lesen, siehe
    http://www.yes-minister.com/ypmseas1a.htm

  33. #33 Herb
    9. Februar 2010

    “Wer die Umfrage genauer ansieht, stellt fest, dass man bei den Homöopathen keine Ahnung von seriöser Statistik hat.”

    Verallgemeinerungen sind ebenso uncool. Interessant ist dein Artikel natürlich trotzdem. :)

  34. #34 Marcus Anhäuser
    9. Februar 2010

    @Herb
    da muss ich mich frei sprechen. Das Zitat ist aus dem Teaser auf der Startseite.

  35. #35 Stargazer
    10. Februar 2010

    Kleine Anekdote zur Wissenschaftlichkeit von Umfragen:

    Ich habe jahrelang meine Brötchen mit Telefonbefragungen für ein namhaftes und durchaus seriöses *hust* Meinungsforschungsinstitut verdient; der Klassiker dabei war die wöchentliche Mehrthemenumfrage (startet mit der berühmten Sonntagsfrage und endet mit dem zwanzigsten Thema in Sachen Werbewahrnehmung noch lange nicht).

    Zwischen all diesem Kram fand sich eines Tages die Frage: “Welche der folgenden Möglichkeiten eines Weltuntergangs halten Sie für am wahrscheinlichsten?”, anschließend wurden Optionen von “göttliches Strafgericht” über “totale Umweltkatastrophe” bis “Invasion von Außerirdischen” genannt.

    Leider wurde uns nicht gesagt, wer der Auftraggeber war und ob man das Ergebnis irgendwo einsehen könne. Schade eigentlich, denn vermutlich hätte das die Schlagzeile ergeben “Deutsche fürchten Alien-Invasion!”. Die Reaktion der Befragten war nämlich (auch nach Aussage meiner Kollegen) üblicherweise diese: “Na, wennse mich so fragen, nehm ich die Außerirdischen …” :D

  36. #36 knorke
    10. Februar 2010

    @Stargazer: Keine Namen. ich kanns mir denken und halte von denen auch nichts. Ich habe mich hier irgendwo in den Scienceblogs auch schonmal über deren haarsträubende Operationalisierungen und darauf folgende Interpretationan aufgeregt. Nun, ich gehe davon aus, dass die Fehler an der Oberfläche nur die Spitze des Eisbergs sind.

    Kurz: Ich ignoriere Studien, zu denen ich nicht die Veröffentlicheung selbst gelesen habe. Bei dem Schmonz, der durch die Medien geistert ist das eh eine wohltuende Entlastung.

  37. #37 jitpleecheep
    14. Februar 2010

    Hi,
    ich habe diesen Post gerade erst gesehen, daher komm ich wohl zu spät zur Diskussionsparty, aber dennoch…:

    Ich kann zwar die Aufregung verstehen, aber deine Argumente ziehen nicht so wirklich. Das Problem ist nicht in erster Linie die Stichprobengröße, denn genau darum betreibt man ja Statistik: damit man nicht alle befragen muss. Und die Stichprobengröße ist an und für sich sogar ganz okay, sowohl was den Absolut- als auch den Relativwert angeht. Damit kann man durchaus Statistik betreiben (davon abgesehen, dass man sich bei einer Fragebogenbefragung tatsächlich mehr Probanden wünschen würde, aber nichtsdestotrotz).

    Viel bedenklicher finde ich hier zwei andere Sachen: nämlich das a) keine repräsentative Stichprobe erhoben wurde, (wie weiter oben schon jemand bemerkte werden hier eher die Leute geantwortet haben, die schon positive Erfahrung gewonnen haben. Oder aber auch genau die Leute, die eine wohlinformierte ablehnende Haltung dem Thema gegenüber haben) und b) das der “Fragebogen” an sich einfach lächerlich ist.

    Auch das Ergebnis ist ein Witz, denn (natürlich) werden keinerlei Angaben zu Signifikanz oder Sicherheit gemacht. Der tatsächliche Wert könnte also durchaus 50%/50% betragen.

    Also, diese “Studie” ist durchaus lächerlich & angreifbar, aber das Argument der Stichprobengröße seh ich nicht so. :-)

    Grüße,
    j.

  38. #38 Marcus Anhäuser
    14. Februar 2010

    @jitpleecheep
    Mhm, danke für die Erklärung. Dass das ganze nicht repräsentativ ist, steht in Zusatz 2. Dass der “Fragebogen” ein Witz ist, habe ich, fand ich, auch rüber gebracht.

    Mir ging es um was anderes. Ein Punkt, auf den ich hier schon öfter hingewiesen habe: Leser sollen sich nicht von Prozentzahlen beeindrucken lassen. Es lohnt sich immer, zu fragen, was die realen Verhältnisse dahinter sind. Oder die ewige Frage: Prozent von was? Auf was bezieht sich die Zahl? Prozentzahlen sind hervorragend dazu geeignet einem die Sinne zu vernebeln. Aber es gibt Mittel, das aufzuklären. Ein Weg ist, sich die realen Zahlen anzusehen. Es ist ja kein Zufall, dass die in der Meldung der HN nicht auftauchen.

    Das kann man an dem Beispiel ganz schön erklären, finde ich.

  39. #39 rolak
    14. Februar 2010

    Hi Markus, wo ich gerade durchs Lesen der aktuellen Kommentare erinnert werde: Dieser thread ist durch einen bei =»gwup-watch -äh- geehrt worden (nach Selbstzensur wieder aktiv). Rein zufälligerweise auch bei Fischers Fritzsche…

  40. #40 Marcus Anhäuser
    14. Februar 2010

    @rolak
    ich weiß. Wenn’s ihm hilft.

  41. #41 jitpleecheep
    14. Februar 2010

    @Marcus Anhäuser: Ich wollte nicht unterstellen, dass du was unterschlagen hättest, sorry. :-)
    Ich fand nur nicht so gut, dass du dich als primäres Argument auf die Anzahl der Antworten bezogen hast. Das ist in meinen Augen der kleinste Kritikpunkt an dieser “Befragung”.

  42. #42 Marcus Anhäuser
    15. Februar 2010

    @jitpleecheep
    pardon, das sollte gar nicht so barsch klingen, wie es gemeint war.

    Ergänzend: Wäre die “Stichprobe” repräsentativ gewesen, hätte ich das ganze Ding natürlich gar nicht so machen können. Weil Du natürlich völlig Recht hast, dafür gibt es ja Statistik, dass man sich eben nur einen kleinen Teil der Gesamtheit ansehen muss.

    Aber ich mach ja hier keine Statistikvorlesung, kann ich auch gar nicht. Dafür gibt’s hier die ganzen Cracks ;-)

  43. #43 Claus Fritzsche
    19. Februar 2010

    Hallo Herr Anhäuser,

    wie Sie im Netz vielleicht schon gesehen haben, stimme ich Ihnen in einem wesentlichen Teil Ihrer Kritik zu …

    http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=9742

    … empfinde Ihre Kritik jedoch auch als ÜBERDEHNT bzw. ÜBERZOGEN.

    Aus meiner Sicht werfen Sie im Glashaus mit Steinen (Stichwort: Schleichwerbung für Esowatch.com im Magazin SPIEGEL).

    Über eine konstruktive Antwort (gerne auch kritisch) zu meinem Schleichwerbung-Vorwurf würde ich mich sehr freuen.

    Beste Grüße

    Claus Fritzsche

  44. #44 Marcus Anhäuser
    20. Februar 2010

    Hallo Herr Fritzsche,

    ist doch schön, wenn Sie mir zustimmen. Dass Sie das überdehnt finden, ist Ihr gutes Recht. Ich find’s angemessen. Aber was jetzt ihr eigenartiger Vorwurf (das Ding mit der Schleichwerbung) mit der Prozentgeschichte zu tun haben soll, da bin ich überfragt. Ich verstehe auch den ganzen Vorwurf gar nicht.

    Und auf ihre Webseite folgen? Da bin ich noch vom letzten Mal genervt: Nachdem Ihr System zwei mal meine Kommentare gefressen hat, habe ich ehrlich gesagt keinen Bock mehr.

    Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis.

    Und bitte korrigieren: Der Artikel ist nicht im SPIEGEL erschienen und mein Blog wird nicht mit “c” geschrieben. Das können Sie dann auch gleich bei GWUP-Watch korrigieren.

    Schönes Wochenende

  45. #45 Claus Fritzsche
    21. Februar 2010

    Hey Herr Fritzsche, da haben Sie mich wohl missverstanden. Das sollte keine Aufforderung sein Ihren Unsinn, den Sie schon auf ihrem Blog über mich verbreiten, auf meinem auch noch zu tun. Das konnten Sie nicht wirklich glauben, dass Sie damit durchkommen, oder? Tun Sie das mal schön weiter auf Ihrem Blog (und natürlich auf Twitter und GWUP Watch). Und vergessen Sie nicht zu verbreiten, dass ich Ihren Kommentar zensiert habe.

  46. #46 jitpleecheep
    24. Februar 2010

    Lächerlich. Einfach lächerlich.

    Um das mal klar zu sagen: die auf “psychophysik” zitierte E-Mail Curt Kösters enthält Unsinn höheren Grades.

    Weil es so trivial ist soll Wikipedia mal als Quelle genügen: “In der induktiven Statistik leitet man aus den Daten einer Stichprobe Eigenschaften einer Grundgesamtheit ab.” (aus Wikipedia, Eintrag “Statistik”)

    Wenn Herr Kösters schreibt: “Nun sind 10% dennoch keine hinreichende Stichprobe für eine statistische Aussage […]”, schließt er es *explizit* aus, *irgendwelche* Aussagen über die Grundgesamtheit treffen zu können (darunter, Herr Köster, fallen dann übrigens auch “Trends”…).

    Köster schreibt nun weiter: “Wenn [Marcus Anhäuser] die Ergebnisse der Umfrage auf eine Zustimmungsquote von 6% herunterrechnet, […] verdreht [er] die Grundlagen statistischer Aussagen.”
    Das ist dann einfach allergröbster Mumpitz. Wenn laut Köster keine “statistische Aussage” möglich ist, kann auch nur die Stichprobe betrachtet werden, und demnach haben de facto lediglich 58% der *befragten* Bundestagsabgeordneten eine positive Aussage zur Homöopathie geliefert. Und das — völlig korrekt vom Marcus beschrieben — sind 6% *aller* Bundestagsabgeordneten.

    Vielleicht sollte der DZVhÄ (grandioses Akronym übrigens) mal ein paar ordentliche Statistiker beschäftigen, anstatt “die Grundlagen statistischer Aussagen” zu verdrehen. Ach nein, damit würde man sich ja selbst ins Bein schiessen…

  47. #47 Marcus Anhäuser
    24. Februar 2010

    @jitpleecheep
    wie wäre es, wenn Du das auch auf dem H-Blog erklärst :-), vielleicht bekommen die das hier nicht mit.

    Übrigens: Kösters erklärt, es seien nur die neugewählten Bundestagsabgeordneten befragt worden. Da widerspricht er seinem Pressesprecher. Der spricht von 622 Bundestagsabgeordneten, die befragt wurden. #kommunikationsproblem

  48. #48 Kurt Krottnau
    24. Februar 2010

    Die Stichprobe besteht aus 58 Personen und die Grundgesantheit sind 622 Abgeordnete. Die 35 Abgeordneten, die positiv homöopathisch eingestellt waren, sind natürlich immer auf die 58 zu beziehen. Wer so falsch rechnet, wie hier Marcus Anhäuser, hätte den Grundkurs Statistik leider nicht bestanden.

  49. #49 Marcus Anhäuser
    24. Februar 2010

    @Kurt Krottnau

    nur leider erfährt der Leser gar nicht, dass nur 58 Abgeordnete geantwortet haben (wieso eigentlich 58? Laut Pressestelle waren es 61?). Wie auch immer: Das behält der DZhÄ ja für sich, um erst gar nicht den Eindruck zu erwecken, die Umfrage könnte evtl. völlig wertlos sein. Der Hinweis im Halbsatz, sei nicht repräsentativ, ist ja eher ein Feigenblatt, aber er ist auch wichtig.

    Denn rein theoretisch könnte es nämlich sein, das überhaupt nur 35 Bundestagsabgeordnete positive Erfahrungen mit Homöopathie gemacht haben, und alle diese 35 Personen haben sich auch gemeldet. Und schon stimmt die Überschrift. weil der Verband eine handwerklich so schlechte Umfrage gemacht hat, ist meine Überschrift ebenso möglich wie die 58% Aussage. Welche von beiden wahrscheinlicher ist, ist ein anderer Punkt. Mit der DZhÄ-Umfrage können sie das zumindest nicht klären.

    Der Punkt ist: Der DZhÄ hat eine handwerklich schlechte Umfrage gemacht und hat sie trotzdem verwertet. Das daraus eine Meldung wird, hat nichts mit Wissenschaft, sondern mit Marketing zu tun.

    Aber mir geht es auch gar nicht um die Homöopathen, das können medizinische Fachverbände sicher auch ganz gut. Das Beispiel war mir nur aufgefallen. Und es zeigt sehr schön, wie einfach es ist, so etwas zu entlarven.

  50. #50 Kurt Krottnau
    24. Februar 2010

    Offensichtlich war es eine Stichprobe, die sich durch die Antwortenden selbst erzeugt hat. Das ist eigentlich aus theoretischer Sicht Pfusch, aber im Umfragegeschäft allgemein üblich. Deshalb ist es noch keine handwerklich schlecht gemachte Umfrage.

  51. #51 Marcus Anhäuser
    24. Februar 2010

    @Kurt Krottnau
    es ist Pfusch, aber üblich und deshalb handwerklich in Ordnung? Die Logik finde ich eigenartig.

    Es geht doch darum, ob man mit den Daten belastbare Aussagen machen kann. Das kann man mit dieser Umfrage offensichtlich nicht. Dass so etwas im Umfragegeschäft üblich ist, lassen schon die Kommentare weiter oben erahnen. Das macht es nicht besser, im Gegenteil. Wie gesagt: Mir geht es nicht um die DZhÄ, sondern um solche Umfragen und die Meldungen, die damit produziert werden. Das sind Luftnummern zu Marketingzwecken.

    Und da wir haben noch nicht über das Anschreiben und die Fragen der Umfrage gesprochen …

  52. #52 Kurt Krottnau
    25. Februar 2010

    Nicht diese Logik ist eigenartig, sondern die reine Theorie lässt sich in der Praxis nicht durchsetzen. Oder wie willst Du die restlichen Abgeordneten dazu bringen, doch zu antworten. Was Du zu Recht kritisierst, betrifft praktisch alle Umfragen und eine Antwortquote von 10 % ist gar nicht schlecht. Frag bitte mal nach bei Allensbach oder Forsa.

  53. #53 segeln
    16. März 2010

    aus dem buch walter krämer ,so lügt man mit statistik (welches ich hiermit gerne empfehle)aus dem kapitel mit der überschrift “protzige prozente”:
    “wir haben den anteil unserer weiblichen abgeordneten um 50 prozent erhöht! meldete nach einer wahl der vorsitzende der fdp…..na ja,meinte einer der abgeordneten leise,zuerst waren es vier,jetzt sind es sechs.”
    auch das buch von w.krämer “die panik-macher” (auch eine empfehlung)zeigt den leichtfertigen umgang mit zahlen durch,ja,man muß es leider sagen,die presse.
    der bildungsetat muß um 100% (huch,oje,oje)erhöht werden.

  54. #54 segeln
    16. März 2010

    natürlich war marcus nicht gemeint,er gehört ja zu den “anwesenden”,die nie gemeint sind.
    ihm gönne ich die erhöhung des bildungsetats für ein glas bier,damit er sich den blödsinn der “kollegen” wegtrinken kann.
    reicht da ein glas ?
    wenn er jetzt sagt,er trinkt halt dann einfach 100 % mehr,dann bewundern wir ihn als standfesten potator.wow: 100% mehr
    doch er hat nur 1 (ein!!!!) glas mehr getrunken

  55. #55 Scharloedde
    16. Mai 2016

    Häh?
    Und wenn 17% der Deutschen sagen, sie hätten Streit daheim, muss ich dann auch alle 85 Mill Deutschen fragen, oder was?
    Lernt mal Statistik bitte!

    • #56 Marcus Anhäuser
      17. Mai 2016

      Nö, natürlich nicht, wenn die Stichprobe repräsentativ ist und damit unter keiner Verzerrung leidet. Die hier tut es aber ganz bestimmt.