Das ist ein Berufsreflex. Aber sobald ich Phrasen lese wie “Die Deutschen brauchen …”, “Die Deutschen haben …”, “Den Deutschen fehlt …” werde ich schon misstrauisch. Und wenn es dann noch um Vitamine geht, gleich nochmal.


Derzeit und (und schon vor ein paar Tagen) gibt es ein paar Meldungen, in denen von einem kollektiven Vitamin D-Mangel der Deutschen berichtet wird.

Aufhänger der Meldungen waren die 1. Hohenheimer Ernährungsgespräche.

Federführend war Hans Konrad Biesalski, Mediziner und Leiter des Instituts für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim. Außerdem ist er Autor bei den Wissenslogs mit dem Blog Prävention als Risiko?!

Dort gibt es seit September 2008 zwei Artikel zum Thema Vitamine, einen zum Thema Vitamin D, einen darüber, dass Vitamine nicht ganz so schlecht sind, wie in letzter Zeit berichtet. Dann folgen sechs Beiträge zum Thema Vitamin D anlässlich der 1. Hohenheimer Ernährungsgespräche.

Da gibt´s ein Fazit des Autors zu seinem eigenen Vortrag, und zu drei weiteren Autoren. Und schließlich ein Gesamtfazit als Pressemitteilung der Uni Hohenheim zur Konferenz.

Gesamtfazit: Neben den normalerweise von Vitamin D-Mangel betroffenen Personenkreisen (Kinder aus sozial schwachen Familien, Ältere und Menschen mit Migrationshintergrund) gilt ab sofort:

” … auch die Gesamtbevölkerung leidet generell an einer bundesweiten Vitamin-D-Unterversorgung, die nicht weiter ignoriert werden darf …”

… dass die Daten der Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) nach welchen die Deutschen gerade einmal 50% der Empfehlungen für Vitamin D erreichen …

Eigenartiger Abschnitt in Focus Online dazu:

“Der Tagesbedarf an Vitamin D wird bislang von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung mit fünf Mikrogramm angegeben. Der US-amerikanische Chemiker, Molekularbiologe und zweifache Nobelpreisträger Linus Carl Pauling war der Ansicht, dass 20 Mikrogramm am Tag erforderlich sind. Vermutlich liegt er damit richtig.”

Bei sueddeutsche.de gibt´s denselben Satz, ohne den kommentierenden Zusatz:

“Der Tagesbedarf an Vitamin D wird bislang von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung mit fünf Mikrogramm angegeben. Der US-amerikanische Chemiker, Molekularbiologe und zweifache Nobelpreisträger Linus Carl Pauling war der Ansicht, dass 20 Mikrogramm am Tag erforderlich sind.”

Die Expertin vom RKI wird auch mit einem eigenartigen Satz zitiert bei dem sich die Katze in den Schwanz beißt:

“Nach derzeitigen Erkenntnissen sollte der Vitamin-D-Spiegel höher liegen, als früher gedacht und gemessen daran sind die Werte in der deutschen Bevölkerung generell zu gering.”

Das riecht irgendwie nach Grenzwertverschiebung und dem Thema, “Wie bekommt man auf einen Schlag einen ganzen Schwung Neu-Erkrankter/Neu-Betroffener.”

Mhm, also wer weiß mehr zum Thema? Oder haben die Damen und Herren Recht? Ich bleibe misstrauisch.

Kommentare (36)

  1. #1 Chris
    8. April 2009

    Hm, vielleicht wollen Sie auch einfach nur sagen “Geht raus und genießt das Wetter!” ?
    Schließlich (soll) Sonne ja auch wesentlich zum Vitamin D Haushalt beitragen, kostenfrei! ;-)

  2. #2 S.S.T.
    8. April 2009

    Ich habe in meinem Leben schon so viele Ernährungsratschläge gelesen, mal hü mal hott, wie z.B. bei den Butter/Margarine-Diskussionen. Die Vitamin D Empfehlung erinnert an die Propaganda von Linus Pauling für Vitamin C. Bis man nicht wirklich etwas fundiertes sagen kann: Ein Schwall heiße Luft mehr.

  3. #3 Marcus Anhäuser
    8. April 2009

    naja, als Hauptargument wird die 2. Nationale Verzehrstudie angeführt.
    http://www.was-esse-ich.de/uploads/media/NVSII_Ergebnisbericht_Teil2.pdf

    Seite 111 zeigt wie wir alle (also eigentlich der Median) weit unter den D.A.C.H-Werten liegen. Weiß jemand was zu den D.A.C.H-Werten?

  4. #4 Der Bo
    8. April 2009

    Gut, mag sein, dass das auf eine Grenzwertverschiebung hinausläuft und die Situation nicht schlechter geworden ist sondern jetzt nur als schlechter angesehen wird als bisher. Aber wenn diese Verschiebung auf Grund neuer Erkenntnisse auf einem wissenschaftlichen Fundament steht, sollte man schon überlegen, was man dagegen tun kann und sie nicht voreilig als reines Definitionsgeplänkel abtun.

    (Wobei ich zugeben muss, dass ich von dem Thema keine Ahnung hab und auf diesem Gebiet ziemlich viel hahnebüchenes Zeug verzählt wird)

  5. #5 fatmike182
    8. April 2009

    Ich liebe Sollwertdiskussionen/Begründungssuchen in der Medizin!
    Kann mich noch erinnern wie letztes Jahr in Alpbach die Blutdruck-sollwerte hinterfragt wurden, wo doch nach der Skala “normaler” Blutdruck quasi ungesünder ist (zumindest sterben Leute mit einem solchen früher)

  6. #7 S.S.T.
    8. April 2009

    Mich stört das heute hier und morgen gestern. Zwei Ernährungsberater = drei Empfehlungen und im Laufe der Zeit beobachtet werden es schnell 30 oder mehr.

    Zu Linus Pauling:
    “Die Arbeit Paulings späterer Jahre hat immer wieder Kontroversen verursacht und wurde wiederholt als pseudowissenschaftlicher Schwindel abgetan. 1966, im Alter von 65 Jahren, begann er die Ideen des Biochemikers Irwin Stone zu übernehmen, der in großen Dosen von Vitamin C ein Mittel gegen Erkältungen sah. Pauling ging noch weiter und glaubte, dass Vitamin C auch gegen Krebs vorsorgen könnte. Er selbst nahm jeden Tag etwa 18 Gramm Vitamin C zu sich. Während die meisten Wissenschaftler diese Annahmen nicht für gültig erachten, gibt es eine kleine Zahl, die überzeugt ist, dass dies einer der Fälle ist, in denen natürliche Substanzen im Körper Krankheiten verhindern können. Daraus entwickelte sich die orthomolekulare Medizin und als Pauling 1974 in Rente ging, gründete er zusammen mit anderen das Institut für Orthomolekulare Medizin in Palo Alto, Kalifornien, das heute das Linus Pauling Institute of Science and Medicine ist. Heute ist das Institut von den massiven Dosen Vitamin C wieder abgekommen. Pauling selbst war hingegen mit plakativen Formulierungen (“Vitamine, Vitamine!”) gegen fast jedes medizinische Problem vorgegangen.” http://de.wikipedia.org/wiki/Linus_Carl_Pauling

    Die von ihm propagierte orthomolekulare Medizin hat für mich schon einen ziemlich esoterischen Touch.

  7. #8 Marcus Anhäuser
    8. April 2009

    @GeMa
    danke für den Link. ich habe da ein bisschen sehr pauschal gefragt, sorry. Mir war klar, dass das bei der DEG zu finden ist. Ich wollte eigentlich eher wissen, wie die einzuschätzen sind. Sind die Werte gut begründet? Hat es da zuletzt Änderungen bei Vitamin D gegeben? u.ä.

    @ alle
    Mein Misstrauen rührt daher: Deutschland zählt zu den Ländern mit dem höchsten Lebensstandard, wir haben im Kern eine sehr gute Ernährungsversorgung usw. Da finde ich es eigenartig, das die gesamte Bevölkerung einen Mangel an einem Nährstoff (oder wie andere sagen Vitalstoff ;-) haben soll. Bestimmte Gruppen, okay. Aber gleich das ganze Land.

    Was ist dann mit dem Rest der Welt, leiden die auch alle an Vitamin D Mangel?

    Und hat dieser “angebliche Mangel” wirklich Folgen in der Allgemeinbevölkerung? Bei Biesalski steht:

    “Es mehren sich die Hinweise, dass eine defizitäre Vitamin D-Versorgung bei Personen mittleren und höheren Alters mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergeht. Ebenfalls verdichtet sich die Datenlage, dass eine inadäquate Vitamin D-Versorgung in jungen Jahren das Auftreten bestimmter chronischer Erkrankungen wie multipler Sklerose und Typ I Diabetes begünstigen kann.”

    Finde ich ein bisschen schwach. Als Empfehlung soll die Zufuhr gleich auf 25µm erhöht werden, von 5 µm (laut D.A.CH).

    Nicht überzeugt.

  8. #9 Tanja
    8. April 2009

    Ist eine solche Grenzwertverschiebung nicht auch vor einigen Jahren im Zusammenhang mit Osteoporose gemacht worden, weshalb dann plötzlich x Prozent mehr Menschen (und vor allem auch jüngere Menschen) als gefährdet eingestuft und teuren Behandlungen unterzogen wurden/werden?

    Im Grunde ist es doch eine gute Sache, wenn echte neue Erkenntnisse zu solchen Grenzwertverschiebungen führen. Aber ich als mehr oder weniger unbedarfte Verbraucherin habe doch kaum eine Chance herauszufinden, ob es sich um eine wenigstens einigermaßen gesicherte Erkenntnis handelt oder nur um den Versuch, neue Patienten- und damit Käufergruppen zu erschaffen.

    Deshalb auf jeden Fall Danke für Artikel wie diesen (und natürlich alle anderen) :))

  9. #10 GeMa
    8. April 2009

    Äh, ja – war so pauschal angekommen. Ich dachte, Du hast gerade etwas anderes zu tun ;-)

    Mich überzeugt das auch nicht. Dafür sind auch schon ein paar mal zu oft die Empfehlungen hoch und wieder runter gegangen. Wie Du schreibst, für bestimmte Bevölkerungsgruppen mag es zutreffen. Da schaut man sich am besten mal das Elend des Zustandekommens der Grundsicherung/Hartz IV Warenkörbe/Bedarfsrechnungen an – dort wurde der zugrundeliegende Bedarf pauschal prozentual eingekürzt, wie er noch den Sozialhilfeberechnungen zugrunde lag. Ausgewogene, gesunde Ernährung, vor allem für Kinder ist da nicht mehr wirklich drin. Kann gut sein, dass eine größere Gruppe der Bevölkerung (inkl. fastfoodies) nicht mehr auf ihre bisher empfohlenen
    5 µg im Durchschnitt kommen.
    Kann gut sein, dass hier nur eine hektische “Gegensteuerung” vorliegt. Die ist dann sicher auch politisch korrekter, als sich mit den Ursachen zu befassen. Keine Ahnung.

    Calciferollieferanten, um die 25 µg/d zu bekommen, tummeln sich vorzugsweise in den hochpreisigen Nahrungsmittelsegmenten (Fisch, Austern etc.pp.) – ist für die “mangelleidende” Bevölkerung somit ohnehin eine komplett witzlose Empfehlung. Außerdem wird sich kein Normalbürger wird sich ein halbes Kilo Avocados oder ein Kilo Käse pro Tag antun. Das ist doch blanker Unfug.

    M.E. sollte man auf jeden Fall mißtrauisch sein, ob hier nicht wieder die Stunde der NEM Hersteller, Pillchendreher und Lebertranterroristen im Freiverkauf schlagen soll.

    Die Begründung der hochgesetzten Empfehlung schwächelt wirklich etwas. Was heißt überhaupt in jungen Jahren – da gibt es doch ohnehin beinahe flächendeckend Vit. D Pillchen als Prophylaxe bei Kindern? Die verschreibt der Kinderarzt.
    Sind die Verkaufszahlen/Verordnungszahlen grad eingebrochen oder soll das Regulativ Kinderarzt umgangen werden?

  10. #11 GeMa
    8. April 2009

    Hier ist noch was zum Nachlesen “Letzte Sicherheit über mögliche gesundheitsfördernde Wirkungen einer Zufuhr von Vitamin D werden aber erst gezielte Interventionsstudien bringen.“ folgerte Prof. Dr. Winfried März.”
    http://74.125.77.132/search?q=cache:4Y9x_jmIb1IJ:www.journalmed.de/newsview.php%3Fid%3D22217+Vitamin+D+Mangel+Bev%C3%B6lkerung&cd=10&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a

    “Eine logische Konsequenz bestünde in der präventiven Gabe von Vitamin D an Hypertoniker – wovon die American Heart Association indes abrät. Zum einen ist nicht sicher, dass die entdeckte Assoziation zwischen Vitamin-D-Mangel und kardiovaskulären Erkrankungen kausal ist. Zum anderen kann die Studie nicht ausschließen, dass zu hohe Vitamin-D-Spiegel nicht zu einem Anstieg des kardiovaskulären Risikos führen: Aus Figure 2 lässt sich jedenfalls eine „nicht lineare” Assoziation zwischen Vitamin D und kardiovaskulären Ereignissen ableiten.

    Ohne eine randomisierte kontrollierte Studie kann es in der Kardiologie ohnehin keine Empfehlung mehr geben. Dass die Ergebnisse von Beobachtungsstudien trügerisch sein können, wissen die Forscher spätestens seit den Studien zur Krebsprävention mit Betacaroten, das in den klinischen Studien in der Sekundärprävention die Lungenkrebsrate steigerte. Obwohl mehrere Beobachtungsstudien zuvor eine präventive Wirkung erwarten ließen. Auch die British Heart Foundation fordert in einer ersten Stellungnahme zunächst weitere Studien. Nach Ansicht der britischen Kardiologen spricht allerdings nichts gegen die Empfehlung zu einer ausgewogenen Ernährung. Vitamin D könne dem Körper auch durch eine Fischmahlzeit pro Woche zugeführt werden.”
    http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docid=107123

  11. #12 klaus
    8. April 2009

    a propos Zuschütten: besteht bei fettlöslichen Vitaminen nicht die Gefahr von Hypervitaminosen?

  12. #13 GeMa
    8. April 2009

    Bei Vitamin D steht da eigentlich Übelkeit/Ekel und Widerwille vor der dauerhaften “Überdosierung” durch die Nahrungsaufnahme. Das Trimmen auf eine zu hohe µg/d Aufnahme Calciferol geht gern mit Anorexie einher – schon deshalb sind solche drastischen Grenzwertverschiebungen (in dem Fall) irgendwie komisch. Statt Bewegung und Sonne geht der Terror auf dem Teller wieder los.
    Hypervitaminose durch Vit. D bekommt man aber im Normalfall eigentlich nur mit deutlicher Überdosierung von NEMs und Medis hin (oder Fehlern in der parenteralen Ernährung).

    Ich denke, wir dürfen uns auf jede Menge neudesignte Functionalfoods freuen – also jetzt, wo Actimel gerade aus der Abwehrkräfteliga rausgefallen und Nicotinamid auch nicht mehr so der Verkaufsschlager ist. In spätestens 5 Jahren ist dann wieder alles ganz ganz anders … bis dahin braucht Deutschland einfach wieder viel mehr Lebertran :-)

  13. #14 Karl Mistelberger
    8. April 2009

    Das ist ein Berufsreflex. Aber sobald ich Phrasen lese wie “Die Deutschen brauchen …”, “Die Deutschen haben …”, “Den Deutschen fehlt …” werde ich schon misstrauisch. Und wenn es dann noch um Vitamine geht, gleich nochmal.

    Journalisten sind ein merkwürdiges Völkchen und leiden unter Berufskrankheiten. Dazu gehört das breite Diskutieren von irrelevanten oder nur wenig relevanten Fakten und jegliche Übertreibung in dieser Richtung, wie das unmäßige Aufbauschen von vermeintlichen Skandalen.

    Zur erfolgreichen Implementierung dieser Geschäftstrategie gehört das bewußte Verschweigen von relevanter Information. Diese Information möchte ich nachliefern: Die Aufklärung des Vitamin D Rätsels, oder Das unterschätzte Sonnenvitamin

  14. #15 Alexander
    8. April 2009

    Über einen Beitrag des Quirks and Quarks Podcast zum Thema Vitamin D vom letzten Jahr habe ich eigentlich nur noch in Erinnerung, dass es im internationalen Vergleich riesige Unterschiede in den empfohlenen Tagesdosen gibt. Das kann sich sogar zwischen den Gesundheitseinrichtungen eines Landes unterscheiden: Health Canada empfiehlt 400 IU (international units = 10 µg) pro Tag, die Canadian Cancer Society 1000 IU.

  15. #16 Dagmar Landsberger
    9. April 2009

    Hallo,

    @Gema

    @Jane

    @Tobias

    @Wolfgang

    ich möchte euch hier Zwei Artikel des Australischen Blattes “The Australian” zur Kenntnis geben, die über den Verlauf einer Gerichtsverhandlung gegen Merck berichten.

    Danach scheint mir Vitamin D ein “minderes Problem ” zu sein.

    So wie es aussieht hat die Firma Merck im Falle Vioxx “Meinungsführer” gesponsert, aber wenn ihre Meinung nicht den Vorstellungen entsprachen versucht zu “neutralisieren” , Erpressen, oder ihren Ruf und ihre Laufbahn zu zerstören.

    Der zweite Artikel handelt davon, daß die Firma Studien über firmeneigene Leute hat “erstellen” lassen, dann Wissenschaftler dafür “gewonnen” hat diese zu unterschreiben, um sie dann als “unabhängige” Studien zu veröffentlichen.

    http://www.theaustralian.news.com.au/story/0,25197,25272600-2702,00.html

    —————————————
    Vioxx maker Merck and Co drew up doctor hit list

    Milanda Rout | April 01, 2009
    Article from: The Australian

    AN international drug company made a hit list of doctors who had to be “neutralised” or discredited because they criticised the anti-arthritis drug the pharmaceutical giant produced.

    Staff at US company Merck &Co emailed each other about the list of doctors – mainly researchers and academics – who had been negative about the drug Vioxx or Merck and a recommended course of action.

    The email, which came out in the Federal Court in Melbourne yesterday as part of a class action against the drug company, included the words “neutralise”, “neutralised” or “discredit” against some of the doctors’ names.

    It is also alleged the company used intimidation tactics against critical researchers, including dropping hints it would stop funding to institutions and claims it interfered with academic appointments.

    “We may need to seek them out and destroy them where they live,” a Merck employee wrote, according to an email excerpt read to the court by Julian Burnside QC, acting for the plaintiff.

    Merck & Co and its Australian subsidiary, Merck, Sharpe and Dohme, are being sued for compensation by more than 1000 Australians, who claim they suffered heart attacks or strokes as a result of Vioxx.

    The drug was launched in 1999 and at its height of popularity was used by 80 million people worldwide because it did not cause stomach problems as did traditional anti-inflammatory drugs.

    It was voluntarily withdrawn from sale in 2004 after concerns were raised that it caused heart attacks and strokes and a clinical trial testing these potential side affects was aborted for safety reasons.

    Lead plaintiff Graeme Peterson, 58, claims the drug caused him to have a heart attack in 2003 after he took it for back pain and arthritis every day from May 2001.

    Merck last year settled thousands of lawsuits in the US over the effects of Vioxx for $US4.85billion ($7.14 billion) but made no admission of guilt.

    The company is fighting the class action in Australia.

    The Federal Court was told yesterday that Merck wanted to gain the backing of researchers and doctors – or “opinion leaders” – in the fields of arthritis to help promote the drug to medical professionals when it was launched in 1999.

    Mr Burnside said internal emails in April 1999 from Merck staff showed the company was not happy with what some researchers and doctors were saying about the drug.

    “It gives you the dark side of the use of key opinion leaders and thought leaders … if (they) say things you don’t like to hear, you have to neutralise them,” he said. “It does suggest a certain culture within the organisation about how to deal with your opponents and those who disagree with you.”

    The court was told that James Fries, professor of medicine at Stanford University, wrote to the then Merck head Ray Gilmartin in October 2000 to complain about the treatment of some of his researchers who had criticised the drug.

    “Even worse were allegations of Merck damage control by intimidation,” he wrote, according to Mr Burnside.

    “This has happened to at least eight (clinical) investigators … I suppose I was mildly threatened myself but I never have spoken or written on these issues.”

    Mr Burnside told the court Dr Fries went on to describe instances of intimidation, including one colleague who thought his academic appointment had been jeopardised and another who received phone calls alleging “anti-Merck” bias.

    Dr Fries said in the letter that Merck had been systematically playing down the side effects of Vioxx and said the company’s behaviour “seriously impinges on academic freedom”. The court was also told a rheumatologist on Merck’s Australian arthritis advisory board was angry he did not find out about Merck’s decision to withdraw Vioxx until an ABC journalist rang to tell him. Mr Burnside said James Bertouch wrote to other members of the board saying he was “extremely disillusioned” with the company.

    “In every possible way the company exerted itself to present the impression to the world at large that Vioxx did not provide any increased cardio risk … when (a) it probably would and (b) it probably did,” he wrote, according to Mr Burnside.

    Peter Garling, acting for Merck, accused Mr Peterson of not taking the drug Vioxx in the months leading up to his heart attack in December 2003.

    He said Pharmaceutical Benefits Scheme figures showed he did not fill a Vioxx prescription for the drug in the two months before his heart attack.

    Mr Garling put to Mr Peterson during his cross-examination that this was because he had retired from his job as a safety consultant and therefore he did not need to take Vioxx because his back pain lessened.

    Mr Peterson denied this meant he was not taking the drug.

    “No, I wouldn’t accept that at all,” he said. “I can remember taking Vioxx regularly.”

    The trial, before Justice Chris Jessop, continues.
    Story Tools
    ——————
    Aus derselben Quelle – “The Australian” vom 9. April

    ———————–

    Doctors signed Merck’s Vioxx studies

    Milanda Rout | April 09, 2009
    Article from: The Australian

    SCIENTISTS were allegedly recruited by a pharmaceutical giant to put their names on research done by the drug company to promote the safety of its anti-arthritis drug Vioxx.

    The Federal Court has heard that Merck & Co “prepared and gathered” doctors and academics to write the company’s own research on Vioxx, which was then published in prestigious medical journals as independent studies.

    The drug company also allegedly produced an entire journal — called The Australasian Journal of Bone and Joint Medicine — and passed it off as an independent peer review publication. These claims were put by lawyers acting for Graeme Peterson, who is suing Merck & Co and its Australian subsidiary Merck, Sharpe and Dohme for compensation.

    The 58-year-old — along with more than 1000 other Australians — claim Vioxx caused their heart attack or stroke.

    The drug was launched in 1999 and at its height of popularity was used by 80 million people worldwide because it did not cause stomach problems, as did traditional anti-inflammatory drugs. It was voluntarily withdrawn from sale in 2004 after concerns were raised that it caused heart attacks and strokes and a clinical trial testing these potential side-effects was aborted for safety reasons.

    Merck last year settled thousands of lawsuits in the US over the effects of Vioxx for $US4.85billion ($7.14 billion) but made no admission of guilt.

    Counsel acting for Mr Peterson, Julian Burnside, told the court this week the drug company sought out and recruited scientists, academics and doctors to put their name to Merck’s own research.

    He said medical journal expert George Jelinek would testify that the articles were designed to “reassure the medical profession” about the safety of Vioxx.

    The trial, before judge Chris Jessup, continues.

    ————–

    Der Fall Reuben Scott kommt für mich so in ein ganz anderes Licht.

    Was für mich erschreckend ist:

    Sowohl wie der Fall Biederman scheint sich niemand groß dafür zu interessieren.

    Ist nur meine Wahrnehmung verschoben?

    Und es ist nur eine kleine Randnotiz, die ich vollkommen in der Bedeutung überschätze?

    Alles was Ihr mir versichert habt, was verhindert, daß Fälschungen gefährlich werden können ist doch hier widerlegt?

    Wo sind die Mechanismen, die solchen Strategien Einhalt gebieten können?

    Kann das nur noch staatsanwaltliche Aktion? Es sieht doch eigentlich so aus, oder?

    @Wolfgang

    Erinnerst Du Dich noch an Deine Reaktion auf meine Mitteilung, daß sich die Staatsanwaltschaft für die Vergabe des Nobel-Preises interessiert?

    Zitat Wolfgang:

    “Dagmar schrieb Ich hoffe auf mehr Daten durch die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft

    Was soll den da die Staatsanwaltschaft untersuchen? Ein behördlich zugelassener Impfstoff, der hochwirksam placebo-doppel blind kontrolliert 70% der Cervixkarzinome verhindert?

    Na ja evtl könnte die Staatsanwaltschaft ja gegen Eltern ermitteln, die ihre Töchter vernachlässigen, in dem sie Ihnen die Impfung vorenthalten.
    Vernachlässigung ist ja eine Form der Kindesmisshandlung, solten auch händchenhaltende Psychologinnen wissen”

    Was die Artikel aus dem The Australian belegen ist wieder keinerlei “Selbstheilungskraft” innerhalb der Medizin aktiv gewesen.

    Beschwerden auch hochrangiger Forscher über Erpressungsversuche wurden “überhört”. Wie lange hat es gedauert, bis die Patienten ernst genommen wurden?

    Und ganz sicher sind viele Menschen zu Schaden gekommen?

    Was macht Merck und Co heute? Gehen sie heute anders vor?

    Oder erfahren wir das einfach erst einige Jahre später, wenn dann alle Mails und die Listen der bedrohten und die Listen der gekauften “Meinungsträger” ans Licht kommt.

    Mal sehen, ob ich da dann bekannte Namen finde.

    Ich muß gestehen, ich bin seit vielen Jahren nicht mehr so wütend und so angewidert gewesen.

  16. #17 Just
    9. April 2009

    Hi alle,

    um kurz die Lage der letzten Ernährungstagung zum Thema VitD zusammenzufassen: Grundlage für die nun höher angenommenen Bedarfswerte sind Ergebnisse, die – das muss man zugeben – akribisch von den molekularbiologischen Grundlagen ausgehend, hin zu Tierexperimenten und nun auch von humanen Studien, inkl. einiger, wenn auch kleiner Interventionsstudien erzielt wurden. Eine der bekannteren Forscherinnen ist Prof. Bischoff-Ferrari (siehe Pubmed). Ausgehend von verschiendenen Osteoporose-assoziierten Krankheitssituationen (Frakturrate, Sturzrate) wurden angeblich auch Zusammenhänge (und das über die Blutserumspiegel von 25-OH-D3) für das Auftreten für Colonkrebs und eine Herzerkrankung (hab die Diagnose gerade nicht parat) für niedrige Serumspiegel ermittelt. Die Interventionsstudien bzgl. Frakturraten/Sturzraten sind eindrücklich, daher sind auch die 4fach erhöhten Dosen in die Osteoporoseleitlinien eingegangen. Alle anderen Krankheiten werden nun heiß umforscht.
    WIe der Umgang mit der Gesamtbevölkerung aussieht, ist natürlich wieder eine andere Sache und meiner Meinung nach ziehen selbst (oder gerade?) die Experten eher fragwürdige Schlüsse. Was nicht vergessen werden sollte – und das ist jedem Experten bekannt: Die Vitamin-D-Zufuhr wird nur in geringsten Mengen (also im Prinzip gar nicht ;-)) von der Nahrungszufuhr beeinflusst, da selbst vormals VitD-reiche Quellen wie fette Fische nur noch eine geringe Menge VitD-Vorstufen enthalten (aufgrund veränderter Fütterbedingungen … Fischmehl etc.). Dass unsere VitD-Serumspiegel unter dieser Bedingung optimierbar sind, ist bei der gesellschaftlichen Entwicklung wohl naheliegend.
    Nun, der Hinweis mal wieder an die frische Luft zu gehen (UV-B-Strahlung von April bis September) ist von daher ein guter Tipp, der nochdazu mit weiteren Vorteilen assoziiert ist (welche z.B. ebenso einen Einfluss auf o. g. VitD-assoziierte Diagnosen haben). Die Ernährungsforschung bleibt also eine Herausforderung.

  17. #18 Karl Mistelberger
    9. April 2009

    Das Problem hatte ich schon mit Jürgen Schönstein und Geograffitico; vier Tage lang passierte nichts, bis ich den Beitrag ohne LInks abschickte. Darum warte ich nicht länger zu und schicke diesen Beitrag nochmals ab, ohne Links:

    Das ist ein Berufsreflex. Aber sobald ich Phrasen lese wie “Die Deutschen brauchen …”, “Die Deutschen haben …”, “Den Deutschen fehlt …” werde ich schon misstrauisch. Und wenn es dann noch um Vitamine geht, gleich nochmal.

    Journalisten sind ein merkwürdiges Völkchen und leiden unter Berufskrankheiten. Dazu gehört das breite Diskutieren von irrelevanten oder nur wenig relevanten Fakten und jegliche Übertreibung in dieser Richtung, wie das unmäßige Aufbauschen von vermeintlichen Skandalen.

    Zur erfolgreichen Implementierung dieser Geschäftstrategie gehört das bewußte Verschweigen von relevanter Information. Diese Information möchte ich nachliefern: Die Aufklärung des Vitamin D Rätsels, einem Artikel der National Science Foundation, oder Das unterschätzte Sonnenvitamin, erschienen in Spektrum der Wissenschaft Juli 2008.

  18. #19 Horst
    9. April 2009

    Vitamin D hat ja nur zum Teil mit Ernährung zu tun, viel mehr mit der Sonne. Ich glaube durchaus, dass es einen Mangel gibt, weil die Menschen nicht mehr so viel im Freien sind wie früher. Deshalb dürfte auch in sonnigen Ländern der Vitamin-D-Spiegel zu niedrig sein. Die Panikmache vor Hautkrebs macht das nicht besser.

    Ich denke die Schwarz/Weiß-Malerei ist da einfach das Problem. Es ist nicht gut, komplett auf Sonne zu verzichten und genau sowenig sich in 2 Wochen Urlaub jeden Tag braten zu lassen, den Rest des Jahres in geschlossenen Räumen zu verbringen.

    Ansonsten gibt’s ja noch Lebertran. 8-)

    PS: Ist das Layout des Blogs nur bei mir etwas seltsam und zentriert?

  19. #20 rolak
    9. April 2009

    /nur bei mir seltsam und zentriert/ Nein, auch anderswo. Eine Lösung habe ich noch nicht gefunden, redaktion@ reagiert nicht. Mal sehen, was kommt…

  20. #21 Jane
    9. April 2009

    @Hallo Dagmar: Hm, ich habe ein schlechtes Gewissen weil das Off-Topic ist, aber trotzdem kurz zu Deinem Posting: Die Vioxx-Geschichte ist ja quasi ein alter Hut, deswegen lesen wir hier nichts mehr drüber in dem Medien (so funktioniert das Business halt). Aber als der Skandal frisch war gab es da tonnenweise Berichterstattung.

    Insgesamt steht dieser Fall aber doch für ein Funktionieren des Systems. Vioxx ist seit 2004 vom Markt, weil die Methoden der evidenzbasierten Medizin (EBM) gezeigt haben, dass die Dinger gefährlich sind. Es war eine Studie, die den Rückzug des Medikaments damals ausgelöst hat. Ein Hoch auf die EBM!

    Jetzt hat Merck Klagen noch und nöcher am Hals und das völlig zu Recht. Das ist auch gut so, weil nur saftige finanzielle Einbußen eine wirksame Strafe für die Pharma-Jungs sind.

    Dass Pharmaunternehmen sich massiv an Ärzte ranschmeißen wissen wir glaube ich alle. Dass sie auch versuchen sie unter Druck zu setzen kommt deutlich seltener vor, es ist in einem Rechtsstaat auch schwierig so was effektiv zu tun und auch in den verlinkten Artikeln wird überhaupt nicht klar, was da eigentlich passiert sein soll.

    Für mich erscheint hier nichts in einem anderen Licht: Pharmaunternehmen wollen Geld verdienen (was sonst) und sind daher eben gerade nicht die Gralshüter der Wissenschaftlichkeit und der EBM sondern unterlaufen diese Mechanismen nur zu gerne, wenn es ihnen Kohle bringt. Deswegen muss man diesen Leuten gut auf die Finger schauen, so wie es bei Vioxx geschehen ist und auch hier in diesem Artikel von Plazeboalarm (ich versuche mal hier noch die Kurve in den On-Topic-Bereich zu kriegen) ;)

  21. #22 Marcus Anhäuser
    9. April 2009

    @alle
    ab und zu erscheinen Kommentare nicht, das hat meines Wissens mit der Zahl der Links in den Kommentaren zu tun. Mehr als 1 macht es zum Spam-Verdacht. ich schau mal, ob ich das umstellen kann. 2 Links müssten schon drin sein.

    Zum Layout kann ich nichts sagen, was meint ihr mit zentriert? Ich kann´s mal weiterleiten. Habt ihr mal einen Screenshot an die Redaktion geschickt (mit Angabe von Browser usw.)

    @Dagmar
    Danke für den Hinweis, aber das war jetzt schon ziemlich off-topic. Jane hat da ja einen schönen Dreh in den on-topic hingekriegt, danke dafür. Ich glaube man muss mit einer Menge Dinge rechnen, und sich zugleich davor bewahren, alles zu verteufeln (Stichwort: Böse Big Pharma).

    Ich weiß nie, wie ich auf solch pauschale Vorwürfe gegen Journalisten reagieren soll. Der Reuben-Fall kam etwas spät in den Zeitungen hier, ich hab nix dazu gemacht, weil ich 1. nicht da war und 2. gerade ganz andere Dinge mache.

    @Karl Mistelberg
    Danke für den Link zur NAS (wusste gar nicht, das die auch deutsche Texte haben).
    Überrascht war ich vom Alter des Textes. Der ist von 2000 und wie ich oben schrieb, schreibt Biesalski jetzt (also 9 Jahre später) “… es mehren sich die Hinweise …” “es verdichtet sich die Datenlage …” Sollte es da inzwischen nicht mehr gesichertes Wissen geben? Andererseits: Solche Entwicklungen sind wahrscheinlich eher schleichend, wenn es sie den gibt.

    Aber: Weiß jemand wie es in anderen Ländern aussieht? Es sollte ja eigentlich ein Phänomen der gesamten industrialisierten Welt sein (v.a. der nördlichen Breiten). Wie sieht das in Skandinavien aus, Kanada?

  22. #23 GeMa
    9. April 2009

    Guck mal in die beiden Links 08.04.09 · 12:50 Uhr – da sind die Fragen (wenigstens ansatzweise) angerissen. Ist wohl insgesamt ein nördliches Industrienationenphänomen. Allerdings wird es eben nicht ausschliesslich auf Fehlernährung reduziert.

  23. #24 rolak
    9. April 2009

    <nebenthema> @Marcus Anhäuser: Bildpost ist unterwegs, bisherige Nachrichten waren text only </nebenthema>

  24. #25 strappato
    11. April 2009

    Schuld sind doch eher die Medien. Die wollen “Mehrwert” für die Nutzer produzieren und dazu gehören eben Ratschläge. Ein Experte hält seinen Kopf hin und es werden immer Experten gewählt, die eine knackige Aussage machen: “Die Deutschen sollten…”. Für differenzierte Betrachtungen ist kein Platz, das überfordert den Nutzer und senkt den “Mehrwert”.

    Dabei ist Selbst der Vitaminstoffwechsel sehr komplex:

    Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie Allergien nahmen bislang häufig Vitamin D, um einen Mangel auszugleichen. Das könnte nicht nur kontraproduktiv, sondern sogar schädlich sein
    focus.de/gesundheit/ratgeber/allergie/news/autoimmunkrankheiten-vitamin-d-verstaerkt-das-leiden_aid_388802.html

  25. #26 Marcus Anhäuser
    11. April 2009

    @strappato
    die autoimmungeschichte habe ich auch gestern gesehen.

    hier geht´s zum paper (preprint):
    http://autoimmunityresearch.org/transcripts/AR-Albert-VitD.pdf

    Hier zu Pressemitteilung:
    http://www.alphagalileo.org/ViewItem.aspx?ItemId=56865&CultureCode=en

    Im Paper stellen sie auch noch mal fest:

    “Researchers are recommending vitamin D supplementation at historically unprecedented levels.”

  26. #27 Marcus Anhäuser
    11. April 2009

    @strappato
    Ausgangspunkt ist in dem Fall aber die 2. Nationale Verzehrstudie vom Bundesministerium, auf die Zahlen beziehen sich die Hohenheimer, wenn ´s um Vitamin D Defizit geht.

  27. #28 Karl Mistelberger
    12. April 2009

    Sollte es da inzwischen nicht mehr gesichertes Wissen geben?

    Es gibt zu jedem Vitamin zehntausende von Studien, die möglicherweise relevant sind. Bei mir ist eher die Versorgung mit Folsäure ein Problem als die mit Vitamin D. Zur Folsäureproblematik gibt es von Olaf Stanger eine Menge von Vorträgen, interessant ist z.B. “Ergebnisse einer Untersuchung in Salzburg und Tirol. Zielgruppen für Vitaminmangel” oder “VISP, NORVIT und andere Missverständnisse”, siehe: http://www.dach-liga-homocystein.org/Vortraege/vortraege_1.htm

  28. #29 L. Bergmann
    15. April 2009

    Misstrauen ist immer gut und tatsächlich stammen ja die meisten Erkenntnisse über Vitamin D aus epidemologischen Studien und der Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ist da bestenfalls plausibel. Andererseits kann man bei den allein im vergangenen Jahr vorgelegten mehr als 1.000 Studien zu Vitamin D, Vitamin-Mangel, den immer neu entdeckten Vitamin D-Rezeptoren und ihren Steuerungsfunktionen z.B. für das Immunsystem doch zu dem Schluss kommen – ohne sich seine journalistische Skepsis zu kompromittieren – dass der Umfang und die Bedeutung des tatsächlich weltweiten Vitamin D-Mangels für die “Volksgesundheit” (gut belegt z.B. Osteoporose und Osteomalazie, Diabetes und MS, Herz-Kreislauf- und Gefäß-Erkrankungen, Bluthochdruck, Gehirnfunktion und psychische Störungen) von erheblicher Bedeutung zu sein scheint.
    Ein wesentlicher Grund: Sonnenmangel – verursacht durch moderne Lebensstile oder – im Gegenteil – durch Verschleierung in traditionellen (Islamischen) Gesellschaften.
    Mit Ernährung hat das alles nur sehr begrenzt zu tun, da in unseren Breiten Vitamin D zu 80-90% über UV-Strahlung in der Haut gebildet wird.

    In unserem Weblog “Sonne ist Leben”
    http://photomed.wordpress.com
    versuchen wir, den Überblick über die wichtigsten jeweils aktuellen Forschungen zu behalten und zu vermitteln – durchaus in “parteilicher” Absicht, aber über die Links zu den Originalien für jedermann an der Quelle nachprüfbar.

  29. #30 Marcus Anhäuser
    15. April 2009

    Hallo Herr Bergmann,

    was genau ist denn mit “moderne Lebensstile gemeint” und das mit der Verschleierung in traditionellen (Islamischen) Gesellschaften müssen sie auch mal genauer erklären, wenn es Ihnen nichts ausmacht.

  30. #31 Herr Lebeks Geist
    18. April 2009

    Das riecht doch alles SEHR nach: Leute kauft Vitamin-D Nahrungsergänzungen. Frische Luft, Sonne und Bewegung dürften in D-land für die meisten Menschen ausreichen um einem Vitamin D Mangel, so er denn tatsächlich existiert, zu begegnen.

  31. #32 Eddy
    18. April 2009

    Ist doch klar. Seit die Sonne als die Ursache für Tod und Vernichtung auf diesem Planeten deklariert wurde, verstecken sich immer mehr Leute hinter Rolläden, Hauswänden, Sonnenschirmen und gesunden Sonnencremes. Wenn es am Ende an Vitamin-D mangelt war wieder mal niemand schuld, wie beim BSE-gemetzel, Biodieselskandal, dem daraus resultierenden Abholzen der Regenwälder und der ursächlichen Klimapanik, die die Hirne auch so mancher Wissenschaftler aufweicht.

    Und das obschon Sonne gesund ist und keine Melanome hervorruft. Das riecht sehr nach Leute lasst euch verblöden von angeblichen wissenschaftlichen Belegen für … ja, für was eigentlich ??? Die Dummheit der Massen!

    MfG
    Eddy

  32. #33 L. Bergmann
    25. Mai 2009

    Vitamin D hat fast nichts mit Ernährung, wenig mit Pillekes (auch wenn Pharma da derzeit mit Trommelwirbel auf den Zug aufspringt), und viel mit Sonne zu tun.

    Und schon haben wir das Dilemma.
    Wenn man den dermatologisch-hysterischen “Raus-aus-der-Sonne”-Warnschreien – gewürzt mit interessanten statistischen Taschenspieler-Ticks – folgt, sind die Deutschen ein Volk im Vitamin D-Überfluss. Jeder zusätzliche Sonnenstrahl führt unweigerlich in den Hautkrebs-Tod. Vitamin D dagegen gibt es schon bei 10 Miuten Spaziergang im winter bei bedecktem Himmel …. sagen “Ratgeber” von Krebshilfe und ADP (Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention)

    Gleichzeitig weisen selbst “offizielle” Institute wie das RKI, die alle Halleluja-Rufen bei neu entdeckten “Wundermitteln” (New York Times über Vitamin D) zutiefst verabscheuen, unaufgeregt auf eine Unterversorgung mit Vitamin D bei fast 60 Prozent der deutschen Bevölkerung (im “Vitamin D-Winter” deutlich mehr).

    Die Lösung ist (oder erscheint?) relativ einfach:
    Ausreichend Sonnen-/UVB-Strahlen für die Vitamin D-Synthese ohne Überdosis! Das Schöne daran: Keine Hypervitaminosis möglich, da der Körper einfach die Produktion einstellt, wenn er die Speicher gefüllt hat.

    Im Winter (“Vitamin D-Winter” bei uns von Oktober bis März) bleibt noch der Gang ins Sonnenstudio (nicht in jedes, aber doch in viele, gut geführte oder mit Gütesiegel versehene) mit ausreichend UVB-Liegen.

    Tagesaktuelle – in vorauseilendem Gehorsam: parteilich formulierte – Meldungen zu neuen Studien bringen wir in der Regel mehrmals wöchentlich auf unserem Weblog:
    http://photomed.wordpress.com

  33. #34 Helga
    31. Mai 2009

    mhmm
    Naja es ist aber auch so das man das Vitamin D hier als Arznei einsetzt.
    Wenn man rheumageplagt ist so wie ich,
    und cortison, mtx, hochdosiertes nsar nimmt und tnf-alphablocker spritzt.
    Und dann merkt das Vitamin D hilft die Medikamenten und somit die Nebenwirkungen zu reduzieren, finde ich es etwas überheblich als gesunder so über diese Studien zu lachen.

  34. #35 sil
    2. Juni 2009

    @Helga

    Darum geht es in der Diskussion gar nicht. Eine langandauernde Kortikoidtherapie erhöht das Osteoporoserisiko und da ist eine prophylaktische Einnahme von Vitamin D sinnvoll.

    Hier geht es um “Vitamin D für alle”, wie man darauf gekommen ist und was die Medien daraus machen.

  35. #36 Garret Arrasmith
    17. Januar 2014

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