Gut, danke der Nachfrage. Und ja: Mich gibt’s noch. Ziemlich still war es hier in den vergangenen Wochen, und daran wird sich wohl vorerst auch nichts ändern – mit Absicht. Ein paar Worte zu den Gründen.

Seit mehr als einem Jahr schreibe ich nun Texte ins Internet. Es ist, das habe ich schon mehrfach anklingen lassen, auch ein Experiment. Ein Experiment, was sich in diesem Medium alles anstellen lässt, ein Experiment, wie sich Journalismus jenseits der klassischen Verlagswege betreiben lässt, ein Experiment (das impliziert der Begriff ja schon) mit ungewissem Ausgang.

Das bedeutet aber auch, von Zeit zu Zeit einmal innezuhalten und über das nachzudenken, was man gerade tut – vor allem aber auch darüber, wie und wo das alles weitergehen soll. (Grundlegende Gedanken über Scienceblogging scheinen gerade ja eh groß in Mode zu sein…)

Klar: Bloggen macht Spaß, bloggen ist Arbeit, bloggen ergänzt mein bisheriges Tun, bloggen geht zulasten meines bisherigen Tuns. Das ist nicht das Problem. Ich habe vielmehr den Eindruck, das was ich hier mache ist beliebig, austauschbar, ziellos, unüberlegt, einfallslos. Sinnkrise 2.0. Irgendwas fehlt, ich kann es nur nicht in Worte fassen. Aber ich werde mich in den nächsten Wochen mal auf die Suche danach machen.

Und dann geht es bestimmt auch weiter. Irgendwie, irgendwo, irgendwann.

Kommentare (13)

  1. #1 Jürgen Schönstein
    Juli 21, 2010

    Lieber Alexander,

    Ich habe vielmehr den Eindruck, das was ich hier mache ist beliebig, austauschbar, ziellos, unüberlegt, einfallslos.

    Nur mal als schnelles Feedback: Ich teile nicht Deinen Eindruck von dem, was Du schreibst. Bestimmt nicht. Austauschbar? Bestimmt nicht. Es ist Deine Stimme, sind Deine Gedanken – Dein Blog halt. Der Sinn liegt allein schon darin, dass Du’s tust.

  2. #2 sil
    Juli 21, 2010

    Ich mag diesen Blog und die Geschichten über die tapferen Roboter.

  3. #3 Marcus Anhäuser
    Juli 21, 2010

    ach Alex, das sind so Phasen, das gibt sich. Mal wochenlang nichts schreiben ist völlig in Ordnung. Ist ja schließlich der Hobbyanteil an unserem Job ;-). Aber irgendwann gibt es wieder was, was raus muss, aber nicht für die Zeitung geeignet ist, dann steht dein alter Freund, dein Blog bereit …

  4. #4 Christel
    Juli 21, 2010

    Ich finde bloggen toll, man kann raus lassen, was sonst vielleicht nirgendwo ankommt, und es wird normalerweise – hoffentlich – von denen gefunden, die es interessiert.
    Ich finde es sehr ermunternd, wenn dann Feedbacks kommen von Leuten, die auch so empfinden wie ich, oder eben auch nicht. Leider habe ich viel zu wenig Zeit, um mich um meinen Blog zu kümmern. ein Beitrag, der Dich vielleicht auch interessieren könnte, z.B war: http://www.lago-maggiore-urlaub.de/blog/besuch-im-astronautenzentrum/

  5. #5 Florian Freistetter
    Juli 21, 2010

    Seit mehr als einem Jahr schreibe ich nun Texte ins Internet.

    Irgendwas fehlt, ich kann es nur nicht in Worte fassen.

    Vielleicht liegt es daran dass bloggen – zumindest meiner Meinung nach – viel mehr ist ist “Texte ins Internet zu schreiben”. Bloggen ist kein Journalismus, finde ich und man sollte die Bloggerei auch nicht so angehen wie die Arbeit für ein Zeitung. Aber mir fällt es auch schwer, das irgendwie zu konkretisieren.

    Wie auch immer – ich fände es auch schade, wenn “Alles was fliegt” aufhören würde… Wie Marc schon sagte: Irgendwann läufts wieder 😉

  6. #6 christel
    Juli 21, 2010

    genau, manchmal hat man Ideen, dass es nur so sprudelt. So schnell kann man gar nicht schreiben – und – es wird gut. Wenn man sich zwingt zu schreiben, wirkt es manchmal steif und abgedroschen. Also warte auf diene “Eingebung” irgendwann kommt’s wieder.

  7. #7 Stefan Taube
    Juli 21, 2010

    Florian hat es schon angesprochen: “Bloggen ist kein Journalismus”. Wenn man bereits Journalist ist und die Gelegenheit hat seine Meldungen und Geschichten in den Normalmedien unterzubringen, fehlt ein wichtiger Anlass zum bloggen, den Nichtjournalisten haben. Was bleibt sind meinungsstarke Beiträge oder eigene Erlebnisse. Erster sind nicht jedermanns Sache, weil sich nicht jeder gerne weit aus dem Fenster lehnt und Erlebnisse, naja, wer hat die schon 😉

  8. #8 Der Webbaer
    Juli 21, 2010

    Ich habe vielmehr den Eindruck, das was ich hier mache ist beliebig, austauschbar, ziellos, unüberlegt, einfallslos.

    Das Gegenteil ist der Fall, die Vermutung geht der Erkenntnis zwar immer voraus, aber unsereins irrt regelmäßig. Anders formuliert: Weitermachen, mal diesen amer. Astronauten, wie hieß er noch, in Ruhe lassen und weiterhin vorzügliche Sacharbeit leisten.

    Der Leser dankts.

    MFG
    Wb

  9. #9 Alexander Stirn
    Juli 21, 2010

    Vielen Dank für die netten aufmunternden Worte. Es sind ja gar nicht die Ideen, die mir fehlen. Es ist vielmehr die Richtung, in die das Bloggen thematisch, stilistisch, medial gehen soll (oder die Frage, ob es überhaupt einer Richtung bedarf).

    @Florian: Ohne die leidige Blogger-vs.-Journalisten-Diskussion wieder aufwärmen zu wollen. Gerade diese Einstellung “Bloggen ist kein Journalismus” ist es, die mich in der deutschen Blogosphäre und vor allem auch hier bei den deutschen Scienceblogs zunehmend ermüdet. Ich verweise einfach mal auf einen Beitrag von Peter Lipson alias PalMD, der das anlässlich seines Abschieds von Scienceblogs (was hier nicht das primäre Thema sein soll) sehr treffend zusammengefasst hat.

  10. #10 Florian Freistetter
    Juli 22, 2010

    @Alexaner Stirn: “Ohne die leidige Blogger-vs.-Journalisten-Diskussion wieder aufwärmen zu wollen. Gerade diese Einstellung “Bloggen ist kein Journalismus” ist es, die mich in der deutschen Blogosphäre und vor allem auch hier bei den deutschen Scienceblogs zunehmend ermüdet. “

    Ich wollte damit übrigens kein Qualitätsurteil abgeben. Weder ist bloggen besser noch schlechter als Journalismus. Es gibt halt einfach nur sehr viele verschiedene Arten des Bloggens. Und das was ich mache sehe ich eben nicht als Journalismus an – was nicht heisst, dass es andere nicht anders sehen. Aber meine Blogtexte würden nicht in eine Zeitung passen…

  11. #11 Der Webbaer
    Juli 23, 2010

    Aber meine Blogtexte würden nicht in eine Zeitung passen…

    Wurden aber schon mal von der “Qualitätspresse” übernommen. Bloggen darf als Journalismus (“jour”, Tag etc.) verstanden werden, als was sonst?

    MFG
    Wb

  12. #12 Maria
    Juli 25, 2010

    mach mal eine kreative Pause dann läuft es wieder

  13. #13 ama
    August 2, 2010

    Bloß weil es eine spezielle Textverarbeitungstechnik gibt, ist das Produkt eines Blogs noch lange kein Journalismus. Beim TG-1 wird als Grundlage ein Forumsskript benutzt, trotzdem ist es kein Quasselforum.

    Ein Forumsskript läßt viel mehr Freiheiten als ein Blogskript. Alles andere ist die Art und Weise, wie man die Inhalte aufbereitet.