Apropos Medizinjournalismus: In einem ZEIT-Artikel über Deutschlands erfolgreichste Gesundheitszeitschrift fand ich einen bemerkenswerten Satz. Man muss vermutlich ein bisschen die Vorgeschichte kennen, um ihn ähnlich erstaunlich zu finden wie ich.

Katrin Wilkens schreibt in einem Beitrag auf ZEIT-ONLINE (im Wirtschaftsteil) über die uns allen bekannte “Apotheken-Umschau“. Ein schön anzuschauendes Umsonst-Heft, das man in der Apotheke bekommen kann (“Von ihrem Apotheker bezahlt”). Es ist vergleichsweise aufwändig produziert und hat nichts von einem Billigheft. Die Auflage ist sensationell.

i-67632b143bd03bbce3c8efe2126b9171-Apotheken Umschau.png

Einige Medizinjournalisten hegten immer schon den Verdacht, dass es in diesem Heft nicht mit rechten Dingen zugeht, dass es eine Menge Schleichwerbung gibt (wirkliche Belege hatte dann aber gerade niemand zur Hand, wenn man sich unterhielt).

Aber man denke nur an all die Frauenzeitschriften, deren Auflage zehn bis zwanzigmal niedriger ist, und für die man am Ladentisch bezahlen muss. Und bei dieser Verbreitung und dem speziellen Kundenkreis erscheint die AU deutlich attraktiver für Pharmafirmen.

Klassischerweise könnte man so genannte Koppelgeschäfte vermuten. Diese laufen zum Beispiel so ab: Firma kauft einseitigen Anzeigenplatz, und erhält dafür im redaktionellen Teil eine positive Erwähnung inform eines Artikels über die Beschwerden, die das Mittel lindert, mit entsprechender Erwähnung des Produkts (“z.B. XY, in der Apotheke erhältlich”). Ein “Mietmaul” (von der Pharmafirma bezahlter Mediziner) stellt sich für schönfärbende Zitate zur Verfügung.

Wie gesagt, ein Teil der “Szene” vermutete bisher immer, dass es so etwas oder in ähnlicher Form auch bei der Apotheken-Umschau gibt.

Und sie sah sich bestätigt, als im Dezember 2008 folgendes passierte (Zitat aus dem ZEIT-Artikel):

“Im Dezember 2008 machten sich zwei Frontal 21- Redakteure dran, den GAB (den größten anzunehmenden Bestechungsskandal) bei der Apotheken Umschau zu provozieren. Die TV-Journalisten erfanden eine Scheinfirma und ein Scheinmedikament und luden aus verschiedenen Verlagen Anzeigenberater ein, um zu eruieren, wie weit diese gehen würden, um dem »neuen Medikament« eine geeignete Plattform zu geben. Sprich: kostenlose Werbung im Redaktionsteil. Die Anzeigenberaterin der AU soll versprochen haben: »Wenn Ihr Medikament was Neues ist, dann mache ich die Redaktion darauf aufmerksam, und die Redakteure schreiben dann was dazu. Aber ich sag ganz ehrlich, dass das nur gemacht wird, wenn Sie tatsächlich eine Anzeige schalten. Das ist dann der Deal. Eine vierfarbige Seite beispielsweise kostet in der Apotheken Umschau 57470 Euro. Wir würden Ihnen aber dann ein Paket schnüren.«

Das klang ziemlich eindeutig. Der Wort&Bild-Verlag wehrte sich natürlich (Zitat aus DWDL.de):

“Der Verlag weist zudem den Vorwurf von sich, die redaktionelle Berichterstattung in der “Apotheken Umschau” könne durch Anzeigenschaltungen beeinflusst werden. Hierzu heißt es in der Mitteilung: “Den Beweis hierfür – also einen gedruckten Artikel der ‘Apotheken Umschau’, der journalistische oder presserechtliche Qualitätskriterien verletzt – bleibt ‘Frontal 21’ jedoch schuldig”.

Redaktion und Anzeigen des Titels seien strikt getrennt, betont der Verlag. In dem Beitrag war eine Anzeigen-Beraterin des Verlages zu sehen, die einem von der Redaktion fingiertem Pharma-Unternehmen vollmundige Zugeständnisse hinsichtlich der Werbemöglichkeiten in der Zeitschrift machte.”

Ich weiß nicht wie die Sache ausgegangen ist.

Fundierte Belege zu finden, die solche Thesen stützen, ist ein bisschen mühselig. Man wird in den seltensten Fällen den Vertrag in die Hände bekommen, in dem eine solche Vereinbarung schriftlich fixiert ist (das wäre ein “Smoking Gun”).

Da bleibt einem nur das mühselige Zusammensuchen ausreichend vieler Beispiele, die durch ihre schiere Menge nur den Schluss zulassen: “Das ist durch Zufall oder Schludrigkeit nicht mehr zu erklären.

(Um meine vollständige Erstauntheit über diesen Satz, auf den ich hinaus will, zu verstehen, muss man jetzt auch noch folgendes wissen: Ich habe diese Methode des mühseligen Zusammensuchens mal für eine Geschichte über unseren beliebtesten österreichischen Medizinjournalisten genutzt. Das bedeutete in diesem Fall ca. 100 Hefte (zwei Jahrgänge eines ähnlich auflagenstarken Magazins) in einer Flashanimation online durchblättern, um seine Kolumne und Werbung zu finden, zu kopieren, durchzuarbeiten, seine Empfehlungen mit Arzneimittellisten abzugleichen usw. Das ist kein Spaß. Das kostet Zeit und rechnet sich nicht.)

In der Apotheken-Umschau habe ich bei gelegentlichen Einblicken keine offensichtlichen Fälle entdeckt. Aber ich habe auch nur nach offensichtlichen Hinweisen wie Produktnamen gesucht, sporadisch, wenn ich mal im Wartezimmer beim Hausarzt das Magazin durchblätterte.

Wenn man das alles im Hinterkopf behält (das Gemurmel und die vermeintliche Gewissheit in der “Szene”, die Frontal 21-Doku, die mühselige Recherche meinerseits in einem anderen Fall) dann kann man jetzt vielleicht verstehen, wieso ich folgenden Satz in Katrin Wilkens’ Beitrag so eminent erstaunlich finde. Sie schreibt nämlich:

“Und tatsächlich findet sich in den rund 1000 Ausgaben, die seit 1956 erschienen sind, kein gedruckter Beleg für die Frontal 21-These.”

Das ist schon alles. 1000 Ausgaben. In 54 Jahren.

Woher weiß Sie das?

Leider erklärt sie es nicht. Sie schreibt dazu eigentlich gar nichts mehr, sondern beschreibt das Geschäftsmodell, mit dem sich das Heft finanziert (“Von Ihrem Apotheker bezahlt.“) und liefert damit eine Begründung, warum der Verlag Koppelgeschäfte oder Schleichwerbung für die Finanzierung gar nicht braucht.

Hat sie oder jemand Anderes mal Artikel in der AU durchsucht (zumindest eine Stichprobe), Themen oder Wirkstoffe oder Wirkstoff-Kombinationen gesammelt (die Produktnamen zu nennen, wäre wirklich zu plump), mit Anzeigen im Magazin abgeglichen?

Ich weiß es nicht.

Ich wüsste zu gern, woher Sie das weiß?

1000 Ausgaben.

Es ist nur ein einziger Satz in einem ansonsten informativen Beitrag. Aber er wirkt wie ein Freispruch. Damit das endlich mal jemand gesagt hat: “Es gibt keine Schleichwerbung in der Apotheken-Umschau.” In keinem einzigen Heft, in 54 Jahren nicht.

Wie gesagt: Die “Szene” unterstellte der Apotheken-Umschau immer etwas. Aber die “Szene” kann sich auch irren, und sie labt sich nur an Ihrem “kritischen Blick”. Schöner wäre es, wenn sie Unrecht behielte, die Szene.

Aber dafür müsste wirklich mal jemand genau hinschauen.

Meldet sich jemand freiwillig?

(und sollte es wirklich mal jemand gemacht haben, dann bin ich für jeden Hinweis dankbar).

Kommentare (23)

  1. #1 sil
    4. Januar 2010

    Ich denke mal, dass die in 1000 Ausgaben nie einen Markennamen erwähnten, das liese sich durchhalten. Bei patentgeschützten Medikamenten ist aber eine Wirkstoffnennung auch eindeutig.

    Einen (schnellen und ziemlich wahrscheinlichen)Treffer habe ich mit nur zwei Google-Begriffen allerdings gefunden:
    Bestimmte alkoholische Extrakte aus Melissensorten, die einen besonders hohen Gehalt an ätherischen Ölen (Klostermelisse) aufweisen, haben sich in Studien bei Wetterfühligkeit und Erkältungsbeschwerden bewährt.
    http://www.apotheken-umschau.de/Heilpflanzen/Heilpflanze-Melisse-Melissa-officinalis-A050805ANOND100559/Melisse-Melissa-officinalis-Heilwirkung–Anwendung-A050805ANOND100559-5.html
    Ob das in einer Printausgabe drin war oder nur aus dem Onlinelexikon ist, kann ich allerdings nicht sagen.

  2. #3 Marcus Anhäuser
    4. Januar 2010

    Ja, das mit dem Markenname, finde ich auch recht einfach einzuhalten.

    Aber gerade die beiden Beispiele “Klostermelliss” und “Königsartischocke” zeigen wie schwierig das ist. Es sind beides eingetragene Wahrenzeichen von Klosterfrau. Das hatten wir im Fall von Bankhofer, der jedem Produkt einen Artikel widmete. Hier werden die Namen nur unter vielen anderen erwähnt, möglicherweise kennt der Autor die Zusammenhänge gar nicht. Außerdem müsste man eben mal nachsehen, ob Klosterfrau tatsächlich Anzeigen schaltet in der AU. Und wie häufig kommt das vor?Gibts die Beiträge auch in Print usw.

    Solche Einzelfälle können ein Hinweis sein, das mal weiter zu verfolgen, aber mehr auch nicht. Man müsste sich auch ansehen, welche Experten auftauchen usw. das ist alles ziemlich aufwändig, vor allem, wenn das Heft noch nicht mal online vorliegt und man alles händisch raussuchen muss.

  3. #4 Thomas Wanhoff
    4. Januar 2010

    Hach, ich tu mich so schwer mit Verdächtigungen. Irgendwas bleibt immer hängen. Und: “was zu bewiesen wäre”. Kannten die alten Lateiner schon. Und die Beweise bleiben alle schuldig, allzu offensichtlich kann es dann schon mal nicht zu sein. Und in diesem Sinne ist die Umschau bitte unschuldig bis jemand das Gegenteil beweisen kann.

  4. #5 Alex
    4. Januar 2010

    Es wäre auch zu wundern, wie die Umschau ganze Seiten in jeder Ausgabe des Spiegel, Stern usw für seine Werbeeinschaltungen leisten kann…

  5. #6 Marc Scheloske
    4. Januar 2010

    Ich habe gerade leider keine Zeit, um selbst in der AU zu stöbern und nach Hinweisen zu suchen. Und ich kenne die Zeitschrift ehrlicherweise auch kaum, so daß ich mir nicht mal eine grobe Einschätzung erlauben kann, ob man dort wirklich seit 1954 ununterbrochen so sauber und ohne jede Einflußnahme arbeitet.

    Deine Lesart, Marcus, ist ja (wenn ich Dich recht verstehe): Katrin Wilkens trifft mit ihrem Statement (“In 1000 Ausgaben keinen Beleg…”) die Aussage, in diesen fast 60 Jahren hat es nie einen Ausrutscher in Sachen Gefälligkeitsjournalismus gegeben. Daran hätte ich spontan auch so meine Zweifel.

    Allerdings, wenn man es ganz genau nimmt, schreibt sie davon, daß es in 1000 Ausgaben keinen “gedruckten Beleg” gäbe. Und das ist dann doch was anderes. Denn was ist schon ein Beleg? Indizien sind noch keine Beweise. Die Berichte und Empfehlungen zur Königsartischocke (s.o.) lassen den informierten Beobachter zwar erstaunen, aber ein “Beleg” sind sie noch nicht…

    Dennoch: worauf diese Feststellung von Katrin Wilkens beruht, würde mich auch interessieren.

  6. #7 Alexander Stirn
    4. Januar 2010

    Statt 1000 Ausgaben durchzuschauen müsste es eigentlich einfacher sein, einen ehemaligen Verlagsmitarbeiter oder Redakteur (oder auch einen Anzeigenkunden) aufzutreiben, der von entsprechenden Machenschaften erzählt. Dass es so jemanden in 54 Jahren offensichtlich noch nicht gegeben hat, spricht im Umkehrschluss eher dafür, dass der Verlag unschuldig ist.

  7. #8 Marcus Anhäuser
    4. Januar 2010

    @Thomas
    völlig klar. Erstmal gehen wir davon aus, dass bei der AU alles rechtens ist. Aber: Als Journalisten ist es unser Job skeptisch zu sein. Und ein Heft mit so einem Potenzial (aus Sicht einer Pharmafirma), da muss man schon mal genauer nachschauen. Die Frontal 21-Geschichte war schon erstaunlich genug und bestätigte das, was viele so vor sich hin vermutet hatten. Das die AU das dementiert ist klar.

    Wie ich erklärt habe, hole ich das ja nicht aus dem luftleeren Raum. Du musst nur mal auf die Wissenswerte gehen, und einfach mit ein paar Kollegen sprechen. das schwingt immer mit.

    Aber um so wichtiger finde ich, dass das mal zu Wort kommt. Erstens: Es gibt den Verdacht. Aber zweitens: Welche Hinweise gibt es eigentlich dafür, wen das so viele vermuten?

    Es wäre doch schön, wenn sich mal jemand die Mühe gemacht hätte. Ich wäre froh, er würde darüber berichten. Vielleicht hat Frau Wilkens mal eine Stichprobe gemacht. Ich weiß es nicht. Aber sie schreibt eben nicht woher sie hat.

    Einen Freispruch wie Frau Wilkens zu äußern, ohne zu erklären, wie sie darauf kommt, finde ich (eben mit meinem Hintergrund) erstaunlich. Es geht mir ja auch gar nicht darum, dass da mal in einem Heft vor 35 Jahren was war.

    Die Frage ist: Gibts das bei der AU regelmäßig? Ich habe, außer der Frontal 21-Geschichte keinen Hinweis dafür. Aber: ich habe auch nur kurz in Einzelhefte reingeschaut. Um die These zu überprüfen, muss man sich aber viele Hefte genau ansehen (oder, wie Alexander anmerkt, einen ehemalige Mitarbeiter anzapfen, was auch nicht so einfach ist.) Das sind ja alles normale journalistische Methoden. Aber das ist alles aufwändig.

    Eine Aussage wie Frau Wikens sie macht, kann man nur mit aufwändiger Recherche machen. Oder es ist einfach nur so dahin geschrieben. Keine Ahnung.

    @Marc
    ich will da gar nicht so wortglauberig sein. Die Aussage ist: Du wirst im Heft nichts finden, dass für Schleichwerbung spricht. Okay. Bleibt die Frage: Woher weiß Sie das?

  8. #9 Elke Brüser
    4. Januar 2010

    Es ist nicht nur davon auszugehen, dass die Autorin des ZEIT-Beitrags nicht 1000 Ausgaben der ApothekenUmschau kontrolliert hat. Und es ist zu vermuten, dass sie von postmenstruellen Bauchschmerzen spricht, wo sie die prämenstrullen meint. Was aber den Erfolg des hochgelobten Blattes angeht, bestehen noch ganz andere Probleme jenseits von direkten Koppelgeschäften, die die ApothekenUmschau in der simplen Form gar nicht nötig hat:
    1. Wer die ApothekenUmschau durchblättert oder liest, ohne jeweils in die obere Ecken zu schauen, dem wird leicht entgehen, dass auf zweiseitigen, durchaus redaktionell aufgemachten Artikeln (inklusive Grafik) in der obersten Ecke hier und da das Wörtchen Anzeige erscheint. Beispiel gefällig (Heft vom 1. Dez. 2009): Schon wieder Husten (Seite 52/53) und Trockene Haut (Seite 54/55). Das eine ist Werbung für Mucosolvan®, das andere für frei®.
    2. Die ApothekenUmschau ist auch auf anderen Seiten mit Werbung gespickt und zwar zu Produkten, die jeder in der Apotheke kaufen kann und die der kluge Apotheker sicher in forderster Front plaziert, wenn die ApothekenUmschau dafür wirbt. (Das erklärt die gepfefferten Anzeigenpreise.) Ob diese Präparate nützlich und ihr Geld wert sind, dazu schweigt das Blatt. Meist sind sie es nicht.
    3. Dass redaktionelle Artikel in der ApothekenUmschau oft anschaulich aufbereitet und sachlich richtig sind, ist genau genommen ein Problem. Denn gleich daneben wird auf Deubel komm raus für Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel geworben – und es ist davon auszugehen, dass das seriöse Umfeld, das die ernstzunehmenden Artikel erzeugen, die geschickt und trickreich formulierten Werbebotschaften drumherum aufwertet.

    Ich selbst gehöre zur Redaktion der Gesundheitszeitschrift GUTE PILLEN – SCHLECHTE PILLEN und für uns war es von anfang an klar, dass wir keinerlei Werbung in unsere Hefte aufnehmen. Wir finanzieren uns ausschließlich über unsere Abonnenten. Und was die Werbung angeht, so nehmen wir die raffinierten Werbeversprechen der Firmen auseinander. Wen eine solche Analyse interessiert, kann auf http://www.gutepillen-schlechtepillen.de danach schauen (Werbung – Aufgepasst!).

  9. #10 Marcus Anhäuser
    4. Januar 2010

    Hallo Elke,

    schön von dir zu lesen.
    Interessant finde ich in dem Zusammenhang deine Aussage: “Jenseits von direkten Koppelgeschäften, die die ApothekenUmschau in der simplen Form gar nicht nötig hat”.

    Das könnte natürlich auch sein, und wäre dann auch gut so.

    Ich bin ja eh Fan Eures Heftes. Da muss ich jetzt gar nichts mehr zu sagen. :-)

  10. #11 Volker Stollorz
    4. Januar 2010

    Recherche lohnt sich nimmer, Gerüchte sind billiger. Klar.
    Wir im Redaktionsteam des WPK-Quarterly haben vor einigen Jahren mal nachgefragt, wie die Apotheken-Umschau redaktionell tickt. Ist lange her, aber immer noch lesenswert, finde ich.
    http://www.wpk.org/de/wpk-quarterly/wpk-quarterly-august-2004.html

    Das die Apotheken-Umschau einen blinden Fleck der journalistischen Beobachtung hat, nämlich die (Geschäfts)-Welt der Apotheker, die sie kaufen, dürfte bei dem Geschäftsmodell klar sein. Ein Beweis für Schleichwerbung im Heft im redaktionellen Teil ist das jedoch nicht.
    Übrigens: Frag doch mal bei der ZEIT-Autorin nach, woher sie ihr Statement hat…
    Eine lebhafte Debatte wünscht…

  11. #12 Marcus Anhäuser
    4. Januar 2010

    Mail an Frau Wilkens ist schon raus.
    “Ein Beweis für Schleichwerbung im Heft im redaktionellen Teil ist das jedoch nicht.”
    Ja, sehe ich auch so, (deswegen ist mir GPSP dann lieber.)

    Aber es hilft alles nichts: Die einen vermuten immer was, haben aber keine Belege. Die anderen sagen: Da ist nichts, haben aber auch nicht umfassend nachgeschaut (vermute ich jetzt mal).

    Und so lange das keiner macht, wird Herr Haaf bis ans Ende aller Tage immer wieder erklären müssen wie hoch die Redaktionsstandards sind usw.

    Mal gucken, was Frau Wilke sagt.

  12. #13 Elke Brüser
    4. Januar 2010

    Ich möchte der wissenschaftsjournalistischen Debatte noch eine ganz alltäglich Beobachtung hinzufügen, die uns Schreibtischtätern in der Regel entgeht und das Geschäftsmodell ApthekenUmschau durch einen weiteren Aspekt erklärt. In einer schönen Seniorenresidenz, die mir wohl bekannt ist, werden die Menschen von einer Apotheke nicht nur mit den notwendigen Arzneimitteln beliefert, sondern auch mit der ApothekenUmschau. Kein Wunder, dass unter den Bewohnern Präparate, die in der ApothekenUmschau beworben werden, einen guten Leumund genießen. Die aktuelle Studienlage spielt dabei keine Rolle. Für viele der beworbenen Produkte fehlen belastbare Belege. Ich bin gespannt, ob die ApothekenUmschau etwas dazu schreibt, dass bei Demenzerkrankungen im Alter der bekannte Ginkgo-biloba-Extrakt von Schwabe für die Erkrankung und deren Verlauf offenbar nutzlos ist ((JAMA 2008, 300, 2253-2262 (und Erratum S. 2730) und JAMA 2009, 302, 2663-2670)) und entsprechende Werbung aus dem Heft kickt. Was ja nur konsequent wäre …

  13. #14 Hardy
    4. Januar 2010

    Wer die im Zeit-Artikel genannte Frontal-21-Dokumentation sehen möchte, der könnte ja mal bei movie-blog.org nach “Pharma-Kartell” suchen ;-)

  14. #15 Marcus Anhäuser
    4. Januar 2010

    Neben Volker Stollorz’ Hinweis auf den wpk-Artikel, hier noch ein Artikel zum 50-jährigen Jubiläum (2006) vom Medienmagazin ZAPP:
    http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/printmedien/zapp1718.html

    Auch dort war natürlich Schleichwerbung ein Thema:

    “Redaktion und Werbung sind aber klar getrennt. Peter Kanzler, Chefredakteur “Apothekenumschau”: “Eine weitere Besonderheit der Apothekenumschau ist, das wir im Vergleich zu vielen anderen Magazinen, die es am Kiosk zu kaufen gibt, das wir keine Produktnamen, keine Firmennamen, keine Medikamentennamen nennen, sondern allenfalls den Wirkstoff oder der Mechanismus, der hinter einer bestimmten Tablette oder hinter einem Medikament steht.”

    “Die Redakteure legen Wert auf journalistische Unabhängigkeit. Peter Kanzler: “Es werden keine Pressereisen angenommen. Alle Recherchereisen werden vom Verlag bezahlt. (…)”

    Zur Kritik Elke Brüsers zur medizinjournalistischen Qualität passt dieses Statement:
    “(…) Denn richtig kritisch will die Apothekenumschau gar nicht sein. Peter Kanzler: “Wir sind in der Tat nicht die Speerspitze der Medikamentenkritik (…)”

  15. #16 Fotozelle
    4. Januar 2010

    Wahre Worte, und genau dieser eine Satz mit dem “1000 Mal berührt, 1000 Mal is nix passiert” stieß auch mir beim Lesen gestern seltsam auf.

    Bin froh, dass ich da anscheinend nicht der Einzige bin/war.

  16. #17 X. Wolp
    5. Januar 2010

    Ich sag mal so, ich vertrau der AU mehr als frontal21. Bei der AU weis ich wenigstens woran ich bin…

    Interessanterweise sind die meisten dort beworbenen Medikamente eh im Bereich von Schmerzsalben und Blasenpillen einzuordnen. Dazu kommen auch das typische Alternativzeugs, Homöopathie, Aromatherapie, Akupunktur.
    Ich denke das sagt schon alles.

  17. #18 Adromir
    6. Januar 2010

    Auch wenns keine Schleichwerbung gibt, macht die inhaltliche Qualität, wenn es um “Naturmedizin” geht, der Bravo für die Generation 50+ auch nicht besser..

  18. #19 Stryke
    6. Januar 2010

    Durch die unkritische und einseitige Betrachtung der Homöopathie in manchen Ausgaben ist die Apotheken-Umschau bei mir schon lange unten durch.

  19. #20 Dr.Guenther Jeromin
    4. Oktober 2010

    “Splitter und Dämpfe”, 1.Oktober 2010 A, S.54 und 55.
    Hat man die mit Quecksilber gefüllten Thermometer aus dem Verkehr gezogen, um die Umwelt mit Quecksilber aus den Energiesparlampen zhu belasten?
    Und: Quecksilber kann man auch mit pulverförmigen Schwefel aufnehmen! Nie im Labor gearbeitet?

  20. #21 Barth Manfred
    27. März 2012

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    hier in Nürnberg verlangen die Medicon Apotheken für die Umschau 1.- € bzw. 1 Taler,
    während andere Apotheken nach wie vor die Umschau kostenlos ausgeben. Ich finde das nicht in Ordung. Als Privatpatient muss ich ja alle Medikamente sofort bezahlen, die Apotheken haben also Geld in der Kasse und dann noch die Umschau bezahlen.

    Auf Ihre Antwort bin ich gespannt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Manfred Barth

  21. #22 Marcus Anhäuser
    27. März 2012

    Hallo Herr Barth,

    das finde ich jetzt überraschend, weil es doch in der Werbung immer heißt; Bezahlt von ihrem Apotheker. haben Sie ihn mal gefragt, wieso das für ihn nicht gelten soll? gehen Sie zur Not doch einfach zu einer anderen Apotheke (oder lassen sie die AU doch einfach liegen).

  22. #23 click through the up coming website
    http://dlkfsldkflksdlk.com
    20. Februar 2013

    Hi to all, how is everything, I think every one is getting more from this web site, and your views are good for new people.|