… und weil wir gerade dabei sind.

Zu welch absurden Marketingversprechen das Ansinnen führt, auch Tütensuppen könnten etwas zu deiner Gesundheit beitragen, das verdeutlicht sehr schön das folgende Beispiel, das mir gerade in die Hände fiel.

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Man zähle schnell zusammen: 5 Beutel in der Packung, jeweils mit 20 % Vitaminen (dass sich das auf den Tagesbedarf bezieht, erfährt man etwas weiter unterhalb der 20 % und dann, wenn man den Beutel heraus holt), zack, hat meinen seinen Tagesbedarf gedeckt. Super.

Wer braucht da noch Vitamin-Tabletten?

Fällt so was eigentlich noch unter Lebensmittel oder ist das schon Nahrungsergänzungsmittel? Wobei, eigentlich ist das ja ein Ergänzungsmittel in der Nahrung …

Zusatz:
Auch Bier ist gesund, sagt der Arzt. (via Scienceblogs Tweets)

Zusatz 2:
Cola ist noch gesünder … (via hockeystick tweet)

Kommentare (13)

  1. #1 Dr. Glukose
    2. Oktober 2009

    Man kann auch täglich nur je ein bier mit einem ei gemixt trinken…das deckt auch alles ab und da ist dann wneigstens alkohol dabei ;)

  2. #2 Louis
    3. Oktober 2009

    “Fünf Beutel Tütensuppe decken deinen täglichen Vitaminbedarf”

    Falsch Marcus, fünf Tütensuppen decken deinen täglichen Bedarf an Vitamin B1, B6, B12, Folsäure, C und E, macht sechs Vitamine. Es gibt aber 13 Vitamine, fehlen also noch sieben weitere.

    Übrigens, Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel.

  3. #3 Marcus Anhäuser
    3. Oktober 2009

    “Es gibt aber 13 Vitamine, fehlen also noch sieben weitere.”

    Na, da wird sich sicher noch eine andere Tütensuppe finden lassen …

    Übrigens, Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel.
    Ich meinte das nicht gemäß gesetzlicher Nomenklatur (da hast Du recht) eher landläufig. Bei einer Vitamintablette geht mir der Begriff Lebensmittel nur schwer über die Lippen.

  4. #4 Michael
    6. Oktober 2009

    Da hat sich ja die Industrie mal wieder etwas schönes einfallen lassen. So ein quatsch. Wie schon angemerkt gibt es 13 wichtige Vitamine und diese sind auch nur in natürlicher für den Körper verfügbar. Mit Vitaminen angereicherte Suppen helfen keinen Menschen weiter. Selbst bei Nahrungsergänzungsmittel gilt das selbe, Natürlichkeit ist Trumpf, was man bei zusammengepressten Vitamintabletten nicht behaupten kann. Ein gutes Beispiel für eine Nahrungsergänzung = ergänzendes Lebensmittel ist WON+80. Ist natürlich, schmeckt gut und mit Sicherheit allemal besser als eine Tütensuppe.

  5. #5 Marcus Anhäuser
    6. Oktober 2009

    @Michael
    und warum sollte ich diesen Saft, den Sie da anbieten, trinken? Säfte, die mit antioxidativem Potenzial werben, lösen bei mir allergische Reaktionen aus. Eigentlich müsste auf diesen Säften das stehen, was ich kürzlich auf einer amerikanischen Eisteeflasche entdeckt habe, siehe hier http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2009/09/endlich-ein-saft-der-die-wahrheit-sagt.php

  6. #6 Marcus Anhäuser
    6. Oktober 2009

    … und übrigens: warum ist “natürlich” besser? (besser als was überhaupt?)

  7. #7 Redfox
    7. Oktober 2009

    Herr Anhäuser, schauen sie doch mal auf deren Internetseite:

    http://www.won80.de
    “WON+80 wird von dem Berufsverband deutscher Präventologen sowie von der europäischen Akademie für Prävention und Gesundheitsförderung empfohlen.”

    Deren Internetseite sagt folgendes:
    http://www.praeventologe.de

    “Der Unternehmer Roland Franck hat mit beharrlicher Energie und weiser Voraussicht den Verband im Jahr 2001 begründet. Nach seiner Überzeugung sind Prävention und Gesundheitsförderung prägende Gestaltungsfelder einer wachsenden Gesundheitswirtschaft. Die Menschen wollen gesund sein und gesund bleiben. Dafür brauchen sie fachlich kompetente und sozial verantwortliche Hilfe, eben ein Gesundheitswesen, das der Gesundheit dient und nicht nur Krankheiten versorgt. ”

    Und wer ist verantwortlich für diesen WON+80 Mischmasch?

    http://www.won80.de/shop/impressum

    “Vertretungsberechtigter Geschäftsführer:
    Roland Franck”

    Scheint ein SEHR serioses Produkt zu sein.
    Diesen ‘Präventologen’ sollte man vieleicht mal auf den Zahn fühlen, eine kurze Internetrecherche bringt eine ganze Menge krudes Zeug zutage…

    http://www.ariplex.com/ama/ama_alo4.htm
    “Franck sieht sich als guter Mensch. ‘Alles muss ordentlich und sauber ablaufen’, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. So hat er im Bundestagswahlkampf 2002 der Gifhorner CDU-Bundestagskandidatin Elisabeth Winzer, Juristin, in grandioser Weise 100 Ausbildungsstellen zugesagt. Die setzte das auch prompt in einer Stellenanzeige medienwirksam um. ‘Zeit für Taten’ – man solle ihr doch umgehend die Bewerbungen schicken, um das ‘Berufsziel Präventologe’ als Zukunftschance zu nutzen. ”

    http://www.amazon.de/B%C3%BCcher/s?ie=UTF8&rh=n%3A186606%2Cp_27%3ARoland%20Franck&field-author=Roland%20Franck&page=1


    “(besser als was überhaupt?)”
    Besser als nix! ;-)

  8. #8 Benedicta
    22. Oktober 2009

    Schokolade ist übrigens auch total gesund:
    http://newproducts.ism-cologne.de/index.php?id=32&tx_ttnews%5Bswords%5D=&tx_ttnews%5BbackPid%5D=31&tx_ttnews%5BbackPointer%5D=7&no_cache=1&tx_ttnews%5Bpointer%5D=70
    (Im Laden suchen, den Text auf der Rückseite lesen, staunen, wieder zurückstellen *gg*)

  9. #9 klauszwingenbeger
    22. Oktober 2009

    @Benedicta

    Da werde ich erst gar nicht auf die Rückseite schauen. Der grün unterlegte Text ganz am Rand sagt doch schon alles:

    “Dunkel und gesund”.

    Gesund! Unter dem Gesichtspunkt habe ich noch nie Schokolade gekauft.

  10. #10 Marcus Anhäuser
    22. Oktober 2009

    Seit es Meldungen wie diese gab, sieht man das häufiger mit der Schokolade …
    http://www.medizinauskunft.de/artikel/gesund/Vitalstoffe/23_03_schokolade.php

    Brrrrr ….

  11. #11 Benedicta
    23. Oktober 2009

    Diese hier treibt es weiter – denn auf der Rückseite wird lang und breit (und zweisprachig) erklärt, dass diese Schokolade freie Radikale fängt, die man kriegt, wenn man den ganzen Tag auf dem Sofa sitzt… (natürlich viel wohlklingender formuliert).

    Das Ansinnen “Schokolade essen” als AUSGLEICH zu Bewegungsmangel zu verkaufen ist schon… dreist.

    (Ich gestehe, ich hab eine gekauft, um sie jemandem zu schenken, der darüber vielleicht auch lachen kann. Für meinen Kuchen hab ich dann aber andere Schoki verwendet :P)

  12. #12 S.S.T.
    25. Oktober 2009

    Nichts gegen sog. gesunde Ernährung, worunter ich Vielfalt, aber nicht Bio o.ä. verstehe. Ein wesentliches Risiko ist heutzutage immer noch die Mangelernährung, gegen die selbst eine flächendeckende Versorgung mit Tütensuppen und Schoko (egal von wem) helfen würde.

    Man übersieht sehr gerne, dass vor gar nicht ferner Zeit selbst hier in Deutschland Leute schlichtweg verhungert sind (“Die Weber”). Hunger und Hungerstod waren z.B. auch das treibende Element für die große Zahl der irländischen Auswanderer nach Amerika (“Warum Kennedy Präsident wurde”).

    In einem übersatten Land ist es leicht sich über die, unzweifelhaft vorhandenen, Auswüchse der Nahrungsmittelindustrie zu mokieren. Hierzulande sind allerdings die Öffnungzeiten des nächsten Supermarktes und das ‘wie verhindere ich ein zuviel an Nahrung’ die wichtigeren Themen; und wenn man ansonsten keine Probleme hat, kann man sich ausgezeichnet viele, viele Gedanken über ‘gesund’, ‘bio’, ‘genfrei’, ‘nachhaltig’ etc. machen. Man hats ja.

  13. #13 Benedicta
    26. Oktober 2009

    @S.S.T.: interessanter Gedankengang – ABER: “Gen-Food” hat in Indien zu Hungersnot und Massenselbstmord geführt (weil der genmanipulierte Reis dann dummerweise doch nicht so resistent war wie beworben und die Bauern ihre Schulden nicht mehr tilgen konnten), die Überproduktion aus konventionellem Anbau HIER wird per “Entwicklungshilfe” nach Afrika etc. verkauft (und macht dort die Landwirtschaft platt, weil es sich nicht mehr lohnt, selbst anzubauen).
    Nur zwei Beispiele – die deutlich machen, dass “nachhaltig und biologisch” durchaus AUCH diese soziale Komponente haben (sollten).