Zuletzt gab es eine Studie in “Nature Methods”, nach der die Genschere CRISPR/Cas9 überraschend viele ungewollte Fehler im Gencode produziere, was auch schnell in den Medien die Runde machte. Inzwischen haben sich aber einige zu Wort gemeldet, weil es einiges zu kritisieren gäbe an der Studie.

Darunter sind auch zwei CRISPR-Firmen, deren Aktienkurse nach Erscheinen des Papers abgeschmiert waren. Da kommt für den Außenstehenden kurz die Frage auf: Ist ihre Kritik berechtigt oder nur nötig, um die Aktionäre zu beruhigen?

Und schon sind wir im schönsten Schlamassel zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und kommerziellen Interessen.

Die Geschichte ist schön zusammengefasst bei Retraction Watch – auch wenn noch kein Paper zurückgezogen wurde.

Kommentare (6)

  1. #1 Jürgen Schönstein
    22. Juni 2017

    Dachte erst, im Titel stünde der Imperativ des Verbs “genschern” (laut Wikipedia: “Das Verb genschern wurde zum geflügelten Wort im Doppelkopf aufgrund der Tatsache, dass er mit seiner Partei seinen (Koalitions)-Partner in der sogenannten Wende wechselte.[43]”)
    SCNR ;-)

    • #2 Marcus Anhäuser
      22. Juni 2017

      Du siehst, ich versuche alles, um die Leute auf die Seite zu ziehen. Die jüngeren Leser würden da indes nie drauf kommen …

  2. #3 CN
    22. Juni 2017

    Danke für den interessanten Hinweis! Werde gespannt verfolgen was das nach sich zieht

  3. […] Pause (ich war in Deutschland) heute wieder der Podcast, zunächst mit zwei kleineren Themen: Plazeboalarm weist auf eine CRISPR-Studie hin (und den Widerspruch), die für Aufsehen gesorgt […]

  4. #5 tomtoo
    23. Juni 2017

    Wieder fühle ich mich extrem doof.

    Sind die Einwände wissenschaftlich begründet ?

  5. #6 Marcus Anhäuser
    23. Juni 2017

    ja, durchaus, aber ich kann zum Beispiel nicht beurteilen, ob sie so schwerwiegend sind, dass die Ergebnisse ihre Relevanz verlieren. Einer der Vorwürfe ist, dass eigentlich als natürlich vorkommende Unterschiede im Genom von behandeltem Tier und Kontrolltier, als Durch Crispr-verursachte Unterschiede interpretiert werden.