Und weiter geht’s mit meinen Versuchen neue Technologien für meinen Journalismus zu entdecken und auszuprobieren. Diesmal Skype für Videointerviews.

Volker Stollorz hat sich freundlicherweise bereit erklärt, bei meinem experimentellen Interview per Skype-Video dabei zu sein (ohne Netz und doppelten Boden). Gefreut hat mich das auch, weil er ein kompetenter Interviewpartner zu einer der Aufsehen erregendsten Studien und der Berichterstattung darüber im Jahr 2012 ist.

Wir behandeln die Berichterstattung über die Studie eines Forscherteams um den französischen Molekularbiologen Gilles-Éric Séralini. Er hatte im September eine Untersuchung (pdf) veröffentlicht, nach der gentechnisch veränderter Mais das Risiko für Krebs bei Laborratten erhöht haben soll.

Während es im englischsprachigen Bereich bereits innerhalb kürzester Zeit kritische Berichte zur Studie (vor allem zur Methodik) gab, fehlten diese im deutschsprachigen Bereich zu Beginn fast völlig (ich selbst hatte zum Beispiel an dieser Stelle einen Beitrag aus einer ZDF heute-Sendung dafür kritisiert).

Im Folgenden also das eher noch experimentelle Interview/Gespräch mit Volker Stollorz (auf dessen interessanten Vortrag über Wissenschaftsjournalismus ich kürzlich hier verwies.) Da wir das Interview im Dezember geführt haben und ich die kurze Einleitung einen Tag später aufgenommen habe, spreche ich zu Beginn von “diesem Jahr”, gemeint ist natürlich nicht 2013, sondern 2012. Thematisch bewegen wir uns von den speziellen Problemen bei der Berichterstattung über diese Studie, über journalistische Anforderungen, die in diesem Fall wichtig waren, bis zu Tipps, die einem vielleicht beim nächsten Mal weiter helfen.

Die technischen Gegebenheiten und so manches Problem beschreibe ich auf meinem Hausblog auf meiner Webseite. So kann man die Themen Technik, Wissenschaft und Wissenschaftsjournalismus ein wenig auseinander halten. Wer also Fragen zur Technik hat, findet dort vielleicht Antworten, ansonsten einfach fragen.

Kommentare (7)

  1. […] Stollorz zum Thema “Séralini-Paper, Genmais und Rattenkrebs” befragt. Genaueres dazu auf meinem Blog Plazeboalarm. Unterhalb des Videos erkläre ich ein wenig die technischen Hintergründen des […]

  2. #2 Leo R
    Darmstadt
    6. Januar 2013

    Danke für das Interview, sehr informativ und verständlich würde mir mehr dieser Art an Wissenschaftsjournalismus wünschen!

  3. #3 Eheran
    7. Januar 2013

    Das zeigt mir eines:
    Unsere Medien sind Unfähig, teilweise würde ich sogar kriminell sagen.
    Ich brauche mir deren geblubber nicht geben, denn es hätte eh keinen Sinn.
    Das zeigen mir auch viele andere Erfahrungen, weshalb ich seit Jahren fast keine Medien mehr konsumiere.

    Wie haltet ihr das?

  4. #4 Marcus Anhäuser
    7. Januar 2013

    Ganz so pessimistisch würde ich das nicht sehen, man sollte eben viele Quellen nutzen (auch internationale), und manche Medien einfach auslassen, zugleich sind so manche Blogger eine gute Ergänzung.

  5. #5 Volker Stollorz
    7. Januar 2013

    Lieber Eheran.
    Genau diese Unfähigkeit zeigt das Interview nicht. Wer die Medien kritisieren will, muss erstmal verstehen, warum es sie überhaupt gibt. Im empfehle einen Text von Walter Lippmann, der ist zwar schon von 1921, diskutiert aber alle Probleme und Schwierigkeiten, die Öffentliche Kommunikation damals hatte und bis heute hat (haben muss): http://www.gutenberg.org/cache/epub/6456/pg6456.html.
    No Issue, no Public. So einfach ist das mit gutem Journalismus, den man manchmal mit der Lupe suchen muss. Das mag sein, spricht aber nicht gegen die Rolle der Medien, weder off- noch online.

  6. […] hat man davon beim Fall des Séralini-Papers etwas mitbekommen (Stichwort: Gentechmais und Ratten mit Tennisball großen Tumoren). Zahlreiche kritische Statements zur Studie, die in den Medien auftauchten, waren blitzschnell vom […]

  7. #7 Architectural Design
    26. November 2015

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